“Die Konferenz” (ARD digital, 12.11.2005 u.ö.)
Ein wohl sehr sehenswerter Film, in dem der Menschenschlag "Lehrer/in" im Mittelpunkt steht. Buch u.a. Bodo Kirchhoff.
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Eingetragen am 11.11.2005, 09:12 Uhr in Nachrichten |
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Soeben erreicht uns von einer berufenen Informantin der Hinweis, dass der Film “Die Konferenz” sehr sehenswert sei. Leider wird er in nächster Zeit nur noch in ARD digital ausgestrahlt, dafür dort häufiger (s.u.), wir freuen uns über die Zusendung einer Kopie. Der Film soll zu Anfang etwas schwerfällig abheben, dann aber beeindruckend und subtil die Realität der Lehrerzimmer interpretieren.
An einem kalten Winternachmittag versammeln sich neun Lehrer im Besprechungsraum ihres Gymnasiums. Eine schwere Aufgabe steht ihnen bevor: Einer ihrer Schüler, Viktor Leysen, vor kurzem volljährig geworden, wird von der Mutter seiner Mitschülerin Tizia beschuldigt, er habe die 17-Jährige vergewaltigt. Nach der gemeinsamen Theaterprobe in der Schule soll es passiert sein. Aussage steht gegen Aussage. Ein Teil der Lehrer sieht in Viktor den aufmüpfigen Querulanten, der öfters durch unangemessenes Verhalten gegenüber Lehrern und Mitschülern aufgefallen sei. Anderen Lehrern gilt er als ausgezeichneter Schüler, aufgeweckt und intelligent, einer, von denen man gerne mehr hätte.
Ausgehend von dieser schweren Entscheidung, die das Lehrerkollegium unbedingt an diesem Tag fällen muss, begegnen sich neun Menschen in einem geschlossenen Raum in einer nie erlebten Art und Weise. Alte Schulden, Verletzungen, Tabus, Hass und Liebe brechen auf und machen eine rationale Entscheidung fast unmöglich. Ein Schuldrama, das die menschliche Erscheinungsform ‘Lehrer’ in den Mittelpunkt stellt.
Buch: Bodo Kirchhoff, Liane Jessen
Regie: Niki Stein
Ausstrahlungstermine auf ARD digital:
Freitag, 11.11.2005, 02:00 Uhr
Samstag, 12.11.2005, 20:15 Uhr
Sonntag, 13.11.2005, 12:00 Uhr
Montag, 14.11.2005, 06:00 Uhr
Montag, 14.11.2005, 12:00 Uhr
Dienstag, 15.11.2005, 10:30 Uhr
Mittwoch, 16.11.2005, 09:00 Uhr
Donnerstag, 17.11.2005, 07:30 Uhr
Freitag, 18.11.2005, 06:00 Uhr
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7 Kommentare von Lehrerfreund/innen
Ich habe den Film gesehen und fand ihn furchtbar. Sämtliche Klischees und Vorurteile über Lehrer werden aufgerollt - und das über einer wirklich dünnen Story.
Leider kann man CC nur zustimmen.Der Film variiert Sidney Lumets Klassiker “Die 12 Geschworenen” und verschiebt ihn ins Lehrerzimmer. Eine Jahrgangsstufenkonferenz soll darüber befinden, ob ein Schüler auf der Schule bleiben kann, der eine Mitschülerin vergewaltigt haben soll. Die “Konferenz”, die - nebenher bemerkt - jedweder realistischen schulrechtlichen Grundlage entledigt ist, verkommmt zu einem Tableau umfassender pädagogischer Inkompetenz und menschlicher Verletzungen. Um den Tisch haben sich nicht Lehrer versammelt, sondern Seelenkrüppel - und das im Rahmen einer filmischen Dramaturgie, die nun wirklich kein Klischee auslässt. Dass das Drehbuch eine Lehrerin-Biographie entwirft, deren eigenes Vergewaltigungstrauma in der Konferenz ausbricht und handlungsbestimmend wird, wird an Peinlichkeit nur noch dadurch übertroffen, dass sie mit ihrem Ehemann, der als Kollege neben ihr am Tisch sitzt, darüber nie hat sprechen können, weil er ein weichgespülter 68er ist. Um keinen falschen Eindruck entstehen zu lassen: Das Beispiel dient nicht der Hervorhebung eines Einzelfalls, sondern markiert nur die Spitze des Eisbergs. Das Klischee über den Lehrer feiert in dem Film fröhliche Urständ und ist eigentlich nur eines: unerträglich!
Komisch eigentlich: es wird so viel über Lehrer geredet und gelästert, es gibt über kaum eine Berufsgruppe so viel Vorurteile - und dennoch ist kein Berufsstand im Film weniger vertreten als dieser.
Der Film “Die Konferenz” spiegelt genau das wider, was in der Schule passiert (passieren könnte) und wie sich Lehrer verhalten (würden), wenn sie angegriffen werden und eine deratige Situation zu bewältigen ist. Sicherlich bedient sich der Film einiger Klischees, aber welcher Film tut das nicht?! Ich fand ihn sehr, sehr sehenswert und gleichzeitig zeigte auch, dass Lehrer eben auch nur Menschen sind, mit Gefühlen und Problemen wie jeder andere. Schulrecht hin oder her, der Mensch sollte an erster Stelle stehen.
Natürlich bedient sich der Film diverser Klischees. Dies ist doch sogar ein entscheidendes Stilmittel, um rüber zu bringen, dass die Schüler das Spiegelbild der Erwachsenenwelt sind.
Ein erstklassiger Film, ein authentisches Buch, professionelle Regie - und erst mal die Riege der 1-A-SchauspielerInnen… Alles in allem ein einmaliges Filmereignis. Danke dafür.
Ich saß heute mittag mal wieder in einer Zeugniskonferenz und betrachtet mir so die Kollegen - und kam mir vor wie im Film “Die Konferenz”...
Ich habe gehört dass dieser Film sehr gut ist und dann wollte ich den Film downloaden. Habe alle Torrentseiten gesucht, aber habe nichts gefunden. Weiß jemand wo ich diesen Film bekommen könnte?
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