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15-Sekunden-Umfrage: Raumluftqualität in deutschen Klassenzimmern - Umfrageergebnis
Schüler/innen brauchen frische Luft zum Lernen. Eine Langzeitstudie zeigt, dass die Luft in zu vielen Klassenzimmern durch Feinstäube, Hautschuppen und übertriebene Kohlendioxidwerte verdickt ist, da zu wenig gelüftet wird. Ist die Luft in Deutschlands Klassenzimmern wirklich so schlecht? Hier die Ergebnisse unserer Lehrer-Umfrage.
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Eingetragen am 10.03.2009, 03:06 Uhr in Nachrichten | Umfragen |
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Ohne ausreichend Frischluft bleibt kaum Wissen hängen. Denn Mief in beheizten Räumen ist der Grund für mangelnde Konzentration und schläfrige Schüler/innen. Das weist eine Langzeitstudie in Schulräumen in Baden-Württemberg nach. Während der Untersuchung ergaben Messungen Zahlen von bis zu 100 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft, so der Experte Gabrio, ergänzt um (die nicht so gesundheitsschädlichen, weil größeren) “Haut- und Haarschuppen”. Die Feinstaubkonzentration erreiche das Zweieinhalbfache Wert der geduldeten Straßenwerte. Die durch zu seltenes Lüften erhöhte Kohlendioxidkonzentration in der Luft führe außerdem dazu, “dass in 83 Prozent der Unterrichtszeit optimale Leistungen von Schülern und Lehrern durch stickige Luft im Klassenzimmer verhindert werden.” (Focus Online Schule, 18.02.2009: Schulen - Dicke Luft im Klassenzimmer).
Expert/inn/en raten dazu, nach Doppelstunden und Prüfungen kurz und weit viele Fenster aufzureißen, also stoßweise zu lüften (“Stoßlüften”). Alle anderen Varianten (wie z.B. das dauerhafte Kippen eines Fensters) seien der Unterrichtsqualität nur abträglich, da sich die Qualität der Raumluft nur unmerklich ändere und es neben dem eindringenden Lärm auch zu zugigen Situationen kommen könne.
Lehrer/innen möchten immer lüften - dürfen aber nicht
Sie kriegen kaum eine Schule und einen Lehrer davon überzeugt, dass er regelmäßig lüften soll”, meint Gabrio (focus). Das ist so nicht richtig. Lehrer/innen möchten eigentlich immer lüften, denn sie sind vor Stundenbeginn durch lange Betongänge gehetzt und hassen stickige Klassenräume, in denen es nach Feinstaub, Hautschuppen und alten Fürzen riecht. Meistens wehren sich die Schüler/innen kollektiv gegen die lehrerliche Lüftungsabsicht. Es gehört zu den Mysterien des Schulwesens, dass Schüler/innen gerne in stickigen, verstunkenen Räumen sitzen - was übrigens auch die Konzentrationsfähigkeit der Lehrer/in bis zur Besinnungslosigkeit absinken lässt.
15-Sekunden-Umfrage: Raumluftqualität in deutschen Klassenzimmern
Im März 2009 führten wir hier eine Umfrage durch, an der sich 116 Lehrpersonen beteiligten (Formular siehe Screenshot rechts). Die Umfrage war nicht repräsentativ; damit muss bei den Ergebnissen z.B. berücksichtigt werden, dass sich u.U. mehrheitlich Personen beteiligt haben, denen die Lüfterei ein besonderes Anliegen ist.
Frage 1: Wie bewerten Sie aus Ihrer Erfahrung die vormittägliche Raumluftqualität in den Klassenzimmern?
Auf einer Skala von 1 (“Mies - man kann kaum atmen.”) bis 6 (“Spitze, wie auf der Alm.”) entschieden sich 85% der Befragten für den “miesen” Bereich, 15% fanden die Luft in Ordnung. Es überrascht der hohe Anteil derjenigen, die die Luft in den morgendlichen Klassenzimmern wirklich ganz, ganz schlimm finden:

Frage 2: In welchen Klassenräumen ist die Luft am schlechtesten?
Zur Auswahl standen “Klassen 1-4”, “Klassen 5-6”, “Klassen 7-9” und “Klassen 10-12/13”. Offensichtlich ist die Luft in den Klassen der Sekundarstufe I am schlechtesten (Klasse 7-9: 59%; Klasse 5-6: 24%). Der geringe Anteil der Auswahl von “Klassen 1-4” kann darauf zurückzuführen sein, dass sich unterproportional wenige Grundschullehrer/innen beteiligt haben (siehe oben, “Repräsentativität”). Außerdem gilt es zu beachten, dass Haupt-/Realschullehrer/innen keine Geruchserfahrungen in den Klassen 1-4 und 10-13 haben, entsprechend die Primarschullehrer/innen in den Klassen 5-13 und die Gymnasiallehrer/innen in den Klassen 1-4.

Frage 3: Fänden Sie es wichtig, die Lüftungskultur in Schulen nachhaltig zu verändern?
Erstaunlicherweise sprachen sich 92% der Befragten für eine nachhaltige Veränderung der Lüftungskultur aus, nur 3% waren dagegen. Unter den sonstigen Nennungen waren:
- “Ja, aber dann bräuchte meine Schule einen neuen Standort: Wir können “wählen” zwischen stickiger Luft, aber Ruhe oder Frischluft mit Lärm von der nahen Bundesstraße.”
- “Wir lüften bereits stoßweise alle zwei Stunden - dies reicht nicht aus.”
- “Schön wäre es, wen man die Fenster überhaupt ganz öffnen könnte”
- “Die Schüler-Lüftungseinstellung wäre zu verändern
” - “Das ist mein Job und es klappt. Die Schüler kooperieren.

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