Schülerbezogene Daten besser nicht zuhause aufbewahren
Eine Grundschullehrerin nahm Beobachtungsbögen mit personenbezogenen Daten mit nach Hause. Diese Bögen landeten über den Umweg Hausmüll in der Gosse - und die Lehrerin hat jetzt bösen Stress.
Diesen Beitrag weiterempfehlen
Zu diesem Beitrag
Eingetragen am 08.12.2006, 14:49 Uhr in Nachrichten |
1 x kommentiert, 74 x gelesen in 2012. Diesen Beitrag kommentieren.
Die Lehrerin hat die Beobachtungsbögen zuhause in den Müll geworfen, von dort gelangten sie irgendwie an den Straßenrand und wurden von PassantInnen gefunden. Der Fall interessiert uns alle, weil wir natürlich stets tonnenweise personenbezogenes Material zuhause lagern (Klausuren, Kommentare, Elternbriefe ...).
Sehr peinlich ist die Geschichte für die betroffene Grundschullehrerin, die das Material nicht “sachgerecht” entsorgt hat. Denn die Schulleitung reagiert ausgesprochen verkrampft.
“Bei uns haben die Lehrer kein Arbeitszimmer, weshalb die Kollegin ihre Notizen mit nach Hause genommen hat, um sie durchzuarbeiten”, so [Rektorin] Boosch weiter. Alle Lehrkräfte würden bei Dienstantritt auf ihre Rechte und Pflichten hingewiesen. “Mit einer solchen Nachlässigkeit der Kollegin habe ich daher nicht gerechnet”, stellt die Rektorin fest.
Das Verhalten der Lehrerin hat zwischenzeitlich disziplinarrechtliche Folgen gezeitigt. Sie hat eine Rüge von der Schulleiterin erhalten, verbunden mit einem Eintrag in die Personalakte. Zudem will Helga Boosch dafür sorgen, dass solch ein Vorfall sich künftig nicht wiederholt. “Die Daten sind, wenn sie nicht mehr gebraucht werden, zu vernichten”, so die Rektorin. Eine weitere Lehre aus dem aktuellen Vorfall könne sein, dass die Notizen künftig zentral in der Schule unter Verschluss gehalten werden, “auch wenn es pädagogisch sinnvoll ist, dass die Lehrer ihre Aufzeichnungen bei sich haben”.
main-spitze.de 10.11.2006: Daten in Müll geworfen statt vernichtet
Klaus Feine-Koch, stellvertretender Leiter des Staatlichen Schulamts für den Main-Taunus-Kreis und den Landkreis Groß-Gerau, forderte die Schulleitung umgehend zu solchen disziplinarrechtlichen Schritten auf. Er hat außerdem darauf hingewiesen, dass es zwar
[...a]nders als bei den Schülerkarten [...] bei den Aufzeichnungen über die Beobachtung keine dienstliche Vorschrift über die Aufbewahrungsart oder eine Frist, wie lange die Notizen aufzuheben sind, [gebe ...]. Allerdings stellt der stellvertretende Amtsleiter klar: “Derartiges Material gehört in die Schule und nicht nach Hause.”
main-spitze.de 10.11.2006: Daten in Müll geworfen statt vernichtet
Wir ziehen zwei Lehren aus der Geschichte.
1. Mit einem anständigen Arbeitsplatz in der Schule wäre doch alles gelöst.
2. Deutschaufsätze sollte man nach dem erfreulichen Korrekturvorgang sofort verbrennen.
Diesen Beitrag weiterempfehlen
1 Kommentare von Lehrerfreund/innen
“1. Mit einem anständigen Arbeitsplatz in der Schule wäre doch alles gelöst.”
Sicher nicht… ich habe als Schüler (nicht lange her) schon Notenlisten im Papiermüll der Schule entdeckt. Unverantwortlich bleibt unverantwortlich, egal ob daheim oder bei der Arbeit.
Ist es wirklich so schwer einen Aktenvernichter für 20€ bei Aldi zu kaufen?
“2. Deutschaufsätze sollte man nach dem erfreulichen Korrekturvorgang sofort verbrennen.”
siehe oben. Täter und Opfer sollten durch Sarkasmus nicht einfach verdreht werden - auch wenn ein Portal natürlich pro Lehrer argumentiert: Objektivität gehört immernoch dazu.
Dass dies ein sehr peinlicher Fehler ist, sollte allen Beteiligten klar sein.
Jedoch ist zu bemerken, dass in JEDER halbwegs vernünftigen Firma eine Arbeitsplatz (Schreibtisch, Telefon, aktueller PC, Aktenvernichter usw) gestellt wird.
Wie sieht es hierbei in der Schule aus?
Wo gearbeitet wird, werden Fehler gemacht.
Ich denke das passiert der Kollegin nicht nochmal.
Geben Sie Ihren Kommentar hier ein:
Hinweis: Der Kommentar wird von einem Moderator geprüft.
1334 Einträge, 11615 Kommentare
Seite generiert in 0.5104 Sekunden bei 142 MySQL-Queries
111 Lehrer/innen online (3 min Timeout / 179 )





