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Spick-Statistik

USA: 35% betrügen bei Klassenarbeiten mit dem Handy

Angeblich benutzen 35% der US-amerikanischen Schüler/innen ihr Handy, um bei Klassenarbeiten, Tests usw. zu schummeln. Viele der Betrüger/innen fühlen sich dabei nicht mal schlecht.

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Eingetragen am 30.06.2009, 11:43 Uhr in Statistiken | Newsticker | Spicken und Schummeln |

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Einer Umfrage von commonsense media gemäß benutzen in den USA 35% der Siebt- bis Zwölftklässler/innen ihr Handy, um sich bei Klassenarbeiten und Klausuren unrechtmäßig Informationen zu verschaffen (vulgo: “schummeln” oder “spicken”):

Die Umfrage zeigt: Mehr als ein Drittel (35%) der Jugendlichen, die im Besitz eines Handys sind, geben zu, dass sie schon mindestens einmal mit dem Handy geschummelt hätten. (...) 26% davon erklärten, dass sie dazu entsprechende Informationen auf ihrem Handy speichern und diese während der Klassenarbeit abrufen; 25% schicken ihren Mitschüler/innen die Antworten des Tests als Textnachricht, 17% fotografieren die Klausur heimlich und schicken das Foto ihren Freunden; 20% surfen während der Klausuren mit ihrem Handy im Internet, um Antworten für die in der Klausur gestellten Fragen zu finden. (...)
Außerdem gaben insgesamt mehr als die Hälfte aller Schüler/innen (52%) an, das Internet im Rahmen des Schulunterrichts zum Betrügen zu nutzen [gemeint ist nicht nur das Schummeln während Klassenarbeiten, sondern auch das Herunterladen von Hausaufgaben etc.]

eSchool News 18.06.2009: Students say using tech to cheat isn’t cheating, Übersetzung Lehrerfreund

Diese Zahlen stehen in krassem Gegensatz zu der Einschätzung der Eltern - nur 3% der befragten Eltern glauben, dass ihr Kind schon einmal mit dem Handy geschummelt hat (mehr: commonsense media: Hi-Tech Cheating).

Besonders heftig diskutiert wird die Tatsache, dass 25% aller Schüler/innen den Betrug per Handy nicht als moralisch verwerflich empfinden:

Fast 25% der Schüler/innen finden, dass es kein Betrug (“cheating”) sei, wenn man während einer Klassenarbeit mit dem Handy zusätzliche Informationen abruft, seinen Freunden Textnachrichten schickt oder eine Internetrecherche durchführt.

commonsense media: Hi-Tech Cheating, Übersetzung Lehrerfreund

Das ist ein weiterer Schritt zu einem neuen Unrechtsbewusstsein: Nachdem sämtliche Väter und Lehrer ein raubkopiertes Office-Paket auf dem Rechner haben, fällt es schwer, den Kindern klar zu machen, dass man beim illegalen Herunterladen von mp3-Dateien aus dem Internet ein schlechtes Gewissen haben sollte. Nun hat sich diese Entwicklung auf den Sektor des schulischen Spickens ausgeweitet.

In Deutschland besteht das Problem nach Angaben von Lehrerverband-Präsident Josef Kraus nicht in diesem Ausmaß:

“Handys sind bei Prüfungen generell nicht erlaubt und müssen bereits zu Beginn der betreffenden Unterrichtsstunde auf dem Lehrerpult abgegeben werden. Wer dennoch versucht zu schummeln, riskiert, die schlechteste mögliche Note zu bekommen”, schildert Kraus. In Anbetracht dieser strengen Regelung sei es nicht verwunderlich, dass solche Vergehen in Deutschland bislang eher selten vorkommen würden. “Angesichts des hohen Risikos ist die Bereitschaft zu schummeln bei den Schülern in der Regel eher gering. Was die verschiedenen Mogelarten betrifft, sind zudem die alten Methoden immer noch die beliebtesten”, erläutert Kraus.

pressetext.at 27.06.2009: Ein Drittel der Schüler schummelt per Handy (pte)

Tatsächlich gibt es bei offiziellen (Abschluss-)Prüfungen diesbezüglich in den meisten Schulen strenge Regeln. Beim schriftlichen Abitur stapeln sich vorne auf einem Tisch die abgelegten Handys und PDAs. Es fällt schwer zu glauben, dass man den Schüler/innen in den USA bei wichtigen Prüfungen die Handys lässt (?!).

Eine andere Situation besteht jedoch bei “normalen” Klassenarbeiten und Tests - hier ist der Aufwand in der Regel zu hoch, alle Schüler/innen das Handy abgeben zu lassen. So müssen wir annehmen, dass sich Josef Kraus vielleicht doch täuscht, wenn er das Problem digitalen Spickens hierzulande bagatellisiert.

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