Kreatives Schreiben: Analyse einer literarischen Vorlage
Beim Kreativen Schreiben nach einer literarischen Vorlage muss diese zunächst analysiert werden. Dadurch gestalten sich sowohl Schreibprozess als auch Bewertung des Ergebnisses flüssiger. Eine Folie/Arbeitsblatt mit den relevanten Analysekategorien.
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Eingetragen am 21.03.2006, 19:18 Uhr in Deutschunterricht | Neue Formen im DU | Kreatives Schreiben |
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Die in der Schule am häufigsten durchgeführte Form des Kreativen Schreibens ist das Schreiben nach einer literarischen Vorlage. Grundsätzlich werden folgende zwei Varianten unterschieden:
- Einen Text als Aufhängepunkt für eine kreative literarische Leistung benutzen. Dazu gehört z.B.: Vorgeschichten/Fortsetzungen schreiben, Parallelgeschichten erfinden ...
- Einen Text durch eigene Textproduktion interpretieren. Dazu gehört z.B.: Vorgeschichte/Fortsetzung schreiben, Perspektivenwechsel, Wechsel der Gattung (-> Tagebucheintrag, Reportage, innerer Monolog o.ä.).
In beiden Fällen bildet die literarische Vorlage den Dreh- und Angelpunkt sowohl des Schreibprozesses als auch der Leistungsbewertung: “Passt” der neu verfasste Text nicht zur Vorlage, ist der Schreibversuch fehlgeschlagen (explizit ausgenommen: freies literarisches Schreiben, bei dem Texte als Quell der Inspiration verwendet werden oder Schreibhemmungen beseitigt werden sollen).
Die Verbindung zwischen Vorlage und Ergebnis erfolgt über ein Raster von Analysekategorien, als da wären: Erzählstil und Sprache, Ort, Zeit, Personen/Charaktere, Personenkonstellation, Konflikt/Problem/Thema, Textsorte, Erzählperspektive.
Damit ein der Vorlage adäquater Text entstehen kann, müssen solche Merkmale erkannt und konsequenz aus-/weitergeführt werden. In wenigen, anspruchsvollen Fällen (z.B. Gegentext) ist auch eine Verkehrung ins Gegenteil möglich.
Vorschlag: Einsatz im Unterricht
Die Kategorien werden vorgestellt oder erarbeitet (Folie/Arbeitsblatt). Ähnlich wie die Lehrerfreund-Kriterienraster zur Szenenanalyse beim Drama und zur Interpretation fiktionaler Texte werden die einzelnen Kategorien im Unterrichtsverlauf sukkzessive behandelt. Je nach Klassenstufe und -niveau sollte man für die acht Kategorien ca. 6-10 Stunden einplanen. Die einzelnen Punkte werden dabei an beliebigen literarischen Vorlagen besprochen und geübt. Wichtig ist dabei, dass permanent Kreativaufträge gestellt werden, die dann auch (von den anderen SchülerInnen) hinsichtlich der bereits behandelten Kategorien bewertet werden.
Jede besprochene Kategorie wird auf der Folie als “behandelt” markiert. Abhängig vom Unterrichtsstil können auf dem Arbeitsblatt zu den einzelnen Kategorien Notizen oder Ergänzungen vermerkt werden.
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