Neue Spicktechnologien, Teil II
Mini-Ohrhörer - Jede Prüfung bestehen ohne zu lernen
Perfekt schummeln: Zu den ganz modernen, exklusiven Spicktechnologien gehört die Verwendung von kabellosen Kommunikationssystemen, die mit fast unsichtbaren In-Ohr-Lautsprechern arbeiten. So kann sich jeder die Prüfung vom großen Bruder in die Feder diktieren lassen. Allerdings ist der Spaß nicht ganz billig.
Diesen Beitrag weiterempfehlen
Zu diesem Beitrag
Eingetragen am 21.01.2012, 12:34 Uhr in Im Gespräch | Spicken und Schummeln |
4806 x gelesen in 2012. Diesen Beitrag kommentieren.
Es dürfte noch eine Weile dauern, bis die Bildschirm-Kontaktlinse als Spickhilfe den ordinären Schüler erreicht hat. Akustische Technologien sind jedoch schon auf dem Massenmarkt angelangt. In sogenannten "Spyshops" oder bei ebay erhält man das notwendige Zubehör.
Unsichtbare In-Ohr-Systeme zur drahtlosen Kommunikation
Beispielprodukt: Das Motorola RLN4922A Completely Discreet Earpiece. In Shops und auf ebay werden solche Produkte häufig als "Phonito" gehandelt. Auf der Produktseite ist zu lesen:
Mit diesem Ohrhörer können Sie einfach, diskret und unsichtbar kommunizieren. Der Mini-Empfänger ist im Ohr versteckt und kann dort über längere Zeitspannen verbleiben. [...] Die Batterielaufzeit beträgt fast 100 Stunden; das Ende der Akkulaufzeit wird durch ein Signal angezeigt. Das Paket enthält einen drahtlosen Empfänger, eine um den Hals zu tragende Induktionsschleife ("inductive neckloop") [...] Kann mit jedem Standard 2- oder 3-kabligen Motorola Überwachungs-Kit [Link] benutzt werden.
Produktseite: Motorola RLN4922A Completely Discreet Earpiece (Übersetzung Lehrerfreund)
Dieses Produkt wird auf ebay aktuell als Restposten zum Preis von rund 170 Euro verkauft:
Auf einer anderen Auktionsseite, wo ein Produkt des Hörgeräteherstellers Phonak für 399,- Euro verkauft wird, ist in der Produktbeschreibung zu lesen:
Mögliche Einsatzgebiete
Studenten/Schüler
Die Prüfung bestehen ohne zu lernen (Perfekt in Verbindung mit der Induktionsschleife)
Telefonieren mit einer Person, ohne dass es jemand anderes sieht.
Geschäftstreffen
Holen Sie sich die nötige Informationen von Ihren Mitarbeitern in Echtzeit.
Präsentationen für Geschäft, Schule, Theater usw.
wo auch immer Sie einen Text wiedergeben müssen, den Sie nicht auswendig können

Anwendungsbereiche
1) Schach
Der früheste belegte zivile Einsatz solcher Systeme ist im Bereich des Schachspiels verbrieft:
Beim Philadelphia World Open 2006 führte Steve Rosenberg, der in einer der unteren Klassen spielte, vor der letzten Runde. Ein Sieg hätte ihm 18.000 US-Dollar eingebracht. Bei einer Überprüfung durch einen Schiedsrichter wurde festgestellt, dass er ein drahtloses Kommunikationssystem aus Sender und Empfänger namens "Phonito" benutzte. Daraufhin wurde er disqualifiziert.
Wikipedia: Cheating in chess (Übersetzung Lehrerfreund)
2) Schule: Schummeln bei schriftlichen Prüfungen
Für Schüler/innen birgt ein solches System ungeahnte Möglichkeiten, da ein In-Ear-Ohrstöpsel quasi nur durch eine In-Loch-Leibesvisitation zu entdecken ist.
Bei schriftlichen Prüfungen, Klausuren oder Klassenarbeiten, wo die Aufgabenstellung von überschaubarer Länge ist, kann diese einem Komplizen durchgegeben werden (z.B. auf der Toilette via Mikro). Bei umfangreicheren oder komplexeren Aufgabenstellungen wird die Übergabe komplizierter, hier muss ein Zettel aus dem Toilettenfenster geworfen werden o.ä. Ein Abfotografieren der Aufgabenstellung und digitale Übermittlung wäre der eleganteste, aber definitiv für den Schummler der riskanteste Weg.
Sobald der fachlich kompetente Komplize die Aufgabenstellung erhalten hat, diktiert er dem Prüfling die Lösung, den Aufsatz, den Rechenweg ... komplett ins Ohr.
3) Schule: Schummeln bei mündichen Prüfungen
HIer liegt die technische Anforderung etwas höher, da die Raumgeräusche (sprich: die Fragen der Prüfer/innen) per Mikro eingefangen und drahtlos an den Komplizen übermittelt werden müssen.
Doch sobald diese technische Infrastruktur besteht, muss der Prüfling lediglich nachsprechen, was der Komplize ihm übermittelt. Mit etwas Übung wird der Prüfling dann auch die Lücken füllen ("Nun ... lassen Sie mich nachdenken"), während der Komplize im Buch blättert, um anschließend einen perfekten Vortrag in schriftsprachlichem Stil zu halten.
Fazit
Selbstverständlich ist die Technologie teuer und nicht ganz anspruchslos. Vor allem die heimliche Übermittlung schriftlicher Aufgaben an den Komplizen gleicht vom Anspruch er einem Ausbruch aus Alcatraz.
Doch wer diese Hürden nimmt und eine funktionierende technische Infrastruktur aktiviert hat, kann mit buchstäblich KEINEM Wissen hervorragende Noten erzeugen - in jedem Fach, bei fast jeder Art von Prüfung/ Klausur/ Klassenarbeit.
Diesen Beitrag weiterempfehlen
Geben Sie Ihren Kommentar hier ein:
Hinweis: Der Kommentar wird von einem Moderator geprüft.
1358 Einträge, 12037 Kommentare
Seite generiert in 0.2528 Sekunden bei 91 MySQL-Queries
23 Lehrer/innen online (3 min Timeout / 209 )







