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Eintrag vom 02.05.2009 * 12479 Views in 2010

Ritalin im Selbstversuch - ein Bericht

Verpackung von Ritalin, 10mgEin Student hat sich in einer Prüfungsphase mit Ritalin (Wirkstoff Methylphenidat, Medikament für ADS/ADHS) fit gemacht und berichtet über seine Erfahrung: "Ich bin ein Zombie, und ich lerne wie eine Maschine."

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Ritalin - prominentester Vertreter des Wirkstoffs Methylphenidat

Ritalin ist der Name eines Medikaments mit dem Wirkstoff Methylphenidat, das vor allem im Umgang mit ADS/ADHS zum Einsatz kommt. Die Anwendung von Ritalin ist äußerst umstritten, wie z.B. die Diskussion zum Lehrerfreund-Beitrag Studie: ADS/ADHS-Kinder sind mit Ritalin leistungsfähiger belegt.

Ritalin: Wirkungsweise

Methylphenidat (und damit auch die Marke “Ritalin”) gehört zu den Amphetamin-ähnlichen Substanzen und ist rezeptpflichtig. Unter den als Drogen genutzten Amphetaminen kennt man besonders Speed und Ecstasy.

Das (nicht ganz so illegale) Methylphenidat wird eingesetzt

mit dem Ziel, auffälliges Verhalten von Kindern mit folgenden Charakteristika zu stabilisieren: Mässige bis starke Ablenkbarkeit, rasch nachlassende Aufmerksamkeit, Hyperaktivität (nicht immer vorhanden), emotionale Labilität und Impulsivität.

kompendium.ch: Ritalin/-SR/-LA, Novartis Pharma: Fachinformation des Arzneimittel-Kompendium der Schweiz, Abschnitt “Indikation/Anwendungsmöglichkeiten”

Diese Aussagen treffen nicht nur auf Ritalin, sondern auch auf Medikamente mit anderem Namen und gleichem Wirkstoff zu (z.B. MedikinetMedikinet MR, Concerta usw.).

Der Ritalin-Selbstversuch

Unter Studierenden ist die Einnahme von Ritalin verbreitet, da mit der Einnahme i.d.R. eine Konzentrationssteigerung und eine hohe Arbeitsmoral einhergeht. Die Zeit hat den Bericht eines Studenten veröffentlicht, der sich mit Ritalin effizient auf eine Prüfung vorbereiten wollte und die Ritalin-Tage ausführlich zusammengefasst hat.

Bitte beachten Sie: Die geschilderte Wirkungsweise bezieht sich auf einen ‘gesunden’ Studenten. Die Effekte der Medikamenteneinnahme entsprechen nicht unbedingt der Wirkung, die das Medikament Ritalin auf Personen mit einer Aufmerksamkeitsstörung hat.

Der Student macht auf Ritalin grundsätzlich positive Erfahrungen: Er arbeitet wesentlich konzentrierter, reagiert kaum auf Ablenkungen. Zwischendurch schiebt er “Koffein-Tage” ein, an denen er Koffein-Tabletten nimmt, aber kein Ritalin:

An den Koffein-Tagen ist die Bibliothek für mich ein sehr trauriger Ort, Neurologen nennen das den »Rebound«. Mein Körper ist an den Ritalin-Putsch gewöhnt und vermindert vorsorglich seine Leistungsfähigkeit. Das Koffein macht mich zwar wach, aber schon das Lesen einer ganzen Buchseite fällt mir schwer. Die Ritalin-Tage hingegen sind intellektuelle Feuerwerke, fast Orgien der Schaffenskraft. Ich fange an, die Ritalin-Tage zu mögen. So sehr, dass mir der Gedanke, dass dieser Selbstversuch einmal zu Ende sein wird, gar nicht gefällt. Ich mag das Euphoriegefühl, das Ritalin mir verschafft, und die Leistung, zu der ich dadurch imstande bin. Ich gefalle mir, wenn ich Ritalin genommen habe.
Das Vertrackte an Medikamentensucht: Man verpasst den Zeitpunkt, an dem man die Kontrolle verliert. Meine Tabletten gehen zur Neige. Ich suche nach einem Vorwand, mir noch ein Päckchen zu besorgen, und rufe jemanden an, der ein »Gehirndoping« dann und wann befürwortet.

Zeit.de - Ich bin ein Zombie, und ich lerne wie eine Maschine (S. 4/5)

Trotz dieser ziemlich schnell auftretenden Abhängigkeitssymptome verläuft die Klausur (während der sich der Selbstversucher ebenfalls mit Ritalin dopt) erfolgreich: 4 Stunden schreiben ohne Unterlass, Ergebnis: 1,3.

Das Fazit fällt nicht eindeutig aus:

Wer sagt, Ritalin helfe nicht, lügt. Es schlägt nicht bei jedem an, aber aus mir hat es den Studenten gemacht, der ich sein sollte: hellwach, fokussiert und diszipliniert. Und einen Menschen, der ich nicht sein will: zwanghaft und unentschlossen. [...] Wenn die Wirkung nachließ, wurde ich unkonzentrierter als vorher, und statt mich zusammenzureißen, überlegte ich, wo ich wieder Ritalin herbekommen konnte. [...] Gerald Hüther, der Neurologe, meinte: »Ritalin ist eine Gefahr für unser gesamtes Bildungssystem.«

Zeit.de - Ich bin ein Zombie, und ich lerne wie eine Maschine (S. 5/5)

Ritalin als Droge - Spaß oder Pflichterfüllung?

So ist der anonyme Autor hin- und hergerissen zwischen Hass und Liebe zu dieser Droge. Von Spaß ist dabei - wie man es bei freiwilligem Drogenkonsum eigentlich erwarten sollte - nicht die Rede. Denn:

»Ritalin ist die Droge für die Pflichterfüller-Generation.« Es ist etwas Wahres daran: In den Siebzigern nahm man LSD, um dem Muff der Nachkriegszeit zu entkommen. In den Achtzigern nahm man Kokain, um sich trotz Pershing-II-Raketen gut zu fühlen. In den Neunzigern nahm man freitags Ecstasy-Pillen, um bis montags zu tanzen. Es waren Spaßdrogen, mit denen die Jugend gegen die Erwartungen der Gesellschaft rebellierte. Heute nehmen Studenten Ritalin, weil es ihnen hilft, sich den Erwartungen der Gesellschaft anzupassen. Sie sind die erste Generation, die eine Vernunftdroge konsumiert. Eine traurige Droge, ein Armutszeugnis.

Zeit.de - Ich bin ein Zombie, und ich lerne wie eine Maschine (S. 3/5)

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Beitrag vom 02.05.2009, 12:10 | diesen Beitrag versenden

24 Kommentare von LehrerfreundInnen
(#1) justin meinte am 03.05.2009 dazu:
" Nun, Gerald Hüther wird ja von Scientology beklatscht, die bekanntlich schon länger gegen die Behandlung psychiatrisch Erkrankter sind, um so mehr Kundschaft für ihre "Seminare" übrig zu haben.

Ein gesunder Mensch hat unter Ritalin-Einfluss massive Nebenwirkungen, dieser Artikel wirft da einige Fragen auf.

Wer sich über ADHS informieren möchte, dem sei der Wikipedia-Artikel empfohlen, zur Recherche über die Verwendung von Hüthers Arbeiten in Scientology-Organen wie z.B. auf ads-kritik.de kann der Artikel über Gerald Hüther auf esowatch.com erhellend sein.
(#2) zum_bleistift meinte am 06.05.2009 dazu:
" Ich habe das Wichtigste, das ich in einem anderen Beitrag geschrieben habe hier noch einmal zusammengefasst.

Alkoholiker schwören auch auf Alkohol und Wirte befürworten auch den Alkoholkonsum. Manche Medikamentierte schwören auf die Pille. Psychiater befürworten Psychopillen.
So mancher Alkoholiker endet im Delirium tremens oder stirbt. Für so manchen Psychopillenkonsumenten ist es ebenso das Ende, wie folgende Statistik eindrucksvoll beweist:

Im Zeitraum von 2004 bis 2007 wurden aus Meldungen an die US-Arzneimittelbehörde FDA sowie aus verschiedenen Periodic Safety Update Reports (PSURs) aus Europa insgesamt 95 berichtete TODESFÄLLE im Zusammenhang mit der Behandlung mit Strattera bekannt. Diese Zahl setzt sich wie folgt zusammen:

41 Kinder und Jugendliche, davon 22 durch Selbstmord;
47 Erwachsene, davon 22 durch Selbstmord;
7 durch Fehl- oder Totgeburt.

Über die Wirkungsweise von Methylphenidat gibt es mehrere Theorien, die um die Pille herumgezimmert wurden, aber keine nachweisbare Sache. Teilweise widersprechen sich diese sogar (nachzulesen in der Wikipedia). Meiner Meinung nach sind letztlich alles Vermutungen – ohne jeden naturwissenschaftlich nachvollziehbaren Beweis.

Man kann Obiges nachprüfen. Todesfälle sind keine Theorie oder Vermutung. Das SIND Fakten.

-
(#3) ich meinte am 12.06.2009 dazu:
" Wer nicht direkt von ADS oder ADHS zu tun hat oder als Angehöriger eines Solchen damit Kontakt hat, sollte sich mit seinen Kommentare besser bedeckt halten!!! Und nicht so ein Schwachsinn schreiben... Diesen Menschen hilft in der Regel Ritalin!! Man nimmt schließlich einem Kurzsichtigen auch nicht die Brille weg, nur weil ein gerade nicht in ist. Vergleich mit Alkoholikern sind lächerlich...
(#4) zum_bleistift meinte am 13.06.2009 dazu:
" @ich
Du kannst natürlich machen, was Du willst.

Mich würde interessieren, wie hoch der Heilungserfolg mit Placebos liegt, wenn die Beteiligten völlig überzeugt von der Pille sind. Erreicht es 40%?
(#5) ergo meinte am 14.06.2009 dazu:
" lieber ich,

Heilung gibt es nicht, deutliche Verbesserung mit Placebos 52%, Ritalin um die 60%. Das nennt man in der Pharmakologie signifikant und ist ein "sicherer Hinweis", dass das Medikamt wirkt.
(#6) student meinte am 04.11.2009 dazu:
" Hallo an alle. Ich habs nicht genommen, aber hat jemand Ahnung was zur Zeit an einer Uni abgeht? Der Stoff hat sich verdoppelt dank Bachelor! Wenn man sich überlegt das z.b Maschinenbau beirets als Diplom eins der schwirigsten Fächer war, was ist denn das jetzt? Regelstudienzeit! Das ich nicht lache!!! Ich werde es auch weiterhin nicht nehmen, nicht wegen der Nebenwirkungen, sondern wegen der Abhängigkeit! Schon mal Bodybuilder auf Steroide gesehen der davon runterkommt? wer das falsch macht der hat am Ende weniger wie vorher.
Also alle die drüber nachdenken es zu nehemen, lieber etwas länger studieren und gesund bleiben!
(#7) student#2 meinte am 11.11.2009 dazu:
" Gesund und arbeitslos!
Nicht das ich die Drogen einnehmen oder befürworten würde, aber da sieht man mal wieder wie es mit unsere auch so tollen Gesellschaft bestellt ist. Wie man so schön sagt.

Hier zählt am Ende des Tages (unterm Strich) nur die Leistung.
Leider gibt es kein probates Mittel (auch nicht Ritalin) um aus diesem Teufelskreis rauszukommen.
(#8) Nicky meinte am 08.12.2009 dazu:
" Ich finde es traurig das es Leute gibt die sowas befürworten....Es ist nun mal ne Droge die etwas mit meiner Psyche macht. Und der Grund ,es ist ja um besser zu lernen, ist für mich kein besserer als , ich will ja Spaß haben, um so etwas zu nehmen. ja Ritalin hilft manchen Kindern (aus der Sicht der Beobachter wie es dem Kind wirklich geht, kann es oft selbst nicht genau beschreiben) aber gibt es nicht auch andere Mittel und Maßnahmen? Es wird viel zu schnell ne Pille verabreicht bevor man nicht die andern Möglichkeiten ausgeschöpft hat. Und wurde der Wirkstoff MDMA nicht auch von vielen Psychologe als Fenster zur Psyche gelobt?(schlagt mal bei Wikipedia nach)
(#9) zum_bleistift meinte am 09.12.2009 dazu:
" MDMA (Ecstasy) ist ein Amphetamin. Also Hände weg!
(#10) flup meinte am 27.12.2009 dazu:
" Ich selber nehme ritalin, seit fast einem halben Jahr und ich kann mich nicht entscheiden, weil auf der einen Seite liebe ich den Erfolg durch ritalin und ich liebe das Gefühl niemanden zu brauchen, ich liebe auch die Freiheit. Durch das ritalin komme ich mir unbesiegbar vor. Eine positiver nebeneffekt ist, dass ich kein Hunger hab. Ich denke zu glauben,ich bräuchte nichts außer Luft und mein ritalin... aber das wars auch schon. Ich überlege mir oft ob ich das nicht einfach absetzten soll, aus folgenden gründen: mich interessieren meine Mitmenschen nicht mehr, mit ist alles egal geworden, ich hab Haarausfall, ich bin innerlich so nervös und ich schwitze den ganzen Tag. mich regt es auf wenn im Saal jmd spricht und ich deshalb den Tutor nicht verstehe. Wenn jmd nicht gleich versteht was ich meine reagiere ich gereizt. Meine Freunde Regensburg mich auf weil ich kein noch mehr sie hab, ich kann kein Bild mehr malen, weil ich kein Bock hab meiner Gedanken an sowas wie Kunst zu verschenden, obwohl ich fue Begabung hab und trotzdem auf 1,0 steh sehe ich das fach Kunst als lästig... aber in Letzter zeit, merke ich ,abends immer mehr, wie armseelig und einsam mein leben doch ist.... aber ich kann trotzdem nicht aufhören, da ich denke: okay jetzt gehts mir schlecht, aber ich hab dann wenigstens eine glückliche, nein berufliche und finanzielle sichere Zukunft..
(#11) Luna Marie meinte am 31.12.2009 dazu:
" .... ich überleg seit einiger zeit,ob ich mir ritalin verschreiben lasse - grund: habe das feeling wieder in eine depressive phase abzurutschen... hatte ich schon mal (mit klinik und allem tam tam)nur haben mir die antidepressiva nicht gut getan - es war ein einziges desaster! vier verschiedene und ich war nur noch in der lage zu funktionieren... nix mit lachen - nix mit weinen - einfach nix!!!das war zu schlimm,als das ich das nochmal will!deswegen werd ich zu meinem arzt sagen,dass er mir eben das ritalin aufschreiben soll...und so denk ich,bekomm ich die "winterkriese" gut rum...und ich bin lieber fit,als nur müde und K.O. - noch ein tipp:ephedrin gibt es ja so nicht mehr...ABER! X 112-tropfen! ist ein appetitszügler und macht wach!ohne abhängig zu machen! meinem arzt habe ich das abgeschwatzt mit dem argument,weil ich weniger bis garnicht rauche(das stimmt sogar)keinen fressflash gebrauchen kann....
soviel von meiner seite...alles liebe und gute für das neue jahr! Luna
(#12) 1less meinte am 01.01.2010 dazu:
" Ich nehme seid ein paar Monaten wieder Ritalin. Wobei bei mir bereits im Kindesalter ADHS festgestellt wurde. Diese Abstumpfenden Effekte, wie hier beschrieben werden kann ich nicht bestätigen. Eher hat sich gerade mein Emotionales leben deutlich verbessert. Während ich ohne ritalin quasi den lieben langen tag nur eine Gefühlsachterbahn fahre und kleinste dinge bereits Euphorie oder traurigkeit auslösen konnten, ergibt mit ritalin dieser ganze gefühlssumpf deutlich mehr sinn und ich bin nicht mehr so der spielball meiner Gefühle... Der "Rebound-Effekt", wie oben beschrieben, hört sich mehr nach entzugserscheinungen an. Eigentlich dauert der Rebound vlt. 30-45min, weil die Wirkung endet und am ehesten lässt sich das mit dem Umlegen von nem Schalter vergleichen. Auf einen Schlag is alles um einen herum lauter, intensiver, man nimmt viel mehr war (was ganz schön überanstrengend ist) und die innere Unruhe kehrt zurück. Auch Lernen is einfacher geworden. Klar die Gedankenabschweifer hat jeder, nur ohne ritalin, denk ich konstant beim lernen über 5 verschiedene Dinge nach... mit ritalin sind diese deutlich seltener. Auch die Erschöpfung nahc 6 stunden(also 6 stunden in bib inklusive Pausen) bib sind zwei verschiedene... am Abend (Ritalin wirkung hat aufgehört) fühl ich mich erschöpft... 6 stunden bib ohne ritalin... ich fühl mich wie ne Senftube aus der auch wirklich der allerletzte rest rausgepresst wurde :/
(#13) mark meinte am 03.01.2010 dazu:
" @1less

hey! mir gehts genauso, hab auch ne ADHS-Diagnose und schon seit einigen Jahren Medis. Das mit der Emotionalen Verbesserung kann ich voll unterschreiben, es hilft einfach bei der Einschätzung der eigenen Gefühlswelt. AHDS ist ja auch als eine "Störung der Selbstregulation" zu betrachten und das ist mal keine Kaffeefahrt! Auch die Reizüberflutung ist für mich ziemlich anstrengend, vor allem in Menschenmassen und in lauter Umgebung, dann bin ich ohne Medis sehr schnell mal wie die besagte Senftube, das war ich ja bis vor der Diagnose so gewohnt..
(#14) Stratti meinte am 10.02.2010 dazu:
" Hallo, bin 40 Jahre und habe mein Leben bis jetzt einigermaßen gemeistert. Nachdem bei meinem Sohn ADS diagnostiziert wurde, wusste ich erst dass es diese Schwäche gibt und habe mich näher damit beschäftigt. Von meinem Umfeld hieß es immer öfter: Dein Sohn ist ja wie Du!
Nach vielen Tests stand auch bei mir ADS fest.
Hatte 3 Monate Strattera genommen. Außer dass so ziemlich alle Nebenwirkungen eintrafen und ich morgens schon kalten Schweiß aus Angst vor der Einnahme hatte, ist bei mir nichts passiert. In 3 Tagen werde ich für 3 Monate Ritalin nehmen, wenn es hilft und die Nebenwirkungen erträglich sind, werde ich alles abwägen und entscheiden, ob ich dabei bleibe. Es ist jedenfalls gut, dass es diese Option gibt.
(#15) Student meinte am 11.02.2010 dazu:
" Ja hallo nochmal. Wiw ich so sehe befasst sich die Diskusion mehr und mehr über Ritalin als Medizin. Ich glaub das war hier nicht so gedacht! Ich bin mir sicher das es hilft wenn man krank ist und z.b. ADHS hat. Aber es gind hier um Ritalin als ein leistungssteigerndes Mittel. Und da bin ich mir auch sicher das es hilft, so wie Extasy auch die Leistung steigert! Bloß um welchen Preis. Ich kann nur an die Verzweifelten, die nicht mit dem Druck klarkommen, der in einer Uni herrscht appeliren es nicht zu nehmen. Selbst wenn man mit einer 1.0 bestehen will! Es wird euch später keiner nach euerer Abschlußnote fragen. Es ist nur ein blöder Schein der euch Türen öffnet!
Sonst noch n lieben Gruß und hoffentlich bleiben wir hier beim Thema in der Zukunft
(#16) knolle meinte am 12.03.2010 dazu:
" keine sorge, student, das ritalin macht nicht gerade besser im studium oder sagenhaft leistungsfähig, viel eher wird ein gesunder dadurch hippelig. die wirkung ist nicht so, wie das lange in den medien dargestellt wurde. das methylphenidat taugt einfach nicht, um sich "konzentrierter" zu machen (es sei denn, eine ADHS liegt vor)

wenn es solche doper mit ritalin überhaupt geben sollte - dann müsste so ein "doper", mit "Kopfschmerzen und Blutdruckanstieg bis hin zu Aggressivität, Angstzuständen und Wahnvorstellungen" wohl irgendwann mal über den konzentrationsnutzen des ritalins nachdenken (wenn er denn nicht vorher schon schreiend davon gelaufen ist)
wenn jemand sein studium mit ritalin besser schafft, deutet das auf ADHS hin, dann ist Ritalin nichts weiter als eine legitime Medikation und besser als Alkohol, Speed, Koks, oder was sich die Betroffenen als Eigenmedikation sonst noch so reinpfeifen. Wünschenswert wäre da natürlich ein kompetenter Arzt oder noch besser ein ausgewiesener ADHS-Experte, der die Medikation überprüfen kann.

mehr Infos auf adhs-anderswelt.de
(#17) Schlumpfi meinte am 26.05.2010 dazu:
" Als bei meinen Kindern ADS/ADHS festgestellt wurde, habe ich mich wochen und monatelang damit befasst. Schnell wurde mir klar das ich auch in dieses Schema reingehöre.Ich habe mich testen lassen und mir viel ein Stein vom Herzen als der Arzt sagte das ich auch ADS habe. Ich hatte für tausend Fragen eine Antwort gefunden. Klar, ich hab mein Leben ganz gut im Griff. Und bin eigentlich auch zufrieden. Aber nachdem ich jetzt weiß, was mit mir los ist hab ich das Gefühl etwas verpasst zu haben. Vor allem im Schulischen und Beruflichen. Mir wurde erst jetzt klar, warum ich mich so oft anders gefühlt habe. Meine Ziele nie erreicht habe und ich doch gar nicht so doof bin wie ich manchmal gedacht hab. Ich habe es dann mit 20mg Ritalin versucht. Nur an einzelnen Tagen. Ich merke das ich eine wesentlich bessere Leistung bringen kann und ich kann Dinge die ich im Kopf habe auch umsetzten. Ich gehe mehr auf die Menschen zu und bin viel emotionaler wie sonst. Das ist bei mir eher ein Vorteil. Weil ich der Typ bin der sich verschließt und keinerlei Gefühle an sich ran lässt. Meine Kinder sagen mir das ich richtig lustig sein kann und die Arbeit macht mir in allen Richtungen Spaß. Bin voll motiviert und habe das Gefühl alles schaffen zu können.Leider hatte ich noch nicht die Gelegenheit die Tabletten über einen längeren Zeitraum zu nehmen da mir mein Arzt keine verschreibt. Begründung: Ich komm doch auch so ganz gut klar. Als Nebenwirkungen hab ich bisher Schlafstörungen und etwas weniger Appetitt. Vielleicht würde sich das legen. Ob Medikamente gut für einen sind oder nicht muß jeder für sich selbst entscheiden. Wichtig ist nur das man sich in der Persönlichkeit nicht zum Nachteil verändert und das es einen gut geht. Bei jeden wirken sie anders und jeder einzelne hat andere Bedürfnisse. Leider ist der Druck heutzutage so groß das man schnell zu solchen Mitteln greift.
(#18) zum_bleistift meinte am 27.05.2010 dazu:
" @Schlumpfi
Bitte nicht böse sein, aber ich denke dass Deine Erkenntnisse wie "Mir wurde erst jetzt klar, warum …" Dir geholfen haben. Wenn sich Probleme für Dich lösen, wirst Du beschwingter. Das ist ganz normal – so soll es sein.

Mir wurde erzählt, dass im Februar eine der großen US-Zeitschriften Psychopharmaka zum Titelthema hatte. Die Redakteure fanden bei umfassenden Recherchen und Tests heraus, dass fast genau das Gleiche bei den Testgruppen mit Placebos passierte, wenn der Arzt ihnen das Gleiche sagte – also ähnliche Ergebnisse bei beiden Patientengruppen. Deshalb stellten sie am Schluss die Frage, ob denn Psychopharmaka überhaupt eine wünschenswerte Wirkung haben? Oder hängt die Wirkung alleine von der "Verabreichungszeremonie" und dem Gesagten ab?


Ansonsten möchte ich auch hier auf einen anderen Beitrag verweisen:
Zwei der größten Pharmakonzerne haben bekanntgegeben, dass sie sich aus der Forschung bezügl. neuer Psychopharmaka zurückziehen. Mehr dazu ab Beitrag #66 in
http://www.lehrerfreund.de/in/schule/1s/ads-adhs-ritalin/

Und hier das, was ich vor einem Jahr geschrieben habe (ab Beitrag #13):
http://www.lehrerfreund.de/in/schule/1s/ritalin-verschreibung-schweizer-schulen/
(#19) zum_bleistift meinte am 03.06.2010 dazu:
" @Schlumpfi #17
Ich habe Dir den Artikel gesucht, von dem ich oben geschrieben habe:

Newsweek (zweitgrößtes Magazin in den USA)
January 29, 2010

The Depressing News About Antidepressants
Studies suggest that the popular drugs are no more effective than a placebo. In fact, they may be worse.

Yes, the drugs are effective, in that they lift depression in most patients. But that benefit is hardly more than what patients get when they, unknowingly and as part of a study, take a dummy pill—a placebo. As more and more scientists who study depression and the drugs that treat it are concluding, that suggests that antidepressants are basically expensive Tic Tacs.

[The authors, psychology researchers Irving Kirsch and Guy Sapirstein of the University of Connecticut]
Kirsch's study and, now, others conclude that the lion's share of the drugs' effect comes from the fact that patients expect to be helped by them, and not from any direct chemical action on the brain, especially for anything short of very severe depression.
...
So concluded the JAMA study in January. In an analysis of six large experiments in which, as usual, depressed patients received either a placebo or an active drug, the true drug effect—that is, in addition to the placebo effect—was "nonexistent to negligible" in patients with mild, moderate, and even severe depression. Only in patients with very severe symptoms (scoring 23 or above on the standard scale) was there a statistically significant drug benefit. Such patients account for about 13 percent of people with depression.

Der gesamte Artikel ist hier zu finden:
http://www.newsweek.com/2010/01/28/the-depressing-news-about-antidepressants.html
(#20) mark meinte am 21.06.2010 dazu:
" @schlumpfi
zum_bleistift hat schon scientology-material in seinem kommentar verlinkt (anti-psychiatrie-bewegung), am besten gar nicht erst eine diskussion anfangen...

@zum_bleistift
wenn sie sich doch mit psychopharmaka auskennen, müsste ihnen aufgefallen sein, dass der von ihnen verlinkte artikel das thema antidepressiva behandelt. im kommentierten artikel geht es aber um methylphenidat - ein psychostimulanz.
(#21) zum_bleistift meinte am 22.06.2010 dazu:
" @ 20 mark
Gehen Dir etwa die Argumente aus?

Was ich oben geschrieben habe wurde Ende Januar veröffentlicht. Der US-Pharma-Konzern EliLilly hat dieses Jahr 1,2 Milliarden Dollar bezahlt, um eine Sammelklage der geschädigten Patienten abzuwenden (habe ich gehört).
Im März haben dann 2 der größten Pharmakonzerne reagiert und bekannt gegeben, dass sie sich aus der Erforschung von Antidepressiva zurück ziehen.
AstraZeneca zieht sich auch aus der Forschung von "bipolar disease" (Bipolare Störung) zurück, womit wir wieder beim Thema sind.

Mir dünkt, sie haben die Krankenkassen an der Nase herumgeführt.

Und weil wir gerade beim Thema Krankenkasse sind, hier eine Schweizer Statistik die aufzeigt, wohin die Krankenkassenbeiträge fließen.
Kosten aufgesplittet nach Medizingebieten, pro Patient:
Allgemeinmediziner, Gynäkologen, Internisten, Kinderärzte und Augenärzte verbrauchten zwischen 256 und 439 Franken in 11 Monaten, Psychiater 1.996 Franken!
Im Schnitt also 5,5x so viel pro Patient. Scheint mir ein lukratives Geschäft zu sein. (Das ist der tatsächliche Grund, warum die KK-Beiträge erhöht werden.)

http://tinyurl.com/KK-Statistik-Schweiz und links auf "Statistiken" klicken.

Ich würde mich freuen, wenn Obiges in der breiten Bevölkerung bekannt würde.
(#22) zum_bleistift meinte am 22.06.2010 dazu:
" Falls es Dich interessiert, weshalb ich mich erdreiste, Stellung zu beziehen:

Ich leistete Zivildienst in einer Psychiatrie mit 1200 Patienten. Ich sah wie die Patienten täglich mit diesen Tabletten abgefüttert wurden und sich dann nur mehr ganz langsam bewegten. Ich dachte, das ist ok und gehört zum Heilprozess.
Ich fragte mich aber, warum der eine als geheilt entlassen wurde und der andere nicht (den ich für weit normaler hielt). Aber das habe ich damals einer Fehleinschätzung meinerseits zugeschrieben, wegen mangelnder Kenntnis auf dem Gebiet. Was mich aber wunderte war, dass viele der Krankheiten als unheilbar galten. Welche waren dann heilbar – welche blieben übrig? In manchen Mittagspausen löcherte ich meinen Vorgesetzten mit solchen Fragen.
Was ich früher als typisch geisteskrank angesehen habe, das kam nur bei etwa 50 Patienten von 1200 vor (etwas entstellt und man kann sie nicht verstehen).

Die Psychiatrie ist in einen weiblichen und einen männlichen Teil gegliedert. Im Letzteren leistete ich meinen Dienst.
Ich war in der Abteilung, in der die Patienten aufgenommen und ärztlich versorgt wurden, stationiert (tägliche Visite). So habe ich etwa 70% der eingelieferten männlichen Patienten kennengelernt und 5 Tage die Woche gesehen (2 Monate wurde ich in der Küche eingesetzt). "Dauergäste" wanderten dann nach einiger Zeit in andere Abteilungen. Übrigens waren die meisten Eingelieferten Alkoholiker im Delirium tremens, nicht Schizophrene o.a.! Der Internist war sehr gut und hat sie mit Infusionen wieder aufgepäppelt. Im Gegensatz dazu sah ich von psychiatrischer Heilung nicht viel.

Ich wollte Dir damit nur sagen, dass ich nicht einfach ins Blaue rede. Ich habe mit eigenen Augen beobachtet und mich informiert. Ich habe bspw. Jahre später vorher/nachher-Fotos von einem Mädchen gesehen, das 3 Monate mit Neuroleptika behandelt wurde. Danach war sie entstellt. Speichel lief ihr aus einem Mundwinkel, das Gesicht war verzogen und eine Hand angewinkelt. Man erkannte sie fast nicht mehr. Glaube mir, da kamen mir Bilder aus dem Zivildienst hoch.
Hände weg von Psychopharmaka!
(#23) tacheles meinte am 01.07.2010 dazu:
" ach bleistift es ist zwar "toll" was du so alles gesehen hast bzw mitgenommen hast fürs leben oder vll. auch nur für einen zeitraum
aber erzähl mal einem psychisch kranken menschen dass er die finger davon lassen soll was seine leiden, zwänger, ticks was auch immer dämpft
du wirst demjenigen genauso wenig helfen wie mit psychopharmaka
OFT! ist die behandlung übertrieben in der dosis oder in der dauer aber man kann niht sagen "Hände weg von Psychopharmaka!" denn das ist nicht der medizinische stand von 2010 sondern eher von vor ca. 60jahren also man streckenweise wirklich "blind" versuche durchführte
ritalin ist vll. nicht die lösung für alles wer aber wirklich an konzetrationsstörungen leidet, und glaub mir es sind viele weil medien uns heutzu tagen dafür versklaven sie fordern es regelrecht dass wir sie bedienen ect. dann mein guter leidest du schon an konzetrationsstörungen und wer jetzt sagt ich hab die VOLLE! kontrolle darüber möge sich bitte an diese worte erinnern wenn er 2-4wochen am stöck nur lernt lernt lernt
zu beginn ist die motivation hoch aber diese schwächt rasant ab und selbst das klimpern eines gegenstands am straßenrand fordert uns auf "nur mal kurz zu schauen" was das ist und dann beachte man wie sehr man sich im griff hat
und nochmal zum thema sucht, plötzlicher tod bla bla durch ritalin
wie einst ein weiser mann zu seiner zeit sagte "nichts ist gift und alles ist gift, allein die dosis macht es aus"(paracelsius) ja man kann auch an mengen an wasser sterben und muss nicht unbedingt an ritalin sterben
da die dosen an jahrelang labortieren ausprobiert wurden anschließend erneut auf den prüfstand kamen, dann mit einem sicherheitswert belegt wurden um es nochmals sicherer für den menschen zu machen und erst dann an versuchsreihen getestet wurden usw usw. bis sie jahre später auftauchten
von einer normdosis stirbt i.d.R. keiner! überempfidlichkeiten gibts immer das ist aber nicht die masse der bevölkerung
stellt sich die frage wozu mein kommentar, weil ich ehrlichgesagt dein post voll daneben finde du pöbelst mark an mit "gehen dir die kommentare aus" und lieferst so ein beitrag
(#24) zum_bleistift meinte am 01.07.2010 dazu:
" @tacheles
Sorry, ich wollte niemand die Hoffnung nehmen. Aber bevor an diesen etablierten Institutionen etwas geändert werden kann, müssen die Fakten allgemein bekannt gemacht werden. Sonst ändert sich nie etwas.

Kennst Du einen psychisch Kranken, der sich bspw. vor der Behandlung die Schuhe nicht zubinden konnte und nach einiger Behandlung mit Psychopharmaka dann alles wieder normal war? – er ohne diese Präparate auskam und sich die Schuhe wieder binden konnte?

Ich verstehe Deinen Zorn, aber wo kannst Du sehen, dass Psychiater in den letzten 50 Jahren etwas Sinnvolles entwickelt haben, das tatsächlich Heilung bewirkt? Sie reden von Heilung!!! Look don't listen!

Es gibt Psychopharmaka (Gift mit Nebenwirkungen; kaum ein Unterschied zu Straßendrogen; teilweise heftiger),
Heilkrampftherapie (mit bis zu 400 Volt den vorderen Hirnlappen anschmoren und teilweise verdampfen lassen),
präfrontale Lobotomie (6 cm über dem Jochbein ein Loch bohren und umrühren – d.h. mit einer Art Stricknadel den vorderen Hirnlappen abtrennen; der Effekt kann heutzutage schon mit Tabletten bewirkt werden),
Kreuzstich (da wird mit einer Spritze Luft in die Wirbelsäule gedrückt; anschließend muss der Patient 2-3 Tage ruhig liegen und kann sich nicht mehr rühren, da jede Bewegung extreme Kopfschmerzen verursacht),
andere Gehirnoperationen,
Musiktherapie etc.

Beispiel Alkoholiker: 1-2% Erfolgsquote weltweit! 100 Leute werden hin geschickt und 2 kommen geheilt zurück. 98 … Da waren die Quacksalber im Mittelalter besser. Es ist völlig sinnlos jemand dort hin zu schicken. Es gibt Lösungen für Drogenentzug, die etwa 70% Erfolgsquote haben.

Heroin wurde von der Firma Bayer entwickelt und von der Psychiatrie eingesetzt, um Opiumsüchtige zu heilen!!! (Ich habe mich hier nicht verschrieben!) Heute ist Heroin eine Straßendroge. Die letzten Jahre "heilt" man Herionsüchtige etc. mit Methadon, das noch heftiger ist. Wo ist da bitte eine Heilung?

Wären das Mechaniker, ich würde mich hüten, sie an mein Auto zu lassen.


Wie lange würde Dein Chef zuschauen, wenn Du ihm ständig erzählen würdest, wie gut Deine Mitarbeit ist, die Sache so kompliziert ist und man nicht sagen kann ... und er seine Jobs nicht erledigt bekommt? 50 Jahre?

Solange es die Bevölkerung über die Krankenkasse finanziert und jeder der ein bisschen Einblick hat mitverdient, gibt es keinen Grund daran zu rütteln – oder doch?

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