Standbild bauen und präsentieren
Anweisung zum Bau eines Standbilds (auch: "Statue", "Denkmal") im Deutschunterricht (Folie mit Arbeitsanweisungen). Außerdem ergänzende Hinweise zu den Arbeitsschritten und zur Präsentation des Standbilds.
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Eingetragen am 11.12.2006, 20:56 Uhr in Deutschunterricht | Neue Formen im DU | Interpretationstechnik |
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Arbeitsanweisungen zum Bauen des Standbildes
1) Informiert eure Partnergruppe knapp über die Ergebnisse eurer bisherigen Arbeit.
Anmerkung:
Der Szene/Figurenkonstellation/Problematik, die im Standbild veranschaulicht werden soll, sollte in der Regel eine inhaltliche Erarbeitung durch die SchülerInnen vorangehen, da sonst während des Baus zu viel kognitive Interpretationsarbeit geleistet werden muss. Im vorliegenden Fall ging eine Arbeit in Expertengruppen voraus.
Die Gruppegröße sollte 5-6 Personen nicht überschreiten. In der Regel kommen zu den dargestellten Figuren noch ein bis drei RegisseurInnen.
Ziel ist es nun, die typischen Charakteristika des Verhältnisses zwischen Emilia und dem entsprechenden Mann in einem Standbild darzustellen.
Anmerkung
Der vorliegende Arbeitsauftrag bezieht sich auf das Verhältnis von Emilia zu Vater Odoardo/Graf Appiani/Prinz Hettore Gonzaga in Lessings “Emilia Galotti”.
2) Beratet euch kurz, welche Mittel der Gestik, Mimik, Körperhaltung, Stellung der Figuren zueinander usw. euch dazu sinnvoll erscheinen.
Anmerkung:
Wichtig ist hier, dass den SchülerInnen die theoretische Offenheit der Darstellung bewusst ist. Wenn Emilias schmerzvolle Ohnmacht dargestellt werden soll, kann Emilia auch zusammgekrümmt in der Zimmerecke liegen - gleichgültig, ob diese Handlung in der literarischen Realität vorkommt oder nicht.
3) Wählt zwei Personen als Darsteller aus. Sie verhalten sich im Folgenden passiv - wie bewegliche Puppen.
Anmerkung:
Es ist sehr wichtig, dass die Darstellenden “Puppen” sich wirklich absolut passiv verhalten und sich nicht in den Prozess einmischen. In der Regel genügt die Vorgabe, dass die Darsteller/innen nicht sprechen dürfen.
4) Die übrigen Gruppenmitglieder formen wie „Regisseure“ das Standbild, indem sie die Darsteller anweisen/mit der Hand formen/vormachen/vorschlagen, ..., bis das Standbild den Vorstellungen entspricht. Jetzt sieht das Standbild aus wie ein angehaltener Film.
Anmerkung:
Man sollte als Lehrperson darauf achten, dass in den Gruppen auch Detailarbeit leisten (Haltung der Hände, Gesichtsausdruck, Stellung der Füße, Sitz-/Stehhaltung usw.).

Präsentation des Standbilds
Während die präsentierende Gruppe ihr Standbild vorne (?) aufbaut, schließen alle SchülerInnen der Klasse (auch: die Lehrperson!) die Augen bzw. schauen aus dem Fenster. Ist das Standbild perfekt aufgebaut, entfernen sich die RegisseurInnen von der “Bühne” und geben ein Zeichen (z.B. in die Hände klatschen). Alle SchülerInnen schauen nun das Standbild an, am besten kommen alle nach vorne, so dass das Standbild von allen Seiten betrachtet wird.
Die Auswertung erfolgt i.d.R. im Gespräch, das von der Lehrperson nur moderiert wird.
Wichtig ist, dass die Auswertungsphase nicht zu lange dauert, da es SchülerInnen nicht leicht fällt, die eingenommene Position länger als wenige Minuten unverändert zu halten. Deshalb sollte man sich als LehrerIn auf das Auswertungsgespräch inhaltlich gut vorbereiten, um zügig die wichtigen Punkte zu erreichen. 3-4 Minuten für das Gespräch sind die Obergrenze.
Leitfaden für Arbeitsfragen beim Auswertungsgespräch über das Standbild
- Beschreibt, was ihr seht.
- Wer wird durch wen dargestellt / Begründung?
- Welche Charakterzüge / Beziehungsaspekte sind erkennbar? Woran erkennt man sie?
- Welche Figur wirkt mächtiger/aggressiver/vereinnahmender [usw.]?
- Welche Gesten/Auffälligkeiten dienen welchem Zweck?
- Vergleich mit vorherigem Standbild
- Was könnte man an diesem Standbild verändern?
Arbeitsanweisung zum Bauen eines Standbildes als Folie (PDF)
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1 Kommentare von Lehrerfreund/innen
im prinzip fehlt, dass die darsteller auch äußern sollten, wie sie sich in dieser position fühlen (einfühlen in die zugewiesene rolle, aus passiven objekten werden fühlende subjekte.) diese oben beschriebene technik, deren bekanntester vertreter B. Hellinger ist, kommt aus der systemischen psychologie und nimmt in der dargestellten form nur einen teil heraus. das ist m. e. nicht korrekt. i. übrigen wird aus diesem steinbruch recht viel geklaut und in den unterricht verwurstelt, ohne dass bekannt ist, welches system zugrunde liegt. stichwort wäre hier > konstruktivistisches lehren
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