Rauchverbot an Schulen in Hessen ab 2005
An hessischen Schulen gilt ab Januar 2005 das totale Rauchverbot. Kultusministerin Karin Wolff (CDU) erntet dafür von ihrer Amtskollegin Annette Schavan (CDU) und der GEW missgünstige Worte. Warum?
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Eingetragen am 26.12.2004, 01:47 Uhr in Nachrichten |
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Ein Rauchverbot sei einerseits leicht zu umgehen, andererseits eine nur oberflächliche Gegenmaßnahme:
Lehrer/innen als Wähler/innen
Ende 2004 sind stark 61 Mio. Deutsche wahlberechtigt. Davon sind mehr als 800.000 Lehrpersonen, also satte 1,3%. Den nicht rauchenden Lehrer/innen ist das totale Rauchverbot an Schulen im Großen und Ganzen egal - aus pädagogischen Gründen sind die meisten relativ unengagiert dafür. Anders die Raucher/innen. Pädagogisch einsichtig werden sich viele dem gesetzlichen Gebot beugen - doch die Lebensqualität wird abnehmen, eindeutig, die Straßenseite gegenüber stellt einem Pranger gleich das neue Pausendomizil der rauchenden Lehrperson dar. Die für dieses regnerische Fiasko verantwortliche Politikperson muss in diesem Fall mit Stimmeneinbußen rechnen. Und die Gewerkschaft natürlich ebenso.
Scharnier zur Wahrheit ist hier die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marion Caspers-Merk (SPD), die auch ein EU-weites Verbot von Tabakwerbung ablehnt. Besoffen von der Profittüchtigkeit ihres Bosses Gerhard Schröder (SPD) argumentiert sie gegen ein EU-weites Verbot der Tabakwerbung:
Deutschland ist das einzige Land der EU, das vor dem Europäischen Gerichtshof gegen das Werbeverbot klagt. Wozu dann die wilden Aktionen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (wie z.B. rauchfrei - Startpaket u.ä.)? Wir wissen nur: Raucher/innen sind qua suchtbedingter Leidenschaftlichkeit perfekte Stimmen- und Steuergeber/innen.
- Rot-Grün raucht lieber heimlich - taz, 22.12.04
- Infos zum hessischen Rauchverbot bei lehrer-online.de
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3 Kommentare von Lehrerfreund/innen
Köstlich - lehrer-online.de motiviert pünktlich zum Jahreswechsel 2004/05 Lehrpersonen an rauchfreien Schulen dazu, das Rauchen sein zu lassen - und zwar mit folgendem Argument:
“Vielleicht gehören Sie zu den nikotinsüchtigen Pädagogen, denen ab kommendem Jahr ein absolutes Rauchverbot in der Schule droht. Wollen Sie dann verschämt hinter dem Fahrradschuppen paffen - oder Ihre Würde bewahren und aufhören?”
Ich bin Raucher aber bin gegen Raucher
Das Rauchverbot an berufsbildenden Schulen mit einer Klientel im Alter von 16 bis 60 Jahren hat zur Folge, dass Schülermenschen die Kippen auf die Strassen werfen, eine Pausenaufsicht zum Witz verkommt, Kommunikation ausgelagert wird. Die Schule als sozialer Ort rückt in Elfenbeinturmferne.
Lehrermenschen behalten ihre rauchende Würde auch in der dunklen Nebenstrasse, Nikotin macht solidarisch. Rauchfreier Elfenbeinturm einerseits und nikotinige Schulwirklichkeit andererseits.
Vor dem generellen Rauchverbot war dies anders.
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