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“Bild” kommt mit alter Rechtschreibung nicht klar: Unterrichtsvorschlag

Um die allgemeine "Verunsicherung" zu stoppen hat die Bildzeitung ("Bild D/dir D/deine Meinung") am 3. Oktober 2004 auf die alte Rechtschreibung umgestellt (wir berichteten). Aber es will nicht klappen. Ein Unterrichtsvorschlag.

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Eingetragen am 19.10.2004, 08:57 Uhr in Deutschunterricht | Neue Rechtschreibung | Rechtschreibung |

2 x kommentiert, 206 x gelesen in 2012. Diesen Beitrag kommentieren.

Vorschau BILDblog - Rechtschreibfehler in der Bild

Zwei besonders hübsche Fehler listet das scharfzüngige “BILDblog” auf. Beachten Sie bitte, dass die Bildzeitung bisher zu den rechtschreibstärksten Zeitungen in Deutschland gehörte - wir haben in der alten, neurechtgeschriebenen Bild noch nie einen Rechtschreibfehler entdeckt (bei allerdings nur sporadischem Konsum). Man ziehe seine Schlüsse selbst.

Unterrichtsvorschlag

Einstieg (Unterrichtsgespräch)
Vorzeigen einer Bildzeitung. Hinführung im Unterrichtsgespräch: Bild erscheint wieder in der alten Rechtschreibung; in Deutschlands Medienwelt gibt es zur Zeit zwei Rechtschreibvarianten; Gründe des Springerverlags für die Rückkehr zur alten Rechtschreibung.

Erarbeitung (Einzelarbeit/Partnerarbeit)
Schüler/innen suchen in Artikeln der Bild nach Schreibweisen, die nach der neuen Rechtschreibung als Fehler gelten, und listen sie auf. Dabei darf jede Regel nur einmal kritisiert werden. Jede/r Schüler/in soll am Ende dieser Phase mindestens 5 verschiedene Regelverstöße gefunden haben. Diejenigen, die früher fertig sind, suchen Wörter, die intentionswidrig in der neuen Rechtschreibung geschrieben sind.
Benutzen Sie für die Arbeit entweder den Computerraum (unter Nutzung von bild.de) oder mitgebrachte Bildzeitungen. Tipp: Kaufen Sie eine Computer- oder Autobild, kostet ca. 2-3 Euro, jede/r Schüler/in bekommt ein paar Seiten - die Ersparnis gegenüber 5-6 Bildtageszeitungsexemplaren beträgt einige Euro, und der Kaufvorgang am Kiosk verläuft nicht ganz so peinlich.

Erarbeitung 2 (Partnerarbeit/Gruppenarbeit)
In Gruppen wird eine schöne Liste erstellt mit den Kategorien “Beispiel: alt”, “Beispiel: neu”, “Regel”. Für die Regelformulierung kann z.B. canoo.net benutzt werden (wir berichteten). Wenn der Unterricht im Computerraum stattfindet, wird die Liste mit einem Textverarbeitungsprogramm erstellt.

Auswertung (Schülerpräsentation)
Die Schüler/innen präsentieren ihre Ergebnisse entweder als Kurzvorträge oder über den Beamer. Findet die Arbeit mit Textprogrammen statt, startet man am Schluss der Stunde zur allgemeinen Belustigung über den Beamer die Rechtschreibprüfung.

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2 Kommentare von Lehrerfreund/innen

(#1) Heribert Pröbsting meinte am 14.01.2005, 17:11 dazu:
" 

Welch ein ärmlicher Versuch der Fortschrittgläubigkeit. Haben die blinden Befürworter der der Dummheit vorschubleistenden Rechtschreibreform keine besseren Argumente?
H.Pröbsting

(#2) Christian Lindemann meinte am 18.03.2006, 13:30 dazu:
" 

Genaugenommen (Genau genommen?) müßte (müsste?) jene Schreibweise, über die Herr oder Frau Lehrerfreund hier entsprechendes Mißfallen (Missfallen?) kundtut (Kund tut?), nach der Logik der Rechtschreibungsumformer richtig sein - handelt es sich doch um eine langgezogene (lang gezogene?) erste Silbe “meiß-/meis-” mit scharf ausgesprochenem Schluß-s (Schluss-s?), dicht gefolgt von der durch die neue st-Trennungsregel* getrennten zweiten Silbe “-ten”.

Wenn ich Abgeordneter wäre und meinte, dem Volk in dieser Sache meinen zwar unsinnigen, aber kultusbürokratisch oder gar parteipolitisch wichtigen Willen aufzwingen zu müssen, würde ich also der KMK schleunigst (schläunigst?) nahelegen (nahe legen?), diesen Umstand in der zu erwartenden nächsten Reformreformreformrunde mit einzupflegen (ein zu pflegen?).

Weil ich jedoch keiner dieser sogenannten (so genannten?) Volksvertreter und daher wohl so manches Mal machtlos (Macht los?) bin, muß (muss?) ich eben schreiben, wie ich es einst in der Schule gelernt habe (“mei-sten”), und nicht etwa so, wie es - vermutlich überhaupt nur als Folge der Mutter aller Reformen - in jener Zeitung zu finden war, die Herr oder Frau Lehrerfreund nun so gern als Unterrichtsmaterial respektive so wörtlich “zur allgemeinen Belustigung” heranziehen (heran ziehen?) möchte.

Im übrigen (Im Übrigen?) könnte sich Herr oder Frau Lehrerfreund möglicherweise (möglicher Weise?) auch mithilfe (mit Hilfe?) von althergebrachten (alt hergebrachten? alt her gebrachten?) Diktaten und anschließenden Korrekturen daran orientieren, wie der jeweilige orthographische Kenntnisstand der eigenen ABC-Schützinnen und -Schützen ist.

Ich kann mir durchaus vorstellen, daß (dass?) Diktatkorrekturen heutzutage (heut’ zu Tage?) ebenfalls reichlich Anlaß (Anlass?) geben, sich schlappzulachen (schlapp zu lachen?).

Mit freundlichen Grüßen
Christian Lindemann

*Trenne ruhig unter anderem “st”, denn es tut ihm ganz bestimmt nicht mehr weh (Weh?)!


Aus aktuellem Anlaß (Anlass?) noch ein wichtiger Tip (Tipp?):
http://deutscherelternverein.de

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