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Viele Schulen sind lernunfreundlich

Schule und Klassenzimmer - der »Dritte Pädagoge«

Foto eines Klassenzimmers

Schulen und Klassenzimmer meist hässlich und steril - und damit ungeeignet für lustvolles, freudiges Lernen. Unterzeichnen Sie die "Müsteraner Erklärung", um eine schüler- und lernfreundliche Baukultur zu fördern.

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Eingetragen am 27.04.2009, 14:32 Uhr in Newsticker |

2 x kommentiert, 504 x gelesen in 2012. Diesen Beitrag kommentieren.

Direkt zur Unterzeichnung der Münsteraner Erklärung. Zur Sammlung von Unterschriften gibt es hier (unten auf der Seite) eine entsprechende Unterschriftenliste.

Die meisten Schulen sind lernunfreundlich

Geben Sie in der Google-Bildersuche den Begriff “Klassenzimmer” ein, dann erhalten Sie schon auf der ersten Ergebnisseite ein ziemlich vollständiges Bild von dem, was ein typisches Klassenzimmer ausmacht: steril, ungemütlich, lebensfern.

Screenshot: Google-Bildersuche - Ergebnisse zu 'klassenzimmer' (Vorschaubild, Ausschnitt)

Natürlich gibt es - gerade in Grundschulen oder freien Schulen - auch gemütliche, hübsche Klassenzimmer. Grundsätzlich sind die meisten Schulen jedoch in architektonischer Hinsicht ein Verbrechen am guten Geschmack und ästhetischen Empfinden. Matti Meri, Professor für Didaktik in Helsinki (Finnland), findet, dass Schulen in Deutschland aussehen wie “Krankenhäuser” (Lehrerfreund 30.08.2006: Interview mit finnischem Lehrerausbilder).

Münsteraner Konvent und Münsteraner Erklärung

Beim “Münsteraner Konvent” (20.-22.03.2009) haben sich 400 Pädagog/innen, Architekt/innen, Eltern etc.  getroffen, um über den Umbau von Schulen und anderen Bildungseinrichtungen zu Lernlandschaften zu beraten. Der Missstand wird so umrissen:

Der Raum wurde bisher in seiner Bedeutung für die Bildung unterschätzt. Er ist der “dritte Pädagoge“, neben den Erwachsenen und den anderen Kindern und Jugendlichen.

Heute sind Schulräume meist Container, in denen Fächer unterrichtet werden, nicht Schüler. In der ästhetischen Verwahrlosung der Orte findet die innere Abwesenheit vieler Schüler und Lehrer ihren Ausdruck.

Der Umbau der Schulen und anderer Bildungshäuser zu Lernlandschaften ist angesichts der Krise noch dringender geworden. Wie die Finanzwirtschaft, die auf Bluff gesetzt hat, verführen manche Schulrituale dazu Wissen vorzutäuschen: Es wird dann nur für die Prüfung gelernt und schnell wieder vergessen. Nachhaltiges Lernen braucht Räume, die dazu einladen, hellwach und ganz gegenwärtig zu sein.

Auszug aus der Münsteraner Erklärung 2009 (pdf), auch unter adz-netzwerk.de - Münsteraner Erklärung zur Erneuerung der Schulen und anderer Bildungshäuser erreichbar

Auf dieser Erkenntnis aufbauend wünschen sich die an der Initiative Beteiligten mehr Sensibilität für die Wichtigkeit des “Dritten Pädagogen” und - fast genau so wichtig - entsprechende Investitionen seitens der Politik:

Das Konjunkturprogramm II von Bund und Ländern stellt 8,6 Milliarden Euro für Schulen und andere Bildungseinrichtungen bereit. Wir sehen darin eine Chance, überfällige Sanierungen mit baulicher und pädagogischer Erneuerung zu verbinden. Wir fordern Politiker auf, diesen Weg zu ermöglichen und das Geld nicht nur für Wärmedämmung und andere „energetische Maßnahmen“ frei zu geben. [...]

Dazu gehört, ungewöhnliche Projekte zu fördern. Zum Beispiel, wenn ein Polier in Rente Schüler beim Bau von Außenanlagen anleitet oder wenn Eltern eine verlassene Fabrik mit Handwerkern und Künstlern zur Erweiterung ihrer Ganztagsschule umbauen.

Wir stimmen mit Bildungsministerin Annette Schavan darin überein, dass jede Schule zumindest so schön und so gut ausgestattet sein muss wie die schönste Sparkasse der Stadt.  Wir halten dieses für ein Bewertungskriterium, das manche andere überflüssig macht.

Auszug aus der Münsteraner Erklärung 2009 (pdf), auch unter adz-netzwerk.de - Münsteraner Erklärung zur Erneuerung der Schulen und anderer Bildungshäuser erreichbar

Die Verantwortlichen weisen darauf hin, dass es nicht darum geht, verrückte Kunstideale oder eine dekadente Kuschelpädagogik zu verwirklichen. Und tatsächlich: Viele Schüler/innen sind froh, wenn die Schule vorbei ist und sie wieder draußen sind. Diese Dynamik entsteht in einer Wechselwirkung aus baulicher, bürokratischer und bildungscurricularer Sterilität.
Unterstützung verdient, wer einen Ausbruch aus diesem neoindustriellen Wahnsinn sucht:

Zur Sammlung von Unterschriften gibt es hier (unten auf der Seite) eine entsprechende Unterschriftenliste.

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2 Kommentare von Lehrerfreund/innen

(#1) Sulman meinte am 22.05.2009, 23:50 dazu:
" 

Wenn man sich an Feng Shui orientiert, sind Klassenzimmer wahre Verbrechen. Energiekanäle zwischen Türen und Fenstern, nackte Wände, harte Ecken - hier könnte man viel verbessern.

Das Problem an architektonischen Maßnahmen wie in diesem Artikel erwähnt ist die Tatsache, dass es zu teuer wird Räume in “herkömmlicher” Weise umzubauen. Durch einfache (und in aller Regel höchst preisgünstiger) Feng Shui Maßnahmen ließe sich aus den meisten Schulen ein angenehmer, lernfreundlicher Ort gestalten!

(#2) Stefan Schopf meinte am 23.01.2010, 22:08 dazu:
" 

Der dritte Pädagoge. Ich sage nur zu viele Köche verderben den Brei.
question

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