Merkblatt
Abitur: Wie man einen befriedigenden Deutschaufsatz schreibt - 3 Grundregeln
Von allen Abitur(s)fächern ist Deutsch dasjenige, worauf Schüler/innen am wenigsten lernen - denn den meisten ist unklar, nach welchen Kriterien ihr Aufsatz bewertet wird. Dabei korrigieren viele Deutschlehrer/innen nicht (nur) willkürlich, sondern haben bestimmte Vorstellungen davon, was einen guten Abituraufsatz ausmacht. Diese Vorstellungen gilt es als Schüler/in zu befriedigen. Mit Merkblatt zum Ausdrucken (PDF).
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Eingetragen am 27.02.2009, 02:36 Uhr in Korrigieren | Deutschunterricht | Deutsch-Abitur | Interpretationstechnik |
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Die meisten Schüler/innen glauben, dass man auf Deutscharbeiten “nicht lernen kann. Entweder man kann gut schreiben oder nicht.” Deshalb wiederholen sie fürs schriftliche Abitur noch einmal rasch die Inhalte der Lektüren, Merkmale der Epoche und die Schritte einer Texterörterung - und das war’s. Kein Vergleich zu dem, was man auf Mathe oder Geschichte alles lernen kann.
Diese (nicht unberechtigte) Passivität rührt auch daher, dass viele Schüler/innen außer “schwallen” kaum Kriterien für die Qualität von Deutschaufsätzen (v.a. Interpretationsaufsätzen) kennen. Wann gibt es 8 Punkte? Wann 7? Erschwerend kommt hinzu, dass Deutscharbeiten dazu noch als das Chamäleon unter den Notentieren gelten: Die Bewertung kann je nach korrigierender Lehrer/in sehr unterschiedlich ausfallen. Als Lehrer/in sollte man seine Mindestanforderungen transparent machen bzw. den Schüler/innen vor dem Abitur noch einmal als gute Ratschläge auf den Weg geben.

Wer diese Ratschläge befolgt, dürfte mindestens eine befriedigende Note erreichen. Voraussetzung dafür ist allerdings auch die Lesbarkeit des Aufsatzes (= Rechtschreibung, Schrift und Stil sollten halbwegs ordentlich sein).
Ein (mindestens befriedigender) Abituraufsatz im Fach Deutsch braucht:
- 1. Klare Struktur
- Die Arbeit liest sich viel besser, wenn sie in formaler und inhaltlicher Hinsicht deutlich und nachvollziehbar strukturiert ist. Grundstruktur ist in jedem Fall Einleitung, Hauptteil, Schluss. Im Hauptteil muss die Bearbeitung einzelner Aufgaben und/oder Themen in klar getrennten Blöcken erfolgen, die nach Möglichkeit mit Übergängen verbunden sind. Absätze erhöhen die Übersichtlichkeit. Viele Lehrer/innen (Zweitkorrektor/innen!) wollen nicht, dass man den Absätzen Überschriften gibt. Wer damit Schwierigkeiten hat, gibt den Absätzen Überschriften mit Bleistift und radiert sie dann vor Abgabe weg.
- 2. Inhaltliche Angemessenheit & Abschnittstreue
- Als Lehrperson hat man gewisse inhaltliche Erwartungen:
- Die Einleitung führt zum Thema hin. In Interpretationsaufsätzen stehen in der Einleitung Infos zu Autor(en) ... (mehr zu Einleitung zum Interpretationsaufsatz), nicht aber die abschließende Meinung. Sehr gut kommt an, wenn die Einleitung eine Frage/ein Grundproblem formuliert, das dann im Hauptteil beantwortet wird.
- Der Schluss zieht in irgendeiner Weise ein Fazit. Dabei werden Gedanken aus dem Hauptteil aufgegriffen. Sehr elegant ist es, wenn so die Frage aus der Einleitung beantwortet werden kann.
- Auch an die Blöcke des Hauptteils (können sich z.B. an Unteraufgaben orientieren) hat die Lehrperson gewisse Erwartungen. Hier wird das Gelernte/Geübte nützlich (Kenntnis der Inhalte/Interpretationsansätze einer Lektüre, Fähigkeit Argumente zu erörtern). Wichtig ist in jedem Fall auch hier, dass ein deutlicher Bezug zu den jeweiligen Unterpunkten gegeben ist. In einem Abschnitt mit der (unsichtbaren) Überschrift “Ist Kohlhaas ein Antiheld?” wird man sich nur dann länger mit dem Gerechtigkeitsbegriff Kleists auseinandersetzen, wenn es der Beantwortung der Frage dient.
- 3. Keine Redundanz
- Viele Schüler/innen glauben, dass man in Deutsch eine bessere Note bekommt, wenn man viel schwallt. Das ist nicht richtig. Man bekommt eine gute Note, wenn man sich an die oben genannten beiden Punkte hält. Nach Möglichkeit sollte jeder Satz für den zugehörigen Abschnitt eine Bedeutung haben. Im Abschnitt über die Nachteile des Markenzwangs hat ein Satz wie “In einer Zeitschrift gab es vor einiger Zeit einmal eine achtseitige Werbung für Markenklamotten, die Anbieter haben in den letzten Jahren offensichtlich gute Gewinne gemacht.” nur dann etwas zu suchen, wenn er irgendwie auf die Nachteile des Markenzwangs verweist.
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24 Kommentare von Lehrerfreund/innen
Ich gliedere meine Deutschaufsätze IMMER so, wie es hier beschrieben wird.
Trotzdem liegen meine Noten immer zwischen 4-6 Punkte!
Was lernen wir daraus?
Deutsch ist und bleibt ein Fach, in dem die Noten davon abhängen, welchen Lehrer du hast und wie sehr er dich mag! Basta!
Dann sehe ich für deine ausreichenden Noten (ist ja fast “befriedigend”) nur zwei Gründe:
1. Du gliederst deine Deutschaufsätze toll in Einleitung, Hauptteil und Schluss. Was ist mit den anderen Punkten oben? Kannst du jeden einzelnen unterschreiben? Ich würde mal sagen, wer die “Abschnittstreue” (was ein Wort - das nur am Rande) nicht einhält, der wird in jedem Fall in den mangelhaften Bereich rutschen.
2. Dein Deutschlehrer ist eine Pfeife (und benotet ohne nachvollziehbare Kriterien) oder hasst dich. Das würde ich aber wirklich erst dann denken, wenn du meinen ersten Punkt abgehakt hast.
Grüße,
einer, der dein Lehrer sein könnte (vielleicht sogar ist ![]()
Ganz gewiss halte ich meine Abschnittstreue…
Bei Gelegenheit lasse ich Ihnen / dir gerne mal einen Aufsatz zukommen…
zu 2.: Ja, mein Lehrer ist eine Pfeife und hasst mich…
Ich gebe zu ich bin nicht sehr gut in Deutsch und erwarte auch keine 15 Punkte…
Aber gerechte Bewertung sollte sein!
Grüße,
einer der dein SCHÜLER SEIN KÖNNTE O.O
Also das mit dem schwallen kann ich nicht ganz bestätigen. Als ich in die Kursstufe kam, bekam ich einen Lehrer (ein älteres Modell =D), der sehr viel Wert auf Struktur gelegt hat. Im Gegensatz dazu habe ich in der 11. durch Geschwalle und die daraus resultierenden ewig langen Aufsätze immer eine Note zwischen 1 und 2 bekommen.
Die Umstellung gelang mir allerdings relativ schnell und ich hatte zwar keine Noten zwischen 1 und 2 mehr, war aber mit 10-11 Punkten jedes mal trotzdem fast Klassenbester, da die Noten 13,14 und 15 generell nicht vergeben wurden.
Nun gab es in 13 eine Umstellung und ich bekam leider wieder eine Schwallehrerin, die zwar meine Struktur und Sprache sogar vor der ganzen Klasse gelobt hat, das aber leider nicht wirklich merklich in die Bewertung aufnahm. Plötzlich waren Leute besser, die in 4 Stunden einen 20-Seiten Aufsatz runter geschrieben haben, wobei das ganze bei 20 Seiten in 4 Stunden nicht wirklich eine tolle Struktur hatte.
Je nach Lehrer kann es sich also durchaus lohnen, einfach nur drauf los zuschreiben. Diese erwähnte Schwallehrerin legt mehr Wert darauf, dass wirklich jeder noch so unwichtige Aspekt erwähnt wird, wie dass es übersichtlich bleibt und klare, logische Schlüsse gezogen werden.
Deutschnoten hängen immer vom Lehrer ab!
Ich vermisse hier eindeutig die Synthese!
Ohne Synthese is es sowieso erstmal nur ne 4, oder?
das sollte zumindest so sein, jedoch habe ich leider andere erfahrungen gemacht.
Lehrer sind menschen. das kann man jetzt gut oder schlecht finden, aber es führt zwangsläufig zu subjektivität.
diese subjektivität führt dazu, dass man mit einer gewissen erwartungshaltung an einen aufsatz herangeht. ich habe bemerkt, das sie vor allem durch den ausdruck, schriftgestaltung, länge und leider auch dem namen des schülers abhängt. es ist nicht zu verhindern und diese abweichungen sollten sehr gering sein.
viel größer ist aber das problem, das sehr kurze ausführungen zu schlechtem ausdruck, fehlenden übergängen und fehlendem inhalt führt.
man sollte sagen ein sätzchen mehr schadet sicher nicht, aber man kann es auch übertreiben ...
noch eine begebenheit am rande:
ein schüler hat seine kunstarbeit abgegeben und eine 2 erhalten. ein zweiter schüler hat in der selben stunde (ca. eine halbe stunde später) die selbe arbeit abgegeben (lediglich name und note wurden wegradiert) und darauf eine 3 erhalten.
diese abweichung ist nicht verwerflich, aber zeigt das auch lehrer subjektiv bewerten!
Auch eine Begebenheit:
Aufsatz zum Thema das ist Mut!
Schüler schreibt quer auf das Blatt: “Das ist Mut!” und gibt ab!
1. Korrektor: 15 Punkte, denn er hat den Begriff Mut verstanden.
2. Korrektor: 0 Punkte, denn Einleitung, Hauptteil, Schluss, ... fehlen!
Dann wurde der Mittelwert gebildet. Resultat: 7 Punkte
War übrigens nicht ich, habe ich nur so mitbekommen.
“Das ist Mut” ist nur ein Beispiel, keine Erklärung. Deshalb würde ich auch 0 Punkte geben.
da hätte eigentlich ein Drittkorrektor herangezogen werden müssen, bei so einer Notenspanne… sehr eigenartig.
Nochmal meine Frage! Was ist mit einer Synthese? Ist die in euren Augen zu vernachlässigen? Wir reden hier ja über die Oberstufe!
Ich hatte auch einen Vorfall: und zwar hatten wir kurz vor der Deutschklausur einen Probeaufsatz geschrieben. Thema: lyrikinterpretation zu “menschliches Elende” ich habe in dem Aufsatz 3punkte bekommen. Als ich nach dem Unterricht zu ihr ging hatte sie mir eine Standpauke gehalten und meinte zum Schluss, dass ich meine Meinung nicht in eine Interpretation reinbringen solle. Als ich dan aber die Arbeit von meinem Kumpel, welcher 12 Punkte hat, durchgelesen habe, ist mir aufgefallen, dass dieser nach jedem Quartett und Terzett seine Meinung mit einfließen lassen hat. Das hatte mich dann doch schon ziemlich nachdenklich gestimmt.
Als ich dann in Religion auch interpretieren sollte, bekam ich 11 Punkte. Und in diversen anderen Fächern wie Geschichte, Sozialkunde, etc. (alles auf Leistungskurs) genau dasselbe. Deutsch ist einfach nicht meine Stärke, oder steckt doch der Lehrer dahinter?
Meine Oma hat mir mal von einer sehr seltsamen Begebenheit erzählt:
Ihre Schwester wollte keinen Übungsaufsatz schreiben (sie war in der Realschule) und eine Freundin von ihr (Gymnasium) gab ihr ihren alten Deutschübungsaufsatz, auf den sie eine 1 bekommen hatte.
Also schrieb sie den Aufsatz Wort für Wort ab und gab ihn bei der gleichen (!!!) Lehrerin ab. Ergebnis: 2
Ändert man seine Meinung über ein paar Monate/Jahre einfach, hängt es vom Schüler ab und welche Erwartungen man von ihm hat, oder liegt es daran, dass man Gymnasiasten viel lieber nach oben pusht?
Die Struktur eines Aufsatzes ist sicher wichtig - ich bezweifle allerdings, dass man nur durch die Struktur einen befriedigenden Aufsatz schreiben kann. Aus meiner Sicht als Schülerin ist das Schwierigste, dass man bei den meisten Lehrern kaum nachvollziehen kann wie es zu der Note gekommen ist oder was man beim nächsten Mal noch beachten müsste - fällt sie gut aus denkt man sich beim nächsten mal eben: hat ja letztes mal auch geklappt, entspricht die Note nicht ganz den Erwartungen fühlt man sich einwenig hilflos und hofft eben, dass einem das neue Thema besser liegt.
Also das Beispiel Gymnasium/Realschule verstehe ich nicht. Es sollte eher umgekehrt sein. Wenn Noten variieren, kann es auch daran liegen, dass z.B. im zweiten Jahr der Oberstufe höhere Ansprüche gestellt werden, was auch richtig wäre: schliesslich sollen die Schüler Fortschritte gemacht haben. Es ist einfach besser wenn Lehrer klare Kriterien bekommen und diese auch von allen und zwar bundesweit benutzt werden. Schicke doch einmal einen Aufsatz - vielleicht können wir helfen?
deutsch immer 3+ bzw 9 NP in der oberstufe seit der achten klasse nur ein eiziges mal ne 2, hab aber auch nie gelernt, aber immer den selben lehrer, dass nenn ich kontinuität.
Na, was ist jetzt mit deinem Aufsatz??
Oder willst du, dass es bei “ich bekomme sowieseo immer eine 3+” bleibt?
Bzgl. “Aufsatz zum Thema das ist Mut!”
Diese Geschichte (dieses Gerücht!) zu einem solchen (angeblichen!) Aufsatz ist uralt und existierte schon zu meiner Schulzeit (ca. 15 Jahre her).
Es handelt sich dabei mit Sicherheit nicht um eine Erfahrung des o.g. Diskussionsteilnehmers, sondern um etwas, das irgendwann mal angeblich irgendwo so bewertet wurde. Wie glaubwürdig das ist, mag sich jeder selbst ausdenken. Zumal - da es ja einen Zweitkorrektor gab - das Ganze in einer Abiturprüfung gewesen sein muss. Daher hätte es - bei derartiger Abweichung - auch einen Drittkorrektor geben müssen. Insofern ist die Geschichte offensichtlich völliger Blödsinn.
Rein Zufällig lese ich diese Diskussion. Als Kurzgeschichtenschreiber (mit über 2000 honorierten Veröffentlichungen in den letzten 13 Jahren) habe ich mal einer 13-jährigen Legasthenikerin mit Deutschnote 5 eine Hausarbeit geschrieben, noch dazu in Eile. Das Kind war ziemlich in Not. Ich versuchte, mich ihrem Stil, ihren Sprachkenntnissen anzupassen.
Sie erhielt dafür die Note 2-. Da habe ich dann doch gestaunt.
Wie kann ein Lehrer, der seine Schüler ja kennen sollte, einer anerkannten Legasthenikerin mit Normalnote 5 plötzlich eine 2- geben - ohne zu merken, dass sie diese Arbeit “eigentlich” nicht selbst geschrieben haben kann???
Mehr zur (willkürlichen) Benotung von deutschen Aufsätzen braucht man nicht mehr zu sagen. Nur Würfeln ist transparenter…
Ich habe zwecks einer Klausur mir im letzten Jahr eine 3 seitenlange Übersicht mit Stichwörten zu meinem Thema erstellt(schriftgröße 8). Desweiteren habe ich mir über 40 Seiten zu dem Thema der Lektüre durchgelesen und es 2 Wochen lang auswendig gelernt.
Diesen Zettel mit Stichwörtern habe ich einem Freund gegeben, der in einem Nachbarkurs LK ist. Da er nicht so gut schriftlich ist, hat er einfach diese Stichwörter in seine Arbeit übernommen, ohne jegliche Verknüpfung der Sätze und dem dazugehörigen Sinn.
Ich jedoch habe alles schön ausformuliert und strukturiert hin geschrieben. Das Resultat war, dass ich 4 Punkte bekam und er 10. Dazu muss man sagen, dass sein Lehrer sehr niedrige Erwartungen hat und es sich bestätigt. Das paradoxe dabei ist, ich habe mündlich 15 punkte, aber wer soll das jetzt verstehen….
‘türlich gibt so ein Aufsatz wo nur “Das ist Mut!” steht nur max 3 punkte. Einen für das Beispiel und nochmal ein bis zwei für Kreativität. denn die Aufgabe war: schreibe einen AUFSATZ über das Thema Mut. Von diesem Ausatz wäre obige Struktur zu erwarten. Inhaltlich müsste Mut erstmal geklärt werden. was ist Mut, wann ist ein Mensch mutig, wie hängt Mut mit Angst zusammen, sowas eben.
“Wenn man Gefühle hat, gehört es dazu, sie in sein Leben zu integrieren Data und Mut kann auch ein Gefühl sein.” Cpt. Picard zu Data.
Es stimmt aber durchaus, dass die Deutschnote oft subjektiv ausfällt.
Z.B. letztes Jahr hatte ich in einer Deutschklausur 6 Notenpunkte, bei einer Lehrerin, die absolut überfordert war und das auf eine sehr aggressive Art und Weise ausgelebt hatte.
Ich wiederholte freiwillig, um neue Lehrer und ein Zeugnis zu bekommen, dass auf meine Leistungen abgestimmt ist.
Bei meinem neuen Lehrer schrieb ich dann die exakt gleiche Klausur und aus Neugier und Bestätigung mit gleichem Inhalt.
Diesmal bekam ich 12 Notenpunkte…
Die ganze Diskussion beweist nur eins: Das Notensystem ist hinfällig und kontraproduktiv.
Schüler sollten sich selbst testen oder getestet werden, um aus den Ergebnissen zu erfahren, was sie können und was nicht.
Dafür braucht man keine Noten. Da reicht ein klar strukturierter Auswertungsbogen.
hasufan hat recht: “Die Struktur eines Aufsatzes ist sicher wichtig - ich bezweifle allerdings, dass man nur durch die Struktur einen befriedigenden Aufsatz schreiben kann”. - Kreatives Schreiben - wie es in angelsächsischen Ländern genannt wird (und vermeintlich gelehrt) - gibt es nicht als seriöses Schulfach in Deutschland. Konstrukte wie Einleitung, Hauptteil, Schluß, Zusammenfassung, Nicht-Schwallen, sind nur hilflose Hilfestellung. Die grausame Wirklichkeit ist, daß der Lehrer Fähigkeiten abtestet, die er nie vermittelt hat. Dasselbe gilt für verwandte Fächer, wie z. B. Englisch auf der Oberstufe. Die Notenfindung ist in den meisten Fällen Würfelspiel. Wer etwas anderes glaubt, ist naiv.
Da hilft nur Gegenwehr: Verhandeln über die Note, Einzelnotenbeschwerde (ändert meist nichts), Fachaufsichtsbeschwerde wg. mangelhafter unterrichtlicher Vorbereitung bzw. Unfähigkeit des Lehrers, offizielles Widerspruchsverfahren (mit Hilfe eines RA und eines Gutachters), z. B. gegen die Zeugnisnote, Klage vor dem Verwaltungsgericht. Die Chancen, bei begründetem Widerspruch zu obsiegen, sind heute realistischer als noch vor 10 Jahren. Die Gerichte haben dazugelernt.
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