Interview mit Heinz Klippert
Heinz Klippert ist die unangefochtene Autorität, was Teamentwicklung und systematische Förderung von Methodenkompetenz im Klassenzimmer angeht. Im interessanten Interview mit der Zeit fasst er seine grundsätzliches Konzept zusammen.
Heinz Klippert ist Bestsellerautor - aus der Referendarsausbildung sind Werke wie Teamentwicklung im Klassenraum, Kommunikationstraining
oder Methoden-Training
nicht mehr wegzudenken.
Was Heinz Klippert von der Masse der meisten MethodenbeschreiberInnen abhebt, ist sein Ansatz: SchülerInnen sollen systematisch lernen, im Team zu arbeiten. Dazu brauchen Lehrpersonen entsprechende Lehrkompetenzen, die er in seinen Vorträgen und Büchern vermittelt:
Klippert: Heute müssen Lehrer ihren Schülern grundlegende Fertigkeiten erst einmal beibringen, damit das Lernen effektiver wird. Dazu gehören zielgerichtetes Lesen und Exzerpieren, in Gruppen arbeiten, genaues Zuhören, strukturiertes Vortragen et cetera. Indem die Schüler solche Fertigkeiten systematisch einüben, werden sie befähigt, in eigener Regie zu arbeiten und die Lehrer zu entlasten. Schüler haben enorme Potenziale, sie können sich gegenseitig helfen, anspornen und disziplinieren. Doch anstatt diese Fähigkeiten zu nutzen, setzen wir immer noch auf die anstrengende Rolle des Lehrers als Alleinunterhalter. [...]
Wir arbeiten mit so genannten Lernspiralen. Das sind mehrstufige Verfahren, um den jeweiligen Lernstoff zu durchdringen. Nach dem Lehrervortrag folgt nicht das bekannte »Lehrer fragt, Schüler antworten«-Verfahren, sondern erst einmal eine Art organisierte Nachhilfe. Dabei helfen sich die Schüler gegenseitig, Begriffe zu klären und das Wesentliche herauszuarbeiten. Dann kommt eine Anwendungsphase, in der die Schüler den Lehrervortrag zusammenfassen müssen, etwa als Stichwortkarte oder Tabelle. Mit Hilfe dieses Strukturmusters müssen sie nun einem Zufallspartner gegenüber einen kleinen Vortrag halten. Anschließend werden einzelne Schüler ausgelost, um ihren Vortrag nochmals im Plenum zum Besten zu geben. Der Vorteil des Verfahrens: Die Schüler sind konsequent beschäftigt, niemand kann sich wegducken.
ZEIT: Sie setzen viel auf Gruppenarbeit. Damit haben viele Lehrer jedoch schlechte Erfahrungen gemacht.
Klippert: Weil sie ihren Schülern nicht beigebracht haben, im Team zu arbeiten. [...] Häufig scheitert Gruppenarbeit schon an der Zusammensetzung der Gruppen. Wenn sich immer nur diejenigen zusammentun, die nebeneinander sitzen, entstehen zu homogene Gruppen, in denen wenig gelernt wird. Wir dagegen lassen losen oder abzählen, sodass sich die Gruppen immer wieder mischen.
ZEIT: Und wie verhindern Sie, dass nicht nur einer in der Gruppe arbeitet und die anderen davon profitieren?
Klippert: Auch hier hilft das Zufallsprinzip. Da zum Beispiel per Los entschieden wird, wer präsentieren muss, kann sich niemand in seiner Gruppe nur passiv verhalten.
zeit.de 30.03.2006: Es klippert die Schule, Hervorhebungen Lehrerfreund
Links
- Interview mit Heinz Klippert bei zeit.de, 30.03.2006: “Es klippert die Schule”
- Dokumentation zum Kongress “Unterricht im Wandel” - dort Grundsatzreferat von Heinz Klippert als Video zum Download (asf, 132MB).
Empfehlenswerte Bücher von Klippert
Beitrag vom 01.04.2006, 20:15 | diesen Beitrag versenden
Dokumentation zum Kongress “Unterricht im Wandel"
Bei mir kommt nur "Fehlanzeige"
http://fp.tsn.at/eva/programm.htm
FMeinhardt
 
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