Lehrer-Umfrage
Ist der Beamtenstatus für Lehrer/innen sinnvoll?
Zu den ungeklärten Fragen der Welt gehört die nach dem Beamtenstatus von Lehrer/innen. Beamt/innen sind unkündbar, verdienen mehr Geld als Angestellte - müssen dafür aber auch Einschränkungen ihrer Bürgerrechte in Kauf nehmen (z.B. Streikrecht). Einige Argumente für und gegen die Verbeamtung von Lehrer/innen, außerdem eine kurze Umfrage (zwei Fragen) unter unseren Leser/innen: "Finden Sie es sinnvoll, Lehrer/innen zu verbeamten?"
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Eingetragen am 23.10.2010, 13:31 Uhr in Nachrichten | Umfragen |
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Was bedeutet der Beamtenstatus für Lehrer/innen
Lehrer/innen mit Beamtenstatus genießen folgende Vorteile:
- Verbeamtete Lehrer/innen verdienen netto mehr Geld als angestellte Lehrer/innen, da sie keine Sozialversicherungsabgaben bezahlen (mehr Netto vom Brutto).
- Beamt/innen sind i.d.R. privat krankenversichert; da sie beihilfeberechtigt sind, kostet sie dieser Versicherungsschutz nicht mehr als Angestellte die Mitgliedschaft in einer Gesetzlichen Krankenkasse.
- Beamt/innen mit dem Status “auf Lebenszeit” sind unkündbar; sie können nur entlassen werden, wenn sie zu Freiheitsstrafen von mehr als 12 Monaten verurteilt werden oder sich eines gravierenden Dienstvergehens schuldig machen (mehr).
- Häufig fällt in erhitzten Diskussionen das Argument, die Beamtenpension sei wesentlich höher als die gesetzliche Altersrente. Hierzu Wikipedia: Pension, Kap. Vergleich zwischen Altersrente und Pension.
Allerdings haben Beamte auch gewisse Verpflichtungen: So sind an die Weisungen ihrer Vorgesetzten gebunden (Gehorsamspflicht) und haben eingeschränkte Bürgerrechte: Sie dürfen nicht streiken (Lehrerfreund: Dürfen Beamte streiken?), dürfen sich im Dienst (d.h. bei Lehrer/innen: im Unterricht, in der Schule, beim Korrigieren von Klassenarbeiten) nicht politisch äußern/betätigen und dürfen durch ihr Verhalten außerhalb des Dienstes das Ansehen des Staates nicht beschädigen.
In den alten Bundesländern sind fast alle Lehrer/innen an staatlichen Schulen verbeamtet, in den neuen Bundesländern gibt es aus politischen Gründen fast keine verbeamteten Lehrer/innen:
“Lehrer sollten nach Auffassung der Entscheidungsträger nach der Wende als einstige Staatsdiener der ehemaligen DDR nicht gleich verbeamtet werden”, sagt Professor Dr. Hans-Dieter Klein, Pressesprecher der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Sachsen-Anhalt. “Die Entscheidungsträger befürchteten damals, dass es sich um rote Socken handelt, die noch dem Sozialismus anhaften und politische Meinung machen wollen. Beamte hätte man bei entsprechenden Entgleisungen nicht entlassen können.”
Lehrer/innen verbeamten oder nicht?
Argumente GEGEN die Verbeamtung von Lehrer/innen
Das Zitat oben thematisiert den wohl wichtigsten Punkt, der gegen die Verbeamtung von Lehrer/innen spricht: Beamt/innen können nicht entlassen werden - auch wenn sie ihre Arbeit nicht erwartungsgemäß erfüllen (d.h. auch: schlecht machen). Wenn ein/e Lehrer/in sich nicht fortbildet, keinen Grund dafür sieht, ihren Unterricht ordentlich vorzubereiten und mittags braungebrannt auf dem Tennisplatz rumhängt, gibt es seitens ihrer Vorgesetzten kaum angemessene Druckmittel. Häufig wird auch die Frage gestellt, ob der Beamtenstatus nicht die Motivation für engagierte Arbeit bereits im Keim erstickt. Dieses Problem zeigt sich natürlich auch in den höheren Etagen: Manche Schulleiter/innen und Beamt/innen der Kultusverwaltung sind hinsichtlich ihres Anforderungsprofils (Personalführung, Verwaltung, interne und externe Kommunikation) inkompetent und zeigen grundsätzlich wenig dienstliches Engagement.
In einem Arbeitsverhältnis der freien Wirtschaft wäre es für die jeweiligen Vorgesetzten möglich, notwendig und nützlich, solche Leute nach zwei Abmahnungen innert weniger Monate zu feuern. Als Beamt/innen hat man sie in der Regel bis zur Pension am Hals.
Argumente FÜR die Verbeamtung von Lehrer/innen
Man darf nicht übersehen, dass der Beamtenstatus bei Lehrer/innen auch positive Aspekte hat. Damit befasst sich die jüngste Pressemeldung der Lehrergewerkschaft VBE Baden-Württemberg:
Selbst ein Großteil der Öffentlichkeit fordere immer wieder, Lehrer nicht im Beamtenverhältnis, sondern als Angestellte zu beschäftigen, weil man glaube, dann mehr Druck auf die Pädagogen ausüben zu können, sagt Brand. Aber auch Tarifbeschäftigte würden nach einer gewissen Zeit praktisch unkündbar. Beamte seien für den Arbeitgeber finanziell deutlich günstiger, weil bestimmte Abgaben wegfielen und Beihilfezahlungen im Krankheitsfall in der Summe weniger Kosten verursachten als der sonst fällige Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Krankenversicherung.
Lehrer erfüllen einen staatlichen Bildungs- und Erziehungsauftrag, erteilen Noten, nehmen Prüfungen ab, entscheiden über Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen im Rahmen des Schulgesetzes, sprechen Versetzungen aus und vergeben Schulabschlüsse, vollziehen somit „hoheitliche Aufgaben“, stellt der VBE-Vorsitzende fest. Die durch den Beamtenstatus nur den Gesetzen, der Verfassung und den Bildungsplänen verpflichteten Pädagogen werden so weder parteiinterner noch interessenpolitischer Bevormundung ausgesetzt.
Nach Auffassung des VBE sichert der Beamtenstatus der Lehrerschaft nicht nur die pädagogische Freiheit und Neutralität, sondern garantiert den Schulen gleichzeitig Kontinuität und Stabilität bei der täglichen Arbeit, da beamtete Lehrer nicht streiken dürfen. Lehrerstreiks wären hochgradig unsozial, weil sie auf dem Rücken der Schüler ausgetragen werden würden und es finanziell besser gestellten Eltern leichter fiele, durch Streik verursachte Bildungsdefizite ihrer Kinder mit teuren Nachhilfestunden auszugleichen.
Fazit: Sollen Lehrer/innen verbeamtet werden?
Die Diskussion um den Beamtenstatus bei Lehrer/innen wird immer sehr emotional geführt - kaum ein Mensch steht dieser Frage neutral gegenüber: Die Einen neiden den Lehrer/innen ihren Beamtenstatus und die damit verbundenen Vergünstigungen, die Anderen sehen in der Abschaffung des Beamtentums für Lehrer/innen die Möglichkeit, staatliche Gelder zu sparen, verbeamtete Lehrer/innen selbst sehen vor allem den eigenen Vorteil und wollen ihn bewahren.
Umfrage: Lehrer/innen verbeamten
Hier fand in den ersten zwei Novemberwochen 2010 eine Umfrage zum Thema statt (siehe Screenshot unten). Die Ergebnisse der Umfrage finden Sie hier: Lehrerfreund 14.11.2010: Umfrage: Mehrheit der Lehrer/innen findet Beamtenstatus sinnvoll.

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39 Kommentare von Lehrerfreund/innen
sorry, aber als angestellter Lehrer, der 100%ig die gleiche Arbeit wie ein beamteter Lehrer tut, aber dafür nur Nachteile hat, leuchten mir die Argumente für ein Beamtentum nicht so recht ein.
Na, ist doch ganz klar. Damit du (oder andere) diese Nachteile nicht hast.
Kommentar #1 erscheint mir unlogisch.
Gerade jemandem, der die gleiche Arbeit macht wie ein Beamter, aber davon nur Nachteile hat, sollten die Argumente für eine Verbeamtung am ehesten einleuchten!
Verständlich, aber eben nur eine stark subjektive Sicht. Es geht nie um einzelne Personen sondern um den generellen Umgang mit einer Berufsgruppe.
Wenn das Beamtentum flächendeckend eingeführt würde, sähe ich keine Veranlassung, für meine Rechte als Arbeitnehmer alle mir zur Verfügung stehenden Mittel zu nutzen, also auch zu streiken. Allein das sollte schon ein wichtiger Grund sein.
Das bedeutet doch nicht gleichzeitig, dass angestellte Lehrer weniger arbeiten/schlechter sind als Beamte.
Gäbe es bei uns nur das Angestelltenverhältnis für Lehrer, dann hätte ich nicht Lehramt studiert.
Ein verbeamteter Hauptschullehrer verdient netto und abzüglich Krankenkassenkosten in Lohnsteuerklasse I nach 10 Dienstjahren in Bayern nicht mehr als ca. 2200 Euro. Geht ja noch, aber Angestellte bekommen nochmal deutlich weniger.
Für das Geld muss man dann echt nicht mehr studieren und zwei Jahre lang als Anwärter für 800 Euro buckeln. Da gibt´s in der Wirtschaft attraktivere Berufe, die psychisch weniger belastend sind und bessere Aufstiegsmöglichkeiten bieten.
Ich hätte nichts dagegen, wenn wir auf Angestelltenbasis arbeiten würden. Dann aber bitte auch mit den Privilegien, die die freie Wirtschaft ihren Akademikern in Berufen mit zu wenigen Fachkräften gewährt (Dienstwagen, Dienstlaptop, Diensthandy,...) und natürlich einem angemessenen Einkommen.
Würde der Beamtenstatus gestrichen und Lehrer nur noch zum bisherigen Angestelltentarif eingestellt, dann bestünde die Gefahr, die besten Köpfe für den Beruf zu verlieren.
Fragen Sie doch mal, ob es sinnvoll ist, dass Parlamentarier nach 2maliger Wahl ins Parlament eine Pension beziehen, neben der die in vielen Jahren erarbeitete Lehrerpension wie ein Taschengeld aussieht.
Ich weiß, das viele verbeamtete KollegInnen jetzt ausflippen, wenn sie das lesen, aber:
Das Berufsbeamtentum tötet unsere Schulen.
Meine Erfahrungen als Lehrer und Vater zweier Kinder zeigen mir seit langem, dass leider viele in unserem Job mit dem Beamtenstatus jeglichen Berufsethos endgültig ablegen. Wenn ich mir dann noch das Gejammere von Gymnasiallehrern über ihren anstrengenden und nevenaufreibenden Job anhöre, könnte ich mich übergeben.
Natürlich ist unser aller Job anstrengend, aber ich gehöre zu den Bekloppten, die Beruf mit Berufung in Verbindung bringen. Wirklich schlimm, wenn man nach dem Studium mitbekommt, dass Schülerinnen und Schüler einen nicht automatisch mit offenen Armen empfangen, nur weil man ein paar Jahre an einer Uni verbracht hat (und leider oft sonst vom Leben nichts mitbekommen hat).
Man muss sich eben immer wieder neu auf sein Klientel einstellen - das muss man in anderen Berufen übrigens auch.
Wer über den Werteverfall jammert und die gesellschaftlichen Veränderungen nicht zur Kenntnis nehmen will/kann, ist eben auf dem falschen Dampfer. Freiwillig will (oder kann) diesen meistens keiner verlassen. Aber das Beamtentum verhindert eben leider, dass der Kapitän keine neuen motivierten Matrosen auf seinen Dampfer bekommt. (Ich bin übrigens kein Kapitän - ich ärgere mich nur über die unmotivierten Kollegen.)
Aber wie soll hier eine Veränderung kommen? Die Klientelpolitik von GEW bis Phililogen, von SPD bis CDU macht ein Umsteuern meiner Ansicht nach leider sehr unwahrscheinlich.
Schade für die Kinder die Eltern und die vielen KollegInnen, die als Lehraufträge oder arbeitslos ihr Dasein bestreiten müssen.
Ich persönlich finde, dass das ganze staatliche Schulsystem mehr reformiert werden sollte - was leider nur zum Teil und viel zu langsam passiert.
Generell bin ich gegen Beamtenstatus in der Bildung, nicht dass ich es den Lehren nicht gönne, sondern das verleitet leider oft zur Stockung oder gar Absagen von neuen Impulsen. Ich sehe dies einfach als eine starke Lobby, die an Veränderungen nicht wiklich interessiert ist und wenn doch, werden die Betrofennen nicht gefragt. Das geht leider auf Kosten von Kindern, sozial Schwachen Familien, letztendlich auf alle die später Schwierigkeiten in der Gesellschaft bekommen. Klar dass die Beamten sich über den Status freuen, da müsste nicht nur die Politik sondern Interessensgemeinschaften alternativer und privater Unterrichtsformen noch mehr einwirken.
Gleicher Lohn, gleiche Rechte und gleiche soziale Absicherung für gleiche Arbeit und gleiche Pflichten.
Liebe angestellte LehrerInnen GEWHT ENDLICH DAFÜR AUF DIE STRAßE! Nur gemeinsam sind wir stark!
Ich bin das, was in meinem Namen steht.
Zitatanfang:
Allerdings haben Beamte auch gewisse Verpflichtungen: So sind an die Weisungen ihrer Vorgesetzten gebunden (Gehorsamspflicht) und haben eingeschränkte Bürgerrechte: Sie dürfen nicht streiken (Lehrerfreund: Dürfen Beamte streiken?), dürfen sich im Dienst (d.h. bei Lehrer/innen: im Unterricht, in der Schule, beim Korrigieren von Klassenarbeiten) nicht politisch äußern/betätigen und dürfen durch ihr Verhalten außerhalb des Dienstes das Ansehen des Staates nicht beschädigen.
Zitatende.
Bis auf das vorhandene Streikrecht unterliege auch ich als LiA allen Einschränkungen. All dies steht teilweise wörtlich so in meinem Angestelltenvertrag. Ist es da fair, für dieselbe Arbeit ca. 500€ netto weniger zu verdienen?
Ich bin gegen eine Verbeamtung, weil sie leider auch solche Lehrer vor dem Entlassenwerden schützt, die nicht Lehrer sein sollten.
Gilt auch für Polizeibeamte!!!!
Ist es das Ziel der Bildung im Land Arbeitsplätze für Lehrpersonen zu schaffen (angestellte/verbeamtet)? Das Ziel kann oder sollte lauten.“Lebenslanges Lernen lernen”!. Was sich dieser Maxime nicht eineindeutig unterordnet muss kritisch hinterfragt werden. Wenn man sich in Deutschland das auf der ganzen Linie eingetretene Versagen der Ministerialbürokratie der Kultusministerien ansieht kommt man ganz schnell zu dem Schluß, das die Fragestellung nach verbeamtet/angestellt nicht eindeutig, sondern sogar irreführend ist. Nach einer OECD-Untersuchung werden 66,1 % der Kenntnisse und Sachkenntnisse durch Elternhaus und Familie vermittelt, nur 31 % durch die Schule. Auf diese wissenschaftlich ermittelte Erkenntnis (1963!/2001) hat es die Ministerialbürokratie nicht geschafft umzusteuern. Die Folge sind Privatschulen/private Förderung). Hier gibt es eine gefährliche Fehlentwicklung (Ghettoschulen des Mittelstandes). Die teilweise schlechten Ergebnisse der staatl.Bildung/Schulen (kein Abschluss, Versagen beim Studium, Versagen bei der Führung der Lehrpersonen, Versagen bei der Migration usw.) sind die Ursache. Sehende Eltern greifen deshalb, wo möglich, zur Selbsthilfe. Lehrpersonen müssen, wie alle Menschen angemessen bezahlt werden. Nicht neue Beamte (Besitzstandswahrung), sondern ein Wandel durch neues Handeln und Denken ist für “Lebenslanges Lernen lernen” und für die dafür erforderlichen Lehrpersonen erforderlich. Lehrpersonen müssen ihren Hausverstand benutzen dürfen, um einen Wandel herbei zu führen. Wandel läßt sich weder durch Parlamentsbeschluss, Ministeranweisung noch durch sogenannte “Schulentwickler” verwirklichen. So viel im Moment.
Als verbeamteter Lehrer meine ich, dass es nicht zwangsläufig notwendig ist, Lehrer zu verbeamten. Was aber definitiv aufhören muss, ist die ungleiche Bezahlung von Beamten und Angestellten, die als Lehrer arbeiten. Das darf aber nicht zu einer allgemeinen Absenkung der Gehälter führen.
Angestellte LehrerInnen haben die gleichen Rechte und Pflichten aus dem Dienstverhältnis wie beamtete Lehrer. Dass KV-Beiträge eines beamteten Lehrers gleich hoch sein sollen wie die eines angestellten Lehrers zeigt die Unkenntnis der Realität. Von Beihilfeberechtigung für jedes Hilfs- und Heilmittel können Angestellte nur träumen. Der Beamtenstatus ist auch “ganz wichtig für Grundschullehrer, die Textiles Werken und Sport unterrichten - sie handeln hoheitlich”. Die politische Neutralität bei beamteten Lehrern ist auch so ein Wunschdenken - wie viele Lehrer laufen z.Zt. mit dem Button “Stuttgart oben”, also gegen das von Bund und Land (Landesbeamte!!) finanzierte Bauvorhaben auch im Unterricht herum. Beamtenstatus für den Schulleiter und dessen Stellvertreter als Siegelverwahrer ist in Ordnung. Lehrer sind als Angestellte in allen dienstlichen Belangen genauso verpflichtet wie Beamte und streiken dürfen diese genauso wenig. Die Argumente für den heutigen Beamtenstatus (auch Altersversorgung) überzeugen keineswegs und zielen nur auf das Bewahren von Pfründen.
@14 - Sie schreiben:
Dass KV-Beiträge eines beamteten Lehrers gleich hoch sein sollen wie die eines angestellten Lehrers zeigt die Unkenntnis der Realität.
Zur Präzisierung: Privatversicherter Beamter, beihilfeberechtigt zu 50%, Mann, 35, zahlt monatlich zwischen 220 und 300 Euro in der PKV. Angestellter Lehrer, gesetzlich versichert, zahlt je nach Gehaltsklasse und -stufe unter 290.
Es gib ohnehin schon Überlegungen, wie man die Gehälter absenken kann. Diese Gleichstellung wäre eine geeignete Möglichkeit.
Die Umstellung auf Master- und Bachalorsystem bedeutet zwar, dass alle Lehrer einen Masterabschluss haben müssen, dass alle Masterabschlüsse ab A13 eingestuft werden müssen, aber nicht für Lehrkräfte. Die sollen weiterhin im Vergleich zum restlichen öD benachteiligt werden. Es sind einfach zu viele von uns nötig. Der Grund ist rein fiskalisch. Ohne Beamtenstatus sind wir perse nicht bezahlbar. Berlin z.B. hatte die Umstellung auf angestellte Lehrer nur mit den unglaublich niedrigen Gehälter angehen können. Jetzt, da sie mit den niedrigen Gehältern Lehrer nicht mehr halten konnten, steht der Berliner Senat vor einem neuen sehr fatalen Dilemma.
Grundsätzlich bin ich auch der Meinung, dass Lehrer nicht verbeamtet sein müssen Aber was meint ihr, was wir bewirken könnten, wenn wir Streikrecht hätten?
Etwas Ähnliches meinte vor etlichen Jahren auch der damalige Innenminister Manfred Kanther, der dazu befragt wurde.
Er meinte, dass er keine ruhige Minute mehr hätte, wenn er wüsste, dass Lehrer Streikrecht hätten. Eine noch so große Terrorgefahr könnte bei ihm nicht so viel Schlaflosigkeit auslösen.
In NRW gibt es ca. 200000 Lehrer. Derzeit sind ca. 20000 angestellt. Selbst die konnten bei den Streiks Anfang 2009 bei der Ministerin schon richtig Unwohlsein verursachen. Auch wenn aus dem Ministerium immer dieses verzweifelte “Hat ja gar nicht weh getan” verlautbart wurde.
Ihr solltet aber auch mal darüber nachdenken:
Als Anfang 2009 Schäuble noch Innenminister war, wurde er zu dem Thema interviewt, ob man Beamten nicht die Möglichkeit geben sollte, ihre Versorgungsansprüche mitzunehmen, wenn sie in die freie Wirtschaft wechseln wollen. So, wie es jetzt sei, gäbe es für Beamten ja faktisch nicht wirklich die Möglichkeit zu wechseln.
Er antwortete sinngemäß, dass das ja auch genau die Absicht sei. Würde man den Beamten diese Möglichkeit einräumen, gäbe es ja gar keinen Grund mehr für sie im öffentlichen Dienst zu bleiben. Der Staat hätte kaum eine andere Chance als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben als über den Beamtenstatus und eben darüber, dass ein Beamter bei einem Wechsel seine Versorgungsansprüche verliert, über die Bezahlung geht es einfach nicht.
Heißt das nicht, dass die Unkündbarkeit dadurch auch beidseitg erzwungen wird?
Heißt das nicht, dass Beamte eben doch wahre Sklaven sind?
Man kann unsere Einkommensentwicklung getrost von der restlichen Arbeitswelt abkoppeln, wir können eh die Brocken nicht hinschmeißen.
Dadurch kehrt sich das angebliche Privileg der Unkündbarkeit doch in einen Fluch um.
Schäuble meinte auch sinngemäß, dass die paar unmotivierten Beamten den Nutzen dieses Status nicht ins Wanken brächten. Die könnte man locker mit durchziehen angesichts der enormen Vorteile für den Staat.
@Der Lehrerfreund
Ich möchte das gern noch ein wenig weiter aufbröseln.
Ich zahle für meine Tochter und mich zusammen ca. 350 Euro PKV-Beitrag. Bis zu dem Urteil des BVerwG war ich noch Angestellte und hatte ca. 290 Euro zu zahlen.
Damals zahlte ich die Praxisgebühr von 40 Euro im Jahr, heute die Kostendämpfungspauschale von 240 Euro.
@14
Sie scheinen keine Kenntnis der Realität zu haben. Soll ich Ihnen mal meine Korrespondenz mit der Beihilfestelle zeigen, aus der hervor geht, was die alles nicht bezahlen?
Mehr als eine BEIhilfe ist das nicht!
ups, Beitrag 16 war von mir. Wie die Anrede in die Zeile des Namens kam, kann ich jetzt auch nicht mehr sagen, sorry!
Selbstverständlich beharren verbeamtete Lehrer auf ihren Status, weil die Bezahlung nun mal netto einfach höher ist. Und der ein oder andere freut sich auch über die private KK (es gibt auch gute Gründe dagegen).
Eine Vereinheitlichung von verbeamteten und angestellten Lehrern führte selbstverständlich zu einer realen Senkung bei den Beamten - wer von ihnen sollte das wollen?
Flexiblere Beschäftigungsverhältnisse können bildungspolitisch negative Auswirkungen haben (hohe Fluktuation, unterschiedliche/intransparente Bezahlung durch Boni etc., Streikrecht).
Natürlich werden Beamte für all dies nicht eintreten - warum auch? Aus Solidarität mit den angestellten Lehrern? Dies dürfte schwer herstellbar sein, es sei denn, angestellte Lehrer würden für gleiche Arbeit gleich entlohnt. Dies ist aber STRUKTURELL unmöglich.
Sich über “hoheitliche Aufgaben” lustig zu machen ist einfach - was dagegen Privatisierung und Outsorcing tatsächlich mit sich bringen können, ist nicht immer ein Segen (man beachte die Bereiche Infrastruktur, Logistik, Energie, Telekommunikation).
Privatschulen mit angestellten Lehrern sind oft nicht nur für Eltern und Schüler attraktiv, sondern auch für Lehrer. Möchte man wirklich zwischen allen staatlichen Schulen einer Verdrängungswettkampf führen, in welchem um die besten Lehrer mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln gekämpft wird. Und was passiert dann mit den Schulen, die kein geeignetes “Lehrermaterial” akquirieren können bzw. nur noch “Ausschuss” beschäftigen? Schließung?
Lehrer nur noch Angestellte?
Super Sache:
1) Streikrecht: Endlich Lohnerhöhungen wie bei den Ärzten. Wenn die mit ihren paar Praxisstreiktagen schon Panik verbreiten, wie ist es erst, wenn Millionen Schüler wochenlang unbeschäftigt in den Straßen herumlungern?
2) Leichterer Wechsel in die Privatwirtschaft: Wenn die Lehrer nach ein paar Jahren Berufspraxis erkennen, dass sie im Gegensatz zu anderen Akademikern unterbezahlt sind und als gesellschaftliche Sündenböcke missbraucht werden, suchen sie sich halt einen anderen Job, erworbene Rentenansprüche gehen nicht mehr verloren.
3) Leichterer Bundeslandwechsel: Nicht mehr jahrelang vergeblich auf die Freigabe warten. Nein, einfach zum Schul(halb)jahr das Bundesland wechseln, wenn der Nachbar besser zahlt. Sollen die Schüler ihr Abitur doch im Selbststudium vorbereiten.
Viele Vorteile wie man sieht. Wer unkündbar sein will, wird heutzutage sowieso nicht mehr Beamter sondern Bankster. Dank staatlicher Rettungspaketen sind dort die Jobs genauso sicher. 14 Monatsgehälter und Boni gibt’s dort auch noch dazu.
an der Schule (Ausland), an der ich tätig bin, sind Lehrer nicht verbeamtet und kündbar.
Die Schüler versuchen, über Eltern Druck auf Lehrer auszuüben. Die Eltern gruppieren sich und fahren Massenangriffe auf alle vorgesetzten Stellen. Die vorgesetzten Stellen geben dem Druck i.A. nach.
Also bist du nicht verbeamtet und liebst Deinen Job,
- verzeichtest Du auf den Pädagogenethos,
- machst nur noch leichte Arbeiten
- gibst nur gute Noten (insbesondere an einflussreiche Kinder),
- kaschierst, dass Deine Schüler die Arbeit einstellen
- läßt Dich von den gleichen Schüler feiern
- von deren Eltern und der Schulleitung auch
- UND HAST EIN BESSERES LEBEN ALS VORHER.
Deine Schüler, studieren hochmotiviert (nach eigener Aussage durch gute Noten) ein Fach , müssen aber wegen schlechter Leistungen hinterher abbrechen .
Ist aber kein Problem: Interessanterweise sind einem weder Eltern noch Schüler noch der Staat böse, dass man offensichtlich zu gute Noten gegeben hat. SCHULD IST DIE SEITE MIT DEN SCHLECHETN NOTEN
Mit Deinem Gewissen hast Du übrigens auch kein Problem: Als angestellter Lehrer (in diesem Land) musstest Du so handeln.
Wichtig für den Staat ist also ein Lehrer mit Kündigungsschutz. Billiger für das Land ist ein Beamter. Das Beamtentum ist also eine Win-Win-Lösung.
Ich selbst arbeite als Förderschullehrer in einer entsprechenden Einrichtung und bin auch nicht verbeamtet worden, da ich zuvor in einer Schule in privater Trägerschaft arbeitete und mir diese Jahre nicht angerechnet wurden. Logisch finde ich diesen Umstand nicht, und nicht selten ertappe ich mich bei der Feststellung, dass verbeamtete Lehrer nicht nur Privilegien einheimsen, sondern auch unerträglich bequem sind. Ich selbst nehme meine Arbeit immerhin so ernst, dass ich noch nach Unterrichtende vor Ort bin und Aktivitäten mit Schülern nach der Schule oder am Wochenende unternehme.
Die Verbeamtung führt dazu, dass junge Lehrer häufig schon nach kurzer Zeit mehr Gehalt bekommen als ich. Das stimmt mich nachdenklich, wenn es um die Finanzfrage geht. Wenn es um die menschliche Seite aber geht, brauche ich mir keine Gedanken machen, denn da wissen die Jugendlichen, auf wen sie bauen können!
@Stiernacken:
Wollen Sie mit Ihrem letzten Satz zum Ausdruck bringen, dass Ihre Schüler auf Sie mehr bauen können als auf einen Beamten?
Die Gehaltsunterschiede sind ungerecht. Das finde ich auch. Aus dem Status aber einen Unterschied in der Arbeitsqualität abzuleisten, ist unredlich.
Ich war etwa 10 Jahre Angestellte, bevor ich nach dem Weg durch die Instanzen im Februar 2009 vor dem BVerwG gewonnen habe. Seitdem bin ich Beamtin.
Meine Arbeitsweise war vor der Verbeamtung nicht aufreibender als nachher. Ich habe an meiner Schule auch nicht feststellen können, dass Beamte oder Angestellte besser, mehr oder motivierter gearbeitet hätten.
Ich hätte an der Arbeit niemals erkennen können, ob es sich bei einem Kollegen um einen Beamten oder Angestellten handele. Ich selber behaupte auch, dass ich vor- und nachher gleich arbeite.
Ich verdiene mehr Geld, seit ich Beamtin bin. Das war es auch, was mir wichtig war. Deshalb hatte ich geklagt.
Ansonsten kann ich diese ominösen und vielbeschworenen “Privilegien” bislang nicht feststellen können.
#22 sagt es ja: Es ist eine Win-Win-Lösung
Ich hätte niemals geklagt, wenn ich als Angestellte das gleiche Geld verdient hätte wie ein Beamter (Nie, nie, nie) und ich wage die Behauptung, dass kaum einer scharf darauf wäre, Beamter zu sein, wenn man da nicht mehr Geld verdienen würde als im Angestelltenverhältnis.
Ich rate dazu den Beitrag von Mister M. mal zu lesen.
Aber auch der Beitrag von Kenner_der_Alternative ist nicht uninteressant.
Und vielleicht auch mal meinen Beitrag #16, den ich versehentlich mit einem falschen Nick geschrieben habe.
Warum sind den größtenteils die Privatschulen und kirchlichen Schulen von den Missbrauchsfällen betroffen? Ich habe das selbst erlebt, dass ein angestellter Lehrer eine kirchliche Schule in “gegenseitigem Einvernehmen” verlassen hat, um im nächsten Schuljahr an einer anderen Schule wieder Ärger zu machen. Was kann er denn verlieren?
Hier stöhnen und klagen - wie ich finde zurecht -viele angestellte Lehrer bzgl. Ihrer vielen verschiedenartigen Benachteiligungen.. Organisiert Euch und nutzt Euer Streikrechtprivileg!
NUR GEMEINSAM SIND WIR STARK!
Lieber Stiernacken,
welche Fakten und Argumente werden denn nicht abgeschmettert?!
Selbst die Kinder von ” Lehrereltern” werden in 2 Klassen eingeteilt, die Anerkannten, die während der Ausbildung entstanden sind und die Unanerkannten, die nicht im “öffentlichen Dienst” gezeugt wurden…
@Schülerfreund:
So siehts aus! Allerdings möchte ich mich auf meine persönlichen Erfahrungen beschränken. Gleichwohl fehlt ein objektives Meßinstrument, um guten / sinnvollen / individuelisierten Unterricht ernsthaft und konsequent zu prüfen und daraus weitergehende Entscheidungen zu treffen; dies könnte auch sein, dass mancher seinen Berufsethos neu überdenken sollte.
Gleichwohl sollte die Finanzfrage gestellt werden. In allen anderen Berufen werden Überstunden, Spesen und zusätzliche Einsätze finanziell abgegolten. Die (verbeamteten/angestellten) Lehrer haben da wenig anzumelden.
Den Kommentar von @ Hugo Schuster kann ich nicht verstehen. Das liegt aber auch daran, dass ich persönlich zum Thema Gewalt und (sexuellem) Mißbrauch eine zwiespältige Meinung habe.
Zur Zeit gibt es eine Drei-Klassen-Gesellschaft an unserer Schule
a) Beamte
b) Angestellte
c) Aushilfslehrer ohne pädagogische Ausbildung mit Zeitvertrag.
Gerade die letzte Gruppe ist wirklich zu bedauern. Diese erfahren irgendwann einmal im Juni, dass sie im nächsten Schuljahr arbeitslos sind.
Und noch ein Wort @ Mister M.
Wer ein paar Jahre an einer Schule oder allegemein im öffentlichen Dienst gearbeitet hat,
wird sich sehr schwer tun, von den Personalchefs in der freien Wirtschaft eine Chance zu bekommen.
Zum Engagement: Ich habe es immer wieder erlebt,
wenn eine Schulleitung mit Vorbildcharakter das vorlebt, was sie ihren Kollegen erwartet, dann liegen die Problemfälle an einer Schule “im Skontobereich”. Ich habe Kollegen erlebt, die jeden Morgen zu spät kamen, nie richtig vorbereitet waren und während des Unterrichts ihre Arbeiten korrigierten. Mit mindestens einem Fehltag pro Woche musste immer gerechnet werden.
Als sie an eine andere Schule kamen, brauchten sie ungefähr einen Tag, um zu begreifen, dass dieses Verhalten dort weder von der Schulleitung noch vom Kollegium toleriert wird und wurden über Nacht vom Saulus zum Paulus ...
Das angestellte Lehrer materiell und rechtlich gegenüber gleichwertig arbeitenden beamteten Kollegen benachteiligt sind, hat sich langsam aber sicher herumgesprochen. Ich vermisse in diesem Blog allerdings die Diskussion über mgl. LÖSUNGSSTRATEGIEN und den Willen diese dann auch um zusetzen. Sollten wir diese Kompetenz nicht spätestens mit Beendigung unserer Ausbildung beherschen?!v
Das Problem will doch in den entsprechenden Bundesländern niemand lösen.
Ich hab einen Satz der früheren Ministerin Behler von NRW im Kopf, der lautete: “Selbst wenn wir das ändern wollten, könnten wir es gar nicht.”
Warum es nicht lösbar sein soll, leuchtet mir nicht ein. Warum die Landesregierungen es nicht wollen schon.
NUTZT DIE ZEICHEN DER ZEIT, SONST NUTZEN SIE ANDERE!
z.B. die Finanzminister für die notwendigen Rücklagen zur Konsolidierung der Beamtenpensionen (“PENSIONSLAST” spätestens ab 2015)
- Fazit: “Sanfte Gewalt” in Form von massiven AngestelltenLEHRERSTREIKS unumgänlich, aber EFFEKTIV!
s.a.
JA: LICHTBLICK?! - Koalitionspapier Land NRW 2010:
“Diese Kommission soll u. a. auch Wege aufzeigen, wie wir die Benachteiligung der angestellten Lehrerinnen und Lehrer in der Bezahlung abbauen können. Außerdem soll sie ein gerechteres Lehrerarbeitszeitmodell entwickeln.” TEMPO, TEMPO, BITTE!
NEIN: Berichterstattung der KONTRASTE (ARD) -Redaktion vom 28.10.2010, s.a. Archiv:www.ardmediathek.de, “Gleiche Arbeit, ungleicher Lohn…”
Kämpfen, ja! Aber kein Beamter wird für die reale Kürzung seiner Bezüge kämpfen, und das ist auch absolut nachvollziehbar.
Eine vollständige Gleichstellung von Beamten und Angestellten ist wirklich unmöglich, da es sich um zwei völlig verschiedene Entlohnungssysteme handelt.
Einzige Lösung: Alle Lehrer werden Beamte/Angestellte. Das scheitert allein schon am Föderalismus, und dann hat man sich inhaltlich noch gar nicht damit auseinander gesetzt.
Der Kontraste-Bericht von Schulministerin ist sehenswert:
Kurz zusammengefasst: Der befragte Finanzprofi findet, dass die Regierungen jahrzehnte lang die Rücklagen für die Beamten aufgebraucht haben. Die Veranwortung dafür muss seiner Ansicht nach nicht die Gesellschaft tragen, sondern junge Lehrer, die für weniger Geld arbeiten müssen. Später warnt er widersprüchlicherweise davor, das Probelm auf die nächste Generation abzuwälzen.
Des Finanzprofis Berechnung der Beamtengehälter endet interessanterweise beim Nettogehalt. Über die Rücklagen, die beim Beamten gestellt werden müssten, schweigt sich der Finanzprofi aus - warum nur!!! Es hätte den Bericht so schön abgerundet, weil auch die Rentenaufwendungen für Angestellte erwähnt wurden.
Meine Sorge ist eine ganz Andere: Ein guter Lehrer ist ein guter
- Fachwissenschaftler in zwei bis drei Fächern
- Trainer / Coach
- Manager
- Diagnostiker
- Diplomat
- Sozialarbeiter
- Richter (hoheitliche Aufgabe)
- Forscher
- er trägt eine hohe Verantwortung
- verwaltet termingerecht ständig 5-10 Projekte (Unerrichtsauftrag und Entwicklungsarbeiten)und
- arbeitet 5-6 x täglich 45 min mit der Konzentration eines Piloten im Instruemtenlandeanflug.
Dieses Anforderungsprofil wird in vielen Berufen benötigt. Für die Ausbildung unserer Kinder brauchen wir DIE BESTEN!!!
Viele von DENEN kommen aber schon lange nicht mehr, weil
- das Ansehen des Lehrerberufs von schlechten Lehrern und schlechten Politikern zerstört wird,
- der Beruf unter den lebenswichtigen Aspekten Geld, Restzeit und Absicherung immer weniger attraktiv wird und
- sich herumspricht, dass BILDUNGSINTERNE VERWALTUNGSSTRUKTUREN (*) zunehmend weitere (unnötige Belastungen erzeugen)
Die Poltik hofft, dieses Problem in den Griff zu bekommen, in dem sie den guten Lehrern beibringt, Arbeitsblätter zu entwickeln und den Schlechten, diese auszuteilen. Man nennt das Schulentwicklung (siehe *)
Zusammengefasst hat die Gesellschaft gelernt, dass Ärzte und Lehrer nicht so wichtig sind, wie Leute, die den Unternehmen zu noch mehr Kaufkraft verhelfen.
schöne neue welt…
OHNE EINSATZ KEIN GEWINN!
... der Weg ist auch ein Ziel! ...und streikende angestellte LehrerInnen sind die Wegweiser!
Informiert Euch! L€GO (seit 2006 politisch zugesagt!) scheint sich bis zu den anstehenden Tarifverhandlungen 2011 hinauszuschieben, weil die BETROFFENEN (in NRW mittlerweile an die 30000 KollegInnen) den Weg scheinbar NICHT kennen bzw. sich keine Zeit nehmen ihn zuverfolgen!
MEKERN GILT DANN AUCH NICHT! Fazit: KOMMUNIKATION, TEAMS und MULTIPLIKATIONSSSTRUKTUREN zuverlässig AUSBILDEN und “MITMARSCHIEREN!” Sei VORBILD!
Schulministerin hat erkannt, wo es lang geht. WEINERT schrieb kurz vor seinem Tod, dass wir nicht wüssten, wie wir den (seiner Ansicht nach) neuen Anforderungen an die Schule (z.B. lebenslanges Lernen, Internet, Kommunikationsstrukturen) begegnen sollten. Etwa zur gleichen Zeit tauchte die sogenannte Schulentwicklung in den Kollegien auf. Was sich abspielte, erinnert an ORWELLs “Animal Farm”. Zunächst wurde die zentrale Steuernung heruntergefahren - frei nach dem Motto “Alle Macht den Tieren”. Das Motto “DER WEG IST DAS ZIEL” forderte auf zum blinden Aktivismus. Nachdem wir aber SO (*) nicht sofort die Lösung auf Weinerts Frage entwickeln konnten, wurden demokratische Strukuren zusehends heruntergefahren (ob wir die Evaluation wollen hat in der GLK niemand gefragt). Wir spüren als Anforderung an uns das, was SCHULMINISTERIN schreibt:” KOMMUNIKATION, TEAMS und MULTIPLIKATIONSSSTRUKTUREN zuverlässig AUSBILDEN und “MITMARSCHIEREN!” Sei VORBILD!”. Verbreitet wird das auf Lehrgängen, die mit hochgradig manipulativen Werkzeugen arbeiten, um uns fühlen zu lassen, was richtig ist.
Aber: wo was machen wir mit dem “Weg als Ziel”? Die Schule von damals hat UNS recht gut af das vorbereitet, was wir heute brauchen: lebenslanges Lernen, Internet und Kommunikationsstrukturen bewältigt unsere Gneration ohne Schwierigkeiten. (Auch viele unserer Eltern können das und alle werden es nie lernen(**) ).
Lasst uns uns auf die Strategien besinnen, die unser Land zu Erfolg verholfen haben und lasst uns mit Ruhe und Besonnenheit optimieren.
Die Lehrer zu verbeamten ist (war???) eine solche Strategie.
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(*) BMW verlegt auch nicht die Entwicklung auf die Vertragswerkstätten, sagt jeder Einzelnen, sie solle ein anderes Auto bauen und suggeriert den Kunden per Evaluationsbogen, dass eine gut klingende Tür ein Kaufkriterium ist, um ihn von den nicht funktionierenden Bremsen abzulenken…
(**) Vielleicht ist es in der Schule zu früh, einer ab dem mittleren Alter zunehmenden Konservativität zu begegnen…
Wer erlebt hat, wie schnell aggressive Eltern in Zusammenarbeit mit einer nicht durchsetzungs-fähigen Schulleitung einen - zugegeben schwachen - Lehrer aus dem Dienst gemobbt haben, kann nur für den Beamtenstatus plädieren. Auch dort sind Sanktionen bei Inkompetenz durchaus möglich, Zwangsreduktion des Deputats bis hin zur Entlassung aus dem Dienst, allerdings unter Behalt der erworbenen Pensionsansprüche - sie müssen nur gewollt werden.
Dennoch: Der Beamtenstatus sichert mir, dass ich den Unterricht für meine Schüler halten kann, den ich mit meinem Gewissen und dem Anforderungs-profil an eine allgemeine Hochschulreife vereinbaren kann ( siehe #21 Kenner der Alternative).
Wer sich das Beurteilungssystem im öffentlichen Dienst anschaut, wird auch den Beamtenstatus schätzen lernen, bei Differenzen mit der Schulleitung kann man wenigstens nicht gleich rausfliegen (worst case als junge Angestellte).
Überlegt doch bitte einmal den Fall der Studienfahrten oder Schullandheime. Ein verbeamteter Lehrer kann diese ohne großen Kostenaufwand für den Staat durchführen, ein angestellter muss die Mehrarbeit bezahlt bekommen. Wollen Sie, dass diese für die Entwicklung von Klassengemeinschaft und Bildungshorizont wichtigen Veranstaltungen künftig entfallen, weil der Staat sie nicht finanzieren will?
Auch wenn Eltern es entsetzlich finden, dass sie kaum Druckmittel gegen einzelne Lehrer haben, die ihrer Meinung nach den Kindern zu wenig beibringen, so ist dies gerade ein Segen für alle Lehrer, die einem Berufsethos verpflichtet sind. Der Protest der Eltern ist meist dort am größten, wo das eigene familiäre Versagen der Schule in die Schuhe geschoben werden soll. Dass die deutsche Schule Verbesserungsbedarf hat, ist unbestritten. Er ist aber nicht durch Geringerbe-zahlung im Angestelltenverhältnis zu lösen.
Als Vater von vier Kindern erlebe ich auf Elternabenden und aus der Perspektive meiner Kinder eine ganze Menge an Fehlleistungen seitens der unterrichtenden Lehrer, aber eine generelle Fortbildungsunwilligkeit oder Verweigerung gegenüber Neuerungen kann ich nicht feststellen.
Die Aufrechnung von Brutto für Netto kann ich nicht nachvollziehen und hat mit dem Thema Erneuerungsbedarf oder Reform der Schule wenig zu tun.
Die Diskussion um das Angestelltenverhältnis dient nur dazu, das gerechtfertigte Gehalt für beamtete Lehrer kleinzurechnen, um Kosten zu sparen. Dass die sog. freie Wirtschaft es geschafft hat, Arbeitsplätze so gering zu dotieren, dass eine Familie von dem Einkommen eines Vollbeschäftigten nicht mehr existieren kann, ist ein Skandal, nicht dass Beamte mehr verdienen.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, egal ob Angestellte oder Beamte, wehrt Euch gegen die Abqualifizierung Eures Berufes unter dem Deckmantel der Gleichmacherei. Wenn Angestellte weniger verdienen als Beamte, dann kann das nur heißen, für höhere Gehälter der Angestellten zu streiten.
Es gäbe noch viel mehr zu sagen, aber manches haben Sie ja bereits in den Kommentaren s.o. gelesen. Die Unkündbarkeit ist ein Privileg, aber ob es zuungunsten eines einzelnen Kollegen ausschlägt, liegt an der Schulleitung und dem Kollegium!
Mit verbeamteten kollegialen Grüßen
Beamter BA-Wü
GLEICHER LOHN und GLEICHEHOHE ALTERSVERSORGUNG FÜR GLEICHE ARBEIT!
Warum plädieren wir Beamte für den Beamtenstatus?
Weil wir ihn verlieren könnten? - Wohl kaum.
Weil wir unsere Kinder schlechten Lehrern aussetzen wollen - schon mal gar nicht. Ich kann in der Qualität keinen Unterschied zwischen den verbeamteten und den angestellten Kollegen feststellen.
Weil wir Schuldgefühle haben? Auch nicht.
Uns könnte es eigentlich egals sein, wenn wir nicht ahnen würden, dass die Schule mit zu vielen zu abhängigen Lehrern einen andern Charakter bekommt. Als “Kenner der Alternative” kann ich bestätigen, dass ein Kollegium aus 80 % kündbaren Lehrern in Kombination mit einer “dominanten”
(deutschen) Schulleitung nicht mehr so abstimmt wie es glaubt, sondern so wie es gewünscht wird. Man macht den Unterricht nicht so, wie man ihn vertreten kann, sondern so wie er gesehen werden will.
Da die Stelle nicht sicher ist, wird es wichtig, wer Freund und wer Feind ist. Die Informationslage der Schulleitung wird gleichzeitig breiter und undurchsichtiger, keinesfalls aber besser.
@Beamter Ba-Wü
“Wer erlebt hat, wie schnell aggressive Eltern in Zusammenarbeit mit einer nicht durchsetzungs-fähigen Schulleitung” ...
Ich glaube das hat jeder schon einmal erlebt,
dass Eltern irgendwelcher Prominentenkinder versucht haben, Druck auf Lehrer auszuüben. Bis
heute habe ich nur einen Schulleiter erlebt, der in diesen Situationen in 60 Prozent der Fälle auf der Seite der Lehrer war!
Dieser Schulleiter war bei Gesprächen mit Eltern bestens vorbereitet, war über die Noten aus den Zugangsschulen genauso gut informiert wie über die Fehlzeiten und erreichte es, dass diese manchmal wie geprügelte Hunde aus der Schule schlichen ...
Ein Gespräch, bei dem ich einmal anwesend sein musste, lief ungefähr folgendermaßen ab: “Wissen Sie Herr Dr., wie oft ihr Sohn in diesem Schuljahr bereits gefehlt hat?” “Ich sage es Ihnen, 40 Tage!”. “Wissen Sie, wie oft ihr Sohn zu spät gekommen ist?” “Auch das weiß ich ...”.
“So, und Sie wollen sich nun über die Fähigkeiten der Lehrkräfte beschweren?!”. “Schicken Sie ihren Sohn regelmäßig in die Schule, und die Noten werden sich bessern!”. “So, und nun werde ich die Sekrektärin holen, die das mitstenographiert, was sie sagen” ...
Bei berechtigten Beschwerden bekam man aber auch ordentlich den Kopf gewaschen! Leider ist es nämlich bei “nicht durchsetzungsfähigen Schulleitungen” der Fall, dass dies versuchen, solche Probleme auszusitzen oder an den Personalrat oder die Fachbetreuer usw. zu delegieren bzw. sich der betreffenden Lehrkräfte
zu entledigen, obwohl die Vorwürfe vollkommen haltlos waren
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