Entlastung beim Korrigieren
Korrektur von Deutscharbeiten wird mit Excel leichter
Beim Korrigieren von Klassenarbeiten kann eine gut konfigurierte Excel-Tabelle eine Menge Korrekturarbeit übernehmen - das betrifft auch und besonders das Fach Deutsch. Sie finden hier eine Anleitung, wie Sie sich durch die Verwendung eines differenzierten Bewertungsrasters die Korrektur von (Deutsch-)Arbeiten erleichtern.
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Eingetragen am 10.06.2009, 23:07 Uhr in Korrigieren | Deutschunterricht |
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In Klassenarbeiten werden unterschiedliche Leistungsbereiche geprüft, die sich in verschiedenen Teilaufgaben manifestieren oder übergreifend bewertet werden (sprachliche Leistungen, äußere Form usw.). Als Rückmeldung für die Schüler/innen ist es oft sinnvoll, einen Kommentar zur Arbeit bzw. zum allgemeinen Leistungsstand zu verfassen.
Bei der Erfassung dieser Leistungsbereiche kann eine Tabellenkalkulation wie Excel außerordentlich erleichternd sein.
Grundlagen ökonomischen Korrigierens
Aus Ökonomiegründen verzichten viele Lehrkräfte beim Korrigieren auf ein differenziertes Bewertungsraster. Sobald man jedoch ein solches entwickelt hat, sinken die kognitiven Anforderungen an den Korrekturprozess, da einzelne Bereiche beim Korrigieren fokussiert und separat bewertet werden. Dies erleichtert auch das Verfassen eines sinnvollen Kommentars ungemein. Die wahre Ökonomie besteht also darin, möglichst viele Bereiche differenziert zu bewerten und Excel den Rest machen zu lassen.
Mögliche Bewertungskriterien:
Die folgenden Ausführungen sind unabhängig von der Verwendung einer Tabellenkalkulationssoftware. Allerdings nimmt bei handschriftlicher Korrektur der Aufwand überhand, wenn mehr als vier getrennte Leistungsbereiche erfasst werden.
Bewertungskriterium: Teilaufgaben
Nach Möglichkeit werden, sofern vorhanden, alle Teilaufgaben getrennt bewertet. Das bedeutet, dass jeder Teilaufgabe eine eigene Punktzahl oder Note zugewiesen wird.
Bewertungskriterium: Definierte Textteile
In manchem Aufsatzformen kann es sinnvoll sein, einzelne Abschnitte separat zu bewerten. Wurde z.B. für die Erörterung die Erstellung einer Einleitung oder eines Schlusses geübt, werden Einleitung und Schluss separat bewertet.
Bewertungskriterium: Unterrichtsinhalte
Eine alte Grundregel der Notengeberei besagt: Bewerte nur das, was zu lernen deine Schüler/innen bei dir die Möglichkeit hatten. Deshalb können im Unterricht erworbene Kompetenzen separat bewertet werden (z.B.: Berücksichtigung eines Aufbauschemas; Aufbau von Argumenten; korrekte/sinnvolle/angemessene Verwendung von Zitaten; Qualität und Durchführung einer Gliederung).
Bewertungskriterium: Sprache/Form
Bei Aufgaben der sprachlichen Fächer wird stets auch die sprachliche Leistung bewertet. Deshalb wird sie als eigenes Bewertungskriterium festgehalten, evtl. aufgeteilt in mehrere Bereiche.
Umsetzung in Excel
Für jeden Bewertungsbereich wird eine eigene Spalte eingerichtet. Im folgenden Bild ist diese Möglichkeit dargestellt für das Beispiel einer dialektischen Erörterung. Hier werden als Bewertungskriterien angelegt: Qualität der Argumente, Formulierung der Argumente, Gliederung des Gesamttexts, Einleitung, Schluss, logische Verknüpfung der Argumente (inhaltlich/stilistisch), Sprache.

Mit etwas Übung lassen sich sämtliche Zellen nach einmaliger Lektüre der Klausur schwungvoll ausfüllen.
Gewichtung der Endnote
Die Berechnung der Endnote erfolgt zwar automatisiert, ist jedoch von kniffliger Vorarbeit begleitet: Die Bewertungskriterien müssen in ein sinniges Gewichtungsschema gebracht werden.
Dazu empfiehlt sich eine externe Aufstellung der Gewichtung auf dem gleichen Tabellenblatt, im aktuellen Beispiel:
Argumente: 20%
Formulierung: 20%
Gliederung: 10%
Einleitung: 10%
Schluss: 10%
Sprache: 20%
Logik: 10%
Über die Summenfunktion lassen sich die Prozentzahlen automatisch zusammenrechnen. Damit ist stets offenbar, ob die einzelnen Gewichte zusammen 100% ergeben. Wenn sich während der Korrektur herausstellt, dass ein Leistungsbereich (z.B. Schluss) so schlecht ausfällt, dass Zweifel an der Effektivität des eigenen Unterrichts aufkommen, sollte die Gewichtung entsprechend modifiziert werden.
Die Endnote wird dann unter Bezug auf die eingegebenen Prozentwerte berechnet, im aktuellen Fall mit =RUNDEN(D2*$B$29+E2*$B$30+F2*$B$31+G2*$B$32+H2*$B$33+I2*$B$34+J2*$B$35;1), wobei die $-(absoluten)-Zellen für die Prozentzahlen stehen, die Zellen der zweiten Reihe für die einzelnen Leistungen der Schüler/innen. (Zum automatischen Runden von Noten siehe die Kommentare zu Noten ausrechnen mit Excel/Tabellenkalkulation.)

Notenvergabe als pädagogischer Akt
Durch dieses Vorgehen wird der kognitive Apparat beim Korrigieren entlastet. Allerdings sollte man sich nicht blindlings auf die mathematische Wahrheit verlassen. Gerade wenn beispielsweise einige Leistungsbereiche durchgängig sehr schlecht ausfallen, ist zu hinterfragen, ob der Unterricht es überhaupt ermöglicht hat, hier eine gute Leistung zu erbringen. Im Zweifelsfall wird dieser Leistungsbereich schwächer gewichtet, in weitere Bereiche aufgeteilt oder ganz ersetzt.
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1 Kommentare von Lehrerfreund/innen
Hi, ich hoffe, der Hinweis auf eine Excel-Benotungshilfe, die kostenlos allen Kollegen zur Verfügung steht, ist an dieser Stelle erlaubt. Der “Zensurenermittler” bietet auch die Möglichkeit, die hier angeregten Kriterien zu nutzen - und dann sogar den SuS individuell auszudrucken - ohne weitere Excel-Kenntnisse. Unter http://www.herrdiel.de/zensurenermittler finden Sie u.A. ein Info-Video.
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