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Schule: Neue Rechtschreibung ab 2005 verbindlich

Heute haben die Ministerpräsidenten der deutschen Bundesländer mehr oder weniger einstimmig beschlossen, dass ab 1. August 2005 die neue Rechtschreibung und nur diese an deutschen Schulen verbindlich sein wird.

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Eingetragen am 09.10.2004, 00:28 Uhr in Nachrichten | Neue Rechtschreibung |

3 x kommentiert, 199 x gelesen in 2012. Diesen Beitrag kommentieren.

Die Ministerpräsidenten

Nicht alle Ministerpräsidenten waren begeistert von dem Beschluss, gaben sich in Interviews jedoch samt und sonders sibyllinisch, teilweise gar verwirrt.
.
So fordert Erwin Teufel (BaWü) scheinfroh “eine Reform” (“Eine Reform der Reform?” - “Ja, natürlich!”), Edmund Stoiber (Bayern) gar erwartet keine “Rückkehr zur alten Rechtschreibreform” (sic).

tagesschau.de (unten auf der Seite: “Jahreskonferenz”)

Der (zweite!) Rat für deutsche Rechtschreibung

Ende September 2004 hat die KMK einen (offiziellen) “Rat für deutsche Rechtschreibung” ins Leben gerufen. Der soll (im Abgleich mit gleichnamigen Organen in der Schweiz und Österreich)
... den Schriftgebrauch der deutschen Sprache beobachten und Vorschläge zur Weiterentwicklung der Rechtschreibung erarbeiten ...

In Kielwasser dieser Insitution wird die nächste Kultusministerkonferenz am 14./15. Oktober im Saarland tagen.

Übrigens wurde Mitte August ein (inoffizieller) “Rat für deutsche Rechtschreibung” gegründet, allerdings von Kritiker/innen der Reform (“Kritiker-Rat”, ftd.de). Sein Ziel ist die Wiederherstellung der alten Rechtschreibung.
Auch die frisch gebackene Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek zählt zu dem illusteren Kreis. Sie verzichtete bisher darauf, die Ehrung zu besudeln und vor den Nobelpreiskameras gegen die neue Rechtschreibung zu wettern (was man eigentlich auch nicht von ihr erwartet).

Dumm gelaufen

Laut und fest verkündeten Springer und Spiegel-Verlag im Sommer 2004 eine Rückkehr zur alten Rechtschreibung (wir berichteten), ermutigt durch heimliche Gesten einiger Ministerpräsidenten und gestützt von Veteranen wie der Süddeutschen Zeitung.

Die Bildzeitung ist ihren Worten treu geblieben und erscheint seit Sonntag in alter Rechtschreibung (wir berichteten) - der Süddeutsche Verlag (“Süddeutsche”) indes macht einen Rückzieher und wird bei der neuen Rechtschreibung bleiben. Es steht zu erwarten, dass nach dem heutigen Beschluss weitere Verlage kippen werden.

Der arme Spiegel muss nun ganz alleine zur alten Rechtschreibung zurückkehren. Tut er das nicht, wird das seiner Reputation enorm schaden.
So schnell wendet sich das Blatt - wurde doch vorgestern noch triumphierend über reformunwillige Schrifsteller/innen berichtet.

Der Schock sitzt tief und könnte der Grund dafür sein, warum auch viele Stunden nach dem Beschluss auf spiegel.de noch kein Sterbenswörtchen über das Thema zu lesen ist.

Bei Bild übrigens auch nicht. Die sind immerhin konsequent und versorgen uns in alter Rechtschreibung mit Artikeln wie “Drei fleißige Wisch-Möpse” oder dem “Heimwerker-Tip 2 Akkuschrauber: Der kann immer!

Das bedeutet:

Wir bleiben bei der neuen Rechtschreibung. Es wird gewisse Änderungen geben. Die dürften sich ziemlich in Grenzen halten, denn der (offizielle) Rat für deutsche Rechtschreibung, der an den Änderungen tüfteln wird, ist ein Kind der KMK. Und die hat ganz und gar keine Lust, schon wieder neue Schulbücher zu drucken.Ministerpräsidentenkonferenz: Neue Rechtschreibung in der Schule ab 1. August 2005 verbindlich

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3 Kommentare von Lehrerfreund/innen

(#1) Etienne Ruedin meinte am 17.10.2004, 21:38 dazu:
" 

Was gilt denn jetzt? In der Schweiz wurden neue Schulbücher gedruckt nach der Urreform, 2. Auflage nach der 3. Nachreform. In der Zwischenzeit wurden nochmals zweimal neue Wortlisten nachgeliefert. Zumindest die reformierten Schulbücher in meiner Schule entsprechen nicht dem neusten Stand der Regeln.

Aber: Auch schon bisher veränderte jede Dudenneuauflage die Orthographie, ohne dass sofort alle Schulbücher eingestampft worden sind.

(#2) Peter Müller meinte am 18.10.2004, 17:30 dazu:
" 

Die Rechtschreibung steht paradigmatisch für die gegenwärtige Reformfähigkeit in Deutschland : hau-ruck, hin und her, ex und hopp, ja und nein oder doch? Da soll was vorwärts gehen in diesem Land, wo so viele Murkser das Sagen haben.

(#3) Bernard meinte am 18.10.2004, 23:16 dazu:
" 

Für uns, Deutschlehrer in Frankreich , wäre es nun Zeit zu wissen, welche Rechtschreibung wir unseren Schülern schließlich unterrichten sollen.

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