Widerstand im Dritten Reich: Unterrichtsentwurf (Doppelstunde)
Unterrichtsmaterialien für eine Doppelstunde "Widerstand im Dritten Reich": grobe Verlaufsübersicht, Folie mit Bildimpuls, 5 Arbeitsblätter für arbeitsteilige Gruppenarbeit, Arbeitsblatt zur Zusammenfassung im Plenum. Niveau Sek I/II.
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Eingetragen am 23.05.2007, 08:12 Uhr in Geschichtsunterricht | Nationalsozialismus |
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Die Stunde beschäftigt sich mit den verschiedenen Widerstandsgruppen bzw. WiderstandskämpferInnen im Dritten Reich: Die Rote Kapelle, Kirchen, Georg Elser, Die Weiße Rose, Stauffenberg. Die SchülerInnen sollen sich arbeitsteilig anhand verschiedener Arbeitsblätter mit den einzelnen Gruppen beschäftigen und klären: Wer war am Widerstand beteiligt? Auf welche Art wurde Widerstand gegen das Naziregime geleistet? Welche Ziele hatten die Widerstandsgruppen? Wie wurde ihre Aktion nach 1945 beurteilt? In der Präsentationsphase ergänzen alle SchülerInnen das Arbeitsblatt, sodass alle SchülerInnen am Schluss der Stunde Notizen zu den einzelnen Gruppierungen gemacht haben.
Die Materialien für die Doppelstunde können hier als PDF-Dateien heruntergeladen werden:
- Arbeitsblatt - Widerstand im Dritten Reich: Zusammenfassung (Schüler/innen) - PDF
- Grober Verlaufsplan der Doppelstunde (pdf)
- Folie: Bildimpuls zum Einstieg (Bilder von Bonhoeffer, Scholl, Stauffenberg) - pdf
- Arbeitsblatt Gruppe 1: Georg Elser (pdf)
- Arbeitsblatt Gruppe 2: Kirchen (pdf)
- Arbeitsblatt Gruppe 3: Die Rote Kapelle (pdf)
- Arbeitsblatt Gruppe 4: Stauffenberg (pdf)
- Arbeitsblatt Gruppe 5: Die Weiße Rose (pdf)
Die Inhalte der einzelnen Dateien sind diese:
Grober Verlaufsplan der Doppelstunde (pdf)
Einstieg:
Bildimpuls „Widerstandskämpfer“ (ohne Namen)
„Wer kennt die abgebildeten Personen? Was ist ihnen gemeinsam?“
(Es sind: Dietrich Bonhoeffer, Claus Schenk Graf von Stauffenberg, Sophie Scholl)
Erarbeitung:
Gruppenarbeit entlang des Arbeitsblattes “Widerstand im Dritten Reich: Zusammenfassung (Schüler/innen) - PDF”:
• Gruppe „Georg Elser“
• Gruppe „Rote Kapelle“
• Gruppe „Stauffenberg“
• Gruppe „Weiße Rose“
• Gruppe „Widerstand in den Kirchen“
Zeit für die Bearbeitung: 30 min
Auswertung / Ergebnissicherung:
• Gruppen präsentieren mittels OHP-Folie
• Plenum fügt die entsprechenden Angaben in das Arbeitsblatt ein
Arbeitsblatt - Widerstand im Dritten Reich: Zusammenfassung (Schüler/innen) - PDF
Die Rote Kapelle
Die Beteiligten: ______________
Art des Widerstands: ______________
Die Ziele der Gruppe: ______________
Beurteilung in der Zeit nach 1945: ______________
Widerstand in den Kirchen
Die Beteiligten: ______________
Arten des Widerstands: ______________
Widerstand wogegen? ______________
Georg Elser
Seine Ziele: ______________
Art des Widerstands: ______________
Beurteilung in der Zeit nach 1945: ______________
Die Weiße Rose
Die Beteiligten: ______________
Art des Widerstands: ______________
Die Ziele der Gruppe: ______________
Beurteilung in der Zeit nach 1945: ______________
Stauffenberg und der 20. Juli 1944
Die Beteiligten: ______________
Art des Widerstands: ______________
Die Ziele der Gruppe: ______________
Beurteilung in der Zeit nach 1945: ______________
Arbeitsblatt Gruppe 1: Georg Elser (pdf)
WIDERSTAND IM DRITTEN REICH – DAS ATTENTAT DES GEORG ELSER
Am 8. November 1939 versuchte der Schreiner Georg Elser, Hitler durch ein Attentat im Bürgerbräukeller zu töten und so die Ausweitung des am 1. September 1939 von Deutschland begonnenen Krieges zu verhindern. Seit Herbst 1938 plante Elser diese Tat gegen den Diktator. Er erfuhr, dass Hitler am 8. November 1939 zum Jahrestag des Hitlerputsches von 1923 im Münchener Bürgerbräukeller sprechen werde. Elser verschaffte sich Zugang zum Veranstaltungsraum und installierte dort in nächtelanger Arbeit einen Sprengkörper mit Zeitzünder.
Das Attentat vom 8. November 1939
Die meisten Bestandteile seines Sprengkörpers fertigt Elser selbst. Lediglich einzelne Metallstücke lässt er in verschiedenen Werkstätten bearbeiten. In der Nacht vom 2. auf den 3. November fixiert er die Sprengkörper in der Säule und verfüllt den restlichen Hohlraum zusätzlich mit Sprengstoff und Pulver. Nachdem er die beiden Uhrwerke auf den Abend des 8. November eingestellt hat, lässt er „damit der Sache ihren freien Lauf“ und verlässt München. Hitler spricht bei seiner Rede zum Jahrestag des Hitlerputsches jedoch erheblich kürzer als bei früheren Feiern, weil er unmittelbar danach wieder nach Berlin zurückkehren will. Nach dem Ende seiner Rede gegen 21.07 Uhr verlässt er so wesentlich früher als sonst mit anderen hohen NS-Führern den Raum. Gegen 21.20 Uhr explodiert der Sprengkörper. Dort, wo Hitlers Rednerpult steht, befindet sich ein meterhoher Schutthaufen. Durch die Explosion ist nicht nur die Säule hinter Hitlers Rednerpult zerstört worden, sondern auch die gesamte Saaldecke herabgestürzt. Acht Tote und über 60 Verletzte liegen unter den Trümmern. Unmittelbar nach der Detonation des Sprengkörpers beginnt die Suche nach dem Attentäter. Elser wird eine Stunde vor der Bombenexplosion in Konstanz am Bodensee bei seiner Flucht in die Schweiz festgehalten und wegen seines verdächtigen Tascheninhalts der Gestapo übergeben. Nach Verhören gestand er Tage später das Attentat und seine Absicht, damit den Weg zu einem europäischen Frieden ebnen zu wollen. Er wurde zuerst im KZ Sachsenhausen, später im KZ Dachau gefangengehalten, wo er am 9. April 1945, wenige Wochen vor Kriegsende, erschossen wurde.
Die Würdigung seiner Tat
Die Tat Elsers gehörte zu den Aspekten des Widerstandes, um die sich noch lange Zeit Gerüchte rankten. 1969 veröffentlichte Anton Hoch vom Institut für Zeitgeschichte die Ergebnisse seiner Recherchen und räumte zweifelsfrei die alten Mythen um Elser aus dem Weg. Ein Jahr später veröffentlichte Lothar Gruchmann das Protokoll der Vernehmung Elsers, das er in
archivierten Akten des Reichsjustizministeriums gefunden hatte. Dieses eindrucksvolle Dokument ist zwar über weite Strecken in der Sprache der Täter gehalten; es ermöglicht dennoch wichtige Einblicke in das Leben und in das Denken von Georg Elser. Diese Publikationen leiteten eine Wende in der öffentlichen und wissenschaftlichen Einschätzung zu Georg Elser ein. Ein Gelingen seiner allein ausgeführten Tat hätte sowohl die Ausweitung des im Herbst 1939 begonnenen Krieges als auch den Massenmord an den Juden Europas verhindern können. Insofern ist es logisch, wenn Joseph Peter Stern in Elser den »wahren Antagonisten« Hitlers und dessen »moralisches Gegenbild« sieht.
Quelle: Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Ausstellungsdokumentation Georg Elser (http://www.georg-elser.de), [gekürzt]
Arbeitsblatt Gruppe 2: Kirchen (pdf)
WIDERSTAND IM DRITTEN REICH – DIE KIRCHEN
Weder gegen die Entrechtung der deutschen Juden durch die Nürnberger Gesetze im September 1935 noch gegen den Novemberpogrom 1938 haben die Kirchen als öffentliche Institutionen geschlossen und nachdrücklich protestiert. Offener Widerstand aus christlicher Gesinnung wurde aber nur von einzelnen Personen, Pfarrern wie engagierten Laien, geleistet, die sich zu Wort meldeten, um Unrecht beim Namen zu nennen. Die Konsequenzen, die sie damit bewusst auf sich nahmen, hatten sie allein zu tragen.
Pfarrer Martin Niemöller wurde wegen seiner regimekritischen Äußerungen und wegen seines mutigen Protestes in Predigten und Gottesdiensten zur herausragenden Gestalt protestantischen Widerstandes. Er hatte im Herbst 1933, als die Judendiskriminierung (“Arierparagraph”) auch in der Kirche eingeführt wurde, den Pfarrernotbund gegründet, dem bis Jahresende bereits 6000 Pfarrer beigetreten waren. Niemöller wurde im Juli 1937 verhaftet, er blieb bis zum Ende der NS-Herrschaft im KZ.
Öffentlich hatte bereits im Sommer 1941 der katholische Bischof von Münster Clemens August Graf von Galen gegen die Ermordung der Behinderten gepredigt. Der Münsteraner Bischof ließ keinen Zweifel an der Absicht und den Umfang der Morde, führte Zahlen auf und Namen von Anstalten, gab individuelle Beispiele und bezeichnete die Aktion als staatlich angeordneten Mord und verwies auf die moralischen und gesellschaftlichen Folgen. Graf Galens Predigt war der erste öffentliche Protest gegen die “Euthanasie-Aktion”, von der manche schon seit längerer Zeit wussten, auch die Vertreter der Kirche.
Widerstand aus christlicher Überzeugung
Der evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer nahm von Anfang an Partei gegen die Nationalsozialisten. Dieser suchte schon vor dem Krieg Kontakt zur Militäropposition und zum Goerdeler-Kreis; er warb in England für die Ziele der Opposition. Anfang April 1943 wurde er verhaftet, zwei Jahre später im KZ Flossenbürg ermordet. Bonhoeffer leitete die Notwendigkeit des Widerstandes aus christlichen Grundpositionen ab. Grundsätzlich vertrat er den Standpunkt, der ihn schließlich von der Kritik am NS-Regime zum politischen Widerstand führte: “Wenn die Kirche den Staat in seiner Recht und Ordnung schaffenden Funktion versagen sieht, d. h. wenn sie im Staat hemmungslos ein zuviel oder zuwenig an Ordnung und Recht verwirklicht sieht”, müsse die Kirche an die Stelle des Staates treten und “unmittelbar politisch” handeln.
In München engagierte sich der Jesuitenpater Augustin Rösch seit 1941 in der Abwehr der nationalsozialistischen Angriffe auf die Klöster. Er sammelte einen Kreis von Hitler-Gegnern, unter ihnen Pater Alfred Delp und versuchte die katholische Bischofskonferenz zu einer schärferen Gangart gegen das NS-Regime zu bewegen. Ab Winter 1941 engagierten sich die Jesuiten Rösch und Delp im Kreisauer Kreis, von dort aus liefen auch Fäden zu den Verschwörern des 20. Juli 1944. Pater Delp wurde Ende Juli 1944 verhaftet und im Januar 1945 zum Tode verurteilt, Rösch war von Januar bis April 1945 in Gestapo-Haft.
Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung (http://www.bpb.de), [gekürzt]
Arbeitsblatt Gruppe 3: Die Rote Kapelle (pdf)
WIDERSTAND IM DRITTEN REICH – DIE ROTE KAPELLE
Unter der Bezeichnung “Rote Kapelle” fasste die Geheime Staatspolizei (Gestapo) mehrere unterschiedliche Widerstandsgruppen gegen das NS-Regime zusammen. Der Begriff wurde im Zweiten Weltkrieg sowohl für ein Spionagenetz des sowjetischen militärischen Nachrichtendiensts im von Deutschland besetzten Westeuropa als auch für Widerstandskreise im Deutschen Reich verwendet. Zu diesen Gruppen zählten die Organisation um Harro Schulze-Boysen und Arvid Harnack sowie der Diplomat Rudolf von Scheliha mit seinem Umfeld.
Die Zusammensetzung der Gruppe
Anfänge der Organisation reichten bis in das Jahr 1933 zurück, als in kleinen Freundeskreisen Kritik am Nationalsozialismus geäußert wurde. Aber erst 1939 begann die Zusammenarbeit zwischen den Gruppen um Schulze-Boysen und um Harnack. Innerhalb des lose organisierten Kreises agierten kleinere Gruppen der ungefähr 150 Mitglieder teils gemeinsam, teils unabhängig voneinander. Politische Diskussionen, Widerstandstätigkeiten und soziale Kontakte gingen Hand in Hand. Ministerialbeamte und Wehrmachtsbedienstete gehörten ebenso zur Schulze-Boysen/Harnack-Gruppe wie Künstler und Arbeiter, gläubige Christen und Liberale genauso wie Jungkommunisten. Am intensivsten war die Widerstandstätigkeit in den Jahren 1940 bis 1942. Mitglieder der Schulze-Boysen/Harnack-Organisation verfassten mehrere illegale Schriften, verteilten Flugblätter, vervielfältigten und verbreiteten die regimekritischen Predigten des Münsteraner Bischofs Clemens August Graf von Galen und führten aus Protest gegen die im Mai 1942 in Berlin eröffnete nationalsozialistische Hetzausstellung “Das Sowjetparadies” eine Plakatklebeaktion durch. Die Hauptziele der Gruppe waren eine schnelle Beendigung des Zweiten Weltkriegs und eine Verständigung mit der Sowjetunion, damit Deutschland nach Kriegsende als unabhängiger Nationalstaat erhalten bleibe. Als Mitarbeiter der Nachrichtenabteilung des Reichsluftfahrtministeriums hatte Schulze-Boysen Kenntnis von den deutschen Angriffsplänen auf die Sowjetunion. Ab Herbst 1940 standen Harnack und Schulze-Boysen in Kontakt mit einem Mitarbeiter der sowjetischen Botschaft in Berlin, den sie über die deutschen Pläne informierten. Wenige Eingeweihte versuchten in den folgenden Monaten erfolglos, einen Funkkontakt nach Moskau herzustellen. Über einen Agenten des nachrichtendienstlichen Netzes der Sowjetunion in Westeuropa gelangten erste Informationen schließlich Ende Oktober 1941 nach Moskau.
Die Enttarnung der Gruppe
In einem vom Amt Ausland/Abwehr des Oberkommandos der Wehrmacht (OKW) abgehörten verschlüsselten Funkspruch nach Westeuropa vom 26. April 1941 hatte die sowjetische Militäraufklärung Name und Adresse von Schulze-Boysen genannt. Die anschließenden Ermittlungen der Gestapo führten zur Dechiffrierung und zur Aufdeckung der Schulze-Boysen/Harnack-Gruppe. Zwischen August 1942 und März 1943 wurden ungefähr 130 Mitglieder verhaftet. Über 60 der Verhafteten, darunter 19 Frauen, wurden vom Volksgerichtshof und dem Reichskriegsgericht zum Tode verurteilt und hingerichtet, ohne Gerichtsurteil ermordet oder begingen in der Haft Selbstmord. Für die Gestapo waren die Mitglieder der Berliner Organisation von der Sowjetunion bezahlte Landesverräter. Diese Auffassung bestimmte bis in die 90er Jahre die Beschäftigung mit der Schulze-Boysen/Harnack-Gruppe: Während sie in der Bundesrepublik Deutschland als Kommunisten missachtet wurden, galten sie in der DDR als antifaschistische Helden.
Quelle: Deutsches Historisches Museum (http://www.dhm.de), [gekürzt]
Arbeitsblatt Gruppe 4: Stauffenberg (pdf)
WIDERSTAND IM DRITTEN REICH – DAS STAUFFENBERG-ATTENTAT
Der 20. Juli 1944 markiert den tragischen Höhepunkt des militärischen Widerstandes im Dritten Reich. Das Stauffenberg-Attentat auf Hitler scheitert knapp. Vier Menschen werden getötet, Hitler überlebt nur leicht verletzt. Noch in der gleichen Nacht werden die verantwortlichen Offiziere hingerichtet. Trotz ihres Mutes ist ihre Rolle nach Kriegsende zunächst umstritten: Warum haben befehlsgewohnte Männer ihren Treueid gegen Adolf Hitler gebrochen?
Zweifel an der militärischen Führung
Bereits 1938 wächst die Zahl der Offiziere, die Bedenken gegen die aggressive Außenpolitik Hitlers äußern. Mit Beginn der Sudetenkrise und Hitlers Annexion Österreichs und der Tschechoslowakei erkennen einige, welche Gefahr von ihm ausgeht. Die Offiziere beginnen, an seiner militärischen Führung zu zweifeln. Nachdem Reichkriegsminister von Blomberg zurücktreten muss, übernimmt Hitler den Oberbefehl der Wehrmacht. Die Gleichschaltung der Armee ist damit vollzogen. Alle Versuche von Generaloberst Ludwig Beck, Hitler an seiner völlig unrealistischen Politik zu hindern, scheitern.
Soldatische Loyalität gegen moralische Überzeugung
Die Ereignisse um den 20. Juli 1944 sind eng verbunden mit dem Schicksal des jungen Offiziers Claus Schenk Graf von Stauffenberg (geb. 1907). Als er im Frühjahr 1942 von der Massenermordung europäischer Juden und von den Gräueltaten an der Zivilbevölkerung erfährt, wächst sein Entschluss Hitler zu töten. In Oberst Henning von Tresckow findet Stauffenberg einen engen Verbündeten, er ist der führende Kopf des militärischen Widerstandes. Gemeinsam entwerfen sie die Pläne für einen Staatsstreich und die spätere Ordnung in Deutschland. Nachdem mehrere Anschläge auf Hitler verschoben werden müssen, einigen sie sich auf den 20. Juli. Stauffenberg will das Attentat selbst durchführen.
Die Ereignisse vom 20. Juli 1944
Als Stabschef hat Stauffenberg Zugang zu den Lagebesprechungen bei Hitler. Am 20. Juli verlässt Stauffenberg gegen 7.00 Uhr gemeinsam mit seinem Adjutanten Werner von Haeften Berlin in Richtung Führerhauptquartier “Wolfsschanze” in Ostpreußen. Etwa um 11.30 Uhr gelingt es ihnen, einen der beiden Sprengsätze scharf zu machen. Eine gute Stunde später betritt Stauffenberg den Raum und positioniert die Aktenmappe mit dem Sprengstoff direkt neben Hitlers Platz. Unter einem Vorwand verlässt Stauffenberg den Raum. Um 12.42 Uhr detoniert die Bombe, Hitler überlebt das Attentat. Während die ersten Menschen aus der zerstörten Lagebaracke taumeln, sind Stauffenberg und Werner von Haeften bereits auf dem Weg zurück nach Berlin. Sie gehen davon aus, dass Hitler das Attentat nicht überlebt hat. In Berlin erhalten die Verschwörer inzwischen widersprüchliche Nachrichten über den angeblichen Tod Hitlers. Deshalb zögern sie, einen Notfallplan auszulösen, bei dem die Armee die Macht im Reichsgebiet übernehmen soll. Um 17.00 Uhr meldet der Rundfunk, Hitler habe das Attentat überlebt. Immer mehr Mitverschwörer gehen auf Distanz. Gegen 22.30 Uhr wird Stauffenberg gemeinsam mit drei Wegbegleitern verhaftet und in der Nacht vom 20. auf den 21. Juli erschossen.
Quellen: Christine Greiner (swr.de); Gedenkstätte Deutscher Widerstand (http://www.gdw-berlin.de), [gekürzt]
Arbeitsblatt Gruppe 5: Die Weiße Rose (pdf)
SOPHIE SCHOLL UND DIE “WEIßE ROSE”
Hinter dem Namen “Die Weiße Rose” stehen fünf Münchner Studierende und ihr Hochschulprofessor, die zwischen Juni 1942 und Februar 1943 in Flugblättern die deutsche Bevölkerung zum Widerstand gegen die nationalsozialistische Diktatur aufriefen. Mit ihrem öffentlichen Protest wählten sie den unbequemen Weg: Statt wie die Mehrheit der Deutschen zu schweigen, nannten die jungen Menschen mutig die Verbrechen des Hitler-Regimes beim Namen. Mehr noch: In ihren Augen machte sich mitschuldig, wer nicht gegen das bestehende Unrecht aufbegehrte. Insofern war Handeln für sie eine Verpflichtung, die sie selbst unter hohem persönlichen Risiko eingingen. Damit gelten die Mitglieder der “Weißen Rose” nach wie vor als Vorbilder für Zivilcourage – nicht nur im politischen, sondern auch im alltäglichen Leben.
Flugblätter gegen Hitler
Im Sommer 1942 und zu Beginn des Jahres 1943 verbreitete die studentische Widerstandsgruppe “Die Weiße Rose” erst in München, dann auch im süddeutschen Raum sowie in Linz, Salzburg und Wien Flugblätter gegen Hitler und das nationalsozialistische Regime. Sie forderte darin zunächst zum passiven Widerstand auf, aber schon bald auch zum Sturz der Regierung. Die Medizinstudenten Hans Scholl und Alexander Schmorell bildeten den Kern dieser Gruppe. Christoph Probst, Sophie Scholl, Willi Graf und ihr Mentor Professor Kurt Huber schlossen sich ihnen nach und nach an und beteiligten sich in unterschiedlicher Weise an den regimekritischen Aktionen. Bündnis im Kampf gegen den Nationalsozialismus. Die Mitglieder der “Weißen Rose” kamen aus eher konservativ-bürgerlichen Elternhäusern mit christlicher Prägung. Während Hans und Sophie Scholl zunächst begeisterte Anhänger der nationalsozialistischen Jugendbewegung waren, wehrte sich Willi Graf erfolgreich gegen Vereinnahmungsversuche der Partei. Für ihn und später auch für Hans Scholl spielten die Ideale der im Dritten Reich verbotenen Bündischen Jugend eine große Rolle im Leben und Denken. Persönliche Überzeugungen und negative Erfahrungen mit dem NS-Staat ließen die Mitglieder der “Weißen Rose” schon früh zu kritischen Beobachterinnen und Beobachtern des Regimes werden. Diese Haltung verband sie miteinander, aber auch ihr Interesse an Kunst, Literatur, Musik, Philosophie und Religion. Aus individuellen Freundschaften wurde schließlich ein Bündnis im Kampf gegen die nationalsozialistische Diktatur.
Für ihre Überzeugung mit dem Tod bezahlt.
Die Flugblätter der “Weißen Rose” waren mehr als nur ein Aufstand des Gewissens. Sie waren politisch hoch motiviert und entstanden aus der Überzeugung heraus, dass man nicht mehr schweigend zuschauen dürfe, sondern Widerstand gegen das verbrecherische System leisten müsse. Die fünf Münchner Studierenden und ihr Professor bezahlten diese Überzeugung mit ihrem Leben. Sie wurden 1943 zum Tode verurteilt und hingerichtet. Auch zahlreiche Unterstützer der “Weißen Rose” wurden in der Folge mit dem Tode oder mit Freiheitsentzug bestraft.
Hans und Sophie Scholl im Verhör
“In meinem Übermut oder meiner Dummheit habe ich den Fehler begangen, etwa 80 bis 100 solcher Flugblätter vom 2. Stockwerk der Universität in den Lichthof herunterzuwerfen, wodurch mein Bruder und ich entdeckt wurden”, erklärte Sophie Scholl am 18. Februar 1943 dem Gestapo-Beamten Robert Mohr, der sie vormittags in der Universität verhaftet hatte und danach verhörte. Als Sophie Scholl diese Aussage machte, hatte sie bereits ihre Beteiligung an den Flugblatt-Aktionen zugegeben und versuchte nun – wie ihr Bruder in Zimmer nebenan – möglichst viel Schuld auf sich zu laden, um so ihre Freunde zu schützen. Erst Ende Januar 1943, nachdem die “Weiße Rose” nachts in der Münchner Innenstadt das fünfte Flugblatt verteilt hatte, begann die Gestapo, gezielt nach den Urheberinnen und Urhebern dieser Schriften zu fahnden. Dann tauchten Parolen wie “Freiheit!” oder “Nieder mit Hitler!” an öffentlichen Gebäuden auf, unter anderem auch an der Universität. Vom 9. Februar 1943 an wurde die Hochschule ständig bewacht. Mit der Verhaftung der Geschwister Scholl am 18. Februar 1943 kam für die Gestapo der Stein ins Rollen: Am Abend des gleichen Tages wurde Willi Graf verhaftet, zwei Tage darauf Christoph Probst, wenig später auch Alexander Schmorell und in der Folge noch viele Freunde und Bekannte aus dem Umfeld der “Weißen Rose”. Die Vernehmungsprotokolle von Hans und Sophie Scholl sind beeindruckende Dokumente, die viel über den Ablauf der Ereignisse sowie über Motive und Ziele der “Weißen Rose” vermitteln. Die Geschwister leugneten auch nach ihren Geständnissen ihre Taten nicht, sondern erklärten vielmehr, warum sie auch weiterhin von der Richtigkeit ihres Handelns überzeugt seien. In den Protokollen erscheinen sie trotz ihrer ausweglosen Situation als beherrscht und charakterstark.
“Wir sind Euer böses Gewissen!” - Die Flugblätter der Weißen Rose
Die ersten vier “Flugblätter der Weißen Rose” schrieben und verbreiteten Hans Scholl und Alexander Schmorell zwischen dem 27. Juni und dem 12. Juli 1942. Je 100 Stück schickten sie an Schriftsteller, Professoren, Buchhändler aus München und Umgebung, aber auch an Freunde und Studienkolleginnen und Studienkollegen. Die Zielgruppe war bewusst gewählt. In den Augen Hans Scholls hatte 1933 vor allem die Intelligenz politisch versagt, wie er 1943 nach seiner Festnahme der Gestapo erklärte: “Ich empfand, dass es höchste Zeit war, diesen Teil des Bürgertums auf seine staatspolitischen Pflichten aufs Ernste hinzuweisen.” Für ihn und Schmorell war es die Verpflichtung zur Tat: “Leistet passiven Widerstand, wo immer Ihr auch seid!”, forderten sie in ihrem ersten Flugblatt. Es sei höchste Zeit, “diese braune Horde auszurotten”, heißt es im zweiten. Diese Appelle steigerten sie im dritten Flugblatt in konkrete Handlungsanweisungen für einen Regierungssturz mittels Sabotage in allen Bereichen des öffentlichen und politischen Lebens. Angesichts der Massenmorde an Juden und Polen, die sie im zweiten Blatt anprangerten, verdeutlichten sie die Mitschuld aller Deutschen, die still Unrecht ertrugen, anstatt es zu bekämpfen. “Wir schweigen nicht, wir sind Euer böses Gewissen, die Weiße Rose lässt Euch keine Ruhe!”, so der Schlusssatz ihres vierten Aufrufs.” Erst zwischen dem 27. und 29. Januar 1943 erschien das fünfte Flugblatt. Mit diesem wollten sie die breite Masse zum Handeln bewegen: In ihren Augen war eine Invasion vom Westen aus nur noch eine Frage der Zeit. “Hitler kann den Krieg nicht gewinnen, nur noch verlängern!” Man müsse sich jetzt vom Nationalsozialismus befreien, denn sonst würden die Deutschen “dasselbe Schicksal erleiden, das den Juden widerfahren ist.” Als Zukunftsszenario entwarfen sie ein föderatives Deutschland in einem vereinten Europa.
Quelle: Kirsten Schulz, Bundeszentrale für politische Bildung (http://www.bpb.de), [gekürzt]
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12 Kommentare von Lehrerfreund/innen
ganz herzlichen Dank! Solche Beiträge sind eien gute Hilfe!
Silvia Serena
Ich kann mich auch nur ganz herzlich bedanken. Schön, dass Leute ihre Arbeit teilen.
herzlichen dank! ich möchte auch eine stunde zu der thematik vorbereiten und dein beitrag gab mir einen guten impuls.
Ein gelungener Unterrichtsvorschlag, der sich in der Praxis bewährt hat. Dies spricht für Qualität. Danke !
vielen dank!!!
Eine sehr gute Idee und echt hilfreich, vielen Dank
Das ist wirklich sehr gutes Material. Mein Kompliment
Schön übersichtliche Info-Blätter für die Klasse. Merci!
Dankeschön . . .aber die beurteilung nach 1945 habe ich nich gefunden
Gassi, Du bist der Beste! Thanks für diese Stunde.
Sehr schön! Vielen Dank!
Net Übl…
Danke! Merci! Thank You!.... ![]()
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