Künast: Arbeitslose Köche mit Ein-Euro-Jobs an Schulen
In einem Interview mit der Berliner Zeitung schlägt Renate Künast vor, arbeitslose Köche im Rahmen der Ein-Euro-Jobs als Ernährungsberater an Schulen zu schicken.
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Eingetragen am 19.01.2005, 20:30 Uhr in Nachrichten |
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Ausgangspunkt des Gedankens ist die zunehmende Übergewichtigkeit von Kindern und Jugendlichen, hervorgerufen durch mangelnde Bewegung und falsche Ernährung. Künasts Interesse ist nicht nur moralisch begründet:
Eigentlich keine schlechte Idee - müssen wir doch Tag für Tag sehen, wie die Kinder in der Morgendämmerung überproportionale Colaflaschen aussaufen und fettiges Zuckerzeug vom Bäcker in sich hineinfressen. Denen (sowohl den SchülerInnen als auch den BäckerInnen) täte etwas Ernährungsberatung sicher gut, wenn es zuhause schon nicht klappt.
Doch ach! Naiv, wer PolitikerInnen nur hehre Motive unterstellt (obwohl die Künast ja eigentlich zu den Guten gehört). Rund 5% aller eigentlich abzuhaltenden Schulstunden fallen im Regelbetrieb aus - im Wesentlichen auf eine kurzsichtige (=jeweils auf vier Jahre angelegte) Bildungspolitik zurückzuführen. Neueste Zahlen: 5,8 Millionen Stunden Unterrichtsausfall/Jahr in NRW. Da könnte dann natürlich schon mal der 1-Euro-Koch einspringen und etwas Ernährungsberatung machen. Und schon ist die Ausfallquote gesenkt. It’s so easy.
- Interview der Berliner Zeitung mit Renate Künast, 17.01.2005 - Alternativlink zum Interview
- Kölnische Rundschau: 5,8 Millionen Stunden Unterrichtsausfall jährlich in NRW
- Homepage von Renate Künast
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2 Kommentare von Lehrerfreund/innen
Es ist nun zehn Jahre her, daß ich meine Beamtenlaufbahn beendete. Nach 25 Jahren drohte mir der endgültige Kollaps meiner Kreativität. Inzwischen habe ich den Dreh raus, auf amazon und ebay mit gebrauchtem Kulturgut und Wissen zu handeln - ohne behördlich angeordnete Anleitung und finanzielle Unterstützung.
Die Künast mag ja sonst ganz gut sein - aber solche Eintagsfliegen zu produzieren finde ich eine politisch motivierte Unverschämtheit.
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