2 Droiden - Internetrecherche mit Google (flickr-User Stefan,CC BY-NC-SA 2.0)

Wie Rechercheaufträge im Internet methodisch sinnvoll gestaltet werden können mehr ...

Hand, Blatt, Korrektur

Wie man etwas an der Tafel befestigt mehr ...

Kleines Logo von tec.Lehrerfreund

Ideen und Materialien für den Technikunterricht: tec.Lehrerfreund.de

Top 6 der Abzählreime

Schüler/in per Zufall auswählen mit Abzählreimen

Lehrer beim Abzählen

Als Lehrer/in muss man häufig eine zufällige Schüler/in auswählen. Am besten funktioniert das mit Abzählreimen - Methoden mit Spielkarten oder Würfeln sind zu langwierig und viel zu mathematisch. Tipps für das Abzählen im Unterricht und die passendsten Abzählreime finden Sie hier.

Diesen Beitrag weiterempfehlen

Diesen Beitrag versenden

Zu diesem Beitrag

Eingetragen am 29.05.2011, 00:16 Uhr in Zeitloses |

14 x kommentiert, 769 x gelesen in 2012. Diesen Beitrag kommentieren.

Wenn Sie Ihre mündlichen Noten nicht zu 150% kontrolliert und vorstrukturiert erheben, dann werden einige Unterrichtsaktivitäten auf zufälliger Basis ablaufen müssen: Wer trägt die Arbeitsergebnissen der Gruppenarbeit vor? Wer schreibt den Vokabeltest an der Tafel mit?

Es ist nicht sinnvoll, sich in dieser Situation einfach “irgendwen” rauszupicken. Zu sehr fokussiert man unbewusst auf bestimmte Schüler/innen (z.B. auf die schlechten, auf die guten, auf die ganz vorne, auf die netten, auf die, die sich ganz intensiv melden usw.). Es besteht die Gefahr, dass manche Schüler/innen nie oder nur selten drankommen. Und das beeinflusst wieder die Gültigkeit der mündlichen Noten. Und natürlich ist es auch schade, wenn jemand niemals drankommt, weil er/sie sich einfach nie meldet.

Methoden für zufällige Auswahl einer Schüler/in

Es gibt viele Methoden für rasche Zufallsauswahlen im Unterricht: Eine Schüler/in muss einen Zettel mit einem Namen ziehen. Oder: Mit sechs Würfeln wird eine Nummer aus der Klassenliste gewürfelt (immer vom Ergebnis 5 abziehen, damit auch die 1 drankommen kann). Oder: Jede Schüler/in hat einen Kartenwert + Kartenfarbe zugeordnet; dann kann durch einfaches Ziehen einer Karte ein/e Schüler/in augewählt werden. Diesen Methoden ist eines gemeinsam: Sie sind langweilig und unhaptisch.

Ganz anders Abzählreime:

  • Das Durchzählen der Schüler/innen lockert den Unterricht enorm auf. Energetisch gesehen: Man rührt quasi einmal im Klassenzimmertopf, danach köchelt es gut weiter.
  • Eine literarische Ebene befruchtet die Unterrichtssituation: Eine kurze Pause - statt blutleerer Integrale und langweiliger Theorien gibt es 30 Sekunden lustvolle Poetik.

Abzählreime im Unterricht: Praxistipps

Wenn aus der ganzen Klasse jemand ausgelost werden soll, muss der Abzählreim lange genug sein. Bei der Auslosung innerhalb einer kleinen Gruppe (z.B. nach Partnerarbeit oder 4er-Gruppenarbeit) tun es auch kürzere Reime. Sie können bei den meisten Abzählreimen die Länge beeinflussen, indem Sie entweder nur auf die Hebungen zählen oder auf alle Silben (mit “Eine kleine Mickymaus” können also 4 oder 7 Schüler/innen abgezählt werden). Wenn Sie auf jede Silbe zählen, wird das Auszählen schnell etwas monoton - also besser nur auf die Hebungen.

Kürzere Reime haben eine satanische Dimension: Bei entsprechender Skrupellosigkeit kann man unbemerkt bestimmen, wen es erwischt. Wenn Sie mit “Ipp-zipp-zapp und du bist ab” aus einer Zweiergruppe auswählen, kommt die Person dran, mit der sie beginnen. Bei “Ene-mene-miste, es rappelt in der Kiste, ene-mene-meck und du bist weg” kommt in einer Dreiergruppe die/der Dritte dran, in einer Zweiergruppe wie bei “Ipp-zipp-zapp” der/die Erste. Das ist natürlich unlauter - und ehrlich gesagt: Es macht auch keinen Spaß so.

Am lautersten sind Sie, wenn Sie die Altersrandomisierung anhängen (s.u.). So haben erhalten Sie garantiert ein zufälliges Ergebnis.

Auf jeden Fall sollten Sie mehrere Abzählreime können, am besten besonders doofe. Sie erhalten dadurch den Respekt der Schüler/innen.

Die 6 besten Abzählreime für den Unterricht

Ipp, zipp, zapp
Und du bist ab.

Ene, mene, miste,
Es rappelt in der Kiste,
Ene, mene, meck,
Und du bist weg.

Humpel, wackel, wackel,
da läuft ein kleiner Dackel.
Jetzt läuft er in das Haus
und du bist raus.

Eine kleine Mickymaus
zog sich mal die Schuhe aus
zog sie wieder an
und du bist dran!

Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben,
Meine Mutter schneidet Rüben,
Meine Mutter schneidet Speck
Und du bist weg.

Eins und zwei und drei und vier,
Sapperlot, was gibt es hier?
Gänsebraten und Spinat,
Wiener Schnitzel und Salat,
Himbeersaft und Bier und Wein,
Liebes Kind,
du sollst es sein!

Altersrandomisierung

Nach dem Ende des Abzählreims kommt: “Weg (raus, frei, dran, ab ...) bist du noch lange nicht, sag mir erst, wie alt du bist”. Schüler/in sagt das eigene Alter, dann wird mit 1, 2, 3 ... bis zu dieser Zahl weitergezählt. Man sollte sich nicht scheuen, auch bei kürzeren Abzählreimen die Altersrandomisierung anzuhängen.

Diesen Beitrag weiterempfehlen

Diesen Beitrag versenden

14 Kommentare von Lehrerfreund/innen

(#1) skeptischer Leser meinte am 29.05.2011, 1:15 dazu:
" 

Was für ein Text!

Wenn schon erkannt wird, dass Abzählreime per se nicht zufällig sind, sollte auch auffallen, dass man in einer annähernd altershomogenen Klasse durch Altersrandomisierung kein „garantiert zufälliges Ergebnis“ erhält.

Wenn sogar Lehrer schon einfache – und von Schüler akzeptierte, da zufällige – Verfahren wie Würfeln ablehnen, weil sie „viel zu mathematisch“ sind, darf man sich nicht mehr über den ständig sinkenden Stellenwert schulischer Bildung wundern.
Dazu passt, zu glauben, mit „Eine kleine Mickymaus zog sich mal die Schuhe aus“ den „Respekt der Schüler/innen“ gewinnen zu können.

Wer seine Unterrichtszeit mit Poesie wie „Humpel, wackel, wackel“ füllt, um energetisch durch den Klassenzimmertopf zu rührt, erringt jedoch weder den Respekt der Schüler noch der Kollegen.

Alternativer Vorschlag: Mit einem Würfel mit 30 Seiten (Kosten: 1,50€) hat man ein simples, zufälliges, anerkanntes und schnelles Verfahren.

(#2) Der Lehrerfreund meinte am 29.05.2011, 1:58 dazu:
" 

dass man in einer annähernd altershomogenen Klasse durch Altersrandomisierung kein „garantiert zufälliges Ergebnis“ erhält.

In gewisser Weise schon - denn um das Ergebnis voraussagen zu können, müsste man sich über das Alter jede/r Schüler/in informieren (in Schulklassen gibt es v.a. ab Ende der Sekundarstufe I meistens drei unterschiedliche Altersklassen) und die Anfangsperson berechnen. Wird dieser Aufwand nicht betrieben, genügt das Verfahren dem Standard der Unterrichtszufälligkeit.

(#3) Db meinte am 29.05.2011, 9:48 dazu:
" 

Teachertool aktivieren, iPhone schütteln smile
“Zufallsfunktion: Ist eine Zelle zur Noteneingabe bereit, können Sie durch Schütteln des iPhones / iPods zufällig eine Person auswählen lassen, die in der ausgewählten Note noch keine Bewertung hat (Eintrag „—“).” (aus dem Handbuch)

(#4) Tim meinte am 29.05.2011, 10:33 dazu:
" 

Ich habe dafür eine App: TeacherTool. Damit kann ich dann auch sofort die Note erfassen.

(#5) Chrissi meinte am 29.05.2011, 12:26 dazu:
" 

@skeptischer Leser:
Einfach mal lachen und locker bleiben!

(#6) Dirk meinte am 31.05.2011, 10:13 dazu:
" 

Zufallsfragen (besonders geeignet für kleine Gruppen, z.B. wer die Gruppenarbeit präsentiert):
Wer als nächster Geburtstag hat - Wer in der größten Hausnummer wohnt - wer die meisten Haustiere hat…

(#7) Jochen meinte am 31.05.2011, 12:19 dazu:
" 

Z.B. im Sport:

Ene, mene, muh
Und wählen tust DU.

(#8) Jasmin meinte am 31.05.2011, 16:18 dazu:
" 

Ich würde vom i-Phone ehrlichgesagt abraten. Schüler dürfen keine Handys benutzen, dann sollte man es ihnen nicht vormachen. Außerdem haben nicht alle Lehrer ein i-Phone und meiner Meinung nach ist es etwas protzig vor der Klasse das teure Handy zu zücken.

(#9) MAWSpitau meinte am 31.05.2011, 23:33 dazu:
" 

Wer bei SuS durch teils lustige Abzählreime seinen Respekt verliert, der hat sicherlich eher andere Probleme im Umgang mit SuS und Menschen. Denn auch und gerade in der Bildung sollte Spaß und Freude nicht fehlen.

Wenn betont wird, dass man mit einem Abzählreim keinen Respekt erlangt, sollte man auch erwähnen, dass ein 30 seitiger Würfel auch keinen Pädagogen aus einem macht! Wie immer folgt die Form der Funktion. Wenn die SuS einen Abzählreim mitmachen und das Ganze zur Lehrerpersönlichkeit passt… Warum denn nicht? Wichtig ist in meinen Augen nicht das wie, sondern das DAS. Nämlich das durch die zufällige Wahl bei den SuS Verbindlichkeit verlangt wird in der vorherigen Erarbeitungspahse auch etwas zu machen.

Wie auch immer hier ist “meine” Lösung zum Thema und ich will damit keinen Respekt bei den SuS ernten, sondern eine(n) zufällige(n) Schüler oder Schülerin wählen! Nicht mehr und nicht weniger:
http://blog.spitau.de/2010/01/25/durch-zufall-verbindlichkeit-schaffen/

(#10) Tim meinte am 01.06.2011, 7:39 dazu:
" 

@Jochen
Schüler wählen zu lassen ist ja der Zeitkiller schlechthin wink

@Jasmin
Das iPhone wird ja nicht zum Telefonieren oder SMS-Schreiben gezückt sondern zur Schülerverwaltung. Darüber verliert nach einer Weile kein Schüler mehr ein Wort.

(#11) M-A meinte am 05.06.2011, 12:55 dazu:
" 

Im Englischunterrich dann:
“apples, peaches, pears and plums -
Tell me when your birthday comes.”

Dann entsprechend Monatsweise bis zum Geburtsmonat abzählen.

(#12) Otto meinte am 18.06.2011, 22:46 dazu:
" 

Ich schwöre nach wie vor auf mein “Klassenbuchroulette” - einfach einen Schüler aussuchen und ihn nach dem Geburtstag seiner Geschwister oder Eltern fragen. Wenn z.B. Schwesterlein am 24.6.1995 Geburtstag hat, ist Nr. 24 auf der Schülerliste im Klassenbuch dran. Fertig! Aus!

(#13) Kirsten meinte am 19.06.2011, 12:55 dazu:
" 

Ich finde das eine gute Idee. Kennt auch jemand solche Abzählreime auf Französisch?

(#14) Franz Josef Neffe meinte am 28.07.2011, 14:37 dazu:
" 

Ich habe das Los nicht benutzt, um damit meiner Verantwortung zu entfließen, sondern im Gegenteil, um sie ganz deutlich zu leben. In einer meiner ersten Klassen als junger Lehrer wollte neben zwei Kindern niemand sitzen: die stinkt, der stört mich usw. Ich sagte meinen Kindern, dass sie reif sind, ihre Probleme tatsächlich zu lösen bzw. das zu lernen. Ich versprach, alle 2 Monate die Sitzplätze neu zu verlosen (nebenbei probierte ich auch noch alle Sitzordnungen von “frontal” über Gruppentische bis zum Hufeisen aus). Ein oder zweimal wurde das Problem in den ersten Tagen noch angesprochen, dann tauchte nie wieder ein Problem damit in der Klasse auf. Das liegt allerdings nicht am LOSEN sondern an der Qualität des Umgangs damit, und die können wir ihm gezielt geben. Guten Erfolg!
Franz Josef Neffe

Nach oben

Geben Sie Ihren Kommentar hier ein:

Name

E-Mail (wird nicht angezeigt)

Homepage

Ihr Kommentar (HTML möglich)

Daten merken
Benachrichtigung bei Antworten

Hinweis: Der Kommentar wird von einem Moderator geprüft.

Nach oben

1358 Einträge, 12016 Kommentare
Seite generiert in 0.5157 Sekunden bei 147 MySQL-Queries
24 Lehrer/innen online (3 min Timeout / 209 )

Anzeige

Banner: Dienstunfähigkeitsversicherung für Lehrer bei versicherung900