Streit um Rechtschreibreform: Schulbuchverlage verbuchen Umsatzrückgänge
Der Klett-Verlag berichtet von Umsatzrückgängen in Millionenhöhe allein im Fach Deutsch. Grund sei die allgemeine Verunsicherung durch den Streit um die Rechtschreibreform. Reaktionäre Medienangebote wie deutsche-sprachwelt.de hingegen interpretieren die Meldung anders.
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Eingetragen am 06.09.2004, 22:05 Uhr in Nachrichten | Neue Rechtschreibung |
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Heute hat in Nordrhein-Westfalen das Schuljahr begonnen, nächste Woche sind Bayern und Baden-Württemberg dran. In den anderen Bundesländern sind alle schon wieder eifrig am Rudern, und dort bemerken die Außendienstmitarbeiter von Klett bereits eine “spürbare Zurückhaltung für das Fach Deutsch” (nach einer Meldung von handelsblatt.com). Denn im Oktober entscheiden die Länder über eine mögliche Rückkehr zur alten Rechtschreibung. Allerdings ist damit zu rechnen, dass die Kultusministerien der Länder geschlossen hinter der Rechtschreibreform stehen werden.
Der VdS Bildungsmedien (ehemals “Verband der Schulbuchverlage”), zu dem sich 70 Schulbuchverlage zusammengeschlossen haben, schätzt die Kosten einer kompletten Rückkehr zur alten Rechtschreibung auf 250 Millionen Euro. Dass die Schulbuchverlage damit ihre Umsätze steigern könnten und sich klammheimlich die Hände reiben, ist nach einer Aussage des VdS-Geschäftsführers Andreas Baer
deutsche-sprachwelt.de, ein Organ, das unter anderem gegen “Sprachpanscherei” wettert und den “Sprachwahrer des Jahres” (keine Sprachwahrerin?) sucht, interpretiert diese Meldungen im eigenen Sinne:
Deutsche Schulen stellen sich auf Ende der Rechtschreibreform ein
Deutschlands Schulen stellen sich auf die Rückkehr zur bewährten Rechtschreibung ein. Das geht aus Zahlen hervor, die der Ernst-Klett-Verlag bekanntgegeben hat. Das Handelsblatt berichtet in seiner morgigen Ausgabe, daß der Verlag für die vergangenen Wochen im Fach Deutsch einen Umsatzrückgang in Millionenhöhe verbucht. Diese Zahlen sprechen für eine schnelle Rückkehr zur bewährten Rechtschreibung und gegen einen Kompromiß, um den Schulbuchverlagen und auch den Schulen endlich Planungssicherheit zu geben.
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4 Kommentare von Lehrerfreund/innen
Wunderbar!
So schnell wie möglich zurückkehren zur bewährten (zweifellos relativ bewährten!) Rechtschreibung!
Die völlig mißratene Reform ist gescheitert und sollte nicht um der KMK-Gesichtswahrung willen re-re-re-reformiert werden.
Endlich Anerkennung des “Reformmissstandes” als das, was er ist: ein M i ß s t a n d .
Hier ein Link zum
Kommentar von Professor Theodor Icklers zum SPIEGEL-Interview mit Doris Ahnen -
www.vrs-ev.de/forum/viewtopic.php?p=2829#2829
Daraus geht die Inkompetenz und Ignoranz der Präsidentin der KMK hervor.
Mit freundlichen Grüßen
Manfred Riebe, OStR i.R., Vorstandsmitglied des VRS
Verein für deutsche Rechtschreibung und Sprachpflege e.V.
- Initiative gegen die Rechtschreibreform -
Max-Reger-Str. 99
D-90571 Schwaig bei Nürnberg
Tel. (0911) 50 08 25, Fax: 506 74 23
www.vrs-ev.de/vorstand.php#riebe
“Es ist nie zu spät, Natur-, Kultur- und Sprachzerstörung, Entdemokratisierung, Korruption und Steuerverschwendung zu stoppen!” (VRS)
Pfusch bleibt Pfusch und ist durch Herumkorrigierer nicht zu retten. Schluß mit diesem Reformdesaster!
Siegfried Rentzsch
Altis-Verlag
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