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14tägig? 14-tägig? 14 täglich?

Der Lehrerfreund-Newsletter erscheint alle 14 Tage. In der neuen Rechtschreibung heißt das: 14-täglich. Das klingt wirklich komisch.

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Eingetragen am 23.01.2006, 21:17 Uhr in Deutschunterricht | Neue Rechtschreibung |

3 x kommentiert, 836 x gelesen in 2012. Diesen Beitrag kommentieren.

Heute Mittag trudelte eine Mail vom Lehrerfreund Hans-Peter König ein:

Hallo, rechts oben lese ich, der Newsletter sei “14tägig” erreichbar. Vor mehreren Jahren hatten wir Deustchlehrer unserer Schule eine Diskussion mit dem stellvertretenden Schulleiter (Mathematiker), und zu unserem großen Erstaunen heißt es tatsächlich: “14-täglich”. [...] Der Newsletter erscheint wohl 14-täglich (EIN MAL in 14 Tagen), ist aber z.B. bei meinem Account 30-tägig (30 Tage lang) erreichbar.

HP König an Lehrerfreund

Dies läuft dem Sprachgefühl wirklich zuwider, aber ein misstrauischer Blick in den Duden zeigt: Er hat Recht. Deshalb antworte ich:

vielen dank für den hinweis. das macht mich ja ganz fertig. aber sie haben recht. klingt nach meinem empfinden ziemlich daneben. aber habe ich mich doch auf die neue rechtschreiberei eingelassen und muss somit auch klaglos den schrott akzeptieren. deshalb habe ich es entsprechend geändert [...]

Lehrerfreund an HP König

Gesagt - getan. Die alte Version für das Archiv:

schreibweise 14taegig - alte (falsche) lehrerfreund-version

 

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3 Kommentare von Lehrerfreund/innen

(#1) Bernd Schwöbel meinte am 28.01.2006, 16:14 dazu:
" 

Lieber Lehrerfreund,

mit der Rechtschreibreform hat die Angelegenheit nur insofern zu tun, als seither statt “14tägig” nun “14-tägig” und statt “14-täglich” nun “14-täglich” zu schreiben ist. An allem anderen sind die Reformer völlig unschuldig.

Das für viele zunächst ungewohnte Wort “14-täglich” steht (in alter Schreibweise) seit vielen Jahrzehnten in den Sprach- und Lehrbüchern. Sein Gebrauch ist leicht einsichtig zu machen. (s.u.)

Aber gleichgültig, ob es im Duden steht oder nicht, entscheidend wird sein, ob die Sprachgemeinschaft das so übernehmen wird, wie es in den Lehrbüchern steht. Die Chancen sind nicht allzu gut, wenn selbst die Lehrer sich sperren.

Jetzt sollte ich ein paar Belege zur Veranschaulichung der Regeln bringen. Ich füge stattdessen einen Ausschnitt aus einer Mailliste einer Kirchengemeinde von Sommer 2002 an. Damals hatte jemand gefragt, ob ein Newsletter nun 14-tägig oder 14-täglich erscheine ...
Vielleicht macht ja jemand aus der Antwort eine sprachliche Übung

“Eine vierzehntägige Mitteilung stelle ich mir anstrengend und öde vor.
Ein vierzehntägiges Treffen oder ein ebensolches Seminar fordert wohl auch ausdauernde Kraft, vierzehntägige Ferien sind da schon eher erträglich. Diese Ferien sind sogar sechswöchig. Wir könnten uns in den Ferien auch mal treffen. Lieber wöchentlich oder zweiwöchtentlich? Wie wär’s mit einstündigen Treffs oder mit zweistündigen? (Sich stündlich zu treffen, wäre wohl etwas zuviel verlangt - höchstens mal 24stündlich, aber dann kann man ja auch gleich besser täglich sagen und das ist immer noch recht oft.) Wenn wir es geschickt angestellt hätten, hätten wir uns vierzehntäglich innerhalb der anderthalbmonatigen Ferienzeit bis zu vier mal treffen können. Aber mehr als drei vierzehntägige Kurzurlaube lassen sich in den sechseinhalbwöchigen Sommerferien nicht unterbringen.
In der nächsten gemeinsamen Sitzung steht wohl auf der Tagesordnung, die bisher zweimonatlichen Treffen auf Dreimonatstakt umzustellen, wir sollten auch überlegen, wie und wann wir die Wochenendfreizeit gestalten - eintägig, zweitägig oder dreitägig - bitte nicht täglich, nicht einmal dreitäglich, da stehen bei mir Familie und Beruf dagegen. Aber dass man sich auf der zwei- oder dreitägigen Freizeit täglich sieht, davon ist doch auszugehen, oder?
Die Legislaturperioden der Ältestenwahlen sind fünfjährig, die Wahlen zum Ältestenkreis sind fünfjährlich, die Bundestagswahlen sind vierjährlich - es gab mal ein Konklave, das war dreieinhalbjährig. Das war ab 1268 in Viterbo bei Rom. Die jüngsten Konklave waren: für Johannes XXIII. viertägig, für Paul VI. dreitägig, für Johannes Paul I. nur zweitägig und für den II. wieder dreitägig. Sowas findet man im Internet in zweiminütiger Suche.

Genug des belehrenden Blödelns.
Fazit: -ig bezeichnet eine Frist, eine Zeitspanne
-lich bezeichnet den Abstand zwischen regelmäßigen Ereignissen”

Beste Grüße

BSchwöbel

(#2) buhlau meinte am 03.07.2009, 6:38 dazu:
" 

Hier eine kleine Seite, die sich diesem Thema widmet und es nochmal plausibl darstellt.

http://www.täglich-tägig.de

(#3) Oderik meinte am 10.04.2010, 10:30 dazu:
" 

Das ist doch nur konform mit anderen Zeiteinheiten:

Eine Tablette nimmt man (meinetwegen) stündlich, und man kann sich einen einstündigen Vortrag anhören.

Wöchentlich kommt die Müllabfuhr, daher ist das immer so eine Sache mit dem zweiwöchigen Urlaub.

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