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Terhart: Lehr-Lern-Methoden (Skript)

Skript einer (ehemaligen) Referendarin zum Buch "Lehr-Lern-Methoden" von Ewald Terhart (2 Seiten).

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Eingetragen am 03.05.2007, 15:33 Uhr in Paedagogik | Methoden |

1103 x gelesen in 2012. Diesen Beitrag kommentieren.

Das folgende Skript wurde zur Referendariatsprüfung von Frau Silvia Lipp erstellt - Vielen Dank!

Zweiseitige Zusammenfassung der wichtigsten Inhalte von Ewald Terhart: Lehr-Lern-Methoden (bei Amazon: 15,00 € ).

Sie können den folgenden Text auch hier als PDF-Datei zum Ausdrucken herunterladen:

Ewald Terhart: Lehr-Lern-Methoden. Eine Einführung in Probleme der methodischen Organisation von Lehren und Lernen, München 1997.

Dimensionen der Definition von Unterrichtsmethode:

1. Dimension ‚Zielereichung’: Hiermit wird der Einsatz der Methode als Mittel zur Zielerreichung vorgestellter Unterrichts- und Lernziele betont.
-> Methoden sind Mittel zur Zielerreichung, die möglichst rational zu kalkulieren und einzusetzen sind.

2. Dimension ‚Sachbegegnung’: (...) als vermittelnde Instanz zwischen lernenden Subjekt und zu lernendem Objekt verstanden.
-> wechselseitige Bereicherung und Erschließung gedacht (Klafki)
-> bildungstheoretischer Gedanke: Dem Lehrer kommt die Aufgabe der methodischen Ermöglichung von bildenden Sachbegegnungen zu, wobei das Ausmaß der methodisierten Begegnung unterschiedlich hoch sein kann.

3. Dimension ‚Lernhilfe’: Unter Betonung dieser Dimension wird Unterricht als Lernhilfe, als Schaffung von möglichst günstigen Bedingungen für Lernen auf Seiten der Schüler verstanden.
-> der Lehrer arrangiert methodisch fördernde Umwelten für kognitives und moralisches Lernen.

4. Dimension ‚Rahmen’: Unterricht wird nicht in freier Begegnung von Lehrer, Sache und Schüler, sondern im Rahmen der Institution Schule gesehen.
-> durch die Entscheidungen auf der Ebene der Institution Schule wird der Spielraum für Methodenentscheidungen auf der Handlungsebene bereits sehr stark eingegrenzt

- Bisher war von der Definition des Begriffs ‚Unterrichtsmethode’ die Rede. Nun gibt es aber unterschiedliche Unterrichtsmethoden, d.h. je besondere Realisierungsformen dessen, was als Unterrichtsmethode überhaupt möglich ist.

1. Schulze differenziert nach Ebenen, die unterschiedliche Entscheidungsbedingungen aus der Sicht des methodisch handelnden Pädagogen kennzeichnen:
a. Makroebene: Methodensysteme, Schulorganisation etc.
b. mittlere Ebene: Methoden- Erscheinungen, auf die sich die Entscheidungen eines praktischen Pädagogen in erster Linie beziehen (Form, Struktur, Ausstattung)
c. Mikroebene: Methoden-Erscheinungen, die erst in der Lernsituation relevant werden (Fragen, Verstärkung, Hilfen)

2. Klassifikationssystem von Schulz:
a. Methodenkonzeptionen: Darunter versteht er Gesamtentwürfe des Unterrichtsverlaufs (ganzheitlich-analytisch, elementhaft-synthetisch Verfahren, Projektverfahren, wissenschaftsorientierter Unterricht, offener Unterricht etc.)
b. Artikulationsschemata: Damit ist die zeitliche Phasengliederung des Unterrichts gemeint. (z. B. Motivation, Darbietung, Verknüpfung, Zusammenfassung, Anwendung, Übertragung)
c. Sozialformen: die sozialen Beziehungen bezeichnet, die Lehrer und Schüler sowie auch Schüler untereinander eingehen können (Klassenunterricht; Einzelarbeit; Gruppenarbeit; Team-Teaching etc.).
d. Aktionsformen des Unterrichts: bezeichnet die unterschiedlichen Verhaltensformen des Lehrers ((Lehrervortrag, -demonstration, - impulsen etc.)
e. Urteilsformen: sind die einzelnen Mikro-Bezüge des Unterrichtens (verbale, non-verbale Äußerungen), deren Ablauf den Unterrichtsprozess konkret konstituieren.

Zielerreichung durch Methode

- ‚methodos’ – der Weg oder die Schrittfolge
-> führt zur Erreichung eines vorgestellten Ziels
-> Charakter eines Mittels, durch sie wird das angestrebte Ziel erreichbar
-> Gegenüber dem Ziel hat die Beschäftigung mit Methoden, deren Anwendung zu diesem Ziel führt, einen nachgeordneten Charakter

Lernzielorientierung

Den konsequentesten Versuch einer strikt am Zweck/Mittel-Denken orientierten methodischen Organisation des Lernens und Lehrens stellt das lernzielorientierte Konzept dar.

-> Schritte:
1. Fixierung und Präzisierung des gewünschten Endverhaltens der Schüler (Soll-Zustand)
2. Erhebung der Ausgangsbedingungen bzw. Lernvoraussetzungen der Schüler (Ist-Zustand)
3. Planung von Lernschritten, die ‚ist’ in ‚soll’ überführen
4. Bereitstellung von Lernmöglichkeiten unter Einsatz von Medien
5. Lernkontrolle

- Hauptaufgabe/zentrale Schwierigkeit: Konstituierung einer möglichst geschlossenen und stringenten Ableitungskette ausgehend vom obersten Lernformeln bis hin zu konkret beobachtbaren Einzelleistungen der Schüler (Operationalisierung)
-> Richtziele; Grobziele; Feinziele
- Kritik:
1. durch Zweckorientierung klammere sie alle nicht-zielführenden Aktivitäten aus
2. zerstört pädagogische Freiheit/Autonomie des Lehrers
3. konzentriert sich auf den kognitiven Bereich, soziales Lernen wird vernachlässigt
4. dienen der staatlicherseits angestrebten Kontrolle

Lehrmethoden als Bedingungen für Lernprozesse

- Lernen bedeutet eine Steigerung der Möglichkeiten, sich mit seiner Umwelt wie auch mit sich selbst auseinanderzusetzen.
- Die Methoden sind immer nur im Blick auf die Art (Qualität) des durch sie unterstützten, geförderten, provozierten Lernens zu beurteilen.
- Die Pluralität der Lernformen erfordert eine Pluralität im Methodischen

Darstellender Unterricht:Aufnehmendes Lernen- Frontalunterricht - lehrergesteuert, darbietender, auf Wissen ausgerichteter Unterricht - gut: Wenn der Lehrer einen bestimmten inhaltlich spezialisierten und klar strukturierten Wissensbereich präsentieren will und die Schüler diesen nachvollziehen und in ihr Wissen und Denken aufnehmen sollen.
Problemorientierter Unterricht: Entdeckendes Lernen- Problemlösungsprozess - über einen kreativen Akt über das Vermittelte hinaus gelangt man zu neuem Wissen
Gruppe als Methode: Kooperatives Lernen- Aufgabe des Lehrers ist es, Bedingungen zu schaffen, die es ermöglichen, dass sich eine Ansammlung von Schülern in eine Gruppe verwandelt, in der ein solches Lernen stattfindet. - Zurücknahme der Lenkungsfunktion des Lehrers (Schüler lernen Selbsttätigkeit im kooperativen Lernen) - durch Freigabe des Lösungsweges die Selbsttätigkeit des Denkens und Arbeitens fördern - Förderung der sozialen Kooperation durch gemeinsame Arbeit - Vorbereitung einer identitätsfördernden, an Mündigkeit orientierten, demokratischen Umgangsform
Methoden der Moralerziehung: Moralisches Lernen- Verpflichtung, die Persönlichkeitsentwicklung von Heranwachsenden zu fördern - Orientierung an einem als verbindlich erachteten Normen- und Wertekodex sowie Tugendkatalogen - Ansatzpunkt ist Individualisierung; Ziel ist die Hinführung zu einem klaren individuellen Wertemuster
Handlungsorientierter Unterricht: Integratives Lernen- Verbindung von kognitivem, sozialen und moralischem Lernen - Eigenaktivität/Selbsttätigkeit der Schüler spielen eine Rolle - knüpft an die Interessen der Beteiligten an - versucht einen Bezug zur Wirklichkeit herzustellen - Raum für Selbstorganisation und Selbstverantwortung der Schüler - Lehrziele und Handlungsziele der Schüler müssen verbunden werden - fördert Kooperation im gemeinsamen Handeln etc.

 

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