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Niemand will mit dicken Kindern befreundet sein

Das Klischee vom dicken, einsamen Kind scheint nicht aus der Luft gegriffen: Eine Forschergruppe der Universität Tübingen hat in einer Studie herausgefunden, dass die meisten Kinder nicht mit fettleibigen Kindern spielen wollen. Als Lehrer/in sollte man dringend intervenieren.

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Eingetragen am 29.01.2009, 13:20 Uhr in Jugendliche | Newsticker |

2 x kommentiert, 247 x gelesen in 2012. Diesen Beitrag kommentieren.

Die Forschergruppe ...

[...] legte 454 Kindern im Alter von zehn bis 15 Jahren eine Vielzahl von Fotografien vor. Darauf abgebildet: Normalgewichtige Jungen und Mädchen, Kinder im Rollstuhl und fettleibige junge Menschen. Die Probanden sollten angeben, ob sie mit den auf den Fotos abgebildeten Kindern gerne spielen würden und ob sie die dargestellten Personen klug und sympathisch fänden.
Das Ergebnis: Fettleibige Kinder haben einen sehr geringen sozialen Status – kaum jemand möchte mit ihnen spielen. Sie werden für weniger sympathisch und für unintelligenter gehalten als normalgewichtige oder körperbehinderte Kinder.

HWelt 28.01.2009: Mit übergewichtigen Kindern will niemand befreundet sein

Adipöse Kinder werden der Studie nach häufiger für unsympathisch, dumm und faul gehalten. Ein trauriges Beispiel für den Halo-Effekt: Eine auffällige Persönlichkeitseigenschaft (die sozial geächtete Fettleibigkeit) wird unreflektiert auf andere Persönlichkeitsmerkmale übertragen (Intelligenz, Sympathie ...).

Das ist kein Wunder - 12- bis 19-Jährige verbringen laut JIM-Studie 2008 (pdf) durchschnittlich mehr als zwei Stunden vor dem Fernseher; dort konsumieren sie sympathische, geliftete Moderator/inn/en mit künstlichem weißen Gebiss und fette Asoziale in Gerichtsshows. In Spielfilmen sind die Dicken bestenfalls auf tolpatschige Art unterhaltsam. Diese mediale Illusion hat nicht mehr viel mit der Realität zu tun, in der weit über die Hälfte aller Deutschen zu dick ist (Spiegel Online 19.04.2007: Fettleibigkeit in Europa - Deutsche haben in Moppel-Liga den Bauch vorn.).

Model vor und nach der Retusche

Wer als Lehrer/in nur ein Minimum an pädagogischer Mission in sich spürt, reagiert in der Schule/im Unterricht entsprechend: Dulden Sie keine Hänseleien in diese Richtung (wie auch gegenüber Schwulen, Behinderten oder Migrant/inn/en), indem Sie unverbindlich dazu lächeln und mit dem Satz des Pythagoras fortfahren. Sorgen Sie in Gruppenarbeit dafür, dass Dicke integriert werden. Lästern Sie permanent über die falschen Frontzähne von Claudia Schiffer, Tom Cruise oder Naomi Campbell (ktipp.ch 10/2001: Perfekt lächeln wie ein Hollywood-Star).

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2 Kommentare von Lehrerfreund/innen

(#1) Achim meinte am 30.01.2009, 0:10 dazu:
" 

Ausgrenzung trifft—wie richtig angemerkt—nicht nur dicke Kinder: Auch finanziell schlecht versorgte Kinder, Kinder mit hinkendem Vater oder sogar einfach nur anders angezogene Kinder (Johnny hat nen Eierkopf wegen einer modischen Mütze)  werden gerne ausgegrenzt und gemobbt.
Kinder imitieren die Erwachsenen—ist denn die Erwachsenenwelt ihrerseits von Toleranz durchsetzt? Oder spielen Aus- und Abgrenzung nicht in breiten Teilen der Gesellschaft eine große Rolle, eine Ausgrenzung manche sich gerne derart hindrehen, dass man sich öffentlich selbst als “ich bin da schon tolerant” bezeichnet?

(#2) Mister M. meinte am 30.01.2009, 18:58 dazu:
" 

Schule als Reparaturbetrieb gesellschaftlicher Fehlentwicklungen. Für diese Empfehlung braucht es eine teure “Studie” Tübinger “Forscher”? Das Geld dafür hätte so manche Schule dringender gebraucht.

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