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Wie viel verdienen Lehrer/innen?

Die Massen toben, wenn es um das Gehalt von Lehrpersonen in Deutschland geht. Jeder hat nur eine diffuse Vorstellung davon, wie viel Lehrer/innen verdienen - aber es muss RICHTIG VIEL sein. Wie viel ist es wirklich?

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Eingetragen am 03.11.2006, 12:01 Uhr in Nachrichten | Statistiken | Arbeitsbedingungen |

837 x kommentiert, 32787 x gelesen in 2012. Diesen Beitrag kommentieren.

Eine kurze und schöne Übersicht - wenn man mal von der Hals brechenden Ausrichtung der “Bundesbesoldungsordnung A” (pdf) ausgeht - über Lehrergehälter findet sich im Lehrerzimmer.

Ich möchte hierzu anmerken:

  1. Den Äußerungen Herrn Raus ist grundsätzlich zuzustimmen. Ich weiß aber nicht, ob Detailfragen (wie Leistungszulage und Anwärterbezüge (für Referendare)) für alle Bundesländer gleich sind.
  2. Die Lehrergehälter unterscheiden sich gnadenlos, wenn man in Beamte und Angestellte unterscheidet. Beamte bezahlen nämlich keine Sozialabgaben und kassieren so netto wesentlich mehr. Aus 3.000 brutto werden dann für einen Beamten knapp 2.300 netto - bei einem Lehrer im Angestelltenverhältnis dürfte es netto deutlich weniger sein (geschätzt 1.600 ohne Vergünstigungen wie Kinder usw.). Während in den westlichen Bundesländern großzügig (z.B. Baden-Württemberg) oder zumindest wohlwollend (z.B. Rheinland-Pfalz) verbeamtet wird, stellen die meisten östlichen Bundesländer inzwischen nur noch im Angestelltenverhältnis ein. Deshalb streiken Lehrerinnen eigentlich nur dort - denn als Beamte dürfen Lehrer/innen nicht streiken.
  3. Als LehrerIn hat man die Möglichkeit, sein Deputat jährlich festzulegen, wenn die Schulleitung und die Schulämter mitspielen (je nach Bundesland entsprechen 100% (=volles Deputat) 25-28 Unterrichtsstunden pro Woche, unterschieden nach der Schulform; an Gymnasien liegt die Maximalstundenzahl niedriger, an Grund- und Hauptschulen höher). Man kann also einfach mal ein paar Jahre lang 60% arbeiten und verdient dann eben weniger. Ideal, um Kinder zu generieren. Interessanterweise vermeiden viele Lehrer/innen diesen Weg und arbeiten stets voll.

Es gilt festzuhalten: Gerade verbeamtete LehrerInnen verdienen nicht schlecht, gemessen an vielen anderen Berufszweigen. Ein Kfz-Mechaniker verdiente 2006 12,45 Euro pro Stunde - das entspricht bei einer 38-Stunden-Woche einem Monatsgehalt von rund 1890 Euro brutto. Sie verdienen aber auch nicht so, dass die neidischen Massen mit den Fingern auf sie zeigen dürfte. Denn eine Lehrperson, die 100% arbeitet, arbeitet über das Jahr verteilt deutlich mehr als 38 Stunden die Woche.


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837 Kommentare von Lehrerfreund/innen

(#1) Petra meinte am 04.11.2006, 16:42 dazu:
" 

Wenn man schon Einkommensvergleiche mit anderen Berufsgruppen anstellt, sollten diese auch halbwegs vergleichbar sein.

Der Beruf des Lehrers ist ein akademischer Beruf. Ich kann nicht verstehen, wie man ihn mit dem eines Kfz-Mechanikers vergleicht (der nach 3-jähriger Ausbildung mit 12,45 € sicher auch nicht gerade üppig bezahlt wird).

Ein Vergleich mit anderen akademischen Berufen würde dann den Hinweis auf unsere langen Arbeitszeiten überflüssig machen (vermutlich arbeiten die Kfz-Mechaniker auch schon lange nicht mehr nur 38 Stunden).

(#2) Insa meinte am 05.11.2006, 15:22 dazu:
" 

In Niedersachsen brütet derzeit ein Finanzminister einen neuen Tarifvertrag für Angestellte im öffentlichen Dienst aus. Dieser Herr, dem bei seinem Tun auch diesmal keinerlei Ethik und Moral im Wege stehen, muss mit keinem ernsthaften Widerstand seitens Verdi /GEW rechnen. Bei letzterer liegt es vielleicht daran, dass die Mehrzahl der LehrerInnen sowieso Beamte sind??- Angestellte sind in unserem schönen Bundesland demnächst also noch einmal deutlich schlechter gestellt als bisher. Nix is mit “gleicher Lohn für gleiche Arbeit”!Gerade bei Lehrern ist es völlig albern, dass für genau die gleiche Arbeit mehrere hundert Euro pro Monat unterschiedlich ausgezahlt wird und bald nun auch brutto festgelegt, was das Nettogehalt weiter reduziert. So motiviert eine Obrigkeit “ihre” Leute…!Wie kann eine Gewerkschaft so etwas eigentlich unterschreiben?? Was gibt`s denn dafür so??

(#3) sylvia meinte am 05.11.2006, 17:14 dazu:
" 

und warum angestellte Lehrer für weniger Geld dann auch noch mehr (1Stunde) arbeiten müssen, ich auch nicht unbedingt nachvollziehbar.

(#4) stroehli meinte am 05.11.2006, 18:45 dazu:
" 

Super, ich dachte immer, ich machs, weils mein Traumjob ist… ok, aber sofort denk ich nur noch an die Kohle…

(#5) Insa meinte am 05.11.2006, 19:46 dazu:
" 

Lehrerin zu sein ist mein Traumjob, allerdings bin ich als Alleinverdienerin der Familie mit Kindern in der (teuren) Ausbildung nicht so naiv, dass ich finanzielle Ungerechtigkeiten egal finden muss. Ich gönne meinen verbeamteten Kollegen jeden Cent- sie verdienen ihn, doch ich eben genauso, finde ich. wink

(#6) nicole meinte am 05.11.2006, 19:54 dazu:
" 

Diese unterschiedliche Besoldung von verbeamteten und “nur” angestellten Lehrern ist hahnebüchen. Ich unterrichte Deutsch, Englisch und Französisch an einer Gesamtschule und sitze eigentlich jedes Wochenende an Korrekturen. Wenn ich dann darüber nachdenke, dass mein Kollege, der Reli und Sport unterrichtet und verbeamtet ist, einiges mehr als ich verdient, bereitet mir mein Job eigentlich nicht mehr so richtig viel Freude. Warum diese Unterscheidung in Beamte und Angestellte und keine Unterscheidung nach Leistung!!!!  :o(

(#7) sylvia meinte am 05.11.2006, 19:59 dazu:
" 

Es ist tatsächlich auch mein Traumjob, aber muss ich deshalb zu Ungerechtigkeiten schweigen? Würde ich es nicht gerne machen, dann könnte ich mein Geld garantiert leichter verdienen.

(#8) Mechtild meinte am 05.11.2006, 20:55 dazu:
" 

Zur Föderalismusdebatte bzgl. Besoldung habe ich die Erfahrung gemacht, dass es große Unterschiede gibt. Nach zweimaligem Länderwechsel (beim ersten Mal musste ich nach kirchlichem Dienst wieder als Angestellte anfangen, beim zweiten Mal wurde mir als Konrektorin für kurze Zeit die Urkunde zur Ernennung als Lehrerin überreicht- wahrscheinlich mit hohem Seltensheitswert!), weiß ich, dass eine Berliner Konrektorin an der Grundschule mit SekundarI-Abschluss viel mehr mehr verdient als eine Rektorin an einer Grundschule in NRW. Dazu muss nur eine Verzichtserklärung unterschrieben werden. Hihihi.

(#9) Helmut meinte am 05.11.2006, 23:29 dazu:
" 

Diese Debatte zeigt wie übrigens viele Diskussionen um den Lehrerberuf und seine Bezahlung, dass die Lehrerschaft mittlerweile hoffnungslos entsolidarisiert ist, ganz nach dem Willen und der Absicht der Länderchefs. Wenn es dann wirklich mal drauf ankommt, gemeinsam zu agieren (z.B. in der Arbeitszimmerfrage, in der Debatte um die Bezahlung der Schulbücher oder Klassenfahrten), dann werden wir nicht mit einer Stimme sprechen, sondern uns zunächst einmal gegenseitig zerfleischen um dann in der Bedeutungslosigkeit ungehörten politischen Protests zu verschwinden.
Herrliche Aussichten.

(#10) hajo meinte am 08.11.2006, 18:15 dazu:
" 

cool smirk In keiner hier zu lesenden Darstellung war von der Situation an Berufsschulen die Rede.
Hier, zumindest in Bayern, gibt es neben beamteten und angestellten Lehrern auch heute noch die Gruppe der Fachlehrer mit Meister, bzw. Ingenieurausbildung in den Besoldunggruppen A10, A11 und ganz selten auch in A12. In vielen Fällen sind deren Tätigkeiten nicht von denen des höhren Dienstes zu unterscheiden. Das Motiv dieser Leute für die Wahl ihres Berufs und dessen Ausübung muss wohl mit Idealismus zu erklären sein, zumal diese Leute mitunter in der “feien Wirtschaft” höheren Verdienst und geringeren Leistungdruck erfahren hätten.
Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, das ein allgemeines Gejammer um die Höhe des Gehalts keinem weiterhilft. Einzig eines würde helfen, nämlich ein Forum zum Austausch von Ansichten und Anregungen, wie es hier vielleicht entstehen könnte.

(#11) Bernd meinte am 29.11.2006, 23:46 dazu:
" 

Hier noch ein Vergleich mit einer anderen Berufsgruppe. Als Arzt mit durchschnittlich 60-70 h/ Woche und Diensten an Wochenenden und Feiertagen verdient man im Krankenhaus netto ca 2000,-€ ein beamteter Lehrer verdient netto Anfangs 2350,-€. Mal abgesehen von der Verantwortung hat man mit einem Netto- Stundenlohn von 10,-€ nur etwa 40% des Nettostundenlohnes eines beamteten Lehrers. Vorher hat man natürlich ein 6 Jahre dauerndes Studium absolviert, und insgesamt 1,5 Jahre umsonst gearbeitet. Als Lehrer in Deutschland, insbesondere als beamteter Lehrer kann man sich nicht beklagen über sein Gehalt, ganz abgesehen von der Lebensqualität.

(#12) Helmut meinte am 30.11.2006, 23:25 dazu:
" 

Bei einem Netto-Stundenlohn von 10€ müsste man bei der von Bernd angegebenen durchschnittlichen 60-70 Stunden pro Woche auf deutlich mehr als 2000€ kommen, also kann die Rechnung irgendwo nicht stimmen.
Außerdem weiß ich nicht, von welchem Stundenansatz er beim Lehrer ausgeht, der Tendenz seines Artikels jedoch möchte ich entnehmen, dass auch er an die Mär vom überbezahlten Halbtagsjob glaubt, sich also eigentlich für eine ernsthafte Diskussion disqualifiziert.
Zu guter letzt: Doch, ich nehme mir als Lehrer das Recht, mich über beständig sich verschlechternde Arbeitsbedingungen, ein sich seit Jahren stetig real zurückentwickelndes Gehalt und billigen Populismus zu beklagen, weil ich einen verantwortungsvollen Beruf mit hoher Arbeitsbelastung gewählt habe und mich einer meist äußerst unqualifizierten Missachtung gegenüber sehe. Ach ja, studiert habe ich auch, an den entsprechenden Darlehen bezahle ich, bis ich 45 bin.

(#13) Bernd meinte am 01.12.2006, 11:48 dazu:
" 

Ich muss zugeben dass ich etwas voreingenommen bin. Ich bin Arzt, seit 3,5 Jahren im Beruf tätig und verdiene netto mit allen Diensten und Überstunden, die natürlich nicht bezahlt werden (Daher die Nettostunden Diskrepanz)... einen Moment… am 30.10.2006 habe ich genau 1988,55€ ausgezahlt bekommen. In diesem Monat hatte ich an 2 Wochenenden auch nachts insgesamt 36 h gearbeitet, von denen bekomme ich etwas weniger als 80% der Stunden bezahlt. Weiterhin habe ich 2 Nachtdienste unter der Woche gehabt mit jeweils 26h am Stück, dafür darf ich dann morgens nach Hause gehen muss dafür aber 8 Minusstunden abziehen, die ich mit Überstunden ausgleichen muss, da ich ja nach Hause gegangen bin.
Ich kenne viele Lehrer, auch Freunde von mir die neben ihrem Job noch Zweitberufe ergreifen, einer meiner Bekannten hat z.B. eine Gaststätte aufgemacht und betreut noch einen mittelständischen Betrieb, ist natürlich abends sehr müde. Die Zeit zum korrigieren oder Unterricht vorbereiten nimmt er sich während der Unterrrichtspausen.
Also ich weiss schon was Sache ist und beklagen kann man sich bei diesem Beruf wenn man beamtet ist wirklich nicht.
Nicht beamtete Lehrer… da sieht es wieder ganz anders aus.
Mein Wunsch wäre das Beamtentum generell abzuschaffen… es geht mir eigentlich gar nicht um den Lehrerberuf an sich. Ich denke man kann sich in diesem Beruf auch sehr profilieren… ich wollte selber einmal Lehrer werden für Mathe Bio und Chemie… mein damaliger Lehrer hat mir davon abgeraten: ich würde keinen Job finden. Finanziell würde ich auf jeden Fall besser stehen und auch meine Freizeit wäre üppiger, hab ja pro Jahr nur ca 25 Urlaubstage.

(#14) ugh meinte am 02.12.2006, 12:23 dazu:
" 

Mir wurde vor 10 Jahren geraten in die Wirtschaft zu gehen: Mit Mathestudium und Informatikenntnissen verdienst du doch da viel mehr. Jetzt ging es lange es der Wirtschaft schlecht und ich muss die Neider hören, die auf die andere Karte gesetzt haben.
Mit den Neidern habe ich umzugehen gelernt, was ich schlimmer finde ist,

Nun bin ich Lehrer, beziehe ein gutes Gehalt, muss aber sehen, wie seit 5 Jahren stetig die Arbeitsschraube hoch- und die Spaßschraube heruntergedreht wird.

Das Beamtentum kann meinetwegen zugunsten einer gerechteren Lösung abgeschafft werden. Wenn das aber nur dazu dient, Lohnkosten zu sparen, hoffe ich, dass sich bald keine Lehrer mehr finden werden (dann richtet das eben der Markt).

Was bei Ärzten (angestellten in Krankenhäusern) abgeht, ist Wahnsinn (meine Schwester ist selbst Ärztin). Aber warum müssen die Lehrer als Vergleich herhalten, die haben doch eh schon nen schlechten Ruf…?

(#15) Silabis meinte am 31.12.2006, 15:59 dazu:
" 

Gehalt ist aus meiner Erfahrung immer ein problematischer Streitpunkt. Am Ende sind auch die unzufrieden, die vielleicht vorher mit ihrer Situation weitgehend zufrieden waren. Letztlich ist es die Arbeitsatmosphäre, die für mich stimmen muss. Und ich glaube, sowohl bei Ärzten als auch bei Lehrern oder auch bei Polizisten, Krankenpflegern etc. ist genau dies der Knackpunkt. In diesen Berufen fühlen sich viele der Betroffenen offensichtlich ungerecht behandelt und überfordert. Eine Diskussion über Gehalt muss an den Arbeitsbedingungen anfangen. Was brauche ich, damit ich mich am Arbeitsplatz wohlfühle. Glaubt man Erfahrungsberichten aus der Schweiz oder Schweden, dann scheinen die das besser hinzubekommen. Schade, dass dies die entsprechenden Schaltstellen zuwenig mitbekommen.

(#16) Hawkeye meinte am 06.01.2007, 15:24 dazu:
" 

@ Bernd: du schreibst, dass du weißt, was sache ist. entschuldige, aber das mag ich bezweifeln. mit hinweis auf deine akademischen ausbildung müsstest du doch erkennen, dass dein “wissen, was sache ist” auf der erfahrung mit deinem seltsamen bekanntenkreis beruht, also letztlich auf vorurteilen.
(vorurteilsmodus an) wie das bei euch ärzten läuft, weiß ich doch auch. sobald der dritte zweitwagen für den verzogenen sohn nicht gezahlt werden kann, weint ihr los. nehmen wir doch mal meinen zahnarzt. ich brauche bei dem nur durch die tür zu kommen und schon stehen 19 euro auf meiner rechnung (für beratung), gibt er mir die hand, werden noch 5 euro aufgeschlagen (telefonische beratung). ich finde manchmal nachweisbar nicht durchgeführte aktionen auf den rechnungen (spritze, die es nicht gab…). (vorurteilsmodus aus)
ich kenne auch ärzte in krankenhäusern…jahaaaa….die nach dieser neuen regelung (bei der ich mich nicht so mega auskenne) zwei wochen arbeiten mit nachtdiensten und so, dafür aber danach auch ne woche frei haben. wie ist das bei dir?

was du zu deinen freunden erzählst, würde mir übrigens als kollege von ihnen stinken. nicht nur das, die eröffnung einer gaststätte verstößt gegen die hiesige bayerische lehrerdienstordnung. jede nebentätigkeit muss genehmigt werden und wenn sie vom aufwand her den hauptberuf beeinträchtigt, würde sie verboten werden. würde ein solche fall hier auftreten, würde ich mir sogar herausnehmen denjenigen anzusprechen oder aber auch mich zu beschweren an zuständiger stelle, weil seine einschränkung letztlich auch auswirkungen auf mich hat, der ich ihn vertreten muss.

fertig. und noch was: ich glaube nicht, dass ich mich vor dir oder irgendwem für meine berufswahl rechtfertigen muss.

die kritik, die ich hier sehe, trifft mich nicht, nicht meinen beruf, sondern die beamtenmentalität. und die finde ich auch bei ärzten, die nach der ausbildung da stehen und merken, dass eine medizinische ausbildung nicht mehr die lizenz zum gelddrucken ist.
grüße
h.

(#17) stroehli meinte am 06.01.2007, 16:12 dazu:
" 

Ich bin als Seiteneinsteiger aus der freien Wirtschaft in den Lehrerberuf gewechselt, natürlich mit ordentlich Abzug im Gehalt. Aber: Ist eben mein Traumjob, obwohl ich an einer privaten Schule VIER Fächer gebe, da sollten die staatlichen Kollegen mal ordentlich schweigen. Zudem - diese EINE Stunde mehr ist ja wohl ein Witz.
Ich arbeite an einer Ganztagesschule mit Hausaufgaben-Betreuung. Die Stunden am Nachmittag werden auch nur mit 50% angerechnet, jammer ich? Wer mal sehen will, was ich nebenbei für meine Schüler mache (OHNE Bezahlung), der schaue sich mal www.stroehlein-online.de an!
PS: Bringt mir einen, der behauptet: Ich verdiene genug…

(#18) Steph meinte am 07.01.2007, 13:25 dazu:
" 

Mein Gott, es ist ja fast nicht zu glauben, dass zivilisierte und eigentlich doch intelligente Menschen sich so verbissen um die Lehrer streiten können. Ich bin selbst Lehrerin, Sonderschullehrerin für Körper- und Geistigbehindtere - in Baden - Württemberg - und habe ein Deputat von 26 Stunden, verbeamtet. Meine Kollegen, die nicht verbeamtet sind, arbeiten auch 26 Stunden, von einer Stunde mehr hab ich noch nie gehört!!!
Mein Freundes- und Bekanntenkreis ärgert sich auch immer über das hohe Gehalt (ich verdien A13) der Lehrer, dass sie nie was arbeiten würden, ständig Ferien hätten, den halben Tag zuhause sitzen…
Dazu kann ich nur sagen: Ich bin an einer Ganztagesschule (die Behinis brauchen das!), ich kenn einige Kollegen, die auch - wie ich - in den Ferien, die ja eigentlich nur unterrichtsfreie Zeit sind - Unterricht vorbereiten und was ich am Wochenende und nach “Feierabend” mit Museen, Arzten, Therapeuten, Eltern telefoniere, hat ein KfZ - mechaniker, ein Arzt, ein Industriekaufmann usw. nicht, denn wenn die Feierabend haben, hören sie auch definitiv auf zu arbeiten! Ach ja, und da heißt es doch immer, dass Lehrer einen easy Jab hätten - wenn man genau nachfragt und es drauf ankommen lassen würde, hätten doch die wenigsten Neider wirklich den Mut und Schneid, sich vor eine pubertierende Klasse, vor kleine Aggros, verzogene “Rotzbengel”, Kinder aus verwahrlosenden Verhältnissen, noch nihct richtig intergierte Ausländer,....zu stellen, um zu versuchen, einen Funken Disziplin, geschweige den Wissen rüberzubringen.
Aber eins ist klar: ich liebe meinen Job, auch wenn ich die Wochenenden, an denen ich Schuleingangsgutachten (muss man als Sonderschullehrer halt machen), Unterrichtsvor- und Nachbereitungen, Arzt,- Elterngespräche,... zu erldegigen habe, manchmal hasse!!!
Irgendwann schul ich vielleicht mal noch um und setz mich wieder, wie während des 4jährigen Studiums, an die Kasse im Supermarkt und genieße es, an nichts denken zu müssen und nach Arbeitsende auch wirklich “Feierabend” zu haben wink

(#19) stroehli meinte am 07.01.2007, 17:41 dazu:
" 

...ich befürchte, dass mal wieder die Experten hier groß auftrumpfen, die dann wieder vor meinem Klassenzimmer stehen und sich keine Minute früher reintrauen, wenn sie ne Probestunde halten dürfen. Angst vor Zerfleischung durch die 6. Klasse… (häufig erlebt) -> Aber, solche Jungs kennen sich ja dafür auch aus in Powerpoint (anderes Thema…)

(#20) paulito meinte am 10.01.2007, 14:30 dazu:
" 

wow, die hier erwähnten Statements zeigen mir den Lehrerberuf aus einer anderen Perspektive. Ich studiere gerade im 1. Semester Lehramt Grund-und Mittelstufe in den Fächern Sport und Geschichte.
Kann mir jemand sagen wie lange man als Referendar tätig ist und wie hoch das Gehalt ausfällt?
PS: welche Schulform wäre eurer Meinung nach empfehlenswert, Grund-Haupt oder Realschule?

(#21) stroehli meinte am 10.01.2007, 23:01 dazu:
" 

Oh Schreck,da fängt ja auch einer früh an, sich schlau zu machen…

(#22) Hawkeye meinte am 10.01.2007, 23:49 dazu:
" 

:D
aber er stellt die wichtigen fragen…und wie ich sehe, studiert er die richtigen fächer..
:D
@aber ernst paulito, es wäre wichtig zu wissen, in welchem bundesland du unterrichten willst, z.b.

(#23) stroehli meinte am 11.01.2007, 8:33 dazu:
" 

Genau, bei der Abbbauquote vom Sportunterricht in vielen Bundesländern ist das sicher eine geniale Kombi ;o)

Wenn ich dazu noch sehe, wieviele Lehrer an Privatschulen mal nebenbei noch Geschichte, Erdkunde oder Bio übernehmen, damit die Stundenanzahl voll wird, ist das echt die richtige Kombi für…

...und dann nehm ich noch ne große Pommes, zum hier essen…

NATÜRLICH sollte bei der Berufswahl die Kohle auch ne Rolle spielen, wenn das aber der wichtigste Grund ist ... na, dann viel Spaß in der 8. Klasse Hauptschule Stadtmitte…

(#24) ugh meinte am 11.01.2007, 14:12 dazu:
" 

Mal ‘ne ernsthafte Antwort:

Kann mir jemand sagen wie lange man als Referendar tätig ist und wie hoch das Gehalt ausfällt?

Das Referendariat ist i.d.R. 2 Jahre lang. Das Gehalt ist von diversen Faktoren abhängig. U.a. vom Bundesland. Am besten fragst du einen Lehrer der in deinem Bundesland in der entsprechenden Schulform arbeitet.

PS: welche Schulform wäre eurer Meinung nach empfehlenswert, Grund-Haupt oder Realschule?

Das kommt auf deine Vorlieben an. Ich kenne inzwischen eine Lehrerin, die lieber auf einer Haupt- als Realschule tätig sein möchte. Alle anderen, die ich kenne, sehen das andersherum (fragt sich, ob meine Stichprobe repräsentativ ist). Im Zweifelsfall würde ich Praktika machen (auch informelle), da kannst du die verschiedenen Schulformen am besten erleben.

(#25) paulito meinte am 11.01.2007, 18:52 dazu:
" 

erstmal danke für die statements!

@stroehli: was meinst du damit:
...und dann nehm ich noch ne große Pommes, zum hier essen…

wegen der abbauquote vom sportunterricht…
Die Schulsportmisere wird seit langer Zeit beklagt. Nicht nur von der GEW, sondern auch von Spitzenorganisationen des deutschen Sport und vielen anderen Gruppen und Parteien. Im Mittelpunkt steht die Forderung nach der dritten Sportstunde, oftmals verbunden mit von Ärzten diagnostizieren Bewegungs- und Fitnessmängeln.
komplettes statement auf

www.gew-sportkommission.de

ich denke in zukunft wird es eher eine aufstockung des sportunterrichts geben als einen abbau wink

(#26) Hawkeye meinte am 12.01.2007, 0:57 dazu:
" 

hallo noch mal,
ich will jetzt nicht als der ausgeburnte lehrer erscheinen, das bin ich weiß gott nicht…jedoch mal ein wort zu forderungen an die schule:
das mit dem sport wird seit jahren gefordert, etwa seitdem ich lehrer bin (inkl. ref seit 10 jahren). passiert ist nichts. wenn mehr sport, dann als wahlunterricht, aber nur, wenn nicht grad in anderen fächern leute gebraucht werden.

zur frage des lehramtes. ich denke bei der entscheidung könnte dir auch die überlegung helfen, was dir wichtiger ist (subjektiv): dein fach und seine inhalte oder der pädagogische teil deines zukünftigen berufs? für das erstere spräche realschule, für das letztere gs/hs.

achja,
in manchen kollegien könnte es passieren, dass du mit der kombination geschichte/sport nicht ganz ernst genommen wirst. wink

grüße

h.

ps: welches bundesland willst du denn nun?

(#27) Argent meinte am 12.01.2007, 22:34 dazu:
" 

Ich bin grade im Ref (auch geschichte/sport) und kann mich nicht beklagen das man “nicht ernst” genommen wird. Die Kollegien, wo sowas passiert, sind dann vermutlich Gymnasien mit Standesdünkeln. Abgesehen ist Bio/Physik etc. in der Schule auch nur Geschichte (Reproduktion von Wissenschaftsgeschichte um genau zu sein).

Was hier mal wieder stand “wein wein wein, Korrekturen, wein wein wein, Sportlehrer haben das nicht, ungerecht ungerecht ungerecht”—> ich rate einfach jedem der so denkt einfach mal 4-5 Stunden Sport hintereinander zu halten, auch mal die pubertierenden 6-8er dabei, und er wird seine Meinung ganz schnell ändern. An meiner Schule werden beim Sporttag auch fachfremde Kollegen als Helfer eingesetzt und es gibt einige die gesagt haben, dass sie lieber noch ein Korrekturfach nehmen würden, als sich den Stress und die Lautstärkebelastung anzutun. Korrigieren ist sicher eine Scheißarbeit (habe ich in GE ja auch), aber diese Aufrechnerei ist genauso vorurteilsbelastet wie die Vorurteile über Lehrer allgemein (Sollte ein Geschichtslehrer mehr Geld bekommen als ein Mathelehrer? Immerhin muss man bei GE Klausuren sehr viel lesen, einen Kommentar drunter schreiben der den SuS hilft usw. eine Matheklausur kann man durchaus in 15 Minuten korrigieren usw.). Aber schön das es keine Solidarität mehr gibt (zumindest hier, in meinem Kollegium zum Glück schon).

@stroehli:
“obwohl ich an einer privaten Schule VIER Fächer gebe, da sollten die staatlichen Kollegen mal ordentlich schweigen.”

Ich gebe in der Unterstufe auch 4 Fächer (Sport, Geschichte, Erdkunde und SoWi) und bin an einer staatlichen Schule, so what? Tut mir leid, so einzigartig oder toll bist du dann leider nicht.

“Ich arbeite an einer Ganztagesschule mit Hausaufgaben-Betreuung. Die Stunden am Nachmittag werden auch nur mit 50% angerechnet, jammer ich? Wer mal sehen will, was ich nebenbei für meine Schüler mache (OHNE Bezahlung), der schaue sich…”

Also dies hört sich schon nach jammern an, aber eben nach dem “Schaut her wie belastet ich bin, aber ich bin so toll und beschwere mich nicht” (ich überzeichne hier etwas).
Ach ja, ich (und viele viele andere staatliche Lehrer) bin auch an einer Ganztagsschule und Hausaufgabenbetreuung haben wir auch. Nebenbei betreuen wir noch verschiedene AGs etc.
Also zum 2ten: So toll bist du leider nicht, also komm mal von deinem hohen Ross runter.

(#28) Versuch meinte am 18.01.2007, 1:13 dazu:
" 

Die Diskussion ist albern! Der Lehrerberuf ist weder leicht noch überbezahlt. Legt die Zahlen auf den Tisch und der Streit ist beendet.

Alle, die meinen zu schlecht bezahlt zu werden müssen sich halt einen anderen Job suchen.

(#29) stroehli meinte am 18.01.2007, 17:54 dazu:
" 

So siehts aus, irgendwie feiert sich jeder als größtes Opfer, ich finde, mit meinem Vorredner bzw, seinen Worten sollte dieses Thema beendet sein.

stroehli, ein nicht so gut wie die staatlichen Kollegen bezahlter Lehrer, der auf seinen Job stolz ist und ihn sicher nicht wegen der Kohle macht!

(#30) Ole meinte am 18.01.2007, 23:15 dazu:
" 

Bin bald fertig mit dem Studium.
Ich werde Grund und Mittelstufe unterrichten.
Man bekommt A12 (in Hamburg) als Beamter.
Wieviel ist das netto?

(#31) ugh meinte am 20.01.2007, 13:06 dazu:
" 

Ich kann zwar die folgende Tabelle nicht ganz bestätigen (Grundschule A12?) und es gibt noch Bundeslandunschärfen und die Krankenversicherung muss man ja noch abziehen, Famiulienzuschläge ggf. hinzu, aber ansonsten scheint es so zu sein (google fördert es zu Tage, die Diskussion wird auch in anderen Foren geführt):

“Grundschullehrer/in
Durchschnittsgehalt in Euro (Brutto)*:
Grundschullehrer werden als Beamte nach Besoldungsgruppe A12 bezahlt.
Monatliches Einstiegsgehalt: ab 2.559,52 Euro


Hauptschullehrer/in
Durchschnittsgehalt in Euro (Brutto)*:
Anfangsgehalt (monatlich): 2.559,52 Euro
Hauptschullehrer werden als Beamte nach Besoldungsgruppe A12 bezahlt.


Realschullehrer/in
Durchschnittsgehalt in Euro (Brutto)*:
Anfangsgehalt (monatlich): 2.880,96 Euro
Realschullehrer werden in Bayern beim Berufseinstieg nach Besoldungsgruppe A13 bezahlt. (O.g. Gehalt ist das monatliche Grundgehalt).
Monatliches Einstiegsgehalt: ab 2.559,52 Euro


Gymnasiallehrer/in
Durchschnittsgehalt in Euro (Brutto)*:
Anfangsgehalt (monatlich): 2880 Euro
Gymnasiallehrer beginnen als Beamte mit Besoldungsgruppe A13. Sie werden aber normalerweise im Lauf ihrer Dienstzeit befördert und erreichen dann A14 (als Oberstudienrat) oder A15 (als Studiendirektor).


Berufsschullehrer/in
Durchschnittsgehalt in Euro (Brutto)*:
Anfangsgehalt (monatlich): 2880 Euro
bei Verbeamtung Einstieg mit A 13.
og. Gehalt ist das monatliche Grundgehalt laut Bundesbesoldungsordnung 2004.”

(aus: http://www.studis-online.de/Fragen-Brett/read.php?101,168178,page=1)

(#32) Klara meinte am 09.02.2007, 14:43 dazu:
" 

Ich hätte da auch mal eine Frage zur Bezahlung von LehrerInnen. So weit ich weiß, bekommen z.B. Realschullehrer in manchen Bundesländern A13 während sie in anderen nur A12 bekommen. Weiß jemand wie das ist, wenn ich mit A13 verbeamtet wurde und später in ein anderes Bundesland welchsle, wo Realschullehrer nur A12 bekommen? Werde ich dann auch zurückgestuft? Ich habe mal gehört, dass ich in dem Fall trotzdem weiter A13 bekommen würde, also nicht zurückgestuft werden kann!?
Und muss ich dann mein Referendariat schon in einem Bundesland mit A13 Besoldung machen, oder reicht es, wenn ich zur Verbeamtung (wenn diese überhaupt noch stattfindet:)) dort hin gehe?

(#33) Swing meinte am 23.02.2007, 0:49 dazu:
" 

Das sind ja interessante Meinungen.
Die Veränderung von BAT zum TVöD ist jedoch wirklich nicht banal zu nennen.
Für all die Lehrer, die nicht verbeamtet werden können, weil sie Kinder erzogen haben etc. und damit zu alt geworden sind, ist das schon traurig, denn diese Kinder werden nun nicht mehr berücksichtigt.
Dafür gibt es nun reichlich Hortplätze….
Zu spät?

(#34) Michael meinte am 23.02.2007, 10:56 dazu:
" 

Gibt es denn immer noch Leute, die das Studium beginnen, OHNE sich mal vorher über die Verdienstmöglichkeiten schlau gemacht zu haben? Unglaublich! (Ich bin Quereinsteiger und verzichte auf ordentlich Gehalt im Vergleich zum Job in der freien Wirtschaft, aber für mich ist Lehrer schlicht der schönste Job der Welt, daher verzichte ich gern auf ein paar Scheine!) - So, jetzt freue ich mich schon wieder auf die Herren Besserwissen aus dem zweiten Semester, die auch schon mal einen Schüler aus der Ferne gesehen haben und daher ALLES wissen! :o(

(#35) lehrerehepartner meinte am 19.03.2007, 9:16 dazu:
" 

Wo wird denn überhaupt noch verbeamtet??? Normalerweise wird man Angestellter und hat noch mal rund 300 EUR netto weniger als ein vergleichbarer Beamter.

Meine Frau arbeitet als Angestellte (vergleichbar A 12) und bei einer Reduzierung der Arbeitszeit auf 60 % gerade mal 800 EUR netto ´raus…

(#36) kummerkasten meinte am 19.03.2007, 20:21 dazu:
" 

Ich als Seiteneinsteiger an einer Privatschule bin eh nur Angestellter. In Bayern (so habe ich den Eindruck) haben Seiteneinsteiger in den Schuldienst wohl nur deshalb null Chancen, weil man so auf den Beamtenstatus pocht.
Wir persönlich wäre das wurscht, ich finde den Job geil und nicht den Status. Wenn ich schon unbedingt das Präkikat “unkündbar” brauche, ist doch was faul, oder?

(#37) MrsTeacher meinte am 27.03.2007, 18:25 dazu:
" 

Also dieses Forum ist unglaublich. “Typisch Lehrer”, würde da so Mancher sagen… Wer ist der Ärmste? Wer arbeitet am meisten? Und dann diese Diskussion um die “schlimmsten” Fächer. Auch wenn man den Sportlehrern nicht absprechen kann, dass sie pädagogisch gefordert sind - wollt ihr tatsächlich darauf bestehen, dass ihr bezüglich der Arbeitszeit mit einem Deutsch- und Englischlehrer mithalten könnt? Dies wäre eine einfache Rechnung (durchschnittlich 6 Klassen mal 4 Klausuren und das ganze hochgerechnet auf das Schuljahr). Von den Elternabenden ganz zu schweigen. Mal ehrlich - wieviele Eltern wollen den Sportlehrer ihrer Kinder sprechen…
Es geht mir nicht darum, die Sportlehrer anzugreifen. Ganz im Gegenteil - wäre ich etwas sportlicher, wäre das Sportstudium auch für mich zur Debatte gestanden. Wieso steht ihr nicht einfach dazu, dass ihr aufgrund eures Zweit - oder Drittfaches Sport ein paar Korrekturen oder Elterngespräche weniger habt? Finde ich total albern, diese “Ich-bin-aber-auch-arm”- Einstellung!
Ansonsten möchte ich hier nur noch anmerken, dass der Verdienst im Lehrerberuf m.E. absolut akzeptabel ist. Natürlich arbeiten wir hart für unser Geld und es ist nicht immer leicht und wir haben keinen richtigen Feierabend und und und - aber sieht denn hier überhaupt keiner die Sonnenseiten dieses Berufs? Schade!

(#38) Ricardo meinte am 28.03.2007, 23:31 dazu:
" 

Hallo!
Ich habe letztes jahr mein abi gemacht (2,0) und quäle mich schon seit einer ewigkeit rum, was ich nu später mal werden möcht. zur zeit bin ich mathe-stützlehrer an einem gymnasium. es macht mir eigentlich viel spaß, obwohl ich manchmal echt genervt bin. ein weiterer berufswunsch währe wirtschaftsmathematiker. Meine Frage: Was ist aus eurer sicht besser.. Lerhamt (Ma/Ph) oder Wirtschaftsmathematik studieren??? ich habe übrigens vor in bayern oder bw zu arbeiten. lehrer war zwar schon immer mein traumberuf, aber ich bin mir immer unsicherer, da mich auch die “freie wirtschaft” reizt. vielen dank für eure antworten und meinungen!

(#39) Riad meinte am 31.03.2007, 0:25 dazu:
" 

ja, hallo, also ich bin noch Schüler und finde es richtig Scheiße das Lehrer so viel Verdienen.
In keinem Beruf, wie in diesem, haben Tätige Menschen wo viel Urlaub wie unsere Lehrer
(ca. 3 Monate/ ein viertel Jahr).
Ich meine Lehrer sollten nach ihrer “Leistung” bezahlt werden.
Den diese Menschen ziehen uns Theoretisch groß, fürs Berufsleben.

(#40) Michael meinte am 31.03.2007, 14:03 dazu:
" 

Supi, dann streichen wir den Lehrerurlaub und dir damit die Ferien! Einverstanden, Quatschkopf? (Allerdings sollte dein Deutschlehrer wirklich mehr Einsatz zeigen)

(#41) versuch meinte am 31.03.2007, 16:46 dazu:
" 

@ricardo
die entscheidung ist leicht! mach mathe lehramtgymnasium und wenn dir das zu schwer fällt, streichst du einfach die pädagogik und dein zweitfach und studierst nur noch mathe weiter. mit nur wenigen scheinen mehr im bereich mathe bist du wirtschaftsmathematiker. mathe ist eigentlich ideal was die flexibilität angeht. wenn du die nase von der schule voll hast, und du dich auf dem laufenden gehalten hast, bekommst du auch woanders einen Job.

versicherungen, banken, programmierer, statistikbehörden … die liste der branchen und einzelnen einsatzbereiche ist lang.

(#42) kritiker meinte am 01.04.2007, 12:43 dazu:
" 

Eine sehr gewagte Aussage, zudem sollte man doch nicht schon vor Studienbeginn nach Ersatzbeschäftigungen schielen… Mathelehrer sind knapp, sicher, aber Mathe alleine macht noch keinen guten Lehrer!

(#43) Bayern LAA meinte am 10.04.2007, 17:27 dazu:
" 

Hallo erst einmal,
wenn man das Ganze hier liest, hört man viele Wahrheiten. Doch diese Wahrheiten treffen nicht auf alle zu. Jeder kann sagen, wie es bei ihm/ ihr ist oder was er für eine Meinung hat, bloß leider meinen hier Einige es ganz genau zu wissen und sich über die Lehrerschaft im Allgemeinen auszulassen. Nun mal zu mir: Ich bin im zweiten LAA-Jahr an einer Hauptschule in Bayern in einer 7. Klasse als Klassleiterin eingesetzt. Fächer sind Mathe, GSE, AWT, Sport und Kunst (sieh an das sind 5 Fächer!) und wenn ich dann im September 07 als “vollwertige” Lehrerin anfange, darf ich wahrscheinlich erst mal von Mittelfranken nach Oberbayern ziehen(weil ich mich weigere wegen einem Stichtag überstürzt zu heiraten)und dann dort so gut wie fast alle Fächer unterrichten. Mein momentanes Gehalt beträgt Netto 960 Euro, von denen noch Versicherungen abgezogen werden. Ich durfte 5,5 Jahre studieren, da leider viele Seminare überfüllt waren und die Erstsemester grundsätzlich rausgeschmissen wurden. Nach zwei weiteren Jahren Referendariat mit wenig Gehalt, denke ich nicht, dass ich mich für ca. 2000 Euro netto rechtfertigen muss, denn meine Erfahrung ist, dass ich den Job sehr ernst nehme, viele Stunden arbeite (auch in den Schulferien), mit Missständen in vielerlei Hinsicht zu schaffen habe und psychisch + körperlich auch sehr gefordert bin. Dass dies vielleicht nicht bei jedem Lehrer so ist, das mag sein, den es kommt immer auch viele Faktoren an, wie zum Beispiel die Schüler, die Eltern, die Kollegen, die Schulart, die eigene Ausbildung, die Unterstützung vom Staat, das Bundesland, das Schulsystem usw. Ich persönlich finde es wichtig, dass es weiterhin im Staatsdienst das Beamten-beschäftigungsverhältnis existiert und gepflegt wird, denn wie kann man Sicherheit und Bildung für die Bevölkerung garantieren, wenn Lehrer und Polizisten auf die Straße gehen, streiken und demonstrieren.
Also bitte verallgemeinert nicht die Beamten und zieht nicht jeden Lehrer über einen Kamm.
Und noch kurz zu den Ärzten: Ich finde die Zustände (Bezahlung, Arbeitszeiten) die teilweise an den Krankenhäuser existieren auch nicht gut. Aber es gibt auch andere Ärzte, denen es sehr gut geht, die sich das lange und hart erarbeitet haben. Auch ich hoffe, dass sich die Zustände für die Ärzte bald ändern und ich hoffe auch, dass sich meine Arbeit irgendwann ein bisschen reduziert, weil später werde ich evtl. etwas mehr Routine und Reife haben, die mir vieles erleichtern wird. Genießt die freudigen Momente in eurem Beruf und versucht euch ins Gedächtnis zu rufen, warum ihr den Beruf gewählt habt!
Grüße aus Bayern

(#44) maike meinte am 15.04.2007, 21:38 dazu:
" 

Also mal ganz im ernst. Früher haben Lehrer im Vergleich zu anderen mal viel verdient. Heute ist das nicht mehr so. Als angestellter bekommt man auf den ersten Blick zwar weniger aber als Beamter zahlt man für Krankenversicherung und Rentenabsicherung ein kleines Vermögen. Ich hab beides gehabt und was nun besser ist, muss jeder selbst entscheiden.
Und als Sportlehrer ist es wirklich anstrengend. Der Lärmpegel in der Sporthalle ist laut Studien mit dem Starten eines Flugzeugs vergleichbar. Nur das die Arbeiter dort nen Hörschutz tragen müssen!!!!
Ich würde gern was anderes machen. Weiß jemand von euch, welche Möglichkeiten man in anderen Berufen hat??? Fächer sind Sport, Werken und Sachunterricht.
Zum Abschluß biete ich 6 Fächer in allen Klassenstufen von 1-10 GS, HRS und Sekundarschule + einen Tag Abordnung an eine andere Schule. wink

(#45) Jan meinte am 17.04.2007, 1:43 dazu:
" 

Hallo liebe Kollegen!
Mein Name ist Jan Eckhardt, ich bin seit 2 Jahren als Sportlehrer an einem Gymnasium angestellt (BAT IVa,volle Stelle),Ausbildung:Magister Sport und Pädagogik - Uniabschluß...wer kennt sich da aus bzw. hat Erfahrungen in diesem Bereich?Besonders interessiert mich ob man trotzdem dauerhaft an einer Schule angestellt werden kann,da mich die Schule gerne halten würde.Oft kommt allerdings das Argument,dass ich eben nicht die erforderlichen Bedingungen erfülle,trotzdem bekomme ich immer wieder einen Vertrag angeboten. Ich wäre Euch für einen Rat,Tipps oder Kontake sehr dankbar, da dieser Beruf eine Berufung für mich ist bzw. sein könnte!!! Schönen Tag noch!

(#46) BK77 meinte am 20.04.2007, 18:23 dazu:
" 

Ich beende nächsten Montag mein Referendariat, meine Fächer sind Engl./Ge für das Gymnasium. Bisher hatte ich rund 930 netto. Davon konnte ich keinen Euro sparen, habe sogar durch unvorhersehbare Kosten (Autoreparaturen, Computerkollaps…) monatlich Minus gemacht und habe 1000 Euro Schulden bei der Bank und noch mal so viel bei meiner Freundin. Sie ist Ärztin und bekommt je nach Anzahl der Dienste zwischen 2000 und 2400. Das ist für Ihre Arbeit sicher zu wenig, denn sie arbeitet teilweise über 70 Stunden pro Woche, würde aber nie auf die Idee kommen zu behaupten, Sie würde mehr arbeiten als ich. Wenn ich jetzt also ab dem neuen Schuljahr meine 2450 Euro netto (nach Abzug der PKV) überwiesen bekomme, brauche ich mich dafür nicht zu schämen, immerhin musste ich mit Wehrdienst und Auslandssemestern und Referendariat 10 (!) Jahre darauf warten. Was Freizeit angeht so beneide ich meine Freundin ebenso wie jeden Arbeiter, der heim kommt und wirklich Feierabend hat. Als Lehrer ist man nie ganz fertig, es gibt immer irgendetwas zu tun…
Ich habe auch Sport studiert und wer behauptet, dass das Unterrichten von Sport genauso anstrengend ist wie ein Korrekturfach, macht sich eigentlich nur lächerlich. In welchem anderen Fach kann man auch mal ohne irgendeine Vorbereitung in die Stunde gehen und die Schüler freuen sich nicht nur darüber, sondern auch die Eltern würden das nie beanstanden. Und im nächsten Schuljahr fällt das dem neuen Lehrer nicht mal groß auf…

(#47) Lisa meinte am 23.04.2007, 22:58 dazu:
" 

@ Steph   long face

Das tut mir wirklich leid, dass du so über eine Kassierin im Supermarkt denkst….
Oder darf man dich vielleicht nicht so ganz ernst nehmen?
Wenn man von 7.30 Uhr morgens bis 17.00 - mit einer halben Stunde Mittagspause an der Kasse sitzt (sorry, man darf dazwischen auch mal was anderes tun, z.B. Obst einräumen, oder Regale rauswischen) dann muss man aber schon auch denken. Es geht nicht ganz ohne. Wir sind nicht blöd, wir Verkäuferinnen. Es sind zwar keine Kinder, denen wir gerecht werden müssen, sondern Kundschaften, aber die wollen auch ständig was von uns. Ununterbrochen will jemand was von uns.
Und wir müssen auf Alles eine Antwort haben. Und wir müssen dabei immer freundlich sein. Wir dürfen unsere Kundschaften nicht schimpfen, oder ihnen Strafarbeiten aufgeben, wenn sie böse waren.
Das ganze gibts dann übrigens für 7,20 € brutto, aber weil ich alleinerziehend bin zahl ich keine Lohnsteuer (mein Verdienst entspricht etwa dem eines HartzIV - Empfängers) deshalb bekomm ich netto ca. 5,90 € raus.
Hätt auch gern einen besseren Job, aber ich bin froh dass ich den jetzt hab und trau mich momentan nichts neues anzufangen, denn der Job ist mir sicher, wer weiß, was mir was anderes bringen würde. Solange meine Kinder noch zur Schule gehn, bleib ich erstmal dabei.
Der Vater meiner Kinder ist übrigens Musikschullehrer, (in Österreich, er ist dort verbeamtet und hat 25 Stunden in der Woche)
Er muss niemals Hausaufgaben korrigieren und hat pro Semester genau einen Vortragsabend. Er hat uns verlassen, weil er seine Freiheit brauchte. Es war ihm zu stressig, das Leben mit den Kindern. Er vertraute mir mal an (und als ich ihn noch liebte, war ich ihm deshalb auch noch nicht böse) dass es in Österreich zwei Gründe gibt, warum man Lehrer wird: 1. Juli, 2. August.

So, das ist mein Kontra auf diese diskriminierenden Äußerungen,jetzt könnt Ihr mich zerfetzen, mich Nichtakademikerin. Dann ist euch auch noch geholfen, denn dann habt ihr einen gemeinsamen Feind und könnt euch wieder vertragen!

kiss

(#48) Lily meinte am 24.04.2007, 0:44 dazu:
" 

Wie kann man nur behaupten, ein Lehrer würde mehr als 38 Std erteilen? Ja, hat denn niemand darüber nachgedacht,dass eine Stunde des Lehrers nur 45 MIn sind und nicht etwa 60 wie bei einem KFZ- Mitarbeiter?

(#49) Grege meinte am 24.04.2007, 14:52 dazu:
" 

2450 Euro Netto als Einstiegsgehalt, das bedeutet ein Angestelltenbrutto von ca. 58000 Euro bei ledigem Familienstatus. Das ist eher ein Mindestbetrag, da der Angestellte noch zusätzlich privat vorsorgen muß, um dieselbe Kranken- und Rentenversorgung zu erhalten wie ein Beamter, selbst unter Berücksichtigung der Kostendämpfungspauschale.

Die meisten Akademiker können von solchen Gehältern selbst nach 2 Jahren Beschäftigung nur träumen. Juristen mit überdurchschnittlichem Abschluß, die ebenfalls ein Referendariat absolviert haben, würden ausgelacht werden, wenn sie im Vorstellungsgespräch mit einem Unternehmen solche Bruttogehälter als Einstieg forderten….....

Hier soll kein Neid erweckt werden. Nur kann ich schon den Unmut vieler verstehen, die aufgrund der desolaten Staatsfinanzen einerseits hohe Steuern und Sozialabgaben zahlen müssen, andererseits mit solch üppigen Beamtengehältern konfrontiert werden.

(#50) BayernLAA meinte am 24.04.2007, 15:32 dazu:
" 

Hallo nochmal,
warum wird denn hier dauernd auf irgendeiner Beufsgruppe oder einem Beruf herumgehackt? Ist ja schlimm!
An Lily:
Von Land zu Land sind Bedingungen unterschiedlich, aber ich habe bisher noch nicht gehört, dass irgend jemand behauptet Lehrer würden 38 Stunden erteilen. In Bayern werden 29 Stunden unterrichtet, dann kommt 1 Sprechstunde dazu, Pausenaufsichten, Ämter, Gespräche mit Schülern, Eltern, Lehrern und Schulleitung. Das sind so grob die Arbeiten in der Schule. Daheim kommen einige Vorbereitungen für den Unterricht, Organisation und Korrekturen dazu. Natürlich gibt es Lehrer, die es bestimmt nicht immer ordentlich machen und faul sind. Diese Aufrechnerei regt mich auf, denn es gibt auch sehr viele Lehrer, die engagiert sind und durch solche Pauschalisierungen ist niemandem geholfen. Klar ist eine Schulstunde 45 Minuten lang, aber unsere Arbeit geht in der Regel in der Schule von 8 bis 13 Uhr und da sind wir auch für die Schüler da und nach 13 Uhr geht es ja noch weiter mit den Vorbereitungen für den nächsten Tag!

Ach übrigens ich habe mich noch nie über einen Beruf oder eine Berufsgruppe in einem Forum lustig gemacht oder irgendwelche Vorurteile losgelassen, denn da stecke ich nicht drin!!! Warum lassen sich hier Leute aus anderen Berufsgruppen über die Lehrer aus? Warum denken so viele dass sie eine Ahnung davon haben? Etwa nur weil ihr auch mal die Schule als Schüler erlebt habt?

(#51) BK77 meinte am 24.04.2007, 20:04 dazu:
" 

45 min? Schon mal drüber nachgedacht, wie Lehrer diese 45 min füllen? Wer behauptet, Lehrer würden weniger als 38 Stunden arbeiten, denn kann ich einfach nicht ernst nehmen. Mich wunderts, daß bei solchen Propagandalügen nicht ab und zu mal ein Lehrer Amok läuft…

(#52) BK77 meinte am 25.04.2007, 3:50 dazu:
" 

@Grege

Fragen Sie doch mal einen Rechtsreferendar, wie viel er im Referendariat zu tun hat. Ich habe drei sehr gute Freunde, die in drei unterschiedlichen Bundesländern ein solches absolviert haben. Der Name ist zwar der gleiche, aber die Arbeitsbelastung ist eine ganz andere. Zudem arbeiten Lehramtsreferendare bereits eigenverantwortlich und haben dementsprechend nach dem Referendariat schon zwei Jahre Berufserfahrung…

(#53) grege meinte am 25.04.2007, 23:27 dazu:
" 

@BKK 77

weißt du, mein Bekannten- und Familienkreis ist gespickt mit Lehrern und Juristen (z.B.Schwester und Freundin: Lehrerin; Bruder: Jurist). Die Arbeitsbelastung während des Referendariats war bei allen je nach Einzelfall sehr verschieden, unterschiede konnte ich in der Hinsicht nicht zwischen Lehrern und Juristen feststellen, von meinem Blickwinkel aus gesehen.

Im Übrgen halte ich es für vermessen, pauschal über die Arbeitsbelastung eines Berufes zu urteilen nur aufgrund von beobachteten Einzelfällen im Bekanntenkreis. Gerade einige deiner Berufskollegen reagieren in dieser Hinsicht äußerst empfindlich auf solche Verallgemeinerungen….....

Referendare sind nicht die einzigen Akademiker, denen in den ersten zwei Jahren ebenfalls keine üppigen Gehälter gezahlt werden. Viele Geisteswissenschaftler, Juristen, Architekten und Bauing. müssen sich bei hoher Arbeitsbelastung mit einem Status als Praktikant oder freier Mitarbeiter begnügen, der teilweise sogar überhaupt nicht entlohnt wird. Auch bei einer eventuell späteren Festanstellung werden Einstiegsgehälter gezahlt, die netto halb so hoch liegen wie der Beamten im höheren Dienst…....

(#54) Jan meinte am 26.04.2007, 22:51 dazu:
" 

Hallo Kollegen!
Bin zur Zeit angestellter Sportlehrer an einem Gymnasium (BAT IVa)...suche Gleichgesinnte bzw. Kollegen, die sich auskennen in Bezug auf Dauereinstellungsmöglichkeiten,befristete Verträge usw. .Also grundsätzlich dreht sich alles um die Frage, ob man heutzutage auch als Diplomierter Sportlehrer bzw. Magister auch dauerhaft an einer Schule angestellt werden kann??? Gruß Jan

(#55) "Neubeamter" meinte am 07.05.2007, 16:36 dazu:
" 

Zum Verdienst eines Neubeamten und Grundschullehrers in der Vertretungsreserve in NRW:
Ich bekomme knapp 2150 Euro Netto heraus. Dann zahle ich ca. 180 Euro Krankenversicherung und die Kostendämpfungspauschale, die mit 300 Euro jährlich veranschlagt wird. Also bleiben ungefähr: 1950 Euro +30&#xWe;ihnachtsgeld(Fahrtgeld bekommen wir zur Zeit für wechselnden Einsatz nicht). Ich denke: Mit Sicherheit kein schlechtes Gehalt,ich bin zufrieden; doch überbezahlt fühle ich mich auch nicht, trotz der “Vorzüge” des Lehrerjobs. Zudem verdient keiner meiner studierten Freunde weniger, einige (2 von 10) dafür aber schon mit dreißig das Doppelte! NAtürlich haben die auch nicht die Sicherheit, die heutzutage viel Wert ist.

(#56) Biohazard meinte am 09.05.2007, 23:03 dazu:
" 

Mir platzt immer der Kragen, wenn ich wieder hier höre, dass Lehrer zu viel verdienen usw. Diese abgenutzten Vorurteile sind absoluter Schwachsinn!! Ich selbst bin Oberstufenschüler hab in baldiger Zeit mein Abi geschafft und werde sofort ein Lehramtsstudium beginnen.Schon seit der 6 Klasse war bei mir klar, dass ich Lehrer werde !  Das hat sich bis jetzt überhaupt nciht geändert, obwohl viele Familienmitglieder mir abgeraten haebn diesen Beruf zu erlangen! Ich lass mich aber nciht von meinem Weg abbringen und werde demnächst das Studium der Biologie und der Chemie auf Lehramt an Gymnasium beginnen.  In diesem Sinne möchte ich mich bei allen Lehrern bedanken, die jeden Tag ihr bestes geben um uns etwas beizubringen!

(#57) gree meinte am 10.05.2007, 23:30 dazu:
" 

@ Neubeamter.

das von dir ausgewiesene Nettogehalt ist nicht ganz vergleichbar mit dem eines sozialversicherten Arbeitnehmers. Analog zur Beihilfe muß dieser auch Zuzahlungen leisten in Form von Praxis- und Rezeptgebühren. Ebenso ist der Umfang von Rückerstattungen bei den Privatversicherten wesentlich höher als bei den Kassenpatienten. Darüberhinaus müßte er sich noch zusätzlich privat versichern, um denselben Leistungsumfang wie Du im Bereich der Kranken- und Altersversorgung zu erhalten. Von daher dürfte dein vergleichbares Nettoeinkommen deutlich höher liegen. Vielleicht stellst du einen gewissen Sonderfall dar, da du zwischen Schulen hin- und herpendeln mußt.

Selbstverständlich gilt die obige Aussage nur, daß der sozialversicherte Arbeitnehmer keine nennenswerte Betriebsrente erhält. Diese wird jedoch heute nur noch in wenigen Branchen gezahlt und kann daher nicht als Maßstab gelten.

(#58) Sandrine meinte am 10.05.2007, 23:59 dazu:
" 

Hallo..
Wenn ich bedenke,dass es an der Realschule meines Kindes Lehrer gibt die stets mit dem Stoff weit hinterher hängen,keine Hausaufgaben aufgeben,eine Arbeit fast 4 Wochen dauert bis sie zurückgeben wird und man am Elternabend nur was “WIR” als Eltern alles tun sollen..der Entwicklung wegen…dann wirds mir übel!Gerade bei dieser Sorte..wäre ich dafür diese Leute nach Leistung zu bezahlen..die würden ganz schön dumm aus der Wäsche schauen wink

(#59) BK77 meinte am 11.05.2007, 11:27 dazu:
" 

Über den Sinn und Unsinn von Hausaufgaben läßt sich vortrefflich streiten. Daher muß das Weglassen keinen schlechten Unterricht implizieren…

(#60) Meine lieben Beamten meinte am 11.05.2007, 15:07 dazu:
" 

Hallllo

hallo meine lieben lehrers, also ich bin momentan schüler und geh in der elften klasse, wenn ich mir so anschaue wie verwöhnt die lehrer vom vater staat sind, ist es auch kein wunder das so viele diesen beruf wählen.
jep so ein beamter verdient nicht schlecht, und hat auch gleichzeitig eine menge urlaub, habe nach gerechnet ca. mehr als ein viertel jahr, super.
und nicht nur das, diese leuet haben auch ne sichere rente, suuuper.
was hat so ein typ großes zu leisten, von dem eine ganze zukunft eines kindes abhängt.
also er kontrolliert arbeiten, gibt den schülern aufgaben und und und, also nur geistliche sachen, wo man nur das gehirn einzusetzen braucht, also keine körperliche arbeit suuper.
man könnte so viele positive sachen eines lehrer berufs aufzählen, aber dafür habe ich keine zeit.
noch eins, es gibt keinen sicheren job in deutschland als den des lehrers und man kriegt punkt genau sein gehalt.

also meine lieben kommt mir bitte nicht jetzt mit euren reden oh ich habe so und so viel studiert und muss dies und jenes machen, leute kommt mir nicht mit diesen sachen,
gibt es einfach zu dieser job ist super und noch eins vergisst net das ihr eine menge verantwortung für diese kinder trägt.

ps. ich bin dafür das alle beamten nach leistung bezahlt werden sollten.

(#61) Biohazard meinte am 11.05.2007, 15:47 dazu:
" 

@ sandrine

haben Sie meinen oben aufgeführten Forumeintrag gelesen?! Verdammt noch mal grade die “gute” Eltern wollen den Lehrern alles in die Schuhe stecken; wenn ihr Kind nunmal schlecht in der Schule ist, wie wärs wenn SIE mal auf den Gedanken kommen, dass ihr Kind vielleicht das Problem ist !! Aber Nein, wie kann man sowas sagen alle Kinder sind hyperintelligent und nur die Lehrer schaffen es nicht die Potentiale zu schöpfen. LÄCHERLICH !!!

(#62) Melanie meinte am 11.05.2007, 19:41 dazu:
" 

mad
Gerade habe ich einige Kommentare bezüglich des Berufes “Lehrer” gelesen, die mich sehr wütend machen. Ich bin Lehramtsanwärterin im 2. Dienstjahr Grundschule und kann mit Sicherheit behaupten, dass ich genauso viel arbeite (wenn nicht mehr), wie ein Arzt! Dafür bekomme ich aber 992Euro. Ich habe kein Wochenende, kenne keinen Feiertag, stehe jeden Morgen um 05.15 Uhr auf, komme gegen 16 Uhr nach Hause und habe dann nicht Feierabend, sondern arbeite bis mindestens 20 Uhr. Es handelt sich hierbei nämlich nicht um einen Beruf, der beim Verlassen des Dienstgebäudes ein Ende hat!! Ich habe diese dumme Meinung, Lehrer zu sein sei ein “Halbtagsjob” satt! Unglaublich! Wer auch immer dieser Meinung ist, sollte sich einen Tag diesen Stress gönnen und dann seine Meinung noch einmal überdenken. Wir sind diejenigen, die sich den heutigen Kindern, den heutigen Eltern stellen und Erziehungsfehler versuchen zu korrigieren, damit aus der heutigen Generation wenigstens eingermaßen etwas wird. Ohne uns - wo wären wir da???

(#63) BK77 meinte am 11.05.2007, 20:36 dazu:
" 

@Grünschnabel

Wenn Du wirklich glaubst, was Du da so verzapft hast, dann kannst Du einem nur leid tun. Am liebsten würde ich Dir raten, auch Lehrer zu werden, dann könntest Du Deine Thesen im Selbstversuch überprüfen. Leider werden aber Lehramtsstudium und selbst Abitur bei Deinen orthographischen Schwächen unerreichbar bleiben…

(#64) Biohazard meinte am 12.05.2007, 14:05 dazu:
" 

@BK77

Wenn meinst du?

(#65) Ricardo meinte am 13.05.2007, 12:11 dazu:
" 

@“hallo meine lieben beamten”
wenn ich diesen text lese, da wird mir heiß und kalt. aber so ein 11er hat leider noch überhaupt keine ahnung von irgendwas…und vor allem vom beruf “lehrer”. wenn ich nach 6 stunden unterricht aus der schule komme, dann hab ich mich zwar nur geistig angestrengt, aber mir gehts dann genauso, wie einen 12er, der 5h abi geschrieben hat…du bist nämlich körperlich fertig. aber ich wäre kein lehrer, wenn mir das nicht spaß machen würde. schlimm ist es nur, das es solche leute gibt wie dich…die denken, lehrer sein bedeutet nix arbeiten. es geht nämlich zuhause weiter, dass man für solche nervensägen eine gute vorbereitung hat, und noch ne richtig schöne schwere klausur… man sollte zwar als lehrer nicht wirklich lamentieren, aber dieser beruf verlangt vieles ab. das auch so einer wie du das abi schafft… MfG

(#66) BK77 meinte am 13.05.2007, 14:38 dazu:
" 

@Biohazard
Ich meine natürlich den einzigen Grünschnabel in diesem Forum, welcher sich den Namen “Meine lieben Beamten” gegeben hat. Es kann sich bei seinem Beitrag aber eigentlich nur um eine nicht ernst gemeinte Provokation handeln, denn so dumm kann eigentlich kein Mensch sein…

(#67) Der Lehrerfreund meinte am 13.05.2007, 14:44 dazu:
" 

Liebe “Lehrerfreunde”,

ich verstehe die Emotionen, aber bitte mäßigt euch etwas im Tone und beschimpft euch nicht.

Grüße
Der Lehrerfreund (Moderator)

(#68) Biohazard meinte am 13.05.2007, 18:55 dazu:
" 

@ BK77

Reg dich über solche Foreneinträge nicht auf! Diese sind es nicht wert kommentiert zu werden.

(#69) Nuttnik meinte am 17.05.2007, 19:21 dazu:
" 

Hallo,
Ich verfolge die Diskussion hier und finde einige Aspekte höchst interessant, die ich mal in aller Kürze aufgreifen möchte:
Ich bin kein Lehrer und möchte es bei der heutigen mangelhaften Erziehung der meisten Jugendlichen auch nicht sein. Ich stelle mir den Job nicht einfach vor, bin aber doch immer wieder verwundert wenn mein 11 jähriger JEDEN “Brückentag” frei hat. Dazu kommen dann noch die Karnevalstage (ich wohne im Rheinland)bei denen am ‘Altweiberdonnerstag’ sowieso frei ist und auch am ‘Rosenmontag’. Am Dienstag nach Rosenmontag steht dann der “Lehrerausflug” auf dem Plan, weil’s ja gerade so schön passt. Dazu kommen dann noch die Ferien und offiziellen Feiertage, wo bei mir ach so oft der Eindruck entsteht, der Lehrplan hangelt sich nur von einem freien Tag zum nächsten. Mal davon abgesehen, dass ich 6 Wochen Ferien im Sommer für übertrieben halte (für die Kinder sowie auch für Lehrer), kann man sich angesichts dieser geringen Unterrichtsquote das Ergebnis aller Pisastudien (sicher das Reizwort überhaupt für Ihre Gilde)an fünf Fingern ausrechnen. Sicher weiß ich, dass sie alle während der Unterrichtfreien Zeit den nächsten Unterricht vorbereiten müssen, aber mal ehrlich das füllt im Sommer sicher keine 6 Wochen. Alles in allem glaube ich, dass mehr Unterricht uns alle glücklicher und die Kinder etwas schlauer machen würde. Auch denke ich sollten Lehrer sowie andere ‘niedrige’ Angestellte des Staatsdienstes vom Beamtenstatus getrennt werden sollten, das würde unserem Staat mehrere Milliarden in die Kassen spülen. Einen triftigen Grund warum Lehrer Beamte sein sollten, gibt es ja sowieso nicht.
Liebe Lehrer ich glaube, dass Sie sich nicht über Ihren Job beschweren können. Es gibt in Deutschland sicher schwerere Wege sein Geld zu verdienen. Wenn jetzt noch jemand den Eltern sagen würde, dass Erziehung zuhause beginnt ( das ist mein Ernst) und nicht in der Schule, könnten Sie wirklich zufrieden sein mit Ihrem Traumjob…

Viele Grüße + schöne Ferien (sind ja bald wieder)
wünscht:

Nuttnik

(#70) Deiotarus meinte am 17.05.2007, 21:38 dazu:
" 

@Nuttnik
Allein schon die Bezeichnung der Lehrer als “niedere” Angestellte (bzw. der entsprechende Vergleich) sagt mir genug über Ihr Menschenbild. Die übrigen Äußerungen zeigen lediglich, dass Sie keine Ahnung haben. Sie würden keinem Nachrichtensprecher ernsthaft unterstellen, nur 15 Min./Tag zu arbeiten.  Zugegeben, wir können uns besser einteilen als manch anderer Beruf, aber in der geleisteten Arbeitszeit zwischen dem 1.1. und dem 31.12. eines Jahres brauche ich mich nicht zu verstecken, und allein die kann Grundlage eines seriösen Vergleichs sein.
Auch die Zahl der Unterrichtsstunden in Deutschland muss keinen Vergleich scheuen, egal, in wievielen Wochen oder Jahren erteilt: Es kommt am Ende halt auf die absolute Zeit an, aber was soll ich das Ihnen…..
Bezüglich des Beamtenstatus hätte ich beispielsweise gegen das Streikrecht nix einzuwenden und würde gerne das Gesicht berufstätiger Eltern sehen, die ihren Nachwuchs unvermutet anderweitig versorgen müssten.
Dass es in Deutschland schwerere Wege gibt, sein Geld zu verdienen, mag sein, Sie jedoch bekleiden mit Sicherheit keine solche Stelle, da dies an gewisse Voraussetzungen geknüpft sein sollte. Oder sind Sie etwa in der Politik??

Viele Grüße vom Feier- und Brückentag (die ich übrigens zur Korrektur einer Kursarbeit nutze, und das ohne Feiertagszuschlag)

Deiotarus

(#71) Grege meinte am 18.05.2007, 0:41 dazu:
" 

@Nuttnik
Als Vergleichsmaßstab muß die jährliche Arbeitszeit ermittelt werden. Diese beträgt bei Lehrern nach einer Studie der Unternehmensberatung Mummert + Partner im Durchschnitt umgerechnet ca. 45 Wochenstunden bezogen auf 46 Wochen im Jahr.
Im Vergleich zu anderen Berufsgruppen ist dein Pauschalurteil gegenüber angestellten Lehrern mit ihrem kargen Nettolohn absolut ungerechtfertigt. Die im höheren Dienst verbeamteten Lehrer brauchen sich nicht zu beklagen, da in der freien Wirtschaft für vergleichbare Nettogehälter mindestens genauso lange gearbeitet werden muß.

Explizit wurde in der Studie auf die hohe Standardabweichung der Arbeitszeiten hingewiesen, die in einer Bandbreite zwischen 15 und 65 Stunden liegen. Mögliche Ursachen könnten die ungleichmäßige Arbeitsverteilung sowie das unterschiedliches Engagement der einzelnen Lehrer sein. Meine Schwester und meine Freundin (beide Lehrer) kommen aufgrund ihres Engagements auf beachtliche Arbeitszeiten. Allerdings berichten beide auch über Kollegen, denen bei uns im Unternehmen aufgrund ihrer lausigen Arbeitseinstellung sofort gekündigt worden wäre.

(#72) Nuttnik meinte am 18.05.2007, 0:45 dazu:
" 

Hallo Herr Deiotarus,
zunächst möchte ich mich für den Ausdruck “niedrig” entschuldigen, der keines Weges ein Urteil über Menschen darstellen sollte. Ich suchte nur nach einem Begriff der alle Beamten unter dem Amt des Politikers oder Richters zusammenfasst. Dabei rede ich von Lehrern, Feuerwehrleuten, Polizisten etc.
Das Wort ‘niedrig’ war mit Sicherheit falsch gewählt und sollte auf gar keinen Fall als Wertung verstanden werden. Denn alle diese Menschen sind wichtig und gut für unser Land. Nur ist der Beamte eine Erfindung aus den Industriealisierungstagen Anfang des letzten Jahrhunderts und heute so überflüssig wie ein Kropf. Diese privilegierte Stellung sollte halt meines Erachtens nur Staatsdienern in besonderen Ämtern zukommen z.B. Ministern, Oberlandesrichtern u.ä. Diese Gruppe wäre dann sehr überschaubar. Warum soll ein Lehrer oder ein Feuerwehrmann keine Sozialabgaben machen müssen?
Leiten diese die Geschicke unseres Landes? Nicht mehr als jede Krankenschwester würde ich sagen!

Ihre Argumentation beläuft sich darauf, mir zu unterstellen ich hätte keine Ahnung oder mir vorzuwerfen ich hätte nicht die nötigen Voraussetzungen einen Job zu bekleiden, bei dem man sein Geld mit Arbeit verdient.
Das ist nicht wirklich neu, denn Lehrer argumentieren immer so, wenn es um Arbeitszeit geht. Tatsächlich ist die übrige Bevölkerung nicht so betriebsblind, wie es manche gerne hätten. Man bekommt sehr wohl mit was ein Lehrer so leistet, wenn man sich ein bisschen dafür interessiert. Die Pisastudie sprach da ja auch deutliche Zahlen, die viel über Ihren Berufsstand erzählen.

So nun möchte ich Sie nicht länger von der Korrektur Ihrer Kursarbeit abhalten. Es ist ja schon 23.30 Uhr und Sie haben sicher den ganzen Feiertag damit verbracht. Aber morgen können Sie ja ausspannen, da ist ja wieder Brückentag…

Grüße

Nuttnik

(#73) grege meinte am 18.05.2007, 1:29 dazu:
" 

@deiotarus
Der Beamtenstatus für Lehrer ist ein Zopf des alten Preußentums, den man bisher vergessen hat abzuschneiden. Vielleicht mit Ausnahme von Österreich sind im sonstigen Ausland alle Lehrer als Angestellte im öffentlichen Dienst beschäftigt. Entsprechend haarsträubend sind die Argumente, mit denen hierzulande Pateien und Lehrerverbände den Beamtenstatus rechtfertigen möchte.

Mir ist bisher nicht bekannt, daß streikbedingter Unterrichtsausfall in unseren Nachbarländern bisher zur Verdummung und Verwahrlosung der dortigen Schüler geführt hat. Die Ergebnisse der PISA-Studie zeigen wohl eher das Gegenteil auf. Außerdem müßte ich mit demselben Argument das gesamte medizinische Personal in den öffentlichen Krankenhäusern oder die Erzieher in den Kindergärten genauso verbeamten, deren Aufsichtsstätigkeiten mindestens genauso bedeutend sind.

(#74) Lisa meinte am 18.05.2007, 3:02 dazu:
" 

@deiotarus   (interessant, die Wahl dieses Namens)

Ich möchte Sie zitieren; als Antwort auf Nuttnik’s Posting schrieben Sie: “Dass es in Deutschland schwerere Wege gibt, mag sein….”
Ja, mag sein… aber interessiert Sie nicht, gell.
Klingt komisch, ist aber so. Mag sein…....
Is Ihnen doch wurscht. Klingt einfach zu komisch, oder?
Ich sag Ihnen mal was: Ich hab die Schnauze so gestrichen voll von solch arroganten Menschen, die sich anmaßen, unsere Kinder von diesen ach so primitiven Eltern zu heilen.. so sehen Sie es doch, oder? Wie oft muss man als Eltern - als engagierte Eltern!!! - lesen, dass sich “Eltern, ganz pauschal, nicht um ihre Kinder kümmern, sie vor den Fernseher oder vor den Computer setzen und sich selbst überlassen, und all die armen Lehrer müssen das dann ausbaden! Oh Mann, was hab ich die Nase von Euch abgehobenen Typen satt, echt!
Ich bin da für meine Kinder, ich gebe ihnen Zuwendung, Liebe, Rituale, Spaß, sorge für frische Luft, Bewegung, Vereinsaktivitäten, lerne nachmittags mit ihnen auf Schularbeiten, lass mal alle fünfe gerade sein, bin eine gute Mutter mit Fehlern und Schwächen, so wie alle Menschen Fehler und Schwächen haben. Und meine Kinder haben auch - trotz Allem - Fehler und Schwächen. Und dann muss man aber trotzdem immer wieder so arrogante Aussagen von irgendwelchen nichtwissenden “Lehrern” lesen, die glauben, sie haben das ultimative Wissen und wir Eltern sind alle blöd. Hier ein interessantes Beispiel: Eine gute Freundin, verheiratet, drei Kinder, 38 Jahre alt, hat vor drei Monaten ihren Mann verloren, an eine junge, attraktive Frau, zehn Jahre jünger, ledig, kinderlos. Lehrerin an unserer Grundschule, maßt sich an, nun auch noch diese Mutter zu verurteilen, da sie mit der Trennung nicht richtig umgehen kann und hat das Jugendamt eigeschaltet, weil eines ihrer Kinder - zufällig in ihrer Klasse -  auffällig geworden ist.
Frage: Kennt sich diese junge Lehrerin voll aus oder kennt sich diese junge Lehrerin voll nicht aus?
Nun ja, ich würde sagen, auch unter Ihnen gibt es schwarze Schafe, und all Ihr Lehrer solltet generell ein bisschen aufpassen mit Euren überheblichen Äußerungen. Wie wär’s wenn Ihr beim nächsten Mal, wenn jemand zu Euch sagt: Ey Mann, hast du’s gut” Wenn ihr dann einfach antwortet: Ja, stimmt ich hab es gut, und ich bin dankbar dafür”. Einfach so ein bisschen DEMUT… davon schon mal was gehört?

(#75) Marcel meinte am 18.05.2007, 3:35 dazu:
" 

Hallo Nuttnik,

bei uns ist am Altweiberdonnerstag an den Schulen nie frei und Lehrerausflüge, welche Unterrichtsausfälle zur Folge haben, gibt es seit langem schon nicht mehr.

An offiziellen Feiertagen haben andere auch frei und jende, die arbeiten müssen, bekommen meist einen Feiertagszuschlag. Mein Bruder bekommt beispielsweise einen Aufschlag von 25 - 50% (hängt von der Stundenzahl ab). Ein Lehrer der an Feiertagen korrigiert, erhält nichts. Viel Zeit in den Ferien wird zur Korrektur der Klausuren verwendet. Auch werden Konferenzen und Fortbildungen in Ferien abgehalten.
Die Arbeitszeiten von Lehrern wurden schon in einer Studie ermittelt, aber dazu hat Grege bereits etwas gesagt.
Deutsche Lehrer haben übrigens die höchste Pflichtstundenzahl in Europa…

Und Sie liegen auch falsch, wenn sie meinen, dass dem Staat Milliarden in “die Kasse gespült” werden, wenn Lehrer keine Beamten mehr sind. Angestellte Lehrer erhalten zwar einen niedrigeren Nettolohn, aber durch die Sozialabgaben haben sie einen höheren Bruttolohn, zu dem noch die Arbeitgeberanteile kommen. Weiter können angestellte Lehrer nicht dazu genötigt werden, ihre Reisekosten selber zu tragen. Angestellte dürften für ein Arbeitszimmer streiken, dass Lehrer bekanntlich nicht zu Verfügung stehen haben und auch seit dem Jahr 2007 nicht mehr absetzen können.

Bei Pisa wurden nicht Zahlen über den Berufsstand der Lehrer ermittelt, sondern über 15-Jährige Schüler. Dabei hat Deutschland den grundsätzlichen Nachteil, das in diesem Land später eingeschult wird als in den meisten anderen Teilnehmern, deshalb haben 15-Jährige tendenziell einen Rückstand. Weiterhin wurden in Deutschland die Sonderschulen mit in die Tests einbezogen. (Wurde nur in 7 von 43 Ländern gemacht) Wenn diese nicht mitgetestet worden wären, dann wären wir beispielsweise bei der Lesekompetenz auf Platz 12 statt auf Platz 18 gelandet, was das Gesamtbild gebessert hätte. Schauen Sie sich mal den hier auf der Seite befindlichen Ausstattungsvergleich zwischen einer deutschen und einer englischen Schule an. 
Im Pisa-Siegerland Finnland sind haben die Klassen anstatt 30-35 meist unter 20 Schüler. Neben dem Lehrer befindet sich ein Sozialpädagoge in der Klasse, in Schulen gibt es Krankenschwestern und Verwaltungspersonal. Meinen sie nicht, dass solche institutionellen Rahmenbedingungen die Ergebnisse positiv beeinflussen?

(#76) Biohazard meinte am 18.05.2007, 20:36 dazu:
" 

Ich kanns nicht fassen, verdammt nochmal. Erstens die FERIEN sind für die Schüler da und nicht für die Lehrer. Zweitens, wenn ich hier höre Deutschland hat zu viel Ferien ist das auch absoluter Quatsch. Griechenland z.B hat im Sommer ca 9 Wochen frei….......und trotzdem ist dort die Pisa-Studie gut ausgefallen. Und außerdem, die Ländern, die bei der Pisa-Studie gut abgeschnitten haben, haben gleichzeitig auch die höchste Suizidrate bei Jungendlichen. Da stellt sich die Frage, was wohl wichtiger ist. Meine verehrten Hobby-Psychologen

(#77) Deiotarus meinte am 19.05.2007, 0:50 dazu:
" 

@Lisa
Ich weiß nicht, was ich für einen Knopf gedrückt habe, “mag sein” heißt einfach: Das ist hier an der Stelle kein Thema, abseits von irgendwelchen Fragen nach Interesse oder nicht.Ihre böswilligen Unterstellungen -und anders kann ich das nicht mehr bezeichnen- beruhen auf einer ebenso böswilligen Fehlinterpretation meiner Äußerung. Wenn Sie sich auf dem Niveau von Frau Kühn/Unverzagt bewegen wollen, dann fahren Sie fort mit Ihren pauschalierenden und unbegründeten Vorwürfen, aber dann ein bisschen demütiger, damit ich Sie besser verstehen kann, denn zur Sache sagen Sie ja leider gar nichts.

@Nuttnik
Danke für die einleitenden Bemerkungen, ich denke, ich hätte auf meine Spitze am Ende auch verzichten können.
Dennoch noch zwei Bemerkungen zur Sache: Ich glaube sehr wohl, dass der Großteil der Bevölkerung bez. des Lehrerberufs betriebsblind ist, bzw. sich nur allzu gern an den schwarzen Schafen festmacht oder von persönlichen Erfahrungen her argumentiert. Ich selbst würde mir außer einem “Schmeckt mir” oder “Schmeckt mir nicht” auch nicht anmaßen, die Arbeit eines Bäckers zu beurteilen, auch wenn ich hier und da selbst einen Kuchen backe. Komischerweise gilt das für den Lehrerberuf nicht (vgl. beispielsweise o.g. Frau Kühn/Unverzagt). Mummert könnte da wirklich hilfreich sein, weil dieses Gutachten genau da ansetzt, wo die Diskussion beginnen sollte, nämlich an der Kluft zwischen engagierten Kolleginnen und Kollegen und solchen, die sich auf ein Minimum beschränken. Hier aber pauschal nur von letzterem ausgehen zu wollen, ist genau das, woran die öffentliche Diskussion krankt.
Die Spitze bez. des Brückentags möchte ich auch nicht unkommentiert lassen. Nein, ich habe nicht bis 23.30 Uhr korrigiert, auch wenn ich des öfteren länger am Schreibtisch sitze, und ich war heute vormittag in der Stadt. Da gab es einen riesigen Menschenauflauf, aber Kollegen habe ich keinen getroffen. Das mit dem Brückentag funktioniert also offenbar auch anderswo ganz gut. Und mit diesem riesigen Heer an Nicht-Lehrern, die auch frei hatten, werde ich jetzt das Restwochenende genießen, bis ich am Sonntag wieder an meine Vorbereitungen gehe.

@grege
Pisa lässt, wie Sie auch aus anderen Beiträgen ersehen konnten, viele Fragen offen und eignet sich zu einer fundierten Beurteilung des Lehrerberufs nur bedingt und auch nur teilweise. Insofern haben Sie Recht, wenn Sie sagen, dass Angestellte den Beruf ebenso gut machen können wie Beamte, ich merke nur z.B. in der aktuellen Diskussion ums häusliche Arbeitszimmer, dass der unterschiedliche Status ein echter Hemmschuh ist, wenn es darum geht, solidarisch als Gesamtkollegium zu agieren. Daher war dies mein mir momentan naheliegendstes Argument, ohne dass ich diese Diskussion weiterführen wollte, weil ich sie für eher zweitrangig halte (bis auf die sog. “Nettolücke”, die die finanziellen Belastungen für den Arbeitgeber zwar kaum verändert, dem Angestellten aber spürbar weniger lässt. Ich war selbst 8 Jahre Angestellter, bevor ich verbeamtet wurde).

(#78) Lisa meinte am 19.05.2007, 2:15 dazu:
" 

@Deiotarus

Eine andere Antwort war ja nicht zu erwarten.
Was Sie nicht kapieren, nennen Sie unsachlich, eine Unterstellung und mich Frau Kühn-Unverzagt.
Sie haben nicht gelesen, was ich geschrieben habe. Aber mir ist meine Zeit und Energie zu schade, um Sie an jemanden wie Sie zu verschwenden. Damit geh ich am Leben vorbei und das versuche ich eigentlich immer zu vermeiden.

(#79) Deiotarus meinte am 19.05.2007, 23:31 dazu:
" 

@Lisa

Frau Kühn/Unverzagt (einmal das Pseudonym, einmal der Echtname, deswegen / und nicht - ) ist die Autorin des Lehrerhasserbuchs und bewegt sich -das muss ich leider zugeben- über Ihrem Niveau.
Ich habe sehr wohl gelesen, was Sie geschrieben haben, selbst aber das Wort unsachlich nicht benutzt. Böswillig war meine Vokabel, und dass scheint mir bei Ihnen weniger eine Momentaufnahme denn eher ein Charakterzug, denn auch Ihr erneuter Anwurf geht wieder voll daneben. Sie gehen nicht am Leben vorbei, es ist eher umgekehrt, insofern igeln Sie sich weiter in Ihrem exzessiven Selbstmitleid ein, heulen Ihren Kindern die Ohren voll und halten Sie Ihr zuletzt gegebenes Versprechen…

(#80) Sandrine meinte am 20.05.2007, 0:04 dazu:
" 

“Biohazard meinte am 11.05.2007 dazu:
” @ sandrine

haben Sie meinen oben aufgeführten Forumeintrag gelesen?! Verdammt noch mal grade die “gute” Eltern wollen den Lehrern alles in die Schuhe stecken; wenn ihr Kind nunmal schlecht in der Schule ist, wie wärs wenn SIE mal auf den Gedanken kommen, dass ihr Kind vielleicht das Problem ist !! Aber Nein, wie kann man sowas sagen alle Kinder sind hyperintelligent und nur die Lehrer schaffen es nicht die Potentiale zu schöpfen. LÄCHERLICH !!!”

Wie sagt man so schön? Ein getroffener Hund bellt*fg* Das Problem sind Leute wie sie die absolut keine Kritik ertragen wink

Wohl auch die Sorte die gerne das eigene Fehlverhalten auf andere abschiebt…sowas ist lächerlich wink

Und:ich hab nie behauptet mein Kind sei schlecht in der Schule,also vorher genau lesen und dann Unsinn schreiben.

lg
Sandrine

(#81) BK77 meinte am 20.05.2007, 13:16 dazu:
" 

@ Lisa

“Demut” ist der treffende Begriff. Allerdings sollten Eltern mal etwas Demut den Lehrern gegenüber aufbringen, die täglich Stunden mit ihren Kindern verbringen und gerade in der Grundschule das nachholen müssen, was die Eltern daheim verpasst haben. Ich will nicht sagen, dass das auf Sie speziell zutrifft, aber ich spreche aus Erfahrung. Ich selbst bin zwar Gymnasiallehrer, meine Mutter aber ist Rektorin einer Grundschule, an der ich selbst im Studium als Vertretungslehrkraft gearbeitet habe. Schon mal versucht, mit Erst- oder Zweitklässlern gemeinsam zu Essen? Wozu ist noch mal das Messer da und wofür die Gabel…
Und noch ein Wort zu Pisa. Diese Studie sagt rein gar nichts über die Qualifikation von Lehrern aus. Auch die Aussage für den Leistungsstand der Schüler ist gering. Einige Aspekte wurden von meinen Vorrednern schon angesprochen. Hinzu kommt noch, dass wir Deutsche mal wieder zu ehrlich waren und die Aufgabentypen nicht explizit als Vorbereitung geübt haben. Auch haben wir nicht wie andere Länder (z.B. Polen) nur ausgewählte Schüler testen lassen. Ich habe selbst ein halbes Jahr an einer australischen High School unterrichtet und das Niveau ist in keinster Weise mit dem unseren vergleichbar. Natürlich kann man eine Brennpunktschule in Berlin Kreuzberg nehmen, an der kaum ein Schüler unsere Sprache beherrscht und sich dann wundern, warum die Lesekompetenz mangelhaft ist. Sicher, andere Länder (wie auch Finnland) haben Ausländer, nur werden diese zuvor nach Qualifikationen ausgewählt. Bei uns ist das aber anders.
Noch ein Wort zur Qualifikation der deutschen Lehrer. So gründlich wie wir werden wohl kaum sonst wo in der Welt Lehrer ausgebildet. In Australien stehen die Lehrer nach vier Jahren Studium im Klassenzimmer, egal ob Primary oder High School. Unterrichtsbesuche? Nein. Praktika? Ja, eines am Ende des Studiums. Schulung in Methodik und Didaktik? Kaum. Da man dort mit 17 die Schule verlässt, keine Bundeswehr hat und natürlich kein Referendariat, stehen dort die Lehrer mit 21 Jahren im Beruf. Aber sicherlich sind sie trotzdem besser Qualifiziert als jemand, der fünf Jahre studiert hat und dann zwei Jahre Ref. hinter sich gebracht hat, in welchem man übrigens auch lernt, wie man mit Eltern umzugehen hat, denn diese sind teilweise ebenso unwissend wie Sie es sind und verdienen trotzdem eine Erklärung - auch wenn Ihnen die nötige Demut fehlt…

(#82) Grege meinte am 20.05.2007, 19:10 dazu:
" 

@deiottarus

die Pisa-Studie sollte nur als ein Beleg für die Leistungsfähigkeit ausländischer Schüler aufgeführt werden, ohne daß ich mich mit dieser im Detail auseinandersetzen wollte. Jedenfalls ist mir auch keine andere Studie bekannt, die einen Leistungsrückstand ausländischer Schüler gegenüber den deutschen bestätigt.

Was die Verbeamtung betrifft, so sollte Ihnen bewußt sein, daß der Arbeitgeber für die Beamten neben den Bruttolohn auch die Kosten für die Beihilfe und die Altersversorgung aufbringen muß. Beide Kostenarten werden insbesondere erst im Ruhestand des Beamten im hohen Maße fällig. Daher wirkt sich zwar der Beamtenstatus kurzfristig liquiditätsschonender auf unsere Haushalte aus als der Angestelltenstatus, aber letztlich ist eine Verbeamtung nichts anderes als eine verkappte Kreditaufnahme. Da jedoch keinerlei Verpflichtungen zur Bildung von Rückstellungen bestehen, ist für kurzsichtig denkende Politiker die Vesuchung besonders groß..........

Ihre Behauptung bezüglich des Nettovorteils lautet doch übesetzt: “Ich bekomme mehr Geld, aber mein Arbeitgeber muß nicht mehr dafür bezahlen.”
Daß diese paradiesisch klingende Aussage gemäß Adam Riese einen Haken enthält, dürfte wohl jedem Hobbyökonom mit gesundem Menschenverstand auffallen. Des Rätsels Lösung sind nämlich die ausbleibenden Sozialbeiträge der Beamten und des Staates, die von den Pflichtversicherten mitaufgebracht werden müssen. Auf den jetzt möglichen Einwand, daß Beamte auch keine Leistungen beziehen, muß entgegnet werden, daß gut verdiendende Angestellte (vergleichbar in etwa mit Beamten ab dem höheren Dienst)unter dem Strich zu den großzügigen Nettoeinzahlern gehören.

Wenn eine Verbeamtung tätsächlich billiger wäre als eine Beibehaltung des Angestelltenstatus, frage ich mich, warum wir nicht generell einfach die Sozialkassen abschaffen würden??? Stattdessen würde jeder Arbeitnehmer eine lebenslange Beschäftigungsgrantie mit den beamtenählichen Beihilfe- und Pensionsleistungen erhalten.

(#83) Grege meinte am 20.05.2007, 19:24 dazu:
" 

@Marcel

Wochenend- und Feiertagszuschläge werden vorwiegend gewerblichen Mitarbeitern in der freien Wirtschaft bezahlt. Angestellte in der Privatwirtschaft, die sich in derselben Nettoliga befinden wie nach dem höheren Dienst besoldete Beamte, sind häufig außertariflich angestellt. Deren Verträge enthalten die sehr arbeitgeberfreundliche Klausel, daß eventuelle Mehrarbeit (auch an Wochenend - und Feiertagen) bereits von vornherein abgegolten ist. Entsprechend werden keine Zuschläge bezahlt.

(#84) Meri meinte am 23.05.2007, 21:43 dazu:
" 

Loooooll…..Ey Leuts ihr seid sooo was von witzig….Ich bin zwar Schülerin und bin zufällig auf dieser Seite gelandet, jedoch hat’s mir sooo nen mega Spaß gemacht, mir die Kommentare durchzulesen, wenn man sich das als Jugendliche(r) durchliest verliert man ja prompt die Lust auf’s arbeiten… Habt ihr nichts Besseres zu tun, als euch auf Grund eurer Gehälter anzuzicken`???? Ich versteh es ja schon irgendwie, es ist schon etwas komisch wie verschieden die Gehälter sind, so wie z.B. mein Beruf Arzt, wo cih shcon vorher auch Bescheid wusste, dass die echt viel arbeiten, aber hamma wenig verdienen, für das was sie leisten. Jedoch ist der Lehrerbesuch mindestens genau so anstrengend. Ich bekomme es selbst von meinen Lehrern mit, sie sind so mit dem korrigieren und dem Vorbereiten des Unterrichtsstoffes beschäftigt, dass sie echt wenig Freizeit haben, und müssen sich dann auch noch mit frechen Plappermäulern durchschlagen und auch noch privates erledigen…also…..Ich als Schülerin habe Respekt vor so etwas genau so wie vor einem Arzt als auch einem Mechaniker!!!!!!!!!!

(#85) Biohazard meinte am 23.05.2007, 23:00 dazu:
" 

Respekt Meri
Toll Einstellung! Ich wünsche nur diese Einstellung würden mehr Schüler und Eltern haben. Doch unsere Gesellschaft steckt so in diesen alten Vorurteilen, dass es mich manchmal, als angehender Lehramtsstudent echt schaudert.

(#86) witzig meinte am 25.05.2007, 18:12 dazu:
" 

naja, fakt ist doch, dass das Einstiegsgehalt (netto!!) von verbeamteten Lehrern im Vergleich zu anderen akademischen Berufen DEUTLICH höher ist. Als Beispiel kann hier der Krankenhausarzt genannt werden, der ja auch von der öffentlichen Hand beahlt wird und VIEL weniger verdient. Rechnet man auch noch die hohe Pension dazu (ca. 63% des LETZTEN(!!!) Nettogehaltes) und was so eine Zusatzversicherung privat kosten würde, kommt man auf einen noch größeren Unterschied..
Niemand bestreitet dass der Lehrerberuf auch anstrengend ist, aber ob er anstrengender ist als der Arztberuf oder der Ingenieur darf doch ohne bzgl Wochenstundenzahl und schulfreie Zeit zu polemisieren) stark bezweifelt werden!!

Aber, und das wurde auch schon gesagt, jeder hatte ja die Möglichkeit, Lehrer zu werden, also soll man sich nicht beschweren.

(#87) BK77 meinte am 26.05.2007, 14:43 dazu:
" 

@witzig

Also ich bin sogenannter Junglehrer (29 J.) am Gymnasium (verbeamtet), meine Freundin ist Assistenzärztin im Krankenhaus. Daher kann ich die Sache wohl ganz gut beurteilen. Sie würde trotz der zahlreichen 24h Dienste nicht auf die Idee kommen zu behaupten, Sie würde mehr als ich arbeiten. Und was das Gehalt anbelangt, so bekomme ich 2450 Euro netto raus und sie - je nach Anzahl der Dienste im Monat - zwischen 2200 und 2400.
Also VIEL weniger ist das auch nicht…

(#88) grege meinte am 27.05.2007, 15:22 dazu:
" 

@ witzig

wenn Lehrer an einer nicht staatlich geförderten Privatschule neben einer üppigen Alten- und Gesundheitsversorgung soviel netto soviel verdienen würden, würde ich mich freuen. Schließlich schätze ich großzügige Arbeitgeber, die ihre Mitarbeiter an dem Unternehmenserfolg teilhaben lassen.

Allerdings wundert es mich schon, daß z.B. für dringend benötigte Sachinvestionen in die Ausstattung der Schulen das Geld fehlt, gleichzeitig solch üppige Beamten- und Ruhestandsgehälter gezahlt werden. Diesen Mißtstand können wir schlecht dadurch beseitigen, in dem wir jetzt alle Lehrer werden grin

(#89) Deiotarus meinte am 27.05.2007, 22:43 dazu:
" 

@witzig
Wenn ich von 220 Arbeitstagen jährlich und einer 40-Stunden-Woche ausgehe, komme ich auf ca. 18oo Stunden jährlich. Hier haben Sie den einzigen Vergleichswert, den Sie überhaupt heranziehen können. Denn wenn Sie über Lehrerwochenarbeitszeit sprechen, dann nehmen Sie eine Woche in den Sommerferien und ich eine in der Zeit der Abiturkorrektur. Insofern haben Sie in der geleisteten Arbeitszeit zwischen dem 1.1. und dem 31.12. die einzig unbestechliche Größe und brauchen gar nicht zu “polemisieren”. Jeder andere Ansatz ist Mumpitz und das wüssten Sie bei ernsthafter Auseinandersetzung mit der Thematik auch.

(#90) flöti meinte am 28.05.2007, 2:03 dazu:
" 

was verdienen denn nun z.B. Fachlehrer ungefährt(Werken, TZ, Kunst, Komm.technik) ????

(#91) Grege meinte am 28.05.2007, 9:17 dazu:
" 

@deiotarus
wo wurde denn hier von witzige polemisiert? Er hat lediglich behauptet, daß seine Arbeitsbelastung die eines Ingenieurs oder Arztes nicht übersteigt. Oder möchten Sie das Gegenteil behaupten?

(#92) motschi meinte am 28.05.2007, 19:50 dazu:
" 

ich bin ehrer für deutsch und geschichte.
hier einige ungeordnete anmerkungen zu meinen vorrednern:

- warum müssen sich andere berufsgruppen erdreisten, die arbeit eines lehrers/einer lehrerin zu beurteilen, obwohl sie die nicht kennen. ich bin
- fachissenschaftler
- methodiker
- didaktiger
- hobbyschulpsychologe (weil der hier in nds immer stärker abgeschafft wird)
- erzieher für gute sitten und anstand (weils die eltern immer weniger schaffen, und dafür ist ja schule da!)
- motivator
- verwaltungsbeamter (dem zentralabi und diversen zentralprüfungen und überprüfungen sei dank)
- freitzeitangebotegestalter (stichwort außerschulisches engagement)
- elternberater (am pfingstsonntag, 18 uhr, klingelte mein telefon: können sie mir mal helfen, hr. sowieso, mein kind hat in deutsch ne fünf)
- weitere tätigkeiten auf anfrage

kurzum: wie STUDIEN, nicht gegenbeispiele des nachbar oder der mutti um die ecke, deren tochter   heute mal ohne hausaufgaben nach hause kommt, belegen: ich habe eine 60+-stunden-woche, bei höchster personalverantwort. mein personal ist leider nicht immer kognitiv erreichbar, wie das meines freundes bei airbus. der hat sechs leute unter sich, 40 stunden in der woche, ist jeden abend um sechs zu hause. ergebnis: 3500 netto und aufstiegschancen ins außertarifliche tarifgefilde (bis unendlich alos). und ein drei-personen-büro ohne lärmbelästigung, ergonomisch eingerichtet. und im prinzip eine beamtenähnliche stellung (den in der wirtschaft fliegt auch nicht jeder immer gleich von heute auf morgen). und möglichkeiten zu persönlichen fortbildung, die bezahlt werden und sinnvoll sind (was man vom angebot in nds nicht sagen kann, in beiden fällen. ach ja, stichwort gehalt: der investiert nicht mehrer tausend euro im jahr für fortbildungen (sic) und unterrichtsmaterialien - muss man von meinem gehalt wohl noch abziehen. der braucht auch kein arbeitszimmer. dessen kompetenz wird auch nicht permanent von der umwelt in frage gestellt. seine bezahlung auch nicht.er musste auch keine lohneinbußen von rund 15 prozent in den vergangenen drei jahren hinnehmen - obwohl es airbus ja auch nicht gut geht. er kann seinen job wechseln, bei beamten, deren arbeitgeber nicht in die rentenkasse einzahlt, weil so der beamte billig ist, geht das nicht. dann müsste man nämlich selber nachzahlen. und: sein arbeitgeber signalisiert ihm hin und wieder: meeting in touluse fällt heute aus, ihre arbeitsbelastung ist zu hoch. meine güte, wenn das mal mein dienstherr zu mir sagen würde. oder: ich habe ihnen in der schule einen ergonomischen arbeitsplatz eingerichtet, wo sie bis um sechs arbeiten können. dann ist aber schluss….oder: sie unterrichten drei stunden weniger in der woche, damit sie sich mal eingehend auf den produktionsorientierten-schülerorientierten-gruppenunterricht vorbereiten können

und er muss auch nicht jeden tag auf 33 schülerinnen und deren seelenlage, familiäre situation, persönliche fähigkeiten, etc. acht geben, nicht jeden tag sechst stunden a+ 45 minuten im prinzip bereit sein wie bei einer präsentation, jede entscheidung in sekundenschnell e reflektieren, gewichten, entscheiden, aussagen zu impulsen umfformen, damit schüler-schüler-interaktion zustande kommt, etc….

warum, frage ich also, schimpft die allgemeinheit immer noch über die lehrer im allgemeinen und die verbeamteten lehrer im besonderen - ganz davon abgesehen, dass meine angestellt kollegin nach der neuen tvdö regelung 1400 euro netto bei 26 stunden deputat verdient, was ne echte sauerei ist. und ich will hier keinen vergleich mit anderen berufsgruppen anstellen….

warum also tut das die öffentlichkeit - und warum ist sie selber kein lehrer geworden.

ach so, um keine falschen schlüsse aufkommen zu lassen. ich mag das unterrichten, das arbeiten mit jungen menschen. das kommt jedoch in der heutigen schulstruktur immer stärker zu kurz.

(#93) Deiotarus meinte am 28.05.2007, 21:21 dazu:
" 

@grege
Bevor Sie mit witzig den Club der Beamten- und Lehrerfeinde gründen,er hat polemisiert und zwar in der Form der Praeteritio.

Gemessen an Ihrem letzten an witzig gerichteten Kommentar sollten Sie vielleicht auch einen Namenstausch in Erwägung ziehen. Ich persönlich ignoriere seit Jahren alle Bemerkungen über den Geldmangel der öffentlichen Hand und werde dies auch tun, bis ich einen Bericht des Rechnungshofs in die Hand bekomme, der 3 Seiten nicht überschreitet.
Bis dahin genieße ich meinen ach so unverdienten Status, mein ach so unverdientes Gehalt und meine ach so kurze Arbeitszeit, von der ich sicher auch in Zukunft noch einiges abzwacken kann, um heiße Tränen ob all der ggü. mir benachteiligten Seelen zu weinen, seien es nun Ärzte oder Ingenieure, witzigs oder greges oder das ganze Volk der Nichtlehrer.

(#94) Grege meinte am 29.05.2007, 20:03 dazu:
" 

@deiotarus
warum reagieren Sie eigentlich so gereizt? Wie wäre es mit dem Versuch einer sachlichen Auseinandersetzung? Packen Sie jedes Mal in Bildzeitungmanier die Keule der Feinseeligkeit aus der Tasche, wenn Sie mit abweichenden Meinungen konfrontiert werden? Anscheinend fühlen Sie sich schon in Ihrer Ehre gekränkt, falls es wie “witzig” wagt, die Arbeitsbelastung ihres Berufes mit anderen gleichzusetzen…......

Sollten Sie sich zur Abwechslung in einer Zeitung informieren, die mehr enthält als nur große Überschriften und farbige Bilder, würden Sie wissen, daß die Einnahmen der öffentlichen Haushalte nicht einmal zur Bezahlung der Summe aus Personalkosten, Zinsen und Zuschüssen zu den Sozialbeiträgen reichen. Von daher ist Ihr Verweis auf die eine oder andere geldverschwendede (die mir als Steuerzahler auch die Zornesröte ins Gesicht treibt) Ausgabe ein wenig deplaziert.

Vergessen Sie bei Ihren Mitleidstränen nicht ihre Berufskollgen, die fehlende Absetzbarkeit Ihres Arbeitszimmers beweinen grin

(#95) Fleißige Kollegin meinte am 29.05.2007, 20:40 dazu:
" 

Ich fass´es nicht! Kollegen und Kolleginnen - habt Ihr nichts zu tun, dass Ihr Euch seitenlang schon hundertmal gehörte Vorurteile, Klagen und Bissigkeiten um die Ohren haut? Habt Ihr etwa zu viel Freizeit? Eure Noten bei “www.spickmich.de” möchte ich lieber nicht sehen!  rolleyes

(#96) BK77 meinte am 30.05.2007, 10:46 dazu:
" 

Es interessiert mich nicht, ob die Kassen leer sind. Das Geld wird überall verschwendet und die Lehrer sollen dafür mit ihrem Lohn herhalten. 
Die Absetzbarkeit des Arbeitszimmers ist ein Grundrecht, nicht nur für Lehrer. Es gibt wohl kaum einen Berufsstand, der mehr aus eigener Tasche zahlen muß als Lehrer…

(#97) MArcel meinte am 30.05.2007, 13:27 dazu:
" 

Lehrer sind nicht die einzigen, die nach A12 oder A13 bezahlt werden. Wer gerne A13 haben möchte, muss nicht unbedingt Lehrer werden. Er kann Jura studieren und sich auf eine Stelle als Polizei-, Amts- oder Regierungsrat bewerben. Er kann Geschichte studieren und zum Staatsrchiv gehen. Er kann Berufssoldat werden, dann erhält er schon während des Studiums A9 und ab dem Rang Major A13. Usw.

Lehrer erhalten ihren Lohn für ihrer Ausbildung und ihre Tätigkeit. Ich kann nur müde lächeln, wenn sich in Foren Leute über das Gehalt eines Lehrers ärgern. smile Es ist ja nicht so, dass ein Lehrer A13 vererbt oder geschenkt bekommt, er hat es sich erarbeitet und er führt eine Tätigkeit aus, die für unsere Gesellschaft von grundlegender Bedeutung ist.

Bei uns wurde neulich noch das Gebäude der Bezirksregierung saniert. Es hat jetzt eine schöne Marmorfassade, neue Fenster und eine schöne Emfangshalle. Das hat alles geklappt, ohne den dort arbeitenden Regierungsräten die Arbeitszimmer zu streichen smile

Bei der Bundeswehr beklagt man sich übrigens auch über den schlechten Zustand der Gebäude und trotzdem werden ihnen die “üppigen Gehälter” und Pensionen nicht gestrichen, um diese zu sanieren. Den Soldaten werden ja auch nicht die Löhne

Das Land NRW hat 113 Mrd. € Schulden und trotzdem haben sich die Landtagsabgeordneten ihre Diäten um 1,4% auf 9633€ (!) monatlich erhöht.

Fazit: Man muss Gehälter nicht beneiden, man sie sich erarbeiten smile

(#98) Marcel meinte am 30.05.2007, 13:41 dazu:
" 

@Deiotarus

Ärger dich nicht. Du hast dir deinen Status erarbeitet und verdienst zu Recht dein Gehalt. Es steht den anderen frei, ihre Chancen zu nutzen.

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Es stimmt auch nicht, dass die Einnahmen der öffentlichen Haushalte nicht zur Deckung der Personalkosten reichen.

NRW nimmt 35,3 mrd.€ ein und gibt 18,9 Mrd. für Personal aus. Das Land versucht zurzeit massiv Stellen abzubauen, um Gelder zu sparen.
Trotzdem gibt es hoheitliche Tätigkeiten, die von Beamten und Angestellten des Landes durchgeführt werden und die müssen nun mal Amtsangemessen bezahlt werden smile

Lehrer zahlen übrigens auch Steuern. Verbeamtete Lehrer zahlen auch die Ökosteuer, aus der die Bundeszuschüsse für die gesetzliche Rentenversicherung erwirtschaftet werden smile

(#99) Grege meinte am 04.06.2007, 21:16 dazu:
" 

@Marcel
Die Nettogehälter der allermeisten Akamdemiker liegen selbst nach 2 Jahren Berufszeit noch knapp um die 2000 EURO bei wesentlich schlechterer Alten- und Krankenversorgung sowie dem Jobverlustrisiko. Daß diese Gruppe so hohe Steuern und Abgaben zahlen muß, mit denen u. a. die Privilegien der verbeamteten Akademiker finanziert werden, erinnert mich sehr stark an das Gleichnis der Arbeiter im Weinberg ?. Dieser Umstand wiegt um so schlimmer, daß die z.T. kreditfinanzierten Ausgaben u.a für diese Privilegien auch von den nachfolgenden Generationen bezahlt werden müssen. Von daher ist es nur zu gerecht, wenn in den nächsten Jahren gewisse Anpassungen und Harmonisierungen erfolgen, die nicht nur unsere nachfolgenden Generationen entlasten, sondern auch für bestimmte Beamtengruppen vom Vorteil sind….......

Von den Steuereinnahmen müssen neben den Personalkosten leider auch noch andere Ausgaben bestritten werden. Weitere wesentliche Etatposten sind die Schuldzinsen, Versorungs- und Sozialausgaben, wie im meinen letzten Beitrag übrigens auch nicht anders erwähnt. Insbesondere für die künftig immens zunehmenden Versorgungsausgaben (=verdeckte Personalausgaben) müßten eigentlich wie in jedem Unternehmen Rückstellungen gebildet werden, so daß das tatsächliche Defizit der öffentlichen Haushalte wesentlich höher liegt. Selbst wenn Geldverschwendung komplett vermeiden ließe, würde das strukturelle Problem mit den steigenden Personal- und Versorgungsausgaben bestehen bleiben. Einen Finanzexperten, der das Gegenteil behauptet, dürften Sie schwer finden.

Sie rechtfertigen u.a. also ihre Privilegien mit dem Argument, daß verbeamtete Akademiker sich ihren Status hart erarbeiten mußten. Bedeutet diese Aussage jetzt im Umkehrschluß, daß im öffentlichen Dienst angestellte Lehrer, Juristen oder Ingenieure bisher minderwertigere Arbeit geleistet haben?. Mir fallen keine Gründe ein, warum z.B. in einer technischen Behörde ein verbeamteter Ingenieur mindestens 500 bis 600 Euro mehr verdient als sein angestellter Kollege, der ihm im selben Büro mit den selben Tätigkeitsmerkmalen gegenüber sitzt. Glauben Sie etwa, daß in der Privatwirtschaft beschäftigte Akamdemiker keine verantwortungsvollen Tätigkeiten für die Allgemeinheit ausüben und jeden Tag ausgeruht von der Arbeit wiederheimkehren? In einem Beitrag wurden 1400 € netto für einen angestellten Lehrer als Sauerei empfunden. Gehaltsreporte zeigen, daß gerade unter Geisteswissenschaftlern und Architekten noch geringere Gehälter weit verbreitet sein können. Sehen Sie auch pauschal mangelnden Fleiß als Ursache für das geringe Einkommen an??

Wenn Politiker sich eventuell zu Unrecht die Diäten erhöhen oder Gelder anderweitig verschwenden, ist das dann ein Grund, den Steuerzahler zusätzlich noch mit Kosten für die Beamtenprivilegien zu belasten? Ein Beschäftigter würde ausgelacht werden, wenn er von seinem Vorgesetzten ein höheres Gehalt fordert, nur weil das Unternehmen eh schon so viel Geld in anderen Bereichen verschwenden würde. Der Vorgesetzte könnte sich eher für das Gegenteil erwärmen. Falls sie einen Schüler beim Schummeln erwischen, lassen sie sich kaum mit der Ausrede abspeisen, daß viele Mitschüler gleiches angestellt haben.

Ebenso kann ich einen Mißstand (wie z.B. das Beamtenprivileg) nicht damit rechtfertigen, daß für jeden die Möglichkeit besteht, diesen für sich auszunutzen. Dann dürfte sich auch keiner über die steigenden Stromtarife beschweren. Schließlich hätte jeder z.B. die Gelegenheit, eine Beschäftigung bei einem der großen Energieerzeuger zu suchen, wo er neben dem großzügigen Stromdeputat zusätzliche Sonderzahlungen aufgrund des verbraucherfinanzierten „Unternehmenserfolges“ (zumindest beim RWE) erhalten würde. Ähnliches würde auch gelten für andere Branchen wie die Mineralölindustrie oder Wasserversorgung.

Zunächst hat hier keiner bestritten, daß Beamte auch Steuern zahlen. Deren Höhe ist im Vergleich zum PKV bereinigten Nettoeinkommen aber deutlich geringer als bei den Arbeitern oder Angestellten trotz höherer Steuersätze. Probieren Sie doch mal mit den im Internet verfügbaren Brutto-Netto-Rechnern aus, was ein Angestellter bei Ihrem Nettogehalt an Steuern zahlen müßte. Ich glaube, Sie würden nicht tauschen wollen…...

Daß die Rente mit Verbrauchssteuern zusätzlich finanziert wird, ist mehr als fair. Schließlich werden und wurden aus der Rentenkasse kostspielige versicherungsfremde Leistungen bezahlt wie beispielsweise den Aufbau der Neuen Bundesländer oder die Altersversorgung von Rentnern, die (wie Aussiedler oder Bürger in den neuen Bundesländern) nur wenig einzahlen konnten. Wer sich die „Rendite“ der heute eingezahlten Rentenvericherungsbeiträge ausrechnet, würde von Ihren Verbrauchssteuern herzlich wenig merken…....

(#100) @Grege meinte am 05.06.2007, 11:21 dazu:
" 

Niemand bestreitet, dass ein angestellter Lehrer weniger hart arbeitet (bis auf die zwei Stunden weniger Unterricht pro Woche). Es ist auch unbestritten, dass beispielsweise Architekten zu wenig verdienen. Aber nur, weil andere zu wenig verdienen, müssen verbeamtete Lehrer nicht auch zu wenig bekommen. Diese Argumentation folgt ebenso keiner Logik…

(#101) Marcel meinte am 05.06.2007, 14:23 dazu:
" 

@Grege

Einstiegsgehalt für BWL-Absolbventen 40.000€ ,Einstigsgehalt für Mathematiker 40.000€, Maschinenbau-Ingenuere 39.0000€+.Physiker zwischen 3.600 und 4500€ Brutto monatlich. Alles ohne Referendariat.

In Westdeutschland haben wir unter Akademikern eine Arbeitslosenquoten von 3,3% und es gibt auch arbeitslose Lehrer…

Wenn von Anpassungen geredet werden soll, dann auchüber Anpassungen in allen Bereichen. Zahlung von Arbeitsmaterialen und Arbeitsgeräten, von Fortbildungen und Dienstreisen, transparente und schnelle Aufstiegsmöglichkeiten, Abschaffung der zweijährigen Wartezeit für die Bezahlung aus dem Beförderungsamt, das Recht zu streiken usw.

Der Beamtenstatus ist ein besonderes Dienst- und Treueverhältnis, das neben Vorteilen auch Nachteile bringt. Angestellte im ÖD haben hier in NRW z.B. eine geringere wöchentliche Arbeitszeit. (Ausnahme bilden die Lehrer). Angestellte können nicht dazu genötigt werden, eine freiwillig Verzichtserklärung zu unterschreiben, womit sie auf ihren Anspruch auf Zahlung von Dienstreisen freiwillig verzichten.

Um deine polemische Frage nach der verantwortungsvollen Tätigkeit zu beantworten: ja, das tun Akademiker in der freien Wirtschaft und bekommen dafür teilweise Gehälter von denen verbeamtete Lehrer nur träumen können plus Privilegien wie einen Dienstwagen,saftige Spesen auf Dienstreisen, ein Arbeitszimmer, Laptop, Drucker, bezahlte Fortbildungen usw.

Sind die Diätenerhöhungen und Steuergeldverschwendungen etwa ein Grund, Lehrer nicht mehr amtsangemessen nach A13 zu bezahlen?

Mein Nettoeinkommen ist nicht hoch, ich arbeite auf Stundenlohnbasis (12€) als Nachmittagsbetreuung in einer Schule und warte darauf, im August mein Referendariat mit einer Bezahlung von rund 850€ Netto zu beginnen, während sich andere meines Jahrgangs über Einstiegsgehälter von 1600-2000€ netto freuen dürfen.

(#102) Nuttnik meinte am 07.06.2007, 18:02 dazu:
" 

@motschi

Mein Gott Ihr Gejammer über Ihren Berufsstand ist ja kaum auszuhalten. Da kann man leider Ihrem letzten Satz keinen Glauben schenken.
Außerdem scheinen Sie ein echte Probleme mit dem Beruf Ihres Freundes zu haben, dem Sie anscheinend seinen Stand auch nicht so recht zu gönnen.
Abschließend möchte ich nochmal bemerken, dass es schon recht merkwürdig ist, wenn eine DEUTSCH-Lehrerin keine Shifttaste kennt und alle Wörter klein schreibt. Außerdem gibt es in Ihrem Text mehrere Flüchtigkeitsfehler. Als Deutschlehrer würde ich es allerdings als Berufsehre ansehen, meine Texte in einem ‘Lehrerforum’ fehlerfrei zu verfassen. Ob Sie es glauben oder nicht, das sagt sehr viel über ihre Einstellung aus…

(#103) Deutschlehrerin meinte am 08.06.2007, 15:52 dazu:
" 

Hallo, Nuttnik,

fehlerfreies Schreiben sollte - das sehe ich genauso wie Sie - für einen Deutschlehrer eine Selbstverständlichkeit sein. Warum tun Sie es dann nicht, Kollege?
Schauen Sie bei Gelegenheit `mal in die Zeilen 1, 5, 9 und 21 Ihres letzten Kommentars.
Schönes Wochenende - und immer schön üben, bevor man den ersten Stein wirft!

(#104) geht's noch? meinte am 09.06.2007, 23:42 dazu:
" 

Habt ihr auch noch andere Sorgen? Die Tippfehler einzelner Kommentare zu zählen, sich zu beschimpfen oder gar zu beleidigen. Tatsache ist, dass sich jeder aussuchen kann, was er werden möchte. Diejenigen, die über Lehrer motzen, sind vielleicht nur neidisch? Diejenigen, die sich beschweren, hätten auch einen anderen Beruf erlernen können. Intelligenz fängt eben bei der Berufswahl an.

(#105) Soeben meinte am 10.06.2007, 2:09 dazu:
" 

Hallo gehtsnoch….

Intelligenz fängt bei der Berufswahl an?
Meinen Sie das jetzt ernst?
Intelligenz ist etwas, das z.T. angeboren ist, z.T. anerzogen. Das wissen Sie sicher.
Es gibt auf diesem Globus Menschen, die sehr intelligent sind, und sich dennoch nicht aussuchen können, welchen Beruf sie einmal ausüben möchten. Es gibt Kinder in armen Ländern, die ganz genau wissen, was sie werden wollen würden, wenn sie können dürften, sofern sie sich trauen täten….. Manche dieser Kinder arbeiten in Kellerlöchern, um ihre Geschwister und Eltern zu ernähren, glauben Sie, dass die alle dumm sind?
Es ist eine Frechheit, grenzt an Rassismus, was Sie da von sich geben!
Klar doch, ist mir schon klar, dass Sie Ihre Meldung nicht global meinten, sondern nur auf unser Land bezogen. Aber… naja, wissen Sie, es ist halt auch in unserem Land so. Bitte öffnen Sie mal Ihre Augen, erweitern Sie Ihren Horizont!
Es gibt auch in Deutschland genügend Menschen, die sich nicht aussuchen können, was sie arbeiten, lernen wollen, aber sie würden gerne lernen! Bitte seien Sie nicht so engstirnig, sehen Sie bitte auch all die Kinder, (diese intelligenten Kinder!) die absolut keine Chance auf ein besseres Leben haben!

(#106) BK77 meinte am 10.06.2007, 18:59 dazu:
" 

Amen!

(#107) Nuttnik meinte am 11.06.2007, 1:30 dazu:
" 

@Deutschlehrerin

Ich bin weder Deutsch- noch irgend ein anderer Lehrer, deshalb glaube ich kann ich mir den ein oder anderen ‘kleinen Fehler’ erlauben.
Ich mache nämlich in meinem Beruf alles hundertprozentig!
Bei einem Deutschlehrer dagegen, zeigen Rechtschreibfehler nur wieviel er von seinem Beruf versteht.
Ihr Kommentar beweist allerdings nur, das Sie zwar gelesen und nach Fehlern gesucht, aber den Sinn meines Posts nicht erfaßt haben. Das ist mindestens genauso peinlich.

Schöne Woche noch!

(#108) Soeben meinte am 11.06.2007, 1:38 dazu:
" 

Guten Tag, BK77!

Sie haben das Wort “Amen!” gepostet, und ich würde gerne von Ihnen wissen, auf welches Schreiben Sie dabei Bezug nehmen. Sind Sie bitte so nett und erklären detaillierter, wie Ihr Posting zu verstehen ist und wer damit angesprochen ist?
Freundliche Grüße
Soeben

(#109) Nuttnik meinte am 11.06.2007, 10:35 dazu:
" 

@Deutschlehrerin

Ich bin nicht so von mir eingenommen, dass ich denke ich bin fehlerfrei. Deshalb habe ich bei Ihrem letzten Post auch einfach akzeptiert, dass ich einen Tipfehler gemacht habe.Da Sie ja offensichtlich Deutschleherin sind. Bei nochmaliger Durchsicht viel mir aber nur ein Fehler auf(Ein Wort zuviel)! Außerdem gibt es keine Zeile 21 da mein Text nur 13 Zeilen hat! Vielleicht hätten Sie da mal einen Kollegen aus der Mathematik zu Rate ziehen sollen. Oder meinten Sie ein Post von jemand anderen und haben sich im Namen verlesen?
Wenn Sie Ihre Klassenarbeiten genauso Korrektur lesen…na dann Post Mahlzeit!

Gruß
NUTTNIK

(#110) frau schlau meinte am 11.06.2007, 22:07 dazu:
" 

Liebe Leute,
wenn das Niveau sinkt, sink mit…?
Ich meine, der Austausch zwischen den ein oder anderen Kollegen sowie “fachlich - sachliche- kritische” Bemerkungen im Nuttnikschen Stil sind doch mehr ermüdend denn produktiv, in diesem Sinne schließe ich mich dem AMEN an und ergänze “so lasst es!”

(#111) BK77 meinte am 11.06.2007, 23:45 dazu:
" 

Das “Amen” war an Sie gerichtet, “Soeben”. Denn man kann auch mit aller Gewalt eine bestimmte Aussage in einer doch recht abwegigen Art und Weise interpretieren. Sie haben in der Sache sicher nicht unrecht, nur war diese Belehrung einfach nur fehl am Platz…

(#112) Deutschlehrerin meinte am 12.06.2007, 13:43 dazu:
" 

Hallo Nuttnik,
Sie haben völlig Recht: Ich habe den Sinn Ihres Kommentars nicht erfasst, genauso wie ich den Sinn aller Ihrer Kommentare leider nicht verstehe.
Im Übrigen bezog ich mich auf Ihr Statement vom 07.06. und bleibe dabei: Sie haben 22 Zeilen geschrieben und 4 Fehler gemacht.
Liebe Grüße

(#113) Lilly_Lavigne meinte am 12.06.2007, 16:31 dazu:
" 

Nachdem ich diesen Thread aufmerksam verfolgt habe, schlage ich vor, dass unsachliche und gehässige, da offensichtlich von frustrierten Menschen verfasste, Kommentare à la Nuttnik in Zukunft ignoriert werden zugunsten einer sinnvollen und informativen Auseinandersetzung wie sie einige hier durchaus betreiben.

(#114) Soeben meinte am 12.06.2007, 18:38 dazu:
" 

@BK77

Dann möcht ich mich doch wirlklich aufrichtig für meine Belehrung entschuldigen!  red face

Gleichzeitig bedanke ich mich auch für die Belehrung Ihrerseits, ich werde künftig wirklich genau überlegen, ob das, was ich schreibe, tatsächlich gerade passt oder ob es wieder einmal daneben ist.
Viele Grüße

(#115) Nuttnik meinte am 13.06.2007, 21:28 dazu:
" 

Liebe Lehrer,

es ist schon etwas merkwürdig, wenn man für Kritik als unsachlich hingestellt wird. Dies ist, wenn ich es richtig verstanden habe, ein Forum zum Meinungsaustausch. Da mag es schon mal sein, dass es bei Uneinigkeiten etwas deftiger zugeht. Da ist nicht schlimm sondern belebt das Geschehen. In einigen Foren ist es sogar durchaus erwünscht.
Ich entschuldige mich gerne noch mal, falls ich einigen sensibleren Gemütern zu Nahe getreten bin. Allerdings möchte ich nur kurz darauf hinweisen, dass die meisten Antworten auf meine Posts auch nicht eben freundlich waren.
Wenn jemand mit seinem Beruf so sehr hadert, wie der Kollege weiter oben, muss schon die indirekte Frage nach Spaß am Beruf gestattet sein, ohne dass einem dieses als gehässig ausgelegt wird. Auch die Kritik an einem Deutschlehrer der alles klein schreibt, sollte wohl gestattet sein. Ich habe noch nie und in keinem Forum jemanden auf seine mangelhafte Rechtschreibung angesprochen. Bei einem DEUTSCHlehrer der die Groß und Kleinschreibung einfach missachtet, finde ich das allerdings angebracht. Ganz davon abgesehen das es den anderen Usern nicht gerade einfach gemacht wird, die Texte auch zu lesen.
Im Übrigen bin ich kein frustrierter Mensch, sondern im Gegenteil sehr fröhlich. Ich tausche mich gerne mit Anderen aus, suche den Dialog und bin gerne im Internet unterwegs um auch andere Meinungen zu hören. Sollte das alles nicht hier hereinpassen, bitte ich dieses Post , wie oben von einem Kollegen vorgeschlagen, einfach zu ignorieren.wink

Gruß
Nuttnik

P.S. @Deutschlehrerin:

Die unterschiedliche Zeilenanzahl ergibt sich aus einer unterschiedlichen Bildschirmauflösung.

(#116) frau schlau meinte am 15.06.2007, 23:43 dazu:
" 

Mensch, Nuttnik,
verraten Sie uns doch mal Ihren Beruf (ich ebenfalls Deutschlehrerin, die jetzt extra für Sie groß und klein und nach der neuen deutschen Rechtschreibung formuliert), vielleicht habe ich es überlesen, so locker und entspannt wie sie diese Seite kommentieren, da können Sie doch höchstens Journalist oder im im höheren Management sein, gelle?
Wer sonst kann Lehrer/innen schon so viele schöne und sinnvolle Hinweise geben?
Haben Sie irgendwann einmal in Ihrem Leben den Rat bekommen Polemik zu unterlassen oder konnten Sie das Metrum eines barocken Gedichtes nicht richtig “klopfen”, gar erkennen?
In allem sollte man sich noch immer selbst überprüfen und die Reaktionen können zweierlei sein, sie haben provoziert, wütend gemacht, toll!
Oder: Sie beleidigen oder diffamieren undifferenziert, die Antworten sind ebenfalls nicht wirklich sachlich, genau dazu und nicht der “Belebung” dient dieses Forum, als Lehrer/in habe ich genügend Leben um mich, ist vielleicht anders, wenn man sich nur in Kreisen Gleichaltriger und Gleichgesinnter bewegt…
Was bei allem streiten fehlt ist die Bereitschaft die andere Seite zu RESPEKTIEREN;

(#117) frau schlau meinte am 16.06.2007, 12:55 dazu:
" 

Au weia, da hat sich doch am späten Freitag ein Fehler eingeschlichen, wie peinlich, natürlich muss das “Streiten” in der letzten Zeile groß geschrieben werden, handelt es sich doch um ein substantiviertes Verb sorry und ein Komma bringt doch noch die wahre Würze in die Bemerkung, Asche auf mein Haupt!

(#118) Lilly_Lavigne meinte am 16.06.2007, 14:05 dazu:
" 

@ Nuttnik und andere Lehrer-Aggressoren

das Attribut “unsachlich” habe ich aufgrund Ihres Beitrags gewählt, indem Sie sich über Brückentage und eine eine ziemlich hanebüchene Parallele zwischen den Ergebnissen der Pisa-Studie und der Dauer der Ferien herstellen. Gehässig nannte ich Sie aufgrund von Bemerkungen wie “Schöne Sommerferien (sind ja bald wieder)” und völlig unnötiger bewertungen etwaiger Rechtschreibfehler von Deutschlehrern. Ich finde Lehrer sympathisch, die in ihrer Freizeit ausgiebig dem Nicht-Lehrer-Sein frönen und sich und anderen Fehler gestatten.
wie aber kommen wir aus dem Dilemma, in dem unter anderem diese Diskussion steckt? Sicher nicht, indem wir der Lehrerzunft in bester Stammtischmanier immer wieder neidvoll die Privilegien ihres Berufs unter die Nase reiben. Sicher aber auch nicht, indem Lehrer auf diese unsäglichen Vorwürfe auf ebenso enervierende Art und Weise in den Chor des Gejammers über ihre hohe Arbeitsbelastung einfallen.
Vielleicht sollten wir einander mehr fragen und weniger bewerten. Ich (selber Lehrerin) beantworte Ihnen gerne alle Fragen zu Vor-und Nachteilen meines Berufes wenn Sie mir vorurteilsfrei gegenübezutreten bereit sind. Ebenso bin ich bereit, mehr übrer Ihre Situation zu erfahren. Sicherlich werden wir dann feststellen, dass wir allen Grund zu gegenseitigem Verständis und Respekt haben.
Mir persönlich würde diese Art der Kommunikation sehr gefallen.
Viele Grüße an alle Lehrer und Nicht-Lehrer.
Lilly

(#119) Lilly_Lavigne meinte am 16.06.2007, 14:08 dazu:
" 

Nachtrag,

ich habe zwanzig Zeilen geschrieben und mindestens sieben Rechtschreibfehler gemacht;-))

(#120) motschi meinte am 17.06.2007, 11:56 dazu:
" 

@nuttnik

über die inhaltlich sowie grammatisch mindere qualität ihrer beiträge möchte ich mich nicht in gänze auslassen.

nur soviel: ich beherrsche, wenn ich möchte, einen hoch elaborierten sprachcode - wenn es nötig ist. um auf ihre beiträge zu antworten, ist dies mit sicherheit nicht nötig.
zweitens: mein freund kann verdienen und machen, was er will. ich gönne ihm jeden cent. seine arbeit wird in der öffentlich jedoch nicht permanent negativ und undifferenziert kommentiert, inklusive seinem verdienst, so wie meine - von leuten wie ihnen, die nicht den blassesten schimmer von umfang und anforderungen dieses berufes haben, und zudem nicht nur flüchtigkeitsfehler machen, sondern elementare grundregeln der deutschen rechtschreibung nicht beherrschen, sich jedoch anmaßen, diese an anderen zu kritisieren.
deshalb habe ich diese zwei berufe vergleichend dargestellt - und dies zwar durchaus polemisierend, jedoch nicht gänzlich überzogen.

(#121) Marcel Winterhoff meinte am 17.06.2007, 22:44 dazu:
" 

Hallo zusammen,
aus beruflichen Gründen habe ich sehr viel mit Lehrern und im besonderen auch mit ihren Gehältern zu tun. Ich habe mir daher mal die Mühe gemacht, die letzten 200 unserer Kreditanfragen von Lehrern statistisch zu erfassen, um das Durchschnittsnettoeinkommen zu errechnen.

Hieraus ergibt sich ein durchschnittliches monatliches Nettoeinkommen von EUR 2.637,23 - es bezieht sich zwar nur auf 200 Datensätze -  allerdings ist die erfasste Masse auch wahllos ausgewählt.

Sicherlich verdienen Lehrer mehr als der Durchschnitt - allerdings rechtfertigen sie dies nicht nur durch ein höheres Bildungsniveau, sondern arbeiten auch mehr als 38 Stunden die Woche.

Zudem merken wir als Anbieter von speziellen Krediten für Beamte und Angestellte, dass ca. 25 % der Anfragen aus Lehrerhaushalten stammen. Wenn Lehrer also tatsächlich “überzahlt” wären, würden sie sicherlich kaum bzw. in geringerem Ausmaß Kredite nachfragen.

(#122) BK77 meinte am 18.06.2007, 8:45 dazu:
" 

@Marcel Winterhoff

Die Häufigkeit der Kreditanfrage dürfte auch damit zusammenhängen, dass Lehrer als Beamte unkündbar sind und demnach sehr langfristig planen bzw. investieren können. Zudem bekommen sie in der Regel günstigere Konditionen.

(#123) Andrea meinte am 18.06.2007, 13:29 dazu:
" 

Hallo zusammen,

ich finde es schade, dass im Rahmen der Diskussion um Gehälter der Lehrer gerne der Vergleich mit Berufen angestrengt wird, die wirtschaftlich über dem Gehalt eines Lehrers stehen. Ich selbst habe Dipl. Päd. (Uni) studiert und arbeite in der beruflichen Weiterbildung. In meinen Arbeitsbereich fallen mind. genauso komplexe Aufgaben, wie die eines Lehrers - nur, dass es sich um einen anderen Bildungsbereich handelt. Im direkten Vergleich zu meinem Lebensgefährten (Förderschullehrer verbeamtet) sehe ich deutliche Unterschiede in Arbeitszeit und Einkommen. Und auch wir haben schwierige Arbeitsbedingungen! Ich bekomme direkt mit, wie z.T. sehr unflexibel auf moderne Anforderungen im Kollegium meines Freundes reagiert wird - und es handelt sich nicht um Einzelfälle. Z.B. Die Bereitschaft Konferenztermine freitags nachmittags wahrzunehmen, damit das Ganztagsschulangebot reibungsloser funktionieren kann ist in diesem Fall nicht gegeben. Und wir reden hier über keine Zeit am Abend, sondern nachmittags ab 13:00 Uhr! In welcher anderen Branche wird man pauschal für Arbeitsstunden bezahlt, die nie wirklich kontrolliert werden? Die Vorbereitungszeit wird im vollen Vertrauen gewährt - ob mans macht oder nicht. Wo gibt es sowas bitte noch?
Junge und motivierte Lehrer/innen lernen von ihren älteren Kollegen schnell, wie man effektiv arbeitet. Natürlich arbeiten Lehrer auch abends und am Wochenende - weil sie nur ca. 30 UE geben und sich den Rest relativ frei einteilen können. Und alleine das Herausarbeiten der Ferien würde bei einem normalen Arbeitnehmer zu einer Mehrarbeit von min. 120 Stunden führen (gerechnet bei 4 Wochen mehr Urlaub und einer wöchentl. Stundenzahl von 30 UE. Zum Vergleich: Ich arbeite mind. 38,5 Stunden pro Woche, verdiene 2130 € BRUTTO inkl. aller Überstunden und das ist ein guter Job in unserer Branche! Also, Hochschulabschluss habe ich und ich arbeite in einem eng verwandten Beruffeld. Wie sind die Unterschiede zu rechtfertigen?
Viele Grüße
Andrea

(#124) Smutje meinte am 18.06.2007, 13:49 dazu:
" 

ich gebe bk77völlig recht, was marcel winterhoff da schreibt, ist - mit verlaubt - ziemlich unlogisch. selbst jemand, der 10.000 euro im monat verdient, wird ab und an einen kredit aufnehmen (müssen, wollen).

aber gut: “durchschnittliches monatliches Nettoeinkommen von EUR 2.637,23” ist doch mal ne aussage, mit der man was anfangen kann. damit wäre die titelfrage des beitrags erschöpfend beantwortet - sofern die zahl stimmt.

(#125) Marcel Winterhoff meinte am 19.06.2007, 1:58 dazu:
" 

@Smutje
Es ist sicherlich richtig, dass Kredite auch von Besserverdienern aufgenommen werden. Allerdings ist hier der Verwendungszweck meist ein ganz anderer (Dritt-Auto, Pferd, Ferienhaus) als bei den Normalverdienern, die Kredite aufnehmen müssen, um ihren Lebensstandard zu sichern oder um zwingende Anschaffungen zu tätigen.

Das Durchschnittseinkommen von EUR 2.637,23 ist ist selbstverständlich korrekt ermittelt. Es wurden hierbei ausschliesslich Lehrer als Beamte oder Angestellte berücksichtigt.

(#126) Stine meinte am 19.06.2007, 7:05 dazu:
" 

sicherlich muss eine Unterscheidung vorgenommen werden, an welcher Schulform der Lehrer tätig ist. Ich bin Gymnasiallehrerin. Meine Arbeit, die ich zu Hause leiste, wird von einer nicht unkritischen Schülerpopulation kontrolliert. Schlampiges oder nicht Erledigtes knallt mir eiskalt um die Ohren. Dafür habe ich Schüler, die in der Regel noch ohne Waffe in den Unterricht kommen und mich auch nicht anpöbeln und grob beleidigen.
Ich muss auch sagen, der Beruf macht riesigen Spaß (recht großer Gestaltungsfreiraum), jedoch ist es ganz klar ein Knochenjob - und ich bin schon zehn Jahre im Beruf, merke aber deutlich, dass es immer mehr wird (stehe mittlerweile morgens um vier Uhr auf, um meine Sachen fertig zu bekommen und bin dabei in der Tat kein “Chaot”). Zudem sollte man berücksichtigen, dass wir weder ein Büro haben noch Material - vom Rotstift über die Druckerpatrone bis zur Lektüre - noch eine Auswahl an Fortbildungen, die uns unser Arbeitgeber bezahlen würde. Also, Gerechtigkeit gibt es sowieso nie und natürlich gibt es ganz andere Tätigkeiten, die einem viel abverlangen und dabei wesentlich schlechter bezahlt werden. Doch sollten wir daher alle schön zufrieden schweigen?
Ich meine nicht den Protest als Programm, aber man muss schon sehen, wie sich eben auch in diesem Bereich die Arbeitsbedingungen drastisch verschlechtern (hier Beispiel Niedersachsen).

(#127) BK77 meinte am 19.06.2007, 13:01 dazu:
" 

@Stine

Ich gebe Dir vollkommen Recht. Bin auch in Nds. am Gymnasium…

(#128) Simon meinte am 19.06.2007, 15:49 dazu:
" 

=D ich finde den Thraed echt geil :D hehe da ganz unten wie die alle abgehen wegen rechtschreibung =D ...ich hab kp davon und bin trotzdem aufem Technick und Manegment Gymnasium :D .. în nem Aufsatz bin ichim durchschnitt 0,7 bis eine note schlechter wegen meienr rechtschreibung aber inhaltlich immer so 1,5 rum ^^ vond em her wink was ichs agen wollte es gibt definitiv Lehrer die auch was tun für ihr Geld aber wirklich acuh viele die jedes jahr vom ersten bis zum letzten Arbeitsblatt alles gleich machen und dass finde ich schon etwas hart… oder auch lehrer die in 2 Wochen ferien es nicht schaffen eine Arbeit zu korrigieren. Aber auf der anderen Seite hatten wir letztes jahr eine Deutschlehrerin die innerhalb eiens Tages 27 Aufsätz von (6-12) Seiten korrigiert hatte. Das erwarte ich von keien Lehrer aber innerhalb von 2wochen Ferien ist es denke ich durchaus machbar wink. Aber ich denke es wäre falsch Lehrer als Faul zu bezeichnen… Wobei sie definitv auch keine Workoholics sind wink.. mfg Simon

(#129) Stine meinte am 19.06.2007, 18:23 dazu:
" 

Hi Simon,
ja klar, das denkt man natürlich, dass man die Korrekturen in den ferien schaffen müsste. Aber hast du dir schon mal überlegt, wie viele dieser Korrekturen auf Lehrer mit sogenannten Korrekturfächern (Englisch, Deutsch usw.) zukommen? Ich habe pro Jahr über 1000 Einzelarbeiten vorliegen (!!!!!) und dabei sind noch keine (obligatorischen) Vokabeltests oder Mappenkontrollen usw. Den Unterricht habe ich dabei auch noch nicht vorbereitet (Dilettantismus wiederum ist tödlich - die SekIIer reißen mir die Birne vom Leib). Manchmal muss man in den ferien auch einfach mal ein paar Tege wegfahren un d nichts kontrollieren usw., um die eigene Gesundheit und Leistungsfähigkeit zu erhalten - es ist echt so, ich hab das vorher auch nie geglaubt und darüber gelacht, wenn mir das jemand so voraussagte - ich hieöt dann eher die Person für wenig begabt im Organisieren oder so (Jugend ist halt überheblich, das muss auch so sein, so entsteht ja Neues). Toll an dem Job ist halt der Kontakt zu den Schülern und die Tatsache, dass man entstehender Monotonie im Arbeitsalltag entgleiten kann, wenn man einige Ideen hat und Spaß daran, sich in Neues einzuarbeiten. :0) In diesem Sinne:
Adieule

(#130) tony meinte am 20.06.2007, 12:40 dazu:
" 

Hallo,

also ich habe eure Diskussion mal überflogen, diese ist ja echt lang.

Ich überlege auch ob ich evtl Lehrer werden möchte wink

Momentan leite ich eine Informatik-AG in der Grundschule. Das macht mir eigentlich schon Spaß, auch wenn es für die Kinder auch eher Spaß ist und man kann es somit nicht direkt mit einer richtigen Unterrichtsstunde vergleichen.
Auf jeden Fall denke ich, dass das Lehrer-Dasein, speziell auf der Grundschule recht angenehm sein könnte. Und dieser Punkt ist mir wichtig, dass ich mich mit dem Beruf nicht kaputt mache (ist natürlich auch eine Einstellungssache). Ich möchte halt das Leben genießen und eine Sache machen die mir Spaß macht, sowie mir die Möglichkeit bietet zu reisen usw.

Ja. Und der Verdienst spielt ja auch eine wesentliche Rolle. Wie sieht es denn aus, wenn man Direktor an einer Grundschule ist?? (Verdienst?) Man hat doch dann sicherlich viele organ. Aufgaben, neben dem Unterricht?

Ansonsten würde ich Medieninformatik studieren, da mich dieses Gebiet auch interessiert.

Naja, ich kann mich nicht entscheiden… MfG,
Tony

Gebt mir mal einen Tip.

(#131) BK77 meinte am 20.06.2007, 13:09 dazu:
" 

@Simon
Das Vorrecht der Jugend ist die Unwissenheit. Ging mir nicht anders…

(#132) Tati meinte am 20.06.2007, 13:47 dazu:
" 

Tatsache ist, dass man erst durch den Vergleich mit Selbständigen oder Handwerkern erkennt, wie extrem wenig man als Lehrer verdient. Mein Friseur würde für denselben Stundenlohn max. 20 min arbeiten. Suchen Sie mal einen Handwerker, der bereit ist, für 20,- euro brutto pro Std. zu werken.
Solange die Mehrheit der Kollegen/innen aber so von Berufsethos geprägt ist, dass eine angemessene Bezahlung der Arbeit hintansteht, wird es nie mehr Lohn geben. Arbeitgeber geben außer Arbeit nur das, was heftigst gefordert wird. Dazu kommt, dass Lehrer leichte Manövriermasse sind, haben sie doch in der Bevölkerung ein rel. schlechtes Ansehen.

(#133) k seewald meinte am 21.06.2007, 19:29 dazu:
" 

@ simon und andrea

lieber simon, unterricht durchzuführen (ohne korrekturen, theater-ag, fortbildungen, elternnachmittage und -gespräche, klassenfahrten, etc., pp.) ist eine extrem anstrengende weil hochkonzentriert durchzuführende weil höchst komplexe angelegenheit. mit verlaub, du als schüler siehst die eine seite - quasi als fussball fan. während du vielleicht mal wegschauen kann, kann das ein lehrer in der regel nicht. ergo: nur, weil er immer die gleichen arbeitsblätter benutzt, ist er deswegen noch lange nicht faul, den unterricht ist nich an arbeitsblättern zu messen, und das lehrerdasein schon gar nicht. genau dies tut aber die öffentlichkeit: einen beliebigen, stark eingeengten aspekt aussuchen, oder zwei, oder drei (arbeitszeit, gehalt) bewerten, fertig ist das lehrerbild

und dann hätte ich noch gerne die behauptung begründet, lehrer seien keine workaholics. studien sagen, 55-60 stunden in der woche sind beim deutschen lehrern durchschnitt. mal sehen, was simon sagt, der das ja sicher genau weiß....

@ andrea

genau, du redest von förderschullehrern - da liegt, auch hier mit verlaub, die crux. gymnasiallehrer haben da ein anderes belastungsniveau. ich würde mich auch gegen freitagnachmittag wehren - das ist eine prima zeit,um ungestört zu korrigieren.
wo es nicht kontrollierte arbeitszeit gibt: meine freundin arbeitet in der versicherungsbranche, als prokuristin. die kontrolliert keiner! meinen weiter oben erwähnten airbus-freund auch nicht. der trägt seine stunden in einen stundenzettel ein, nur schaut den nie jemand an…..

(#134) Thomas meinte am 21.06.2007, 20:26 dazu:
" 

Guten Tag zusammen,

ich kann’s mir nicht verkneifen und geb auch mal meinen Senf dazu.
Wie man in den Wald hinein….

Um Missverständnisse auszuschließen oder zumindest auf ein Minimum zu reduzieren einige einleitende Bemerkungen:

1. Ich bin gern Lehrer, weil ich gerne mit Kindern und Jugendlichen zusammenarbeite und ihnen neben Wissen (ursprünglicher Auftrag) auch Hilfestellung und Orientierung (implizierter Auftrag) geben möchte.
2. Ich bin gerne Beamter, weil mir der Status “Arbeitsplatzsicherheit” gibt. Hm, nunja sagen wir mal ein sicheres Einkommen verschafft. Theoretisch kann ich ja auch durch das ganze Bundesland versetzt werden. Für diese Sicherheit bin ich gerne bereit, volle Einsatzbereitschaft zu zeigen.
3. Ich kann von dem Sold (rund 2000.-€ Netto nach Abzug der privaten Krankenversicherung) gut oder besser angemessen leben (Vosicht Definitionssache!). D. h. ich kann meine Rechnungen bezahlen, hab täglich zu essen, kann mich kleiden und habe ein Dach über dem Kopf. Um die Auslagen fürs Studium und die Lehramtsanwärterzeit wieder reinzuwirtschaften, fahre ich einach ein paar Jahre nicht in den Urlaub.


Nun zu meinem eigentlichen Kommentar:

Ja, ich bin Lehrer und ja man trifft mich unter Umständen auch mal am Nachmittag beim Einkaufen. Ja, ich kann mir meine Zeit (zumindest die Zeit ohne Klasse) einigermaßen frei einteilen und ja, ich brauche nicht die ganzen Ferien, um den Unterricht vorzubereiten. Dafür habe ich einen Anspruch auf einige Tage Urlaub, den ich (nur!) innerhalb dieser Ferienzeiten legen kann.
Ja, ich finde auch, dass es schön wäre mehr Geld zu bekommen. Ein eigenes Haus mit Garten wäre schon schön. Muss ja nicht gerade eine Villa sein. Ui, und wenn ich schon beim Träumen bin, ein neues Auto und eine Ferienwohnung und und und. Ja, ich träume davon, haben tu ich’s nicht.
Ja, auch mir unterlaufen Fehler. Fehler im Umgang mit Kindern und Eltern. Ich bin auch nur ein Mensch. Auch wenn ich mich bemühe allen gerecht zu werden, bin ich erbost, wenn ich von einer supergescheiten Mutter in den Senkel gestellt werde, weil irgendein vom Elternbeirat organisierter Termin ihr nicht rechtzeitig mitgeteilt worden ist, wobei das ganze eh nicht über mich gelaufen ist und ich der absolut falsche Ansprechpartner für die Beschwerde war. Ja, ich sehe auch Erziehungsfehler bei einigen Eltern, wobei ich oft Eltern bewundere, die auch mit widrigsten Umständen zurecht kommen. Ich gebe auch zu, dass es mir schwer fällt, gelassen mit Eltern umzugehen, die ihren Kindern sagen, sie brauchen nicht auf das Geschwätz von Lehrern zu hören. Ja, ich freue mich über Eltern die meine Arbeit wertschätzen und helfe ihnen auch gerne nach bestem Wissen in Erziehungsfragen, wenn sie um Rat fragen, wobei ich auch gerne an kompetentere Stellen verweise (Ich bin Lehrer nicht Erzieher, nicht Sozialpädagoge, nicht Therapeut, etc.).
Ja, ich neige wie die allermeisten Menschen zu Verallgemeinerungen (Macht das Leben oft einfacher. Oder man tritt voll ins Fettnäpfchen) und habe keine besonders hohe Meinung z.B. von Politikern, wobei ich davon überzeugt bin, dass es etliche gibt, die ihr Amt nach bestem Wissen und Gewissen ausführen.
Ja, ich habe für die Herausgabe einer Probearbeit schon mal sechs Wochen gebraucht, weil dieses sch… Ding irgendwo bei einer Aufräumaktion untergegenagen ist. Ja, ich bin auch manchmal von Schülern genervt, wenn sie ihre Hausaufgaben nicht machen oder sich wegen Kleinigkeiten in die Wolle bekommen oder wiederholt den selben Mist machen. Ja, ich habe mich auch geärgert, dass ich das Arbeitszimmer nicht mehr von der Steuer absetzen kann. Inzwischen habe ich mich damit abgefunden und meine Konsequenzen gezogen. Gearbeitet wird nur noch in der Schule und nur in dringenden Ausnahmen zu Hause. Ja, dafür habe ich meine Arbeitsmaterialien in die Schule gebracht, inklusive der Kisten aus dem Keller, in denen Material für die anderen Jahrgangsstufen gelagert ist, das gerade nicht gebraucht und somit auch nicht jetzt ausgepackt wird. Ja, ich bin mir auch bewusst, dass ich mir das fast nur als Single erlauben kann, weil ich keine Familie zu Hause herumsitzen habe und Mittags keine Kinder bekochen muss. Liebe Gesellschaft, ein erheblicher Teil der Lehrerschaft hat nur Teilzeit und hat ein Anrecht darauf, die nichtbezahlte Zeit frei zu haben.
Ja, ich habe das Gefühl, dass ich als Lehrer kein gutes Ansehen in der Gesellschaft habe. Auch Freunde und Verwandte haben schlechte Erfahrungen in der Schule gemacht und haben zum Teil ein schlechtes Bild von Lehrern. Und absolut ja, ich freue mich über aufmunternde Worte und Anerkennung. Ich bin Leher, ich bin es gerne, ich bin ein Mensch.

In diesem Sinne verlangt es mich, wie jeden anderen Menschen und wie von vielen Eltern für sich und ihre Kinder gefordert, nach Respekt und Anerkennung, ob ich nun viel oder wenig verdiene.

MfG
Thomas

(#135) Kadda meinte am 23.06.2007, 1:29 dazu:
" 

Hallo,

ich bin 19 Jahre alt und interessiere mich für den Beruf Lehrer. Eigentlich ist es sogar das Einzige was ich mir wirklich zutraue xD

Nun war ich in der Studienberatung und der Professor meinte, dass sich eben vieles ändern würde.
Er sprach von 2 Jahres Verträgen und das alle nur noch Angestellte würden. Jetzt habe ich hier ein paar mal gelesen, das Angestellte wohl doch einiges weniger verdienen und die Nachteile einer 2 Jahres Anstellung lassen sich auch leicht ausrechnen: Alle 2 Jahre arbeitlos, keine Privatversicherung mehr, das man 3 Jahre seinen Job sicher gestellt kriegt im Schwangerschaftsfall usw.
Da hier anscheinend einige Lehrer sind, wollt ich euch mal fragen, ob ihr was von diesen Änderungen wisst und ob ihr heute diesen Beruf noch empfehlen würdet?! Schließlich ist so ein Studium mittlerweile sehr teuer geworden (Bafög, Studienbeitragsdarlehen wollen auch irgendwann abbezahlt werden >.<)

P.S. : Lehrer ist sicherlich kein leichter “Halbtagsjob”, das ist mir sogar kurz nach dem Abitur schon klar xD

Bitte um Antwort ^^

(#136) Stine meinte am 23.06.2007, 14:30 dazu:
" 

PS: Ich kann den Job trotz allem empfehlen, auch wenn die Reputation in der Öffentlichkeit (immer noch) nicht gut ist. Wenn man nun allerdings in erster Linie gut verdienen will, sollte man natürlich einen anderen Job anstreben, die Aufstiegschanchen sind zudem auch recht gering.
Read you! raspberry

(#137) Wi-Master meinte am 26.06.2007, 14:59 dazu:
" 

@ Kadda

hängt alles von den Bundesländern ab. Ba-Wü wird wohl weiter verbeamten. aber dennoch sollte man sich die Berufswahl überlegen. dieses jahr werden viele aus dem Vorbereitungsdienst nicht übernommen, die Schülerzahlen, v.a. an Grundschulen und Hauptschulen werden wohl sinken und damit der Bedarf an Lehrerinnen und Lehrern. Und wenn man nach dieser Ausbildung auf der Straße steht kann es einem eigentlich egal sein, wie viel man verdienen würde. die chancen hängen aber von der Richtung und den Fächern ab. Da sollte man sich vorher genau erkundigen.

Ansonsten: wenn man drin ist ist der Beruf super.

(#138) Kadda meinte am 28.06.2007, 3:59 dazu:
" 

@ Wi- Master

Wo kann ich denn erfahren, welche Bundesländer welche Regelungen haben oder ändern werden?
Das Erkundigen fällt nämlich wirklich schwer.

Nunja die Geburtenrate sinkt ja angeblich schon seit 20 Jahren, theoretisch dürften bald garkeine Kinder mehr dasein :D Nein im Ernst, ich denke, dass der Beruf Lehrer immer Zukunft hat, da es immer Kinder geben wird (die Frage ist nur ob jeder Lehrer unter kommen wird?!). Aber da die ganzen Beamten nicht gekündigt kriegen können, wird es in ein paar Jahren sehr viele freie Stellen geben, weil es sehr viele alte Lehrer gibt (Informationsquelle außerhalb meiner Überlegung : Arbeitsamt und Studienblättchen). Das fängt die Geburtenschwäche wohl hoffentlich auf.

(unter andrem @ stine)

Und es ging mir nicht nur um die Höhe des Einkommens (ich bin nicht geldgeil oder so xD), nur ob man dann noch gut von leben kann (oben schrieb jemand was von 900 euro?! - lohnt sich da ein Studium mit den daraus reslutierenden Kosten bezogen auf Darlehen und Bafög?), sondern auch um die Sicherheit in dem Beruf, der wohl in Zukunft im Angestelltenverhältnis sein wird (Kündigung möglich - alle 2 Jahre läuft der Vertrag aus)?!

(#139) Stine meinte am 28.06.2007, 18:35 dazu:
" 

@ Kadda

Ja, ich denke, ein Studium lohnt. Allerdings wird sich im Bereich Schule einiges (ggf. zu Schlechteren) verändern (s.o.). Dies ist allein schon durch die Änderung der Abschlussmöglichkeiten (BA MA) auch in Beziehung auf die Bezahlung durchaus nicht unwahrscheinlich.
Trotzdem: Bezahlung ok und wenn man gern mit Menschen zu tun hat und selbstsicher ist, ist es der richtige Job - wohl gibt es auch “Eignungstests” im net, ich selbst hab danach aber noch nicht gesucht. Regelungen der Bundesländer musst du dir sicher ebenso aus dem Netz holen (Kultusministerium des Bundeslandes) oder telefonisch bei den Schulämtern oder Landesschulbehörden erfragen.

Gruß Stine smile

(#140) Wi-Master meinte am 03.07.2007, 12:08 dazu:
" 

@ Kadda
Informationen könnte man auch von der Gewerkschaft oder den Verbänden bekommen, v.a. hinsichtlich der weiteren Verbeamtung in den Bundesländern.
Zwar wird es immer Kinder geben und daher auch immer Lehrer. die Frage ist aber, wie viele wo zu welchen Bedingungen. die Hoffnung, dass alle frei werdenden Lehrerstellen wieder besetzt werden, hätt eich nicht. Daher hast Du schon recht, wenn Du sagst, dass die Frage ist, ob man eine Stelle bekommt. Wenn man eine hat, kann es einem natürlich relativ egal sein, wie es den anderen geht. Wenn man keine hat, hilft es nichts zu wissen, dass 50% eine bekommen haben. Und dann ist die frage, ob man mit dem Studium sinnvoll etwas anderes machen kann.
zum Verdienst: um einmal nicht kryptisch z sein: Ich verdiene 2500 Euro netto im Monat, das sind 30.000 Euro netto im Jahr. Bei Angestellten entspricht dies cy. 55.000 Euro brutto. Ob das nach Studium, 2 Jahren referendariat udn 6 Jahren Tätigkeit im Beruf viel oder wenig ist, kannst du Dir selbst beantworten. Das “Problem” ist, dass es kaum mehr wird, das Schöne ist, dass es schon zu Beginn nicht viel weniger war.

(#141) Annawasser meinte am 08.07.2007, 2:42 dazu:
" 

Ich finde es trotz meiner Lust an diesem Beruf wichtig, für meine Arbeit und meinen persönlichen Einsatz zumindest ansatzweise fair bezahlt zu werden. Nur - was ist fair?
Ich arbeite mit vollem Stundendeputat (was das Minimum ist wie bei allen) an einer Privatschule im Land Brandenburg, denn das Land Berlin, in dem ich wohne, konnte mich trotz exzellenter Noten usw. weder einstellen noch bezahlen. Ich verdiene an diese Privatschule etwa 1530 Euro netto.
Trotz meines Vergnügens an meiner Tätigkeit habe ich doch Anflüge von Bitterkeit, wenn ich sehe, was Beamte verdienen.

(#142) rufus meinte am 08.07.2007, 18:06 dazu:
" 

Nicht ganz zum Thema, aber ein weiteres Highlight zum Thema: unterschiedliche Behandlung von Angestellten und Beamten in NRW. Für den Auslandsschuldienst dürfen sich nur noch Beamte-West, Beamte-Ost und Angestellte-Ost bewerben. Angestellte-West werden nicht entsandt und können sich nicht bewerben. Grund: Man will/kann die Sozialabgaben für die Angestellten nicht zahlen. Es wurde bereits geklagt, aber die Klage wurde abgewiesen. Wer Lust hat, kann sich mal die Besoldungstabelle beim BVA-ZfA anschauen, noch interessanter, die “Gefahrenzulage” für Beamte. Fazit: Beamte sind mehr wert und der Beamtenstatus wird von seiten des BVA-ZfA als “Qualifizierung” gesehen.
2. Die Unterschiede in der Bezahlung hat auch die SCHaLL vor Jahren schon festgestellt: Reaktion? Als den Beamten das Weihnachtsgeld gekürzt wurde konnte man in der GEW-Postille die Forderung lesen: “Gleicher Lohn für gleiche Arbeit”  - ebenso “die Gleichstellung von Beamten und Angestellten ist de fakto erreicht”.
Wann gehen die Angestellten endlich auf die Barrikaden?

(#143) Kadda meinte am 08.07.2007, 18:21 dazu:
" 

Nunja so wie ich das verstanden hab, hat es sich mit den Beamten ja eh bald erledigt und alle bekommen nur noch Angestelltengehalt. Da ich noch nicht soweit bin, irgendwo angestellt zu werden, ist es für mich irgendwie ärgerlich, dass man nicht mehr Beamter werden kann, aber so Lehrern wie Annawasser gegenüber ist es wohl sicherlich gerechter, wenn alle überwiegend gleich (weniger) verdienen

(#144) Yvo meinte am 08.07.2007, 22:31 dazu:
" 

Vielleicht liegt es daran, dass ich im OSTEN den Kindern immer noch ein falsches DEUTSCH beibringe, aber mit diesen Gehältern kann ich nicht mithalten…Auszahlbetrag an einer staatl. Schule (Netto) monatl. 1399,-€, nach 18 Dienstjahren und ich unterrichte Deutsch, Englisch, Sachkunde, Mathematik, Sport und eine Verbeamtung ist nie wirklich vorgesehen!

(#145) Saskia meinte am 09.07.2007, 2:45 dazu:
" 

Ich staune immer wieder, was für Fragen ich hier lese. Seid Ihr alle nicht zur Schule gegangen, dass Ihr wirklich glaubt, die Lehrerarbeitzeit beschränkt sich auf 45 min zwischen zwei Klingelzeichen? Und im Zeitalter des www könnt Ihr alle erforderlichen Infos (Studienangebote, Fächerkombinationen, Verdienstmöglichkeiten, Einstufungen, Versicherungen etc.) leicht googeln (hierher habt Ihr doch auch gefunden!). Jedes Bundesland und die entsprechende Gewerkschaft hält Infos online bereit. Außerdem gibt es Telefone, Ministerien und Interessenvertretungen mit ihren Büros… Viel Spaß & Erfolg!
P.S. Vielleicht ist es aber auch nur die Erfahrung mit ziemlich unmotivierten Lehrern gewesen…
P.P.S. Klasse, wie sich hier eine Gesellschaft selbst auseinander nimmt. Jeder Politiker reibt sich die Hände, Stichwort “Sozialneid”. Dieses “meine Arbeit ist wichtiger als deine, aber mir geht`s dabei noch schlechter” ist doch genau das, was gewollt ist! Die Frage von uns allen sollte sein: Wie kann man Soziales, egal, ob Bildung, Gesundheit, Pflege o.ä. eigentlich nach Gewinn/Verlust berechnen? Da sollten wir uns eigentlich einig sein!

(#146) Christoph meinte am 09.07.2007, 14:27 dazu:
" 

Ich bin In der Unterhaltungskunst seit 25 Jahren tätig und ein sogenannter B-Promi.Bediene ca 12 Termine pro Monat und verdiene im Durchschnitt 40000 Euro—monatlich.Habe meistens Freude an meiner
Arbeit!!! Meine Frau ist Lehrerin an einer Real-schule und unterrichtet zwei Hauptfächer.Bei voller Tätigkeit würde sie ca 2.600 Eu netto verdienen.

Worüber reden wir hier eigentlich?

Mein Vorschlag:
1. Jeder studierte Lehrer erhält ein Grundgehalt von 5000,Euro
2. Lehrer in Haupt-und Prüfungsfächern bekommen entsprechende Zuschläge,
3. Lehrer,die Klassen mit mehr als 40% Schüler mit Migrationshintergrund unterrichten müssenerhalten gestaffelte Erschwerniszuschläge,
4. Weitere Zuschläge werden nach vollbrachten Arbeitszeitjahren gezahlt
5. ganz wichtig!!!—es erfolgt eine einheitliche Regelung für ganz Deutschland-Lehrer werden Bundesbedienstete,damit diese elende Kleinstaaterei endlich verschwindet!!!
Diese Vorschläge erfordern grundlegendes politisches Umdenken und Handeln.
Der Berufsstand des Lehrers muß sich in die obere Mittelklasse verschieben und aus den Prügelknaben der Nation werden hoffentlich wieder angesehene Bürger dieses Landes,die man mit Ehrfurcht Anstand
und Höflichkeit behandelt.
Wir leben in einer stark materiell geprägten Welt. Die Medien tun das Übrige dazu.So sollte der Lehrer nicht unbedingt mit dem VW-Jetta Bj.1992 vorfahren und in der ausgebeulten 8-Jahre alten Cordhose vor der Klasse stehen.Um das zu ändern braucht er mehr Geld und eine sich verändernde innere Haltung.Man sollte auch an der Kleidung den Unterschied zwischen Lehrer und Schüler erkennen.
Also hört auf euch gegenseitig zu zerfleischen,stellt eure berechtigten Forderungen und zwingt die Politiker ernsthaft über die Rolle des Lehrers in dieser Gesellschaft nachzudenken und Entscheidungen zu fällen oder???
werdet Unterhaltungskünstler.

(#147) Musicante meinte am 09.07.2007, 14:49 dazu:
" 

Bei der ganzen Diskussion kann ich nur mein Votum aeussern: nur staatsobrigkeitliche Kontrollnationen (Klartext: Diktaturen) benoetigen Beamte als Lehrer, die naemlich ihrem Dienstherrn zu unbedingtem Gehorsam verpflichtet sind.
Ich bin seit 15 Jahren fuer die Abschaffung des Beamtenstatus fuer Lehrer, fuer die Einrichtung eines wirklich freien Arbeitsmarktes fuer Lehrer und professioneller Rekrutierungs- und Einstellungsverfahren fuer Lehrer.
(Ich weiss zahlreiche Schulleiter auf meiner Seite, die es anoedet, abgebrannte Beamte in ihre Schule versetzt zu bekommen, obwohl sie vom freien Arbeitsmarkt tolle, qualifizierte, motivierte (teilweise auch schon 50-jaehrige und Aeltere!) Lehrer zur Auswahl haetten.
Will Deutschland seinen PISA-Status verbessern, gehoert ein freier Wettbewerb auf dem Lehrerarbeitsmarkt unbedingt dazu. Und dazu gehoert auch, dass die Gehaelter zumindest ein Stueck weit mit ausserschulischen Berufsfeldern konkurrieren koennen. - Das koennen sie naemlich zumindest fuer Angestellte nicht mehr!

(#148) BK77 meinte am 09.07.2007, 16:45 dazu:
" 

@Musicante

Was soll denn bitte das Abschneiden bei PISA mit dem Beamtentum zu tun haben? Ich wohl selten eine schwachsinnigere Aussage gehört…

(#149) weihnachtsfan meinte am 10.07.2007, 2:48 dazu:
" 

Hi, ich bin zum ersten Mal hier auf dieser Seite und weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll.

Mein erster Gedanke bei vielen Kommentaren - AUA, AUA, AUA - tüpisch Leerer.

Wir haben es leider alle nicht leicht, sollten aber doch dankbar sein, dass es uns noch so gut geht - trotz allem Gemecker und Einschränkungen usw.

Mein zweiter Gedanke war: DANKE, Thomas!
Du hast mir in vielem aus der Seele gesprochen.

Lasst uns doch lernen, mit den widrigen Umständen des Lebens umzugehen und zwar so, dass es uns etwas bringt, naja, zumindest allen Beteiligten.

Ja, ich bin ein engagierter Lehrer und ich finde die Ferien klasse.Ganz einfach deshalb, weil ich sie dringend zum Erholen brauche. Das Schieben und Ziehen und Schubsen von teilweise sehr unwilligen, weil frustrierten Schüler kostet Kraft, verdammt viel Kraft. Aber für jeden Einzelnen, der es dann auf den richtigen Weg geschafft hat, lohnt es sich - wird aus ihm doch eine Stütze unserer Gesellschaft.

Von mir aus kann die Ferienzeit reduziert werden -  sie liegen in der Regel nie so, wie ich sie zum Erholen brauche. Zwischendurch zwei oder drei Tage oder manchmal ein verlängertes Wochenende zum Ausspannen wäre schon super. Dafür reduzieren? Gerne - bei freier Wahl von fünf Tagen oder so.

Ich habe auch nichts gegen eine gute Organisation der eigenen Arbeit. Das heißt, ich muss nicht für jede Klasse und in jeder Stunde sieben unterschiedliche Arbeitsbögen anfertigen. Das schaffe ich gar nicht, obwohl es die Anforderungen sind. Bei mir müssen die Schüler arbeiten - es gibt wenig Arbeitsbögen, dafür mehr Tafelanschriebe. Um falschen Vorstellungen zuvor zu kommen: Die notwendigen Informationen suche ich mir aus mehreren Büchern oder ABs, fasse sie schülergerecht zusammen und differenziere (hier ist das Schlagwort Nr. 1) durch unterschiedliche Aufgabenstellung und Bewertung.

Ja, ich finde auch das Beamtentum klasse. Ganz einfach deshalb, weil es SICHERHEIT bedeutet. Wer wünscht sich das nicht?! Mal ganz ehrlich!

Kolleginnen von mir warten in Schleswig-Holstein (wir bekommen Freitag Ferien - JUBEL!) seit teilweise Jahren auf eine feste Anstellung. Eine Kollegin zieht seit 15 Jahren für manchmal nur sechs Monate um. Sie kommt aus den neuen Bundesländern und kriegt keine feste, dauerhafte Anstellung. Befristete Verträge bis 30.5. (selbstverständlich ist sie Klassenleitung einer 5.!), dann Verlängerung bis Mitte Juni (puh) und nun doch bis zu den Sommerferien. Wie es danach weiter geht, weiß sie noch nicht. Ein Einzelfall? Dann ist unsere Schule die Sammelstelle für Einzelfälle, hier gibt es nämlich mehrere davon. Sie leistet supergute Arbeit und hat NICHTS davon. Jeder, der seine Arbeitsstelle gewechselt hat, weiß, dass es doch einige Zeit dauert, bis man sich eingelebt und eingearbeitet hat. Die Kollegin darf gehen - oder auch nicht - oder doch - man weiß es nicht.

Es gibt viele Dinge, über die man sich aufregen kann, weil sie subjektiv ungerecht sind - fragt mal einen Schüler, der beim Quasseln erwischt wurde und sein Nachbar nicht! Momententscheidungen eines Lehrers - ungerecht? Vielleicht. Menschlich? Gott sei Dank!

Bevor ich jetzt ins Tausendste komme….

Lasst uns daran denken(bin kein Theologe):
Ein Lehrer ist jemand, der ein Leben berührt! (Im Guten wie im Schlechten) ABER: Auch eine Mutter ist jemand, der ein Leben berührt! (  )

Liebes Grüßchen,
weihnachtsfan

(#150) Carsten K. meinte am 10.07.2007, 10:53 dazu:
" 

Lehrer, lange Arbeitszeiten? Eine Mär die durch häufiges wiederholen nicht richtiger wird. Ein verbeamteter LererIn, der sein Referendariat (Zeit des Einschwörens, das Lehrersein der härteste Job der Welt sei) hinter sich hat, geniesst ca. 12 Wochen Urlaub im Jahr, genannt Ferien. Also ich arbeite in den Ferien nicht und das tun die Jammerkollegen auch nicht… Also als Lehrer über sein Gehalt zu mosern ist schamlos.

(#151) BK77 meinte am 10.07.2007, 14:58 dazu:
" 

@Carsten K.

Netter Versuch, mein Gutster. Du willst ein richtiger Lehrer sein? Das glaubt Dir bei dieser Aussage niemand. 17-jährige “Nachhilfelehrer” zählen übrigens nicht…

(#152) Kadda meinte am 10.07.2007, 18:23 dazu:
" 

Ich kenne genug Lehrer, die die Ferien zum größten Teil noch arbeiten müssen. Also die kleinen Ferien. Sommerferien nimmt sich wohl jeder mal Zeit für sich

(#153) weihnachtsfan meinte am 11.07.2007, 1:05 dazu:
" 

Na, ich finde schon, dass man sich aufregen darf - auch über sein Gehalt. Auch darüber, in den Ferien arbeiten zu müssen. Passiert mir auch ständig, doch ich werde immer besser und strukturierter, so dass ich doch den größten Teil der Ferien mit FERIEN und Urlaub und Erholung verbringen kann. Allerdings “passiert” es dann einfach so zwischendurch beim Einkaufen, Schwimmen oder sonstwo…. die kleine Frage: “Ist das nicht auch was für meine Schüler?!” Und wenn es sich nur um einen eigenen Museumsbesuch handelt, wo Ideen für eine Rallaye (das Wort konnte ich noch nie schreiben, sieht auch irgendwie falsch aus) geklaut werden.
Lehrer ist mit Sicherheit einer der stressigsten Berufe der Welt und es wäre sicher ein Fortschritt, wenn wir alle Supervision und Yoga oder Autogenes Training hätten, damit wir lernen, die Arbeit im Kopf (Schülerprobleme, Elternprobleme, vom direkten inhaltlichen Unterricht unabhängige Schwierigkeiten) abzustellen. Das würde sicher mehr Ruhe reinbringen und zumindest den Eindruck erwecken, nicht unterbezahlt sondern angemessen entlohnt zu werden.
Für die mannigfaltigen Problemebenen sind wir nirgendswo ausgebildet worden - zumindest ich nicht. Plötzlich muss ich Gutachten über Kinder schreiben, die ich seit vier Wochen “kenne” und stelle so die Weichen für ihre Zukunft, ohne darauf vorbereitet zu sein. Abgesehen mal von diesen dämlichen Anträgen, die kein Mensch versteht und einen als permanent Unwissenden hinstellt.
Auch auf die Elterngespräche ist niemand wirklich vorbereitet. Schon gar nicht darauf, jedes Telefonat und mehr als “Guten Tag und guten Weg” als Gesprächsprototkoll festzuhalten, falls die Eltern irgendwann einmal Schwierigkeiten beim Zeugnis oder sonstwie machen. Immer schön mit Datum “am 12.4. habe ich Frau H. darauf hingewiesen, dass ihre Tochter S. mit dieser Arbeitshaltung den Abschluss nicht schaffen wird. Das Kind braucht häusliche Unterstützung blablabla….”. Das alles kostet Zeit und Nerven und dient der Sicherheit und dem Erschaffen von Papierbergen für den Notfall.
Aber nichts desto trotz ist es ein toller Beruf und wenn ich auch stöhne und ächze und genervt und geschlaucht bin, möchte ich ihn doch nicht missen. Na, wie dem auch sei: euch allen schöne Ferien, genießt die Zeit in vollen Zügen, lasst die Seele baumeln und tankt Kraft für die Zukunft - das nächste Schuljahr kommt bestimmt!

(#154) Mark meinte am 25.07.2007, 4:41 dazu:
" 

Es ist unglaublich. Das tyische Bild der Lehrer. Sehr schlecht bezahlt, mehr Arbeit als alle anderen Berufstätigen. Lehrer müssten 45 Stunden arbeiten um den zusätzlichen Urlaub aufzuarbeiten. Und natürlich kann man sich die Ferien nicht nehmen wie man möchte, aber dafür hat man einen sicheren Job, alles kann man nicht haben, so ist es nunmal im Leben. Aber Lehrer fühlen sich immer im Recht. Ich könnte genügend Beispiele nennen, da ich sowohl während meiner Ausbildung bei der Bank als auch jetzt als Steuerberater ständig mit Lehrern zu tun habe.

Aber ich stimme 100&#xig; zu, dass alle Lehrer gleich bezahlt werden. Und wenn Lehrer soviel arbeiten, dann sollten arbeitsplätze in den schulen eingerichtet werden (Lehrerzimmer bspw., andere müssen auch mit mehreren in einem Büro arbeiten) und jeder arbeitet seine 38 Stunden die Woche. Ich wär gespannt, was die Lehrer sagen, wenn sie nicht mehr von zuhause arbeiten dürfen. Freie Zeiteinteilung am nachmittag, ein unbezahlbarer Luxus. Das wissen die meisten nicht zu schätzen. Immer nur das negative sehen und Vorteile haben wollen. Eine weltfremde Sicht der Lehrer, die sich leider durch einen Grossteil edendieser Berufsgruppe zieht.

P.S. weiter oben hat jemand (Helmut Nov. 2006) geschrieben, dass er bis 45 seinen Studienkredit abbezahlt. Grosszügig gerechnet: 5 jahre * 12 Monate * 585 EUR (Höchstsatz) = 35100 EUR. Davon kann man als Student durchaus leben und das hiesse, dass du nebenbei nicht gearbeitet hast. Die Hälfte muss man zurückzahlen. das sind 17550. Macht bei 105 EUR Zuzahlung 10,5 Jahre Rückzahlung. Plus 5 Jahre Wartezeit macht das 15,5 Jahre. Also hast du erst ca. mit 30 dein Studium beendet und nie nebenbei gearbeitet hast um Geld zu sparen, was eine vorzeitige Rückzahlung zumindest teilweise ermöglicht hätte. Ein weiteres Beispiel einer typischen Lehrerbeschwerde.

(#155) BK77 meinte am 25.07.2007, 20:34 dazu:
" 

@Mark
Ja, es wäre wünschenswert, wenn es Arbeitsplätze in der Schule für uns Lehrer geben würde. Dann würden die Nachbarn nämlich sehen, dass wir morgens um 7 aus dem Haus gehen und abends um 8 oder später nach hause kommen und das Lästern über die Arbeitszeiten hätte ein Ende. Nur läßt sich natürlich im Lehrerzimmer nicht arbeiten. Nichts gegen Großraumbüros, aber arbeite mal an einem normalen Tisch, auf dem Du einen halbem m2 Platz hast, keinen Rechner und keine Materialien und das ganze auf einem Holzstuhl…
Wenn die Bedingungen stimmen, hätte ich nichts dagegen einzuwenden, nur fehlt für sowas die Kohle. Daher ist die Nichtabsetzbarkeit des heimischen Arbeitszimmers ja so eine Farce.

(#156) Helmut meinte am 26.07.2007, 0:14 dazu:
" 

@Mark
Wenn ich so sehr keine Ahnung hätte, würde ich meine Dummheit nicht auch noch in die große weite Welt rausposaunen:
1. In meiner jetzigen Schule stünden jeder Lehrkraft 0,8qm Arbeitsfläche bei selbst bezahltem Arbeitsmaterial und selbst bezahlter Fachliteratur zur Verfügung. Als Steuerberater solltest Du wissen, dass niemand -weder Politik noch Justiz- das Lehrerzimmer als adaequaten Arbeitsplatz zur Vorbereitung ansieht. Insofern disqualifiziert sich alleine diese Äußerung schon und verbietet auch nur ansatzweise eine Diskussion über Dein “Berufsbild” des Lehrers.
2. Solltest Du Dich jedoch auch gegenüber Deinen Kunden so uninformiert zeigen wie hier Deiner Förderungsrechnung, dann gute Nacht:
Wir bewegen uns noch in DM-Zeiten, zwischen dem BaföG als Vollzuschuss und dem als Halbzuschuss mit Rückzahlungsdeckelung gab es eine Zeit ohne Deckelung und ohne Zuschusscharakter, in der die komplette Summe zurückgezahlt werden musste bzw. muss. Ich habe also weder bis 30 studiert noch bezüglich meiner Arbeit -wie Du unterstellst- gelogen, sondern zahle jeden Cent meiner Förderung zurück, bis zu dem von mir genannten Alter. Nebenbei bemerkt stimmen weder Deine Angaben zu Höchstfördersätzen noch zur Förderungsdauer in Deinen so selbstsicheren Ausführungen.
Eine “typische” Lehrerbeschwerde führe ich hier also nur über Deine Ahnungslosigkeit (würde ich meinen Unterricht so vorbereiten wie Du uninformierter Lehrerhasser beispielsweise Deine “großzügige” Rechnung…..) und Deine unverschämte Selbstverständlichkeit, mit der Du mich mehr oder weniger offen einen Lügner nennst.
Also versprüh Deinen Müll woanders, es gibt genügend Stammtische mit dankbarem Publikum für Leute wie Dich…

(#157) Maria meinte am 26.07.2007, 21:29 dazu:
" 

Hallo Leute, ich bin 17 Jahre alt, weiblich, besuche ein Gymnasium, werde mein abitur vorraussichtlich in 2 jahren erhalten und weiß nicht so recht was ich später machen möchte.

Irgendwie ist mir dann die Idee gekommen danach für 1 jahr zur bundeswehr zu gehen, weil es mir glaube ich echt spaß machen würde.

Aber wenn ich das alles hinter mir haben werde, will ich auch studieren…
ABER WAS???

Lehrer wollte ich auch werden aber wenn ich hier sehe wie unglücklich mache teilweise mit dem beruf sind vergeht mir dieser berufswunsch sehr sehr schnell!!!

Vielleicht könnt ihr mir ja helfen und ein paar tipps geben was ich studieren soll(und somit auch später beruflich machen soll).

Also ich muss sagen dass ich
1. Eine geregelte Arbeitszeit haben will (z.B von 7 bis 16 Uhr), da ich später auch noch eine Familie haben will und dieser die Zeit vom Nachmittag bis zum Abend zukommen lassen will (natürlich auch meinem MANN, den ich haben werde)

2. Ich würde sehr gerne in einem Büro arbeiten…mit PC, Schreibtisch, Telefon…

3. Ich rede sehr gerne und SEHR VIEL!!!
——>sowohl kunden als auch kollegen alles soll vorhanden sein

4. meine vorlieben: Mathe

5. weiterhin würde ich gerne gute aufstiegsmöglichkeiten/einstiegsmöglichkeiten(nach schwangerschaft…) haben und eine angemessene bezahlung

BITTE GEBT MIR MAL PAAR TIPPS!!!!!!!!

(#158) Soeben meinte am 27.07.2007, 3:20 dazu:
" 

Ich bin aufgebracht. Sowas von verärgert.
Nein, ich bin kein Lehrer, ich bin eine Mutter, und trotzdem bin ich aufgebracht. Ich bin Mutter seit 19 Jahren, hab mich noch nie mit einem Lehrer gestritten, hatte schlimmstenfalls Meinungsverschiedenheiten, die aber nie ausarteten. Ich respektiere Lehrer jeder Schule, so wie ich halt alle Menschen respektiere, wenn ich den Eindruck habe, dass sie es gut meinen, egal in welcher Hinsicht. Wenn ich aber Menschen begegne, die so voller Hass sind oder Wut oder Gleichgültigkeit oder Egoismus, dann hab ich ein Problem. So viel wolte ich nur von mir erzählen, bevor ich schreibe, was ich erlebt habe. Und wenn ich es erzählt habe, würde ich Euch Lehrer bitten, mir zu erklären, wie es so weit kommen kann:
Ich war eingeladen auf eine Hochzeitsfeier eines bekannten Paares. Sie sind beide Lehrer, und es waren dort verständlicherweise viele Lehrer. Bei einer feuchtfröhlichen Runde mit ein paar dieser Lehrer (von einer Schule, die auch mein Sohn besucht) wurden dann ein paar davon ausfällig. Sie erzählten vom vergangenen Jahr, davon, wie schlimm die einzelnen Klassen waren, da gab es wohl ein paar Klassen, die schon ein bestimmtes Codewort besaßen, d.h. wenn man von ihnen sprach, hieß es nur noch - zum Beispiel “Die Wildschweine”. Das war für Außenstehende natürlich nicht einzusehen, aber in diesem Gespräch - eine sehr ... mehr feucht als fröhliche… Runde kam einiges hoch. Eine mit mir gut befreundete Lehrerin - Klassleiterin einer
10 A sagte ganz klar: “Die sind echt zum Kotzen”
Ein anderer Lehrer sagte: “Naja, jetzt kannst du dich ja 6 Wochen erholen!” Darauf sagte sie: “Was heißt da erholen! Jetzt flieg ich für zwei Wochen nach Tunesien, aber wenn ich heimkomm, muss ich gleich mal die ganze Wäsche waschen, und dann muss ich meine Wohnung renovieren, das dauert mindestens eine Woche. Dann sind die Ferien schon wieder fast um und ich hab nur noch drei Wochen, um Urlaub zu machen.”
Das ist Tatsache, so sagte sie es, und ich hab fast einen Bauchkrampf bekommen.
Ein wenig später erzählten sie so durcheinander von ihrem Leid als Lehrer. Da haben sie z.B. Sportwoche, einmal im Jahr. D.h., sie fahren mit einer oberen Klasse eine Woche in ein Sportgebiet, in dieser Zeit machen die Schüler sportliche Aktivitäten, z.B. Fussball, Handball, Volleyball, Fahrradtouren. Dafür sind extra Trainer angeheuert ,die dafür zuständig sind. Die Schüler müssen antreten, wenn sie ihren Termin haben und sind sozusagen den ganzen Tag eingespannt, kommen abends heim, essen dann kollektiv und haben dann Freizeit.
So haben die Lehrer das erzählt. Ich hab dann gefragt, wass die Lehrer denn da machen müssen. Sie waren wohl alle schon etwas beschwipst, deshalb gingen ihnen auch die Worte so leicht über die Lippen…. Sie schimpften durcheinander:
“Ich hab beim letzen Mal echt nicht viel machen können, es hat dauernd geregnet. War die meiste Zeit am Laptop, ging ins Kino oder hab Ferngesehen.”
“Naja ich hatte Glück, hatte Traumwetter, war jeden Tag am Badestrand, hatte gelesen, bin geschwommen und gepaddelt und hab gechillt.!”
Auf die Frage, ob sie sich denn nicht um die Kinder hätten kümmern müssen, sagte einer: “Die sind ja schon so groß, und da sind schließlich die Sporttrainer dafür verantwortlich, weil die sind ja den ganzen Tag mit ihnen zusammen. Und abends sind sie eh erst so spät zurückgekommen und waren größtenteils betrunken,da haben wir so getan als hätten wir sie nicht bemerkt. Denn wenn wir drauf reagiert hätten, dann hätten wir Disziplinarstrafen verhängen müssen, und auf den Stress kann man echt verzichten!”
Ich hätte noch ein paar sehr detaillierte Geschichten zu erzählen, aber ich denke, das ist schon schlimm genug. Jetzt frag ich euch, liebe Lerher, was sagt Ihr dazu, wie findet ihr das? Ich als Mutter finde es entsetzlich und ich hab absolut kein Vertrauen in - DIESE - Lehrer, ich bin so enttäuscht und traurig.
Wie soll man da noch ein gutes Gefühl haben, wenn man seine Kinder zur Schule schickt? Und was sollen die Kinder denken? Was würden sie denken oder empfinden, wenn sie wüssten, dass LehrerInnen so über ihre Schüler reden?
Das- ja nur das - ist ZUM KOTZEN!!!!!
Bin gespannt auf Eure Antworten.

(#159) Mark meinte am 31.07.2007, 2:59 dazu:
" 

@Helmut:

Ich danke dir für diese Antwort. Eine so unverschämte Antwort entledigt sich eigentlich jeglichen Kommentars. Ich habe schliesslich auch nicht von Dummheit deinerseits gesprochen. Da ich dich nicht kenne, kann ich mir keine Urteil erlauben, aber mir nach diesen Ausführungen eine nicht-öffentliche Meinung bilden.

Auch wenn dein Kommentar die Zeit einer Antwort nicht rechtfertigt, nehme ich mir diese dennoch:

zu 1) ich habe davon gesprochen, dass diese Situation wünschenswert wäre (Konjunktiv). Anstatt wiederum über alles zu schimpfen, denk mal über die positiven Aspekte nach. Diese Zeiteinteilung kann sich nicht jeder erlauben.
zu 2) Ich habe leider keinen Mandanten ( werden nicht Kunden genannt), die diese Art von BAFÖG erhalten haben. Ich werde mich darüber nicht weiter informieren. Auch wenn es unvorsichtig ist, nehme ich deine Aussage als wahr hin und entschuldige mich für die falsche Aussage. Die Angaben zum BAFÖG stimmen. Bspw. kannst du “Höchstsatz BAFÖG” bei google eingeben und du kommst schnell auf die 585 EUR. Höchstförderungsdauer ist die Regelstudienzeit (§15a BAFÖG) plus max. 12 Monate (§15 Abs. 2 BAFÖG). Rückzahlung 315 vierteljährlich, was den 105 EUR p. M. entspricht. Heutzutage ist die Rückzahlung auf 10.000 begrenzt. Sonderregelungen gibt es selbstverständlich auch.

Und somit hast du wieder einmal meine Meinung bestätigt. Ohne Ahnung von der Marterie zu haben meinst du meine Angaben seien falsch. Widerleg es ansonsten bitte schon genauer und stell nicht einfach Behauptungen auf!

(#160) Helmut meinte am 31.07.2007, 23:08 dazu:
" 

@Mark
keine Anmerkung mehr zu Punkt 1, Deine Qualifikation hat sich nicht wesentlich gesteigert, sich auf den Konjunktiv rausreden zu wollen, ist einfach nur billig.
zu 2) bleibe ich dabei, da du die aktuellen Zahlen zum BaföG mit meiner Studiensituation kombiniert hast und daraus deine falschen Behauptungen resultieren. Insofern stimmen Deine Äußerungen für Leute, die jetzt studieren, aber eben nicht für mich und nur in diesem Zusammenhang hast du die Zahlen angeführt.
Mit nichtöffentlichen Grüßen…

(#161) Mark meinte am 01.08.2007, 16:31 dazu:
" 

@Helmut

zu 1) “...sollten eingerichtet werden…”, verstehe also deine Äu0erungen nicht.
zu 2)...du hast behauptet, dass meine Angaben nicht stimmen…die aktuellen sind, wie du selber bestätigst, korrekt. Da ich keine weiteren Daten zu deiner Person habe, kann ich dazu nicht mehr sagen. Für die (in deinem Fall) falsche Aussage, habe ich mich entschuldigt.

q.e.d.


P.S. Deine Ausführungen entnehme ich, dass Etikette wahren scheinbar nicht deine Stärke ist.
Aber man kann ja nicht alles können!

(#162) Frank meinte am 10.08.2007, 20:48 dazu:
" 

Der seit diesem Jahr geltende TV-L Tarif relativiert die zu leistende Arbeit in der Schule erheblich. Als Späteinsteiger kann man sich somit eher mit einem Auszubildende in der freien Wirtschaft im letzten Lehrjahr vergleichen. Auch in der Endstufe dieses Tarifwerks bleibt man weit hinter dem Beamtenstand zurück, der sich leider noch zu oft bequem zurücklehnt mit vergleichbar hohen Bezügen.  Wer wird in Zukunft wohl noch Lehrer werden zu diesen Konditionen ? Selbstverständlich sind Beamte die Gewinner bei dieser Neuerung. Diese Lobby ist stark. Aber von leistungsgrechter Vergütung im Lehrerberuf kann dabei nicht die Rede sein. Diese Maßnahme ist geeignet, sozialen Unfrieden zu schaffen und die Qualität des deutschen Schulwesens zu untergraben. Wann werden hochverdienende Beamte begutachtet, ob ihre Einstufung ihren Leistungen entspricht ? Warum werden Lehrer nach wie vor nach Rang und Status und nicht nach Leistung bezahlt ? Unglaubwürdiger kann Politik in diesem in den letzten Jahren viel zitierten und reformierten Bereich nicht mehr werden !

(#163) motschi meinte am 14.08.2007, 11:30 dazu:
" 

@soeben

guten tag, ich kann ihre wut in ansätzen verstehen, muss allerdings diese ihre geschilderte situation etwas relativieren.

1.) es floß alkohol und wir wissen alle, vernebelte hirne neigen zur undifferenziertheit.

2.) ich habe auch schon apotheker-partys bzw. partys anderer berufsstände erlebt, und da gab es ähnliche ausfaller gegenüber deren zielgruppen (“denn arsch haben wir übers ohr gehauen”, etc.), lehrer sind dort keine ausnahme.

3.) psychologisch gesehen ist dieses “ablästern” ein ventil, um angestaute agressionen loszuwerden. es sollte jedoch in maßen ausgeübt werden.

4.) unabhängige studien haben bewiesen, dass lehrer in HÖCHSTMAßEN derlei aggressionen aufbauen, weil

- ihr schülerklientel mitlerweile sich rein erziehungs- und benimmtechnisch so so negativ entwickelt und verhält, dass dies die folge ist. auch ich habe im letzten jahr eine klasse gehabt, wo mindestens die hälfte der schüler, um es netter auszudrücken, moralisch und verhaltenstechnisch nicht schultauglich war. die waren zum kotzen, im wahrsten sinne des wortes. in einem normalen betrieb wird auch gelästert, über die kunden und kollegen. in der schule ist das nichts anderes. man muss sich seine schulische professionalität, vor allem in der bewertung, bewahren, vor jedem einzelnen schüler, aber lieben muss man nicht jeden schüler. und genauso, wie es klassen zum kotzen gibt, gibt es welche zum lieben.


- die außenwelt in der regel den beruf des lehrers nicht wertschätz (und sich dann wundert, wenn die lehrer aggressiv reagieren). ich gehe in keine apotheke mit dem spruch “na, heute will ich mal bei ihnen ein von der apothekerlobby überhöhtes rezept kaufen”, oder zum kfz-mechaniker und sage: “hey, schraubste heute mal wieder auf gut glück”, wenn der den fehler nicht gleich findet. meine umwelt meint jedoch relativ permanent, sprüche über mein gehalt, meine arbeit, meine ferienzeit machen zu können - und zwar negativ. ich frage mich: warum? und nicht nur das: auch meine vorgesetzten, die herren kultusminister meinen ja (siehe weiland gerd schröder), sich negativ über meine arbeits äußern zu können - obwohl die ja gar nicht meine mittlerweile sechzehn kilo schwere schultasche voller materialien für rollenspiel-, gruppen, projektunterricht, etc., ppp. tragen könnten, ohne zusammenzubrechen.

und: wie in anderen betrieben derartiger größe stellt der arbeitgeber keine hilfen zur aggressionsbeseitigung wie supervision zur verfügung. können wir uns ja selbst organisieren. er tut auch sonst nichts zur arbeitsbelastungsminderung (kleine klassen beispielswiese….)

5.) und auch, wenn es arrogant klingt: bei 500 arbeiten pro halbjahr (im schnitt: 30 minuten pro korrektur, leistungskursklausuren gern mal eineinhalb stunden) und einem wochenarbeitsschnitt von 51 stunden, am wochenende und abends, habe ich  
de facto weniger urlaub als meine freundin als angestellte. und dass diese sechs wochen am stück einen sinn machen, hat auch einen grund: der körper und geist in einem solchen - wissenschaftlich als einer der berufe mit der höchsten psychischen belastung klassifiziert - beruf braucht regeneration. allerdings: solch eine lange zeit am stück ist auch ein privileg.

gruß, ks

(#164) Soeben meinte am 17.08.2007, 5:28 dazu:
" 

@ motschi

Hääää?
Was war das denn jetzt?
Also… bezüglich Apothekerparty oder andere Berufsstände - Party: Ich war definitiv nicht auf einer Lehrerparty, sondern auf einer Hochzeit, auf der halt eben verhältnismäßig viele Lehrer anwesend waren.
Ihre Antwort - ich kann sie nicht umsetzen. Bin halt kein Lehrer. Hab vergessen, dass - wie hier schon so oft überzeugend erklärt - Lehrer tatsächlich den anstrengendsten Job überhaupt haben. Sie haben erstmal soooo lange studiert, mussten dann einige Jahre der Referendarzeit überstehen, in der sie nur etwa um die Hälfte mehr Gehalt bekamen als ein Vollzeitbeschäftigter im Einzelhandel. Und dann müssen sie sich scheinbar überwiegend mit aggressiven, wertlosen und absolut nicht liebenswürdigen Schülern abgeben, die echt zum Kotzen sind.
Ihre Antwort, Motschi, war nicht anders zu erwarten.
Mein Fazit: Es gibt absolut keinen anstrengenderen, zermürbenderen, frustrierenderen Job als den des Lehrers. Von früh bis spät hocken sie über den Aufsätzen etc. der Kinder, werden anscheinend auch privat noch von den Eltern genervt.
Bitte erklären Sie mir diese Rechnung:
500 Schularbeiten pro Halbjahr - ich habe jetzt 125 Schultage gerechnet von Schulanfang im September bis zum Halbjahr Februar 2008 - da wären das bei 500 Schularbeiten pro Halbjahr täglich 4 Schularbeiten. Wie setzt sich das zusammen? Ich meine, wann bringen Sie den Kindern den Stoff bei, über den Sie sie prüfen?

Ehrlich: Glauben Sie wirklich, dass es keine anstrengenderen Berufe gibt als den des Lehrers? Und ich meine damit nicht körperlich anstrengend, sondern geistig anstrengend. Glauben Sie wirklich, dass den Lehrern mehr abverlangt wird als anderen? Sind Sie wirklich so überzeugt von sich?
Ich sag Ihnen was: All die Arroganz, die Sie und andere Lehrer - nicht alle, es gibt auch Menschen unter den Lehrern - hier zeigen, wird Sie irgendwann einholen. Dies kommt alles auf Sie zurück!!!

(#165) der sänger meinte am 17.08.2007, 17:15 dazu:
" 

liebe leute vom forum!
sind wir noch zu retten? wer streitet hier eigentlich mit wem und warum?
über die 30% geldigen und 10% superreichen hierzulande sollten wir uns mal unterhalten.

50% der bevölkerung in deutschland besitzen nur 4% des vermögens in deutschland, top-manager verdienen an die 500 mal (!) so viel wie einfache arbeitnehmer! das sind tatsachen!!!
da ist es mir doch egal ob einer 500 euro mehr in der tasche hat, nicht weil einer, der das geld nicht hat, es nicht bräuchte, aber wovon reden wir eigentlich?

also, dass es klar ist: ich finde es miserabel, wie man die assistenzärzte in kliniken behandelt, wie supermarktketten ihre kassiererinnen behandeln, wie trotz hoher arbeitsbelastungen auf beamten und lehrern herumgehackt wird usw., all das!

wer als durchschnittlicher akademiker in deutschland sein studium selbst finanzieren musste und zig tausende oder mehr euro studienkosten nach jahrelanger einkommensloser bildungslaufbahn abbezahlen muss, wer geringverdiener ist usw. und wer bei alledemkeine reichen eltern, onkels oder tanten hat, der schaut hierzulande allemal dumm aus der wäsche.

in deutschland arbeiten nciht einmal mehr 50% der gesamtbevölkerung - und am wenigsten deshalb, weil die leute arbeitslos sind (das sind nur weitere 4-5% der gesamtbevölkerung), sondern unter anderem deshalb, weil viele völlig ungerechtfertigterweise viel zu viel geld haben - und dassind weder malochende handwerker, noch schwitzende kassiererinnen, noch brutal über den tisch gezogene ärzte, noch massiv gestresste lehrkräfte, noch zu unrecht gescholtene beamte, auch nicht die ärmeren unter den rentnern…

also bitte, liebe fleißige mitbürger/-innen, hört auf, auf die lehrer im speziellen und allesamt aufeinander einzuhacken, sondern richtet eure energien gegen solche, die diese behandlung wirklich verdient haben, weil sie anderen die butter vom brot nehmen!

gruß

der sänger

(#166) rsl meinte am 17.08.2007, 18:20 dazu:
" 

Verdienen Lehrer wirklich so viel?

Wer das beurteilen will, muss mindestens einige objektive Fakten kennen:

1. Seriöse Studien belegen, dass zB. Realschullehrer in Bayern durchschnittlich über 50 Stunden (andernosrts über 45 Stunden) pro Woche e i n s c h l i e ß l i c h der Ferienwochen arbeiten (also ohne Ferien über 6 0 S t u n d e n p r o W o c h e); dazu gehören über den reinen Unterricht hinaus unter Anderem: Vorbereitung, Korrigieren, Elternabende, Sprechstunden, Konferenzen, Zeugnisse schreiben, Verwaltungsgeschäfte (z.B. Schülerakten führen, Schreiben von Mitteilungen, von vielfältigen Listen) usw. usf.

2. Die rein zeitliche Rechnung geht gar nicht auf, da in anderen Studien die extrem hohe
S t r e s s b e l a s t u n g von Lehrern während das Unterrichts gemessen wurde: Sie ist so hoch wie die e i n e s F o r m e l - 1 -    F a h r e r s während des Rennens!
Als Gründe gelten: extrem hohe Konzentrationsanforderungen, Zwang zu ständigen unaufschiebbaren verantwortlichen Entscheidungen, ständig erforderliches Multitasking, auf dem Präsentierteller einer Klasse und indirekt der Elternschaft stehen, exakte Einhaltung von Kurzzeitrastern im 45-Minutentakt zur Aufgabenerfüllung (= wie im Rennen; und zugleich ist jede Unterrichtsstunde wie ein neuer Manager- termin)

3. zusätzliche hohe gesundheitliche Belastung z.B.
- durch ständigen starken Stimmeinsatz, der nachweisbar der Stimmbelastung eines Theaterschauspielers entspricht, nur dass letzterer im Gegensatz zu Lehrern eine mehrjährige Stimmausbildung genossen hat; 2/3 aller Lehrkräfte leiden früher oder später einmal an einer Stimmerkrankung
- durch Lärmbelastung, die in Pausen, Zwischenpausen, bei Projektarbeiten, im Sportunterricht usw. oft über die eigentlich gesetzlich zulässigen Lärm-Höchstwerte hinausgeht.

4. Lehrer ist ein akademischer Beruf, der nicht nur hohe geistige Leistugnen verlangt, sondern im Gegensatz zu Ausbildungsberufen auch eine verlängerte Schul- und die Studienzeit plus Referendariat (insgesamt an die 10 Jahre) erfordert,
a) in der nichts verdient, also auch nichts gespart werden konnte
b) für die sich oft Schuldenberge von manchmal mehr als 20.000 - 30.000 EUR angsammelt haben.

5. Lehrer haben in Schulen “keinen eigenen Arbeitsplatz” (Steuerdeutsch), also müssen zu Hause Schrankwände (bei mir zum Beispiel über 10 Regalmeter), Geräte und Anderes allein für die Schule untergebracht werden (Arbeitszimmer!); die Kosten für Miete Mobiliar usw. werden nicht übernommen, muss die Lehrkraft selber zahlen (selbst wenn wenigstens das Finazamt im Einzelfall diese Kosten nicht obendrein noch mit Lohnsteuer belegt, bleiben die Beschaffungskosten und laufenden Kosten dann immer noch an der Lehrkraft hängen). 

6. Dass Lehrkräfte inzwischen auch in einer gewissen besonderen Gefahrenlage sind, ist bekannt. Dass Schüler/-innen heute mehr denn je zu kriminellen Handlungen neigen, ist leider ein trauriges Faktum: Lehrkräfte werden wegen ihres Dienstes bedroht, beleidigt, zusammengeschlagen, körperlich versehrt, sogar umgebracht.

7. Viele von denen im Lehrerberuf, die heute den Beamtenstatus innehaben, haben jahrelang darauf warten müssen, weil der Staat mit Einstellungen äußerst zögerlich umgegangen ist; in der Zwischenzeit haben sie auch nach dem Referendariat oft nur mit extremen Ortswechseln (quer durch die Bundesländer) unsichere Aushilfsstellen annehmen können, bei denen sie jeweils am Beginn der verschiedenen Ferien ausgestellt und erst an deren Ende wieder eingestellt wurden (ohne Bezahlung während der Ferien natürlich!!); Umzugskosten etc. gingen jeweils zu Lasten der Lehrkraft. 

Soviel zu wesentlichen Fakten.

Gruß
rsl

(#167) Mona meinte am 17.08.2007, 23:07 dazu:
" 

Na ja, kommt nach Polen! Bei uns verdient ein Lehrer am Anfang 200 Euro Netto pro Monat. Das ist ja Wahnsinn!!!!!! Wer will für so “viel” Geld arbeiten????!!! Kein Kommentar.

(#168) motschi meinte am 19.08.2007, 16:12 dazu:
" 

@soeben

1.) was machen sie beruflich? Wissen sie überhaupt , welche blüten schülerverhalten treiben kann? standen sie schon längere zeit vor einer klasse?
2.)um es für sie verständlich auszudrücken: auch andere berufsstände lästern über ihr klientel. gehen sie mal auf eine apotheker- oder juristenparty!
3.) sie wissen scheinbar nicht, wieviel ein referendar verdient!
3.) es war von ihnen auch nicht anders zu erwarten -ihre teils sprachlich ironischen ausführen lassen sehr klar durchblicken: echte aufklärung wünschen sie nicht. sie haben ein vorgefertigtes stereotyp “des lehrers” vor sich, von dem sie ungern abweichen.nicht im ansatz sind sie auf meine teilweise differenzierungen eingegangen. offensichtlich ist das eben zu hoch für sie.

ihren rhetorischen abgangsfragen weise ich auf den kommentar von rsl auf dieser seite hin und ergänze: unabhängige studien haben die außergewöhnliche belastung dieses berufes auf sehr unterschiedlichen ebenen belegt. da der gemeine (!) außenstehende dies teils anders sieht und bestimmte dinge schon im ansatz nicht versteht, so wie sie, und dann darauf polemisch reagiert, bzw. schon im vorfeld meint, er könne sprüche oder ironie über die lehrer ausschütten, muss man ihm das mal erklären - und wenn nötig, eben sehr deutlich. und ob sie das so sehen oder nicht, interessiert da leider überhaupt nicht. das andere berufe nicht auch anstrengend sind, habe ich im übrigen gar nicht bestritten. und last but not least eine kleine rechnung: neun klassen unterrichtete im vergangenen halbjahr, a´ schüler mal zwei arbeiten = 594 arbeiten pro halbjahr, schnitt eine halbe stunde=297 stunden bei 125 tagen=2,37 stunden pro tag korrektur. da ich von 8.10 bis 13.10 in der schule bin, arbeite ich pro tag also siebeneinhalb stunden (oder 37 stunden pro woche), ohne dafür schon irgendeine planung oder vor- oder nachbereichtung getan zu haben. haben sie die rechnung verstanden?

ach so: der letzte satz spiegelt eher eine pubertäre sichtweise von schule wieder: “...es gibt auch menschen unter den lehrer…” grin

(#169) Nick meinte am 19.08.2007, 17:14 dazu:
" 

Dieses Forum ist toll.

Allerdings halte ich es für bezeichnend, dass hier eine Neiddebatte stattfindet, die ihresgleichen sucht. Es gibt hier einzelne Votanten, die v.a. den kritischen Menschen versuchen das Wort umzudrehen, mit dem einzigen Ziel der Illustration, wie toll und wunderbar es den Lehrern wohl gehe und sie sich ja nicht beklagen sollten.

Es ist genau diese gegenseitige Zerfleischung auf niedrigster Ebene, die es den gross absahnenden Profiteuren in den Konzernspitzen ermöglichen, sich bei den Kleinen zu bedienen.
Es fehlt mir hier ganz einfach an griffigen Vorschlägen, wie sich die täglich aufrecht und gewissenhaft arbeitenden Bürger GEMEINSAM im Sinne einer etwas besseren Gerechtigkeit wehren können.
Und hierzu gehört z.B. die Solidarität beim Kampf für einen angemessenen Arbeitsplatz.
Ob dies der fehlende Arbeitsplatz von Lehrern ist, dessen private Kompensation wenigstens durch den Staat (Fiskus) anerkannt und wertgeschätzt (wenigstens teilweise abgesetzt) gehört, ob es sich um die Wegpauschale handelt, die jedem Arbeitnehmer gekürzt werden (die waren sowieso auch bisher nur mit einem Fiesta Baujahr 95 kostendecken), ob es die teilweise katastrophale Zahlungsmoral öffentlichrechtlicher Auftraggeber gegenüber Freiberuflern und Kleingewerbe ist, etc. ist einerlei.
Hier steht in Deutschland einiges schlecht, weshalb inzwischen Scharen von deutschen “Normalverdienern” ins europäische Ausland abwandern.
Das deutsche Volk hat hier nur eine Chance: Mehr liefern statt laviern, heisst im Klartext: durch Bürgerbegehren, Mitmischen in der Lokalpolitik und vor allem mutiges, hartnäckiges und sachlich gutes Votieren gegenüber öffentlichen Exponenten Änderungen auslösen und konsequent einfordern!

Andernfalls wird Deutschland weiterhin der Mittelstand auswandern und damit wegbrechen.

Ein Bsp:
Ich selber erwirtschafte inzwischen auch einen Teil meiner Einkünfte im Ausland. Hauptgründe: Ich muss über mein Honorar nach Auftragsausführung nie nachverhandeln, bekomme es von öffentlichrechtlichen Auftraggebern sofort, meistens bar ausbezahlt und erfahre eine gegenüber deutschen Verhältnissen überwältigende Wertschätzung für meine Arbeit als Lehrer/Coach/Seminarleiter.

(#170) BK77 meinte am 19.08.2007, 18:45 dazu:
" 

@Mona
Was jucken mich die Lehrer in Polen? Ich wette, in Somalia bekommen sie noch weniger…
@soeben
“Sie haben erstmal soooo lange studiert, mussten dann einige Jahre der Referendarzeit überstehen, in der sie nur etwa um die Hälfte mehr Gehalt bekamen als ein Vollzeitbeschäftigter im Einzelhandel.” Dieser Kommentar offenbart Ihre geballte Inkompetenz.
1. Lehrer haben studiert und keine Lehre im Supermarkt gemacht.
2. Um die Hälfte mehr Gehalt als im Einzelhandel… Dann bekommt man dort nach Adam Riese wohl 600 Euro… Selbst Lehrlinge an Berufsschulen bekommen teilweise mehr Geld als ihre (Referendars)-Lehrer.
Übrigens scheint Rechnen nicht Ihre Stärke zu sein. Naja, es hat eben nicht jeder das Zeug zum Lehrer.
Ich muss mich für mein A13 Gehalt nicht schämen, immerhin arbeite ich inklusive Ferien über 50 Stunden pro Woche und das ist mehr als der Großteil der arbeitenden Bevölkerung in Deutschland und wahrscheinlich weit mehr als Sie!

(#171) Deiotarus meinte am 19.08.2007, 23:58 dazu:
" 

@soeben

Auch auf die Gefahr hin, dass mich aufgrund der in Ihren letzten beiden Sätzen formulierten Drohung irgendwas treffen sollte, möchte ich drei Dinge zu bedenken geben:
1. Auch nach Lektüre der übrigen Beiträge habe ich niemanden gefunden, der den Lehrberuf als den anstrengendsten bezeichnet. Es fanden sich zwar Überzeichnungen in die eine oder andere Richtung, der Superlativ aber nur in Unterstellungen wie der Ihren.
2. Wenn Sie in 5 Klassen der Mittelstufe (je nach Bundesland) ein Hauptfach unterrichten, fallen 3 Klassen-/Schularbeiten pro Halbjahr an. Geben Sie einer Klasse 30 SchülerInnen und Sie sind schon sehr nah dran. Unterrichten Sie beispielsweise Deutsch und Englisch, dann reichen die 500 mit Sicherheit nicht, weil 5 Klassen ein volles Deputat kaum füllen. Sicher ein Beispiel am oberen Rand der Korrekturskala, dabei ist aber dann auch noch keine Hausaufgabe korrigiert, HÜ geschrieben o.ä.. Es geht mir hier nicht darum, zu klagen, auf mich selbst trifft diese Situation nicht zu, ich möchte nur verdeutlichen, dass motschis Rechnung ohne große Probleme nachvollziehbar ist.
3)Ich kenne einige Beschäftigte im Einzelhandel, aber keine(n), die/der bei Vollzeitbeschäftigung nach abgeschlossener Berufsausbildung weniger hätte als ein Studienreferendar, schon gar nicht in der von Ihnen genannten Größenordnung.
4) Lassen Sie sich bei zukünftigen gesellschaftlichen Ereignissen, zu denen man Sie bittet, eine Gästeliste mit Berufsbezeichnung zukommen, dann können Sie die Konfrontation mit soviel geballter Arroganz vermeiden und müssen nicht mehr irgendwelche abstrusen Drohungen ausstoßen. Wie war das übrigens gemeint? Trifft uns (ich möchte mich zumindest in diesem Punkt mit motschi solidarisieren) ein böses Juju oder wollen Sie Kultusministerin werden?

(#172) seacht meinte am 21.08.2007, 0:28 dazu:
" 

tongue wink
Sehr aufschlussreich, diese Debatte. Man sollte das alles vielleicht nicht zu eng sehen.
Die Kluft zwischen Angestellten und Beamten ist schon ärgerlich. Aber diese Unterschiede gibt es nicht nur im Lehrerberuf.
Die Angestellten sollten ihren Menschenverstand gebrauchen und sich sagen: “Wie die Verpflegung, so die Bewegung.”

(#173) Gucki55 meinte am 24.08.2007, 17:46 dazu:
" 

Boah, unsere Lehrer und die vielen (unbezahlten)
Überstunden…?!
Bei 6 Wochen Sommerferien, den Herbst- Oster- und Weihnachtsferien, den Brücken- und den Feiertagen,
sollten diese so völlig unglaublich arbeitsamen
Geschöpfe frühzeitig in den verdienten Ruhestand wechseln.
P.S.: Mit meinen 55 Lenzen kenne ich bereits viele frühzeitig pensionierte Lehrer, die diesem
“Arbeitsstress” nicht mehr gewachsen waren.
Vor dem verdienten Ruhestand traf man diese in aller Regel nachmittags auf den Golf- und Tennisplätzen, wo sie sich auf den Unterricht vorbereiteten.
Für vereinsinterne Arbeiten war gezielt diese Berufsgruppe wegen ihres unglaublichen Arbeitseinsatzes nicht ansprechbar!

(#174) Marcel meinte am 25.08.2007, 12:45 dazu:
" 

Hallo Gucki!
Unbezahlt müssen Lehrer 3 Überstunden pro Monat leisten. Mehrarbeit durch Projekte, Studienfahrten, Wandertage, Reparaturen von Computern, Lernstandserhebungen usw. wird selbstverständlich nicht extra entlohnt.  Lehrer zahlen ihre Dienstreisen selbst, kaufen sich vom Kugelschreiber bis zum Laptop ihre Arbeitsmaterialien und -Geräte selbst. Natürlich müssen Lehrer diese auch selbst beschaffen, was neben Geld auch Zeit kostet. Schulen haben keine Materialausgaben wie andere Behörden und Betriebe, wo man sich mal eben Ordner, Collegblöcke, Eddings, Stifte, Flippcharts, Folienstifte und andere Materialien holen kann. 
6 Wochen Sommerferien? Also hier sind es wenn überhaupt 5, weil in der letzten Woche Konferenzen und Fortbildungen abgehalten werden. Die Schulleitung ist eh die meiste Zeit der Ferien in der Schule Verwaltungsarbeiten tätigen. In den anderen Ferien genießen Leherer natürlich den Luxus zu Hause arbeiten zu dürfen, dennoch wird man nicht daran vorbeikommen, in den Ferien Klausuren zu korrigieren und Unterrichtsreihen vorzubereiten. Diese Tätigkeiten werden im häuslichen Arbeitszimmer durchgeführt, das Lehrer aus eigenen Mitteln einrichten, ausstatten, beiheizen und beleuchten. Ein Arbeitsplatz zur Vor- und Nachbereitung des Unterrichts wird nicht zur Verfügung gestellt und kann steuerlich nicht mehr abgesetzt werden.
Es gibt Studien zur Arbeitszeit von Lehrerinnen und Lehrern, googlen Sie einfach mal nach.

Ich kenne natürlich auch frühzeitig pensionierte Lehrer.  Ich kenne natürlich auch andere Arbeitnehmer, die Frühzeitig in den Ruhestand gegangen sind, die Gründe waren oft ähnlich.

(#175) BK77 meinte am 25.08.2007, 13:22 dazu:
" 

@Gucki55

Sie Schwätzer! Um Deiotarus von weiter oben zu zitieren, Sie würden einem Nachrichtensprecher auch nicht unterstellen, er arbeite nur 15 Minuten am Tag.
Diese miese Propaganda, die Sie hier verbreiten, entstammt der untersten Schublade. Was sind Sie denn von Beruf? Mir fallen da bestimmt ein paar gute “Beispiele” ein, die diesen treffend beschreiben.

(#176) motschi meinte am 25.08.2007, 13:58 dazu:
" 

@gucki

eigentlich sollte man auf ihren polemisch-undifferenzierten kommentar nicht antworten, der zumindest darauf schließen lässt, dass sie zu keiner differenziertheit fähig bzw. wollens sind, weil sie die immer gleichen abgedroschenen sterertopyen verwenden.nur, weil sie einige lehrer kennen, können ihre aussagen keinen allgemeingültigen wahrheitsgehalt beanspruchen. und: da sie offensichtlich neidisch sind, hätten sie ja auch lehrer werden können. allerdings hatten sie ja auch so viel zeit, nachmittags tennis spielen gehen zu können - ergo müssen sie ja einen ähnlich arbeitsschonenden beruf haben. nein, einen noch arbeitsschonenderen und weniger anspruchsvollen, wenn sie die überblick über den lehrerspielanteil in ihrem tennisheim am nachmittag hatten UND noch viele arbeitsstunden leisten konnten. ich schließe daraus: ein beruf, der soviel zeit übrig hat, kann nicht sonderlich qualifiziert sein - wie sie das ja auch implizit für den lehrerberuf behaupten. diese mindere qualifikation würde dann mit ihrer minderdifferenzierfähigkeit übereinstimmen. ein schöner zirkelschluss. sie müssen noch arbeiten mit 55. das tut mir leid. viel spaß dabei!

(#177) rem meinte am 25.08.2007, 18:34 dazu:
" 

Zitat aus dem aktuellen OECD-Bericht:

Lehrkräfte in Deutschland bekommen ein im internationalen Vergleich gutes Grundgehalt ...
· Die im internationalen Vergleich gute Bezahlung in Deutschland macht den Lehrerberuf
konkurrenzfähig gegenüber anderen hoch qualifizierten Tätigkeiten. Das Einstiegsgehalt
eines Lehrers im Primarbereich liegt bei 37 718 US-$, im Mittel aller OECD-Staaten
beträgt es lediglich 25 727 US-$. Nur Lehrkräfte in Luxemburg und der Schweiz verdienen
am Karrierebeginn besser als ihre Kollegen in Deutschland. Auch nach 15 Dienstjahren liegt das Lehrergehalt im Primarbereich in Deutschland mit 46 935 US-$ deutlich über dem
OECD-Mittel von 35 099 US-$. Allerdings fällt die Dynamik beim weiteren Anstieg der
Bezahlung der Lehrkräfte im Primarbereich zum Ende ihrer Karriere geringer aus als in
vielen anderen Staaten (Tabellen D3.1 und D3.2).
· Ähnlich fällt der Vergleich der Lehrergehälter für den Sekundarbereich I aus (48 167 US-$
nach 15 Jahren Berufserfahrung, (OECD-Mittel 37 488 US$) (Tabelle D3.1).
· Auch im Sekundarbereich II, wo die Lehrer zu Beginn ihrer Karriere mit 42 321 US-$
jährlich gegenüber 28 892 US-$ im OECD-Durchschnitt vergütet werden, ist die Bezahlung
in Deutschland außerordentlich gut. Lediglich in der Schweiz und Luxemburg erzielen die
Lehrer höhere Einkommen. Auch hier führt die verhältnismäßig begrenzte Dynamik in der
Gehaltsentwicklung dazu, dass das Maximalgehalt am Ende der beruflichen Laufbahn in
einer Reihe von Ländern über dem deutschen Betrag in Höhe von 54 900 US-$ liegt (Tabelle
D3.1).
Die Zahl der jährlich geleisteten Unterrichtsstunden liegt im Mittelfeld.
· Die durchschnittliche jährliche Zahl der zu leistenden Unterrichtsstunden an öffentlichen
Schulen des Primarbereichs beträgt 793 Stunden (OECD-Mittel 805 Stunden). Im
Sekundarbereich I bzw. II liegen die entsprechenden Werte bei 751 und 705 Stunden
(OECD-Mittel 704 und 663 Stunden).

http://www.oecd.org/dataoecd/52/6/37392523.pdf

(#178) Gucki55 meinte am 27.08.2007, 12:59 dazu:
" 

@ motschi,Marcel

Hallo Ihr Zwei,
auf diesen Seiten ist eine differenzierte Stellungnahme sicher nicht möglich. Nur soviel:
es fehlt in dieser “Berufsgruppe” allgemein die Erkenntnis, dass der Lehrerberuf etwas ganz besonderes ist - es ist eigentlich kein Beruf im eigentlichen Sinn - und das aus gutem Grund, denn hier geht es nicht um wirtschaftliche Interessen (A12,A13, Pensionen), sondern um die Erziehung und Bildung unserer Kinder.
In der Vergangenheit habe ich auch immer Lehrer
kennen gelernt, die ihren Beruf als Berufung verstehen. Hierbei geht es nicht vornehmlich um die Besitzstandswahrung und die Vertretung der eigenen Interessen, sondern um das Wohl der Kinder! Diese Kategorie von qualifizierten Pädagogen, deren persönliche Interessen klar untergeordnet sind, treffe ich in den Waldorfschulen. Hier sind Lehrer sehr bemüht den Schülern Wissen zu vermitteln - auch weit über die üblichen Schulzeiten hinaus und zu Dotierungen, bei denen staatl. Lehrer nur müde Lächeln würden. Ich habe sogar mit Lehrern gesprochen, die ihr eigenes Vermögen der Rudolf-Steiner-Stiftung gespendet haben.

Ein Blick über die Staatsgrenze z.B. nach Finnland zeigt uns doch, dass es auch anders geht. Hier erreichen ca. 85% aller Schüler das Abitur! Niemand bleibt sitzen!!! Warum nur???: Weil die Lehrer sich dort nicht zu schade sind den Kindern nachmittags zu helfen, denen die nicht so begabt sind auf die “Sprünge” zu helfen. Hier bleiben keine Schüler zurück - man hilft ihnen! Somit tritt erst garnicht Frust ein und lässt grössere Wissenlücken aufkommen. Das ist der Unterschied! Übrigens ist das ebenso in den Waldorfschulen…

Gut ausgebildet zu sein bedeutet halt mehr Lebensqualität bei weniger Frustration. Hier müssen die Lehrer helfen, denn unser Schulsystem ist stark reformbedürftig: die Schulzeiten reichen nicht, sie sind zu gering um den Lernstoff
nachhaltig zu vermitteln. Der Samstag ist als Schultag komplett gestrichen worden - warum nur?!
Ein grosser Anteil der deutschen Schüler hat Wissenslücken ohne Ende, weil sie sich nur auf die Klausur vorbereiten und anschliessend alles wieder vergessen - viele haben vieles einfach nicht verstanden (Pisa), da ihnen die nötige Zeit nicht gegeben wird.

Für die, die es angeht - wieviel Prozent mögen es wohl sein?!

MfG Gucki55

(#179) BK77 meinte am 28.08.2007, 14:56 dazu:
" 

85% Abitur? Gott bewahre! Wird jetzt noch behauptet, daß das Niveau unter solchen Zahlen nicht leidet? Soviel zum Thema “Deutschland braucht mehr SPITZENkräfte”...

(#180) Marcel meinte am 28.08.2007, 18:24 dazu:
" 

Hallo Motschi!
Finnland ist ein gutes Stichwort. Zunächst geben finnische Lehrer deutlich weniger Unterrichtsstunden als deutsche Lehrer.

siehe: http://www.max-planck.com/aktuell/news/schoolnews_03_04.html (unten)

Finnische Klassen haben eine durchschnittliche größe von rund 15 Schülern, in ländlichen Gegenden können es auch mal unter 10 sein. In Deutschland sind es meist 25-30 Schüler pro Klasse. Finnland gibt gemessen am BIP mehr Geld für Bildung aus als Deutschland.

Finnische Schulen haben Psychologen, Krankenschwestern, Förderlehrer und Lehrerassistenten, die mit in die Stunden gehen, um individiuelles Fördern zu ermöglichen. Aufgrund dieser individuellen Förderung bleibt erreicht jeder das Klassenziel, es bleibt also
keiner sitzen, um ihre Frage zu beantworten.

Mir sind schon viele Lehrer in staatlichen Schulen begegnet, die nachmittags unbezahlt nachhilfe/ Förderunterricht geben, oder unbezahlt eine AG leiten.

(#181) grege meinte am 01.09.2007, 3:18 dazu:
" 

@ Marcel (Beitrag vom 05.06.2007)

„Einstiegsgehalt für BWL-Absolbventen 40.000€ ,Einstigsgehalt für Mathematiker 40.000€, Maschinenbau-Ingenuere 39.0000€+.Physiker zwischen 3.600 und 4500€ Brutto monatlich. Alles ohne Referendariat.

Wie sehen denn die Gehälter beipielsweise der Ottonormalverbrauchenden Ingenieure nach 2 Jahren aus? Die bekommen wie ich geschrieben habe nur 2000 (siehe Tariftabellen der IG-Metall), was die 2500 Euro eines A13-Beamten deutlich unterschreitet. Wenn man jetzt noch die bessere Alten- und Gesundheitsversorgung berücksichtigt, wird der Gehaltsrückststand aufgrund des zweijährigen Refrenderiates mehr als egalisiert.

Im übrigen stellst du Vergleiche mit Berufsgruppen an, die selbst unter den Akadmikern zu den Spitzenverdienern gehören. Nenne uns doch mal die Einstiegsgehälter von Architekten, Kunsthistorikern, Sozialpädagogen, Biologen etc.

„In Westdeutschland haben wir unter Akademikern e….“

Gesprächsgegenstand sind nicht die Lehrer allgemein sondern die Beschäftigten im höheren Beamtendienst, die von Arbeitslosigkeit verschont sind. Und Statistiken sagen manchmal nur die halbe Wahrheit
Ein Jobverlost äußert sich nicht nur in Arbeitslosigkeit, sondern in schlecht bezahlten Beschäftigungsverhältnissen von Zeitarbeitsfirmen, langjährigen Praktikantentätigeiten oder Zwangsversetzungen in den Frühruhestand. Insbesondere die letzte Rezession in 2002 /2003 hat einmal mehr gezeigt, daß der Hochschulabschluß kein Schutzengel gegen den Jobverlust bedeutet..

„Wenn von ...für die Bezahlung aus dem Beförderungsamt, das Recht zu streiken usw.“

Richtig, und genau da finde ich die Verhältnisse in Schweden vorbildlich, wie in einem Beitrag auf dieser Seite beschrieben.

„Der Beamtenstatus ist ein besonderes Dienst- und Treueverhältnis, das neben Vorteilen auch Nachteile bringt. ... verzichten.“

Für ca. 600 Euro Mehrverdienst nehmen die allermeisten Beamten auch die geringfügigen Nachteile gegenüber den Angestellten in Kauf, wie z.B. das fehlendes Streikrecht. oder die finanzielle Selbstbeteiligung an der einen oder anderen Dienstreise. Die letzte Regelung gilt aber nur bedingt. da in einigen Bundesländern wie z.B. Bayern die Klassenfahrtskosten der Lehrer auf die Eltern der Schüler umgelegt werden.
Das von Dir angesprochende Dienst- und Treueverhältnis besitzt für Lehr- und Verwaltungstätigkeiten eher eine abstrakte Bedeutung, da sich der Arbeitsalltag der angestellten und eines verbeamteten Mitarbeiter mit Hochschulabschluß in diesen Berufen gar nicht von einander unterscheidet. Selbst die tatsächliche Arbeitszeit der Nichtlehrer bleibt ungefähr gleich, da die angestellten Mitarbeiter einen Berg von Überstunden vor sich herschieben, den sie eh kaum abfeiern können. Sichtbar wird der Unterschied zwischen den beiden Berufsgruppen also lediglich auf dem Gehaltszettel. Daher ist der Beamtenstatus für alle Bereiche außerhalb von Justiz, sowie innerer und äußerer Sicherheit überflüssig und lediglich ein alter Zopf von Preußenkönig.

„Um deine polemische Frage .... Dienstwagen,saftige Spesen auf Dienstreisen, ein Arbeitszimmer, Laptop, Drucker, bezahlte Fortbildungen usw.“

Diese Gehälter bezieht aber nur ein geringfügiger Teil der Angestellten in der freien Wirtschaft. Gerade in den letzten Jahren sind in den Unternehmen Hierarchien abgebaut worden, so daß die Karrieremöglichkeiten sehr eingeschränkt worden sind. Die finanziell lukrativen Führungspositionen sind selbst für Akademiker keine Selbstverständlichkeit mehr. Abgesehen von Außendienstmitarbeitern erhalten meistens erst die Bereichsleiter Dienstwagen, so daß deren private Nutzúng widerum eine Ausnahme darstellt. Spesen von Dienstreisen werden vielfach nach Aufwand abgerechnet, d.h. sein Einkommen kann man damit nicht aufbessern.
Außerdem gibt es auch auch Aufstiegschanden für Beamte, die zum Oberstudienrat, Studiendirektor, Schulleiter oder Schulrat befördert werden können.

„Sind die Diätenerhöhungen und Steuergeldverschwendungen etwa ein Grund, Lehrer nicht mehr amtsangemessen nach A13 zu bezahlen?“

Ganz einfach: wenn weiterhin Geld da wäre: ja; falls nicht, nein. Die Ursache ist unerheblich.

Wenn dem Arbeitgeber Geld fehlt (Holzmann AG und Babcock lassen grüßen), bekommen seine Mitarbeiter u. U. weniger oder sogar keinen Lohn. Da interessiert es herzlich wenig, ob er sich zuvor mit Lustreisen übernommen, seine Yacht vergoldet hat oder schuldlos durch den Zahlungsausfall eines Kunden ruiniert wurde.
Wie sagte mal mein Prof. im Privatrecht so schön: Wo nichts ist, hat der Kaiser sein Recht verloren.


Mein Nettoeinkommen ist nicht hoch, ...andere meines Jahrgangs über Einstiegsgehälter von 1600-2000€ netto freuen dürfen.

naja, die 2 Jahre sind nicht lebenslänglich. Entscheidend sind die nachfolgenden Jahre.

(#182) grege meinte am 01.09.2007, 12:11 dazu:
" 

@ Marcel (Beitrag vom 05.06.2007)

„Einstiegsgehalt für BWL-Absolbventen .....Alles ohne Referendariat.“

Wie sehen denn die Gehälter beipielsweise der Ottonormalverbrauchenden Ingenieure nach 2 Jahren aus? Die bekommen wie ich geschrieben habe nur 2000 (siehe Tariftabellen der IG-Metall), was die 2500 Euro eines A13-Beamten deutlich unterschreitet. Wenn man jetzt noch die bessere Alten- und Gesundheitsversorgung berücksichtigt, wird der Gehaltsrückststand aufgrund des zweijährigen Refrenderiates mehr als egalisiert.

Im übrigen stellst du Vergleiche mit Berufsgruppen an, die selbst unter den Akadmikern zu den Spitzenverdienern gehören. Nenne uns doch mal die Einstiegsgehälter von Architekten, Kunsthistorikern, Sozialpädagogen, Biologen etc.

„In Westdeutschland ....auch arbeitslose Lehrer…“

Gesprächsgegenstand sind nicht die Lehrer allgemein sondern die Beschäftigten im höheren Beamtendienst, die von Arbeitslosigkeit verschont sind. Und Statistiken sagen manchmal nur die halbe Wahrheit
Ein Jobverlost äußert sich nicht nur in Arbeitslosigkeit, sondern in schlecht bezahlten Beschäftigungsverhältnissen von Zeitarbeitsfirmen, langjährigen Praktikantentätigeiten oder Zwangsversetzungen in den Frühruhestand. Insbesondere die letzte Rezession in 2002 /2003 hat einmal mehr gezeigt, daß der Hochschulabschluß kein Schutzengel gegen den Jobverlust bedeutet..

„Wenn von Anpassungen ...... zu streiken usw.“

Richtig, und genau da finde ich die Verhältnisse in Schweden vorbildlich, wie in einem Beitrag auf dieser WEb-Seite beschrieben.

„Der Beamtenstatus ist ein besonderes Dienst- und Treueverhältnis, .......Zahlung von Dienstreisen freiwillig verzichten.“

Für ca. 600 Euro Mehrverdienst nehmen die allermeisten Beamten auch die geringfügigen Nachteile gegenüber den Angestellten in Kauf, wie z.B. das fehlendes Streikrecht. oder die finanzielle Selbstbeteiligung an der einen oder anderen Dienstreise. Die letzte Regelung gilt aber nur bedingt. da in einigen Bundesländern wie z.B. Bayern die Klassenfahrtskosten der Lehrer auf die Eltern der Schüler umgelegt werden.
Das von Dir angesprochende Dienst- und Treueverhältnis besitzt für Lehr- und Verwaltungstätigkeiten eher eine abstrakte Bedeutung, da sich der Arbeitsalltag der angestellten und eines verbeamteten Mitarbeiter mit Hochschulabschluß in diesen Berufen gar nicht von einander unterscheidet. Selbst die tatsächliche Arbeitszeit der Nichtlehrer bleibt ungefähr gleich, da die angestellten Mitarbeiter einen Berg von Überstunden vor sich herschieben, den sie eh kaum abfeiern können. Sichtbar wird der Unterschied zwischen den beiden Berufsgruppen also lediglich auf dem Gehaltszettel. Daher ist der Beamtenstatus für alle Bereiche außerhalb von Justiz, sowie innerer und äußerer Sicherheit überflüssig und lediglich ein alter Zopf von Preußenkönig.

„Um deine polemische Frage ............ usw.“

Diese Gehälter bezieht aber nur ein geringfügiger Teil der Angestellten in der freien Wirtschaft. Gerade in den letzten Jahren sind in den Unternehmen Hierarchien abgebaut worden, so daß die Karrieremöglichkeiten sehr eingeschränkt worden sind. Die finanziell lukrativen Führungspositionen sind selbst für Akademiker keine Selbstverständlichkeit mehr. Abgesehen von Außendienstmitarbeitern erhalten meistens erst die Bereichsleiter Dienstwagen, so daß deren private Nutzúng widerum eine Ausnahme darstellt. Spesen von Dienstreisen werden vielfach nach Aufwand abgerechnet, d.h. sein Einkommen kann man damit nicht aufbessern.
Außerdem gibt es auch auch Aufstiegschanden für Beamte, die zum Oberstudienrat, Studiendirektor, Schulleiter oder Schulrat befördert werden können.

„Sind die Diätenerhöhungen…..nach A13 zu bezahlen?“

Ganz einfach: wenn weiterhin Geld da wäre: ja; falls nicht, nein. Die Ursache ist unerheblich.

Wenn dem Arbeitgeber Geld fehlt (Holzmann AG und Babcock lassen grüßen), bekommen seine Mitarbeiter u. U. weniger oder sogar keinen Lohn. Da interessiert es herzlich wenig, ob er sich zuvor mit Lustreisen übernommen, seine Yacht vergoldet hat oder schuldlos durch den Zahlungsausfall eines Kunden ruiniert wurde.
Wie sagte mal mein Prof. im Privatrecht so schön: Wo nichts ist, hat der Kaiser sein Recht verloren.


“Mein Nettoeinkommen ist nicht hoch, .... netto freuen dürfen.”

naja, die 2 Jahre sind nicht lebenslänglich. Entscheidend sind die nachfolgenden Jahre.

(#183) BK77 meinte am 01.09.2007, 13:51 dazu:
" 

@grege
Naja, wir wollen ja mal nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. A13 Lehrer sind in der Regel Gymnasial- oder Berufsschullehrer und haben damit ein Hochschul- bzw. Universitätsstudium absolviert. Ingenieure sind zu einem nicht unerheblichen Teil (genaue Zahlen sind mir nicht bekannt) FACHhochschulabsolventen. Gegen einen Gehaltsunterschied ist damit - rein von der Ausbildung her gesehen - nichts einzuwenden.
Und wenn Bayern bzw. die Eltern im Freistaat den Lehrern - wie es sein sollte - die Klassenfahrten bezahlt, dann ist das eines von 16 Bundesländern. D.h. wir zahlen eigentlich immer drauf. Gleiches gilt für Papier, Stifte, Druckerpatronen usw. Welche Berufsgruppe hat vergleichbare Ausgaben aus privater Tasche zu zahlen???

(#184) Marcel meinte am 01.09.2007, 14:11 dazu:
" 

Grege: “Ottonormalverbrauchenden Ingenieure nach 2 Jahren aus? Die bekommen wie ich geschrieben habe nur 2000 (siehe Tariftabellen der IG-Metall), was die 2500 Euro eines A13-Beamten deutlich unterschreitet.”

Nach zwei Jahren mag das stimmen, dafür hat der Studienrat ein zweijähriges Referendariat gemacht. Rechnet man das ein, sieht es gar nicht mehr so rosig aus, denn ab 41 kann der Ingenieur mit einem Gehalt von durchschnittlich 58.380€ rechnen. Netto kommt da bei Privater Krankenversicherung 2857€ raus.
Ingeniuere ab 46 können dann mit rund 61.000€ brutto rechenen.Das macht rund 3000€ Netto.

Quelle: http://www.focus.de/D/DB/DB28/DB28E/db28e.htm

Selbstverständlich bekommen Ingenieure Arbeitsmaterialien, Arbeitsgeräte und ihr Büro gestellt.Wie sollen wir das berechnen, Grege?
Hier in NRW, immerhin dem BL mit dem meisten Einwohnern bekommt man keine Kosten für Klasenfahrten erstattet. In den meisten anderen BL auch nicht. Bayern ist ein wohlhabendes Land, da mag das anders sein.

Architekten, Kunsthistoriker und Sozialpädagogen gelten als “Sorgenkinder” des Arbeitsmarkts. Wer Geschichte und Erdkunde als Fächerkombination hat, wird auch kaum an eine A13 stelle kommen.(Bei einer aus eigener Tasche bezahlten Klassenfahrt hatte der BUSFAHRER genau diese Kombination, jetzt fährt er bus, nichts mit A13)
Ein Diplomphysiker oder ein Ingeniuer wird auch nicht für 850€ Arbeiten, nur weil es irgendwo schlechtbezahlte Sozialpädagogen gibt.

Hier in SPON kannst du eine typische Karriere nachlesen, wenn man ungünstige Fächer und ein nicht besonders gutes Examen hat:

http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/0,1518,493076,00.html

Gesprächsgegenstand sind sehr wohl lehrer im Allgemeinen. Es gibt eine ganze Reihe verbeamteter Lehrer, die sich vorher jahrelang von Vertretungsstelle zu Vertretungsstelle gehangelt haben und erst recht spät zur Verbeamtung gekommen sind. Direkt eine planstelle nach Verbeamtung zu bekommen ist schwierig, dazu braucht man sehr gute Noten und eine gefragte Fächerkombination. Gerade hier sieht man doch die Gemeinsamkeit mit der Wirtschaft. wer ein gefragtes Fach studiert hat und dazu noch mit sehr guten Noten abgeschlossen hat, bekommt eine höher dotierte Stelle.

Leher, die nach ablauf des Vertrags keine neue Stelle mehr bekommen, haben es in Zeitareitsfirmen deutlich schwerer als andere Akademiker.

(#185) Marcel meinte am 01.09.2007, 14:46 dazu:
" 

Teil 2

Grege: “Selbst die tatsächliche Arbeitszeit der Nichtlehrer bleibt ungefähr gleich, da die angestellten Mitarbeiter einen Berg von Überstunden vor sich herschieben, den sie eh kaum abfeiern können. Sichtbar wird der Unterschied zwischen den beiden Berufsgruppen also lediglich auf dem Gehaltszettel.”

Das stimmt nicht. Nach §6 TV-L sind Überstunden grundsätzlich nach ablauf des nächsten Monats durch Freizeitausgleich abzugelten. Spätestens nach 3 Monaten erhalten sie die volle Bezahlung für die Überstunden.

“Gerade in den letzten Jahren sind in den Unternehmen Hierarchien abgebaut worden, so daß die Karrieremöglichkeiten sehr eingeschränkt worden sind. “

Die Möglichkeiten sind aber immer noch um ein vielfaches besser als an Schulen. Selbst an Gymnasien wird gesagt, in der Regel wird man vor 40 nicht Oberstudienrat. Und selbst dann muss man noch zwei Jahre warten, bis man die Bezahlung aus dem Beförderungsamt erhält. An Grund- und Hauptschulen erhalten Konrektoren nur eine Zulage von 132, 29€. Vergleiche doch mal das Gehalt eines Oberstudiendirektors, der ein Team von 80-100 Akademikern leitet mit vergleichbaren positionen in der Wirtschaft?

Grege:“Spesen von Dienstreisen werden vielfach nach Aufwand abgerechnet, d.h. sein Einkommen kann man damit nicht aufbessern”

Die Pauschalbeträge sind oftmals höher als der tatsächliche aufwand. Wer klug bucht oder ein spritsparendes Auto fährt, verdient sich durch Spesen ganz schön was dabei.

Kleine Geschichte: Letzten Samstag unterhielt ich mich mit einem bekannten, der BWL an einer FH studiert hat. Er fährt zu einer Fortbildung nach Hamburg. Er bekommt die Fortbildung bezahlt, die Reisekosten natürlich auch und er durfte sich aus einem Katalog ein Hotel aussuchen. Das günstigste kostete 120€ die Nacht. Ich fahre demnächst auf eine Fortbilung, die eine Pflichtveranstaltung für uns ist und gemacht werden muss. Übernachtungskosten und Anreise muss ich selbst bezahlen. Bettwäsche nehm ich selber mit, um die 6€ zu sparen.

Gregna:“ja, die 2 Jahre sind nicht lebenslänglich. Entscheidend sind die nachfolgenden Jahre.”

Richtig. Deshalb ist es gut, dass im neuen Schulgesetz von NRW aus dem Jahre 2006 steht, dass Lehrerinnen und Lehrer in der Regel Beamtinnen und Beamte sind.

(#186) grege meinte am 02.09.2007, 21:50 dazu:
" 

@ BKK 77

aus Zeitgründen bist du zuerst dran grin

die von mir erwähnten Gehälter beziehen sich auf Hochschulabsolventen. Im übrigen sind die Gehalts- und Statusunterschiede zwischen Hochschul- und Fachhochschulabsolventen in vielen Unternehmen der freien Wirtschaft insgesamt eher gering, im Gegensatz zum öffentlichen Dienst.

Die größzügigen Abrechnungsmodalitäten, die in Zusammenhang mit Dienstreisen angesprochen wurden, gelten in der freien Wirtschaft ebenfalls nicht flächendeckend. Außerdem hatte das Wörtchen “bedingt”  in meinem vorherigen Beitrag schon so seine Bedeutung.

Nunja, demgegenüber müssen sich Lehrer keine gesonderte Gaderobe zulegen für Ihren Beruf (vom Sportlehrer vielleicht mal abgesehen). Für vorzeigabe Hemden, Schuhe, Krawatten und Anzüge, die für akademische Bürojobs üblich sind, mußte ich schon so einiges auf den Ladentisch hinlegen. Ebenso sind die laufenden Kosten für Reinigung und Bügelservice (die wenige Freizeit will ich mir nicht damit versauen) nicht zu verachten (Steuerminderung: Fehlanzeige!!!)

(#187) Stefan meinte am 05.09.2007, 0:08 dazu:
" 

Dass sich lehrer keine besonderen Klamotten zulegen müssen sehe ich anders: Man steht ständig im Mittelpunkt, sowohl bei den Schülern als uch bei den Eltern und Kollegen, und da kann man es sich einfach nicht erlauben, in alten oder immer denselben Kleidungssachen herumzulaufen…

(#188) Lehrbär meinte am 13.09.2007, 22:41 dazu:
" 

Jetzt muss ich doch noch was loswerden hier. Ich bin Lehrer, habe trotz äußerst arbeitsintensiven Phasen Spaß an meinem Beruf, denn es gibt auch das gute Gefühl etwas erreicht zu haben. Auch sind Lehrer-Schüler-Beziehungen durchaus erfrischend und nicht nur anstrengend. Und soll ich euch was schreiben? Ich denke ich bin meine knapp 3500,—netto (A13, verheiratet mit Kind, Lohnsteuerklasse 3) wert. So!

Und an alle Neider kann ich nur sagen: wenn’s so viel Asche ist, warum seid ihr nicht Lehrer geworden? Die Berufswahl ist frei!

An alle Schüler die mosern: werdet Lehrer - viel Spass bei Zwischenprüfung, 1. Staatsexamen, Referendariat, 2. Staatsexamen und all den Zulassungsarbeiten und Lehrproben die dazugehören. Ach ja Abi vorneweg sollte noch sein. Ist kein Gejammer von mir, denn wie oben bereits erwähnt: es lohnt sich hintenraus und das ist es wert.

P.S. Ehrliche Meinung: die angestellten Lehrer werden tatsächlich über den Tisch gezogen, sie hätten die gleichwertige Bezahlung absolut verdient!

(#189) quereinsteiger meinte am 27.09.2007, 0:23 dazu:
" 

Hi,
bin softwareingenieur war früher
in der freien wirtschaft. Hab mich
vom staat zu einem quereinstieg
überreden lassen.
jetzt nachdem das ref fertig ist,
bekomme ich mit tv-l ca. 30% weniger
als vorher und arbeite dafür um 20%
länger und anstrengender.

Was soll ich sagen? Die wirtschaft zieht wieder
an, ich schreibe bewerbungen und hoffe, in spätestens 6 mon wieder vernünftige arbeitsbedingungen zu haben.
Wer auf quereinstieg überlegt, mit dem
tv-l kann ich nur jedem ABRATEN.
Gruss

(#190) Fabian K. meinte am 01.10.2007, 17:14 dazu:
" 

Guten Tag,
bin bei der Suche nach der Besoldungstabelle für Beamte auf diesen interessanten Thread gestoßen, der in einigen Punkten sehr aufschlussreich für mich war.
Mein Berufswunsch war von Kindheit an der des Lehrers. Doch leider hatte ich durch mehrere Um- und Zustände nach der 12. Klasse Gymnasium keine Motivation mehr die 13. Klasse zu besuchen. So habe ich in Baden-Württemberg “lediglich” die Fachhoschulreife erworben, die aber nur zum Studium an FHs in BW berechtigt. Nach dem besagten Abgang nach der 12. Klasse absolvierte ich meinen Zivildienst und machte eine Ausbildung zum Bankkaufmann (interessanter Job, dass jedoch die “verkäuferischen Fähigkeiten” - um es vorsichtig auszudrücken - so sehr im Vordergrund stehen, wusste ich nicht. Deshalb hatte ich mich nach meiner erfolgreich beendeten Ausbildung an einer BOS in Bayern beworben und wurde eingestellt für dieses Schuljahr. Zunächst besuchte ich die 13. Klasse als Quereinsteiger. Nachdem ich aber feststellen musste, dass der Stoff spez. in Mathematik wirklich knackig war (vor vier Jahren hatte ich das Gymi verlassen) wurde ich in die 12. Klasse zurückgestuft. Und auch hier merke ich den phänomenalen Unterschied zwischen Oberstufe Baden-Württ. und Bayern. Eine ganz neue Erfahrung sind auch die vielen unangesagten Extemporalen Schulaufgaben, die in Bayern anscheinend einen großteil zur Notenfindung beitragen. Ständig unter Lerndruck zu stehen, das ist wirklich hart für mich. Außerdem bekommen wir viel mehr Hausaufgaben usw.. Um aber auf den Punkt zu kommen: eigentlich hatte ich vor nach der BOS nun Lehramt an Realschulen zu studieren. Es bereitet mir sehr große Freude mit jungen Menschen zu arbeiten und ich sehe es als meine Berufung, als meinen Lebenssinn Jugendlichen Werte und Wissen zu vermitteln. Ich habe gemerkt, dass ich nicht so wirklich für die stupide Büroarbeit geeignet bin, ich möchte auch gestalten können.
Aber nun scheint mir speziell wieder die Mathematik und das Rechnungswesen (bei uns ein Hauptfach) ein Strich durch die Rechnung zu machen, da ich bis 15. Dez. unter einer Probezeit stehe und Angst habe bis dahin die Wissenslücken nicht wirklich schliessen zu können. Vor der gymn.  Oberstufe besuchte ich eine Realschule und habe die Mittlere Reife als Klassenbester mit einem Durchschnitt von 1,5 abgelegt. Daher ist mir die jetzige Schwierigkeit Mathematik und Rechnungswesen zu begreifen ein Rätsel….
Was ich aber noch zur Sprache bringen wollte: hier ging es ja vorrangig um den Gehalt eines Lehrers. Da ich an meiner alten Realschule Gruppenleiter der dortigen Hausaufgabenbetreuung war, kann ich gut erahnen dass es an Schulen wirkliche Extrem- und Härtefalle gibt, mit denen die Lehrer zurecht kommen müssen. Meiner Meinung nach werden die erzieherischen Aufgaben der Eltern oft nur an die Lehrer weitergereicht. In meinem Bekanntenkreis habe ich zudem mehrere Lehramtsstudenten wie auch Lehrer an Realschulen. Ein Bekannter ist nun 62 und verabschiedet sich bald in den wohlverdienten Ruhestand. Er hat mir erzählt, dass er dann eine monatliche Pension von 3.100 € erhält. Über diese Summe lässt sich sicherlich wieder diskutieren. Nun schrieb hier jemand ins diesem Forum “Lehrer müssten ja nur denken”. Dazu soll gesagt sein, dass der mir bekannte Lehrer, der bald in Pension geht psychich ausgelaugt ist. Das soll heißen: wenn man will findet man über jede Gehaltshöhe eine Rechtfertigung oder auch nicht. Sicherlich muss man auch die lange schulische Aubsildung und das Studium berücksichtigen, wenn man von Beamtenbesoldung hier beim Lehrer spricht. In dieser Zeit haben andere schon etliche Tausen Euro verdient, das muss ein Akademiker erst einmal wieder “aufholen”. Und als letztes möchte ich sagen, dass es sicherlich keinen Menschen gibt, der Lehramt nur des Geldes wegen studiert. Vielmehr ist das eine innere Entscheidung, die von ganz anderen Aspekten herbeigeführt wird.

Alles Liebe,
Frederic

(#191) stine meinte am 03.10.2007, 14:01 dazu:
" 

@Frederic

Lieber Frederic, du hast wirklich einen netten und einfühlsamen Kommentar geschrieben. Ich hoffe für dich, dass du dein Berufsziel erreichst - vielleicht schaust du mal, wie die Qualifizierung in anderen Bundesländern gehandhabt wird, eventuell gibt es dort andere Lösungen (bisweilen muss ein Lehrermangel ausgeglichen werden und die Bedingungen sind gelockert worden). Ich würde daher unbedingt das Ziel im Auge behalten und alle Wege durchforsten. Du wirst das schaffen, mach weiter so!
wink

Alles Gute! Stine

(#192) mariechen meinte am 14.10.2007, 12:24 dazu:
" 

@ Lehrbär

Hallo!
Ich unterstütze deine Einstellung.
NUR: Mit deinen 3500.- schwimmst du in einem anderen Teich. Bei mir, als verbeamteter Lehrerin, steht auf dem Gehaltszettel 2092,... E (bin A 12, ledig, keine Kinder).
Und ich mach doch auch de selben Job, ODER?

Mit Grüßen,
“mariechen”

(#193) Bernd Kesper meinte am 14.10.2007, 16:38 dazu:
" 

“Bernd” meint:

  Hallo! Bei der ganzen Diskussion um Lehrergehälter im Verhältnis verbeamtete und nicht verbeamtete Lehrer fällt mir auf, dass nur über das Thema Geld gesprochen wird. Es scheint, als sei der Spruch von “der besonderen Treuepflicht gegenüber dem Dienstherrn” nur Floskel oder Marginalie. Auch die schwierigeren Versetzungsmöglichkeiten, gewisse Unflexibilität und - wir bekommen es beim Lokführerstreik gerade vor Augen geführt - das Streikrecht sind nicht zu vernachlässigen. Ich sehe, dass der begrüßenswete Rückzug des Staates und zunehmende “Gleiche Augenhöhe” gerade beim Lehrerberuf dazu führen, dass viele sich n u r   noch wegen des höheren Gehaltes als “Beamte” fühlen bzw. es werden wollen. Das war mal ganz anders - und da muss man nicht 100 Jahre zurückgehen sondern höchstens 25.
Daher rege ich eine Diskussion um den Stellenwert des Berufsbeamtentums an. Dabei ist allerdings auch zu bedenken, dass Angestellte nicht per se billiger sind. Wenn - oder da es tatsächlich ein Relikt und Statussymbol ist, kann man einheitlich in allen Ländern Beamtenverhältnisse auslaufen lassen. Bei den Einkommen sollte wesentlich mehr nach tatsächlich nachgewiesenen und abgehaltenen “Sonderaufgaben”( z.B.Nachmittagsbetreuung, Sprachunterricht DaF für Migrantenkinder aber auch zeitaufwändige Unterrichtsgänge oder Beratungsgespräche sowie eine Vorbereitung in der Schule(!), die irgendwie nachprüfbar ist) bezahlt werden, wobei das nicht zu einer massenhaften Absenkung aller Lehrergehälter führen darf oder als Vorwand dafür dienen soll.

(#194) BK77 meinte am 14.10.2007, 18:12 dazu:
" 

@mariechen
Der Gehaltsunterschied muß relativiert werden. Es kommt natürlich auch auf Dein bzw. Lehrbärs Alter an. Du bist mit Deinem Gehalt - sofern Du im Westen arbeitest - wahrscheinlich in Entgeltstufe 4, also unter 29 Jahre alt. Lehrbär muß hingegen schon in Stufe 12 sein, also 50 oder älter sein (es kommt natürlich darauf an, was ihr unter netto versteht - mit oder ohne PKV). Zudem bekommt er Familienzuschläge für Frau und Kind UND er ist in Lohnsteuerklasse 3.  Und zu guter Letzt ist er A13 und damit aller Wahrscheinlichkeit nach Gymnasial- oder Berufsschullehrer, hat damit länger studiert, höhere Prüfungsanforderungen erfüllen müssen, wahrscheinlich auch ein längeres Referendariat hinter sich (24 statt 18 Monate) und macht demnach auch nicht denselben Job. Welche Gehaltsunterschiede gerechtfertigt sind, ist eine andere Frage, aber dass es diese gibt, finde ich persönlich in Ordnung.

(#195) Lehrbär meinte am 14.10.2007, 18:49 dazu:
" 

@mariechen und zum ursprünglichen Thema “Wie viel verdienen Lehrer/innen?”:
Ich versuche mal meine fast-3500 Euro netto transparent zu machen.
Basis ist das Grundgehalt, das, je älter man wird, stufenweise ansteigt (sofern man nicht Späteinsteiger ist) ich bin 40 und wohne in Baden-W.
—> 3542 (Besoldungstabelle West).
Dazu kommt bei und im Ländle der Landesanteil Besoldung (das ist früher das Weihnachtsgeld gewesen. Nun sind das 56% vom Grundgehalt und es wird nicht mehr im November ausgezahlt sondern in 1/12 Teilen jeden Monat, also ungefähr 4,6%. Bei mir:
—> 210
Familienzuschlag für Verheiratete
—> 105
Familienzuschlag für das Kind
—> 90
Dazu gesellt sich bei mir noch eine Stellenzulage
—> 71
Davon gehen dann Lohnsteuer (Klasse 3, ein Kinderfreibetrag), Soli, Kirchensteuer ab.
Dann kommt man zum Nettobetrag, so ca. 3340.
Und zu dem wird bei mir noch das Kindergeld aufgeschlagen, das der Staat eben bei Beamten gleich mit der Besoldung ausbezahlt.
—> 154.

Vergleich zu Angestellten:
Angestellten werden, sofern sie nicht privat versichert sind, die Krankenversicherungsbeiträge vom Brutto abgezogen. Insofern ist ein Netto vom Angestelten zum Beamten nicht zu vergleichen. Bei mir müsste man nochmal 220 für die PKV abziehen um vergleichbar zu sein. Das Kindergeld bekommt jeder Angestellte extra von der Familienkasse.
Mein vergleichbares Netto mit einem Angestellten wäre dann 3100.

@mariechen: (Ich geh bei dir von Vollzeit aus)Bei Dir entfällt Familienzuschlag verheir. und Kind, Du bist LStKl 1 ohne Kinderfreibetrag (macht gewaltig was aus denke ich) und vermutlich deutlich jünger als ich. Wie es in anderen Bundesländern (?) mit dem “Weihnachtsgeld” (oder wie immer es heißen mag) geregelt wird, weiß ich mangels Erfahrung nicht. Evtl. bekommst Du ja noch extra im Nov., dafür aber nicht den Zuschlag jeden Monat.
Ihr seht: so einfach ist es gar nicht, obwohl überall die Besoldungstabellen einzusehen sind.
Noch eine Summe zum Vergleich: als ich nach dem Ref. mit 75% Teilzeit anfing, bekam ich Netto etwa   1700 (A13 mit Zulage).

@mariechen: Freu Dich, es wird mehr wink

(#196) Angestellter meinte am 14.10.2007, 23:25 dazu:
" 

Liebe Kollegen, liebe Eltern, liebe andere

diese Diskussion ist ja an Populismus nicht zu überbieten. Macht weiter so und erheitert uns, hauptsache Ihr schlaft nicht zu schlecht…
Spielverderbern sei folgende Seite empfohlen. Da kann man dann selber rechnen und begreifen, dass diese Diskussion nicht nur Äpfel mit Birnen, sondern eher Pflaumen mit Papayas vergleicht…

http://oeffentlicher-dienst.info/

(#197) Anja meinte am 30.10.2007, 19:03 dazu:
" 

Hallo zusammen!
Ich hab da mal ne Frage…
Ich komme ursprünglich aus SH, da mein mann hier aber arbeitslos wurde, gingen wir nach Sachsen, da er da ein Jobangebot hatte. Dort habe ich dann nochmal von Vorne angefangen und hab Studiert - Grundschullehramt. Nun werde ich im kommenden Frühjahr mein Examen machen. Inzwischen ist mein mann wieder nach SH zurück, da er dort wieder Arbeit gefunden hat und wir dort nach wie vor unseren Hauptwohnsitz haben. Nach dem Examen werde ich auch wieder zurück gehen. Nun kommt der Hammer: Ich werde mein Examen wahrscheinlich sehr gut bestehen, dennoch hab ich KEINE Chance, in HH oder SH einen Referendarplatz zu bekommen! Ich erfülle nicht die Voraussetzungen, da ich nur 1 studiertes Fach habe (D). Was sagt man denn dazu? Als ich anfing zu studieren, hab ich auf Nachfragen eine Antwort bekommen, dass es egal sei, wo ich studiere - die Ausbildung sei überall anerkannt… Natürlich habe ich die Mail keine 4 Jahre aufbewahrt… Aber nun heißt es, ich hätte Haupt- und Grundschule studieren müssen - leider gibt es das aber in DD nicht!
Was soll ich denn nun eurer Meinung nach tun? Sollen die ganzen 4 Jahre wirklich umsonst gewesen sein? Es kommt für uns nicht in Frage, nach Sachsen umzuziehen. Wir wollen auf jeden Fall im Norden bleiben. Hat jemand irgendeinen Tipp, was ich tun kann, um doch noch eine Chance auf einen Referendarplatz zu bekommen???
Da heißt es aus der Politik, man müsse flexibel im Arbeitsleben sein… das war mein Mann - und ich mit ihm… und, was haben wir davon…????
Ich bin für jeden Hinweis dankbar!  smirk

(#198) BK77 meinte am 31.10.2007, 14:51 dazu:
" 

Wie kann es denn sein, daß Du nur ein Fach studiert hast? Das habe ich ja noch nie gehört. Gerade in GS, wo man ja fast alles unterrichten muß, werden doch oft auch drei Fächer studiert (ein “Kurzfach” + ein “Langfach” oder drei “Kurzfächer”). Eigentlich ist es schon egal, wo man studiert hat. Wir hatten am Seminar auch jemanden aus den neuen Ländern (Leipzig)- das war aber LA Gymnasium. Aber mit nur einem Fach sehe ich wirklich schwarz. Dann mußt Du zur Not noch ein zweites Fach in SH dranhängen…
Am besten wird sein, wenn Du Deine Frage mal bei www.referendar.de stellst, da tummeln sich sicher mehr kompetente Ansprechpartner für so einen Fall. Viel Erfolg!

(#199) stroehli meinte am 31.10.2007, 20:04 dazu:
" 

Hinweis: Ich unterrichte FÜNF Fächer an einer Realschule… vielleicht muss man heute mehr mitbringen als nur ein Fach ?!?
Und weil das eine Privatschule ist, träume ich nur von den genannten Gehälter der Beamten, die sich mit 2 Fächern bis zum ca. 60. Lebensjahr durch die Schulzeit schleppen.

(#200) EU-Kämpfer meinte am 01.11.2007, 0:36 dazu:
" 

Hallo Anja
Der deutsch Bildungsföderalissimus ist fast unschlagbar.
Eine Möglichkeit wäre es evtl. über Eurorecht zu kämpfen. Wird schwierig, langwierig, Erfolg fraglich.

Eine andere der Anspruch auf Rechtsgleichheit.

Der 3: Zu versuchen, mit einem EU-rechtlichen Anpassungslehrgang das erforderliche 2.-Fach nachzubleuen.

Mit allen 3 Möglichkeiten wirst du bei den Ämtern sicher keine Unterstützung erfahren.
Dann versuch es eben mit dem 3-Säulenprinzip:
KMK nerven, Öffentlichkeits (Druck auf das schon etwas schwierige Image des dt. Bildungsstandorts), gewerkschaftliche Unterstützung.

Viel Glück!

(#201) Anja meinte am 02.11.2007, 9:37 dazu:
" 

Also erstmal: Danke für eure Reaktionen!
Zu BK77: Du hast schon recht, ich studiere natürlich nicht insgesamt nur ein Fach, sondern im Grunde alle, aber dies setzt sich eben anders zusammen: In meiner Studienordnung steht folgendes:
“Das Studium umfasst grundsätzlich
- den Erziehungswissenschaftlichen Bereich (26 SWS),
- das „Studierte Fach“ Grundschuldidaktik (40 SWS) und - ein „Studiertes Fach“ (60 SWS).
Das Studium des „Studierten Faches“ Grundschuldidaktik umfasst folgende Gebiete:
- Gebiet A: Deutsch,
- Gebiet B: Mathematik,
- Gebiet C: Heimatkunde- und Sachunterricht,
- Gebiet D: Englisch in der Grundschule oder Russisch in der Grundschule oder Ethik oder
Kunsterziehung oder Musik oder Evangelische Religion oder Katholische Religion oder
Sport oder Werken.”
So, als studiertes Fach Grundschuldidaktik habe ich aus dem Gebiet D Sport (hier habe ich zudem noch eine Zusatzquali als Sportförderlehrerin gemacht), als studiertes Fach hab ich Deutsch.
In dem Bereich des studierten Faches Grundschuldidaktik sind dann natürlich alle anderen Fächer mit inbegriffen. Also auch Mathe und Sachkunde. Insofern kann ich auch alle Fächer unterrichten. Aber als “richtig” studiertes Fach mit mind. 40 SWS gibt es in Sachsen nur 1 Fach. Ich weiß allerdings nicht, wie Erziehungswissenschaft gerechnet wird, aber da dies auch “nur” 26 SWS sind, entfällt es als richtige Anerkennung. Tja, so ist die Situation nun… Ich hatte auch bereits überlegt, ob ich noch das fehlende Fach nachbüffel, aber da ich bereits das 36 LJ überschritten habe, möchte - und muss ich auch mal wieder Geld verdienen und wieder voll ins Berufsleben einsteigen. Vor dem Studium habe ich in der Verwaltung im Altersheim gearbeitet.
Ich werd aber diese Fragen trotzdem auch nochmal auf deiner Tippseite “referendar.de” stellen. Vielleicht hat da ja auch noch jemand eine zündende Idee.
Trotzdem nochmal Danke an alle!

(#202) Marcel meinte am 02.11.2007, 11:27 dazu:
" 

@stroehli

Fünf Fächer ist sicher eine Leistung, aber an staatlichen Haupt- und Realschulen keine Seltenheit. Meine Mutter hat z.B. Deutsch und Textilgestaltung studiert, unterrichtet aber zusätzlich Englisch, Erdkunde, Mathe, Bio, Hauswirtschaft und Informatik. Solche “Zehnkämpfer” findet man in den meisten Schulen der Sek I in gehäufter Anzahl.

Außerdem haben viele Lehrerinnen und Lehrer eh drei Fächer studiert oder durch Zertifikatskurse die Lehrbefähigung für weitere Fächer erworben.

(#203) stroehli meinte am 02.11.2007, 13:53 dazu:
" 

Na, eine Auszeichung wollte ich für meine Wort auch nicht erreichen, nur sollten man die Damen und Herren aus dem Beamtenlager die Unterscheide erkenne…

(#204) BK77 meinte am 02.11.2007, 13:55 dazu:
" 

Erziehungswissenschaft ist meines Wissens Teil aller LA-Studiengänge. Bei uns wurde diese auch als “drittes” Fach bezeichnet, aber das hat ja mit dem Schulalltag nichts zu tun.
Wie es mir scheint, seid Ihr sogar besser auf den Grundschulalltag vorbereitet, da ansonsten “nur” die 2-3 Fächer studiert werden und damit kein so praxistaugliches Wissen erworben wird wie bei einem Rundumschlag. Sicher hat das auch Nachteile, aber das ist ein anderes Thema.
Wenn Dir jemand helfen kann, dann sicher auf referendar.de.

(#205) EU-Kämpfer meinte am 02.11.2007, 15:25 dazu:
" 

Hallo Anja
Das liest sich ja doch recht vernünftig. Damit müsste es funktionieren.
Zwar ist es ja kein EU-Problem, aber es ist letztlich kaum haltbar, dass innerhalb Deutschlands strengere Regeln gelten als für EU-Einwanderer.

Lass Dich rechtlich beraten (z.B. von einem FACHLICH VERSIERTEN RA, oder auch vom EIPA (European Institute for Public Administration, Maastricht).

Dann könntest Du eine Beurteilung durch das Schulministerium in SH anstrengen, die nach gleichen Masstäben liefe wie diejenige von ausserdeutschen EU-Lehramtsabschlüssen.

Notfalls müsstest Du einzelne Kurse nachbläuen, aber sicher kein ganzes Studium.

Mein Tip: Öffentlichkeitsdruck wäre dann angesagt, wenn die Ämter nicht mitspielen. Deutschland hat hier ein ziemliches Imageproblem (bereits 2 EU-Direktionsklagen, da die deutschen Anerkennungsregeln (bis Ende 2005) nicht transparent waren. (Anm. Kein Wunder, bei diesem furchtbaren Amtsdschungel. Spreche aus eigener Erfahrung! Kampf hat sich aber äusserst gelohnt!)

Viel Erfolg und v.a. Durchhaltewillen!

(#206) AB meinte am 02.11.2007, 23:01 dazu:
" 

Hallo zusammen,
dies ist ja eine interessante Diskussion geworden. Spannend finde ich, wie wichtig korrekte RS wird, wenn jemand anderer Meinung ist. Eigentlich schade, dass wir Lehrer uns solche Blöße geben. Schließlich korrigieren wir täglich ganz andere Texte.

Ich beschwere mich nicht über mein Gehalt. Es ist angemessen (Mal abgesehen von den Abschlussfahrten, Selbstreparatur und Beschaffung von Arbeitsmitteln -welcher Chirurg repariert das Röntgengerät selbst-)

Dieser Diskussion möchte ich einmal einen anderen Aspekt hinzufügen.
Ich bin verbeamtete Lehrerin in Ostberlin. Als Kollegen nach der Wende in den Westteil gingen, hatte ich kleine Kinder. Dank der guten Möglichkeiten im Osten konnte ich weiter arbeiten, aber auf die neue Herausforderung einer Kreuzberger Schule mit 98% Ausländeranteil habe ich deshalb bewusst verzichtet. Ich blieb an der Gesamtschule, unterrichte jetzt seit 20 Jahren (18 Jahre Klassenleiterin)engagiert, Arbeitszeit ca.48 Stunden wöchentlich im Jahresdurchschnitt, abzüglich drei Wochen Urlaub.

Kann mir mal einer erklären, warum die angestellte Kollegin neben mir mehr aus der Lohntüte zieht als ich? (Krankenkasse berücksichtigt)

Warum hat der beamtete Kollege, der vor 15 Jahren (alleinstehend)in Steglitz drei Jahre am Gymnasium war, mehr in seinem Säckel als ich?

Warum verdient eine Kollegin unserer Schule, die in den Osten zog, weil sie hier ein preiswertes Häuschen fand, mehr als ich? Kann mir das einer erklären?

Was, frage ich mich, macht meine Arbeit schlechter, als die der vorgenannten Kollegen.

MfG AB

(#207) McK meinte am 03.11.2007, 18:20 dazu:
" 

Ich bin Berater (MBA) und arbeite fast jedes WE, klar bekomme ich auch ein gutes 6-Stelliges Schmerzensgeld. Ich kann das Lehrergejammer nicht mehr ertragen.
Seht Euch als Dienstleister!
Werdet bereit zu leisten und auch danach bezahlt zu werden. Lehrer leben immer noch in einem Elfenbeinturm (12 Wochen Urlaub)- meine Ex ist Lehrerin.

(#208) BK77 meinte am 04.11.2007, 13:28 dazu:
" 

@ McK
“... und ich arbeite fast jedes WE”. Was meinst Du eigentlich, was der Großteil der Lehrer am Wochenende macht? Du bist mir ein Spaßvogel. Und dann wieder diese alte Kamelle von 12 Wochen Ferien. Ich sitze hier an meinem letzten “Ferientag” und korrigiere die letzten von insgesamt 27 (!) Oberstufenklausuren des Fachs Englisch. Inklusive Wortgutachten über die Fehlerschwerpunkte dauert das 1,5 Stunden PRO Klausur, wenn nicht länger. Davor habe ich über 100 Klassenarbeiten in Englisch der Sek I korrigiert. Dann rechne mal nach, Du Spaßvogel, wie viele Wochen Urlaub dann im Jahr noch übrig bleiben. Geschwafel wie Deines habe ich schon oft gehört. Komisch nur, dass meine Freunde, die den Spaß mitbekommen, mittlerweile ihren Mund halten. Du aber verbreitest Deine unerträgliche Propaganda fröhlich weiter - daher kann Deine Exfreundin entweder nur in Deiner Phantasie existieren oder sie hatte eine drittel Stelle oder aber sie war Nachhilfelehrerin auf 5-Wochenstunden-Basis…

(#209) stroehli meinte am 04.11.2007, 14:11 dazu:
" 

Schon klar, warum es die EX ist, wer will schon mit so einem Vorurteile-Runterbeter zusammen sein? Schade, dass du nie wirklich DEINE Arbeit mit der Arbeit deiner EX verglichen hast… und warum treibst du dich als MBA eigentlich auf dieser Seite rum?
Ich bin aus der freien Wirtschaft in den Lehrerberuf gewechselt und habe sicher auf einen großen Brocken meines Gehaltes verzichtes.
Hier wird nicht gejammert, hier wird verglichen, schade, dass das nicht einmal ein genialer, supereicher MBA erkennt….
Ich wollte nur nochmal sagen: Ich bin Lehrer, ich hab den geilsten Job der Welt - pfeif auf die paar Mücken mehr, die es an anderer Stelle mehr zu verdienen gibt - ich bin froh, diese anzugtragenden Schnösel im Business-Flieger nicht mehr ertragen zu müssen, echt - ey - da ist mir jeder Weinkrampf einer Fünftklässlerin nach einer Mathe-4 lieber, DAS ist das LEBEN, Junge!!!

(#210) AB meinte am 04.11.2007, 15:25 dazu:
" 

Hallo McK,

Zitat: Werdet bereit zu leisten und auch danach bezahlt zu werden.

Willst du mir damit sagen, dass ich schlechter arbeite, weil ich vor der Wende drei Jahre im Osten, statt im Westen Berlins unterrichtet habe? Das muss in der Tat 2007 mal endlich bestraft werden. Wenn die Ossis nun schon Beamte werden durften, dann kürzt ihnen wenigstens das Geld!

(#211) cycling4ever meinte am 04.11.2007, 15:55 dazu:
" 

Hallo liebe Lehrer!

Keine Frage, ihr übt einen psychisch anstrengenden Beruf aus.
Was ich allerdings nicht verstehe ist, warum ein Lehrer verbeamtet sein muß.
Das gibt es auch in anderen Ländern nicht und sorgt auch dort nicht für “Sodom und Gomorrha”, sprich für ständig streikende Lehrer und (durch den Unterrichtsausfall verursachte) orientierungslos umherziehende, marodierende Jugendbanden, die alten Damen die Handtaschen klauen.
Wozu also der Beamtenstatus?
Der Beamtenstatus ist ein Relikt aus dem Kaisereich und sollte auch als ein solches betrachtet werden: er ist überflüssig geworden.
Es gibt (seit geraumer Zeit) keinen Kaiser mehr und auch die Gesellschaft von damals ist verschwunden. Oder hat der Staat etwa nach wie vor ein Interesse an einer hierarchischen Gliederung der Gesellschaft? Eine Klärung dieser Frage ist euch überlassen ...
Hilfreich jedenfalls wäre die sofortige Abschaffung des Beamtentums für Lehrer.
Gründe:
1. Im Mittelpunkt des Schulinteresses sollte der Schüler stehen und daß dieser etwas verwertbares für sein Leben lernt.
2. Lehrer die, aus welchen Gründen auch immer, nicht mehr den Anforderungen in ihrem Beruf gerecht werden, muß gekündigt werden können. Das gibt es auch in anderen Berufszweigen. Das ist zum Wohle der Kinder.
3. Wären Lehrer angestellt, hätten sie deutlich mehr Bezug zur Realität des Großteils aller Arbeitnehmer in diesem Land, denen nämlich, die (jederzeit) arbeitslos werden können. Oder anders: auf welche Realität will ein verbeamteter Hauptschullehrer seine Schüler vorbereiten? Auf eine Realität von der er keine Ahnung hat und niemals haben wird?
4.  Deshalb: Abschaffung des Beamtenstatus,sofort!

(#212) BayernLehrerin77 meinte am 04.11.2007, 22:15 dazu:
" 

An cycling4ever:

Hallo erstmal!

Du hast in vielen Punkten recht, zum Beispiel dass die Lehrerschaft durch die Abschaffung des Beamtentums mehr leistungsorientiert werden sollte. Wobei ich nicht denke, dass die Lehrer nichts leisten. Ich weiß was ich leiste, jedoch die Welt außerhalb der Schule weiß es nicht! Dann müsste man sich nicht solche unsachlichen Diskussionen anhören. Der Aspekt, dass Beamten nicht streiken dürfen, ist trotz allem eine gute Absicherung für das Recht auf Unterricht. Vielleicht könnte man das auch irgendwie anders lösen, ich bin aber kein Politiker sondern eine Lehrerin mit Herz! Denke nun bitte nicht “...die ist ja eh schon Beamtin…”, denn ich bin noch nicht verbeamtet und hätte auch kein Problem damit nicht verbeamtet zu werden, da ich eh keine Angst haben müsste gefeuert zu werden. An die Hauptschule möchten die meisten nicht mehr und zusätzlich habe ich noch die richtige Einstellung zur Arbeit. Also von mir aus kann man auch das Beamtentum abschaffen.
Schade finde ich nur, dass du in Punkt 3 unsachlich wirst! Ich habe bisher als Schülerin und Studentin 5 Jahre in einem Kaufhaus gearbeitet und 7 Jahre in einem Café gejobbt. Denke nicht, dass ich da solange geblieben wäre, wenn ich nicht wüsste wie die Realität aussieht! Mal abgesehen von mir, kenne ich einige Lehrer, die aus der Wirtschaft (nicht Kneipe!) kommen und dann noch Lehramt studiert haben! Ich stehe außerdem mit der “Wirtschaft” im Kontakt um die besten Möglichkeiten für meine Schüler zu schaffen, damit sie eine Chance auf eine Lehrstelle haben. Ich predige den Schülern tagtäglich, dass die Welt da draußen hart genug ist und sie die Zeit in der Schule nützen müssen, um sich darauf vorzubereiten. Ich bereite sie auf Vorstellungsgespräche und Bewerbungen vor, versuche ihnen Anstand, Werte, softskills, etc. zu vermitteln, damit sie ´ne Chance haben. Und das machen viele Lehrer. Stempelt uns nicht als naive Arbeitnehmer ab, die am Zipfel von Väterchen Staat hängen und Angst vor der Arbeitswelt da draußen haben. Das lassen wir uns nicht gefallen und wenn euch zu langweilig ist, dann beschäftigt euch vielleicht selber mir der Frage “Bin ich in meinem Beruf glücklich?”, denn eigentlich geht es hier um den Verdienst von Lehrern und nicht um das Beamtentum!!! Und ich denke nicht, dass ein Außenstehende die verschiedenen Verdienste von Lehrern beurteilen kann, denn das Thema ist wirklich komplex und nicht mit einem Beispiel abzuhandeln!

Grüße noch an alle Lehrer, die ihren Beruf mögen!

(#213) Claudia F. meinte am 07.11.2007, 14:21 dazu:
" 

Ein Lehrer trägt viel Verantwortung auf seinen Schultern. Es ist also nur gerechtfertigt durch eine Verbeamtung in gewisserweise geschützt zu sein!
Hier schreibt eine Schülerin.

(#214) stroehli meinte am 09.11.2007, 9:05 dazu:
" 

Ist klar, Claudia F… und ich bin Hausmeister!

(#215) BE meinte am 09.11.2007, 21:45 dazu:
" 

Griaßt eich,
liebe Kollegen, was regt ihr euch auf. In unserem Land steht es jedem frei den Lehrerberuf zu ergreifen (in By kann auch ein Absolvent der Hauptschule noch Gymnasiallehrer werden, ...). Wenn jemand findet, dass es Lehrer schöner hätten als einer selbst, soll er den Beruf doch lernen und ausüben!
Zum Gehalt möchte ich noch zwei Rechnungen mit auf den Weg geben.
Ein Abiturient, der Lehrer werden will, muss nach dem Abitur noch eine 7-jährige Ausbildung incl. Referendariat machen und verdient dann erst.
Ein gleichaltriger ausgelernter Geselle fängt jetzt zu verdienen an und wenn er sich fortbildet, wird er sagen wir mal maximal Techniker/Meister.
Rechnet mal aus, ab welchem Lebensjahr der Gesamtverdienst eines Lehrers größer ist als der des Meisters.

Beamter oder nicht:
Beamte erhalten bei Gehaltssteigerungen im Schnitt einen Prozentpunkt weniger als Arbeiter in der Wirtschaft. Rechnet mal aus, wie viel das bei einer Lebensarbeitszeit von 35 oder 40 Jahren insgesamt weniger ist als das von Arbeitern in der Wirtschaft mit gleichem Einstiegsgehalt.


An alle Eltern:
Angenommen Lehrer streiken (nehmen wir mal an zwei Wochen kein Unterricht). Wenn Ihnen erklärt wird, dass der Stoff, der in dieser Zeit nicht gelehrt werden konnte, vom Elternhaus in Eigenregie mit den Kindern nachzuholen ist, sind Sie dann für oder gegen Verbeamtung? Ich weiß natürlich auch um die Vorteile/Nachteile des Beamtentums!

Ich rate den Schülern immer das zu machen, was sie interessiert.
BE

(#216) cyclin4ever meinte am 10.11.2007, 12:11 dazu:
" 

Hallo!

Zuerstmal freude ich mich, ein bißchen Schwung in dieses beschauliche Forum gebracht zu haben…

1.Grundsätzlich denkt jeder Arbeitnehmer (verbeamtet oder nicht) von sich selbst einen harten (wenn nicht den härtesten überhaupt) Job zu machen. Darum geht es mir aber nicht. Ich finde einfach nur, daß in der Schule der Schüler im absoluten Mittelpunkt des Interesses stehen sollte. Aus diesem Grund bin ich dafür das Beamtentum abzuschaffen, da Lehrer, die den Anforderungen in welcher Weise auch immer nicht (mehr) entsprechen, auch “freigesetzt” werden sollten.
In 14,5 Jahren Schulzeit (incl Ausbildung) habe ich so einiges erlebt (nennt es repräsentativ oder nicht), in denen nicht immer (um es mild auszudrücken) der Schüler (und daß er etwas lernt) im Mittelpunkt standen…
Deshalb: Abschaffung des Beamtenstatus, im Interesse der Schüler!!!
2.Nur in Deutschland gibt es verbeamtete Lehrer, weswegen sie nicht streiken dürfen. Ist denn aus anderen Ländern bekannt, daß dort wochenlang das absolute Chaos ausbricht, falls diese in den Streik treten? Nein! Also ist das ein völlig lächerliches Argument.
3.@Bayernlehrerin77: Vielleicht habe ich mich etwas unpräzise ausgedrückt, das kann sein, sorry wenn ich dein Nervenkostüm unnötig strapaziert haben sollte. In erster Linie meinte ich mit Realität eines (ich verbeamteten) Arbeitnehmers, daß dieser jederzeit arbeitslos werden kann. Ansonsten habe ich den maximalen Respekt vor engagierten Hauptschullehrern. Ganz echt!
4.@BE: Ja, die theoretische Möglichkeit besteht, daß in unserem schönen Bayernland ein Hauptschüler noch zu höchsten gesellschaftlichen Ehren kommt noch Gymnasiallehrer wird. Alle Theorie ist aber grau. Sollte Ihnen mal so einer spontan über den Weg laufen spendiere ich Ihnen spontan, sagen wir mal 1000 Euro…
5.@BE: Wollen Sie ernsthaft das Gehalt eines Arbeiters in unserem schönen Land mit dem eines Lehrers vergleichen? Ernsthaft??? Dann muß man doch etwas tiefer eindringen und sagen, daß das Bruttogehalt eines (angestellten) Arbeiters IN KEINSTER WEISE mit dem Bruttogehalt eines (verbeamteten) Lehrers vergleichbar ist. Oder gibt es etwa keine Sozialabgaben mehr für Arbeiter? Fairer ist ein Vergleich der Nettolöhne der beiden Personengruppen. Wenn Sie dann noch von der Formel Lehrergehalt=Arbeitergehalt ausgehen, weiß ich auch nicht mehr weiter…
6.Zu guter letzt noch was zum Nachdenken: eine durchschnittliche Pension ist um etwa 1/3 höher als eine durchschnittliche Rente. Die Quelle gebe ich gerne noch an, falls erwünscht.
7.Ansonsten: schau mal was im Lehrerfreund über Lehrerpensionierungen steht:
http://www.lehrerfreund.de/in/schule/1s/lehrer-pensionierungen-2005/
dem ist nichts hinzuzufügen.

Ein schönes Wochenende allerseits!

(#217) Deiotarus meinte am 10.11.2007, 23:56 dazu:
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Liebe Kolleginnen und Kollegen: Geht mal bitte insgesamt etwas selbstbewusster mit der ganzen Diskussion um, kommt mal aus der “Hilfe, ich werde schon wieder geprügelt”-Ecke raus und hört bitte vor allem auf, Euch gegenseitig in die Pfanne zu hauen:

1.Spart Euch die Zeit, auf unqualifizierte und lediglich die eigene Dummheit offenbarende Stellungnahmen zu antworten. Wir sollten wissen, was wir leisten und was unsere Arbeit wert ist, das müssen wir nicht rechtfertigen, ganz sicher nicht vor solchen Leuten wie McK und wie sie alle heißen.
2.Wir sollten aufhören, uns nach Bundesländern, Schulart und Status gegenseitig zu zerfleischen, diese Diskussion entsolidarisiert nur und kann geführt werden, wenn wir andere Probleme gelöst haben.
3.Zum Thema Verdienst möchte ich schlicht und einfach feststellen: Egal, wie viel wir verdienen, wir kriegen es nicht! Uns wie kaum einer anderen abhängig beschäftigten Berufsgruppe wird zugemutet, neben unserer eigenen Arbeitskraft auch unser Geld einzubringen:
-Möchte ich mit aktueller Fachliteratur arbeiten, muss ich sie selbst bezahlen, da das Schulbudget nie die Bedürfnisse aller befriedigen kann.
-Folien, Schreib- und Verbrauchsmaterial bezahle ich selbst.
-Ich habe noch keine Klassenfahrt mitgemacht, die in finanzieller Hinsicht kostenneutral gelaufen wäre.
-Auch für Fortbildungen müssen wir immer öfter Eigenanteile aufbringen.
Selbst wenn man die steuerliche Absetzbarkeit berücksichtigt, bleibt der Löwenanteil trotzdem an mir hängen, wobei Kämpfe mit dem Finanzamt inklusive sind.
-Meine Schule ist nicht in der Lage, mir einen ordentlichen Arbeitsplatz zur Verfügung zu stellen. Im Lz steht ein Rechner für fast 70 Leute, ein Drucker kommt dazu, dann verfügen wir noch über 2 meist besetzte Computerräume. Der übliche Kopierer darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass kein einziger Scanner bereit steht, auch hier könnte ich die Liste beliebig fortsetzen. Mein bisheriges Engagement, für die Steuerfreiheit der diesbezüglichen Ausgaben erhebliche Investitionen in ein häusliches Arbeitszimmer zu stecken, schlicht und einfach um meine Arbeit ordentlich machen zu können, wird seit diesem Jahr auch nicht mehr gewürdigt, d.h. ich muss auf die eigenen Mittel, die ich in den Dienst der Schule stelle, auch noch Lohnsteuer zahlen. Auch wenn man jetzt argumentieren kann, dass es nicht Aufgabe des Steuerzahlers ist, Arbeitsplätze von Lehrern zumindest zu subventionieren, so darf ich doch wohl mit Recht dagegen halten, dass es erst recht nicht meine ist.
In der diesbezüglichen Diskussion habe ich keinerlei Angst vor einer Arbeitsplatz- und Arbeitszeitbeschreibung für Lehrer, über 1800 Stunden Jahresarbeitszeit (ein überdurchschnittlicher Wert) würde ich mich freuen und die Reduzierung meines Pensums auf o.g. Wert neben der Zusicherung, zu klar definierten Zeiten den Hammer fallenlassen zu dürfen, gerne akzeptieren, wenn ich dafür einen Raum im Haus reprivatisieren, zuhause wirklich Feierabend haben und im Fall des Falles Überstunden abrechnen dürfte.

Hören wir also auf, uns gegenseitig vorzuhalten, was wir als Angestellte, Beamte, in Ost oder West verdienen, konzentrieren wir uns zunächst einmal darauf, dass wir das, was wir bekommen, auch zu 100 Prozent behalten können. Fangen wir doch einfach mal an –und das ohne etwas auf eine unsbezüglich sowieso vergiftete öffentliche Meinung zu geben- uns den o.g. Ausgaben zu verweigern:
-Die Schule will, dass wir eine Klassenfahrt machen – gerne, wenn vorher geklärt ist, wer die Kosten der betreuenden Lehrkräfte(ja liebe Leute, das ist Arbeit, tw. rund um die Uhr)trägt, sofern sie nicht zuhause auch entstanden wären.
-Wir sollen uns fortbilden – dann aber bitte ohne Eigenbeteiligung an Materialien oder Dozentenkosten.
Die Liste könnte ich fortführen (s.o.), möchte aber nur anregen, es auch im Kleinen mal zu versuchen. Geht mal ins Schulbüro und verlangt einen Kugelschreiber, Bleistift, eine Folie o.ä. und achtet dann mal auf die langen Gesichter. Zum ersten wird Euch dann erst mal bewusst, wie oft und wie sehr Ihr auch finanziell in Eurem Beruf drinsteckt, zum anderen kommt Ihr dann mal vielleicht schrittweise Eurem Gehalt wirklich näher. Wenn dann mal so langsam „Netto“ auch „Netto“ heißt, dann kriegt Ihr zwar immer noch nicht das, was Ihr verdient –wir hängen den allgemeinen Gehaltsentwicklungen schon lange hinterher- aber Ihr habt etwas von dem kompensieren können, was Euch regelmäßig genommen wird. Und fragt mal spaßeshalber bei den Kollegen aus der so vielzitierten “freien Wirtschaft”, wie diese Dinge bei ihnen laufen. Ich persönlich kenne einige in vergleichbaren Positionen, die neben einem Dienstwagen auch Handy und Notebook gestellt bekommen und bei denen Fortbildungen grundsätzlich in höherklassigen Hotels mit anspruchsvollem kulturellen Begleitprogramm stattfinden (selbstverständlich inklusive An- und Abreise und völlig kostenfrei).

(#218) BayernLehrerin77 meinte am 12.11.2007, 1:46 dazu:
" 

An cyclin4ever:

Mach dir mal keine Sorgen um mein Nervenkostüm, das ist einiges mehr gewohnt (in der Regel 25 Hauptschüler) als eine Diskussion über Gehälter! Mir war schon klar was du mit der Realität meinst, sonst hätte ich dir auch nicht geschildert, dass ich auch schon meine Erfahrungen gesammlt habe. Bei 12 Jahren als “normaler” Arbeitnehmer wurde ich nicht gefeuert, da ich vielleicht Glück hatte und eine gute Arbeitseinstellung! Aber mir ist bewusst, dass eine Kündigung einen Arbeitsnehmer hart treffen kann, ich erlebe es ja auch bei meinem Mann mit. Die Realität der Arbeitslosigkeit ist mir und ich denke auch vielen anderen Lehrern nicht fremd. Viele Eltern meiner Schüler sind arbeitslos und es geht nicht spurlos an mir vorbei. Das Argument “...in 14,5 Schulzetit habe ich schon einiges erlebt…” höre ich des Öfteren, das bedeutet aber nicht, dass man wirklich eine Ahnung hat. Ich habe als Schülerin auch negative Erfahrungen gemacht und beschlossen Lehrerin zu werden und es besser zu machen! Schwarze Schafe gibt es überall und nicht nur bei den Lehrern. Und die schwarzen Schafe der Angestellten werden auch nicht immer gefeuert, denn es gibt auch Vetternwirtschaft, unfähige Vorgesetzte und schwerfällige Apparate in der Wirtschaft. Erzähl doch mal was du so beruflich treibst, dann lassen wir uns auch mal über deinen Beruf ein bißchen aus, vielleicht belasstet das dann auch dein Nervenkostüm! wink

MfG

(#219) cycling4ever meinte am 12.11.2007, 17:12 dazu:
" 

Hallo Bayernlehrerin.

Na Du bist aber dünnhäutig…
Dennoch wirst Du doch Deine Arbeitssituation als Schülerin und Studentin (kellnern, Büro ?) nicht mit einem Arbeitnehmer gleichsetzen wollen, der mit 45 arbeitslos werden kann (durchaus unverschuldet und immer mit einer korrekten Arbeitshaltung) und danach NIE wieder was findet. Als Student / als Schüler hingegen findet man IMMER was.
Im übrigen bin ich Volljurist.

(#220) BayernLehrerin77 meinte am 13.11.2007, 21:35 dazu:
" 

Hallo ccling4ever,

ich frag mich woraus du meine Dünnhäutigkeit rauslesen kannst? Warscheinlich nur weil ich meine Meinung sage und das auf eine anständige Art und Weise ohne eigentlich jemanden persönlich anzugreifen! Doch wenn ich mich mal kurz auf dein Niveau herab lasse, dann muss ich sagen dass du anscheinend nicht nur ein Volljurist bist sondern auch ein Volld…! Denn Rest des Wortes bekommst du bestimmt als Volljurist heraus.

Ich persönlich werde mich nun von der Diskussion fernhalten, da sie eh in nichts mehr mit dem Gehalt eines Lehrers und mit der “Lehrerfreund”-Seite zu tun hat. Sondern es werden hier nur zwei Lager gebildet, dazu gehört auch das Lager der Lehrerhasser. Ich verabschiede mich und kann nur jedem Lehrerfreund raten sich auch dieser mittlerweile unsachlichen Diskussion fernzuhalten.

MfG

(#221) motschi meinte am 13.11.2007, 22:04 dazu:
" 

at cycling4ever

aber volljuristen, die, die für viel geld in juristenidiotenfachdeutsch paragrafen verdrehen, die wissen natürlich selber höchst gut, wie schule funktioniert, wie gute lehrer sein müssten und wie nicht - und vor allem: wie die welt da draußen funktioniert. als ob der gemeine arbeitnehmer (also auch der ach so arme volljurist, der wahrscheinlich angestellt ist, weil er es zum verbeamteten volljuristen nicht geschafft hat)jeden tag sich die nägel abkaut aus angst entlassen zu werden! und als ob der gemeine lehrer morgens um sechs im dunkel aus dem haus geht und abends, pardon, mittags um zwölf, dann aber mit sonnenbrille, wiederkommt und von der welt draußen nix mitbekommt. und sich dann entspannt in seinen beamtenlehnstuhl lehnt. ihre position ist so öde wie undifferenziert. wenn sie keinen job mehr finden, weiß ich warum: mangelnde differenzierungsfähigkeit bzw. schwarz-weiß-malerei. aber das ist ja bei juristen so! von denen gibt es nämlich genug, die ihr geld nicht wert sind. das ist meine erfahrung. nennen sie es repräsentativ oder nicht.

(#222) cycling4ever meinte am 14.11.2007, 1:09 dazu:
" 

Hallo allerseits.

Ich hoffe für Dich, liebe bayernlehrerin, daß Du Dich bei Deinen Schülern etwas kritikfähiger zeigst als in diesem Forum. Ich jedenfalls bin in keinster Weise persönlich geworden.
Ich habe nur meine Meinung vertreten und die ist nach wie vor, daß der Beamtenstatus bei Lehrern absolut unangebracht ist und eine Gesellschaftsordnung von vor 200 Jahren repräsentiert. Das ist alles.
Die beiden Vorredner kann ich beruhigen, ich bin geistig und körperlich voll auf der Höhe und auch nicht arbeitslos.
Bleibt weiterhin schön kritikunfähig, vielleicht kommt der Kaiser und sein Reich ja bald wieder zurück.

Prost!

(#223) BK77 meinte am 14.11.2007, 18:25 dazu:
" 

@cycling4ever

ich kann Deinen Lehrerhass nachvollziehen, schließlich haben Deine Geschichtslehrer bei Dir völlig versagt (Du weißt ja, Schuld sind immer die Lehrer…). Was zum Geier hatte bitte der Deutsche Kaiser mit dem Beamtentum zu tun? Und die Zeitangabe “200 Jahre” gibt Dich nur noch mehr der Lächerlichkeit preis.
Du solltest Dich erstmal informieren, Du Volljurist, bevor Du Deinen Senf hier verbreitest. Das Nachplappern bzw. Verbreiten von Unwahrheiten ist ein beliebter Sport, anscheinend vor allem von Volljuristen. Übrigens, ich bin Vollhistoriker und Vollanglist…

(#224) motschi meinte am 15.11.2007, 17:33 dazu:
" 

at cycling4ever

sie legen eine arroganz an den tag, gepaart mit der unfähigkeit zur argumentation (sie stellen meist nur thesen auf, erläutern diese jedoch kaum, ihre argumente sind schwach). natürlich werden sie persönlich, wenn sie der bayernkollegin unterstellen, ihr nervenkostüm belastet zu haben. soviel zu ihrer differenzierungsfähigkeit insgesamt.
der letzte satz ihrer letzten äußerung ist nur frech. dazu sage ich nur: immer schön in beschäftigung bleiben, sonst droht dem volljuristen vielleicht das gesellschaftliche aus, wenn er arbeitslos wird. das kann ja den beamten nicht passieren grin

(#225) frau schlau meinte am 16.11.2007, 21:43 dazu:
" 

Liebe Lehrer/innen,
ich verfolge diese Diskussion nun seit Monaten und möchte an dieser Stelle nochmal deren Unwürdigkeit betonen! Liebe Kollegen und Kolleginnen, auch wenn es schwer fällt, dumpfbackige Anwürfe des “ewigen Fahrradfahrers” (kann mir übrigens Juristen immer nur im langweiligen grauen Zweireiher im Mercedes S-Klasse oder im bayerischen Z irgendwas vorstellen, soviel zu ebenfalls dämlichen Klischees)zu ignorieren, es ist und bleibt die einzige Möglichkeit, weil hier jemand lediglich seine Vorurteile bestätigen möchte und zu einem gehaltvollen Austausch offensichtlich weder bereit, noch in der Lage ist.
In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein lockeres Wochenende, das wir selbstverständlich für einen kurzen Ausflug nach St. Moritz zum Apres- Ski nutzen. Am Montag früh dann entscheiden wir spontan, wie wir die lockeren acht Stunden mit Filmgucken und Internetsurfen füllen, hach, ich liebe das Beamtenleben und die Dummen, die mir die Pensionskasse füllen, cheers!

(#226) Studienrat meinte am 22.11.2007, 16:25 dazu:
" 

Genau, schafft das Beamtentum für alle Lehrer ab.
Dann können wir Lehrer endlich mal auf die Straße gehen und protestieren und streiken!
Wir könnten dann der breiten Bevölkerung (und den Stammtischen) erzählen, was wirklich in den Schulen abgeht, was die Leher wirklich leisten!

Keine Angst, DAS wird sich der Staat mit Sicherheit nicht antun, denn dann würden einige (Politiker)- Köpfe rollen.

—Wird eigentlich ein Mensch gut oder schlecht wenn er einen Beamtenstatus bekommt oder verliert?—macht das wirklich sooooo viel aus?
Ja? na dann werdet doch ALLE Beamte!

Grüße von einem Beamten (dem es egal ist ob er als Beamter oder als Nichtbeamter arbeitet)

(#227) gitano meinte am 23.11.2007, 7:13 dazu:
" 

Hallo Kollegen,

na bei der diskussion freue ich mich ja schon auf meinen neuen job!.ich wollte euch auch um ein paar infos bitten. ich bin nämlich nach langer zeit im ausland wieder in deutschland und dachte mir, dass ich es nach meiner erfahrung als unihivi und sprachdozent weltweit mal als lehrer probieren könnte. habe auch prompt das angebot zum quereinstieg in die anwärterlaufbahn berufsschulen spanisch/gk bekommen.

Mein problem: ich habe erst jetzt,1 Monat vor antritt, realisiert, dass ich ja gar nicht krankenversichert werde.

leider bin ich aber, seit ich wieder in deutschland bin, nicht krankenversichert. Muss ich mich zwangsläufig versichern oder kann ich noch ein paar monate warten, bis ich nach 2-3 gehältern wieder flüssig bin? wo bekomme ich so eine zusatzversicherung und was kostet die für anwärter ?

ach so, noch eine frage: ich lebe in wilder ehe mit freundin und sohn. sie ist angestellte lehrerin und bekommt auch das kindergeld. Ausserdem habe ich noch einen anderen sohn für den ich unterhalt leiste. Bekomme ich da diese familienzuschläge oder nicht? Habe mir schon einige infos von der besoldungsstelle angesehen, werde aber leider nicht schlau daraus.

Danke im voraus!

(#228) Ex-Beamter meinte am 23.11.2007, 22:02 dazu:
" 

meine Kollegen hielten mich für einen (idealistischen) Idioten, als ich Ihnen mitteilte, dass ich den deutschen Schuldienst verlasse und nunmehr in der Schweiz als Lehrer arbeite. Meiner Gesundheit tat der Wechsel gut! Ich habe jetzt Schüler, die die Türe aufhalten, 10x am Tag Grüezi sagen und einem die Hand geben.
Das was ich in D brutto hatte, habe ich jetzt allemal netto.

Was ich auch nicht vermisse: Irgendwelche Klassenarbeiten meiner Kollegen, von Hand hingekritzelt zwischen Tür und Angel, die Gütekriterien (Objektivität, Reliabilität, Validität)verletzend - und somit dem gesamten Berufsstand schadend. Dies gibt es nicht! Hier wird professionell gearbeitet.

(#229) Tobias meinte am 24.11.2007, 2:22 dazu:
" 

Hallo,

ich moechte auch ein paar Zeilen zu diesem Thema loswerden.

Ich bin ein 30 jaehriger Ingenieur, habe nach meinem FH Studium noch einen Master im Ausland gemacht (selber finanziert) und arbeite mittlerweile im dritten Jahr in der Industrie.

Von einem Nettogehalt, wie es ein A13-Empfaenger als Berufsanfaenger bekommt, koennen meine Kollegen und ich nur traeumen. Achja, von unserem (Netto!)gehalt geht natuerlich noch einiges fuer die private Altersvorsorge ab, die wir abschliessen muessen um spaeter einmal auch nur annaehernd so gut versorgt zu sein wie beamtete Lehrer.

Wir Ingenieure entwickeln die Technologien und die Produkte, die es unserer Industrie erst erlauben, auf dem globalen Markt zu existieren und obendrein durch ihre Steuerabgaben den (selbstverstaendlich immer engagierten und diensteifrigen) Lehrern ihre fuerstliche Bezahlung zu ermoeglichen.

Fuer einen auf dem Arbeitsmarkt konkurrierenden Ingenieur in der Industrie existiert die tariflich vereinbarte Wochenarbeitszeit hoechstens auf dem Papier. Bei (permanentem) Termindruck durch dringende Projekte, die unmittelbar aufeinander folgen, sind (natuerlich unbezahlte) Ueberstunden die Regel. Wir haben die Erholung durch Urlaub wirklich noetig, denn wir muessen uns staendig in neue Aufgabenstellungen reindenken. Wir koennen nicht mal eben abends alte Entwuerfe aus der untersten Schublade ziehen und die am naechsten Tag praesentieren, wie Lehrer es tun. Mir ist doch tatsaechlich zu Ohren gekommen, dass einigen Lehrern der Urlaub noch zu wenig ist.

Ganz ehrlich, wenn ich so etwas hoere, moechte ich mich nur noch uebergeben.

(#230) Deiotarus meinte am 24.11.2007, 9:44 dazu:
" 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

nochmal meine Aufforderung: Reagiert nicht auf einen so unsachlichen Mist wie den von Tobias, es lohnt nicht.

@Moderator
Darf man hier nicht “kotzen” sagen? Tobias letzter Satz klingt sonst so wenig dramatisch.

(#231) BK77 meinte am 24.11.2007, 13:29 dazu:
" 

Niemand behauptet, dass andere Berufsgruppen nicht auch hart arbeiten müssen. Glaubst Du, Lehrer machen keine unbezahlten Überstunden? Was meinst Du, wie viel von den vielen Ferienwochen als Urlaub zur Verfügung steht, wie viel Wochenende jede (!) Woche übrigbleibt? Du bist mir ein Träumer. Was Ihr Lehrerneider und -hasser nicht einsehen könnt, ist, dass wir niemandem seine Arbeitsleistung absprechen, aber unsere vor allen Leuten rechtfertigen müssen. Denk mal drüber nach!
Wer bildet denn die Leute aus, führt sie zum Abitur, die später die ach so unersetzbaren Ingenieure werden?
Ach und nebenbei erwähnt, wer A13 als Berufseinsteiger verdienen möchte, der muss schon ein Universitätsstudium vorweisen wink

(#232) Tobias meinte am 24.11.2007, 19:50 dazu:
" 

Ein (zusaetzlich zum FH-Studium absolviertes) Masterstudium IST ein Universitaetsstudium.

(#233) gitano meinte am 24.11.2007, 21:19 dazu:
" 

Hallo, hat denn keiner ein paar Infos für mich?

hier noch einmel meine frage von oben:

Mein problem: ich habe erst jetzt,1 Monat vor antritt, realisiert, dass ich ja gar nicht krankenversichert werde.


na bei der diskussion freue ich mich ja schon auf meinen neuen job!.ich wollte euch auch um ein paar infos bitten. ich bin nämlich nach langer zeit im ausland wieder in deutschland und dachte mir, dass ich es nach meiner erfahrung als unihivi und sprachdozent weltweit mal als lehrer probieren könnte. habe auch prompt das angebot zum quereinstieg in die anwärterlaufbahn berufsschulen spanisch/gk bekommen.

leider bin ich aber, seit ich wieder in deutschland bin, nicht krankenversichert. Muss ich mich zwangsläufig versichern oder kann ich noch ein paar monate warten, bis ich nach 2-3 gehältern wieder flüssig bin? wo bekomme ich so eine zusatzversicherung und was kostet die für anwärter ? Übrigens verdiene ich ca 1050 im referendariat, glaube ich. Ich hoffe zumindest das neidet mir keiner.

ach so, noch eine frage: ich lebe in wilder ehe mit freundin und sohn. sie ist angestellte lehrerin und bekommt auch das kindergeld. Ausserdem habe ich noch einen anderen sohn für den ich unterhalt leiste. Bekomme ich da diese familienzuschläge oder nicht? Habe mir schon einige infos von der besoldungsstelle angesehen, werde aber leider nicht schlau daraus.


Gruß an alle!

(#234) BK77 meinte am 24.11.2007, 21:31 dazu:
" 

Ein Masterstudiengang im Ausland kann, muss aber nicht das Niveau einer deutschen Universität haben. Da ein Bachelor gerade einmal das Grundstudium abschließt, kann ein Master Vieles sein. Zumal es im Ausland keine Fachhochschulen im deutschen Sinne gibt - dort wird alles “University” genannt…
Dazu kommt, dass niemand, der nicht selbst die allgemeine Hochschulreife erlangt hat, an einem Gymnasium unterrichten sollte. Und da eine nicht geringe Wahrscheinlichkeit besteht, dass FH-Studenten auch nur ein Fachabi haben, können die Absolventen nicht mit Universitätsabgängern bezüglich der Besoldung gleichgestellt werden.
In Deinem Fall mag das anders sein, grundlegend ändert sich dadurch aber nichts.

(#235) Georg meinte am 25.11.2007, 13:13 dazu:
" 

@Tobias

Für Lehrer besteht das Einstiegsgehalt nach dem “Master of Education” im Referendariat aus 1050€ Brutto. Davon können sie träumen?!

(#236) BK77 meinte am 25.11.2007, 13:36 dazu:
" 

Hallo,
ich kann Dir da nicht weiterhelfen, aber Du kannst es mal im Referendarsforum unter www.referendar.de versuchen. Wenn Dir jemand helfen kann, dann dort…

(#237) Georg meinte am 25.11.2007, 13:44 dazu:
" 

@Tobias

Nach dem Studium, das mit einem Master of Education (natürlich Universität)abschließt, bekommt der angehende Lehrer die ersten zwei Jahre als Referendar ein Gehalt von 1050€ brutto.
Davon können sie träumen?! *wunder*

(#238) Tobias meinte am 25.11.2007, 20:57 dazu:
" 

Hallo,

es geht mir hier gar nicht darum, die Wertigkeit unterschiedlicher Hochschulabschluesse zu vergleichen. Das fuehrt sowieso zu weit und man tritt damit immer irgendwem auf den Schlips.

Ich kann mir trotzdem die Anmerkung nicht verkneifen: Ja, BK77, ich habe ein richtiges Abitur an einem richtigen Gymnasium gamacht und bin waehrend des Masterstudiums gefragt worden, ob ich dort im Anschluss promovieren moechte.

Wenn ich sage, “Von einem Nettogehalt, wie es ein A13-Empfaenger als Berufsanfaenger bekommt, koennen meine Kollegen und ich nur traeumen”, dann schliesst das meine Kollegen mit deutschem Uni-Abschluss ein, die auch nicht mehr verdienen als ich.

Was einfach ungerecht ist, ist dass wir von unserem, verglichen mit Eurem, gar nicht mal so schlechten Bruttogehalt am Ende nur etwa 50% ausgezahlt bekommen.

(#239) motschi meinte am 26.11.2007, 14:55 dazu:
" 

@tobias

du tritts aber leuten auf den schlips, wenn du behauptest (s.o.), lehrer würden quasi ihre arbeit aus der schublade holen. lehrer sein ist arbeit mit menschen und inhalten, und menschen sind nie gleich. zumal du niemals mit 33 leuten zeitgleich in einem raum zielorienter agieren und kommunizieren musst. für eine derartige leistung u.a. werden wir bezahlt.
zweitens: auch du schaust völlig einseitig: ja, das einstiegsgehalt ist hoch. während ich mich die nächsten zwanzig jahre um cica. 400 euro netto verbessern werde, kannst du ein vielfaches davon erreichen! wechsel doch einfach den job! ich will gerade meinen arbeitsort wechseln, dauert zwei jahre, bis das frühestens bewilligt wird! ist das ein vorteil? das jedenfalls wird leider mal flugs ausgeblendet. schau doch mal auf der seite http://www.ingenieur.stepstone.de/gehaltsstruktur.cfm ein l,ehrer wird mit meridian 45.000 gerechnet!
drittens: die abzüge sind nur deshalb gering, weil wir keine sozialabgaben zahlen, weil das land ja später unsere rente zahlt. glaubst du, das land tut das aus reinem goodwill. wenn das land in niedersachsen für 69000 lehrer sozialabgaben samt zins und zinseszins einsparrt, und das über 30 jahre, das läppert sich.
gruß, ks

(#240) BK77 meinte am 26.11.2007, 18:01 dazu:
" 

Wie Georg schon richtig angemerkt hat, arbeiten Lehrer als Berufseinsteiger für 1052 Euro BRUTTO - zwei Jahre lang. Dann dürfen wir noch ein zweites Staatsxamen ablegen. Wenn man das zweimal vergeigt, dann kann man die Lehrerlaufbahn an den Nagel hängen.
Und die Gehaltssteigerungen halten sich wirklich sehr in Grenzen, denn nur noch wenige Lehrer werden zu Oberstudienräten oder höher befördert.

(#241) Martin meinte am 27.11.2007, 1:50 dazu:
" 

Liebe Leserinnen & Leser,

mich beunruhigt, welche oberflächlichen Züge die Diskussion hier angenommen hat. Vielleicht sollten wir alle Vorurteile zunächst über Bord werfen.

Ich möchte folgendes einbringen:
Ich befinde mich derzeit in der 12. Klasse auf einer BOS in Bayern und was die Lehrkräfte hier (nicht) leisten ist etwas traurig & wahr. Unsere Englisch Lehrerin zB. füllt gut 50% ihrer Unterrichtsstunden mit Berichterstattung aus ihrem Alltag. So wissen wir Schüler jetzt, dass Sie russisches Essen nicht mag, dass sie sich schwarze Stiefel wünscht und auch gerne bereit wäre 200 € dafür zu bezahlen, dass aber diese verdammte Industrie kein passendes Paar für sie herstellt (der Stiefelschacht ist immer zu eng). Ansonsten erzählt Sie uns oft von Ihrer Freizeit, ihren Reisen, dem Bildungssystem, von Essen und von der Emanzipation der Frauen. Wenn wir eine Doppelstunde Englisch haben, verquasselt sie die erste Stunde grundsätzlich. Da frage ich mich, wie will Sie uns ordentlich zum Abitur führen?
Die Deutschlehrerin benötigt 3-4 Wochen bis sie eine Erörterung von 25 Schülern korrigiert hat, da Sie ins Theater gehen will und “andere Dinge” zu tun hat. Und wenn ein Schüler fehlt, fällt oft ein böses Wort über den Erkrankten.
Nun gut, der Mathe-Lehrer brach heute Morgen nach 10 Minuten plötzlich den Unterricht ab, weil sich angeblich zu wenige Schüler am Unterrichtsgeschehen beteiligt hatten. Mit Verlaub, aber wir hatten die Stunde darauf eine wichtige Klausur und waren alle sehr angespannt, weil es bei uns gerade um die Probezeit geht. Jedenfalls suchten wir den Lehrer auf und fanden ihn im Lehrerzimmer. Nachdem wir ihm versichert hatten, dass wir uns rege am Unterricht beteiligen werden, kehrte er zu uns ins Klassenzimmeer zurück. Da frage ich mich ernsthaft was das für Lehrmethoden sind!?
Den absoluten Abschuss bringt aber unsere BWL Lehrerin. Diese verbietet uns unter der Stunde aufs WC zu gehen. Ihrer Meinung nach sind wir Erwachsen genug, den Harndrang 2 Schulstunden bis zur nächsten Pause zu regulieren. Und weil wir eine nette und aufgeweckte Klasse sind, betitelt sie uns als frech, pubertär & kindisch. Wir sind alle duch die Bank junge Menschen mit Abschluss und Ausbildung - wo bleibt die gegenseitige Achtung?

In Baden-Württ. habe ich vor wenigen Jahren mein Fachabitur absolviert u einen kaufmännischen Beruf erlernt. Jetzt will ich die Allg. Hochschulreife erwerben. Damals hörte ich immer, dass Bayern ein fortschrittliches, modernes und hochqualifiziertes Schulsystem hätte - heute bin ich eines besseren belehrt! In BW hatten wir motivierte, engagierte Lehrer, die bereit waren, jungen Menschen Wissen, Fähigkeiten & Fertigkeiten zu vermitteln. In Gruppenarbeit - auch Teamwork genannt - erörterten & studierten wir häufig Unterrichtsstoff und stellten diesen anschliessend der Klasse vor. Seminare, Referate und dergleichen waren ebenfalls oft wichtige Bestandteile des Unterrichts. Gruppenarbeit auf der BOS? - Fehlanzeige! Der Lehrer steht vor der Tafel und diktiert stupide was der brave Schüler in sein Heft notieren soll. Von der hochqualifizierten Schule habe ich bisher nichts gemerkt, es ist vielleicht wirklich wahr dass das Bayerische Abitur das beste ist, aber nur deshalb weil es das schwerste ist. Die pädagogischen Methoden sind jedenfalls fraglich.

Meiner Meinung nach sollten Lehrkräfte nach Leistung bezahlt werden. Wenn ein Angestellter unmotiviert & halbherzig seinen Job erfüllt wird ihn bald die Arbeitslosigkeit einholen - aber vor dieser sind Lehrkräfte geschützt.

Zum Gehalt noch eine kleine Anmerkung:
Mein Großvater war KFZ-Meister in einem Vertragsautohaus. Nach zwei Herzinfarkten ging er mit 60 in Rente. Jetzt ist er 69, seine gesetzliche Rente beträgt 1.290 €

Der Vater einer Freundin war Lehrer, die letzten Jahre hatte er eine 70% Stelle. Er hat mir gesagt, dass er für 40 Jahre Dienstzeit eine kleine! Pension von lediglich 3.100 € beziehe. Ich konnte nicht fassen, dass er wahrhaftig der Annahme war, dass das eine geringe Pension sei.

Neben meiner Oma wohnte bis vor einigen Jahren eine pensionierte Schulleiterin. Diese bezog nach Ihren eigenen Angaben eine stattliche Pension von 8.500 DM

Da frage ich mich, war denn die Arbeitskraft meines Großvaters so viel schlechter, so viel weniger Wert, dass er mit dieser Rente abgespeist wird, obschon er so lange Zeit in die Rentenkasse eingezahlt hatte? Da fällt mir gerade auch ein, dass ja Beamte nie in irgend eine Rentenkasse einzahlen aber am Ende dann doch von der dicksten Pension profitieren.

Abschliessend möcht ich feststellen, dass Lehr(netto)gehälter von 3.000 € und mehr durchaus gerechtfertigt sind, wenn die Lehrer in der Lage sind junge Menschen zu motivieren & erfolgreich zum Abitur zu führen.

LG, Martin

(#242) Ex-Beamter meinte am 27.11.2007, 18:00 dazu:
" 

@ Martin
Lieber Martin
um Ihr Abitur ist mir nicht Bange. Sie können sich immer damit trösten, dass sie dieses nicht wegen, sondern trotz des Schulsystems mit Bravour schaffen werden. Sie haben eine nette Schreibe, nur ganz wenige Rechtschreibfehler (keine schlimmen) und erkennen das Wesentliche.
Für Ihren Schulalltag schlage ich Folgendes vor: Zwingen Sie die Englischlehrerin dazu ihre Lebensstories in eben jener Sprache zu erzählen, verwickeln Sie die gute Frau in Conversation. Dies wird Ihren Lernzuwachs erhöhen. Der Deutschlehrerin würde ich Ihren obigen Aufsatz als Extraarbeit zur Benotung geben, an Ihrer Schreibe ist wie gesagt nichts zu verbessern. Den Matheunterricht müssen Sie als Gruppe selbst in die Hand nehmen und den Lehrer nur noch als Experten dazu holen. Frontalunterricht ist hier nicht angesagt.
Ansonsten gilt halt für Bayern: do koonst nix mocha! Dees iss halt so.

(#243) M.G. meinte am 30.11.2007, 1:23 dazu:
" 

also meine frau ist lehrerin. ich will nicht tauschen. und das gehalt. nun ja. freie wirtschaft über 13 gehälter, zusätzliche altersversorgung. ich bin 40 und nicht mal führungskraft. als sachbearbeiter-ingenieur mit 40 stunden woche habe ich zwischen 70 und 85 TEuro im Jahr. PLZ 23…

und das ist eher die regel.

(#244) grege meinte am 08.12.2007, 16:38 dazu:
" 

@ Stefan

“Dass sich lehrer keine besonderen Klamotten zulegen müssen sehe ich anders: Man steht ständig im Mittelpunkt, sowohl bei den Schülern als uch bei den Eltern und Kollegen, und da kann man es sich einfach nicht erlauben, in alten oder immer denselben Kleidungssachen herumzulaufen.”

Wo wurde das Gegenteil behauptet? Meine Freunding geht in Jeans und Pullover zur Schule, während ich mich in Anzug, Krawatte und Hemd zwängen muß. Mir ist nicht bekannt, daß in Schulen ein Dress code gilt wie es bei Bürojobs eher wahrscheinlich ist

(#245) grege meinte am 09.12.2007, 1:28 dazu:
" 

@ Marcel: Beitrag vom 01.09.2007 - Teil 1 -

“Nach zwei Jahren mag das stimmen, dafür hat der Studienrat ein zweijähriges Referendariat gemacht. Rechnet man das ein, sieht es gar nicht mehr so rosig aus, denn ab 41 kann der Ingenieur mit einem Gehalt von durchschnittlich 58.380€ rechnen. Netto kommt da bei Privater Krankenversicherung 2857€ raus.
Ingeniuere ab 46 können dann mit rund 61.000€ brutto rechenen.Das macht rund 3000€ Netto”

Quelle: http://www.focus.de/D/DB/DB28/DB28E/db28e.htm

Nach deiner Quelle verdienen 50 jährige Elektro und Maschinenbauingenieure also im Durchschnitt 61000 Euro. Das entspricht nach realistischen Annahmen (ledig, Kirchensteuer; durchschnittlicher GKV-Satz: 13,9 %) einem Nettoeinkommen von monatlich 2630 EURO. Ein gleichaltriger A14 Beamter in NRW verdient nach Paul Schubbi 2872 EURO (inkl. Kirchensteuer und einem PKV-Betrag von 250 EURO).
Deine ausgewiesenen Nettogehälter sind durch niedrige PKV-Beiträge geschönt . Selbst Angestellte mit Einkommen oberhalb der Beitragsbemessungrenze gehören größtenteils der GKV an, um sich nicht dem hohen Risiko unkalkulierbarer Mehrkosten auszusetzen. Im Gegensatz zu Beamten, die alleine schon die Hälfte aller privatversicherten ausmachen, bekommen Angestellte keinerlei Beihilfe für Familienmitglieder oder im Ruhestand. So mancher Angestellte hat sich von den niedrigen Einstiegstarifen der PKV täuschen lassen, bereute seine Entscheidung, z.B. nach der Familiengründung, bitterlich. Der eine oder andere hat daher seinen Arbeitgeber um eine Gehaltsreduktion unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze angefleht, damit er in die gesetzliche zurückkehren konnte. Um dennoch den Status eines Privatpatienten zu besitzen, schließen viele nichtverbeamtete Arbeitnehmer statt dessen private Zusatzversicherungen ab.

Was sagt uns das:

? ein E-/M-Ingenieur verdient netto schon nach den von dir genannten Zahlen ohnehin in der aktiven Zeit weniger als ein vergleichbarer Beamter.
? das durchschnittliche Ingenieureinkommen dürfte noch niedriger liegen, wenn man noch die Verdienste der geringer entlohnten Bauingenieure einrechnet
? Um eine Ruhestands- und Gesundheitsversorgung auf Beamtenniveau zu erhalten, müssen Ingenieure in der freien Wirtschaft in der Regel Zusatzversicherungen abschließen, die den Nettoverdienst noch einmal zusätzlich schmälern

Als Feigenblatt für gutverdienende Angestellte taugen die von dir gern zitierten Ingenieure herzlich wenig, und das auf Grundlage der von dir in den Raum gestellten Zahlen.


“Selbstverständlich bekommen Ingenieure Arbeitsmaterialien, Arbeitsgeräte und ihr Büro gestellt.Wie sollen wir das berechnen, Grege”

Als Schreibtischtäter müssen Ingenieure sich auch in Anzüge, Krawatten und Lackschuhe zwängen. Die Kosten für die Anschaffung und die Reinigung, übrigens im Gegensatz zu Lehrern ungerechterweise nicht steuerlich absetzbar, rechne ich gerne gegen ?, wie ich schon mal hier erwähnt habe, mein lieber Marcel


“Hier in NRW, immerhin dem BL mit dem meisten Einwohnern bekommt man keine Kosten für Klasenfahrten erstattet. In den meisten anderen BL auch nicht. Bayern ist ein wohlhabendes Land, da mag das anders sein”

Meine Freundin bekommt als Grundschullehrerin in NRW an ihrer jetztigen Schule die Übernachtungskosten aus einem Fördertopf erstattet. Vermutlich läßt sich dieser Einzelfall ebenso wenig verallgemeinern, wie die großzügige Spesenerstattung in einigen Firmen.

(#246) grege meinte am 09.12.2007, 1:32 dazu:
" 

@ Marcel - Teil 2 -

“Architekten, Kunsthistoriker und Sozialpädagogen gelten als “Sorgenkinder” des Arbeitsmarkts. Wer Geschichte und Erdkunde als Fächerkombination hat, wird auch kaum an eine A13 stelle kommen.(Bei einer aus eigener Tasche bezahlten Klassenfahrt hatte der BUSFAHRER genau diese Kombination, jetzt fährt er bus, nichts mit A13)”

Warum sollen diese Berufsgruppen nicht miteinbezogen werden? Das sind auch nichverbeamtete Akademiker, deren Gehälter mit den von dir genannten Ingenieureinkommen verknüpft werden müßten. Du verlangst doch auch in deinen Beiträgen weiter unten, daß die Sorgenkinder unter den Lehramtskandidaten berücksichtigt werden.


Ein Diplomphysiker oder ein Ingeniuer wird auch nicht für 850€ Arbeiten, nur weil es irgendwo schlechtbezahlte Sozialpädagogen gibt.
Hier in SPON kannst du eine typische Karriere nachlesen, wenn man ungünstige Fächer und ein nicht besonders gutes Examen hat:
http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/0,1518,493076,00.html

“Hast du eine Ahnung. Wegen der miesen Baukonjunktur in ersten Jahren nach der Jahrtausendwende haben eine Reihe Bauingenieure über entgeldlose Praktika den Einstieg gesucht. Sie konnten froh sein, wenn sie nach der Bewährungszeit zumindenst einen Zeitvertrag mit einem Gehalt in der von dir genannten Größenordnung bekamen. Ähnlich sah es mitte der 90er Jahre mit E/M-Ingenieuren aus. Gerade in einer Rezession können sich die Einstiegsbedingungen auch für Absolventen von vielversprechenden Studiengängen drastisch verschlechtern”


“Gesprächsgegenstand sind sehr wohl lehrer im Allgemeinen”

Wenn du meine bisherigen Threads liest, dann war immer von einem Vergleich zwischen angestellten Akademikern und Beamten im höheren Dienst die Rede. Zu den Beamten zähle ich nicht nur Lehrer, sondern auch Juristen, Ingenieure, Kaufleute in verschiedenen Behörden.

“Leher, die nach ablauf des Vertrags keine neue Stelle mehr bekommen, haben es in Zeitareitsfirmen deutlich schwerer als andere Akademiker.”


Ich wüßte nicht, warum sich andere Akademikergruppen da leichter tun sollten. Für einen Geisteswissenschaftler in einer Zeitarbeitsfirma eine adäquate Stelle zu finden, dürfte schier unmöglich sein.

(#247) grege meinte am 09.12.2007, 1:43 dazu:
" 

@ Marcel - Teil 3 -

“Das stimmt nicht. Nach §6 TV-L sind Überstunden grundsätzlich nach ablauf des nächsten Monats durch Freizeitausgleich abzugelten. Spätestens nach 3 Monaten erhalten sie die volle Bezahlung für die Überstunden“.

Wer sagt denn, daß alle Beschäftigten nach Tarif im öffentlichen Dienst bezahlt werden. Gerade die von dir erwähnten Sorgenkinder erhalten häufig nur befristete, projektbezogene Arbeitsverträge. Mehrarbeit wird dort weder vergütet noch fehlt die Gelegenheit diese zum abfeiern. Als ich in der Hochschule beschäftigt war, bekam kein wissenschaftlicher Miarbeiter seine unzähligen Überstunden bezahlt. Die Projekttätigkeit erforderte jedoch die Fertigstellung von Arbeiten bis zum einem bestimmten Zeitpunkt, so daß dort Nachtschichten eingelegt wurden oder das Wochenende geopfert werden mußte…........



Die Möglichkeiten sind aber immer noch um ein vielfaches besser als an Schulen. Selbst an Gymnasien wird gesagt, in der Regel wird man vor 40 nicht Oberstudienrat. Und selbst dann muss man noch zwei Jahre warten, bis man die Bezahlung aus dem Beförderungsamt erhält. An Grund- und Hauptschulen erhalten Konrektoren nur eine Zulage von 132, 29€.
Vergleiche doch mal das Gehalt eines Oberstudiendirektors, der ein Team von 80-100 Akademikern leitet mit vergleichbaren positionen in der Wirtschaft?”

Wenn die Aufstiegschancen so rosig sind im fortgeschrittenen Beschäftigungshalter in der freien Wirtschaft, müßte sich diese Tatsache auch in den von dir genannten Durschnittsgehältern niederschlagen. Tun sie aber nicht, da ein 50 jähriger Ingenieur weniger vedient als sogar ein A13 Beamter mit der entsprechenden Dienstaltersstufe. Mag sein, daß ein vergleichbarer Posten in der Wirtschaft höher vergütet wird als das Amt des A16ers. Aber wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit jemals einen solchen Posten zu erklimmen? Die Antwort hast du selber geliefert: 1/80 bis 1/100 grin. Im übrigen sind 70 % aller Gymnasiallehrer mindestens A 14 und 25 % A 15nach Auskunft des Philologenverbandes. So perspektivlos sind die Entwicklungsmöglichkeiten also nicht


Die Pauschalbeträge sind oftmals höher als der tatsächliche aufwand. Wer klug bucht oder ein spritsparendes Auto fährt, verdient sich durch Spesen ganz schön was dabei.

Das ist ein typisches Beamtenmärchen. In meiner alten Firma wurden Spesen nach tatsächlichem Aufwand abgerechnet. Demnach wurden gegen Quittung nur die tatsächlich entstandenen Kosten abgerechnet, nichts mit schönem Hinzuverdienst. Jetzt bekommen wir Tagessätze für Dienstreisen. Diese sind allerdings so bemessen, daß man eigentlich draufzahlen müßte. Auf Dienstreisen ist man gezwungen extern essen zu gehen. Um sich mit nahrhaften Essen von guter Qualität – wie man es von zu Hause gewohnt ist – zu versorgen, muß man schon tief in die Tasche greifen, so daß die Spesen schnell aufgezehrt sind.

Die Kilometerpauschalen sind in meiner jetztigen Firma vor 7 Jahren zuletzt angepaßt worden. Aufgrund der Preisentwicklung für den Kraftstoff in demselben Zeitraum würde man einen Teufel tun, seinen eigenen PKW zu benutzen. Üblicherweise werden in der Wirtschaft entweder firmeneigene Wagen oder Leihwagen verwendet. Daher enfällt auch diese Einnahmequellen.

Bei mehrmonatigem Auslandsreisen können die Spesen üppiger ausfallen, wie ich selber schon einmal erleben durfte. Allerdings brachte ich diesen Zusatzverdienst als Schmerzengeld für die Abwesenheit von Familie und Freunden sowie teilweise beschränkte Freizeitmöglichkeiten.

(#248) BK77 meinte am 09.12.2007, 15:37 dazu:
" 

“Wahrscheinlichkeit jemals einen solchen Posten zu erklimmen? Die Antwort hast du selber geliefert: 1/80 bis 1/100 . Im übrigen sind 70 % aller Gymnasiallehrer mindestens A 14 und 25 % A 15nach Auskunft des Philologenverbandes. So perspektivlos sind die Entwicklungsmöglichkeiten also nicht”

Schon einmal drüber nachgedacht, wie alt die Kollegien in der Regel sind? Wer heute mit A13 einsteigt (oder auch in den letzten 10 Jahren eingestiegen ist) wird in der Regel NICHT mit A14 besoldet werden, also auch nicht mit 40 oder 42, sondern GAR NICHT! So viele Funktionstellen (und die sind mittlerweile Pflicht für A14) gibt es nämlich nicht!

(#249) motschi meinte am 10.12.2007, 8:08 dazu:
" 

@grege

grege, du hast keine ahnung. ich kann beispielsweise bk77 zustimmen. in meiner schule haben ungefähr 15 von 70 kolleginnen a14-status. ich weiß nicht, voher der philologenverband seine daten hat. soviel zu diesem fall. auch an den schulen meiner freunde wimmelt es nicht vor a14-gesättigten.

ich habe weiter oben schon einseitige sichtweisen vieler nicht-lehrer-diskutanten bemängelt. so auch bei dir. wir bauen gerade, ich brauche, damit ich nicht mit meinen kindern in einem raum schlafen und arbeiten muss, ein arbeitszimmer, 15 qm dürften reichen. kosten: 15.000 euro. mein arbeitgeber stellt mir keine räume zu verfügung, die, die da sind, sind immer belegt (ganztagsschule), mein arbeitsschulschreibtisch hat 50x50 cm. zu diesen 15.000 euro kommen ca. 20.000 für meine Schulbibliothe, inklusive rechner, software, arbeitsmaterialien (mein steuerberater schüttelt da immer nur den kopf). wenn du das mal als anfangskapital nimmst und mit 2,5 prozent auf dreißig jahre verzinst, kannst du deine läppischen anzugreinigungsgebühren getrost vergessen. und dazu kommen ja jedes jahr noch x-unbezahlte fahrten, etc…von meiner 55-60 stundenwoche mal abgesehen.

und abstinenz von meiner familie habe ich jeden samstag und jeden sonntag, zumindest temporär. da muss man als bauingenieur nicht so dolle weinen.

und wenn du so unterbezahlt bist, und es uns so gut geht: dann werde doch lehrer. referendariat macht spaß, können kann den beruf eh jeder!

gruß, motschi

(#250) lächerlich meinte am 13.12.2007, 19:21 dazu:
" 

:D ....das ist so lächerlich…. jeder sucht sich seinen beruf selbst aus. das lehrer so in der kritik stehen verstehe ich. wie kann man denn bitte einen direktor, der die kontrolle über vllt 100 akademiker hat mit einem manager der auch 100 akademiker zu kontrollieren hat vergleichen?!? .... der direktor bekommt ALLLES genaustens vorgeschrieben wie es zu funktionieren hat. der direktor hat 0 geldverantwortung. außerdem braucht er sich keine sorgen über seinen job machen. er muss sich einiges leisten um seinen posten abgeben zu müssen! ich möchte nicht über das einkommen eines lehrers lästern. ich gebe zu, dass es gerecht ist, WENN sie vernünftige arbeit leisten. jedoch tun dies viele aufgrund ihres beamtenverhältnisses leider nicht! man sollte nicht das gehalt ändern sondern lehrer nach leistung bezahlen.

(#251) BK77 meinte am 13.12.2007, 22:24 dazu:
" 

@lächerlich

Dein Name ist wohl Programm, oder? Schon mal was von der eigenverantwortlichen Schule gehört? Von wegen, der Direktor bekommt alles vorgegeben und hat null Geldverantwortung…
Wie oft werden den Managern Abfindungen gezahlt, obwohl sie den Laden runtergewirtschaftet haben?
Und woran bitte willst Du denn die Leistung der Lehrer festmachen? An den Noten wie in Amiland, damit alle nur noch 1er verteilen und das Niveau in den Keller sinkt? Und hast Du eine Ahnung was das für das Schulklima bedeutet?
Und ich kann keinen Motivationsunterschied zwischen angestellten und verbeamteten Lehrern feststellen.

(#252) StR meinte am 13.12.2007, 22:39 dazu:
" 

Nach Leistung bezahlen klingt gut und schön. Was ist denn die Kernaufgabe eines Lehrers? Guten Unterricht halten. Das große problem hierbei ist, dass man guten Unterricht nicht einfach messen kann.—> Eine wirklich gerechte Beurteilung ist also sehr sehr schwierig, wenn nicht unmöglich.

(#253) weihnachtsfan meinte am 14.12.2007, 0:09 dazu:
" 

Irgendwie bin ich wohl auf dem falschen Dampfer?! Oder was verstehe ich falsch? Die Schüler sollen doch etwas leisten! Ich als Lehrer mache meinen Unterrricht und alles drum rum, sollte unser Blick nicht mal mehr in Richtung SCHÜLER ARBEITEN gehen? Auch die Eltern müssen ran! Kriegen die nicht ERZIEHUNGSgeld? Die wengisten Kinder sind auch nur ansatzweise erzogen, wenn sie in die Schule kommen, die meisten Eltern interessiert es nicht oder sie haben inzwischen aufgegeben. Soweit ich weiß, sind diese aber für ihre Kinder verantwortlich. Wenn nicht zum Inhaltsvermittler die Tätigkeiten von Trainern, Sozialpädagogen, Gutachtern, Erziehern (bitte, danke, 3 Min. konzentrieren, Schere halten…) hinzukämen, wäre manches leichter.

(#254) Judith meinte am 14.12.2007, 2:09 dazu:
" 

Bin verheiratet und Mutter von drei Kindern (2,6 und 9 Jahre)in ländlicher Wohnlage, sollte im nächsten Jahr eine Kollegin mit einer halben Stelle ausschließlich in der Oberstufe vertreten. Hatte mich eigentlich drauf gefreut: nette Schule, gutes Kollegium etc., rief aber vorsichtshalber beim Besoldungsamt an: heraus kämen netto knapp über 600 Euro. Betreuungs-, Fahrt- und Parkkosten übertreffen damit das bescheidene Gehalt. Nicht mal eine Putzfrau wäre drin. Nun ja, finanziell ist es wohl besser ich gehe selbst gleich als Putzfrau. Eine bittere Pille! Soviel ist unserer Regierung in NRW die Bildung also noch wert!

(#255) grege meinte am 15.12.2007, 11:40 dazu:
" 

Als Vorbild für Deine Schüler, lieber BKK, würde ich es mal mit Lesen probieren. Das Referenzalter bei meinem Vergleich beträgt nicht 40-42 Jahre, sondern 50 Jahre, was ungefähr dem Durchschnittshalter der deutschen Pädagogen entspricht. Daß sich in dieser Altersklasse die durchschnittliche Verteilung der Besoldungsstufen unter den Gymansiallehrern widerspiegelt (30 % A 13, 40 % A 14, 25 % A 15, 5 % A 16), ist keine vermessene Annahme. Die durchschnittliche Besoldungsstufe eines Gymnasiallehrers liegt demnach sogar leicht oberhalb von A 14!!!!, so daß ich die zugehörigen Beamteneinkommen eher konservativ geschätzt habe.

http://www.dphv.de/fileadmin/user_upload/positionen/berufspolitik/2007/GymnasiallehrerinnenBeruflichePerspektiven.pdf

Mit vielen Ansichten des von mir zitierten DPHV stehe ich auf Kriegsfuß. Allerdings spreche ich dieser Organisation nicht die Fähigkeit ab, eine allgemeingültige Statistik aufzustellen

Wenn du die Belastbarkeit dieser Statistik anzweifelst, kannst mir gerne andere repräsentative Daten und –quellen nennen. Ähnliches gilt für das Vergleichsgehalt von nichtverbeamteten Akademikern.

Bei weiterem Lesen dürfte dir auch aufgefallen sein, daß selbst das mininal mögliche Gehalt eines 50 jährigen Gymnasiallehrer mit A13Z (ca. 2670 Euro)  immer noch höher ausfällt als das durchscnittliche Einkommen eines E/M-Ingenieurs in der selben Altersklasse, und zwar schon im aktiven Berufsalter. Wenn ich das Lebensnettoeinkommen als Vergleichsmaßstab ansetze, vergrößert sich der Gehaltsabstand aufgrund der allgemein besseren Alterversorgung der Beamten zusätzlich. Weitere Einflußfaktoren wie die eigentlich erforderliche Einbeziehung von Bauingenieuren in die Statisik lassen den Wertabstand zusätzlich vergößern…..........

(#256) grege meinte am 15.12.2007, 18:26 dazu:
" 

„Grege, du hast keine ahnung. ich kann beispielsweise bk77 zustimmen. in meiner schule haben ungefähr 15 von 70 kolleginnen a14-status. ich weiß nicht, voher der philologenverband seine daten hat. soviel zu diesem fall. auch an den schulen meiner freunde wimmelt es nicht vor a14-gesättigten.“

wie ich schon Bkk 77 sage. Lege mir belastbare repäsentative Daten vor und wir können die Diskussion gerne fortsetzen.

„ich habe weiter oben schon einseitige sichtweisen vieler nicht-lehrer-diskutanten bemängelt. so auch bei dir.
wir bauen gerade, ich brauche, damit ich nicht mit meinen kindern in einem raum schlafen und arbeiten muss, ein arbeitszimmer, 15 qm dürften reichen. kosten: 15.000 euro. mein arbeitgeber stellt mir keine räume zu verfügung, die, die da sind, sind immer belegt (ganztagsschule), mein arbeitsschulschreibtisch hat 50x50 cm. zu diesen 15.000 euro kommen ca. 20.000 für meine Schulbibliothe, inklusive rechner, software, arbeitsmaterialien (mein steuerberater schüttelt da immer nur den kopf). wenn du das mal als anfangskapital nimmst und mit 2,5 prozent auf dreißig jahre verzinst, kannst du deine läppischen anzugreinigungsgebühren getrost vergessen.“

meine Freundin als Grundschullehrerin und ich haben auf den quadratzentimeter genau identisch große Arbeitszimmer,
allerdings mit dem kleinen aber feinen Unterschied, daß sie die Kosten für Ihr Mobiliar und Rechner absetzen kann. Wenn sie meine montatlichen Reinigungskosten und Versicherungsbeiträge für erweiterte Alten- und Krankenversorgung sieht, zahlt sie lieber ihre Arbeitsmaterialien zur Wahrung ihrer Beamtenprivilegien aus eignener Tasche. In diesem Jahr habe ich allein für meine Gaderobe und deren Pflege mehr ausgegeben als sie für ihre Schule.

“und dazu kommen ja jedes jahr noch x-unbezahlte fahrten, etc…von meiner 55-60 stundenwoche mal abgesehen.
und abstinenz von meiner familie habe ich jeden samstag und jeden sonntag, zumindest temporär. da muss man als bauingenieur nicht so dolle weinen.“

Spätestens jetzt steht der ahnungslose fest grin. Dein Wissen über das Tätigkeitsprofil eines Bauigels zeugt von der selben Kleingeistigkeit, die gerade deine Kollegen hier gerne Nichtlehrern bescheinigen. Zur eigenen Weiterbildung empfehle ich dir deine nächste Klassenfahrt auf eine Baustelle, um das “fröhliche Treiben” der Bauigels zu erleben. Von dem brutalen Termin- und Kostendruck abgesehen, nimmt sie das Tagesgeschäft so in Anspruch, daß die liegen gelassenen backoffice Arbeiten nicht selten am WE erledigt werden kann. Um zusätzliche Fahrtkosten zu vermeiden, bevorzugt man diesbezüglich als Arbeitsort lieber die eigene Kemnate, auch wenn die resultierenden Kosten für den entsprechend erfoderlichen Wohnraumbedarf ebenfalls steuerlich nicht absetzbar sind.

„und wenn du so unterbezahlt bist, und es uns so gut geht: dann werde doch lehrer. referendariat macht spaß, können kann den beruf eh jeder!“

ach ja, jetzt kommen wieder diese billigen Totschlagargumente, mit denen ich alles und gar nichts rechtfertigen kann. ein Mißstand wie die Beamtenprivilegien wird nicht dadurch beseitigt, in dem man sich auf die Seiten des Begünstigten stellt. Folglich müßten du auch das Lamentieren über hohe Energiepreise verbieten. Schließlich besitzt jeder die Möglichkeit, bei einem der großen vier Erzeuger anzufangen, die ihre Mitarbeiter mit einem kostenlosen Deputat versorgen. Ähnliche Beispiele gelten für die deutsche Bahn oder die Mineralölwirtschaft, etc.

(#257) BK77 meinte am 16.12.2007, 17:32 dazu:
" 

@Grege
“So perspektivlos sind die Entwicklungsmöglichkeiten also nicht”
Sind sie doch, denn die wie ich schon sagte, die Zeiten der so genannten “Pflichtbeförderung” (obwohl es nie eine solche war) sind vorbei. Der jetzige Durchschnitt ist demnach für eine solche Aussage nicht verwertbar. Und das ist ein FAKTUM.
Mag sein, dass Ingenieure teilweise schlechter verdienen, aber ein großer Teil hat auch “nur” ein FH- und kein vergleichbares Hochschulstudium.
Dein Neid muss ja schon gewaltig sein, wenn Du Dich auf einer solchen Seite ausheulst. Du brauchst hier keine Stressgeschichten zu erzählen, davon habe ich selbst genug. Ein Blick auf den vorweihnachtlichen Schreibtisch offenbart fast 60 Oberstufen Klausuren und 120 Sek I Klassenarbeiten. Vokabeltests erwähne ich gar nicht erst. Und nach den “Ferien” kommt der nächste Schwung Klausuren. Das Wochenende eines Lehrers ist übrigens IMMER Teil der Arbeitswoche.

(#258) motschi meinte am 16.12.2007, 21:53 dazu:
" 

@grege

du bist ja noch nichtmal in der lage zu erkennen, dass die von dir zitierte statistik nicht den ist- sondern wird-zustand darstellt, gelle. erstmal richtig lesen, und dann großkotzig repräsentative daten fordern.

warum du dein arbeitszimmer nicht absetzen kannst, weiß der teufel. eigentlich kann das doch jeder normalmensch. warum du nicht? dann sag doch mal, was du so für die dinge ausgibst? und: meine altersversorgungsansprüche habe ich auch erst nach fünf jahren, und dann auf geringem niveau. die steigern sich auch erst stetig, vorsorgen müssen lehrer auch!

drittens: grundschullehrerinnen kannst du vielleicht nicht vergleichen mit gymnasiallehrerinnen: weder in der inhaltlichen arbeit noch finanziell.

ich habe freunde, die sind ingenieure. die arbeiten nicht am wochenende. und wenn du in der baubranche arbeitest, dann tust du mir leid. die verdienen arschwenig. richtig. aber: du hättest ja auch maschinenbauingenieur verden können. das genau meine ich mit undifferenzierter betrachtung: sich eine gruppen, nämlich die am schlechtesten bezahlte, raussuchen und daran den ganzen komplex festmachen. nimm doch die gruppe der vertriebsingeneure: hoher verdienst, beste berufschancen. habe dir doch den link geschickt. darauf bist du leider nicht eingegangen.

und: dass du deine arbeit lieber zuhause erledigst, ist doch dein problem. du hast die möglichkeit, an deinem arbeitsplatz zu arbeiten, weil dir einer zur verfügung gestellt wird. dann zieh doch in die nähe deiner firma. musst dann nicht mehr fahren. ich habe in der schule keine adäquaten arbeitsplatz - das ist der unterschied.

ich redete von fast ohne ausnahme jedem wochenende, dass ich arbeiten muss. nicht ab und zu oder öfters.

und zu deiner unwissenheitspolemik: vor unserer schule wird gerade angebaut, ich sehe die bauigels jeden tag!

und zu dem totschlagargument: genau damit wird in der regel gegen lehrer polemisiert. wieso dürfen die das dann nicht benutzen? smile)

(#259) Guter Geist meinte am 17.12.2007, 21:01 dazu:
" 

Da gibt es ein Problem. Jeder, der/die mal in der Schule gewesen ist, meint, hier mitreden zu können, weil er/sie die eine oder andere negative Erfahrung gemacht hat. Es gibt überall “schwarze Schafe”. Das Grundproblem liegt darin, dass wir zu wenig reden. Die Lehrer nehmen sich zurück in ihren Belehrungen und die Eltern in den Beschimpfungen, dann müsste das klappen. Es geht hier immerhin um die Kinder, die sollten doch unter den Problemen der Erwachsenen nicht leiden. Dabei akzeptiere ich die Kritik der Eltern genauso, wie das Beklagen der Lehrer über eine lausige Bezahlung. Die Standpunkte sind halt verschieden, wenn wir uns Mühe geben, können wir uns auch annähern! Immer im Interesse der Kinder!
Ich habe mir die Mühe gemacht und alle postings hier mit Interesse -einiges verstehe ich, anderes ist mir gänzlich unverständlich- gelesen. Das bringt mich wieder auf den Kern der Sache: Wir reden zu wenig miteinander! Gegenseitige Vorwürfe helfen da wenig, gegenseitige Akzeptanz ist wohl wichtiger -auch, wenns manchmal schwer fällt- ist sie vonnöten!
Ich weiß nicht, ob ich die neuen Rechtschreibregeln beachtet habe, das ist auch Banane…. Lasst uns im Interesse der Kinder/Schüler ins Gespräch kommen und versuchen, das Beste für sie dabei herauszuholen!

Der jute Jeist vons Ganze!

(#260) flexibilator meinte am 18.12.2007, 0:13 dazu:
" 

Jenseits der Diskussion zu viel/zu wenig sehe ich ein ganz erhebliches Standortproblem: Der Arbeitsmarkt für Lehrer ist überreglementiert. Das entzieht ihn und die gesamte Lehrerschaft dem freien Markt. (Wenn auch nicht mehr ganz so stark wie in früheren Jahren.)
Wäre der Lehrermarkt auf ein wettbewerbsnahes Handeln angewiesen, wäre die Konkurrenz beiderseits grösser. Das hiesse: Die eher trägen Lehrer müssten einfach besser arbeiten, andererseits hätten Schulen und Bundesländer mit schlechten Infrastrukturvoraussetzungen bzw. menschlich problematischer Umgangsweise das Nachsehen. Dadurch entstünde ein grösserer innerdeutscher Wettbewerb, der dem Niveau insgesamt förderlich wäre. Es ist nämlich nicht immer nur eine Geldfrage, sondern oft auch eine Organisationsfrage oder gar eine von sogenannten Soft Facts eines Standortes.
Warum wohl wandern so viele junge und höchstmotivierte Lehrer aus dem südlichen NRW nach RLP ab? Bestimmt nicht wegen der 1-2 Stunden weniger Arbeit wöchentlich.
Wer jemals den Unterschied erlebt hat, merkt, worauf es gerade im Pädagogikbereich auch ankommt. Und hier ist der Unterschied zur freien Wirtschaft dann nicht mehr so gross: Ein Unternehmen mit bestimmten Gesamtvoraussetzungen verbunden mit einer guten Arbeitsatmosphäre ist letztlich langfristig erfolgreicher als ein Unternehmen mit gleichen Voraussetzungen, in dem jedoch Mob und Häme herrschen.
Bevor wir uns gegenseitig der Übervorteilung bezichtigen und zerreissen, müssten wir uns überlegen, warum zahllose deutsche Lehrer abwandern in Länder, wo weniger bezahlt wird für Lehrerjobs bei z.T. (weit) besserer Infrastruktur (z.B. Finnland, Schweden, GB, etc.) oder aber in Länder mit höherer Bezahlung bei erheblich höherer Verantwortungspflicht (allerdings auch gepaart mit deutlich besserer Infrastruktur) (z.B. CH).
Beamte, nehmt es mir nicht übel, aber Beamtung auf Lebenszeit ist nicht mehr zeitgemäss. Denn wer mit seiner Kraft haushalten muss, überlegt sich frühzeitig, umzusatteln. Auf einem freien Markt ist das möglich. Dann aber wird der Schulherr aktiv und die Arbeitsbedingungen ändern.

Ich weiss wovon ich rede, bin ich doch selber Lehrer und werde von KollegInnen ab und zu als Nestbeschmutzer gesehen (nein, nein, das spüre ich nur oder erfahre es hintenherum).
Allerdings ist die Zahl derer, die das unterstützen würden, mindestens so gross.

Als Lehrer benötigt man (wie alle Pädagogen) eine verstärkte Sicherheit, da man nur dann seinen Schützlingen auch entsprechende (nötige und zentral wichtige) Sicherheit bieten kann.
Weshalb es jedoch nicht reicht, 1, vielleicht 2 oder 3 Jahre Unkündbarkeit zu fahren anstelle lebenslänglicher Unkündbarkeit, ist nicht nachvollziehbar.
Und wer das für unmöglich hält: Schaut doch über die Grenzen!

Ändern wird sich das ganze jedoch nur, wenn alle am Standort Beteiligten endlich zusammenkommen und den schwerfälligen Wasserkopf hauen (der mitunter auch zu über 50% Beamten in der Politik beherrscht und wohl 75% Beamten verwaltet wird).

Problem erkannt?

Dann lasst uns zusammenkommen und konstruktiv beraten, wie wir der Politik Beine machen können, damit sie dem Standort etwas Gutes tun!

(Ein Wink in dieser Richtung: Ich werde aufgrund des jüngsten Steuerbescheides meinem Finanzamt ankündigen, mein Geld nach Möglichkeit im Ausland zu verdienen. Die haben es noch immer nicht kapiert, dass ich mein Auto nicht aus Freude mit auf Klassenfahrt genommen habe sondern zum Materialtransport, also absetzbar! Also gehe ich bei der erstbesten Gelegenheit!)

(#261) Ex-Beamter meinte am 18.12.2007, 17:40 dazu:
" 

@ flexibilator
Ich bin mal gespannt, ob du dein Vorhaben in die Tat umsetzen wirst oder doch nur Sprüche klopfst. Richtig ist allerdings, dass das Beamtentum auf den Müll gehört. Sie wird aber besonders dort absurd, wo eine übergeordnete Behörde personalpolitisch eingreift (siehe Schulamt). Gut wird es erst, wenn die Schule ihr Lehrpersonal rekrutiert. Alle fortschrittlichen und innovativen Schulen sind Privatschulen, ist mal eine staatliche darunter, so mit einer Schulleitung die sich von oben nichts sagen laesst und es “drauf ankommen lässt”.
Das zweite Dilemma ist die Fach- und Dienstaufsichtsfunktion der SL. So kann kein Vertrauen entstehen! Das ist Behördenstruktur pur! 150 Jahre alt. Das ist bei mir in der CH zum Glück anders geregelt. Da geht man grundsätzlich von einer hohen Professionalität der LP aus und versucht das ganze Projekt Schule voran zu bringen, wenn es harzt (auf deutsch: klemmt).
besten Gruss auch

(#262) cycling4ever meinte am 24.12.2007, 16:19 dazu:
" 

@flexibilator:

es gibt ihn! es gibt ihn also doch…
Gott, der Herr, existiert wirklich!
ER hat eine tüchtige Portion Hirn und Anstand vom Himmel geschickt, bzw. dem flexibilator eine Eingebung gegeben. So -oder so ähnlich- muß es gewesen sein. Jawohl!
Ein (verbeamteter?) Lehrer, der das Beamtentum abschaffen will…
Ich glaube es nicht.
Danke dir, O flexibilator / Herr.
Möge ER noch häufiger derart handeln.
HALLELUJA.

(#263) chris meinte am 07.01.2008, 20:03 dazu:
" 

Hallo Zusammen,

Nachdem ich das Forum hier interessiert durchgelesen habe folgender Kommentar:
Es ist erstaunlich offen über die Gehälter diskutiert worden und alle Argumente sind genannt worden. Lange Zeit waren die Beamtengehälter (Lehrer oder nicht) so eine Art undurchsichtiges Geheimnis - erst die zunehmende Anzahl von angestellten Lehrern öffnen die Schatulle, da hier eine direkte Vergleichbarkeit möglich wird. Das ist ja alles schon ausführlich dargestellt worden.
Fakt ist:
1.) ganz grob bekommt ein angestellter (nach dem neuen Tarif)Gymnasiallehrer 500 - 800 Euro Netto weniger raus, für die gleiche Arbeit.
2.) Die Pensionen bei Beamten sind deutlich höher als für Angestellte (ich tippe auf das 2 bis 2,5 fache. Um auf eine ähnlich hohe Rente für Angestellte zu kommen mussten erhebliche Beiträge in eine Private Vorsorge einbezahlt werden (> 500 Euro), was zusätzlich vom Brutto abgeht.
Die früher noch mögliche Zusatzvorsorge für den öffentlichen Dienst (auffüllen der Rente auf Beamtenniveau) ist vorbei!
3.) Ab A13 ist das Netto (schon am Anfang) sehr ordentlich und absolut Vergleichbar mit Führungskräften in der freien Wirtschaft - Je Älter man wird, um so grösser wird der Vorteil für Beamten
4.) Die Tarifstruktur bei Beamten honoriert Dienstalter und Kinder, weniger die Leistung
5.) Die B-Tarife bei Versicherungen und die Bonität bei Krediten bringen weitere monitäre Vorteile
6.) Die Absicherung bei Dienstunfähigkeit für Beamte ist ungleich viel besser als für Angestellte. Das muss der Angestellte (privat oder öffentlicher Dienst) wiederum privat machen - geht zusätzlich vom Netto ab

Fazit:
Ich gratuliere jedem der es noch in den höheren Dienst geschafft hat - auf lange Sicht lohnt es sich in jedem Fall, egal ob noch ein bischen angepasst wird oder nicht.
Ich kann nur jedem dazu raten.
Diesen Unterschied nur als Neiddebatte abzutun finde ich nicht in Ordnung, es ist eine real empfundenes, gewachsenes Ungleichgewicht.
Diese Schere wird voerst mal noch weiter aufgehen, denke ich.
Früher (bis vor 10 Jahren)gab es in der freien Wirtschaft und im öffentlichen Dienst durchaus auch Vorteile (Bewegungsfreiheit, Betriebsrenten, schnellere Aufstiegschancen ...) welche aber zunehmend verschwinden.
Insofern finde ich ein Hinterfragen dieses Systems durchaus in Ordnung - alles wird zur Zeit hinterfragt. Das sich die Beamten wehren ist nur natürlich - die Frage ist, wo das endet.
Das Beamtentum sollte keine heilige Kuh sein.
Spätestens in Zehn Jahren werden wir hier heftige Diskussionen haben - Stichwort: Lasten der Haushalte durch Beamtenpensionen. Es sollten nicht nur die Angestellten und Arbeitnehmer bluten - es findet nunmal ein Demographischer Wandel statt, der alle betreffen wird.
Ich hoffe, ich bin keinem zu nahe getreten (bin selber Angestellter in der freien Wirtschaft).

Grüsse an Alle

(#264) Bargos meinte am 12.01.2008, 17:31 dazu:
" 

Auch wenn diese Diskussion anscheinend bereits weitgehend abgeschlossen, oder vielmehr seitens der Beteiligten beendet ist (denn ein inhaltlicher Abschluss wird sicherlich nicht zu erreichen sein), möchte ich mich kurz zur Frage der Notwendigkeit des Beamtenstatus äußern.

Wenn ich die vorherstehenden Beiträge betrachte wird in erster Linie darüber gestritten, ob der Beamtenstand als solcher für den Staat finanziell tragbar bzw. nochimmer politisch zu rechtfertigen ist. Einige weitere Punkte wurden bereits angesprochen (und ich bitte vorab um Entschuldigung, dass ich sie im Folgenden eventuell kurz wiederhole). Außer Acht gelassen wird hierbei jedoch oftmals, welchen Zweck der Beamtenstand als solcher eigentich auch heute noch hat.

1. Die Deckung des Unterrichts durch qualifizierte Personen liegt im Interesse des Staates. Würde seitens der Staates der Lehrberuf sowohl finanziell als auch hinsichtlich der Arbeitssituation (wenn man an dieser Stelle persönlichen Idalismus der Lehrer außen vor lässt)
deutlich unattraktiver gestaltet werden, als es vergleichbare Berufsfelder der freien Wirtschaft sind, ist davon auszugehen, dass sich gerade die für des Lehramt gwünschten Personen nicht für den Beruf als Lehrer interessieren würde => Gefahr: hochqualifizierte Lehrer wandern in die Wirtschaft ab und das Geamtniveau der Lehrtätigen wird gesenkt.

2. Qualitativ guter Unterricht beinhaltet auch die bildung von Kindern und Jugendlichen zu systemkritischen und hiterfragenden Erwachsenen. Das bedeutet jedoch auch, dass es notwendig ist die Entscheidungen der bestehenden Landes- und Bundesregierungen (also des Arbeitgebers) zu hinterfragen. Die Unkündbarkeit versetzt den Beamten (auch bei Polizei, Justiz und tlw. Verwaltung) in den Stand, ohne Angst vor dem Arbeitsverlust inhaltlich vergleichsweise frei zu arbeiten. Hier sei ein Hinweis auf die in Amerika geführte Diskussion über den Kreationismus erlaubt. So ist es dort möglich, dass Lehrer durch den Arbeitgebeer gezwungen werden, eine Theorie zu vermitteln und als einzige Wahrheit darzustellen. Der Beamtenstatus schützt also Lehrer aber vor allem Schüler und Eltern davor, dass der Staat allzu propagandistisch die Bildung zu einer bestimmten Ideologie betreibt und somit ungebührlichen Einfluss auf die Lehr- und Meinungsfreiheit (GG) nimmt. Welche Konsequenzen es haben kann, wenn ein Bildunsgwesen sich nicht dem Staat widersetzen kann, hat die jüngere Geschichte unseres Landes mehr als deutlich gezeigt. Gerade an dieser Stelle wird jedoch auch ein zentraler Unterschied des modernen Beamtentums gegenüber der Situation des Kaiserreichs deutlich:  Stand dort die Kontrolle des Beamten durch den Staat im Vordergrund ist es heute der Schutz vor ihm und seinem Einfluss.

3. Die Unkündbarkeit ist zudem die staatliche Gegenleistung zum Streikverbot, das als solches (und die folgende Formulierung stammt nicht von mir sondern vom ehem. Bundesverfassungsrichter und Bundesprässidenten Roman Herzog) “ein grundsätzlich verfassungswidriges aber zum Erhalt der staatlichen Grundordnung legitimes Instrument”  ist. Da der Beamte auf sein vefassungsmäßig garantiertes Recht, zu streiken, verzichten muss, um wesentliche Aufgaben staatlicher Tätigkeit sicherzustellen, bietet ihm der Staat als Gegenleistung die Sicherheit seines Arbeitsplatzes.


Finanziell (und hier sind sich auch wirkliche Experten völlig uneins) ist es kaum zu sagen, womit sich der Staat hinsichtlich der Ausgaben besser stellt. Doch stellt sich die Frage, ob die Einsparungen sinnvoll sind, wenn man andererseits die Unabhängigkeit vom Arbeitsgeber riskiert. Auch hier kann mna sicher strieten. Doich in meinen Augen ist der Beeamtenstatus bei hoheitlichen Tätigkeiten auch für Lehrer nicht guten Gewissens streichbar. Er ist eine Absicherung (vgl. Punkt 2), eine Art Versicherung. Natürlich kann man argumentieren, dass die BRD eine stabile Demokratie ist und wenigstens bei Lehrern kein Grund mehr vorliegt, sie zu verbeamten.
Aber ehrlich gefragt: Wer baut die Siocherheit der Rauchmelder aus seinem Haus aus, weil es bislang noch nie gebrannt hat?
Wohin die Einsparlogik führen kann, zeigt auch sehr deutlich der deutsche Privatisierungswahn: Während er in einigen Fällen durchaus sinnvole Ergebnisse gebracht hat, führte er jedoch bspw. auch dazu, dass die Versorgung mit Frischwasser inzwischen nicht mehr ohne Einschränkungen in allen deutschen Kommunen sichergstellt werden kann, sondern die Bevölkerung von ausländischen Unternehmen abhängig ist, die jedoch aus wirtschaftlichen Gründen die Sanierung von Rohrleitungen unterlässt. Selbes in wesentlichem größerem Umfang und tatsächliche bedrohlichem Ausmaß im sooft gepriesenen Finnland. Oder man überlege die Privatisierung des Fuhrparks der Bundeswehr mit dem ziel der Kostenersparnis: Ergebis ist jedoch, dass die Kosten tatsächlich vehement gestiegen sind. Aber das ist letztlich eine andere Thematik.

Mit besten Grüßen
Bargos

(#265) Manuel frattini meinte am 12.01.2008, 19:11 dazu:
" 

Ich habe noch nie solch einen Blödsinn gelesen wie der meines Vorschreibers Bargos!
Was Sie erwähnen ist lächerlich - es braucht natürlich keine Beamte (mit den Beamtenprivilegien), die Sie beschreiben.
Lehrer sollen genauso angestellt werden, wie andere Staatsangestellte auch. Hören Sie mir auf mit “hoheitlichem Handeln, sprich Notengebung” (im übrigen das einzige wirkliche Argument, das man anfügen kann).
Die Notenfindung und Notengebung unter der deutschen Lehrerschaft ist eine Zumutung. Wissenschaftlich festgestellt. Die Kriterien der Objektivität, Reliabilität und Validität werden tagtäglich mit Füßen getreten.
Ihr Amerikabeispiel ist lächerlich!
Schauen Sie auf unsere Nachbarländer. In der Schweiz gibt´s keine Beamten mehr, ist deshalb die große Angst ausgebrochen?
Ganz klar: Beamtentum - mit Ausnahme direkter, in die persönliche Freiheit einschneidender hoheitlicher Aufgaben (Polizei, Justiz) gehört auf den Müllhaufen!

(#266) Kramig meinte am 12.01.2008, 19:18 dazu:
" 

Hallo zusammen,
weiß überhaupt jemand, dass in Sachsen-Anhalt die ehemaligen DDR-Lehrer höher eingestuft sind als die Lehrer, die nach 1990 ihr 1. und 2. Staatsexamen ablegten, weil man in Sachsen-Anhalt einen Abschluss als Sekundarschullehrer erwirbt, welchen es im Bundesbesoldungsgesetz nicht gibt?
In Sachsen-Anhalt werden nur Lehrer, die Kunst, Englisch, FRanzösisch, Ethik studiert haben, verbeamtet!
Trotzdem, mein Traumjob!
Tschüss Kramig

(#267) cycling4ever meinte am 13.01.2008, 1:44 dazu:
" 

Hallo allerseits.

Wie man es auch dreht und wendet, es gibt kaum Berufsbereiche, in denen eine Verbeamtung gerechtfertigt ist. Bei Polizei und Justiz ok, aber bei Feuerwehrleuten, Verwaltungsangestellten, Lehrern, ... ??? Sorry, das ist absolut lächerlich. Natürlich kommt jetzt wieder die alte Leier vom Streikverbot für Beamte und vom Recht der Schüler auf Unterricht. Aber das würde ja bedeuten, daß in allen anderen Ländern der Welt (oder gibt es sonst noch wo verbeamtete Lehrer?)bei einem Lehrerstreik regelmäßig das absolute Chaos ausbricht, durch das Mehr an Freizeit marodierende Jugendbanden umherziehen und alten Damen die Handtaschen klauen, usw. usf. . Davon ist mir nichts bekannt, sorry again.
Auch glaube ich nicht, daß bei Abschaffung des Beamtenstatus nur noch Flachpfeifen den Beruf des Lehrers ergreifen. Ich glaube, im Gegenteil, daß bei einer Abschaffung des Beamtentums nur die Lehrkräfte langfristig am Ball (in diesem Beruf) bleiben, die wirklich Lust / Energie an der Arbeit mit Kindern haben. Die, die auf ihre Tätigkeit keine Lust mehr haben, müssen eben was anderes machen. So geht es auch anderen Arbeitnehmern. Außerdem ist es ganz ohne Zweifel zum Wohle der Kinder, wenn motivierte Leute mit Spaß an ihrer Arbeit unterrichten.
Ich mach es mal etwas plastischer: ein befreundeter Lehrer, hat nach seinem Studium sieben Jahre unterrichtet; mit 35 Jahren stellte er nach dem Sabbatjahr fest, daß er eigentlich keine Lust mehr auf den Job hat und gerne etwas anderes machen würde. Aus Mangel an Alternativen, und um seinen Beamtenstatus (=Sicherheit) nicht zu verlieren, macht er seinen Job seit drei Jahren weiter. Meistens hören sich seine Erzählungen über seinen Beruf ziemlich frustriert an; von den Schülern, die keinen Bock und keinen Respekt haben, von den Eltern, die keine Ahnung und keinen Respekt haben und von der Gesellschaft, die seine Leistung als Lehrer nicht anerkennt. Wirklich, er tut mir leid. Aber: ist es im Sinne der Kinder, die er unterrichtet, daß ein Lehrer mit Ende 30 vor ihnen steht und eigentlich keine Lust mehr auf seinen Job hat? Wie sieht es aus wenn er bis, sagen wir mal 60, weiterarbeitet? Soll das zum Wohl der Schüler sein, erhält man durch den Beamtenstatus nicht künstlich unmotivierte Lehrer weiter bei der Stange???
Zu #264, Punkt 2:
Ich glaube nicht, daß der Beamtenstatus Lehrer zu besonders kritischen Bürgern macht. Diese Meinung deckt sich auch nicht mit meinen Erfahrungen (natürlich sind die nicht repräsentativ!!!). Ich glaube eher das Gegenteil: Da (verbeamtete) Lehrer nicht arbeitslos werden können, sind sie aus meiner Sicht (eher) unkritisch, zB dem derzeiteigen Wirtschaftssystem gegenüber, da sie mit der Härte der Realität eines normalen Arbeitnehmers erst gar nicht in Kontakt kommen und somit eine eher theoretische, positivere Sichtweise gefördert wird ...
Vielleicht ist das auch der wahre Grund, warum der Staat kein Interesse an der Beendigung des Beamtenstatus für Lehrer hat: um die Kinder und Jugendlichen zu möglichst unkritischen, folgsamen Bürgern zu erziehen, die an das, was sie vorfinden, glauben. Aber bitte, das ist nur eine Theorie. Nicht mehr, nicht weniger…

so, dann packt mal die Keulen aus!
Ride on.

(#268) BK77 meinte am 13.01.2008, 19:14 dazu:
" 

@Manuel frattini
Sie machen es sicher sehr einfach. “Die Kriterien der Objektivität, Reliabilität und Validität werden tagtäglich mit Füßen getreten.” Dann legen Sie mal ein Ihrer Meinung nach angemessenes Bewertungssystem vor. Ihr Beitrag ist einfach nur lächerlich.

@cycling4ever
Ihre “Theorie” ist auch mehr als gewagt bzw. völliger Unsinn. Wenn man Lehrer nicht mehr verbeamtet, dann müßte das Gehalt DEUTLICH angehoben werden, denn für nicht mal 1800 Euro netto tue ich mir (und so sehen das sicher auch meine Kollegen) die Arbeit am Gymnasium höchstens kurzfristig an. Die Lehrer, die nicht verbeamtet sind, sind in der Regel unmotivierter, weil Sie weniger verdienen als jemand, der in einer Fabrik am Band steht.
Und der letzte Teil Ihrer Ausführung gehört bereits in den Bereich der “Verschwörungstheorien”...

(#269) Bargos meinte am 14.01.2008, 7:30 dazu:
" 

@ Manuel

kein Grund aggressiv zu werden. Weder habe ich (bgesehen vom letzten Absatz) eine persönliche Meinung wiedergegeben noch gesagt, dass es inhaltlich deshalb nicht zu überdenken wäre, das Beamtentum abzuschaffen. ich wollte allein darlegen, dass auch das bei den Gründungsvätern der Bunderepublik einer der wesentlichen Aspekte war, sich für das Beamtenwesen zu entscheiden.Der Blödsinn stammt inhaltlich übrigens nicht vonmir, allein für die verquase Formulierungsweise bin ich verantwortlich. Zudem haben sie mich falsch verstanden: es geht nicht darum, dass Beamte per se kritischer sind. Vielmehr soll die Unkündbarkeit es dem Lehrer ermöglichen auch dem Arbeitgeber unliebsame Positionen (soweit sie mit dem Grundgesetz übereinstimmen) zu vertreten, ohne hierbei Sorge um die Konsequenzen zu haben. 

@ cycling4ever

entscheidender Punkt: Berufsalternativen. Es wäre also vor der Abschaffung des Beamtenstatus notwendig die Ausbildung insofern zu ändern, dass man mit einem international angesehenen Abschluss das Studium beendet. Tatsache istm, dasss sich viele Länder aber weigern hier an das althergebrachte Staatsexamen ranzugehen. Zunächt müssten also erstmal die Voraussetzungen stimmen.

(#270) Bargos meinte am 14.01.2008, 7:32 dazu:
" 

Zusatz @ cycling4ever

hinsichtlich des Realitätsbewusstseins von Lehrer: Nayern hat hier einen ersten schritt in die richtige Richtung unternommen, da es als Voraussetzung für einen Abschluss auch Wirtschaftspraltika verlangt (von allen Lehramtsstudierenden). Ist zwar nur ein kleiner Schritt, aber immerhin etwas.

(#271) cycling4ever meinte am 21.01.2008, 22:07 dazu:
" 

YO, BK77 (#268).

wie, die Bezüge von Lehrern müßten (im Angestelltenverhältnis am Gymnasium) deutlich erhöht werden, um den Beruf auch ohne Verbeamtungen weiter attraktiv zu halten??? Da gibt es doch in der freien Wirtschaft auch sehr schöne Beispiele, wie man Gehälter senkt und die Leute den Job (den sie oft schon lange Zeit machen) bei ihrem alten Arbeitgeber trotzdem -gezwungenermaßen- behalten. Nennt sich Outsourcing, betreiben derzeit auch viele öffentliche Arbeitgeber (z.B. Krankenhäuser). Müssen muß ein Arbeitgeber also GAR NIX.
Dein Beispiel mit der Frau am Fließband…
Dann sag mir doch -bitte- mal schnell, welcher prozentuale Anteil Deiner Nachbarschaft tagsüber und/oder nachts am Fließband steht??? EBEN: Null Prozent, also niemand. Dein Argument ist also vollkommener Dünnpfiff (pardon, Bildungsbürgertum!) und zeigt nur Deine Realitätsferne, oder weißt du den Unterschied zwischen Bruttolohn und Nettolohn nicht… Daneben   scheinst Du sehr wenig Respekt vor Arbeitern zu haben. Mach mal eine zeitlang eine Arbeit am Fließband und dann wiederhole Deine hochnäsigen Ansichten.
Meine Theorie bezüglich der Motive des Staates, weiter an Verbeamtungen festzuhalten, mag gewagt sein. Vielleicht ist sie auch völliger Blödsinn. Vielleicht aber auch nicht.
In Anbetracht dessen, daß der Staat an einer Gesellschaftsordnung von vor 150 Jahren festhält, kann kein Erklärungsversuch schwachsinniger sein als die Realität.

Prost!

(#272) BK77 meinte am 21.01.2008, 23:01 dazu:
" 

@cycling4ever

Ich selbst habe bereits Monate am Fließband gearbeitet und ICH weiß, was man dort verdient. Ich habe nicht nur Umgang mit Akademikern. Aber schön, dass Du Dir herausnimmst, meine Nachbarschaft einschätzen zu können. Deinen “Dünnpfiff” kannst Du also getrost für Dich behalten. Für 1700 Euro netto (am Gymnasium, sonst weniger) muss ich nicht studieren. Zumal ich schon 30 bin, bevor dieses “fürstliche” Einkommen auf meinem Konto eintrifft. Vorher verdiene ich zwei Jahre lang im Referendariat WENIGER (beispielsweise an einer Berufsschule) als teilweise die Lehrlinge im dritten Lehrjahr.
Und welchem Teil meiner Ausführungen entnimmst Du, dass ich keinen Respekt vor Arbeitern habe? Dass die Gehaltshöhe maßgeblich (nicht ausschließlich) vom Bildungsstand abhängt, scheint Dir nicht zu gefallen, hat aber durchaus seine Berechtigung.
Und wo Du schon wieder die 150 Jahre herholst, ist mir ein Rätsel, aber wer von Geschichte keine Ahnung hat, kann ja für sein unqualifiziertes Gefasel nicht zur Verantwortung gezogen werden…

(#273) Grege meinte am 02.02.2008, 1:21 dazu:
" 

@ bkk

“Sind sie doch, denn die wie ich schon sagte, die Zeiten der so genannten “Pflichtbeförderung” (obwohl es nie eine solche war) sind vorbei. Der jetzige Durchschnitt ist demnach für eine solche Aussage nicht verwertbar. Und das ist ein FAKTUM.“

Aha, nach deinem diffusen Verständnis setzt du Traumtänzer angeblich entfallende Regel- oder Pflichtbeförderungen mit fehlenden Jobperspektiven gleich. Na dann haben die Mitarbeiter außerhalb des öffentlichen Dienstes schon immer vor einer düsteren Zukunft gestanden ?. Von daher ist es verfehlt, wenn klagende Beamte immer auf die guten Karrieremöglichkeiten der Privatwirtschaft verweisen.

„Der jetzige Durchschnitt ist demnach für eine solche Aussage nicht verwertbar. Und das ist ein FAKTUM.“

Der Segen von Durchschnittswerten besteht ja darin, daß selbst die Ausreißer zu beiden Seiten eingefangen werden. Wenn man neben der aktuellen Besoldungshöhe noch die zusätzlichen Versorgungsleistungen unserer Staatsdiener betrachtet, wurden bisher eh nur unterdurchschnittliche Beamteneinkommen angenommen. Im übirgen habe ich bewußt ein höheres Vergleichsalter gewählt, um die fehlerhafte Aussage deines „Leidengenossens Marcel“ zu widerlegen, der doch steif und fest behauptete, daß die Einkommen in der freien Wirtschaft mit zunehmenden Beschäftigungsjahren stärker anwachsen als im Staatsdienst

„Mag sein, dass Ingenieure teilweise schlechter verdienen“

falsch, allgemein verdienen Ingenieure im Durchschnitt weniger als verbeamtete Akademiker, selbst wenn letzteren das minimal mögliche, unterdurschnittliche A13 Gehalt zugrundegelegt wird. Diese Aussage läßt sich im Durchschnitt auf alle Nichtbeamten mit Hochschulausbildung übertragen.


“, aber ein großer Teil hat auch “nur” ein FH- und kein vergleichbares Hochschulstudium.“

Zu diesem Griff ins Klo habe ich dir in einem meiner früheren Beiträge schon mal meinen Senf gesagt.  Die Durchschnittseinkommen von FH und TH Ingenieuren gleichen sich nach wenigen Berufsjahren an. Daher verdient der TH-Ingenieur netto genauso weniger als eine Beamter im höheren Dienst…..

„Dein Neid muss ja schon gewaltig sein, wenn Du Dich auf einer solchen Seite ausheulst“

Als eifriger Schüler lernt man hier von überdurchschnittlich verdienenden Teilnehmern dieses Forums, auf hohem Niveau Klagelieder (Stichwort: Arbeitszimmer, räumliche Ausstattung etc.) anzustimmen. Meine hohe Lerngeschwindigkeit sollte dich als Pädagogen mit Stolz erfüllen. Anstatt hier Kaffesatzleserei über meinen Gemütszustand zu betreiben, könntest du zur Abwechslung auch mal allgemeingültige Daten und Fakten zu deinen Aussagen wie die hohe Arbeitsbelastung von Lehrern gegenüber anderen Berufen präsentieren.

„brauchst hier keine Stressgeschichten zu erzählen, davon habe ich selbst genug. Ein Blick auf den vorweihnachtlichen Schreibtisch offenbart fast 60 Oberstufen Klausuren und 120 Sek I Klassenarbeiten. Vokabeltests erwähne ich gar nicht erst. Und nach den “Ferien” kommt der nächste Schwung Klausuren“

Die sind leider notwendig für Leute wie Dich und Motschi, die ihrer Ahnungslosigkeit über das Arbeitsleben mancher Nichtlehrerberufe treu ergeben sind.

„Das Wochenende eines Lehrers ist übrigens IMMER Teil der Arbeitswoche“

Ich keine aus meinem Bekannten- und Verwandtenkreis eine Reihe Lehrer, die sich durch ihre Arbeitszeiteinteilung ihr freies Wochenende sichern.
Aufgrund der unterschiedlichen Arbeitszeitverteilung von Pädagogen- und Bürojobs sollte man daher die Anzahl der gearbeiteten Jahresstunden vergleichen. Wenn du meinen solltest, daß Lehrer die einzigen Schwerstarbeiter sind, wirst du diese Aussage sicherlich mit allgemeingültigen und belastaren Daten belegen können (bitte mit Quellenangabe).

(#274) Grege meinte am 02.02.2008, 1:30 dazu:
" 

@motschi (Teil1)
“du bist ja noch nichtmal in der lage zu erkennen, dass die von dir zitierte statistik nicht den ist- sondern wird-zustand darstellt, gelle. erstmal richtig lesen, und dann großkotzig repräsentative daten fordern.“

hochgepokert, aber leider verloren, lieber Freund. Wahrscheinlich hat dich vorweihnachtliches Wunschdenken zu der obigen Äußerung veranlaßt. Trotz geringen Selbstzweifel habe ich mich telefonsisch beim DPHV vergewissert. Angesprochen auf die besagte Statistik bestätigte mir eine auskunftsfreudige Mirarbeiterin, daß die Statistik den Stand vom März 2007 wiedergibt. Und nochmal, wo bleiben denn deine Vergleichsdaten.? Da herrscht immer noch Funkstille bei dir, der sich doch sonst nicht mit großspurigen Kommentaren zurückhält ?

„warum du dein arbeitszimmer nicht absetzen kannst, weiß der teufel. eigentlich kann das doch jeder normalmensch. warum du nicht?“

dann informiere dich auf dieser Seite mal über unser Steuerrecht….......Was für Lehrer gilt, gilt nämlich auf für Angestellte mit Arbeitsmittelpunkt außerhalb des Hauses…........

„dann sag doch mal, was du so für die dinge ausgibst? und: meine altersversorgungsansprüche habe ich auch erst nach fünf jahren, und dann auf geringem niveau. die steigern sich auch erst stetig, vorsorgen müssen lehrer auch!“

logisch, nach fünf Jahren geht auch jeder in den Ruhestand ?

Daß Rentner gegenüber vergleichbaren Pensionären finanziell benachteiligt sind, bedarf keiner besonderen Erwähnung. Um diese und sonstige beamtenspezifische Versorgungsvorteile (Gesundheit; Lohnfortzahlung, Jobgarantie, Hinterbliebenenversorung, Dienstunfähigkeitversorgung etc.) halbwegs auszugleichen, muß jeder Angestellter von seinem Nettogehalt privat vorsorgen. Einschließlich meiner „läppischen Reinigungsgebühren“ komme ich Jahr für Jahr mit diversen Zusatzversicherungen auf 6000 Euro (ohne Mietkosten für die sogenannten Arbeitszimmer), wobei hier nur laufende, jährlich wiederkehrende Kosten aufgeführt sind.

„drittens: grundschullehrerinnen kannst du vielleicht nicht vergleichen mit gymnasiallehrerinnen: weder in der inhaltlichen arbeit noch finanziell“

Wennn es um den häuslichen Platzbedarf geht sehr wohl. Meine Schwester hat als Gymnasiallehrerin Bauklötze gestaunt, als die die Größe unserer Arbeitszimmer gesehen hat. Ihre Arbeitsunterlagen füllen gerade mal drei Billyregale. Vielleicht liegt hier ein Einzelfall vor, aber ich wüßte nicht, warum Grundschullehrer generell weniger Arbeitsfläche benötigen als Gymnasiallehrer…...

Ich habe freunde, die sind ingenieure. die arbeiten nicht am wochenende.
„Arbeitslose Lehrer“ am Wochnende sind in meinem Freundeskreis auch keine Seltenheit. Und nun?

„du hättest ja auch maschinenbauingenieur verden können. das genau meine ich mit undifferenzierter betrachtung: sich eine gruppen, nämlich die am schlechtesten bezahlte, raussuchen und daran den ganzen komplex festmachen. nimm doch die gruppe der vertriebsingeneure: hoher verdienst, beste berufschancen. habe dir doch den link geschickt. darauf bist du leider nicht eingegangen“

Bei soviel Blödsinn weiß ich gar nicht, wo ich hier den Rotstift ansetzten soll.
Zum xten Male: die geringeren, hier genannten Ingenieurgehälter berücksichtigen nur Maschinenbau- und Elektroingenieure. Die Gehälter von den Bauigels habe ich mich bisher gar nicht „getraut“, zu erwähnen.
Dann schmeißt du hier Unternehmensfunktionen und Ingenieurfachrichtungen durcheinander, die querschnittsförmig zueinander angeordnet sind.
Der Vertrieb stellt eine Unternehmensfunktion dar, in der alle Ingenieurdisziplinen (E-Bau, M-Bau, etc.) vertreten sind. Deshalb tauchen auch Vertriebler in den bisher genannten Statistiken implizit auf. Abgesehen davon sehe ich hier keinen Link, den du mitgeschickt hast. Bevor deine Batterien entlädst, solltest du das beherzigen, was du deinen Schülern predigst: erst denken, dann reden.

„und: dass du deine arbeit lieber zuhause erledigst, ist doch dein problem. du hast die möglichkeit, an deinem arbeitsplatz zu arbeiten, weil dir einer zur verfügung gestellt wird. dann zieh doch in die nähe deiner firma. musst dann nicht mehr fahren. ich habe in der schule keine adäquaten arbeitsplatz - das ist der unterschied“.

Danke für die „hilfreichen Hinweise“. Schon mal daran gedacht, daß der andere Lebenspartner auch seine Arbeitsstelle erreichen muß. Außerdem ist unser Firmengebäude am Wochenende nicht begehbar, da die Pforte nicht besetzt ist. Von daher ist man gezwungen, die restlichen Arbeiten zu Hause erledigen.

(#275) Grege meinte am 02.02.2008, 1:33 dazu:
" 

@motschi (Teil2)

ich redete von fast ohne ausnahme jedem wochenende, dass ich arbeiten muss. nicht ab und zu oder öfters“.

Siehe oben Bkk77, mit derselben Aufforderung an Dich


„und zu deiner unwissenheitspolemik: vor unserer schule wird gerade angebaut, ich sehe die bauigels jeden tag!“

Solch dilettantische Behauptungen strotzen nur so vor Unwissenheit. Du scheinst nicht zu begreifen, daß Bauigels auch außerhalb der Baustelle ,quasi im verborgenen Hinterzimmer, einen Großteil ihrer Arbeit verrichten. Durch bloßes Hinsehen alleine kann sich keiner ein Urteil über einen Beruf bilden, was gerade einiger deiner Berufskollegen immer gerne gegenüber Nichtlehrern betonen.


„und zu dem totschlagargument: genau damit wird in der regel gegen lehrer polemisiert. wieso dürfen die das dann nicht benutzen?“

Dieser Unsinn stammt aber nicht von mir, von daher hast du hier den falschen Adressaten gefunden.

(#276) BK77 meinte am 02.02.2008, 13:26 dazu:
" 

@cycling4ever

Du legst es Dir immer so zurecht, wie es Dir gerade paßt, net wahr? Zu der Statistik muß ich nichts mehr sagen, denn Faktum bleibt Faktum…

Ich habe nie behauptet, daß Lehrer mehr als alle anderen arbeiten müssen. Der Unterschied ist, daß sich Lehrer für ihr Arbeitsaufkommen rechtfertigen müssen bzw. dieses ständig darlegen sollen. ICH habe den Vergleich, DU hast ihn nun einmal nicht, denn Bekannte zählen da nicht. Und in der Beweispflicht sehe ich mich nicht. Übrigens kann man die Arbeitsbelastung eines Lehrers nicht einheitlich messen, daher ist auch die geforderte Bezahlung nach “Leistung” nicht praktizierbar. Aber wenn Du es unbedingt wissen willst, ich habe in meinen beiden “Ferienwochen” über Weihnachten locker 60 Stunden pro Woche hingelegt, glaub es glaub es nicht. Mein erstes halbwegs freies Wochenende seit Mitte Dezember hatte ich letzte Woche. Und da geht es mir nicht anders als meiner Lebensgefährtin, die Ärztin ist und bei gleicher Berufserfahrung genauso viel verdient wie ich. Allerdings habe ich zuvor zwei Jahre lang nicht einmal die Hälfte bekommen.

Und abschließend sollte Dir mal jemand den Unterschied zwischen “Jammern” und “Rechtfertigen” erklären, Du “Traumtänzer”. Ich jammere nicht, denn das würde implizieren, dass ich mit meinem Gehalt und Beruf unzufrieden wäre. Beides trifft nicht zu. Ich und ebenso die Mehrheit meiner Kollegen müssen sich aber ständig für ihr Gehalt rechtfertigen.
“Jammern” trifft eher auf Dich zu, denn schließlich treibst Du Dich polemisierend in einem Forum herum, welches “Lehrerfreund” heißt. Vielleicht solltest Du mal im Netz nach einem “Lehrerhasser”-Forum suchen und Dich dort austoben, da wirst Du nämlich ähnlich unsachlich argumentierende Menschen wie Dich antreffen, die Deinem Niveau entsprechen.
So, ich muß jetzt weiterarbeiten, aber wem erzähle ich das…

(#277) motschi meinte am 02.02.2008, 16:46 dazu:
" 

@grege

hallo, grege, deinen unqualifizierten verbalerguss lass doch bitte an deinem chef ab - oder besser nicht, der kann dich ja feuern, meiner mich nicht *ggg*. ich habe auf grund deiner auch argumentativ teils hanebüchenen polemik beschlossen, nicht weiter mit dir zu kommunizieren. tut mir leid, wenn es dir so schlecht geht. such dir halt nen´ besseren job. wird allerdings schwierig für dich, nach den äußerungen hier. an unserer schule wäre da noch ne´ hausmeisterstelle frei. berufskleidung gibt es gestellt, ne dienstwohnung auch!

(#278) cycling4ever meinte am 02.02.2008, 22:04 dazu:
" 

Hey BK77…

Du alter Jeck! Ich glaub Du verwechselst mich da mit jemand anders. Aber ist mir egal, mir geht´s prächtig.
Ich habe jedenfalls NIEMALS Lehrer generell kritisiert, sondern nur das Verfahren des Staates, einen Teil dieses Gemenges zu verbeamten. Jawohl, ich schreibe das gerne nochmal: Verbeamtungen für Lehrer (Feuerwehrleute, Verwaltungsmenschen, Politiker, ...) halte ich nach wie vor für absoluten MEGA-Blödsinn, der alsbald abgeschafft gehört. Haben die Schweizer auch gemacht, von heute auf morgen…
Ansonsten habe ich maximalen Respekt vor engagierten Lehrern. Vor allem für solche, die sich nicht für die Krone der Schöpfung / Evolution halten. Universalgelehrte und Möchtegern-Historiker ausdrücklich eingeschlossen.
Narrhallamarsch!

(#279) BK77 meinte am 03.02.2008, 6:17 dazu:
" 

Vielen Dank für Deine Respektsbekundungen…

(#280) Wolfgang meinte am 03.02.2008, 17:54 dazu:
" 

Wo gibt es denn einen schlechter bezahlten Job nach 5 1/2 Jahren Studium???

(#281) Keks meinte am 07.02.2008, 20:18 dazu:
" 

Ich muss mir mal meinen Frust von der Seele schreiben.
Das Lehrer viel verdienen ist nur teilweise richtig. Als Diplom Ingenieur gehöre ich zu jenen Seiteneinsteigern, die in den Lehrberuf gelockt wurden, mit dem Versprechen, dass wenn sie Mangelfächer hätten noch bis zum vierzigsten Lebensjahr verbeamtet werden. Mit meinen Fächern Mathematik und Technik war das gegeben.
Während meiner Zeit als Lehramtanwärter wurde der Mangelfächererlass per Führerbefehl gekippt. Da war ich bereits 36. Aus der Traum mit der Verbeamtung. Naja, dachte ich mir, die paar Euro die ein verbeamteter Lehrer mehr verdient sind nicht so tragisch.
Mir verschlug es dann doch den Atem als mir meine Schwester (verbeamtete Lehrerin) sagte was sie verdient. Ich gebe es gerne zu, dass wir beide nicht unbedingt vergleichbar sind: Sie ist zwei Jahre jünger, verheiratet, mit einem Kind auf der Steuerkarte und arbeitet an einem Gymnasium 24 Stunden in der Woche. Ich arbeite an einer Hauptschule 28 Stunden die Woche, bin unverheiratet und habe ebenfalls ein Kind auf der Steuerkarte.
Sie verdient mit 2900,-€ netto knapp 1200,-€ mehr als ich für quasi den gleichen Job. Das ist echt der Hammer! Damit verdient sie genau so viel wie meine Freundin, die Sozialpädagogin ist und ich zusammen!
Auch nervt mich die Willkür des neuen TVL. Als ich anfing wurde ich in Gruppe 11 Stufe 1 eingestuft das sind 1300,-€ netto. Für jemanden mit zwei Universitätsabschlüssen und einer weiteren Ausbildung ist das ein Schlag ins Gesicht. Erst durch viel meckern wurde ich hochgestuft auf Stufe 3 (1600,-€ netto) und das ist auch mein aktuelles Gehalt.
- Nur als Fußnote möchte ich noch erwähnen, dass ich unterhaltpflichtiger Vater bin , der jeden Monat 560,- an seine Exfrau abdrückt was zur Folge hat, dass ich mir als Lehrer Klassenfahrten nicht leisten kann –das nur am Rande.
Einige meiner Freunde sind auch in Stufe 3 eingruppiert. Andere wurde aber auf Stufe 4 oder Stufe 5 eingestuft. Der Grund dafür ist nicht eindeutig, da sie eine vergleichbare Vita wie ich haben. Es drängt sich da immer mehr der Verdacht auf, dass diese Leute nur Glück hatten an den richtigen Sachbearbeiter zu geraten der sie zufällig so eingruppierte.
Okay, genug gejammert! Mir war halt danach!

(#282) chris meinte am 12.02.2008, 17:21 dazu:
" 

@Keks
Du hast mein vollstes Verständnis, siehe Beitrag weiter oben. Es klafft eine riesige Gerechtigkeitslücke. Das ein verbeamteter Lehrer in Deutschland sehr gut verdient (besonderst im europäischen Vergleich) ist ein alter Hut und nix neues - der angestellte Lehrer zeigt es! Das eine verbeamtete Grundschullehrerin verheiratet, 2 Kinder, volles Deputat, 45 Jahre mit über 3000 Netto nach Hause geht ist schon hart (nach 7 Semester PH Studium), scheint aber nicht die Qualität der Lehre zu verbessern - an Geld gewöhnt man sich und irgendwann ist es normal.
Ein doppelverdienendes Lehrerpaar ist der Hit. Na ja die Billiglehrer sind im kommen.
Keks - dein Gehalt ist nicht i.o.

(#283) BK77 meinte am 12.02.2008, 18:37 dazu:
" 

@chris

Wo nimmst Du denn die “über 3000 netto” her? In der allerhöchsten Entgeltstufe 12 wären es gerade mal 3000 netto, da bist Du aber mit 45 noch nicht. Und dann mußt Du noch die PKV abziehen. Dann bleiben vielleicht noch 2700, bei Entgeltstufe 10 (was eher dem Alter von 45 entspricht) vielleicht noch 2600 Euro - über 13% weniger als von Dir angeben. Also nicht Äpfel mit Birnen vergleichen…

(#284) chris meinte am 19.02.2008, 20:36 dazu:
" 

@BK77
Bist Du Lehrerin?
Dann solltest Du es besser wissen!

Hier die Auflistung:
(unter http://www.oeffentlicher-dienst.info)
Gehaltsrechner für den Öffentlichen Dienst
Beamtenbesoldung nach BBesG
Besoldungsgruppe A 12, Stufe 10 im Bereich Baden-Württemberg, Tabelle 01.01.2008 - 31.10.2008
Monatsbeträge

Grundgehalt:            3539.08 € 
Familienzulage:          314.80 €  2 Kinder
allg. Stellenzulage gD:      75.30 €

          Lohnsteuer:        -  547.79 € (Klasse III)
Solidaritätszuschlag: -  15.92 €

Krankenversicherung:  -  250.00 € (privat)

Abzüge gesamt:      -  813.71 € (Anteil: 20.7%)

Monats-Brutto:          3929.18 €  bleiben:      netto     3115.47 €
————————————————————————-

Lehrer (alle Beamte ab A12)verdienen sehr, sehr gut.
Grundschullehrer/innen werden in BW in A12 eingestellt, so ist es halt.
Von der Pension und den Bezügen bei Dienstunfähigkeit ganz zu schweigen, die Vorteile sind riesig - hatte mich ja schon im Forum dazu geäussert.
Was meinst Du denn was ein ach so gesuchter Ingenieur (Maschinenbau-E_Technik)von der Uni bei einem grossen Betrieb Netto bekommt, mit 45 Jahren und 15 Jahren Berufserfahrung??
Ich kenne genug Lehrer und wenn es ums Geld geht sind diese immer sehr still - gerade bei einem Teildeputat bin ich immer wieder ganz baff.
Neid - eigentlich nein -ich muss es nur durch meine Steuern bezahlen und muss zusehen wie meine Rente immer weiter zusammengestrichen wird um die Versorgungsansprüche der Beamten zu sichern. Mir sind die deutschen Beamten einfach zu teuer und Schluß. Ich bin für Transparenz und eine Angleichung der Gehälter an Vergleichbare Tätigkeiten in der freien Wirtschaft, keine Privilegien mehr und eine Eingliederung in das Rentensystem mit allen Konsequenzen. Die Arbeitsplatzsicherheit ist Bonus genug! Warum wehrt sich denn der Beamtenbund so dagegen??
Ich bin die Diskussion auch leid, Gesellschaftlich ist das System auf dauer ungesund.
Gruss

(#285) BK77 meinte am 20.02.2008, 19:28 dazu:
" 

Wenn man natürlich die günstigste Lohnsteuerklasse (III) als Ausgang nimmt, dann muß man aber auf alle Vergleichs-Gehälter auch noch ein paar Hunderter drauflegen… wink
In Nds. kommen in Klasse III 3020 Euro raus, also gerade so ÜBER 3000 Euro. In allen anderen Lohnsteuerklassen sind es unter 2650…
Und nein, ich bin keine Lehrerin, sondern Lehrer…
Und Renten werden nicht aufgrund der Versorgungsansprüche der Beamten zusammengestrichen - was ist das eigentlich für eine PPP (plumpe populistische Propaganda)???

(#286) M.G. meinte am 20.02.2008, 21:36 dazu:
" 

Dazu fällt mir nur ein:

Studier doch auf Lehramt, wenn dir nichts besseres einfällt!

http://www.eldoradio.uni-dortmund.de/mp3/musik/claas-studierdochauflehramt.mp3

(#287) chris meinte am 20.02.2008, 22:56 dazu:
" 

@BK77
Du redest mal so und mal so ohne klare konkrete Aussage.
Verheiratet = Lohnsteuerklasse 3 (oder nicht)
steht doch in dem Beispiel, wer lesen kann ist im Vorteil.
Werden nun Grundschullehrer in A12 eingestuft oder nicht?
Egal, die Zahlen stimmen - ziemlich genau das bekommt eine bekannte Grundschullehrerin und Die findet das auch viel, macht auch keinen Hehl daraus. Ist halt so.
“Und Renten werden nicht aufgrund der Versorgungsansprüche der Beamten zusammengestrichen - was ist das eigentlich für eine PPP (plumpe populistische Propaganda)???”
Doch, weil alles aus einem Topf kommt - Schau dir mal die Belastungen durch Pensionsansprüche in 15 Jahren an.
Aber lassen wir das rumdiskutieren, sei froh das du Beamter bist - es lohnt sich in jedem fall.

(#288) motschi meinte am 22.02.2008, 18:48 dazu:
" 

@chris

deine spitzen alla “wer lesen kann” kannst dir getrost sparen. wir können lesen. ich finde, ich verdiene als a13er zu wenig. so, das ist das gegenargument zu deiner grundi-freundin. sehr effektiv, mein argument, oder?!
zweitens: dann müsstest du diesen topf erstmal aufschlüsseln - und ich würde rein aus dem bauch behaupten, da werden subventionen an anderer stelle verschleudert, die weit höher als die beamtenpensionen sind. also, auch ein null-argument. drittens: schau dir die krankenstatistiken und studien an: lehrer-sein ist einer DER stressigsten jobs überhaupt. dementsprechend erreicht ein hoher prozentsatz der beamten HEUTe gar nicht mehr die pensionsgrenze. ergo: wir sind ziemlich billig für das land.
ks


dein argument, alles komme aus einem topf, ist hinr

(#289) @Chris meinte am 22.02.2008, 19:34 dazu:
" 

Bis eben hatte ich schlechte Laune, aber jetzt hast Du mit Deiner unfreiwilligen Komik meinen Tag gerettet. “Wer lesen kann, ist klar im Vorteil” - Selten so ein verbales Eigentor gesehen grin Also Deine Beiträge sind an Unwissenheit wirklich kaum zu überbieten. Wenn ich keine Ahnung habe, lehne ich mich nicht soweit aus dem Fenster wie Du:
“Du redest mal so und mal so ohne klare konkrete Aussage. Verheiratet = Lohnsteuerklasse 3”
Ich für meinen Teil treffe sehr wohl konkrete Aussagen, Du hingegen nicht…
Seit wann ist man, wenn man verheiratet ist, automatisch in Lohnsteuerklasse III??? Diese Klasse wählt derjenige, der das höhere Bruttoeinkommen hat und das ist wohl in den meisten Fällen NICHT der oder die Beamte.
Das Problem sind zudem NICHT die Beamtenpensionen, SONDERN die Versäumnisse der Landesregierungen, das Geld für die Pensionen anzusparen bzw. nicht auszugeben, weil es für unnütze Dinge zum Fenster rausgeschmissen wird.

So, und nun geh bitte nicht so hart mit mir ins Gericht. Und bedenke: Wer lesen kann, ist klar im Vorteil… Ich schmeiß mich weg!!!

(#290) cycling4ever meinte am 23.02.2008, 2:26 dazu:
" 

@BK77:
Ja, da hast Du natürlich vollkommen Recht, daß Pensionen nichts mit Renten zu tun haben und Renten nichts mit Pensionen. Hut ab, Chapeau!
Aber genau ist ja das Problem in Deutschland: der Staat hat genau zwei Versorgungssysteme installiert;  eines für Beamte und eines für Arbeiter und Angestellte. Die Politik / der Staat hat die Anzahl der Verbeamtungen in den 70er Jahren ausgebaut, um den aktuellen Haushalt zu entlasten (weniger Lohnausgaben durch weggefallende Sozialabgaben), was den simplen Sinn hatte, bei der nächsten Wahl supi dazustehen.  SPD und CDU verfuhren gleichermaßen. Was damals sinnvoll war (zumindest für die Wiederwahl der damaligen Politiker) erweist sich heute (und in Zukunft) als Bumerang, da gewaltige Pensionslasten (ja, ja ich weiß: PPP!) auf die Haushalte zurollen, weil die Politik eben nicht, wie ursprünglich angedacht, Rücklagen für Pensionen gebildet hat. Da diese unbekümmerte Verfahrensweise auf Dauer auch nicht gut (vornehm ausgedrückt) für die öffentlichen Haushalte ist, hat mittlerweile sogar der Hubererwin / die ce-esu   erkannt. Seit Januar 08 werden für jeden Landesbeamten 500 Euros Rücklagen gebildet. Ob dieser Betrag zu wenig, ausreichend oder zu viel ist, sei dahingestellt: die Einsicht der Politik war überfällig. Auf diesem Wege wird den Regierenden evtl auch klar, daß Beamte nicht grundsätzlich billiger sind als Angestellte. Ich wage gar nicht zu sagen, daß das der Anfang vom Ende der Verbeamterei sein könnte ...

(#291) BK77 meinte am 23.02.2008, 20:03 dazu:
" 

@cycling4ever

Dass die Politik nur kurzfristig denkt, ist vollkommen klar und betrifft alle Parteien. Das ist sicher eines der größten Schwächen unserer Demokratie, alles ist nur auf die Wiederwahl hin ausgerichtet und nicht auf das Wohl des Volkes. Das ist aber kein Beamten-spezifisches Problem.

(#292) Kirsch-Banane meinte am 24.02.2008, 6:54 dazu:
" 

Hallo erstmal an alle!
Erstmal zu mir. Ich bin Schüler an einem Fachgymnasium, 12. Klasse und möchte vielleicht auch Lehrer werden.
Viele interessante Aspekte und Argumente hier im Forum, aber ich denke, dass viele dieses sehr komplexe Thema (wurde ja auch einige Male erweitert) zu engstirnig und nur aus dem eigenen Blickwinkel betrachten. Ich denke bei der momentanen Lage und Diskussion gibt es viele Schuldige.
Lehrer ist grundsätzlich ein harter Job, ich denke das kann ich in meinen “Feldstudien”  tongue laugh als Schüler der gymnasialen Oberstufen mit Prüfungsfächern Pädagogik/Psychologie, Deutsch, Englisch (LK) und BVL/VWL und Bio (GK) schon erlauben zu sagen. Wobei man aber auch erwähnen muss (und ich denke das haben hier schon einige sehr gut), dass es einfach sehr deutliche Unterschiede gibt - die einen, die sich wirklich viel Mühe geben und den UNterricht wunderbar gestalten und auch vom erzieherischen Aspekt her wunderbare Arbeit leisten, aber dann leider auch das totale Gegenteil… Lehrer die nur ihre Zeit absitzen und einfach keinen guten Unterricht machen. und eben solche Negativbeispiele bleiben einfach schnell im öffentlichen Meinungsbild hängen und das ist in jedem Bereich so, erschwert eine sachliche Diskussion aber leider enorm. Z.B. ein Lehrer erstellt Arbeiten, die einfach nur aus zusammenkopierten Aufgabenschnipseln bestehen, die Arbeit hat keine Kopf, keine Punkteangaben, logische Fehler usw und dann bekommt man sie nach 4 Wochen zurück und neben den Aufgaben, oder gar neben jedem eigenen Absatz ist ein Haken und am Ende darf ich was sehen? 4 Punkte?! wie und warum?

Mein persönliches Beispiel… wenn man sowas aber bei dieser Diskussion im Kopf hat, wird alles nur unsachlich und auf unprofessionelle Art und Weise persönlich und einfach total sinnlos.
(und ja, ich habe bewusst alle positiven Lehrererlebnisse weg gelassen und dieses negative Erlebnis ist wirklich eine Ausnahme und ich habe eigentlich NUR gute Lehrer, aber so negative Dinge merkt man sich einfach eher…)

naja, weiter im Text -ich hab als Schüler noch mehr zu sagen wink

Sowas merken sich dann auch die Eltern halt leicht und dann gehen gute und hart arbeitende Lehrer mit ihrer Arbeit schnell unter… aber so ist es nun einfach bei Vorurteilen - es nützt niemandem, aber es ist auch immer ein klitze kleiner Funke Wahrheit dran… denn solch ein Lehrer (mein Beispiel) gibt es halt oft nur im öffentlichen Dienst.

Gerade in der heutigen Zeit, wenn viele Menschen sehr hart für ihr Geld arbeiten müssen und auf vieles verzichten und die öffentliche Meinungsbildung oft sehr angespannt ist, kommt es einfach schnell zu Rollenzuweisung,Stereotypisierungen und nem großen Haufen mehr davon (tolles Ende für meine Deutsch-LK Lehrerin wink ).

(#293) Kirsch-Banane meinte am 24.02.2008, 6:55 dazu:
" 

Der Staat und die Länder tragen auch ihr gutes Stück dazu bei, indem recht unübersichtliche Verhältnisse geschaffen werden - Gehaltsdifferenzen usw usw (wurde schon ausgiebig drüber gesprochen)
Ich denke aber auch, dass, wie weiter oben bereits erwähnt, das politische System und die Form der Gesetzgebung in Deutschland ein großes Problem dabei ist. Föderalismus hin oder her, da gibt es eh genug Gesprächsstoff und Diskussionen. Ganz wichtig und oben auch schon richtig erwähnt, ist da meiner Meinung nach die Tatsache, dass politische Entscheidungen und die Art der Gesetzgebung einfach inakzeptabel sind, weil so gut wie jede Entscheidung nur für das eigene Abschneiden bei der nächsten Wahl wichtig ist und bei einer Legislaturperiode von 4 Jahren z.b. (spätestens) ab dem 3. Jahr einer Periode eh nur noch wahlwirksame Schaumschlägerei betrieben wird (wenn das nicht vorher schon der Fall war) und nötige Gesetze ausgelassen werden und statt dessen kleine Wahlgeschenke ausgestreut werden! Sozialstaatliches usw und auch das sehr richtig erwähnte Beispiel mit der Beamten"welle” in den 70ern - genauso gut kann man da auch unser Rentensystem nennen. Politische Berater von Adenauer haben damals schon gesagt, dass so ein System in der Zukunft kaum tragbar sein würde… naja, aber das will ja keiner hören und damit gewinnt man ja auch keine Wahl!
Ich lasse hierbei bewusst Diskussionen gewisser Parteien aus, obwohl mir einiges unter den Finger juckt, denn das wäre hier total falsch am Platze und würde nur wieder beleidigende, persönliche Aussaugen einiger äußerst schnell persönlich attackierter auf den Platz rufen und alles ausufern lassen und lasst mich noch sagen, dass das Adenauer Beispiel auch nur wegen seiner historischen Relevanz für unser Land erwähnt wurde und es auch genug Beispiele anderer deutscher Volksparteien gibt wink
(jetzt schweife ich aber gerade auch etwas vom Thema ab…)

Desweiteren denke ich, dass viele Menschen ein mehr oder weniger antiquarisches Bild der deutschen Lehrerschaft haben, das sich eher auf preußische Zeiten anwenden ließe - nur dann lasst uns aus Gründen der Vollständigkeit auch bitte die Prügelstrafe wieder einführen! (ich liebe Sarkasmus) <—- nochmal erwähnt, damit es auch alle richtig verstehen rolleyes

Außerdem denke ich, dass Eltern und Kinder/Schüler auch einen nicht unerheblichen Teil an der momentanen Lage beitragen. ganz klar gehöre ich zur Generation “kein Bock”, aber das hat Sokrates auch schon gesagt! Nichts desto trotz denke ich, dass sich eine recht gefährlich anmutende Tendenz in der Entwicklung der Moralvorstellungen und dem Werte und Normensystem vieler Jugendlicher anbahnt. Hier sehe ich zwar größtenteils die Medien in der Schuld, aber auch die Eltern - und zwar weil man heutzutage kaum noch Kinder draußen spielen sieht. Lieber setzt man sie vor den PC und schaut weg! Ja klar, das war enorm verallgemeinert und macht die ganze Diskussion schwierig, aber ich denke schon, dass oft falsch erzogen wird und die Lehrer dann in der Schule grundsätzliche Dinge nacharbeiten müssen, die eigentlich erst normales Unterrichten und ein Leben in einer Gemeinschaft wie unserer möglich machen - das kostet viel Kraft und Zeit und beansprucht den Lehrplan ungemein.
Ich (persönliche Meinung) finde es einfach TOTAL FALSCH, wenn Eltern behauptet, dass Lehrer sowas auch tun müssten. Lehrer müssen ja sowieso alles tun. Liebe Eltern, an die jenigen/wenigen unter euch, die dieser Meinung sind, dann lasst uns doch bitte auch die Prügelstrafe wieder einführen! (nicht ernst gemeinte Provokation)
Erziehung fängt nun einmal zu Hause im Elternhaus an und ja ich weiß, dass es heutzutage schwierig ist, weil es kaum mehre Großfamilien gibt, bei denen immer jemand zu Hause wäre und es heute viele Alleinerzieher gibt und Menschen mit 2 Jobs etc (ich selbst mit in der Woche mit meiner Ma alleine zu Hause und sehe meinen Dad nur am Wochenende und ich bin kein einfaches Kind^^)
aber das alles macht die Diskussion nicht einfacher - wir müssen mit den gegebenen Umständen nur sachlicher und einfach korrekter umgehen.
Einfach immer dem nächst Besten die Schuld geben bringt da doch nichts und löst NIE Probleme.

Ich denke, dass manche Eltern da ein falsches Bild haben - denn Lehrer sind (klar) Pädagogen und auch Erzieher und die meisten machen diesen Job ja auch deshalb (Meinungsbildung junger Menschen/Kinder), aber sie sind absolut nicht da um ein zweites Elternhaus zu sein und Fehlentwicklungen auszubügeln oder ähnliches.

Soooooo… jetzt habe ich ja schonmal eine Menge geschrieben! So manch provokante Aussage wird hoffentlich auf fruchtbaren Boden fallen und einige Antworten bringen, die uns etwas weiter bringen. Ich habe auch noch mehr zu sagen und hoffe auf interessante Meinungen auf meine Aussagen stoßen zu können!

MfG

(#294) kummerkasten meinte am 25.02.2008, 19:23 dazu:
" 

Wo ist der Kern deiner Aussage? Hat jetzt ja leider mit dem eigentlichen Thema gar nichts zu tun.
Man merkt dir zwar den Deutsch-LK an, aber leider gibts nicht nichts zu gewinnen.
Hier ist ja nicht MEIN KLEINES TAGEBUCH, sondern WIE VIEL LEHRER.
Altkluge Allgemeinfeststellungen helfen hier wenig… Themaverfehlung!
Vielleicht mal von mir was ganz einfaches: Jeder kann vor dem Studium prüfen, was er als Lehrer voraussichtlich verdienen wird. Wer es nur wegen der Kohle machen will, wird es ebenso wenig durchziehen, wie jemand, der ganz einfach nur viel verdienen will ( toller Satz, sorry) .
Und vielleicht ist das auch gut so! Siehe da, es geht auch ohne Adenauer, die alten Römer oder schon die Ähgübther…

(#295) Kirsch-Banane meinte am 25.02.2008, 21:00 dazu:
" 

Ja, klar. Hab viel palabert, muss ich gestehen. Fand die Dynamik des Forums nur sehr interessant und wie sich der thematische Schwerpunkt erweitert hat.

Ich frage mich auch, wie manche Menschen so blauäugig ins Studium gehen können und eigentlich sollte es auch jedem klar sein, dass man in der freien wirtschaft eine deutlich höhere Gehaltsaussicht hat als im öffentlichen Dienst. Dafür aber eventuell den Traumjob - deshalb versteh ich die Nörgler auch nicht, die mit dem Geld unzufrieden sind. Klar, die Kürzungen sind teilweise schon unverschämt, aber wenn man dafür den Traumjob hat und vielleicht sogar noch als sichere Stelle - so what?

- wobei da vielleicht auch das größte Problem ist… meine die Einschneidungen durch die Landesregierungen, die einige sicher in ihrer Berufswahl Lehrer umdenken lassen.


Naja, sry wegen dem langen “LK” Text     smile

(#296) cycling4ever meinte am 29.02.2008, 22:50 dazu:
" 

@bk77

Ja, natürlich gibt und gab es auch Wahlgeschenke für Arbeiter und Angestellte, um bei der nächsten Wahl in einem positiven Licht zu erscheinen, keine Frage. Dem Volk wird aber von der Politiker- und / oder Beamtenlobby (häufig ein und dasselbe, da Beamte in den Parlamenten deutlich überrepräsentiert sind) vermittelt, daß Verbeamtungen für den Staat kostengünstiger wären als ein Angestelltenverhältnis. Das stimmt, aber eben NUR UND AUSSCHLIESSLICH, wenn man das Monatsgehalt eines Beamten mit dem eines Angestellten (natürlich bei gleicher Tätigkeit) vergleicht. Sozialversicherungsbeiträge entfallen bei Beamten, daher geringeres Lohn-Brutto. Würde man allerdings einen fairen -und nicht parteiischen- Kostenvergleich anstellen wollen, so müsste man die in der Zukunft liegenden Kosten für die Pensionierung für jeden Beamten in das Monatsgehalt mit einbeziehen. Einen ersten zaghaften Schritt hat -oh Wunder- die CSU gewagt indem sie -ich wiederhole mich- seit 01.01.08 für jeden Landensbeamten 500 Euro für jeden Landesbeamten für Pensionszwecke zurücklegt. Ob dies zu viel, zu wenig oder ausreichend ist, sei dahingestellt. Ob die Landesregierungen so viel Weitsicht beweisen, diese Rücklagen auch in die Entscheidung mit einzubeziehen, welchem Beschäftigungsverhältnis sie in Zukunft den Vortritt geben ebenfalls.
Zu wünschen wäre es, daß die Politik hier (und nicht nur hier!) kurzfristige Denke über Bord wirft und endlich beginnt, langfristig zu planen. Früher oder später wird sie ohnehin dazu gezwungen sein…

(#297) kummerkasten meinte am 01.03.2008, 15:23 dazu:
" 

Schade, dass immer wieder vergessen wird, dass der Anteil der angestellten Lehrer ( also nicht Lehrer, die sich anstellen ;o) immer weiter steigt…

Fakten aus dem Buch der Machen von spickmich.de ( Lehrer - eine Gebrauchsanweisung )

- 51% der Lehrer sind älter als 50 J.
- 45% aller Lehrer gehen in den nächsten 10 Jahren in Ruhestand

Aber: Unsere Kultusminister wissen ja schon seit JAHREN, dass es künftig ja eh kaum noch Kinder geben wird.

Da kann man sich nur fragen, warum ich selbst an einer Privatschule 29 Kinder in den Eingangsklassen habe.

(#298) delicieuse meinte am 02.03.2008, 1:32 dazu:
" 

Im Vorraus wünsche ich allen erst einmal einen schönen guten Abend!

Um ehrlich zu sein kann ich die hier geführten Diskussionen nur zum Teil nachvollziehen.
Allgeimein betrachtet ist es sicherlich richtig, wenn gesagt wird, dass der Lehrer-job u.a. sehr Zeitintensiv ist und zum Teil nicht adäquat bezahlt ist.

Was ich mich allerdings frage, ist die Tatsache warum hier soviel - ich möchte es mal so ausdrücken - “rumgeheult” - wird.

Ich denke jeder angehende bzw. berufstätige Lehrer hat sich das Berufsbild freiwillig ausgesucht und wenn das Arbeits- bzw. Berufsumfeld dann doch nicht den Vorstellungen entspricht, denke ich kann man doch dann immer noch die Branche wechseln.

Ich muss dazu sagen, dass ich zum Thema “Lehrer” meine eigene spezielle Meinung habe, da ich auch schon das Vergügen hatte diverse sagen wir mal -unqualifizierte- Lehrer kennenzulernen.

Sicherlich werde ich mit dieser Aussage auf wenig Gegenliebe treffen. Nebenbei bemerkt das ist eine Feststellung die ich persönlich gemacht habe und möchte daher allerdings nicht alle Lehrer über einen Kamm scheren. Ich glaube lediglich das es ein gewisses Maß an Lehrern gibt die sich erstens ihrer Position zu sicher sind und zweitens ihr verbales Gegenüber geistig manchmal mächtig unterschätzen.

Zum Thema Verbeamtung oder Nicht:

Also ich persönlich denke, dass das Beamtentum für Lehrer abgeschafft werden sollte, da es u.a. zu große Differenzen im Bereich der Vergütung zwischen Angestellten und Beamten gibt.

Meiner Meinung nach sollte man es ähnlich wie die Dänen machen.
Dortige Lehrer sind generell nicht verbeamtet, werden 14-tägig einer Bewertung unterzogen (Leistungerbringung u.ä.) und der jeweilige Schuldirektor kann sich seine potentiellen Lehrkräfte in einer internetal angelegten Seite ansehen und nach seinen kriterien auswählen.
In Dänemark funtioniert dieses Konzept sehr gut, warum sollte das denn nicht auch in Deutschland auch funktionieren?!

Abschließend würde ich auch noch sagen, dass viele Lehrer doch in gewisser Hinsicht froh sein sollen arbeit zu haben es gibt viele andere Leute die, glaube ich, gerne mit ihnen tauschen würden wollen.

An dieser Stelle noch einen Spruch zum Nachdenken:

Dafür, dass es uns so schlecht geht, geht es uns eigentlich noch ganz gut!

Mit freundlichen Grüßen D.!

(#299) Kirsch-Banane meinte am 02.03.2008, 2:14 dazu:
" 

An der Tatsache, dass politische Entscheidungen nunmal kurzfristig getroffen werden und oft um Wahlgeschenke in die richtigen Ecken zu streuen, wird sich so schnell nichts ändern.

@cycling4ever ich gebe dir ganz recht, diese 500 Euro Rücklage ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber das beseitigt ja auch erst ein Problem - wenn es das denn dann tut -

@kummerkasten ich denke das von dir angesprochene Problem wird solange von der Politik bzw den Landesregierungen tot geschwiegen und unbeachtet gelassen, bis es ganz groß auf sie zurück fällt.
Wie bei so vielen Großbaustellen in der Politik versucht man hier mit kleinen bunten Kinderpflastern große Wunden zu behandeln, wenn man behandelt.
Es ist doch immer das gleiche, lieber Regierungsgebäude verkaufen und kurz die Finanzbilanz der eigenen Regierungszeit auffrischen und auf lange Sicht Miete zahlen, als sein Gesicht zu verlieren - bei den Anstellungsverhältnissen im öffentlichen Dienst ist das genau so

(#300) Ref meinte am 04.03.2008, 23:02 dazu:
" 

Hallo liebe Lehrerfreunde,

ich bin Referendarin, die kurz vor der Aufnahme des Lehrerberufs steht. Ich habe versucht, der gesamten Diskussion zu folgen - von Seite 1 bis jetzt. Dabei musste ich feststellen, dass sich Lehrer zu sehr in der Opferrolle sehen.

Werde ich auch mal so?

Ich bin der Überzeugung, dass sich Lehrer nicht an die Gurgel gehen sondern zusammenhalten sollten. Dann wird’s vielleicht auch mal wieder was mit dem “guten Ruf”.  Und was soll überhaupt die Beamtendiskussion? Selbstverständlich muss es eine Vereinheitlichung geben. Entweder eine Verbeamtung für alle Lehrer oder keinen. Und darüber hinaus muss die Vereinheitlichung so weit gehen, dass bundesweit die gleiche Stundenzahl gegeben wird. Schaut euch Mecklenburg-Vorpommern an, die mit ihren 27 Stunden die Woche 85% des Westgehaltes verdienen und zusätzlich dieses Schuljahr unvergütet Abiturklausuren der Klassen 12 UND 13 kontrollieren müssen, weil mal wieder entschieden wurde, die Schulzeit zu verkürzen. DIE dürfen jammern.

Egal, wo ich nun meine Anstellung bekomme, ich freue mich auf den Lehrerberuf und das merken dann hoffentlich auch meine Schüler, denn ein Lehrer, der mit sich unzufrieden ist und dem Druck von Außen nicht stand halten kann, sollte lieber zu Hause bleiben, anstatt schlechte Laune bei den Kindern zu verbreiten. Von dieser Sorte kenne ich zu viele und hoffe, mein Leben lang abgeschreckt zu sein!

(#301) chris meinte am 05.03.2008, 22:36 dazu:
" 

@motschi
Zitat:“drittens: schau dir die krankenstatistiken und studien an: lehrer-sein ist einer DER stressigsten jobs überhaupt. dementsprechend erreicht ein hoher prozentsatz der beamten HEUTe gar nicht mehr die pensionsgrenze. ergo: wir sind ziemlich billig für das land.”

Zitat aus der FAZ:
Lehrer ohne Motivation
Burn-out? Viele Lehrer brannten nie
Eine Studie über Lehramt-Studenten ergab: Die besten Studenten steigen aus, die faulsten werden Pauker. Abhilfe können nur Reformen an den Universitäten schaffen. VON CHRISTIAN FÜLLER

Was Professor Udo Rauin zu sagen hat, wird den deutschen Lehrern nicht gefallen. Denn ausgerechnet die Berufsgruppe, die am häufigsten in den vorzeitigen Ruhestand tritt, rückt der Forscher nun in ein völlig neues Licht. “Die über besondere Belastungen Klagenden haben vermutlich nie ‘gebrannt’.” Rauins Befund ist das Ergebnis einer Langzeitstudie, die 1.100 Probanden über viele Jahre untersucht hat. Dabei kam heraus: 60 Prozent der Lehrer, die sich besonders belastet fühlen, “waren schon im Studium überfordert und wenig engagiert”.

Was der Frankfurter Lehrerforscher zusammen mit seinem Kollegen Andreas Gold herausgefunden hat, ist ein weiterer Baustein bei den Katastrophenmeldungen über Lehrer. Von Studie zu Studie wird die Vermutung zur Gewissheit: Die falschen Studierenden wählen den Job, die Besten steigen früh aus dem Studium aus, und von denen, die in den Klassenzimmern ankommen, sind sehr viele sehr schnell überlastet.
[...]
Viele von denen, die im Studium bleiben, sind dann eine sehr spezielle Klientel. Rauin formuliert es so: “Nicht nur ‘geborene Erzieher’ drängen ins Lehramt, sondern oft auch Pragmatiker und Hedonisten.” Pragmatiker seien dabei jene, die in der Nähe des Heimatortes bleiben wollen, die auf ein überschaubares Studium hofften, die einen sicheren und familienfreundlichen Arbeitsplatz suchten. Hedonisten sind solche Lehrer, die “kein schwieriges Studium” wünschten und “ihren Hobbys weiter nachgehen wollen”.
[...] Über die Hälfte der jungen Lehrer, die den Beruf auch tatsächlich aufnehmen, fühlen sich dafür nicht geeignet. [...]

Zitat ende

Ich lass das jetzt einfach mal kommentarlos so stehen.
Agressionen gegen die Studie bitte nicht an mir ablassen.

Grüsse an die, die den stressigsten Job der Welt haben

(#302) schnipsel meinte am 06.03.2008, 2:33 dazu:
" 

Hallo, ich bin seit 7 Jahren angestellte Lehrerin an einem baden-württembergischen privaten Gymnasium. Letztes Jahr wurde ich verbeamtet unter gleichzeitiger Beurlaubung zum Dienst an eben meiner Schule. Geändert hat sich an meinem (privatrechtlichen) Arbeitsvertrag nichts, auch meine Arbeit hat sich nicht geändert. Jedoch habe ich unterm Strich ca. 600 EUR mehr im Monat.
Dieser Mehrverdienst erscheint auf den ersten Blick erst einmal ungerechtfertigt, auch im Hinblick auf die derzeit bessere Altersversorgung einer Beamtin. Andererseits musste ich für mich feststellen, dass ich nun mit einem viel zufriedeneren Gefühl und einer freieren Einstellung ans Unterrichten gehe, als zuvor. Dies wirkt sich positiv auf den Unterricht insgesamt aus. Außerdem entwickle ich nun immer mehr auch Interesse, richtig intensiv an der Schulentwicklung mitzuhelfen und zu gestalten.
Ich glaube, dass schon allein diese Umstellung der Mehrverdienst wert ist.

(#303) Deiotarus meinte am 06.03.2008, 21:52 dazu:
" 

@Ref
Die Antwort auf Deine Frage lautet: “Höchstwahrscheinlich ja.”

@Chris
Studie hin, Studie her, auf die Art der Präsentation kommt es an. “Kommentarlos” ist für mich was anderes. Außerdem zitierst Du oben in Deiner Stellungnahme “einer DER stressigsten Jobs”, woraus Du unten “den stressigsten Job der Welt” machst. Diese Art der Polemik nimmt mir die Lust auf eine sachliche Auseinandersetzung.

(#304) Stressiger Job meinte am 09.03.2008, 4:21 dazu:
" 

Hallo,

sind hier Lehrer anwesend, welche vorher in der Wirtschaft gearbeitet haben? Diese möchte ich doch bitte mal um eine Stellungsname der Aussage “Lehrer, einer der stressigsten Jobs” bitten….

(#305) kummerkasten meinte am 09.03.2008, 11:45 dazu:
" 

Ich bin ein Lehrer, der aus der freien Wirtschaft kommt. Ich verzichte locker 25% meiner alten Gehaltes, es macht aber viel mehr Spaß.
Ich erhalte als angestellter Lehrer natürlich kein Weihnachts- oder Urlaubsgeld.
Ich unterrichte FÜNF Fächer, inzwischen wurde ich vom Kultusministerium geprüft und anerkannt.
Stress ist es sicher nicht, wenn man im Normalfall zwei Fächer jeder Jahr neu unterrichtet. Ich glaube tatsächlich auch, dass viele Lehrer den Alltag in der freien Wirtschaft nicht kennen.
Natürlich gibt es Tage, an denen man auch mal bis 21 Uhr am Schreibtisch sitzt - aber es gibt auch Tage, an denen ein Tennismatch um 15 Uhr drin ist - sowas gibts natürlich in der freien Wirtschaft nicht, da war ich froh, wenn ich es bis 18:30 schaffte.
Zugegeben, nicht jeder Lehrer ist ein guter Lehrer. Wenn der Job keinen Spaß mehr macht, die Schüler einen nur noch hassen oder die Kollegen alles Einzelkämpfer sind, dann kann der Job schon stressen…

(#306) Keks meinte am 09.03.2008, 14:16 dazu:
" 

@Stressiger Job
Ich bin jetzt seit 2 Jahren an der Schulfront. Wenn man die Zeit als LAA dazuzählt 4 Jahre. Vorher war ich Architekt in Köln. ..und ja, ich war in dieser Zeit sehr gestresst - viel Verantwortung, cholerische Chefs, ein menschenunwürdiges Gehalt von 1.600,- € brutto und ständig der Druck, dass man sich rechtlich absichern muss damit einem keiner vor Gericht zerren kann. Kein Urlaubs- und Weihnachtsgeld und die Überstunden wurden selbstverständlich auch nicht bezahlt. Samstag war regulärer Arbeitstag, der aber nicht bezahlt wurde. Der Stress war permanent und finanziell bedrohlich. Ich sehne mich überhaupt nicht in diese Zeit zurück.
Heute arbeite ich oft genau so lange, von 8.00 bis ca. 20.00 Uhr (gelegentlich auch länger, je nach dem was ansteht). Aber ich bin mein eigener Herr und es gibt auch Tage an denen ist für mich wirklich um 14.00 Uhr Schluss. Der Stress ist auch da –aber er hat eine andere Qualität. Dieses elementar bedrohliche ist nicht mehr. Dafür steht man als Person viel mehr im Fokus, wo es doch bei meinem früheren Job mehr um „die Sache“ ging. Es ist manchmal schon erstaunlich wie müde ich nach nur 4 Stunden unterrichten bin.
Heute verdiene ich als vollbeschäftigter Lehrer (28 Stunden pro Woche) an einer Hauptschule 1600,-€ netto –das ist schon ein Unterschied zu früher. Auch wenn ich mir als angestellter Lehrer ein wenig verarscht vorkomme, wenn ich mein Gehalt mit dem meiner Kollegen vergleiche. Aber das ist eine andere Geschichte ihr lieben Kinder.

(#307) knut meinte am 09.03.2008, 16:36 dazu:
" 

Hallo Grege.

Leider ist euer Arbeitgeber faktisch pleite. Da kann man keine großen Gehaltserhöhungen verlangen. Denk einmal an die Mitarbeiter von BengQ oder so, die haben sogar auf Gehalt verzichtet, um ihren Arbeitsplatz zu erhalten. Hat auch nichts gebracht.

Ich kenne Diplom-Kaufleute, die nach dem Studium bei einem Wirtschaftsprüfer angefangen haben und nicht mal 3.000,00 brutto im Monat bekommen haben. 40 Stundenwoche. 27 Tage Urlaub. Hier gibt es auch keine Zuschläge für Kinder etc..
Nun kommt Ihr?????

LG Knut

(#308) teachi meinte am 09.03.2008, 20:29 dazu:
" 

Ich war ca. 12 Jahre selbstständig, seit ca. 7 Jahren wieder (in meinem Diplomberuf) als Lehrer tätig.
Ich hatte als Selbstständiger einerseits mehr Stress, weil ständig Existenzdruck.
Dafür musste ich niemanden fragen, wenn ich eine Woche Skifahren oder Segeln fahren wollte.
Als Lehrer lebte ich Anfangs ständig zu aktionstisch und habe meine Kollegen bestimmt etwas überfordert.
In der Schule sieht der Stress anders aus.
Für mich besteht er weitgehend in völlig unzeitgemäßen Rahmenbedingungen (katastrophale Ausstattung!, schlechte Instandhaltung (Sparen grundlegender Reinigung)!, verkrustete Strukturen in der Schulaufsicht und last but not least die anachronistischen 45-Minuten-Einheiten, die jedes In-den-Arbeitsfluss-kommen sehr effektiv und nachhaltig k.o. schlagen bzw. gar nicht erst ermöglichen und den ach so hehr erwünschten fachübergreifenden Unterricht ebenfalls in die Kiste der Utopien verdammt.
Wenn ich als Angestellter allerdings erheblich weniger verdiene, sehe ich darin ganz einfach eine Verletzung des Grundgesetzes. Ich ärgere mich über diese Ungleichbehandlung und lasse das schon auch dann und wann durchblicken, kämpfe aber nicht innerhalb der Schule dagegen sondern ausserhalb - denn die verbeamteten Kollegen können dagegen gar nichts unternehmen.

Problem ist die Politik, die zum Himmel stinkt vor Inkompetenz und Ignoranz.

Von daher wünsche ich mir (politisch) aufrichtig einen PISA-Abstieg Deutschlands.
(Was ich allerdings um Himmels willen keinem Schüler gönne oder wünsche!)

Übrigens: Ein Kollege von mir hat (als Angestellter) eine Beförderungsstelle abgelehnt, da er für erheblich mehr Verantwortung sage und schreibe 50 EUR monatlich mehr (brutto) bekommen hätte.

Seine Logik war: Das sind mir die ca. 3-4 Stunden Mehrarbeit wöchentlich nicht Wert!
Das ist die richtige Antwort.

Übrigens: Knut solltet Ihr einfach ignorieren! Es ist vielleicht unser Problem in D, dass wir uns so ausgiebig und rechtfertigend mit solch uneinsichtigen und destruktiven Kreaturen abgeben. Lasst uns unsere Energie besser investieren!

Zum Arbeitszimmer:
Am Anfang meiner Rückkehr in die Schule wollte mir das Finanzamt die beiden Büroräume vollständig kippen, da sie ja nicht Zentrum meiner Tätigkeit seien.
Ich habe darin eingewilligt unter der Bedingung, dass ich meine Akten (10-jährige Aufbewahrungspflicht) im Garten lagern könne und bei einer Steuerprüfung in meiner Abwesenheit (Schulzeit) die Prüfer ebenfalls auf der Straße auf einem Gartentisch arbeiten dürften.
Antwort des FA: Ein lapidarer Zweizeiler, der besagte, dass “der Bedarf eines Arbeitszimmers hinreichend nachgewiesen sei”.

Mit Humor und Satire habe ich über die Jahre so einiges durchgeboxt - z.T. sogar auf Vorschlag meines Steuerberaters! Versucht es doch einfach!

Kopf hoch und viel Glück!

(#309) chris meinte am 10.03.2008, 1:26 dazu:
" 

@kummerkasten
@teachi
@keks

Die Antworten haben mir gut gefallen, realistsch,  abwägend und informativ.
Ich denke die Wahrheit liegt in der Mitte. Ich denke ein nicht geeigneter Lehrer hat viel Stress und könnte in einem anderen Beruf glücklicher werden. Aber in der freien Wirtschaft wird es auch immer härter, das ist meine pers. Eindruck, je nachdem wo man sitzt. Ich kenne einige Berufsschullehrer die erst in der Wirtschaft waren und anschliessend als Lehrer recht zufrieden geworden sind. Sie haben den direkten Vergleich und sehen Vor- und Nachteile. Umgekehrte Fälle sind mir nicht bekannt.
Vor angestellten Lehrern habe ich echt Respekt!
Grüsse

(#310) @teachi meinte am 13.03.2008, 1:48 dazu:
" 

2008 wird das mit dem Arbeitszimmer aber nicht mehr gehen, oder?

(#311) Sönke Gerger meinte am 14.03.2008, 16:00 dazu:
" 

Hallo,

ich kann diese ganze Diskussion nicht mehr ertragen.
Sind wir doch mal ehrlich zu uns selber.
Für das, was wir arbeiten, verdien wir schon sehr viel.
Wer ausser uns hat denn 12 Wochen im Jahr Urlaub.

(#312) Knut meinte am 14.03.2008, 23:43 dazu:
" 

Hallo Leute.

Was hat eigentlich das Arbeitszimmer in diesem Forum zu suchen. Hier geht es doch darum, was Lehrer verdienen und was sie bekommen.

LG Knut

(#313) Paul meinte am 17.03.2008, 22:32 dazu:
" 

Hallo , ich unterrichte an einem kirchlichen Berufskolleg, nunmehr im 14. Jahr. Ich verdiene netto ca. 2280€ Steuerklasse I. Demnächst bin ich noch so verrückt und gehe in ein Beförderungsvefahren mit Lehrprobe und allem, um am Ende zwei zusätzliche Funktionen zu bekleiden. Als angestellte Lehrer darf ich mich dann aber ja nicht mal Oberstudienrat nennen wink! Meine jetzige Unterrichtsszeit liegt bei 25,5 Stunden, was ich für den größten Skandal halte, neben der um viele Hunderter schlechteren Bezahlung im Vergleich zu den verbeamteten Kollegen.Wenn ich denn befördert werden sollte und zusätzliche Verantwortung übernehme, dann hat man mir tatsächlich ca. 80€ in Aussicht gestellt. Ich krieg mich schon gar nicht mehr ein vor Vorfreude über das viele Geld. Die Anforderungen steigen subjektiv und objektiv, aber ich fühle mich manchmal geradezu gedemütigt, wie wenig mein Engagement wert ist. Der Unterschied Angestellte-Beamte ist das eine, schließlich verdient der beamtete Kollege noch immer Hunderte mehr, auch wenn ich befördert bin, für das wesentliche Problem halte ich noch, dass keiner über die hohen Unterrichtstundenzahlen diskutiert. Hier scheint mir viel mehr Veränderungsbedarf zu liegen. Dass wir Lehrer die Bezahlung immer mehr kritisieren, ist doch nur ein Reflex darauf, dass uns die Verantwortlichen in der Politik so lern- und gesundheitsfeindliche Arbeitsbedingungen aufhalsen. Wir können uns ja zwischen Angestellten und Beamten prügeln, aber eigentlich hat diese Struktur der Lehrerarbeitszeit Kritik verdient. Ich spüre deutlich, dass ich so bis 67 nicht durchhalten kann, auch wenn ich sowieso schon weniger verdiene als Kollegen grin
Übrigens das mit dem Arbeitszimmer soll wohl bedeuten, dass die Lehrer jetzt nicht mehr die Hälfte der Kosten ihres Arbeitszimmers steuerlich absetzen können. Das sind bei mir fast 1000€, die ich nicht mehr vom Finanzamt zurück bekomme. Allerdings benötige ich ein eigenes Zimmer für meine Arbeit, aber das scheint ja nicht zu interessieren. Was tut sich eigentlich in dieser Hinsicht-gibt´s da Prozess durch die Gewerkschaft oder so?  Gruß P.

(#314) Chris meinte am 19.03.2008, 1:33 dazu:
" 

Für mich war es mein absoluter Traumberuf als ich mit fast 50 endlich Lehrerin sein durfte. Der Nachteil ist natürlich ich bin angestellte Lehererin, alleinerziehende Mutter von einer studierenden Tochter und einem Sohn im Abitur. Mein Gehalt ist so niedrig, dass ich die vielen Ferien, die ich übrigens dingend brauche, nicht für einn Urlaub nutzen kann.
Es ist verdammt ungerecht zu wissen, dass meine beamteten Kollegen für die gleiche Arbeit viel mehr bekommen, es ist verdammt schwer ihre Erzählungen von wunderschönen Urlauben zu hören…..Auch ich brauche die Erholung von diesem anstrengenden Job, aber ich kann sie mir nicht leisten….

(#315) Nebenjob Lehrer meinte am 20.03.2008, 18:49 dazu:
" 

Hallo Chris,

auch ich bin nur angestellte Lehrerin. Ich kann Deine Aufregung nicht nachvollziehen.
Ich habe mir eben in den Ferien einen gut bezahlten Nebenjob gesucht.
Schon mal damit probiert?
Man muss halt auch mal unkonventionelle, unbequeme Wege gehen!!

(#316) Chris meinte am 21.03.2008, 22:17 dazu:
" 

Hallo “Lehrer”, wenn du es unkonventionell nennst, in den Osterferien zusätzlich arbeiten zu gehen, nehme ich an, dass du kein Lehrer bist, sonst würdest du das kaum schaffen. Mit meiner 50-60 Stunden Woche in der Schulzeit, bin ich jedes Mal zu Ferienbeginn so kaputt, dass ich wirklich Erholung brauche. Bei dem Stressjob auch noch einen Nebenjob zu machen, ist mir
leider nicht möglich. Außerdem habe ich in den Ferien auch noch Deutschklausuren zu korrigieren, brauche für jede einzelen mindestens 1 Stunde.
Also, noch mal, ich weiß nicht, was du für ein Lehrer sein willst, wenn du es schaffst in den Ferien zu arbeiten. Vielleicht bist du Sport und Reli Lehrer mit halber Stundenzahl? Dann noch bestimmt ohne Kinder und ganz jung und arbeitest an der Grundschule?......

(#317) @Sönke meinte am 21.03.2008, 23:34 dazu:
" 

Du bist wohl sicher kein Lehrer, sonst würdest Du so einen Mist von 12 Wochen Urlaub wohl kaum schreiben. Ich für meinen Teil korrigiere gerade, so wie in allen Ferien. Und im Sommer darf ich drei Wochen meines “Urlaubs” ins Ausland mit den lieben Schülern.

(#318) schnipsel meinte am 22.03.2008, 0:22 dazu:
" 

Nebenjob in den Ferien kommt für mich nicht in Frage. Die Ferien sind in erster Linie für meine Familie und zu meiner Entspannung da. Wenn mein Gehalt nicht ausreicht, dann muss ich eben Abstriche machen oder ich mache Überstunden.
Außerdem: Was soll immer der Vergleich angestellte Lehrer - beamtete Lehrer? Natürlich verdienen sie unterschiedlich. Aber warum nicht? Nur weil sie zufällig den gleichen Job machen? Es gibt doch wohl noch viel mehr leichtere Jobs als die von uns Lehrerinnen und Lehrer, die aber weitaus höher bezahlt werden. Ist das gerecht?
Meine Freundin ist Erzieherin und verdient nichtmal die Hälfte von mir, obwohl sie genauso belastet ist wie ich und einen ähnlich harten Job macht. Ist das gerecht?
In Finnland werden Erzieherinnen, Lehrer bis hin zu Uni-Professoren nach dem gleichen Tarif bezahlt.
Wir alle hier sollten zufrieden sein mit dem, was wir haben. Wir alle haben einen Vertrag, in dem wir uns ausdrücklich auf die Bezahlung eingelassen haben, die wir jetzt auch bekommen. Hinterher beschweren geht nicht.

(#319) bart simson 16j. meinte am 22.03.2008, 18:20 dazu:
" 

confused ich weiß net wirklich viel davon aber wie kann man sich über sowas gedanken machen is ja voll kindisch jeder verdient das geld was er sich erarbeitet hat

(#320) Mr. M meinte am 26.03.2008, 20:56 dazu:
" 

Die ganze Debatte um zu hohe Lehrergehälter und eine angebliche Überbezahlung beim Staat ist doch scheinheilig.
Falls es jemand gemerkt hat: Wir haben eine Bankenkrise und dabei ist sich der Staat nicht zu schade mal eben Milliarden in die Landesbanken und die IKB zu pumpen (alleine IKB 9 Milliarden). Die Angestellten dort verdienen auch sicherlich ihr (wohl nicht zu niedriges Gehalt) nicht zu Unrecht, oder…?
Also, im Zweifel hat der Staat immer genug Geld, aber für die Schulen und Lehrer offensichtlich nicht? Hier setzt unsere Politik und die Gesellschaft wohl offensichtlich falsche Prioritäten. Solange der Staat großzügig Milliarden an Subventionen (=Sozialhilfe für Unternehmen) an unsere auch so tolle Wirtschaft verteilt, brauche ich mich für mein Gehalt bestimmt nicht rechtfertigen.

(#321) teachi meinte am 27.03.2008, 3:51 dazu:
" 

Der Vergleich mit den Banken ist sehr gut!
Noch ein Vergleich:
In der Schweiz hat soeben der Bundesrat klar geäussert, dass es keine staatlichen Spritzen für Banken gebe infolge der Bankenkrise.
Aber die Lehrergehälter sind so, dass sich niemand beklagt. Es herrscht das Gefühl, gerecht behandelt zu werden. (Die Bildungsausgaben betragen ca. 2% des BSP mehr jährlich. Ein Bildungsplatz (vom Kindergarten bis zur Hochschule) kostet ca. das 1,5- bis 2-fache von D.
Das geht nur zum Teil in die Gehälter, wesentlich aber auch in die Ausstattung und gesamten Rahmenbedingungen.
Und das Übel der bevorzugten Beamten existiert ebenfalls nicht!
Diese Zweiklassengesellschaft in D ist tödlich für den Staat.
Seit der Einführung des (unvollständig ausgehandelten) TVöD ist die Schere noch eklatanter, Angestellte nach TVöD sollten ihre Leistung entsprechend ihrem geringeren (Brutto-)Gehalt ebenfalls nach unten nivellieren.

(#322) Ex-Beamter meinte am 28.03.2008, 0:44 dazu:
" 

Ich kann Teachi nur zustimmen. Ich will zum Verrecken nicht mehr in Deutschland unterrichten! Man darf nur keine Super-Ansprüche stellen und immer 100% haben wollen. Das geht nicht, da werden CH oft noch bevorzugt!
Ausserdem sollten alle Lehrer in D ihre Sprache umstellen: Deputat “!”. Wer ist hier deputiert, amputiert vielleicht. In der Schweiz heisst das Pensen und ist die Pluralform von Pensum, und das ist die korrekte Bezeichnung für den Grad einer Beschäftigung.
Und jetzt melde ich mich ab. Dieses Jammerforum tue ich mir nicht mehr an.

(#323) anonym meinte am 30.03.2008, 1:24 dazu:
" 

Ich (als Nichtlehrerin) denke nicht, das Lehrer zu viel verdienen oder zu viel frei haben, und weiß, dass das Lehrerdasein ein sehr verantwortungsvoller, anstrengender und zugleich schöner Beruf ist, vor dem ich sehr viel Respekt habe.

Aber warum wird so viel über diesen Beruf geschimpt?
Und warum müssen gerade auch viele Lehrer so viel über ihren Beruf meckern und schimpfen und sich ständig rechtfertigen. Das finde ich so anstrengend.

(#324) Marion meinte am 30.03.2008, 13:53 dazu:
" 

Es ist sehr bedauerlich, dass diese Diskussion hier ganz und gar nicht zur Verbesserung des Berufsbildes von uns Lehrern beiträgt. Ganz im Gegenteil!

Mir macht übrigens mein Beruf viel Freude, ich fühlte mich nämlich dazu berufen! Da frag ich nicht danach, wieviel Arbeit er mir macht oder wieviel ich damit verdiene.

Und wenn ich beim Einkaufen oder im Museum an meine Schüler denke, dann tue ich das freiwillig und mit Freude und denke dabei nicht an Arbeitszeit. Ich lebe für meine Familie und meinen Beruf, also auch für meine Schüler.

Die Einstellung alleine macht es aus!!!

(#325) Detlef meinte am 31.03.2008, 10:02 dazu:
" 

Mit Neugierde lese ich die Kommentare und bin etwas erstaunt darüber, was die “Jammerei” angeht.denn es gibt auch noch die Lehrkräfte im Rahmen der außerbetrieblichen beruflichen Erstausbildung (§ 241 (2) SGB III), die bei privaten Bildungsträgern (keine Tarifbindung existent) arbeiten. Dazu folgende Fakten aus Sachsen: 40h/Wo., davon i. d. R. 32 h/Wo. Stütz- und Förderunterricht v. a. in den allgemeinbildenden Fächern, Personalschlüssel 1:24 Auszubildende, 1.600,-€ brutto, 28 Tage Urlaub p. a., kein Urlaub- u. Weihnachtsgeld, Aufstiegsmöglichkeiten sogut wie ausgeschlossen. Begründung für das “hohe” Gehalt: Wettbewerbsvorteil ggü. den Konkurrenten…Bitte um Gehaltserhöhung: Wem es nicht passt, kann ja gehen.

(#326) Mister M. meinte am 31.03.2008, 22:59 dazu:
" 

@Marion:
Soviel Gutmenschentum nützt aber all den Lehrkräften nichts, die von ihrem Gehalt bei ständig steigenden Preisen leben wollen und müssen. Dank diverser Kürzungen und zurückgehaltener Lohnsteigerungen haben wohl die meisten Lehrkräfte (und hiermit meine ich insbesondere auch die beamteten Lehrkräfte) in den letzten Jahren reale Einkommensverluste hinnehmen müssen.
Was für andere Berufsgruppen selbstverständlich ist (Lokführer, Ärzte, Fluglotsen, ...), nämlich angemessene Bezahlung für gute Arbeit, sollte auch für Lehrer möglich sein.
Nicht jeder / jede hat einen gut verdienenden Ehepartner oder geerbt und sieht seinen Beruf nur als sinnstiftendes Hobby…

(#327) schnipsel meinte am 01.04.2008, 12:30 dazu:
" 

Egal, ob angestellte Lehrerin oder verbeamtete Lehrerin (so wie ich), die Bezahlung ist für beide Gruppen doch recht gut, wie ich meine. Bei einem Sold von über €4000.- und den entsprechenden steuerlichen Vergünstigungen bin ich gehaltsmäßig auf einer Linie mit Ingenieuren in der Industrie, ohne dass diese eine staatlich subventionierte Pension hätten. Außerdem können sich diese nicht einen Teil ihrer Arbeitszeit frei einteilen, so wie wir. Und 12 Wochen Urlaub haben diese auch nicht. Ich lege meine Arbeit meist so, dass ich in den Ferien kaum etwas für die Schule machen muss. Von daher gilt für mich annähernd die Gleichung Ferien=Urlaub. Und zu guter Letzt: Auch wenn immer mehr Nachmittagsschule dazukommt - die Arbeitszeiten sind schlichtweg weniger. Ich komme beispielsweise dreimal in der Woche schon um 13.30 Uhr nach Hause und muss zweimal erst um 9.00 Uhr aus dem Haus. Wenn ich den Unterricht und die Arbeit zu Hause addiere, dann komme ich auf eine Wochenarbeitszeit von deutlich unter 40 Stunden.
In diesem Forum geht es um die Bezalung von uns Lehrerinnen und Lehrer und ich sage deutlich: wir müssen mehr als zufrieden sein.

(#328) Marion meinte am 01.04.2008, 15:12 dazu:
" 

@Mister M
ich bin übrigens nicht Ehefrau eines gut verdienden Mannes, die ihren Beruf nur als Hobby ausübt. Mein Mann ist seit Jahren arbeitslos!
Aber Ihre Aburteilung spricht für sich.

Es geht anderen nicht verbeamteten Berufsgruppen genauso wie uns, dass das Gehalt im Vergleich zur Inflation eben nicht angestiegen ist. Nicht nur wir Lehrer haben Kinder zu ernähren. Aber uns allen würde etwas mehr Bescheidenheit und Verzicht gut tun. Ich muss doch nicht dreimal im Jahr in Urlaub fahren!!!

Und Sie wollen doch nicht sagen, dass eine Krankenschwester, ein Altenpfleger oder ein/e Erzieher/in weniger leistet als ein Lehrer? Und schauen Sie sich doch mal deren Gehalt an.

(#329) Mister M. meinte am 01.04.2008, 16:58 dazu:
" 

@schnipsel
4000€ Grundgehalt bekommt man als “normaler” Lehrer nicht, höchstens mit Funktionsstelle. Wenn du auf weniger als 40 Stunden Arbeitszeit kommst, dann Glückwunsch, für viele gilt das nicht (kann man auch in diesem Forum nachlesen).
Ingenieure, insbesondere wenn außertariflich bezahlt, erhalten in großen Firmen oft eine zusätzliche betriebliche Altersvorsorge, das gibt es für Beamte nicht. Zudem sind Lehrer und Ingenieure von der Qualifikation und Ausbildung her vergleichbar.

@detlef:
Es ist zwar ungerecht, dass Lehrkräfte bei privaten Einrichtungen so wenig verdienen, aber das ist doch kein Argument dafür, dass beamtete Lehrkräfte überbezahlt sind. Es kommt ja auch niemand auf die Idee, dass Juristen, die beim Staat arbeiten, überbezahlt sind, weil es Juristen gibt, die für einen Hungerlohn arbeiten, weil sie sich gerade selbstständig gemacht haben und kaum Klienten haben. Wenn man nämlich über die Schiene “da gibt’s welche, die haben noch weniger” argumentiert, denn ist für Staatsdiener alles was mehr als Harzt IV ist, Überbezahlung.

(#330) BK77 meinte am 01.04.2008, 17:37 dazu:
" 

@schnipsel
Also ich kann nicht ganz glauben, dass Sie wirklich Lehrerin sind. 4000 Euro? Da kann es sich ja nur um Brutto handeln. Und die Aussage “12 Wochen Urlaub” ist ja wohl ein Schlag ins Gesicht für alle richtigen Lehrer. Und dann wollen sie deutlich unter 40 Stunden die Woche arbeiten. Ich schmeiß mich weg vor Lachen.
Es gibt hier nur wenige Erklärungen. 1. Sie sind keine Lehrerin (Nachhilfe zählt hier nich…) und wollen lediglich provozieren. 2. Sie haben Fächer wie Stricken und Religion. 3. Sie sind die wohl schlechteste Lehrerin seit Menschengedenken und für all die Vorurteile uns gegenüber verantwortlich und überlassen zudem die ganze Arbeit Ihren Kollegen 4. Sie arbeiten Teilzeit bzw. reduziert mit maximal einer halben Stelle an einer Grundschule…
Meiner Meinung ist Ihr Artikel eine Frechheit. Was mache ich da nur falsch, wenn ich in den Herbst-, Weihnachts- und Osterferien größtenteils korrigiere? Da muß ich mir wohl in der Schulzeit meine 12 Wochen Urlaub durch Untätigkeit wieder reinholen…

(#331) keks meinte am 02.04.2008, 16:23 dazu:
" 

@Schnipsel
da hast du aber ganz schön Flankenfeuer bekommen. Auch wenn ich meine Vorschreibern nicht in allen Punkten unterstützen kann, möchte ich sie teilweise bestätigen. Als angestellter vollbeschäftigter (28 Stunden) Lehrer komme ich auf ca. 1600,-€ netto im Monat(~2800,- Brutto, Steuerklasse 1). Ich bin 37 und habe zwei Uniabschlüsse und eine Ausbildung gemacht. Nach Abzug von Miete, Versicherungen und Co bleiben mir 750,-€ zum leben. Da macht sich schon etwas Frust breit.

(#332) BK77 meinte am 02.04.2008, 16:26 dazu:
" 

@Marion

Natürlich ist es gerechtfertigt, dass Erzieherinnen weniger Gehalt bekommen als Lehrer, weil die a) keine vergleichbare Ausbildung haben und b) sicherlich weitaus weniger Arbeit haben bzw. mit nach hause nehmen. Und bevor jetzt kommt “woher will er denn das wissen…” gleich zur Information: Ich habe mal in einem Kindergarten Praktikum gemacht.
Ach stimmt ja, Krankenschwestern sind ja auch halbe Ärzte (jetzt, da es ja schon einen Bachelor dafür gibt…) und sollten auch ähnlich bezahlt werden. Junge, junge, wie weltfremd ist denn bitte diese Auffassung. Aber auf dieser Ebene braucht man gar nicht zu diskutieren, dazu hat “Mister M” ja schon richtige Worte verloren.

(#333) Mister M. meinte am 02.04.2008, 18:16 dazu:
" 

@Marion:
Ich habe nie behauptet, dass eine Krankenschwester wenig leistet, aber es geht auch darum, wieviel man “investieren” muss (Ausbildungszeit), um einen Beruf auszuüben.

Wenn es Sie wirklich interessiert, was andere so verdienen:

http://www.bild.de/BILD/news/wirtschaft/2008/04/01/gute-nachricht/acht-prozent-fuer-oeffentlichen-dienst,geo=4147550.html

Also da steht (ver.di-Zahlen, Bruttogehälter Bund und Kommunen jetzt und nach dem jüngsten Tarifabschluss):

Krankenschwester: 2330 Euro, demnächst: 2522 Euro
Erzieherin: 2155 Euro, demnächst: 2337 Euro
Bibliothekarin: 3000 Euro, demnächst: 3232 Euro
Ingenieurin: 3550 Euro, demnächst: 3816 Euro

“Leistet” eine Bibliothekarin mehr als eine Krankenschwester? Oder mehr als ein nach TVöD-L bezahlter Lehrer (ab 01.01.2008 ungefähr 3000 Euro, je nach Berufserfahrung)?.

(#334) schnipsel meinte am 03.04.2008, 11:43 dazu:
" 

@BK77 und Mister M.
Wir reden hier über Einkommen und warum sollte man nicht konkret werden? Immerhin ist das ganze Forum hier ohnehin anonym, also: Um genau zu sein verdiene ich € 52.800.-/a (keine Funktionsstelle - die kommt erst nächsts Schuljahr) und natürlich brutto. Netto-Verdienste hängen ja wohl wesentlich vom Status ab (Familienstand, Lohnsteuerklasse, etc.) und sind daher nicht vergleichbar. Netto kommen bei meiner Konstellation heuer etwa 47.300.- heraus, wovon ich allerdings noch den vollen Krankenversicherungsbeitrag bezahlen muss (ca. € 4.500.-).
Natürlich ist unsere Ausbildung vergleichbar mit denen von Ingenieuren, darum habe ich den Vergleich ja gewählt. Ich wollte mit diesem Vergleich nur zum Ausdruck bringen, dass wir wesentlich kürzer arbeiten als Ingenieure (das gilt zumindest für mich). Da die Arbeitsbelastung ja wohl höchst subjektiv wahrgenommen wird, ist sie hier m.E. nicht direkt vergleichbar.
Mit meiner (richtigen) Gleichung möchte ich hier niemanden schlagen, schon garnicht ins Gesicht. Ich habe lediglich von mir gesprochen. Ich weiß, dass viele meiner Kolleginnen und Kollegen anders arbeiten - jeder so, wie sie/er es eben für richtig hält. Genau so muss es doch sein, oder?
Aber warum ist es für Sie unvorstellbar, dass ich auf weniger als 40h/Woche komme? Wenn Sie fertig sind mit Lachen, dann versichere Ihnen - das ist so:
Mein Deputat beträgt 25 Unterrichtsstunden, die Vor- und Nachbereitungszeit schätze ich auf ca. 20-25min pro Stunde. Korrekturarbeiten auf etwa 5h pro Woche, Konferenzen, Besprechungen, etc. etwa 2h pro Woche. Das sind etwa 36 Stunden/Woche.
Zugegebenermaßen fallen je nach Fach Korrekturzeiten größer oder kleiner aus. Aber in meinen Fächern und mit meinen Klassenarbeiten brauche ich pro Klassenarbeit nicht mehr als 3-4 Stunden.
Und es funktioniert sehr gut. Ich glaube nicht, dass ich eine schlechte Lehrerin bzgl. meines Unterichts oder im Umgang mit meinen Schülerinnen und Schülern und Kolleginnen und Kollegen bin. Gewiss müssen das andere entscheiden, genauso gewiss aber nicht Sie! Mein Ruf unter Schülerinnen und Schülern wie unter den Kolleginnen und Kollegen ist aber ein recht guter, wie ich das so wahrnehme.
Ihre Vorurteile gegenüber dem Stricken sollen Ihnen gegönnt sein. Doch gegenüber dem Fach Religion sollten Sie etwas respektvoller sein, auch wenn ich es nicht unterrichte.
Ich meine es hier in diesem Forum durchaus Ernst mit meinen Äußerungen - auf hämische Bemerkungen und überschlagende Superlative wegen meiner angeblichen Unfähigkeit kann ich verzichten und ich glaube, alle anderen hier auch.
Was Sie konkret “falsch” machen, kann ich Ihnen ohne Details zu Ihrer Arbeit und Ihrer diesbezüglichen Einteilung nicht sagen. Vielleicht hälfe es, wenn Sie beschrieben, wie Sie Ihre Arbeit einteilen.

(#335) Knut.Eisbär meinte am 03.04.2008, 21:30 dazu:
" 

Hallo Leute,

bei den Gehältern geht es doch nicht nur danach, was man investiert. Es kommt auf das Können an. Je mehr Intelligenz gefragt ist, um so höher die Gehälter und Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt sind ausschlaggebend. Man betrachte die Ingenieure. Zur Zeit haben wir einen Mangel an Ingenieuren. Da bieten die “headhunt” sogar Geld, damit die man die Stelle annimmt. Dies funktioniert aber nur in der freien Wirtschaft. Ist man beim Staat angestellt, ticken die Uhren anders. Wieviel “Wissen und Können” ein Lehrer braucht, um eine Klasse zu unterrichten, muss jeder selber für sich entscheiden. Der Staat siedelt das “Wissen und Können” also im Mittelmaß an.
Sollte das Geld nicht ausreichen, verdient euch doch zusätzliches Taschengeld an der Börse.

LG Knut

(#336) Mister M. meinte am 06.04.2008, 14:22 dazu:
" 

@schnipsel
Es sei Ihnen gegönnt, dass Sie ein angemessenes Gehalt beziehen. Bei Ihrem Bruttogehalt vermute ich, dass Sie noch Weihnachtsgeld (Sonderzahlung) bekommen. Das ist aber längst nicht in allen Bundesländern der Fall. Zudem werden angestellte Lehrkräfte deutlich schlechter bezahlt, wie Sie vielleicht beim Lesen des Forums bemerkt haben.
Bei Ihrem Nettogehalt nehme ich an, dass Sie Kinder haben. Insofern eine richtige Entscheidung, Ihre Zeit lieber in diese als in die Schule zu stecken.

(#337) Zufrieden meinte am 06.04.2008, 18:51 dazu:
" 

Wer schimpft und meckert und versucht sich zu rechtfertigen, hat ein schlechtes Gewissen.

Ich war mit meinem Sprachen-Diplom jahrelang als Übersetzerin tätig. Ein lukrativer aber einsamer und langweiliger Job. Als Nebenjob/Hobby unterrichtete ich gleichzeitig auf vielen Schienen (VHS, Frühenglisch etc.).

Seit einigen Jahren arbeite ich als angestellte Lehrerin. Ich liebe den Beruf, die Kinder, alle Menschen die ich aufgrund des Jobs kennenlerne - teilweise sind das verzweifelte Eltern oder auch an “Burn-Out” leidende Kolleginnen/Kollegen.
Ich bin in meinem Job mehr als zufrieden, denn ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht und geniesse meine Arbeit.

Die wöchentlichen Arbeitsstunden kann man nicht pauschalieren. Unterschiedliche Fächer bedeuten unterschiedlichen Zeitaufwand. Erfahrene Lehrkräfte brauchen weniger Zeit. Engagierte Lehrkräfte arbeiten mehr, nehmen an mehr Konferenzen, Gruppentreffen und Fortbildungen teil, organisieren Veranstaltungen, sind als Erste bei einem Tag der offenen Tür da und gehen als Letzte heim.

Wer den Job nicht mag und der Meinung ist, zu wenig zu verdienen, kann umschulen und einen anderen Beruf suchen!

Ich arbeite lieber in einem Beruf, der mir viel Spaß macht als in einem Beruf, in dem mir die Decke auf den Kopf fällt, auch wenn ich hier weniger verdiene.

Allerdings macht auch mich die ungleiche Behandlung von Beamten und Angestellten traurig. Hoffentlich wird der Beamtenstatus bald abgeschafft.

Zufrieden

(#338) chris meinte am 07.04.2008, 0:44 dazu:
" 

@schnipsel
Ich denke das Sie BK77 und Mister M eher als Nestbeschmutzer sehen. Das mit dem Gehalt in der Höhe ist durchaus möglich, das geben nur Ihre Kollegen ungerne zu - Sie sind wohl einfach nur ehrlich und das Vertragen ihre Kollegen nicht. Das mit unter 40 Stunden ist sicherlich sportlich aber möglich, Sie sind einfach begabt und schnell. Natürlich kommt es wohl auch wesentlich auf Schulform und Fächer an.

Gruss

(#339) BK77 meinte am 09.04.2008, 23:55 dazu:
" 

@Chris - Lesekompetenz: 6!
Schallendes Gelächter… Ich habe nie behauptet, dass ich zu wenig verdiene, aber wer behauptet, als Lehrer 12 Wochen Urlaub zu haben und trotzdem nicht mehr als 36 Stunden zu arbeiten, kann entweder nur miesen Unterricht machen und/oder sich im Kollegium rar machen. Anders ist das meiner Meinung nach nicht möglich. Es sei denn, man unterrichtet Fächer, in denen es kein Abitur gibt sowie keine Klausuren usw. - oder eben Religion und Stricken. Religion hat an deutschen Schulen nichts zu suchen, aber das ist ein anderes Thema. Stricken hingegen hat noch einen praktischen Wert…
Dass der Gehaltsunterschied zwischen angestellten und verbeamteten Lehrern ein Skandal ist, ist unzweifelhaft. Daraus die Abschaffung des Beamtentums zu schlussfolgern, ergibt für mich keinen Sinn. Muss es auch nicht, denn ich bin Beamter…
Und wenn man mit seinem Gehalt unzufrieden ist, dann soll man umschulen? Nach dieser Logik dürfte es keine Streiks geben, sondern nur Millionen Umschüler.
Wie gut übrigens, dass das Brutto-Einkommen nicht von solchen Dingen wie Familienstand verfälscht wird, schnipsel. Denken Sie noch mal über das nach, was Sie da geschrieben haben…
Meine Zeit kann ich mir übrigens gut einteilen. Es gibt zudem genügend Studien zum Thema Arbeitszeit von Lehrern. Am Gymnasium kommt man im Durchschnitt INKLUSIVE “Ferien” nicht unter 42 Stunden davon. Aber die können sich wohl auch alle ihre Zeit nicht einteilen.
Und ja, ich habe ein schlechtes Gewissen, denn ich finde nicht die Zeit, besseren Unterricht zu machen als es mir unter der gegebenen Arbeitsbelastung möglich ist - sofern ich noch Wert auf ein bisschen Privatleben lege. Bei 25-26 Stunden pro Woche kann man leider keinen wirklich perfekten Unterricht machen, man kann es sich aber auch zu leicht machen: Schulbuch raus, die SuS die Aufgaben 1-10 bearbeiten lassen, sich derweil im Lehrerzimmer ein Käffchen gönnen, so den Unmut der Außenwelt auf die Lehrer heraufbeschwören und die sich so bildende Meinung über ALLE Lehrer in einem solchen Forum auch noch bekräftigen…
Nichtsdestotrotz ist “Nestbeschmutzer” ein durchaus treffender Begriff. Wer aus irgendwelchen Umständen deutlich unter dem Durchschnitt arbeiten muss bzw. seine Arbeitskraft nicht angemessen (wie im Eid beschworen) einsetzt und sich dennoch mit einem nach eigener Meinung üppigen Gehalt bezahlen lässt, sollte nicht die Mehrheit der Lehrer durch solche Beiträge in Verruf bringen. Denn so gehen die unwissenden Leser davon aus, dass mit etwas Erfahrung, Geschick und Organisationstalent jeder auf eine solche Arbeitszeit kommen könnte.
Wieso geniessen Sie nicht einfach ihr tolles Gehalt und Ihre geringe Arbeitszeit und verschonen die richtigen Lehrer mit Ihren Kommentaren. Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie Ihr Ruf im Kollegium aussieht, wenn Sie mal wieder nach wochenlangem Urlaub von Ihrer unbeschwerten Zeit berichten, während die Kollegen ihre Klausurenstapel sortieren, um diese korrigiert zurückzugeben…

(#340) schnipsel meinte am 10.04.2008, 0:22 dazu:
" 

@chris
Ich arbeite an einem baden-württembergischen Gymnasium mit vollem Deputat (25 Unterrichtsstunden) und unterrichte die Fächer Mathematik und Physik. Aber ich sehe die Minimierung meines Arbeitsaufwandes nicht als Sport. Ich versuche nur mit kleinstmöglichem Aufwand die bestmögliche Leistung zu erzielen. Der Aufwand und das zu erwartende Ergebnis müssen dabei in einem gesunden Verhältnis stehen. Ich verzichte daher beispielsweise auf die Vorbereitung von denkbaren aufwändigen Unterrichtsgängen, wenn der dadurch zu erwartende Mehrwert für die Schüler nur minimal ist.

@Mister M.
Ja, ich habe zwei Kinder. Familie und Beruf bekomme ich ganz gut unter einen Hut, ohne dabei bewusst Zeit als Lehrerin einzusparen, um sie dann mit meinen Kindern zu verbringen. Und ja, ich bekomme zwei Jahressonderzahlungen. Zu den angestellten Lehrerinnen und Lehrer ist aber zu sagen, dass sie sich teilweise unberechtigt benachteiligt fühlen, denn für den Angestelltenstatus kann es verschiedene Gründe geben: Einer davon ist der, dass angestellte Kolleginnen und Kollegen schlichtweg keine adäquate Ausbildung besitzen und damit die beamtenrechtlichen Voraussetzungen für die Übernahme ins Beamtenverhältnis nicht erfüllen. Gründe für die Nichtübernahme können auch sein: zu schlechtes Staatsexamen oder zu hohes Alter.
Sicherlich gibt es noch weitere Gründe, aber zumindest für die beiden erstgenannten Gründe muss ich sagen, dass diese Kolleginnen und Kollegen dann auch keine Gleichbehandlung erwarten können.
Einer meiner männlichen Kollegen lässt sich nicht verbeamten, weil er sich nicht an unser privates Gymnasium binden lassen möchte. Dieser Kollege hat m.E. dann aber auch kein Recht über seinen Angestelltenstatus und damit über sein Mindereinkommen zu klagen.
Schließlich möchte ich nochmal sagen: Jede Lehrerin/jeder Lehrer war sich ihrer/seiner Bezahlung im Vornherein im Klaren. Jede/jeder hat den Arbeitsverrag unterschrieben. Jede/Jeder konnte sich vorher bis auf den Cent genau ausrechnen, was netto dabei herauskommt. Daher sehe ich keinen Anlass unzufrieden zu sein mit dem was man bekommt.

@zufrieden
Schön, dass Sie gerne arbeiten. Ich arbeite auch gerne als Lehrerin, aber das ist nicht Gegenstand dieses Forums. “Erfahrene Lehrer” und “engagierte Lehrer” sind für mich außerdem kein Widerspruch. Sogar “engagierte Lehrer” und “wenig Arbeitsaufwand” sind für mich kein Widerspruch: Ich muss nicht an Fortbildungen oder an irgendwelchen Gruppentreffen teilnehmen, um mein Engagement zu zeigen. Ich gehöre nach Ihrer äußerlichen Einschätzung sicherlich nicht zu den engagierten Lehrerinnen, dennoch habe ich mich bei der Bewerbung um eine Funktionsstelle in unserer Schule gegenüber allen andern durchsetzen können und verdiene somit ab September EUR ca. 800.- mehr.

(#341) Mister M. meinte am 10.04.2008, 20:16 dazu:
" 

Es scheint wohl bei den Lehrer(innen) so zu sein wie überall sonst, wo gearbeitet wird:

Es gibt welche, die viel arbeiten und es gibt welche, die wenig arbeiten.

Es gibt welche, die viel verdienen und es gibt welche die wenig verdienen.

Zu behaupten, dass alle Lehrer viel verdienen ist genauso abstrus wie zu behaupten, dass in der “freien” Wirtschaft nur 60-Stunden-Wochen für 7,50€ die Stunde geschoben werden.

Irgendwie ist die Diskussion daher überflüssig (natürlich nur bis die nächste OECD-Studie über das deutsche Bildungssystem kommt…)

(#342) schnipsel meinte am 11.04.2008, 1:20 dazu:
" 

@chris
Der Vergleich mit dem Nestbeschmutzer ist gar nicht so schlecht. Nach den jüngsten Äußerungen von BK77 glaube ich auch immer mehr daran. Natürlich muss man einen Großteil seiner Äußerungen ignorieren, weil sie an der Sache vorbei gehen und von einigem Unwissen, sowie Fehleinschätzung beruhen. Als rationaler Naturwissenschaftler beschränke ich mich lieber auf Fakten, nicht auf subjektive Einschätzung fremder Personen.

@BK77
Sie scheinen ja viel Aggressionen angestaut zu haben und dieses Forum als Ventil für Ihre teils irrationale und voreingenommene Haltung zu benutzen. Natürlich kann und will ich nicht jeden Schwachsinn, den Sie hier verbreiten, kommentieren - um dieses Niveau zu erreichen müsste ich schon ein Loch in meinen Kellerboden bohren. Nur eines vielleicht: Es wäre ein fataler Fehler, wenn man jene, die eine andere Sichtweise von den Dingen haben, zum Schweigen zwingen würde, nur um die eigene Sichtweise als einzig wahre bzw. einzig existierende zu proklamieren: Schätzen Sie unsere Mitmenschen nicht für so blöd ein, dass sie die Wahrnehmung, was die Arbeitsbelastung einer Lehrerin angeht, nicht von den anderen unterscheiden könnten.

Was mir immer deutlicher wird, sind die extremen Unterschiede bei den Korrekturzeiten in den unterschiedlichen Fächern, bzw. die unterschiedlich langen Vorbereitungszeiten. Deutschlehrer beispielsweise benötigen für die Korrektur von ca. 20 Aufsätzen in der Oberstufe je nach Umfang und Korrekturweise ca. 20h. Mathelehrer benötigen i.d.R. weit weniger als die Hälfte der Zeit. Eine Chemielehrerin wie ich benötigt für die Vorbereitung von Experimenten oder Praktika, ebenso für die Nachbereitung, sprich Aufräumen, Entsorgen, etc. zusätzliche Zeit, die ein Englischlehrer nicht hat. Der wiederum hat aber auch langwierige Korrekturen zu vollbringen, die ein Sportlehrer überhaupt nicht hat. Obestufenklassen machen i.A. mehr Arbeit als Mittel- oder Unterstufenklassen.
Diese Tatsache veranlasst uns in unserer Schule derzeit darüber nachzudenken, ob und wie man Lehrer mit erhöhtem Vor- und Nachbereitungsaufwand für ihren Unterricht zusätzlich vergütet. Ich bin davon überzeugt, dass früher oder später auch unser Kultusministerium über solche Fragen nachdenkt. Nur wird es dort wahrscheinlich darum gehen, wie viel Geld man den Lehrerinnen und Lehrern wegnimmt, die eine unterdurchschnittliche Vor- und Nachbereitungszeit in ihren Fächern besitzen.

(#343) BK77 meinte am 11.04.2008, 19:26 dazu:
" 

Amen! Sie haben mich durchschaut. Jetzt fühle ich mich so entblöst, geradezu nackt.

(#344) cycling4ever meinte am 11.04.2008, 20:44 dazu:
" 

SCHNIPSEL!!!

Ich bin begeistert von Ihnen. Ernsthaft. Darf ich Sie heiraten? Bitte!!! Ich liebe ihren Realismus, ihre kühle Analyse und ihre Fähigkeit, ihren Berufsstand nicht als unantastbare, heilige Kuh anzusehen. Letzteres ist besonders lobenswert, und zwar in allen Berufen.
Ich finde das Gejammer ihrer Kollegen hier im Forum ebenfalls etwas befremdlich, vor allem der zukünftigen Pensionäre. Aber dazu haben Sie ja dankenswerter Weise bereits alles gesagt…
Cheers.

(#345) BK77 meinte am 11.04.2008, 21:10 dazu:
" 

Das anscheinend niemand den Unterschied zwischen “Jammern” und “sich für sein Gehalt rechtfertigen müssen” zu erkennen in der Lage ist.

(#346) Wundermichmal meinte am 12.04.2008, 3:01 dazu:
" 

mal ans Schnipsel:

Zunächst mal herzlichen Glückwunsch zur Funktionsstelle und weiterhin viel Erfolg mit der Methode:  kleinst möglicher Aufwand… größtmögliche Wirkung!  Es ist bewundernswert, wie Sie das machen…

Meine Hoffnung bezieht sich darauf, dass ich einfach bete, dass möglichst wenig Leute lesen, was Sie hier schreiben…

Man muss sich schämen!  Was mache ich nur falsch ?
So ein borniertes Auftreten habe ich selten erlebt, bei Leuten, die mit Kindern und Jugendlichen umgehen….

Verdammt, wie weltfremd und entrückt muss man/frau sein… ?

Es tut mir leid, für Sie fehlt mir jedes Verständnis!!!

(#347) Wundermichmal meinte am 12.04.2008, 3:44 dazu:
" 

cycling4ever

dann viel Vergnügen bei der Heirat! Es darf die Frage erlaubt sein, wem sie Ihre Kinder anvertrauen..  einem, der mit allem Herzblut dabei ist oder einer kühlen Analytikerin… ich überlasse Ihnen die Wahl!
Es ist eigentlich unglaublich, was hier abgeht!
Jeder Dummhansel hat etwas dazu beizutragen, was, wieviel Lehrer und Lehrerinnen zu verdienen haben und wofür sie etwas verdienen…. 
Macht den Job selbst, setzt Euch ein für Kinder und Jugendliche, macht Sozialarbeit, versucht mal geradezubiegen, was an anderer Stelle versäumt wurde und redet verdammt noch mal nicht von Urlaub für Lehrer sonden nehmt zur Kenntnis, dass für alle Kollegen und Kolleginnen ein realer Einkommensverlust stattgefunden hat….  Warum lege ich nicht die Füsse hoch und fahre immer den Jobs hinterher ?

Und die letzte Frage sei erlaubt…  Ist Mann doof, wenn man glaubt, mit der Jugend arbeiten zu können, müssen und sich berufen fühlt, den jungen Leuten auf einen vermutlich richtigen Weg helfen zu wollen ?

(#348) cycling4ever meinte am 12.04.2008, 17:43 dazu:
" 

Hey Wundermichel.

Ich weiß zwar nicht, wie Sie dazu kommen, in die drei Sätze, die ich geschrieben habe, das Fünffache hineinzuinterpretieren, aber gut, das bleibt wohl Ihr Geheimnis (übersinnliche Fähigkeiten?!).
1. Was hat die Analyse des eigenen Berufsstandes / der eigenen Situation mit dem Verhältnis zu Schülern zu tun?
2. Was haben Lehrer mit Sozialarbeitern zu tun?
3. Ja, auch ich finde, grundsätzlich sollten sich andere Berufszweige nicht über Lehrer äußern dürfen. Polizisten nicht über Bäcker, Kranführer nicht über Anwälte, Gärtner nicht über Hafenarbeiter usw. 
4. Wer Nr 3 mißachtet, ist ganz zweifellos ein absoluter XXX - Zensur durch Lehrerfreund-Redaktion, 16.04.2008 .

Prost!

(#349) Mister M. meinte am 12.04.2008, 22:13 dazu:
" 

@Wundermichmal:

Zitat: “Und die letzte Frage sei erlaubt… Ist Mann doof, wenn man glaubt, mit der Jugend arbeiten zu können, müssen und sich berufen fühlt, den jungen Leuten auf einen vermutlich richtigen Weg helfen zu wollen ?”

Doof sicherlich nicht, aber heutzutage wohl unglaublich naiv: Für die Fehler anderer (Eltern, Wirtschaft, Poltik, Gesellschaft) den Kopf hinzuhalten und dann auch noch zu erwarten, dass man anständiges Geld dafür bekommt (anstatt es völlig uneigenützig zu machen), das ist in der heutigen Zeit äußert naiv. Wer HEUTE noch den Lehrer-Beruf wählt, der ist selber schuld (nützt aber all denen nichts, die den Job schon einige Zeit machen).

(#350) schnipsel meinte am 13.04.2008, 1:47 dazu:
" 

@wundermichmal
Ich verstehe nicht genau, worauf sich Ihre Kritik konkret bezieht. Um Ihre Argumente zu entkräften wäre es hilfreich für mich zu wissen, welche meiner Aussagen Sie aus welchen Gründen für falsch halten. Einfach zu sagen, dass ich borniert bin oder weltfremd ohne dies zu belegen und mit Gegenargumenten zu bestärken halte ich für unschlüssig.

@cycling4ever
Vielen Dank für Ihre Komplimente und Ihren Heiratsantrag, aber ich bin bereits glücklich verheiratet und habe zwei süße Kinder und einen wundervollen Mann.

Da hier so viele darauf wert legen, wie sehr Sie in ihrem Beruf ihre Erfüllung oder Berufung sehen, wie sinnvoll die soziale Arbeit an Kindern und Jugendlichen ist, möchte auch ich sagen, dass ich den Lehrberuf sehr gerne ausübe. Aber das geht eigentlich schon am Thema dieses Forums vorbei, das sich ausschließlich mit der Frage beschäftigt, wie viel wir Lehrerinnen und Lehrer verdienen.
M.E. ist die Liebe zu seinem Beruf kein passender Maßstab für die Höhe der Entlohnung. Beim Lesen diverser Plädoyers für den Lehrberuf entsteht für mich in diesem Forum manchmal der Eindruck, die entsprechenden Lehrerinnen und Lehrer erwarten hierfür Beifall und die entsprechende Bezahlung.
Es geht vielmehr um die Frage, wie gut das Ergebnis ist, um diese Arbeit entsprechend zu entlohnen. Im Ergebnis spiegelt sich dann ohnehin in den meisten Fällen, ob man seine Arbeit liebt oder nicht. Nur das Ergebnis ist nach außen sichtbar und vor allem messbar. Zum Ergebnis gehören natürlich nicht nur die Lehrer-, sondern auch die Schülerleistungen im jeweiligen Fach, auch Faktoren wie Kollegialität und soziales Engagement gehören dazu. Die Frage, ob eine Lehrerin/ein Lehrer 35h oder 45h in der Woche benötigt, ist nicht nachvollziehbar und irrelevant für die Höhe der Bezahlung, wenn beide zum gleichen Ergebnis kommen. (Daher auch meine Philosophie: mit minimalen Arbeitsaufwand zum bestmöglichen Ergebnis)
Ergebnisorientierte Bezahlung ist schwierig: Ausgerechnet unser Berufsstand lässt sich ungerne beurteilen. Die Gewichtung der Maßstäbe und die Maßstäbe selbst sind natürlich diskutabel. Von Kolllegen subjektiv beurteilte Merkmale und die dann entstehenden unterschiedlichen Bezahlungen gefährden das Arbeitsklima. Auch Schülerleistungen als Teil des Maßstabs zur Bezahlung der Lehrkraft sind problematisch, wie man sich leicht vorstellen kann, obwohl sie - objektiv betrachtet und schwankungsbereinigt - sicherlich dazugehören.
Dennoch: Für die nach TD-L bezahlten Lehrkräfte gibt es ab 2007 nun einen ersten Ansatz zu dieser “leistungsorientierten” Bezahlung. Noch ist der Leistungsanteil der Gehälter klein, aber er wird stufenweise auf durchschnittlich 8% steigen. Auch die nach dem Beamtentarif besoldeten Lehrkräfte dürften sich wohl bald mit einer ähnlichen Gehaltskomponente auseinandersetzen.

(#351) Hausaufgaben Web meinte am 13.04.2008, 15:30 dazu:
" 

Allein der Fakt, dass es jetzt hier mehr als 100 Kommentare gibt zeigt, wie brisant das Thema ist grin

Ich persönlich finde, dass Lehrer zu wenig verdienen. Eigentlich könnte ich mir ganz gut vorstellen, Lehrer zu werden, aber das Gehalt-Arbeit Verhältnis stimmt einfach nicht! Dann doch lieber in die Wirtschaft und Kohle machen, klingt hart ist aber so.

Man muss sich jedoch auch fragen wo das Geld herkommen soll, mit dem Man Lehrer dann besser bezahlt. Man sollt nicht vergessen, wie hoch verschuldet Deutschland ist.

Vielleicht wäre es trotzdem eher eine Investition als ein reiner Kostenfaktor, die Lehrergehälter zu erhöhen, denn von motivierten Lehrern profitieren auch die Schüler.

(#352) zufrieden meinte am 13.04.2008, 16:49 dazu:
" 

@schnipsel

1. Ich habe nicht behauptet, dass “erfahrene Lehrer” und “engagierte Lehrer” ein Widerspruch sei. Im Gegenteil: engagierte Lehrer werden durch ihr Engagement erfahrener.

2. “engagiert”, “wenig Zeitaufwand” und “keine Fortbildungen” sind für mich jedoch schon widersprüchlich.
Der “engagierte” Lehrer nimmt sich Zeit für Schüler/Innen, Kollegen/Innen und ebenfalls um sich fortzubilden. Wer dies nicht tut, kann nicht als “engagiert” bezeichnet werden.

3. Wie kann man im Beruf Erfolg haben, wenn man nicht durch Fortbildung auf dem Stand der Dinge bleibt? Unabhängig von der Tatsache, dass in manchen Bundesländern Fortbildungspunkte auch verlangt werden….??

4. Wie haben Sie denn die Funktionsstelle bekommen? Waren Sie vielleicht die einzige Bewerberin? Oder waren die anderen Bewerber noch weniger geeignet? Und 800€ mehr? Im Monat? Im Jahr? Schauen Sie doch mal, wieviel wirklich im Monat netto übrig bleibt.

Naja, zum Glück sind meine Kinder nicht an Ihrer Schule!


Zum Thema Beamten-/Angestelltenstatus im Lehrerberuf: egal aus welchen Gründen man einen Angestellenvertrag hat - wir machen die gleiche Arbeit und sollten deswegen auch das gleiche Geld bekommen.

Ich bin, wie immer, aber doch recht

zufrieden
(erfahren, engagiert, angestellt)

(#353) beobachter meinte am 14.04.2008, 2:04 dazu:
" 

unstrittig ist der beklagenswerte Zustand unterschiedlicher Vergütung für gleiche Tätigkeit (Beamte-Angestellte UND regionale Unterschiede)

weitgehend unstrittig ist auch, dass ein Lehrer, der einen GUTEN Job macht, angemessen bezahlt wird. Das Problem liegt darin, dass es für den Lehrer eigentlich keinen äußeren Anreiz gibt, GUTEN Unterricht zu machen.

Ich bin da als Lehrer quasi darauf angewiesen, ein einigermaßen intaktes Gewissen, Arbeitsethos oder pädagogisches Eros mitzubringen.

Ausser ein wenig Rumjammern auf Elternabenden /-Stammtischen und in Foren wie diesem haben Eltern und Schüler doch wenig echte Handhabe, um mich zu besseren Unterrichts-Leistungen und/oder Unterrichts-Ergebnissen zu bewegen.

Vielleicht macht es mir Spaß mit Kindern und Jugendlichen umzugehen - wenn das so ist, dann haben wir alle Glück: Eltern, Schüler und ich Lehrer. Wenn nicht, sieht es schon schlechter aus für meine Motivation, für die Wahrscheinlichkeit, dass meine Lehrtätigkeit fruchtbar sein wird.

Mein Problem: ich erfahre zu wenig Wertschätzung für meine Tätigkeit. Befriedigung aus gelungenen pädagogischen Momenten, geglückten Interventionen, funktionierenden Kommunikationsbeziehungen muss ich schon selbst schöpfen, denn positive Rückmeldungen werde ich in der Regel kaum bekommen.

Im Besseren Fall höre ich nichts, d.h. keine Beschwerden und muss daraus folgern: alles ist gut.
Im anderen Fall: Vielleicht wird es mir mit der Zeit egal, ein bisschen schlechte Rückmeldung zu bekommen. Kratzt mich nicht, denn auch für schlechten Unterricht und nicht-funktionierende Lehrer-Schüler-Beziehungen gibt es das gleiche Geld.

(#354) chris meinte am 14.04.2008, 18:19 dazu:
" 

@Wundermichmal
borniert sind nur Sie!

(#355) schnipsel meinte am 17.04.2008, 3:07 dazu:
" 

@zufrieden:

Mit den meisten “Fortbildungen”, die für alle möglichen Themen angeboten werden, kann ich nichts anfangen, weil sie mich nicht weiterbringen. Ich bilde mich lieber selber fort und opfere nicht auch noch Schul- oder Freizeit für Fortbildungsmaßnahmen. Wenn ich etwas wissen oder lernen will, dann mache ich das auf eigene Faust - und zwar mit Erfolg. Gerade neulich war ich wieder mal auf eine im Vorfeld für sinnvoll gehaltene Fortbildungsmaßnahme, die meinen Schülern und mir einen Haufen Unterrichtsausfall bescherte und mir die Erkenntnis, dass ich fast alles, was gesagt und gemacht wurde, bereits wusste oder aber in einem bestimmten Buch nachlesen gekonnt hätte. Nein, da bleibe ich lieber Autodidakt.
Meine Funktionsstelle habe ich bekommen, weil mein Chef davon überzeugt ist, dass ich die geeignete Frau dafür bin, warum denn sonst? Ich dachte eigentlich, es wäre klar, dass es EUR 800.- im Monat sind - jährlich wäre doch etwas spärlich, oder? Jedenfalls bleiben davon bei mir knapp EUR 600.- hängen. Beworben hatten sich mindestens vier Kolleginnen und Kollegen, von denen ich weiß. Drei davon sind sogar schon länger an der Schule als ich. Aber unser Schulleiter legt eben keinen Wert auf irgendwelche Zertifikate mit wohlklingenden Bezeichnungen für Fähigkeiten, die man angeblich in Fortbildungsmaßnahmen durch körperliche Anwesenheit erworben hat. Vielmehr möchte er, wenn er es nicht ohnehin schon weiß, wissen und erfahren, welche Fähigkeiten frau/man wirklich hat.
Meine Abiturschnitte sind überdurchschnittlich gut, meine Schülerinnen und Schüler sind sehr zufrieden mit meinem Unterricht und die Eltern natürlich auch - in diesem Schuljahr hatte ich erst ein einziges Elterngespräch (abgesehen vom Elternsprechtag). Engagement zeigt eine Lehrerin nämlich vor allen Dingen WÄHREND des Unterrichts und nicht in einer AG oder in Besprechungen mit Kolleginnen und Kollegen. Ich kann nur sagen: Wenn diese Art von Engagement stimmt, dann bezahlt eine Schule einer Lehrerin auch 62.700.-/a (bevor wieder einer fragt: brutto natürlich!)
Bleibt für mich die Frage, warum Sie Ihr Kind nicht an unsere erfolgreiche Schule schicken möchten? Wegen mir? Entscheidend für Ihr Kind ist nicht das, was ich hier richtigerweise schreibe, sondern mein Unterricht, das wissen Sie doch auch. Die Chancen für eine Einschulung bei uns stehen allerdings schlecht: Wir müssen etwas mehr als zwei Drittel der angemeldeten Sextaner aus Kapazitätsgründen wieder abweisen und in andere Schulen schicken.

Und nun nochmal zum Gehalt: Entscheidend für die Höhe des Gehalts ist m.E. einzig und allein das messbare Ergebnis, das durch den Unterricht erzielt wird. Kriterien dafür sind schwierig zu finden und anzuwenden, nicht zuletzt aufgrund der allgemein verbreiteten Mentalität der Lehrerinnen und Lehrer nicht gerne beurteilt zu werden. Zumindest die angestellten Lehrerinnen und Lehrer und nach meiner Meinung mit zeitlichem Versatz auch die verbeamteten Lehrerinnen und Lehrer werden aber künftig im Rahmen des Tarifvertrags beurteilt werden müssen, damit sie danach bezahlt werden.

Von den angestellten Kolleginnen und Kollegen, die hier über ihr Nettoeinkommen klagen, würde ich mal gerne wissen, warum sie sich nicht verbeamten lassen. Bei Erfüllung der beamtenrechtlichen Voraussetzungen ist eine Verbeamtung möglich.

(#356) BK77 meinte am 22.04.2008, 12:11 dazu:
" 

“Von den angestellten Kolleginnen und Kollegen, die hier über ihr Nettoeinkommen klagen, würde ich mal gerne wissen, warum sie sich nicht verbeamten lassen.”
Schon was von den vielen Agestellten gehört, die aufgrund von irgendwelchen körperlichen Einschränkungen bzw. von zu erwartenden Einschränkungen - also ohne eigenes Verschulden - nicht verbeamtet werden?
Die Anzahl der Elterngespräche hat keine Aussagekraft, denn es gibt Lehrkräfte, mit denen Eltern gar nicht reden wollen, weil bekannt ist, dass diese Gespräche zu nichts führen.
Was die Fortbildungen angeht, so gebe ich Ihnen Recht, dass diese oft nicht das Papier wert sind, auf dem sie ausgeschrieben sind.

(#357) Wundermichmal meinte am 23.04.2008, 20:14 dazu:
" 

Zweilerlei:
Zunächst möchte ich mich für meine Wortwahl und die wohl überzogene Kritik entschuldigen, es war nicht mein Tag.
Zum anderen möchte ich auf die Frage antworten, warum sich angestellte Lehrer nicht verbeamten lassen. Einfache Antwort: Weil sie es nicht oder nicht mehr können. Ich habe 10 Jahre lang am sogenannten “Aufbau Ost” mitgewerkelt. Wie Sie vielleicht wissen, werden Lehrer im Osten nicht verbeamtet und zusätzlich durch ein Lehrer-Personalkonzept derart geknebelt, dass eine vernünftige Lebensplanung in den neuen Ländern nicht möglich ist. Zumindest gilt das für Mecklenburg-Vorpommern. Nach der Rückkehr aus den neuen Ländern, die berufliche Situation wurde dort unerträglich, war ich schließlich genau ein Jahr zu alt, um noch verbeamtet werden zu können.
Nicht, dass ich das nun unbedingt wollte, aber über eine im Moment “himmelschreiende” Ungleichbehandlung von angestellten und verbeamteten Kollegen und Kolleginnen kann wohl kein Zweifel bestehen. Ich wurde aus dem alten BAT II a in den neuen Tarif übernommen (Gewerkschaften, schämt Euch!!) mit dem Ergebnis, dass, wenn ich jetzt eine Funktionsstelle übernähme, ich einen neunen Arbeitsvertag nach neuem Tarifrecht bekäme, bei dem weniger “übrig bleibt” als jetzt !  Das verstehe, wer will.

Vielleicht bin ich auch naiv, wenn ich an meinem Job hänge, aber ein kühler Rechner bin ich, was die Bildungsarbeit anbelangt, auch nie gewesen.

Und noch mal sorry an die Betroffenen!

nen schönen Mittwoch-Abend noch!

(#358) schnipsel meinte am 08.05.2008, 22:34 dazu:
" 

Sicherlich gibt es angestellte Kolleginnen und Kollegen, die aufgrund ihrer körperlichen Einschränkungen oder ihres Alters nicht bzw.nicht mehr verbeamtet werden.
Ich möchte hier niemenden zu nahe treten, der genau aus diesem Grund nicht verbeamtet wird. Aber ich denke, das ist eine Minderheit.
Zumindest ein großer Teil der angestellten Kolleginnen und Kollegen dürften wohl aus den schon genannten Gründen nicht verbeamtet werden: keine adäquate Ausbildung bzw. Nichterfüllung der beamtenrechtlichen Voraussetzungen. Auch die Überschreitung der Altersgrenze ist bedingt selbst verschuldet, denn dies ist von vornherein bekannt und jede/r, der Lehrer/in werden will, weiß, dass sie/er im Alter nicht mehr verbeamtet werden kann.
Natürlich kann ich nicht für jede Schule bzw. Bundesland sprechen, aber dies trifft auf unsere Schule zu und ich denke, in vielen anderen auch.
Dass in den FNL die Bedingungen sowie die Bazahlungen schlechter sind, betrifft leider nicht nur uns Lehrerinnen und Lehrer, sondern alle Berufsgruppen.
Schöne Pfingstferien, liebe Kolleginnen und Kollegen. Und noch ein Tipp von einem buddhistischen Freund: Angebliche Benachteiligung sollte man als Vorteil des einen sehen und nicht als Nachteil des anderen!
In diesem Sinne: Erholt euch ein bischen, genießt das schöne Wetter.

(#359) Sophie meinte am 13.05.2008, 1:57 dazu:
" 

Liebe deutsche Lehrer!

Alle zum Paradies: Belgien.

Ich bin seit neun Jahren Lehrerin. In der Vergangenheit habe ich als Lehrer in den Niederlanden, Polen und auf den Bahamainseln gearbeitet. Vergleichen kann ich nur ein wenig und gelernt habe ich, dass die Lebenshaltungskosten eines Landes aussschlaggebend sind. Nichts Neues natürlich.
Ich verdiene 3853€ bruto im Monat aber was bleibt davon übrig? Zuerst mal 2165€ netto.
Wichtige Angaben:
-85% Deputat(24 Stunden = Vollzeit)
-Verpflichtung täglich von 8.45U - 15.50U in der Schule. Zwei Tage in der Woche fange ich um 12.05U an. Eine Versammlung von anderthalb Stunden in der Woche. Sieben Elternabende/Jahr von 16.30-19.30
-eine Unterrichtsstunde = 55min
-kostenlose Krankenversicherung (DKV)*
-steuerbegünstigtes Sparen
-95€/Monat: Essengutscheine (dafür kauft man im Supermarkt Lebensmittel)
-alleinerziehende Mutter mit einem Kind
-Kindergeld 78€/Monat

Die monatlichen Kosten: Miete 700€, Elektrizität und Gas 160€, Internet 50€, Spritt 150€, Tagesmutter 350€, Lebensmittel, Arzneimittel, Arztbesuche, usw 300-400€

*In Belgien bezahlt man pro Jahr etwa 75€ für die Krankenversicherung aber damit hat man noch zw. 30%-60% auf eigene Rechnung (sg.‘kleine Risiken’)

Für den Vergleich ist es mittlerweile zu spät geworden…0:56 zeigt meine Uhr.

Bis bald und liebe Grüsse aus dem sonnigen Paradies! wink
Sophie

(#360) Verzweifelteoptimistin meinte am 29.05.2008, 1:08 dazu:
" 

Mit Grauen blicke ich nun auf meine zukünftige Lehrtätigkeit, beziehungsweise auf mein potentielles Kollegium. Kein Wunder, wenn sich im Bereich Bildung so wenig zum Positiven verändert: Sind sich Lehrer wirklich so uneinig darüber, wieviel dem Staat ein berufener, engagierter Lehrer wert sein sollte (ich bitte um keine idiotischen Kommentare bezüglich der staatlichen Verschuldung…?) Ich fürchte, manche haben seid der Uni-Zeit nicht viel Brauchbares dazugelernt: Missstände herunterzuspielen mit Vergleichen, die doch eigentlich auch nur andere zu kritisierende Missstände offenlegen, scheint auch für gereifte Menschen ein bequemer Weg zu sein, Unannehmlichkeiten aus dem Weg zu gehen- auf Kosten einer wichtigen Gemeinschaft.

(#361) AS meinte am 16.06.2008, 21:46 dazu:
" 

UFF,
nach dem Lesen all dieser Mails habe ich jetzt so etwas wie einen großen Klumpen gequirltes Chaos im Kopf und im Bauch. Thema ist das Geld der Lehrer. Aussagen kommen zu gestressten, beleidigenden, überarbeiteten, nicht anerkannten und unverstandenen Lehrern.
Mal ein Gedankengang, der so noch nicht kam, was machen all diese Lehrer, wenn sie in ihren wohl verdienten Vor- oder Normalruhestand gehen? Weiterarbeiten!!!! Geht ja nicht anders. Sucht mal an den Schulen in Sachsen-Anhalt LehrerInnen unter 40. Viel Spaß, füllt Wochen für eine A4 Seite. Unter 50? Schon eher möglich, aber auch nicht berauschend. Und nun mal eine Frage: Wie sollen Kinder und Jugendliche gebildet und erzogen werden in Schulen, in denen der Lehrer die Freizeitaktivitäten der Schüler nicht mehr mitmachen kann? Upps, Fettnäpfchen getroffen.
Dafür kann aber kein Lehrer etwas und jede/r engagierte LehrerIn wird sich bemühen für die Schüler aufmerksam und fit da zu sein, aber reicht das?
Für den Freund mit dem Beamtenwunsch: Versuch doch mal in den neuen Bundesländern das: 1. Gehalt wie in Bayern oder Baden-Württemberg mit 13. Gehalt (wie auch immer gezahlt), Urlaubsgeld und Verbeamtung, natürlich über 40.
Auf einer interessanten Seite (VNR-irgendwas) habe ich folgenden Spruch gelesen: Mitarbeiter lassen sich in drei Gruppen einteilen:
A-Mitarbeiter: Er zieht den Karren(12%),B-Mitarbeiter: Er läuft nebenher(68%),C-Mitarbeiter:Er sitzt auf dem Karren und lässt sich ziehen (20%). Wie hoch ist dieser Prozentsatz bei Lehrern?
Wir brauchen und wollen junge, engagierte Lehrer.Ich will nicht mehr der Jugendliche vom Dienst sein, auch wenn es Spaß macht.
Ach so, Geld ist schön und wenn ich soviel hätte, wie einige hier, dann wäre ich froh.
Macht mir Mut, von mir bekommt Ihr alle freundliche Grüße AS

(#362) vanessa meinte am 21.06.2008, 13:55 dazu:
" 

Ich bin noch Schülerin und besuche die 8. Klasse. Ich finde zwar das Lehrer viel verdienen, aber jeder andere hätte sich auch in der Schule anstrengen können und Lehrer werden können. Ich empfinde das Gerede anderer wegen dem Gehalt von Lehrern als pure Eifersucht.

(#363) Odi meinte am 23.06.2008, 19:22 dazu:
" 

Ich bin Berufsschullehrer im Metallbereich. Wenn man das Referendariat mitrechnet komme ich auf 9 Jahre Ausbildung. Wir verdienen als Berufsschullehrer A13, das ist gutes Geld. Leider viel zu wenig um momentan auch nur einen einzigen Studenten anzuregen das Lehramt im Metallbereich zu studieren.
Mit dieser Ausbildungsdauer wird man ein sehr gut ausgebildeter Dipl Ing, vom momentanen Verdienst ganz zu schweigen.
Aktuell fehlen uns 7 Lehrer an unserer Schule, scheinbar rentiert das Gehalt momentan nicht.

(#364) Peanut meinte am 30.06.2008, 17:51 dazu:
" 

Ja, A13 ist gutes Geld, aber als ich vor ca. 5 Jahren meine jetzige Planstelle bekam, gab es noch Urlaubsgeld (ca. 250 € gestrichen!), “Weihnachtsgeld (netto ca. 1800,—€, gestrichen!), 24 Unterrichtsstunden pro Woche (jetzt 1 Stunde mehr, was nicht nur diese eine Stunde bedeutet, sondern auch die dazu gehörige Vor- und Nachbereitung), Beihilfeanspruch (heute: gekürzt um einen “Selbstbehalt” von 200,—€ was nichts anderes ist als eine Gehaltskürzung), sowie eine um ca. 3 % höhere Grundbesoldung (Inflationsrate bisher ca. 2%, inzwischen über 3%, macht in 5 Jahren….Hinzu kommt eine stetige Verschlechterung der Unterrichtssituation (Klassenteiler deutlich höher, Vorgaben vom Ministerium zu höheren Schülerzahlen in der Oberstufe, Einführung von Lernplänen für schwache Schüler etc. etc…). Hinzu kommen die zusätzlichen Korrekturen aufgrund größerer Klassen sowie die Tatsache, dass wegen der Nichteinstellung zusätzlicher und eigentlich benötigter Lehrer aufgrund der chronisch desolaten Haushaltslage der Länder Vertretungsstunden erheblich zugenommen haben.

(#365) mg meinte am 01.07.2008, 0:50 dazu:
" 

Lerne Jammern ohne zu leiden!

smile

Das Problem ist nicht das Gehalt, welches Mitte 30 nun wirklich nicht super hoch ist, sondern das mal so eben richtig viel in regelmäßigen Abständen drauf gepackt wird, ohne dass sich Inhalte der Arbeit ändern. Das ist der eigentlich Witz.

(#366) sunny meinte am 19.07.2008, 10:19 dazu:
" 

an alle,

es gibt Tabellen, in denen man lesen kann, wieviel Geld wir Lehrer bekommen, schön nach Ost und West unterteilt. Z.B. bei Wikipedia..
Schaut man da rein, kann man interessante Schlüsse ziehen.
Wieviel ein Lehrer “verdient” - hängt von der tatsächlichen Arbeitsleistung ab - und da gibt es ja wohl alle Stufen, wie auch in der freien Wirtschaft, in der auch ich mal tätig war.
Gibt es aber nicht sinnvollere Diskussionspunkte? Wie etwa die durch die Gesetzesgebung verordnete miese Qualität der Lösungen einiger Bildungsfragen, z. Bsp. 15 Lehrpläne für eine Klassenstufe allein, Uneinigkeit darüber, ob ein Kind wsirklich schon vor der Pubertät seine volle Leistungsfähigkeit entwickelt (Abi), zunehmende Stigmatisierung nach merkwürdigen Kriterien (Förder-, Haupt-, qualifizierter Haupt-,Real-, Gesamtschulabschluss und das alles allein schon bis Klasse 9/10, zunehmende Ghettoisierung nach Bildungsabschluss?

Ich würder mit meiner Intelligenz als Ingenieur sicher mehr Geld bekommen, selbst als Assistenzarztim ersten Jahr, aber ich bin Lehrer. Diejenigen, die meinen, wir wären wenig qualifdiziert und bei unserem Sonnenscheijob überbezahlt - werdet doch Lehrer grin

(#367) Insa meinte am 20.07.2008, 15:38 dazu:
" 

Ein guter Witz: Die Besoldung richtet sich nach der Arbeitsleistung!!Haha!Von mir will ich hier mal absehen, aber ich kenne eine Menge Kolleginnen und Kollegen, die kompetent, engagiert und sehr fleißig als Lehrer arbeiten. Ich kenne auch einige (...), die nur das Allernötigste tun und Jahr für Jahr den gleichen abgestandenen Katalog fahren, in den frühen Morgenstunden des ersten Schultages nach den Ferien aus dem Urlaub kommen um sich dann über Stundenplan und neue Lerngruppen zu informieren. Beide (Extrem-) Typen erhalten dasgleiche Gehalt, manchmal die Zweitgenannten sogar mehr, wenn sie Beamte sind und unter den Erstgenannten “nur” Angestellte…

(#368) Mister M. meinte am 21.07.2008, 23:34 dazu:
" 

Bevor hier das Loblied auf die Angestellten gesungen wird. Es gibt natürlich engagierte Angestellte, aber es gibt auch den folgenden Typ:

- Verliert seinen Job in der “freien Wirtschaft”

- Wird dann irgendwie Lehrer (mit oder ohne Referendariat), weil er einen “sicheren Job” haben will

- Fällt dann im Schulbetrieb hauptsächlich dadurch auf, dass sich Schüler und Schülerinnen immer wieder darüber beschweren, dass sie “nichts vestehen”.

- Verlangt dann, dass man ihm Tipps und Material gibt, wie man denn “guten Unterricht” macht.

Alles selbst erlebt.

Gruß !

(#369) sunny meinte am 21.07.2008, 23:51 dazu:
" 

grin deswegen habe ich verdienen in Anführungsstrichen geschrieben - dieses Wort hat ja nun mehr als nur eine Bedeutung, oder? Interessant, dass die anderen Fragen nicht so interessant scheinen… Bin übrigens auch angestellter Lehrer - aber die Gehaltsfrage scheint mir wenig sinnvoll - es gibt wahrlich wichtigere Themen.  Aber das ist wohl in dieser Gesellschaft das wichtigste - Geld und wer wieviel verdient. Schade.

(#370) Mister M. meinte am 23.07.2008, 17:56 dazu:
" 

@sunny:
Natürlich ist Geld nicht alles und schon gar nicht das Wichtigste, aber ohne Geld ist unserer Gesellschaft leider alles nichts.

Und da zeigt es sich doch, dass die Lehrer und Lehrerinnen immer weiter von der allgemeinenen Einkommensentwicklung abgehängt werden (und das gilt für die Angestellten und die Beamten gleichermaßen!).

Zu Vergleich ein paar aktuelle Zahlen:

Durchschnittsverdienst vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer in Hamburg (bundesweit relativ hoch, da hohe Wirtschaftskraft und hoher Akademikeranteil): 3468 Euro brutto im Monat (Summe ohne Sonderzahlungen (=Weihnachtsgeld): Die bekommen viele Beamte mittlerweile sowieso nicht mehr).

Aber die eigentlich relevante Vergleichsgruppe für Lehrer und Lehrerinnnen sind Akademiker (Hochschulstudium), da sind wir uns wohl einig.

Und da sehen die Zahlen so aus: Durchschnittsverdienste in Hamburg von 4242 Euro brutto (Frauen) bis 5555 Euro brutto (Männer). Das ist doch erheblich mehr als bei den Lehrern und Lehrerinnen (die natürlich geschlechtsunabhängig bezahlt werden!)
Quelle: http://www.abendblatt.de/daten/2008/07/23/910648.html

Um auf einen Durchschnittsverdienst(!) von ca. 5500 Euro brutto zu kommen, muss man schon Schullleiter (A16=Oberstudiendirektor) an einem Gymnasium sein, also einen Betrieb mit weit über 1000 Menschen führen (wenn man die Schüler und Schülerinnen mitrechnet). Der “normale” Lehrer an einem Gymnasium ist A13(=Studienrat), was rund 1500 Euro brutto weniger pro Monat bedeutet, und damit den Durchschnittsverdienst der Lehrer erheblich drückt, dieser müsste eher bei A14(=Oberstudienrat, ca. A13 + 300 Euro brutto) liegen, wenn man die (wenigen) A15 und A16 Positionen berücksichtigt. Es ist aber bei weitem nicht jeder A14, die meisten sind A13.

Man zahlt als Beamter zwar keine Arbeitslosen- und Rentenversicherungsbeiträge, aber dafür teils heftige Beiträge zur privaten Krankenversichherung, was das “netto” bei Beamten i.d.R. um mehrere hundert Euro pro Monat reduziert und bei vielen Berechnungen leider oft “vergessen” wird.

(#371) schnipsel meinte am 27.07.2008, 16:41 dazu:
" 

@sunny: Natürlich gibt es auch andere wichtige Fragen, aber in diesem Threat beschäftigen wir uns eben ausschließlich mit der Frage, wie viel wir verdienen. Natürlich werden in diesem Zusammenhang auch sinnähnliche Anschlussfragen diskutiert. Wenn Sie jedoch etwas anderes diskutieren wollen, dann bitte nicht in diesem Threat.

Angestellte Lehrerinnen und Lehrer verdienen i.d.R. etwa genausoviel wie verbeamtete Lehrerinnen und Lehrer. Beamte bezahlen einen höheren Anteil ihres Gehalts Lohnsteuer, Angestellte haben dafür aber Sozialabzüge. In der Summe haben Angestellte einige hundert Euro netto weniger auf dem Konto im Monat.
Aber der finanzielle Vorteil der Beamten wird oftmals als Nachteil der Angestellten empfunden. Abgesehen davon, dass Beamte auch Nachteile gegenüber ihren angestellten Kolleginnen und Kollegen haben, muss doch aber allen klar sein, dass Neid oder Ärger über diesen Zustand hier nicht weiterhelfen.
Nirgendwo auf dieser Welt gibt es absolute Gleichbehandlung in irgendeinem Bereich des Lebens. Noch nicht mal bei uns Lehrerinnen und Lehrern! Ein kurzer Blick über die Ländergrenzen oder gar über die Bundesgrenze beweist das.

Wir sollten also alle zufrieden sein, mit dem, was wir haben. Und das ist wahrlich genug! Es gibt nur wenige Berufstätige, die mit ca. 12 Wochen arbeitsfreie Zeit im Jahr und einem Arbeitstag, der oft am frühen Nachmittag endet und einer Vorbereitungszeit, die man sich zu Hause frei einteilen kann, Gehälter von ca. 40.000-65.000 € haben.

Wer unbedingt Beamter werden will, die/der kann dies zumindest in meinem Bundesland auch werden, sofern sie/er sich nicht zu spät dafür entscheidet und die notwendigen beamtenrechtlichen Voraussetzungen mitbringt. Falls er/sie zu schlechte Leistungen in der Ausbildung erbracht hat, muss man eben ein wenig Geduld mitbringen. Meckern gilt dann aber nicht.

(#372) Mister M. meinte am 28.07.2008, 16:26 dazu:
" 

@schnipsel:
Mit Folgendem haben Sie gerade gezeigt, dass Sie vom Lehrerberuf keine Ahnung haben: Sind Sie überhaupt Lehrer oder nehmen Sie Ihren Beruf vielleicht nicht ernst (dann wundert mich unser Image in der Öffentlichkeit nicht mehr)?

>Wir sollten also alle zufrieden sein, mit dem,
>was wir haben. Und das ist wahrlich genug! Es
>gibt nur wenige Berufstätige, die mit ca. 12
>Wochen arbeitsfreie Zeit im Jahr und einem
>Arbeitstag, der oft am frühen Nachmittag endet
>und einer Vorbereitungszeit, die man sich zu
>Hause frei einteilen kann, Gehälter von ca.
>40.000-65.000 € haben.”

Die kompletten Ferien arbeitsfrei ist unrealistisch, wenn man an die vielfältigen Korrekturen denkt.
Insbesondere, wenn Sie behaupten “und einem Arbeitstag, der oft am frühen Nachmittag endet”. Wie soll denn das funktionieren? Keine Korrekturen in den Ferien und keine am Nachmittag? Korrigieren Sie vielleicht während der Unterrichtszeit oder in den Pausen?
Bezüglich Ihrer “40.000 - 65.000 €” verweise ich auf mein Vorgangsposting, dass Ihre verqueren Vorstellungen etwas zurechtrücken sollte.

(#373) Mike meinte am 28.07.2008, 19:58 dazu:
" 

Hallo zusammen,
ich arbeite in einem technischen Beruf in Industrie und sehe im Verhältnis zum Aufwand (Stunden, Verantwortung ... ) den Gehalt eines Lehrers für Ok. Ich betreue Praktikanten und Techniker bei ihrem Praktikum, wenn ich da zum Teil sehe wie unprofessionell in den Schulen gearbeitet wird, dann sollte man mehr für Weiterbildung tun.

(#374) Pädi07 meinte am 04.08.2008, 15:48 dazu:
" 

also ich finde das alles echt lachhaft: da regen sich Lehrer über die heftige Belastung auf: jeden Nachmittag frei, ca. 20 Zeit-Stunden pro Woche Unterricht und der Rest ist frei einteilbar, 13 (!!) Wochen pro Jahr Ferien - und mal ganz ehrlich die letzten 3 Wochen vor Schuljahresende sind wohl auch nicht als “Stress” zu bezeichnen: Projekttage, Hitzefrei, Quiz etc. und am Anfang des Schuljahres passiert doch die ersten 2-3 Wochen auch nicht wirklich viel.
Also liebe Lehrer: erfreut euch eures schönen Lebens und meckert nicht die ganze Zeit, dass ihr gehaltsmäßig abgehängt werdet und wie hart doch euer Beruf ist!

(#375) AS meinte am 04.08.2008, 19:20 dazu:
" 

@schnipsel:
Schön für dich, dass du mit zwei Kindern einem Mann und einem “Halbtagsjob” so viel Geld erhältst,“verdienen” kann ja wohl nicht stimmen. Korrekturzeiten und Freizeitzeiten sind herrlich unrealistisch, denn eine Mathe-oder Physikarbeit hat in etwa ein Zehntel Korrekturzeit gegenüber einem schriftlichen Arbeitspensum, wie Deutsch, Geschichte, Ethik oder Gesellschaftskunde. Der Anteil ändert sich bei jüngeren und älteren Schülern, aber das Verhältnis bleibt und auch die Vorbereitungszeit wird sich darin unterscheiden, denn die naturwissenschaftlichen Gesetze ändern sich nicht, die gesellschaftlichen schon (neue texte, neue Minister,..). Unverschämt sind meiner Meinung nach die Äußerungen, denn es werden ohne Kenntnis der veränderten Bedingungen in den Bundesländern 100 Aussagen getroffen, dafür würden meine Schüler Null Punkte bekommen: “Hörensagen” zählt nämlich nicht, aber vielleicht in Privatschulen? 12 Wochen Ferienß Haha, jede Ferien, außer den im Moment stattfindenden, musste ich korrigieren, konnte leider nicht vorarbeiten, weil Elterngespräche, Schülergespräche, Sitzungen im Jugendamt,usw. wichtiger waren als meine eigene Freizeit(manches kann man nicht verschieben). Jetzt hatte ich drei Wochen ganz “normalen” Urlaub und muss jetzt in die Schule zum Umzug, weil die Schule das Gebäude wechselt,steht nicht im Arbeitsvertrag, gibt nicht mehr Geld,usw. All diese Dinge schieben KollegInnen mit deiner Arbeitseinstellung auf andere ab und dann machen sie sich noch lustig über Nichtbeamte.Halleluja!
Möge deine Familie deinen Arbeitseifer überleben, dein Mann nicht arbeitslos werden und dein Chef diese Diskussion nicht lesen.

@ an alle anderen:
Ihr habt (fast) alle so Recht. Mir geht es nicht darum, ob mehr oder weniger Geld, aber alle gleich, in allen 16 Bundesländern wäre schön, nach EINEM Lehrplan pro Fach und Schulart (und nicht 16!). Aber das ist Zukunftsmusik und leider wird das auf dem Rücken der Kinder mobiler Eltern ausgetragen. Von den Erwachsenen wird Flexibilität verlangt, aber ausbaden müssen das die Kinder.Hier rede ich nicht “blind” sondern aus der Erfahrung mit meinen beiden Kindern.
Ich wünsche allen noch schöne restliche Urlaubstage.

(#376) Schulmeister meinte am 04.08.2008, 20:59 dazu:
" 

@Pädi07
Du Schwätzer! 13 Wochen Ferien? Komisch, ich komme nur auf reale 3 -4 Wochen. Allein in diesen Sommerferien habe ich 3 der 6 Wochen mit Schülern auf verschiedenen Fahrten verbracht. Und jetzt komm nicht auf die Idee zu sagen, das wäre ja auch Urlaub… Schon mal Projekttage vorbereitet? Schon mal 27 Oberstufenklausuren in Englisch, 25 Klausuren in Geschichte plus diverse Sek I Klassenarbeiten über Weihnachten auf dem Schreibtisch gehabt? Hast Du eine Ahnung, wie viel Zeit da übrig bleibt?  Sicher nicht. Nur soviel, in dieser Zeit arbeite ich sicher mehr als Du in einer normalen Arbeitswoche, denn mit 40 Stunden komme ich da lang nicht hin (Ebenso wenig wie in der Schulzeit).  Und Hitzefrei gab es in diesem Jahr nicht einmal und selbst wenn es hitzefrei gegeben hätte, würde man die Zeit nacharbeiten müssen. Aber wem erzähle ich das, Du musst es besser wissen, schließlich warst Du ja auch mal Schüler - wenn auch anscheinend nicht besonders lange…

(#377) Nati meinte am 05.08.2008, 22:59 dazu:
" 

Hi!
Ich bin Lehramtsstudentin der Fächer Deutsch und Geschichte im 4. Fachsemester und finde es empörend, wie manche über andere Berufe herziehen, in denen sie noch keine direkten Erfahrungen sammeln konnten. Mir würde im Leben nicht einfallen, über einen anderen Beruf schlecht zu reden, bzw mich über meinen eigenen aufzuregen.

Haben wir uns nicht alle unsere Berufe selbst ausgesucht? Warum sind die Menschen, die glauben, der Lehrerberuf sei ein zu gut bezahlter Halbtagesjob nicht einfach Lehrer geworden? Und warum haben Lehrer, die sich über die viele Arbeit oder die schwierigen Jugendlichen beschweren überhaupt diesen Beruf gewählt?

Grundsätzlich gilt, dass alle glauben, sie wüssten, wie der Hase im Lehrerberuf läuft, da ja alle selbst ständigigen Kontakt zu Lehrern hatten oder haben, sei es früher in der Schule oder heute durch ihre Kinder. Somit behaupten alle, dass sie über den Beruf des Lehrers Bescheid wissen würden und vergleichen diesen mit ihrem Eigenen. Da ein Lehrer seinen Beruf kaum selbst mit anderen vergleichen kann (außer die Quereinsteiger natürlich), bleiben diese Vergleiche sehr einseitig und sollten daher gemieden werden.

Jeder hat doch eine gewisse Eigenverantwortlichkeit für den Beruf, den er ergreift und keiner hat das Recht, eine Leistungen, die in zwei völlig unterschiedlichen Gebieten erbracht werden, miteinander zu vergleichen.

Ich jedenfalls freue mich auf meinen Beruf und würde das ebenfalls tun, wenn ich aus Überzeugung heraus einen anderen gewählt hätte.

(#378) Pädi07 meinte am 06.08.2008, 12:51 dazu:
" 

@ Schulmeister:
Die von wirklichem Anstand und vor allen Dingen hoher diagnostischer Kompetenz zeugende Bezeichnung “Du Schwätzer” gebe ich gerne zurück: ich war lange genug Schüler um zu wissen und beurteilen zu können wie meine Schulzeit abgelaufen ist und unterrichtlich gestaltet war. Warum nehmen Lehrer im Freizeitbereich nur so viele ehrenamtliche oder hobbyorientierte Tätigkeiten wahr? Oder sind nur zu oft schon nachmittags im Schwimmbad, auf dem Golfplatz, im Cafe oder anderen “stressigen” Lokalitäten zu finden? Vermutlich nicht, weil es sich da so gut korrigieren lässt! Warum geben so viele Lehrer nebenbei noch Nachhilfe? Scheinbar sind nicht alle wirklich ausgelastet. Ich gebe zu, dass es einige scharze Schafe wie in allen Berufen gibt, auch dass der Job nicht immer einfach ist, aber in welchem Arbeitsfeld habe ich jede Woche 20 frei einteilbare Stunden zur Vor- und Nachbereitung und noch dazu 13 Wochen (3 Monate!), an denen ich nicht an meinem Arbeitsplatz erscheinen muss?!? Und ich kenne genug Lehrer, die im Sommer 4-5 Wochen im Ausland Urlaub machen. Und mir erzählt keiner, dass man nach 5 Jahren im Fach noch übermäßige Vorbereitungsstunden investieren muss: das Konzept steht, die Routine ist da und ich muss nur noch korrigieren. Dazu ein Bsp., das vielleicht das schlechte Image von Lehrern begründen hilft: ich hatte einen Lehrer, der Exen etc. im Anschluss direkt in der Schulstunde korrigiert hat und meist noch herausgegab. Seine Skripten, die er in den Stunden abgelesen hat waren ca. 30 Jahre alt und haben sich nicht ein einziges Mal auch nur um eine Nuance verändert. Vielleicht ein schwarzes Schaf, aber ganz einfach auch eine prägende Erfahrung meiner Schulzeit. Außerdem kenne ich keine Berufssparte, die so viel jammert, wie Lehrer. Ich hörte noch nie von einer Friseurin, wie viel Arbeit sie doch hat, oder von einem BWLer, der viele Wochen beruflich ins Ausland reisen muss, oder von einem Bäcker, der täglich um halb 3 aufstehen muss, oder einem Schichtarbeiter, der sich täglich vom Vorarbeiter am Fließband anblaffen lassen muss und nach einigen Jahren auf dem Zahnfleisch daherkommt. QED

(#379) schnipsel meinte am 06.08.2008, 19:51 dazu:
" 

@Mister M.
Bezüglich Ihrer Fragen an mich verweise auch ich auf die Beiträge, die ich hier schon vor längerer Zeit geschrieben habe.
Welcher vollbeschäftigte Gymnasiallehrer verdient hier weniger als 40’ brutto? Niemand!

@AS
Sie sprechen die Frage an, ob ich mein Geld zurecht bekomme oder nicht: “verdienen” oder “bekommen”. Genau diese Frage habe ich schon mehrfach in diesem Forum angesprochen, aber leider niemals eine Reaktion darauf bekommen.
Mir wäre es diesbezüglich sehr recht eine Qualitätskontrolle für Lehrer zu bekommen, die auch die Frage beantworten hilft, ob ein Lehrer gut oder schlecht ist. Das lässt sich m.E. vor allem mit Hilfe der messbaren Ergebnisse von Lehrerleistungen beantworten.

Mir kommt es beispielsweise schon aus den Ohren raus, wenn Lehrerinnen und Lehrer hier immer wieder und wieder über ihre ach so langen Korrekturzeiten klagen. Das lässt sich 1. nicht nachvollziehen und ist 2. irrelevant für die Beantwortung der Frage, ob die Korrektur gut oder schlecht gelungen ist: Ein Lehrer, der eine Klassenarbeit (meinetwegen auch in Deutsch) in der Hälfte der Zeit eines anderen Kollegen korrigiert und die Korrektur dabei besser gelingt (was auch immer das hinsichtlich der Korrektur bedeutet - darüber muss man sich unabhängig hiervon unterhalten), ist hinsichtlich dieser Frage zweifellos der bessere Lehrer und verdient auch mehr.
Ganz einfach, nicht wahr?
Ein Handwerker, der ein Gewerk in kürzerer Zeit genauso bewerkstelligt, wie sein Kollege (oder vielleicht noch besser) verdient auch mehr.
Sicher sind Korrekturen in sprachl. Fächern zeitaufwändiger, dafür gibt es aber auch Dinge, die weniger Arbeit bereiten, z.B. die fehlenden Experimente, die in Deutsch & Co. nicht vor-, durch- und nachbereitet werden müssen.

Die Ferien sind natürlich auch für die Lehrerarbeit da. Nur, wenn Sie es schaffen, Ihre Arbeit weitestgehend von der Ferienzeit fernzu halten (so wie ich), weil Sie diese zwischen den Ferien erledigen, dann haben Sie die Ferien auch für sich - ist doch logisch, oder?
Mit etwas Geschick und einem anständigen Zeitmangagement ist das in vielen Fällen auch möglich. Dass die Schule in den Sommerferien umzieht sollte eigentlich nicht so häufig vorkommen!

(#380) Mister M. meinte am 06.08.2008, 22:32 dazu:
" 

@Nati:
“Haben wir uns nicht alle unsere Berufe selbst ausgesucht? [...] Und warum haben Lehrer, die sich über die viele Arbeit oder die schwierigen Jugendlichen beschweren überhaupt diesen Beruf gewählt?”

Zum besseren Veständnis, warum sich viele Lehrer so “aufregen” (wobei man dies erst mit einiger Berufserfahrung als Lehrer nachvollziehen kann):

Einerseits verkündet die Poltik Tag für Tag lautstark in den Medien, wie wichtig doch die Bildung sei und das Bildung der einzige “Rohstoff” Deutschlands sei. Man bekommt den Eindruck, dass die Politik nichts unversucht lässt, um die Bildungsqualität zu verbessern.

Wenn man dann aber erst einmal einige Jahre als Lehrer gearbeitet hat, stellt man sehr schnell fest, das jede bildungspolitische “Innovation” immer zu Einsparungen und Mehrarbeit für die Lehrer und Lehrerinnen führt. Da werde Klassenfrequenzen systematisch heraufsgesetzt, weil es Geld spart. Da wird die Schulzeit bis zum Abitur um ein Jahr verkürzt, ohne an den Fachinhalten etwas zu ändern, weil es Lehrer und damit Geld spart. Da werden Arbeitszeitmodelle von Unternehmensberatungen erstellt, die dann feststellen, dass man auch mit weniger Lehrern auskommen könnte: Auch das spart (oh Wunder) Geld.

Einige Bundesländer denken sich “Unterrichtsgarantie”-Programme aus, die dann von den einzelnen Schulen ohne zusätzliche Stellenzuweisungen umgesetzt werden müssen. Im günstigsten Fall gibt es dafür ein paar Euro, um Studenten oder (auch das gibt es) Taxifahrer einzustellen, die die zusätzlichen Stunden halten (die resultierenden Beschwerden von Schülern und Eltern werden dann der einzelnen Schule angelastet), im ungünstigen Fall wird die Mehrarbeit durch die vorhandenen Lehrkräfte als unbezahlte Überstunden geleistet. Beide Varianten sind natürlich billiger, als ausgebildete Lehrkräfte neu einzustellen.

Verpflichtende Arbeitszeitkonten werden nicht wie vereinbart zurückgezahlt, da man “plötzlich” bemerkt, dass man gar nicht genug Lehrkräfte hat, um den Stundenausfall während der Rückzahlphase zu kompensieren. Gerade so etwas ist doch Jahre im Voraus aufgrund der Schülerzahlen bekannt!

Werden Lehrer oder Lehrerinnen längerfristig krank, gibt es oft erst nach monatelangem Unterrichtsausfall Ersatzkräfte. Die Schüler und Eltern beschweren sich dann zu Recht, aber die Adressaten der Beschwerde sind (meistens) die falschen: Hier liegt die Verantwortung eindeutig bei den Kultusministerien, die für eine ausreichende Personaldecke sorgen müssen, und die nicht schon Unterrichtsversorgungen von vielleicht 95% als ausreichend ansehen.

Den Lehren wird die steuerliche Absetzbarkeit des Lehrerzimmers gestrichen, da so getan wird als ob man seine komplette Arbeit (die eben aus mehr besteht als vor der Klasse zu stehen und zu unterrichten) auch in der Schule erledigen könnte, was aber definitiv nicht stimmt, wenn man die Situation an der Schulen kennt (fehlende Arbeitsplätze an den Schulen: Die einzigen, die an den Schulen DIN-gerechte Arbeitsplätze haben sind Schulleitung und Koordinatoren (in den Gymnasium), die restlichen 90% der Lehrkräfte haben so etwas nicht. Würde Siemens oder BMW das mit seinen Angestellten machen, gebe es einen Aufschrei in der Öffentlichkeit. Wenn die Schulträger (oft die Landkreise) so etwas machen interessiert es keinen).

Zusammengefasst versagen Bildungspolitik, Kultusministerien und Schulträger andauernd. Aber leider wird die Schuld an den Zuständen von der Öffentlichkeit nicht bei den Politkern oder den Ministerialbeamten gesucht, sondern die letzten Glieder in der Kette, nämlich die einzelnen Schulen und die einzelnen Lehrkräfte werden an den Pranger gestellt. Und dies wird von Politik und Ministerialbürokratie zumindest nicht richtiggestellt, da es natürlich bequemer und vor allem billiger ist, die Schuld “nach unten durchzureichen”.

(#381) wundermichmal meinte am 07.08.2008, 0:01 dazu:
" 

Bravo Mister M.
vollste Zustimmung…. besser kann man/frau das Dilemma nicht beschreiben..
schon die Überlegung in den Grundschulen…etwa 35 Schüler und Schülerinnen in die 1. Klasse einzuschulen, weil eh zehn bis zwölf rausfallen zeigt die ganze Hilflosigkeit dieses Bildungssystems….  bzw. deren perfide Berechnung…
es ist und bleibt zum Heulen…

(#382) Mister M. meinte am 07.08.2008, 16:06 dazu:
" 

@Pädio7:
Selten so viel Unsinn gelesen, aber jetzt mal im Einzelnen:

“[...] ich war lange genug Schüler um zu wissen und beurteilen zu können wie meine Schulzeit abgelaufen ist und unterrichtlich gestaltet war.”

So wie die restlichen 99,99..% der Bevölkerung. Glückwunsch!

“Warum nehmen Lehrer im Freizeitbereich nur so viele ehrenamtliche oder hobbyorientierte Tätigkeiten wahr?”

Was ist daran verwerflich? Schauen Sie in einem etymologischen Wörterbuch Ihrer Wahl unter dem Begriff “Freizeit” nach.

“Oder sind nur zu oft schon nachmittags im Schwimmbad, auf dem Golfplatz, im Cafe oder anderen “stressigen” Lokalitäten zu finden? Vermutlich nicht, weil es sich da so gut korrigieren lässt!”

Das haben Sie bestimmt aus der B**D-Zeitung, nicht wahr?

“Warum geben so viele Lehrer nebenbei noch Nachhilfe? Scheinbar sind nicht alle wirklich ausgelastet.”

Ich kenne an unserem Gymnasium KEINEN (in Zahlen: 0) Kollegen oder Kolleginnen, die so etwas machen. Warum wohl?

“Ich gebe zu, dass es einige scharze Schafe wie in allen Berufen gibt, auch dass der Job nicht immer einfach ist, aber in welchem Arbeitsfeld habe ich jede Woche 20 frei einteilbare Stunden zur Vor- und Nachbereitung und noch dazu 13 Wochen (3 Monate!), an denen ich nicht an meinem Arbeitsplatz erscheinen muss?!?”

Bei einer 5-Tage-Woche mit voller Stundenzahl und den üblichen unterrichtsfreien Stunden, die man zwangsweise an der Schule verbringt, ist man schon ca. 25 ZEITstunden an der Schule, ohne Konferenzen, Arbeitsgemeinschaften u.ä. Soviel zur “freien” Zeiteinteilung.

“Und ich kenne genug Lehrer, die im Sommer 4-5 Wochen im Ausland Urlaub machen.”

Und? Ist das verwerflich? Schon einmal daran gedacht, dass es sich um einen Ausgleich für die mit Korrekturen belegten anderen Ferienzeiten handelt? Andere machen dafür drei mal im Jahr Urlaub. Alleine eine Abitur-Korrektur verschlingt als Erstkorrektor 40-80 ZEITstunden, je nach Fach und Kursgröße.

“Und mir erzählt keiner, dass man nach 5 Jahren im Fach noch übermäßige Vorbereitungsstunden investieren muss: das Konzept steht, die Routine ist da und ich muss nur noch korrigieren.”

Wir sind hier aber nicht an der Uni, wo der Prof immer das gleiche Skript “runterleiert” (nennt sich dann “Freiheit von Forschung und Lehre”). Schülerschaft und Vorgaben (Lehrpläne, Rahmenrichtlinien, neuerdings “Kerncurricula”) ändert sich andauernd. Auch wenn Sie das wahrscheinlich nicht nachvollziehen können, oder haben Sie fünf Jahre lang das gleiche Fach in der gleichen Klassenstufe belegt?

“Dazu ein Bsp., das vielleicht das schlechte Image von Lehrern begründen hilft: ich hatte einen Lehrer, der Exen etc. im Anschluss direkt in der Schulstunde korrigiert hat und meist noch herausgegab.”

So eine “Exe” ist wohl eher ein “Test” und keinesfalls mit einer Klassenarbeit/Klausur zu vergleichen.

“Seine Skripten, die er in den Stunden abgelesen hat waren ca. 30 Jahre alt und haben sich nicht ein einziges Mal auch nur um eine Nuance verändert. Vielleicht ein schwarzes Schaf, aber ganz einfach auch eine prägende Erfahrung meiner Schulzeit.”

30 Jahre alt? Wahrscheinlich waren die Skripten noch in Sütterlin geschrieben. Sie hatten es wirklich schwer…

“Außerdem kenne ich keine Berufssparte, die so viel jammert, wie Lehrer. Ich hörte noch nie von einer Friseurin, wie viel Arbeit sie doch hat, oder von einem BWLer, der viele Wochen beruflich ins Ausland reisen muss, oder von einem Bäcker, der täglich um halb 3 aufstehen muss, oder einem Schichtarbeiter, der sich täglich vom Vorarbeiter am Fließband anblaffen lassen muss und nach einigen Jahren auf dem Zahnfleisch daherkommt.”

Mein Tipp: Werden Sie LEHRER! Bis 2013 sollen 40.000 Lehrer fehlen. Für so einen Leistungsträger wie Sie sollte es kein Problem sein, die Ausbildung bis dahin abzuschließen. Dann haben Sie alle Vorteile: Geld ohne Ende, 13 Wochen Urlaub, vormittags recht und nachmittags frei. Und sicherlich können Sie sogar diese 30 Jahre alten Skripten weiterverwenden…

“QED”

Mathematik-Lehrer werden besonders gesucht…

(#383) Pädi07 meinte am 08.08.2008, 11:34 dazu:
" 

Werter “Mister M”,

nur um auch Sie ins Bild zu setzen: mein Satz “...die Schulzeit beurteilen…” war nur meine Antwort auf die Unterstellung, genau das nicht zu können im Beitrag #367, keine frei stehende Äußerung (wer lesen kann ist auch hier klar im Vorteil).

Weiterhin wundere ich mich doch sehr, dass Sie meine nun mal einfach in der Realität und langen Schuljahren gemachten Erfahrungen anzweifeln. Woher nehmen Sie denn die Arroganz zu sagen, das das nicht der Wahrheit entsprechen sollte? Mein Bsp. der 30 Jahre alten Skripten basiert nicht auf der Tatsache, dass ich 30 Jahre lang Unterricht beim selben Lehrer genießen durfte (ein wirklich schlagkräftiges Argument…), sondern auf Mitschriften 25 Jahre älterer ehemaliger Schüler, die diesen Lehrer einfach auch hatten. Da kein Unterschied im Stoff - nicht mal in Arbeitsblättern oder Satzformulierungen zu erkennen war - ist meine Feststellung wohl einfach logisch. Ich will mich nicht auf eine Begriffsdiskussion mit Ihnen einlassen, was denn nun der Unterschied zwischen “Extemporale, Test, Klassenarbeit oder Klausur” ist, Fakt ist: sämtliche schriftliche Klausuren und Kurzarbeiten (!), also alle notenrelevanten Leistungsnachweise, wurden während des Unterrichts korrigiert.

Zum Thema Nachhilfe: ich kann bezeugen, dass mindestens 15 Lehrer meines Gymnasiums (etwa 600 Schüler) nebenbei Nachhilfe gaben - ich kenne natürlich den Umfang nicht, aber die Tatsache alleine genügt meines Erachtens. Schön, wenn es an Ihrem, Gymnasium anders ist.

Mein Bild von Lehrern habe ich mir ausserdem selbst gemacht, es stammt also nicht aus der B-Zeitung, wie von ihnen vermutet. Aber wie Sie sehen liegen Sie mit Ihren Vermutungen einfach daneben.
Ich empfehle Ihnen an dieser Stelle einen Kommunikations- und Argumentations-Kurs. Dort lernen Sie, dass man beim Feedback oder bei Reaktionen auf Äußerungen anderer nicht auf Vermutungen und Interpretationen zurückgreifen sollte. Um noch ein versöhnliches Wort zum Abschluss zu sagen (auch das ist ein gängiges und vor allen Dingen konstruktives Kommunikationsverhalten): ich glaube Ihnen gerne, dass Sie kein “schwarzes Schaf” sind, sondern Ihren Job ernst nehmen und wirklich eine 40-Stunden-Woche sowie nicht 13 Wochen reine Ferien haben. Wünschenswert wäre es eben, dass noch mehr Ihrer Kollegen so arbeiten würden…

(#384) AS meinte am 09.08.2008, 12:42 dazu:
" 

@ Mister M.:
Danke,danke,danke! Humorvoll und nachvollziehbar “Fakten” widerlegt.

@schnipsel.

Mein Zeitmanagement lässt nur eine kurze Antwort zu. Es wäre durchaus an der Zeit, mal die Scheuklappen abzunehmen, denn eine Ganztagsschule ist nicht mit dieser Art der Arbeit, die du fabrizierst, zu halten. Übrigens hatte ich geschrieben, dass ich kein Naturwissenschaftler bin, aber selbstverständlich muss ich nicht nur Bücher schleppen, denn Kunst verlangt sehr zeitaufwendige und praktische Vorbereitungen, wenn man Lehrer und nicht Leerer ist. Und mehrere Jahre die gleiche Vorbereitung????? Wir haben stets Wiederholer und Nachschreiber, die können bei mir nicht vom Vorjahr oder vom Nachbarn abschreiben, Zeitmanagement ???? Leider ist mir der Schüler hier wichtiger als ich, denn er soll lernen - und nicht ich meine Freizeit gestalten.

(#385) Schüler meinte am 09.08.2008, 16:29 dazu:
" 

Lehrer verdienen so viel??
Meiner Meinung nach sollten die Gehälter nicht nach Beamten und Angestellten bestimmt werden, sondern wie gut sie sind.
Diese Bewertungen sollten von Schulaufgaben und anderen möglichen Noten herkommen aber auch durch Mitbestimmung der Schüler.
v.a. Lehrer die schon sehr lang an der Schule sind, unterrichten meist mit einer alten Methode, die von uns nicht nachvollziehbar ist.
und die jungen lehrer die uns verstehen und uns individuell fördern müssen sich mit einem Hungerlohn über Wasser halten, während die älteren Lehrer mit Luxusmarken wie Dolce und Gabbana herumlaufen.
WO ist da die Logik?!
das war die Sicht von einem Schüler
Lg

(#386) Schulmeister meinte am 11.08.2008, 20:39 dazu:
" 

@Pädi07
Klausuren während des Unterrichts korrigiert. Na sicher…
@Schüler
Schüler sollen bei der Bezahlung mitbestimmen? Na das ist ja mal ein kompetenter Vorschlag…

Leider habe ich keine Zeit, um hier alles zu kommentieren, denn ich bin Lehrer und habe eben gerade keinen Urlaub, sondern unterrichtsfreie Zeit. Nur soviel, nur weil Material alt ist, muß es nicht schlecht sein…

(#387) AS meinte am 11.08.2008, 21:22 dazu:
" 

@ Schüler

Sicherlich ist deine Meinung nachvollziehbar, aber ich glaube die 100 Prozentklausel wurde hier angewendet, denn alle älteren Lehrer können sich Nobelmarken nicht leisten. Und junge Lehrer gibt es z.B. gar nicht bei uns (nach Unicef bis 40, da haben wir grade noch eine).

Vorschlag: Werde Lehrer treibe unseren Altersdurchschnitt runter und bringe neue Ideen mit. Und fange an meiner Schule an, damit ich etwas davon habe. Ich warte.

Bei der Bezahlung über die Meinung der Schüler müsste das dann für alle Berufe gelten: der Bäcker bekommt nach Geschmack, der Masseur nach Nutzen, der Schneider nach Passgenauigkeit….. - Fraglich, ob das klappt. Aber im Prinzip ist die Idee mit der Bezahlung nach Leistung schon gut, nur die Umsetzung ist schwierig und daran schreiben jetzt schon eine ganze Menge Leute. Übrigens das “viele” Geld muss bei mir eine vierköpfige Familie ernähren- als Hauptverdiener. Da relativiert sich auch noch einiges.

(#388) AS meinte am 11.08.2008, 21:29 dazu:
" 

@Pädio7

Über Ihre Antwort habe ich mich gefreut, da Sie zeigt, dass Sie Erfahrungen besitzen, die Ihre Meinung unterlegen. Sicherlich kenne auch ich Kollegen, die das, was Sie anprangern tun, aber es gibt mehr als einen Lehrer, der noch für seine Schüler brennt, auch wenn diese keine Gymnasiasten sind.

Über die Unterrichtsvorbereitungen habe ich schon vorher geschrieben.

(#389) Schüler meinte am 12.08.2008, 23:25 dazu:
" 

@ Schulmeister:
ich meinte damit nur ein kleiner Teil so 1:70 oder so etwas.

@ AS
danke dass Sie sich so viel Mühe gegeben haben. Bei uns an der Schule sind total viele neue Lehrer. Wir hatten dieses Jahr 8 referendare von 12 Fächern. Sogar unsere Klassenleitung unterrichtete uns nicht mehr.
->Nobelmarken: so gut wie alle älteren Lehrer bei uns tragen nobelmarken. Nicht jeden Tag aber zieml oft aber das sind meistens Studiendirektoren und ich weiß nicht, wieviel diese dann verdienen.
Und mit den Referendaren sahen wir den direkten Vergleich.
Aber die Noten hängen auch wirklich zu 70% vom Lehrer ab und Lehrer die ungerecht bewerten würden dann durch die gegebenen Noten auch Schlechtes daraus ziehen. und dadurch vllt lernen, dass es einfach nicht in Ordnung ist oder “pädagogisch sinnvoll” so hart zu bewerten.

ich weiß jetzt auch nicht genau ob unsere Lehrer mit ihrem Partner alleine leben oder gar keinen Partner haben, aber als Alleinverdiener ist es doch nicht so viel wie es anfangs scheint.
Sind Sie ein schon länger unterrichtender Lehrer oder haben sie noch nicht so viele Jahre?

LG Schüler

(#390) Schulmeister meinte am 13.08.2008, 14:07 dazu:
" 

@Schüler
Du bist noch Schüler (wie alt bist Du eigentlich, wenn ich fragen darf?), daher sind Deine Ansichten verständlicherweise etwas einseitig.
Zunächst einmal kann die Bezahlung keine “Schülerkomponente” aufweisen, da sonst die beliebten Lehrer besser bezahlt würden. Beliebt heißt aber eben nicht besser. Sonst enden wir wie in den USA, wo Lehrer bessere Noten geben, um besser bezahlt zu werden. Und da wollen wir sicher nicht hin, denn dann könnten wir aus dem Studium auch eine Lehre machen…
Zum Thema “Nobelmarken”. Die von Dir angesprochenen Studiendirektoren sind in der Regel schon sehr, sehr lange im Dienst. Wer lange spart, kann sich auch etwas leisten. Zudem haben Studiendirektoren in der Regel soviel Mehrarbeit, dass dies auch ein höheres Gehalt rechtfertigt. Allerdings haben diese Tätigkeiten zu einem großen Teil nichts mit Unterrichten zu tun, sondern mit Verwaltung. Je nach Größe des Gymnasiums (denn nur hier und an Berufsschulen gibt es Studiendirektoren) sind das aber nur zwischen 5 und vielleicht max. 10 Leuten.
Als Referendar bekommt man natürlich viel zu wenig Geld. Abzüglich Fahrtkosten zur Arbeit habe ich gerade einmal 700 Euro im Monat zum Leben gehabt - das ist soviel wie Hartz IV + Wohngeld. Unvorhersehbare Ausgaben wie Reparaturen am Auto (das man an einem Landgymnasium braucht) stürzen einen dann schnell in Schulden, aus denen man nicht mehr selbst herauskommen kann (es sei denn, die Familie steht mit ca. 26-28 Jahren noch finanziell hinter einem…) Es ist eine Farce, dass z.B. Berufsschulreferendare nach einem Hochschulstudium oft weniger verdienen als ihre Schüler im dritten Lehrjahr.
Das 70% der Note vom Lehre abhängen ist natürlich nicht wahr. Sicher gibt es unfähige Lehrer, aber das ist vielleicht mal in einem Fach in einem Schuljahr so, aber nicht dauerhaft. Gerade in den “Hauptfächern” werden so viele Arbeiten/Klausuren, Tests usw. geschrieben, dass selbst eine “ungerechte” Note nicht ins Gewicht fällt.
Im Allgemeinen wird selbst auf dem Gymnasium heutzutage zu lasch benotet, dass stelle ich als so genannter Junglehrer immer wieder fest. Auch meine ehemaligen Lehrer bestätigen dies. Ich selbst gebe “strenge”, aber meiner Meinung nach ehrliche Noten. Wenn ich Spickmich.de glauben darf, bin ich aber trotzdem beliebt. Du musst Dir mal genau anschauen, was die Noten bedeuten. 
Acht Referendare in einem Jahr ist nebenbei erwähnt ein unmöglicher Zustand und spricht nicht gerade für Deine Schule. Auch wenn Referendare nach ca. einem Jahr sicher weit besseren Unterricht machen als der Rest des Kollegiums (denn die haben nicht mehr die Zeit, mehrere Stunden Vorbereitung in eine Schulstunde zu stecken) ist diese Zahl eine Zumutung und der Elternrat sollte da mal einschreiten. Allein schon aufgrund der Tatsache, dass Referendare wegen ihrer aufgezwungenen Zirkusvorführungen oft nicht mit dem Stoff durchkommen und es dann im nächsten Schuljahr/ Schulhalbjahr zu Problemen kommt, die die Schüler ausbaden müssen.

(#391) Schüler meinte am 15.08.2008, 20:52 dazu:
" 

@ Schulmeister

also ich bin 14 und werde demnächst 15 und männlich. Oke ich gebe zu, das war keine gute Idee mit der Beeinflussung der Schüler war doch nicht so gut.. hmmm
Wir sind eine sehr große Schule und somit bekommen wir an die 100 Referendare in einem Schuljahr.. eher 130 ..
Also das mit den Lehrern und den Noten—> das habe ich in unserer Klasse festgestellt. Letzes Jahr in Mathe gab es alle Noten bis auf 6. Die Gleiche Klasse ein Jahr später .. eine 3   der Rest 4er, 5er, 6er. Physik: Lehrerwechsel im Halbjahr: Jeder ist um mindestens 1 Note abgerutscht.  Deutsch: Lehrerwechsel: sogar bis zu 3 Notenabrutsche.  Sport: blieb gleicher Lehrer, gleiche Noten. Das selbe in Kunst.
Aber es gab auch erfreuliche Lehrerwechsel: In Englisch gab es keine 5er und 6er in den Schulaufgaben.. davor hat es solche Noten gehagelt. Ich könnte das noch stunden aufführen.. aber dazu sage ich: es hat jeder normal weitergelernt.
Das mit dem lasch ist unberechtigt. Besipiel: Italienisch: ab 50% hat man eine 6. normal: 50% +1 pkt ist die 5. Frage: Und wenn es 60 pkte gibt warum gibt es dann keinen 10 Pkte Abstand? sondern einen 4-7 pkte Abstand?!
Betreff Referendare:
wie oben erwähnt sind es sehr viele
mit der Schulleitung ist abgeklärt, dass wir nächtes Jahr kaum - wenige Referendare bekommen.
Fragen: Darf eine Referendarin:
-ohne unsere Mitbestimmung eine Lektüre bestellen und wir müssen 9,90euro verlangen obwohl es eine andere Lektüre gibt, die wir alle lesen wollten? und stadtdessen eine sehr langweilig Lektüre bekamen die wir eine Stunde behandelt haben.. und zwar in der stunde, in der wir sie überraschend bekamen. Danach brachte sie Zeit mit der Erstellung einer Klassenzeitung.
-Darf eine Referendarin einfach so einen Ausflug zu einer Redaktion planen an einen freien Nachmittag, an dem wir erst um halb neun abends heimkamen?! Es war kein Wandertag sondern ein normaler Mittwoch. Wir hatten noch montags und Donnerstags Nachmittags schule also schon Stress genug.
und wie obengenannt:
-warum ist das Fach Italienisch so streng benotet?
Lg

(#392) Schulmeister meinte am 18.08.2008, 2:19 dazu:
" 

Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit nur soviel: ein Referendar unterrichtet in einigen Klassen eigenverantwortlich, in anderen nicht. Dort, wo er eigenverantwortlich unterrichtet, hat er die gleichen Rechte wie andere Lehrer auch. Und dazu zählt auch die Auswahl der Lektüre. Ob diese in Euren Augen langweilig ist oder nicht, ist erst einmal egal. Gleiches gilt für Exkursionen bzw. Unterrichtsgänge.
Die Benotung hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie etwa Bundesland oder Fachkonferenz. Aber eine 6 mit 50% klingt für mich seltsam. Aber da könnt Ihr (oder der Elternrat) doch einfach mal nachfragen.
Viele Lehrer benoten meiner Meinung nach zu gut, weil sie dann weniger Probleme mit den Eltern haben, beliebter bei den Schülern sind usw. Ich hatte beispielsweise eine Schülerin, die mit einer 3 in Englisch die Klasse wiederholt hat (sie kam von einem anderen Gymnasium). Bei mir hat sie eine 5. Eine 3 bedeutet “befriedigende Leistung” und die erbringen die meisten 3er Kandidaten nicht.

(#393) AS meinte am 19.08.2008, 19:36 dazu:
" 

@Schüler:
Danke für deine Antwort.Also bekommst du auch eine ehrliche Antwort. Ich habe jetzt im August 25 Jahre (musste erst einmal stark rechnen wink) Schuldienst vollendet, ohne Studiendirektor,s.o. die Gründe. Übrigens auch ohne Anerkennung, weil ich das Bundesland gewechselt habe.Ob ich “älter” bin, weiß ich nicht, denke aber mal, dass das mit den Jahren so eine Sache ist. Wenn Lehrer euch Schüler ernst nehmen, dann bemühen sie sich auch, euch zu verstehen. Das versuche ich auch nach so langer Zeit, aber solche Lehrer scheint ihr auch zu haben. Das mit den Noten ist sicherlich subjektiv. Gerade in Kunst oder Deutsch kann man mitunter sehr differenzierte Noten für die gleiche Arbeit geben. Aber gerade Kunst blieb ja bei dir. Wenn wir bei einer Benotung nicht ganz sicher sind, sprechen wir darüber unter Kollegen.Das hilft für die Sichtweise und für die Gerechtigkeit, aber meine Schule ist nicht so groß, da klappt das. Übrigens schließe ich mich “Schulmeister” an, dass eine 6 mit 50 Prozent seltsam ist. Bei uns gibt es ab 51 Prozent eine 4, aber auch das wird wegen der Hälfte hart diskutiert. Das mit der zu harten Benotung, kannst du natürlich in deinem Umfeld schlecht relativieren, aber es ist schon etwas daran. Schau dir doch mal ältere Prüfungen an, der Aufgabenkatalog ist schon unterschiedlich.
Mit dem “dürfen” ist das auch so eine Sache. Textmaterial kann jeder Lehrer verlangen, aber er sollte seinen Schülern verständlich machen können, warum er das so und nicht anders macht. Die Relevanz von Unterrichtsmenge, Lehrplan und Kosten sollte gewährleistet sein. Ich persönlich habe mich im letzten Jahr zum Beispiel sehr darüber gefreut, dass alle meine Hauptschüler mit mir ein Buch über Drogen gelesen haben. Das war schwierig, aber für sie und mich an dieser Stelle richtig. Nimm den Rat mit der Schülervertretung an.
Dir wünsche ich noch schöne Restferien, denn ich muss schon loslegen.

(#394) Pädi07 meinte am 20.08.2008, 11:53 dazu:
" 

@ AS

jetzt würds mich ja schon mal interessieren, mit was Sie “jetzt schon loslegen” müssen. Und auch interessieren würde mich, ob das “loslegen” 8 Stunden täglich harte Arbeit bedeutet. Der Stoff einer Hauptschule dürfte ja für einen studierten und so erfahrenen Lehrer kein Problem darstellen - man muss sich ja da nicht gänzlich neu einlesen, oder 1500 neue Folien und Unterrichtskonzepte erstellen. Also daher meine ernst gemeinte Frage: was machen Sie jetzt täglich 8 Stunden lang? Ich freue mich über eine ausführliche, nachvollziehbare Antwort und gerne lasse ich meine Zweifel dadurch zerstreuen.

(#395) LilLady meinte am 20.08.2008, 13:58 dazu:
" 

Also wenn ich das hier alles so lese, würde ich am liebsten mein LA Studium abbrechen und mein Hauptfach auf MA weiterstudieren. Ist ja furchtbar…

Die einen kloppen sich, wer den anstrengenderen Job hat und mehr Arbeit *gähn*
Die nächsten streiten sich über die Besoldung *nochmal gähn*
Die Nichtlehrer und Eltern unterstellen den Lehrern einen einfachen Beruf mit viel Freizeit (Herr, lass Hirn regnen)
Und die Schülern meckern das nach, was ihre Eltern ihnen vorlabern.
Na wunderbar, ich mache lieber meine eigenen Erfahrungen.
Ich bekomme als Lehrer mehr Gehalt als jetzt in meinen diversen Nebenjobs, da bin ich schon glücklich drüber. Ist mir egal wieviel es ist, solange es mehr als 400 Euro im Monat sind.
Freizeit? Die habe ich jetzt auch nicht, vielleicht einen Tag in der Woche, während der Semesterferien, aber sonst? Nicht wirklich. Ich sehe meine Mum und die arbeitet jeden Tag von 7-21 Uhr und verdient beim DRK einen Bruchteil vom Lehrergehalt.
Warum sollte man nicht viel arbeiten, wenn man mehr als 2000 Euro im Monat verdient, als Lehrer? Man muss ja schließlich auch was tun für sein Geld. Überraschend ist das ja wohl nicht, man hat doch während des Studiums in den Beruf bereits reingeschnuppert und hätte sich immernoch anders entscheiden können. Wenn man Abwechslung braucht, kann man ja einfach mal ins Ausland wechseln?

(#396) Schulmeister meinte am 20.08.2008, 17:14 dazu:
" 

Und Sie beschweren sich über meine Anrede “Schwätzer”... Und was wird ein Lehrer wohl zum Sommerferienende tun? Schon einmal was von Unterrichtsvorbereitung gehört? Mittlerweile glaube ich nicht mehr an Unwissenheit Ihrerseits diesbezüglich, sondern halte Ihre Aussagen für reine Provokation.

@LilLady
Die Ansicht, dass alles, was mehr als 400 Euro im Monat ist ausreicht, wird sich noch schnell relativieren. Gleiches gilt für das Verhältnis von Arbeitsbelastung im Studium und im Berufsleben (vor allem im Referendariat). Und Praktika im Studium sind nicht wirklich aussagekräftig.

Im übrigen beschwert sich hier im Forum kaum jemand über sein Lehrergehalt. Es ist seit Monaten so, dass sich hier Lehrer immer wieder für Gehalt rechtfertigen müssen und das ist der eigentliche Skandal

(#397) wundermichmal meinte am 20.08.2008, 21:38 dazu:
" 

Jooo LilLady…  da wünsche ich Dir mal alles Gute…  ein herzliches Willkommen in der Realität…  und ehrlich gesagt, ich wünsche mir, dass Du nicht in den Lehrerberuf einsteigst…  datt wird nix werden… und bitte: entscheide Dich mal anders…  Wenn Du aufschlägst, wirds nen dicken Plumps tun…  auf der anderen Seite:  Schreibtischtäter gibts eh genug…  wechsle das Fach und werde Finanzberaterin…  am besten in Kleinpumuckelsdorf….
ach jee….  womit haben wir das verdient?

(#398) wundermichmal meinte am 20.08.2008, 21:44 dazu:
" 

sorry sorry sorry….

immer, immer lese ich quer und zu schnell…

LilLady… ich bitte mal um Entschuldigung…

Gruß  wundermichmal

(#399) Schüler meinte am 20.08.2008, 22:13 dazu:
" 

@ Schulmeister:
Ich bin in Bayern auf einem Gymnasium, sprich ich bin noch in den Testklassen des G8.
Und Englisch ist eh so ein Fach.. Manche Lehrer streichen “a golden cross” und werten einen Fehler und schreiben darüber “a cross made of gold”. Oder ich war in den Osterferien in Malta und England (jeweils eine Woche). Kein Mensch hat dort auch nur einmal die Endung -ly benutzt (Beispiel: It sounds very strangeLY). Also kann es dort schnell zu schlechteren Noten kommen. Je nach dem wie “kolant” der Lehrer bewertet.
Eine schlechte Note finde ich gerechtfertigt wenn die Lehrer/in eine passende Begründung hat. Wir hatten eine sehr gute Referindarin bei der wir zwar alle nicht so gut waren aber jede Note begründet war und so wir alle sehr weit voran kamen. Die meisten Lehrer knallen einem die schlechte Note vor und dann wars das.

zu den 50%: Unsere Italienischlehrerin hat kein Wort mit sich reden lassen und meinte jedesmal: “Ihr lernt es das erste Jahr und PUNKT und bei den Schulaufgaben lass ich mir nicht dazwischen reden!” Wir waren alle schockiert und sie meinte noch dazu (ich hatte mit 9/19 pkten eine glatte 6): “Ihr wart aber auch grottenschlecht!” und das wars für sie. Andere Lehrer/innen äußersten sich auch nicht.. und ich weiß auch nicht wie Italienisch in anderen Bundesländer gehandhabt wird aber ich finde das total ungerecht.

Referendare: Eine 10€ Lektüre ist für ein Buch nicht viel aber es nur einen Tag zu behandeln und uns einfach überraschend geben finde ich schon dumm.

@ AS:
über diese Büchersache: Als wir uns beschwerten schiob die Lehrerin ihrer Betreuungslehrerin alles in die Schuhe und diese beteuerte, dass sie dieses Buch auch schrecklich findet und die Referindarin darauf bestand es zu lesen.
Italienisch: s.o.
Leider gibt es bei uns keine älteren Prüfungen weil wir seit kurzem G8 haben und ich reingerutscht bin hmmm..

Und leider nehmen uns fast keine Lehrer ernst.. sie denken sie sind am längeren Hebel und manche sie sind “Gottes Geschenk an die Schüler”. Und im Klassenbuch stehen oft pro Fach 45 min lernen, weil sie denken ihr Fach ist DAS wichtigste Fach und wir haben ja nichts anderes zu tun :(..

(#400) Schulmeister meinte am 21.08.2008, 0:29 dazu:
" 

“It sounds strangely” wäre ja auch falsches Englisch. Und natürlich benutzen die “native speaker” Adverbien…

(#401) Pädi07 meinte am 21.08.2008, 10:14 dazu:
" 

... ich komme aus Bayern, und habe (evtl. fälschlicherweise) angenommen, dass jeder Lehrer nun noch ca. 3,5 Wochen Ferien hat. Und was man 3,5 Wochen lang täglich 8 Stunden vor dem Schuljahr vorbereiten muss, würde mich nun mal wirklich interessieren!
Aber da “Schulmeister” ja auch im ganzen Jahr nur auf “3-4 Wochen Urlaub” kommt, können Sie mir vielleicht sagen, was Sie in den Sommerferien genau vorzubereiten haben? Und diese Frage ist wohl doch nicht als Provokation zu werten, oder soll ich die Frage sanfter formulieren (wobei Sie sich ja auch nicht gerade in vielen Postings als sanft Formulierender geoutet haben)?
Bitte, wie gesagt, ich lasse mich gerne überzeugen
...

(#402) Schulmeister meinte am 21.08.2008, 21:22 dazu:
" 

In diesen Sommerferien war ich allein 3 Wochen dienstlich mit Schülern unterwegs. Urlaub war das sicher nicht, wenn Sie sich täglich Gedanken über den Tagesverlauf machen müssen - und das natürlich schon vor den Ferien. Alle anderen Ferien hatte ich bis auf die Feiertage wie Weihnachten, Ostern usw. (da bekommt micht niemand an den Schreibtisch) mit Korrekturen zu tun. In den Weihnachtsferien habe ich mal spaßeshalber die Stunden gezählt, es waren täglich zwischen 8-16 Stunden, auch an den Wochenenden. Natürlich hängt das auch von den Fächern und vor allem von der Anzahl der Oberstufenkurse ab. In den Herbstferien war ich 4 Tage auf Mallorca und habe jeden Abend noch mind. 2 Stunden korrigiert - auch an meinem Geburtstag.
Zudem unterrichte ich Geschichte bilingual, wofür man eine deutlich längere Vorbereitungszeit braucht, da man die Materialien zu einem nicht geringen Teil selbst erstellen und oft auch teuer kaufen muss.
Vielleicht erweitert diese Antwort Ihren Horizont ein wenig.

(#403) Schüler meinte am 21.08.2008, 22:35 dazu:
" 

@ Schulmeister:
Gehen sie mal eine Woche dorthin und achten sie darauf. Und das war ein Beispiel, dass ich abends um 23 Uhr gefunden habe schnell.
Und die Frage von Pädio7 finde ich auch äußerst interressant.

(#404) Schulmeister meinte am 22.08.2008, 21:02 dazu:
" 

@Schüler
Ich muss keine Woche ins Ausland gehen, da ich im englischsprachigen Ausland schon studiert und als Lehrer gearbeitet habe. Zudem bin ich Englischlehrer und bleibe dabei, natürlich verwenden “native speaker” Adverbien.

(#405) AS meinte am 22.08.2008, 23:15 dazu:
" 

@ Pädio7
Ernsthaft heißt, dass am Montag die Schule bei uns beginnt und heute am späten Vormittag der letzte Umzugswagen im neuen Schulgebäude ankam. Bis 13.10 Uhr war ich in der Schule, ab 14 Uhr (  10 km nach Hause, umziehen, 20 km zum Termin) bis 20.30 Uhr zu einer Zeugnisausgabe mit Öffentlichkeit von Nichtschülern, deren Schuljahr heute abläuft. Ich hatte bis gestern im Klassenraum keine Stühle gestellt, keine Tische und keinen Schrank. Am Montag warten für meinen Klassenraum ca. 15 Kartons und im Zeichenraum geschätzte 40 Kartons des Auspackens, plus Unterricht ab Montag und Vorbereitung am Wochenende. D.h. im Augenblick ist es heftig. Also heute war ich mit Jahrgangsteamvorbereitung, Umzug und Zeugnisausgabe 12 Stunden unterwegs und im Dienst. Die Tage davor waren es aufgrund der Umzugssituation, die sich noch mit Bauarbeiten bis zu den Oktoberferien hinziehen wird,jeden Tag gute 8 Stunden, denn Fachschaftssitzungen und Dienstberatungen waren diese Woche auch.
Natürlich kann ich meine Zeit frei einteilen und muss nicht 8 Stunden am Stück wie in der Fabrik arbeiten, aber nach dem Ganztagsbereich wird die Schule verschlossen und früh erst um 7 geöffnet.
Nun ist zum Glück nicht jedes Jahr Umzug der Schule, aber 8 Stunden Arbeit sind jeden Tag da, wenn Normalbetrieb ist. Ob für Sie dieser Arbeitsaufwand nachvollziehbar oder nicht ist, ist mir eigentlich ziemlich gleichgültig. Um gerecht die Arbeit eines anderen Menschen einschätzen zu können , sollten wir in seinen Stiefeln marschieren., vorzugsweise ein Jahr. Sind Sie dazu bereit?
Übrigens: Ich unterrichte Hauptschüler, Realschüler und Nichtschüler. Die Lehrbefähigung habe ich bis zum Abitur. Ihre Ignoranz der Arbeit in einer HS- Klasse deckt sich mit einer ganzen Reihe von Deutschen. Die Arbeit dort ist genauso anspruchsvoll wie in einem Gymnasium, nur auf einer anderen Ebene.

@ Schüler

Viel Spaß im neuen Schuljahr, ich habe ihn schon mit diesem(s.o.). Bleib weiterhin kritisch und sachlich, denn der Ton macht die Musik.
wink Der Wechsel eines Systems in der Schule, wie G8, ist oft problematisch, aber auch zu schaffen, wenn du positiv herangehst. Übrigens auch meine “Fächer” sind die wichtigsten der Schule LOL . Nein, mal ensthaft, versuche am Beginn des Schuljahres gezielt deine Stimme bei der Schülerrats- und Vertrauenslehrerwahl einzusetzen. Das bringt etwas und macht Sinn.

(#406) Anton meinte am 23.08.2008, 18:47 dazu:
" 

Zitat”...Denn eine Lehrperson, die 100% arbeitet, arbeitet über das Jahr verteilt deutlich mehr als 38 Stunden die Woche…:”

Jooaa. Den Lehrer möchte ich mal sehen, der bei 18,8h - 21h effektiver Arbeitzeit und 12 Wochen Urlaub auf 38h jahresdurschnittliche Arbeitzeit kommt und falls doch, bleiben noch ca. 6Woche mehr Urlaub. Um auf 38h zu kommen müsste die die Vor- und Nachbereitungszeit bei 100% liegen.

Das Gehalt ist zu hoch, weil die Arbeitzeit zu gering ist.

Gruß, A.

(#407) unmöglich meinte am 23.08.2008, 19:39 dazu:
" 

Hallo!
Ich bin gerade zufällig auf diese Seite gestoßen und habe mir interessehalber mal ein paar Beiträge und vor allem die Kommentare dazu durchgelesen. Wahnsinn!
Warum trägt diese Seite eigentlich den Namen Lehrer"freund”? Wegen der Tipps zur Unterrichtsgestaltung usw.?
Schön und gut; letztlich ist es in jedem Fall offensichtlich eine Plattform, in der Eltern und Schüler sich in nicht grundsätzlich angemessener Form ihren Frust von der Seele schreiben können und versuchen wollen, ihre eigene Schulzeit aufzuarbeiten, indem sie mit der Figur “Lehrer” abrechnen und Klischee um Klischee einbringen, Vorurteil um Vorurteil breittreten. Ich kann kaum verstehen, dass noch irgendein Lehrer sich dazu bereit fühlt, diese generalisierten Diffamierungen überhaupt zu kommentieren. (Großes Lob an “Mister M.” für seinen tollen, sachlichen Stil und seine Ausführungen!)

Was erwarten wir eigentlich von den super bezahlten Lehrern? Dass sie unsere Kinder durch das “Nachwerfen” guter Noten auf die Realität des Lebens vorbereiten? Durch ständiges Entgegenkommen und immer wieder neue Chancen in die Realität außerhalb der Schule einarbeiten?
Ich habe sicher nicht alle Themen und Kommentare gelesen, aber - hat eigentlich irgendwann schon mal jemand aus der viel gerühmten “Freien Wirtschaft” was darüber geschrieben, wie frei es da zugeht? Mobbing, Auftragszahlen, “der Stärkere gewinnt”, Billiglohnkräfte, wer krank ist, fliegt unter fadenscheinigen Begründungen raus, wer nicht genügend Aufträge reinholt oder Beratungsgespräche nachweisen kann, ebenfalls…

Möglicherweise können wir froh sein, dass die Mehrheit der Lehrer Beamte sind, die sich keine größeren Sorgen um ihre Arbeitsplätze machen müssen, denn die Schule ist nun mal ein solcher Arbeitsplatz. Wenn die nämlich auch noch anfangen müssten, sich ihre Daseinsberechtigung von Dumping-Noten und Miesmachen von Kollegen abhängig zu machen, ginge das sicher auch nicht spurlos an unseren Kindern vorbei.

Bevor ich jetzt ende noch eine Frage: Gibt es eigentlich für andere Berufe auch solche Hassforen? Ich würde mich momentan aus gegebenen Anlässen gerne mal unlieb, aber anonym und straffrei über Ärzte, Finanzbeamte, Versicherungsvertreter und -mitarbeiter, Bankkaufleute und diverse Handwerksberufe äußern. Bin für jeden Tipp in diese Richtung dankbar!

(#408) Schulmeister meinte am 23.08.2008, 20:28 dazu:
" 

@Anton

Und noch so ein Schwätzer… Sie haben vergessen zu erwähnen, dass Sie Lehrer immer vormittags auf dem Tennis- oder Golfplatz treffen.

(#409) Schüler meinte am 24.08.2008, 19:06 dazu:
" 

@ AS:
Ja ich habe zum Glück noch 3 Wochen und werde diese sehr geniesen smile. Bei uns an der Schule können nur Klassensprecher bei so etwas wie der Schülerratswahl mitentscheiden und ich keine Zeit dafür finde :(.

@ Schulmeister:
Ich führe ja schon länger Diskussionen mit Ihnen und sie wollen sich auf nichts einlassen. Nur weil sie Englischlehrer sind, bedeutet das nicht gleich, dass sie ALLES über die Sprache wissen. Ich habe Nachhilfe in Latein bei einer English-nativ-speakerin und sie meinte auch, dass die Endung -ly stark zurückgeht oder gar nicht mehr vorkommt. Ihnen wurde es aber so beigebracht, aber fließende Sprachen ändern sich. Bei Latein zum Glück nicht mehr. Aber ich möchte Ihnen da nicht dazwischen reden.
Und wegen der Benotung: Sie waren bestimmt auch froh wenn ein Lehrer Sie besser benotet hat, als sie waren oder gedacht haben.

(#410) Schulmeister meinte am 24.08.2008, 20:30 dazu:
" 

@Schüler
Auf was will ich mich denn nicht einlassen? Sicherlich weiß ich nicht “alles” über die Sprache - solche Menschen gibt es in keiner Sprache. Niemand wird allein den gesamten Wortschatz beherrschen können - auch kein “native speaker”. Allerdings kenne ich mich mit Adverbien und Adjektiven aus. Und ich habe noch keinen “native speaker” getroffen, der diese nicht zu unterscheiden oder benutzen wußte. Dein Beispiel ist einfach nicht haltbar.
Am besten lehren wir auch nur noch zwei Zeiten, den Rest braucht man ja nicht. Und was das Vokabular angeht, so könnten wir ja vermehrt Wörter wie “thingy” vermitteln, die passen dann in vielen Situationen…
Natürlich gibt es auch im Deutschen Menschen, die die Sprache beherrschen und jene, die es nicht tun. Soll nun etwa der Deutschunterricht im Ausland (den ich selbst schon erteilt habe) auf das so genannte “Kanakisch” umgestellt werden, nur weil leider Gottes ein großer Teil der Jugendlichen kein richtiges Deutsch mehr sprechen kann? Ich sehe in Gedanken schon den amerikanischen Austauschschüler, der mich mit “was geht ab alder, krasser laden, dieses Gümnasium…” begrüßt.
Natürlich wird umgangssprachlich nicht immer korrekt gesprochen, aber das kann doch keine Auswirkung auf den Schulunterricht haben! Der heutige Englischunterricht kommt der modernen Anforderungen schon sehr entgegen. Es gibt keinen Fehlerindex mehr, so dass auch Schüler mit einer überaus hohen Fehleranzahl noch verhältnismäßig viele Punkte bekommen können.
Du kannst doch nicht ernsthaft erwarten, dass Dein Lehrer Dir einen solchen Grammatikschnitzer durchgehen lässt. Wo kämen wir denn da hin.

(#411) zufrieden meinte am 24.08.2008, 23:47 dazu:
" 

So fühle ich mich doch genötigt, mich wieder zu melden.

Dear “Schüler”, I am a native speaker and a teacher of English in a Realschule. I can assure you that adverbs are still very much a part of the English language and thus it is essential that you learn them properly and use them appropriately.

I can assure you that your example, whereby you added the -ly, is completely wrong.

You should know that adverbs are not used following the verbs “to be”, “to become”, “to look”, “to smell”, “to taste”, “to feel” and “to sound”. There are certain exceptions but they are few and far between. You must use an adjective.

Schulmeister hat sehr richtig festgestellt, dass wir euch in den Schulen doch keine Umgangssprache, gar Jugendsprache beibringen wollen bzw. dürfen. Genau so, wie ihr im Deutsch-Unterricht auch eure Muttersprache korrekt benutzen müsst, so müsst ihr auch die Fremdsprache Englisch korrekt lernen und anwenden.

Übrigens wird Englisch auf Malta nicht als Muttersprache gesprochen sondern als Fremdsprache, die auch amtlich benutzt wird.

Tatsache ist allerdings, dass die Amerikaner die englische Grammatik immer mehr vereinfachen. Sie benutzen Past Simple, wo Engländer Present Perfect benutzen. Sie lassen auch tatsächlich manchmal das -ly bei Adverbien weg. Beim Erlernen der Sprache als Fremdsprache darfst du dies aber nicht machen.

Es grüßt
(immer noch)
zufrieden

(#412) Anton meinte am 25.08.2008, 11:04 dazu:
" 

@Anton: danke für Ihren Sehr qualifizierten Beitrag

Zur Bezahlung: Diese ist natürlich zu hoch, da die Wochenarbeitszeit deutlich >40h/woche (besonders unter berücksichtigung des vielen Urlaubs) liegt. Man könnte es auch anders formulieren und sagen: Die Wochenarbeitszeit liegt in etwa bei 40h/woche, aber die Urlaubtage sind verdoppelt.
Ich denke das auch der Vergleich mit dem KFZ-Mechaniker ist durchaus darstellbar ist, da hier wie da trotz “akademischen Anspruch” nicht wissenschaftlich gearbeitet wird.

ICh verstehe persönlich auch nicht, warum sich hier mit Hände und Füßen und unhaltbaren Behauptungen gegen den stimmigen Gesamttenor gewehrt wird. Sehr viele Lehrer gestehen bei der Begründung Ihrer Berufswahl ein, das der unglaublich viele Urlaub und die lockeren Arbeitsbedigungen die für ein “akademisches Berufsfeld” quasi einmalig sind, der Hauptgrund für Sie waren. Genau das ist für mich auch absolut nachvollziehbar und moralisch in keinster Weise verwerflich.

Gruß, anton


Gruß, Björ

(#413) Schulmeister meinte am 25.08.2008, 16:15 dazu:
" 

@Björ
Ach, jetzt sind wir schon soweit, dass Lehrer mit Kfz-Mechanikern verglichen werden. Naja, wenn wir auf diesem Niveau weiterdiskutieren wollen. Aber welche Art von “Argumenten” soll schon von jemandem kommen, der billigen Populismus als “qualifizierten Beitrag” tituliert…
Es scheint in einige Köpfe nicht hineinzugehen, dass “Urlaub” und “unterrichtsfreie Zeit” nicht deckungsgleich sind. Was man in den “Ferien” so treibt, habe ich bereits geschildert.
Ein weiteres Charakteristikum des Lehrerberufs ist zudem, dass man nie mit etwas fertig ist. Man kann nicht nach der Arbeit heim kommen, die Füße hochlegen und sich denken “so, für heute habe ich nichts mehr zu tun”. Das habe ich im Studium bei Mercedes am Band wirklich genossen. Geld zu verdienen ohne die Arbeit mit heim zu bringen. Für Lehrer gibt es IMMER etwas zu tun. Und wenn es die Anrufe der Eltern vorzugsweise ab 20 Uhr sind.
Man hat im Referendariat gelernt, dass wirklich perfekte Stunden mitunter zwei, drei Tage Vorbereitung benötigen. Diese Zeit hat man sicher nicht mehr, aber man (zumindest ich) würde gern noch besseren Unterricht machen als es zeitlich möglich ist. Aber aufgrund der vielen Verpflichtungen, deren Umfang die Schwätzer hier im Forum nicht erkennen wollen, bleibt für wirklich guten Unterricht keine Zeit. Wenn ein “normaler” Arbeitnehmer im Betrieb etwas Kopieren geht, dann ist das natürlich Arbeitszeit. Wenn er seinen Schreibtisch aufräumt bzw. seine Unterlagen sortiert auch. Wenn er mit sich mit seinem Kollegen über dienstliche Themen austauscht = Arbeitszeit. Konferenzen finden natürlich auch nur für Lehrer in der “Freizeit” statt, denn diese beginnen ja nach 13:00 Uhr…
Ich möchte mal die Pädis und Björs dieser Welt sehen, wie sie eine Doppelstunde Oberstufenunterricht vorbereiten und durchführen. Schulbücher aufschlagen lassen? Klar, wenn es denn welche geben würde. Schon einmal Klausuren korrigiert und mit Gutachten versehen? Schon mal 27 Leute in einem Kurs unterrichtet? Die 40 Stunden pro Woche im Durchschnitt fallen bei jedem Lehrer schon locker in die Woche, am Wochenende, wenn der Großteil der Arbeitnehmer die Füße hochlegt geht es für die meisten Lehrer aber weiter. Die Korrekturzeit eines Gymnasiallehrers liegt bei etwa 1000 Stunden im Jahr. Wer in Mathe aufgepasst hat, kann ja mal ausrechnen, wie viele Arbeitswochen das sind. Aber jetzt kommen sicher wieder qualifizierte Argumente, die das Gegenteil “beweisen”...
Neben der reinen Arbeitszeit sollte man auch die Belastung berücksichtigen, welche sich nicht in Minuten berechnen lässt. Als Lehrer ist man von kurz vor 8 bis 13 Uhr und länger immer präsent. Man kann sich keine Auszeiten nehmen. Zwischen 22 und 33 Schüler verlangen ständig nach Aufmerksamkeit, was ihr gutes Recht ist. Aber wie anstrengend das ist, können nur wenige nachvollziehen. Wenn mich jemand fragt, ob ich Spaß an der Arbeit habe antworte ich in der Regel, dass ich den Teil in der Schule trotz der hohen Belastung gern mache, aber die Arbeit zu hause weniger. Wenn ich in die Schule gehe ist der Großteil der Arbeit schon erledigt, da die Stunden so gut es mir möglich war geplant sind. Die Arbeit, die bis zu diesem Zeitpunkt investiert worden ist, sehen (ehemalige) Schüler nicht.
Meine Frau ist Ärztin, am besten sollte sie mal den Ignoranten hier schildern, wie ein normaler Lehreralltag aussieht.

(#414) Kay Zenker meinte am 30.08.2008, 5:04 dazu:
" 

@zufrieden

sehr schulmeisterlich, aber:
Thema verfehlt. Setzen, sechs.

@Anton

Ich stimme Ihnen zu. Es gibt eine Menge Lehrerinnen und Lehrer, die aus den von Ihnen genannten Gründen diesen Beruf ergriffen haben. Und auch ich finde das nicht verwerflich, solange die/der Schüler/in dabei nicht auf der Strecke bleibt.

Es scheint allerdings auch eine gewisse Anzahl an Lehrerinnen und Lehrern zu geben, die auch in den Ferien einen Großteil der Zeit arbeiten. Ob sie das nun müssen oder nicht, ob sie eine mangelhafte Zeiteinteilung haben oder nicht, warum auch immer. Man muss das wohl respektieren. Es ist aber lange kein Grund - ich sage das hier ganz allgemein und die entsprechenden Personen mögen sich nun getroffen fühlen oder nicht - anderen gegenüber, die das aus welchen Gründen auch immer nicht tun (müssen), zu beschuldigen, sie wären schlechte Lehrer, säßen nur auf ihrer faulen Haut oder wälzten die Arbeit auf andere ab.

Es geht hier doch aber primär um die Frage wie viel wir verdienen, oder? Also raus mit der Sprache: wie viel verdient ihr Pauker?

Ich mache mal den Anfang: Ich bin fast 40 Jahre alt, habe ein volles Deputat (25 Std.) an einem baden-württembergischen privaten Gymnasium mit den Fächern Ph und M und bekomme brutto ca. EUR 53.000.-/a.  Eine Funktionsstelle beschert mir ab nächstem Monat ca. EUR 9000.- mehr (aber auch mehr Verantwortung).

Bitte sehr, jetzt kommt ihr…

(#415) Schüler meinte am 30.08.2008, 18:23 dazu:
" 

@Schulmeister:
Lassen wir Englisch mal bei Seite.
Aber Björn hat Recht, nur die Formulierung war zu hart.
Lehrer sind zwar 10 Std an der Schule aber von Ihnen werden nur maximal 5 Std Unterrichtszeit gefordert. Von den Schülern dagegen volle 10 Std Konzentration. Wenn man dann mal erschöpft ist von all dem, kommt der Satz: “Du solltest wohl früher ins Bett gehn, wenn das öfter vorkommt, benachrichtige ich deine Eltern.” Wir stehen also auch unter Druck :(.
Lehrer haben dagegen 3 Freistunden täglich im Schnitt und könnten in der Zeit alles korrigieren. Wir hatten direkten Einblick ins Lehrerzimmer von unserem Zimmer. Wenn wir bei Vertratungsstunden mal heraus geschaut haben, sahen wir Lehrer beim Kuchen essen, Kaffee trinken, gelacht, manche haben kopiert und andere ein Buch gelesen. Nicht einer hat korrigiert. Ich weiß nicht, wie Sie Ihre Freistunden verbringen, aber es wäre genug Zeit um einen Großteil zu korrigieren. Außerdem haben Sie 2 Wochen Zeit für eine Ex/Schulaufgabe/Klausur usw.
Schüler kommen um 17 Uhr nach Hause, müssen Lernen und Hausaufgaben machen. Und Jeder Mensch muss Essen usw.  Da bleibt an einem 10 Std Tag keine Chance mehr für ein Hobby oder Sonstiges. Lehrer müssen natürlich auch Tests erstellen und sich im Buch erkunden was sie am nächsten Tag unterrichten wollen und wie sie es vortragen. Aber wir sind 10-18 Jahre alt und Sie 29-67 Jahre alt. Wir wollen auch unsere Freizeit und nicht ständig unter Druck stehen.

(#416) Yawn meinte am 30.08.2008, 21:40 dazu:
" 

@ Schüler, der, wie er in #391 angibt, 14 Jahre ist und demnächst 15 und männlich wird:

Lieber Schüler,
ich entnehme Deinen Aussagen, dass Du ein Gymnasium besuchst. Um nicht vollkommen traumatisiert ins Erwachsenen- und Berufsleben zu starten empfehle ich Dir ein frühestmöglichen Schulwechsel. Beginne nach einem Haupt- oder Realschulabschluss eine Lehre, dann bist Du aus der Schule zumindest soweit raus, wie die Berufsschulpflicht nicht greift.
Solltest Du nach einigen Jahren feststellen, dass nun etwas Weiterbildung angebracht wäre, und sich auch in der Arbeitswelt nicht alles nach Deinen Wünschen richtet, kannst Du jederzeit jeden Abschluss nachmachen. Das ist in der Regel mit finanziellem Aufwand verbunden und somit auch “was wert”; außerdem sind die Lernbedingungen im Bereich des Unterrichts der Erwachsenenbildung erheblich besser, da sich dort viele Freiwillige befinden, die ebenfalls dafür Geld bezahlt haben und den Unterricht nicht ständig in Frage stellen und durch Störungen aufhalten. Du wirst merken wie toll es ist, mit interessierten Menschen zu arbeiten.

Ich wünsche Dir:
1. viel Erfolg in der Zukunft
2. eine weiche Landung in der Realität des (Berufs-)Lebens!
3. Einen Beruf, in dem Du nur gelobt wirst und jedem alles recht machen kannst.
4. dass Du nicht auf die Idee kommst, doch Lehrer zu werden, um aus Idealismus die Welt zu retten und an den Schülern das gut zu machen, was an Dir in Deiner schweren Schulzeit verkorkst wurde. Das haben schon viele andere vor Dir erfolglos versucht.

(#417) Schulmeister meinte am 31.08.2008, 12:47 dazu:
" 

@Kay Zenker und Schüler
Was Lehrer verdienen ist in diesem Forum ja nun schon mehrfach gesagt worden. Es ist ja auch kein Geheimnis, da es die Tabellen für Ost und West im Netz gibt. Auf der Seite www.oeffentlicherdienst.info kann man für alle Bundesländer und Gehaltsstufen das brutto und netto Gehalt einsehen. Ich mit 31 Lenzen bekomme als Gymnasiallehrer jetzt NETTO und ohne Kirchensteuer plus Vermögenswirksame Leistungen und abzüglich PKV ca. 2410,- Euro.
Ob Björ Recht hat, kannst Du leider bzw. offensichtlich nicht beurteilen. Die Belastung von Schülern und Lehrern kann man zudem nicht vergleichen. Natürlich denken Schüler, sie wären hoch belastet, aber spätestens im Studium merken sie, wie viel Freizeit sie hatten. Der nächste Schub kommt im Examen und - sofern man Lehrer wird - kommt das dicke Ende im Referendariat. Und nebenbei erwähnt, 5 Stunden zu unterrichten ist sicher anstrengender als 10 Stunden unterrichtet zu werden. Das kann ich aus eigener Erfahrung sagen, denn so lange ist das noch nicht her. Abschalten kann ein Lehrer zwischendurch nämlich nicht (übrigens unterrichten Lehrer auch bis zu 8 Stunden durchgehend, u.U. sogar länger). Aber auch ich hatte als Schüler eine ähnliche Meinung über Lehrer, obwohl schon meine Frau Mutter Lehrerin war/ist und ich zuhause gesehen habe, was sie zu tun hatte. An Deiner Meinung ist also diesbezüglich nichts Verwerfliches.
Was das Korrigieren in Freistunden angeht, solltest Du Dich weniger weit aus dem Fenster lehnen. Das ist eine schwierige Sache, zumindest, was Klausuren angeht. Dafür braucht man 1. Platz, den man nicht hat, denn die durchschnittliche Größe des Arbeitsplatzes ist vielleicht die von einem bis max. zwei DIN A4 Blättern, 2. viel Zeit am Stück, da man sich einlesen und einarbeiten muss und 3. Material bzw. Unterlagen, die aufgrund von Punkt 1 keinen Platz haben. Anzunehmen bzw. zu behaupten, dass man den “Großteil” in Freistunden korrigieren könnte ist einfach lächerlich. Da sieht man mal wieder, dass Schüler bzw. Ex-Schüler keine Vorstellung vom Umfang der Korrekturbelastung haben. Ich habe ja oben geschrieben, dass das am Gymnasium rund 1000 Stunden im Jahr sein können (wenn man so genannte “Korrekturfächer” unterrichtet). Ich würde ohne zu zögern bis 16 Uhr in der Schule bleiben (das habe ich Ausland schon getan), wenn mir ein vernünftiger Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt würde. Das würde nämlich auch viel Geld für Strom, Öl, Einrichtungsgegenstände und Benzin (wg. Fahrgemeinschaften) sparen und ich hätte zuhause ein weiteres (Kinder?)Zimmer übrig. Außerdem würde dann nämlich endlich ein Teil der Schwätzer verstummen. Dass man dann trotzdem daheim noch arbeiten müsste, würden sie aber sicherlich erst recht nicht glauben. Wahrscheinlich hieße es dann aber trotzdem noch, wir würden eben NOCH LÄNGER Kaffeetrinken und Lachen…
Zudem gibt es in Freistunden viele Dinge zu erledigen und zu organisieren (Gespräche mit der Schulleitung, Elternbriefe, Kopieren,...), wozu “Pausen” nicht reichen, zumal auch noch Aufsicht geführt werden muss. Warum kommen Lehrer wohl oft zu spät in den Unterricht? Weil sie noch etwas besprechen müssen, wozu die “Pause” nicht gereicht hat. Allein ein Raumwechsel über das Lehrerzimmer benötigt in der Regel mehr als 5 min. 15 min “Große Pause” reichen vielleicht, um sich mal 5 min hinzusetzen…

(#418) Schüler meinte am 04.09.2008, 0:49 dazu:
" 

Lehrer haben mehr zu tun als Schüler, das ist klar. Wäre es andersherum, wäre es ziemlich beängstigend.
Aber in unserm Alter hat man schon einiges um die Ohren (Pubertät). Das streite ich nicht ab. Wenn man dann noch unter starken Druck gesetzt wird von der Schule, wächst einem alles manchmal über den Kopf.
Mein Tagesplan ist (an einem 6 std-Tag):
- 6 Uhr Aufstehn
- 8:15 - 13:15 Uhr Schule
- 14:30 Uhr Essen
- 15:00 Nachhilfe
- 16:30 Uhr Krankengymnastik
- 17:15 - 19:15 Uhr Hausaufgaben + Lernen
- 19:30 Uhr Essen
- 20:00-22:00 Uhr ggflls Training
- 22:30 Duschen
- 23:00 Uhr Bett

Falls ich mal keine Nachhilfe habe oder Krankengymnastik habe ich lange Schule oder finde kurz Zeit für den PC.
Ich finde nur selten Zeit mich hinzusetzen und wenn das im Studium noch schlimmer wird.. :( ..

Sie meinten bei Ihnen wäre Schule auch noch nicht lange her. Aber es hat sich einiges geändert. Meine Cousine hat vor 4 Jahren Abitur gemacht. Als ich sie bat mir bei Stochastik, Termfunktionalitäten, Latein Gerundium, Deutsch erörterung usw zu helfen, dachte sie ich veräppele sie. Das war damals alles Oberstufenstoff.
Die Ansprüche sind aber nur geringfügig unterschiedlich.
Das mit dem Kaffee trinken und so weiter finde ich ja auch nicht so schlimm. Die Arbeit soll ja auch Spaß machen und Kontakte gepflegt werden. Wir als Schüler sind in unsern Freistunden ja auch nicht besser. Wir machen auch nur selten Hausaufgaben, meist die, die schnell gehen oder man keine Ahnung vom Stoff hat und Andere um Hilfe bittet.
Nur Hausaufgaben und Lernen fällt auch bestimmt nicht weit unter 500 std im Jahr.
Aber den Rest der Freistunde sitzen wir gemütlich in der Sonne und reden.
Aber die Arbeit kommt dann zu Hause, aber wir wollten es in dem Moment so.

Die Pausen stelle ich mir auch nicht grad besonders entspannend für Lehrer vor. Bei uns kommen die Lehrer immer zu spät, weil wir so eine große Schule sind und da der Weg total lang und voller Schüler ist, die noch etwas von den Lehrern noch etwas wissen möchte.

Noch eine Frage: Warum würde es Geld für Strom, Öl usw. sparen wenn die bis 16 Uhr in der Schule bleiben?

(#419) Schulmeister meinte am 04.09.2008, 20:38 dazu:
" 

Das Geld würde man sparen, weil man zuhause kein Büro mehr bräuchte, dass man zudem nicht mehr von der Steuer absetzen kann. Der Raum muss dann ja auch nicht mehr geheizt werden und ich müsste den Strom für den PC und Kopierer nicht mehr zahlen.
Den Vergleich zu früher kann ich ganz gut anstellen, weil mein kleiner Bruder noch zur Schule geht.

(#420) Mister M. meinte am 06.09.2008, 18:07 dazu:
" 

@Schüler:
“Meine Cousine hat vor 4 Jahren Abitur gemacht. Als ich sie bat mir bei Stochastik, Termfunktionalitäten, Latein Gerundium, Deutsch-erörterung usw zu helfen, dachte sie ich veräppele sie. Das war damals alles Oberstufenstoff.”

Bitte immer dran denken: Es ist nicht die “Boshaftigkeit” der Lehrer, dass ihr das alles machen müsst. Die Inhalte werden (bildungs-)politisch vorgegeben. Lehrer und Schüler sind in diesem Sinne beide nur “Befehlsempfänger”. Das Kultusministerium sagt dem Lehrer: “Du musst das und das unterrichten”, der Lehrer sagt daraufhin dem Schüler: “Du musst das und das Lernen”. Insbesondere am Gymnasium, dass bekanntermaßen das Abitur zum Ziel hat, besteht durch das Zentralabitur und das nur noch 8-jährige Gymnasium keine “Ausweichmöglichkeit” mehr: Wenn die Lehrer nämlich nicht darauf achten, alles Vorgegebene im Unterricht zu behandeln, schreiben die Schüler möglicherweise ein schlechtes Abitur und bekommen ihren Wunsch-Ausbildungs- oder -Studienplatz nicht. Was diese dann wiederum ihren Lehrern vorwerfen.
Die Schüler zu “Lernmaschinen” umzufunktionieren, die möglichst schnell ausbildungs- und studienbereit sind, damit Deutschland “international wettbewerbsfähig” bleibt, ist keine Idee, die von den Lehrern im Lehrerzimmer bei einer Tasse Kaffe ausgedacht wurde.

(#421) N. meinte am 09.09.2008, 11:42 dazu:
" 

Hallo zusammen,
partiell habe ich hier einige Kommentare gelesen und bin - zugegeben - doch sehr erschrocken darüber, wie wenig Ahnung Nicht-Lehrer und Schüler von der tatsächlichen Arbeitszeit eines Lehrers haben. Da ich auch mit einer meiner Deutschklassen eine ähnliche Diskussion geführt habe, habe ich mir damals die Mühe gemacht, ein kleines Rechenbeispiel aufzustellen, das ich hier gerne wiederholen möchte:
Ich bin Deutsch/Bio/NWA-Lehrerin an einer Realschule in BW mit vollem Deputat (und im Angestelltenverhältnis - Gehaltsneid ist also überflüssig). Ich habe vier Deutschklassen, die, im Schnitt, mit je 31 SchülerInnen besetzt sind. In jedem Schuljahr müssen im Kernfach Deutsch mindestens 4 Klassenarbeiten geschrieben werden.
Wenn ich gut bin, d.h. konzentriert arbeiten kann und gut vorwärts komme, brauche ich im Schnitt pro Klassenarbeit (von einem Schüler) 1,5 Stunden an Korrekturzeit. Das bedeutet, für die Korrektur einer Klassenarbeit Deutsch in einer Klasse benötige ich ungefähr 46,5 Stunden. Jetzt wird aber - wie bereits erwähnt - nicht nur eine, sondern vier Arbeiten geschrieben. 46,5 Stunden mal 4 macht 186 Stunden. Schon ganz ordentlich, aber nur für eine Klasse gerechnet. Daher: 186 Stunden mal 4 (da vier Klassen) sind 744 Stunden reine Korrekturzeit für Klassenarbeiten in Deutsch! Da ist die Korrektur von Hausaufgaben, Lesetagebüchern, GFS-Arbeiten, Heftführung, etc. noch nicht mit drin. Geschweige denn die Unterrichtsvorbereitung. Oder mein zweites Fach NWA, dass zwar nicht ganz einen so hohen Korrekturausfwand mit sich bringt (aber ebenfalls Kernfach ist und damit die Vorgabe “mindestens vier Klassenarbeiten” auch erfüllt werden muss), dafür aber ungemein mehr an Vorbereitungszeit beansprucht, da ich hier besonders viel praktisch arbeiten lasse und daher viele Experimente und Versuche ausarbeiten und - vor allem - vorher auch mal durchführen muss…

(#422) Schüler meinte am 09.09.2008, 18:39 dazu:
" 

@Mister M:
Das was ich bezüglich über den Stoff der jetzt schon drankommt und nicht, wie früher, in der Oberstufe sollte nur verdeutlichen, dass wir es sehr früh äußerst schwer haben, was früher anders war wink. Aber bestimmt war Ihre Schulzeit auch kein Zuckerschlecken.

@Schulmeister:
Versuchen Sie es umzusetzen, viel Glück dabei aber ich befürchte Sie werden da gegen eine Wand rennen.
Da sie gut vergleichen können, merken Sie doch, dass das Niveau in kurzer Zeit sehr gestiegen ist. Vor allem durch das G8.

@ N.:
Für Schulaufgaben in Deutsch bekommt man 3 Wochen Zeit, für andere Schulaufgaben 2 Wochen. Dann ist warscheinlich keine großer Trost, aber Sie können sich die Zeit (etwas) besser einteilen wink.
Aber Deutsch ist auch so ein Korrekturfach, das ist bestimmt auch nicht so toll so lange zu dazusitzen und zu korrigieren.

(#423) Schulmeister meinte am 11.09.2008, 15:58 dazu:
" 

@ Schüler

Das Niveau ist ganz sicher nicht gestiegen, da ja die Abiturientenzahlen immer weiter ansteigen. Die Schüler werden ja nicht intelligenter. Es wird eher eine Illusion aufgebaut. Natürlich wird in den 12 Jahren nicht genauso viel Stoff durchgenommen wie in 13 Jahren, es wird an allen Enden und Ecken gekürzt. Natürlich steigt die Wochenstundenanzahl, aber nicht der Schwierigkeitsgrad. Es werden immer mehr Schüler bis zum Abi durchgeschleppt, die früher schon lange vorher die Schule hätten verlassen müssen. Und genau das ist das große Paradoxon: Es werden mehr Spitzenkräfte gefordert, aber das Niveau sinkt und sinkt. Das bestätigen mir auch meine eigenen ehemaligen Lehrer und jetzigen Kollegen.

(#424) Schüler meinte am 19.09.2008, 23:41 dazu:
" 

Die Stundenzahlen wachsen auf 38 Schulstunden die Woche hinaus, es werden ohne Rücksicht Hausaufgaben an 10-StundenTagen aufgegeben und es wird erwartet, dass man lernt und alles kann am nächsten Tag. Wenn man einmal den Stoff nicht versteht, wird einfach weiter gemacht und mann muss es mit teurer Nachhilfe aufholen. Die Klassenzimmer werden bis auf den letzen Platz mit Schülern gefüllt. (Die Anzahl der Abiturienten ist so hoch, weil es immer mehr Schüler auf das Gymnasium gehen). Das Kultusministerium erschwert uns immer wieder alles (Bsp: Exen von einem auf den anderen Tag über 2 Schulstunden statt nur über die letzte). Wir müssen schon in der 8ten spätestens 9ten Klasse mitnotieren statt von der Tafel abzuschreiben.
Das Niveau sinkt, weil die Schüler in jungen Jahren psyichisch auf harte Zerreißproben gestellt werden.
Warum haben schon Grundschüler burn outs?! Mit jungen 7 Jahren!
Im Gymnasium fallen oft viele Schüler aus, weil sie Angst vor der Schule haben und/oder dem Druck nicht stand halten können.
50% der Schüler fühlen sich stark überfordert. Das bedeutet, jeder Zweite! Eine Minderheit sagt, dass sie nicht überfordert sind.
Bei uns heißt es mittlerweile nicht mehr Schule, sondern survival-training, ab und zu hardcore-survival-training.
Ich würde gern einmal die Kultusminister ein Jahr ins bayrische G8 schicken. Vielleicht würden sie es dann merken.

(#425) Schulmeister meinte am 21.09.2008, 13:14 dazu:
" 

“Die Anzahl der Abiturienten ist so hoch, weil es immer mehr Schüler auf das Gymnasium gehen.”

Das ist ja das Problem. Wie erreicht man denn, dass mehr Schüler auf das Gymnasium gehen? Indem man die Anforderungen herunterschraubt. Anders geht es doch gar nicht, da ja die Kinder wie gesagt nicht intelligenter werden.
Natürlich steigt der zeitliche Aufwand (an Wochenstunden) bei der Verkürzung auf 12 Schuljahre, aber schlussendlich wird auch hier Stoff weggelassen.
Dass Du das als Schüler anders siehst, ist aber nachvollziehbar.

Natürlich fühlen sich die Schüler überfordert, wenn man sie fragt. Schliesslich bekommen sie auch mit, was in den Medien verbreitet wird. Bei uns ist jetzt erstmals keine Italienisch-Klasse zustande gekommen, weil Eltern und Schüler der Meinung waren, es sei zuviel Mehraufwand. Letztes Jahr war das noch kein Problem, obwohl beide Jahrgänge nach 12 Jahren Abitur machen…

(#426) Physiker meinte am 25.09.2008, 12:28 dazu:
" 

Hallo miteinander,
ich habe in diesem Forum schon einiges gelesen und denke, dass ich hier richtig bin. Ich habe ein paar Fragen bezgl. eines Quereistiegs.
Bin von Beruf Diplom Physiker, 37 Jahre alt und momentan in der Forschung tätig. Da ich sehr früh mein Studium abgeschlossen habe, habe ich mittlerweile 14 Jahre Berufserfahrung. Seit längerem überlege ich mir ernsthaft, mich für den Lehrerberuf zu bewerben (in BW).
Nun meine Fragen:
1.) Wie läuft so ein 2?-jähriges Referendariat ab?
2.) Was verdient man in dieser Zeit?
3.) Muß man sich verbeamten lassen, wenn man das Angebot bekommt, oder kann man dies auch ablehnen?

Viele Grüße.

(#427) Schulmeister meinte am 25.09.2008, 20:17 dazu:
" 

Zunächst ist es wichtig zu wissen, welches Lehramt Du anstrebst bzw. ob Du einen FH- oder Uni-Abschluss hast. Davon hängt dann auch ab ob Du 2 Jahre oder nur 1,5 Jahre Referendariat machen musst.
Als Referendar bist Du Beamter auf Widerruf und verdienst je nach Lehramt zwischen 800 und 950 Euro netto. Das Referendariat selbst kann sehr unterschiedlich aussehen. Erkundige Dich am besten und www.referendar.de über die verschiedenen Seminarorte. Ich selbst war heilfroh als ich meine Zuweisung bekam und schlussendlich war es der größte Reinfall, da wir dort ein vielfaches an Unterrichtsbesuchen hatten und Anforderungen, von denen die Nachbarseminare noch nie etwas gehört hatten - mit der Folge, dass wir viel schlechtere Noten und viel mehr Durchfaller hatten bzw. haben.

(#428) incognito meinte am 25.09.2008, 21:01 dazu:
" 

Ich kann dir nur für Bayern Auskunft geben.
1) (falls bei Quereinsteigern das Referendariat genauso aussieht wie bei den anderen) ein halbes Jahr an der Seminarschule betreuter Unterricht, ein Jahr fast selbständiger Unterricht an einer Einsatzschule, ein letztes halbes Jahr zurück an der Seminarschule mit Prüfungen
2)900-1000 Euro pro Monat
3)Wieso solltest du es ablehnen verbeamtet zu werden? Ich glaube, dass das schon geht, würde dies im Hinblick auf deine Altersversorgung niemals tun. Rente ist um 700-900 Euro weniger als die entsprechende Alterspension!

(#429) Physiker meinte am 29.09.2008, 12:48 dazu:
" 

Vielen Dank für eure Infos!
Ich habe einen FH Abschluß in allgemeiner Physik, und strebe an, an einem Gymnasium Physik und Mathematik zu unterrichten. Ich hoffe das geht. an einer Berufsschule würde ich ungern unterrichten, da ich begeisterter Physiker bin, und vielleicht auch insgeheim hoffe, durch meinen Unterricht den einen oder anderen für ein Physikstudim begeistern zu können.
Wegen der Nichtverbeamtung: Da ich in der Vergangenheit sehr gut verdient habe, war ich auch immer an der Beitragsbemessungsgrenze für meine RV. Daduch hab ich mir bis dato schon einen relativ hohen Rentenanspruch erarbeitet. Ich glaube, daß diese Ansprüche bei einer Beamtenpension verrechnet würden, deshalb könnte ich duch die Verbeamtung im Rentenalter schlechter dastehen. Als Beamter hat man zwar eine tolle Jobsicherung bzw. allgm. Absicherung bzgl. Arbeitsunfähigkeit etc., aber das brauch ich nicht. Bin gut abgesichert und mach mir auch keine Sorgen evtl. auch noch mit 55 einen Job als Physiker bzw. Ing. zu bekommen (bei der Anzahl von Studenten in dem Bereich…:-)))

(#430) unterbezahlte Kollegin meinte am 10.10.2008, 23:12 dazu:
" 

Warum sollen Beamte nicht endlich einmal nach Leistung bezahlt werden. Ich bin im Angestelltenverhältnis, leiste genauso viel und bekomme weniger Gehalt. Abgesehen davon, muss ich feststellen, dass, wenn man einen Schwerbehindertenausweis hat, es sich doch ganz gut in diesem Sysytem leben lässt. Man bekommt volle Stundenzahl bezahlt, leistet aber noch nicht einmal die Hälfte! Ich bin ziemlich sauer!!

(#431) Schulmeister meinte am 12.10.2008, 10:51 dazu:
" 

Dass Angestellte zu schlecht bezahlt werden, ist eine Tatsache und ein Skandal. Aber zumindest in Nds. ist die Wochenarbeitszeit um 2 Stunden geringer als jene der Beamten.

(#432) Mira meinte am 13.10.2008, 21:49 dazu:
" 

(bezieht sich vor allem auf frühere Artikel)
Hallo an alle,
also ich muss sagen, nachdem, was ich hier bisher alles gelesen habe, bin ich echt frustriert.

Ich bin Studentin um mache im Moment mein Schulpraxissememster an einem Gymnasium in Baden-Würtemberg (Ich bekomme dafür kein Geld!!). Und ich muss sagen: Es ist unglaublich anstrengend. Soviel, wie in diesen ersten 5 Wochen, bin ich glaub´ich noch nie gerannt. Man unterschätzt diesen Beruf total.

Als Schüler bekommt man nicht mit unter welchem Druck Lehrer (vor allem wahrscheinlich junge) stehen und dabei hab ich noch nicht mal eine eigene Klasse und muss mich noch nicht ernsthaft mit Eltern auseinander setzen. Es gibt so viele Dinge, die man als Schüler nicht sieht, vor allem, dass hinter dem Lehrer eine Person steckt, die doch eigentlich nur das beste will (sollte zumindest so sein), es aber nicht allen recht machen kann, weil sie doch einfach auch nur menschlich ist. Aber das Schüler das nicht sehen können ist auch gut so, denn damit könnten sie und wollten sie auch gar nicht umgehen.
Trotzdem, auch wenn ich in diesen paar Wochen auch die Schattenseiten miterlebt habe, ist es genau das was ich machen möchte. Denn die positiven Dinge überwiegen und genau die sollte man dabei doch viel eher heraustellen.
Frustriert, bin ich deshalb, weil genau solche Diskussionen einem das Gefühl geben, sich ständig für seinen Beruf rechtfertigen zu müssen. Und genau das will ich nicht! Ich mache das aus Leidenschaft und möchte die für diesen Grund nicht aufgeben, denn ich stelle mir dieses ständige Rechtfertigen echt anstrengend vor. Das ging mir ja schon so, bevor ich überhaupt anfing richtig zu studieren. “ah, Lehramt…was auch sonst”
Also Leute, seid doch froh, dass es Menschen gibt, die diesen Job gerne machen (auch für weniger Geld)!! Also ich hab vor der Arbeit riesen Respekt!

(#433) TheBoss meinte am 13.10.2008, 23:48 dazu:
" 

Ich glaube viele Lehramtsstudenten wie ich stellen sich immer wieder die Frage ob der Beruf Lehrer nicht doch zu schwach entlohnt wird.
Man muss ja bedenken dass man 1,5 Jahre Arschlecken hat für 1500€ + eine Lehrprobe die eigentlich nur Theater ist, auf dies leider soviel ankommt wie der UniAbschluss.
Und dann nur 2800 Ökken und zwar BRUTTO
Was davon netto bleibt sagen die Lehrer nicht weil sie sich grün ärgern…
naja heute quält mich auch wieder die Frage ob Chemie Dipl. doch nicht die lukrativere Wahl gewesen wär

(#434) lehrerwielangenoch? meinte am 14.10.2008, 0:56 dazu:
" 

Die Diskussion hier ist vielfältig.
Wer aber, der hier diskutiert, engagiert sich für die Lehrerlobby? Sei es als Gewerkschafter für halbwegs sinnvolle Lehrergehälter, sei es in der Kommunalpolitik für sinnvolle Ausstattungen oder oder.
Ich habe als Ausländerin diesen Sommer die Anerkennung für mein ausländisches Lehramt erhalten - nach 24-monatigem Anpassungslehrgang.
Für Sek-I wurde mir A12 angeboten - in NRW, das sich beklagt, zu wenige Lehrer zu haben.
Ich habe zwei akute Mangelfächer, mich an 9 Schulen beworben, 2 Absagen, von 7 Schulen gar nichts gehört.
Und in diesem Apparat sollen wir Schülern beibringen, wie man sich benimmt?
Die totale Verarschung.
Ich kann nur sagen: Auswandern, den Markt austrocknen.
Und zu RLP und Hessen: Die Schulpolitiker dort machen das einzig Richtige: mit etwas besserer Bezahlung und längerer Verbeamtung (die eigentlich volkswirtschaftlicher Blödsinn ist) den Lehrern eine halbwegs angemessene finanzielle Basis zu bieten.
Vielleicht merken es dann die Sparländer doch noch eines Tages.

Ihr merkt es: Ich bin wütend und wünsche den Schulpolitikern, dass die schlecht ausgebildete Bevölkerung ihnen in 10, 20 oder 30 Jahren ihre Ruhegehälter ganz einfach nicht mehr bezahlen können!!!

Also: Engagiert Euch - und sei es nur im Auswandern in Richtung einer besseren Infrastruktur oder einer besseren Bezahlung!

(#435) Schulmeister meinte am 15.10.2008, 18:51 dazu:
" 

@The Boss
1500 Brutto gibt es im Referendariat nicht, sondern max. 1052 Euro (an Gymnasien und Berufsschulen).
Was Netto übrig bleibt ist nun wirklich kinderleicht herauszufinden.  Entweder, man konsultiert einen der unzähligen Brutto-Netto-Rechner aus dem Netz und deaktiviert die Sozialversicherung sowie die Rentenzahlungen oder man geht gleich zu www.oeffentlicher-dienst.info . Es gibt wohl kaum eine Berufsgruppe, deren Gehälter so offen liegen wie bei Lehrern bzw. Beamten…

@lehrerwielangenoch
Man sollte die Kirche mal im Dorf lassen. A12 für Sek I ist in vielen Bundesländern die Regel. Auch kann man nicht erwarten, dass man seinen Abschluss direkt anerkannt bekommt, schließlich muss man in Dtl. auch 18-24 Monate ins Referendariat. Und Mangelfächer sollten nichts mit der Bezahlung zu tun haben, das würde ja jedes Kollegium sprengen.
Und warum sollte man auswandern? Lehrer in Dtl. verdienen mehr als in den meisten anderen europäischen Ländern (wie viele andere Berufsgruppen auch)
Und was bitte ist “eine längere Verbeamtung”? Natürlich gibt es Bundesländer, die Realschullehrern A13 bezahlen, das wiederum ist aber den Gymnasiallehrern nur schwer zu vermitteln, denn schließlich haben die eine längere, voll wissenschaftliche Ausbildung und ein längeres Referendariat. Dann müsste der Gerechtigkeit halber das Gehalt der Gymnasiallehrer von 13 auf 14 angehoben werden.

(#436) lehrerwielangenoch? meinte am 16.10.2008, 22:44 dazu:
" 

Lieber Schulmeister
Ich spreche hier von NRW. Von A13 auf A12 reduziert. Mit dem wundervollen TV-L wurden die Gehälter neuer Angestellter faktisch um ca. 15% gekürzt.
Da muss einer ein schöner Idiot sein, nicht wenigstens nach RLP, Hessen oder anderswohin auszuwandern.
Probieren wir doch einmal aus, wie schnell das Geschrei losgeht, wenn wir unsere Arbeit auch um 15% reduzieren. Angemessen wär’s!!! V.a. wenn rundherum die Gehälter hinauf gehen.
Das mit der “längeren Ausbildung” in Deutschland ist übrigens ein weitverbreiteter Irrtum.
Es gibt ausserhalb D’s Länder, in denen seit Jahrzehnten für die Zulassung zum Pädagogikstudium Eignungshürden zu bestehen sind.

Aber wie ich schon früher einmal sagte: So lange sich die Lehrer gegenseitig zerfleischen anstatt endlich zusammenzuhalten (und sei es nur, indem sämtliches Schulmaterial konsequent in der Schule gelagert würde, auf der Materialgestellung (Folien, Stifte, etc.) durch den Arbeitgeber bestanden würde oder der unsittliche Verzicht auf Kostenübernahme von Klassenfahrten durch den Arbeitgeber wie von der GEW empfohlen angefochten würde, etc.) geschieht es ihnen eigentlich recht, wenn sie wie Weihnachtsgänse behandelt werden!
Deshalb arbeite ich konsequent in Richtung Weiterbildung off school - damit ich auch mit 50 nicht auf die Schule angewiesen bin.
(Anmerkung: Ich bin sehr gerne Lehrerin, aber auffressen lasse ich mich nicht, v.a. nicht für ein Gehalt, das ich mit wesentlich weniger Stress - nicht zu verwechseln mit Anstrenung - anderswo auch bekommen kann)

(#437) Schulmeister meinte am 17.10.2008, 11:36 dazu:
" 

“Es gibt ausserhalb D’s Länder, in denen seit Jahrzehnten für die Zulassung zum Pädagogikstudium Eignungshürden zu bestehen sind.”

Das gibt es bei uns auch. Und nenn mir bitte (ernst gemeint) mal ein Land, in dem es durchschnittlich 8-9 Jahre (oder länger) dauert, bis man in den Schuldienst kommt. Ich selbst war in Australien an einer Schule, da dauert es 4 (!) Jahre. Die stehen mit 21 im Klassenraum…
Über TVL oder angestellte Lehrer im Allgemeinen müssen wir nicht reden (hast Du übrigens auch nicht). Natürlich werden die zu schlecht bezahlt. Aber wer A12 bekommt, kann davon schon leben. Es gibt sicher eine Reihe von Missständen, aber die hast Du vorher gekannt, daher können Stifte und Folien nicht der Grund sein, den Dienst zu quittieren. Im übrigen gibt es bereits ein Verwaltungsgerichtsurteil aus Mainz zu den Lehrmaterialien. Da könnte sich bald etwas tun.
Wenn Lehrer nicht anfangen zusammenzuhalten? Dann tu doch etwas dagegen bzw. dafür anstatt hier rumzuheulen und die Lehrer, die weiterhin hier arbeiten wollen als “Weihnachtsgänse” zu beleidigen.
ICh kann Frust im Lehrerberuf wirklich shr gut nachvollziehen, nicht aber diese übertriebene Reaktion von jemanden, der erst kürzlich die Anerkennung seines ausländischen Studiums beantragt hat. Natürlich ist es bitter, “nur” A12 statt A13 zu bekommen, aber alle anderen Sachen wusstest Du doch vorher! Und meiner Meinung nach ist A12 vergleichsweise (!) eine angemessene Bezahlung für die Sek I. Dieses Schicksal teilst Du mit tausenden von Kollegen.
Darüber hinaus weißt Du über die angestellten Lehrer hier bescheid. Die würden A12 mit Kusshand nehmen. Was sollen die tun, da sie noch weniger als Du bekommen? Sich gleich den Strick nehmen oder was?

P.S.: Niemand kann Dich zwingen, eine Klassenfahrt durchzuführen, wenn Du diese nicht bezahlt bekommst. Dann lass es doch einfach und setz ein Zeichen.

(#438) Jessejames meinte am 17.10.2008, 14:57 dazu:
" 

@lehrerwielangnoch

sehr witzig, hihihi, die Arbeitszeit um 15 % reduzieren.
Würde nicht auffallen wenn die Lehrerschaft noch ein paar Stunden weniger “anwesend” wären

(#439) lehrerwielangenoch? meinte am 17.10.2008, 20:03 dazu:
" 

Zuerst zu JEssejames:

Liebe(r) Jessejames
Lehrer unterrichten je nach Schulform zwischen 24 und 28 Stunden wöchentlich. Das scheint nicht viel. Die reale Arbeitszeit auf eine volle Stelle liegt jedoch sogar bei meinen “faulsten”, “bestorganisierten”, “korrekturärmsten Fächer unterrichtenden” oder wie auch immer genannten LehrerkollegInnen klar über derjenigen von Schreibtischangestellten im öff. Dienst.
Die meisten aber arbeiten regelmäßig 50 oder mehr Stunden/Woche und verwenden einen großen Teil der unterrichtsfreien Zeit (die korrekte Bezeichnung für die so oft umstrittenen Urlaubszeiten) für Nacharbeit, Vorbereitung, Weiterbildung sowie teilweise Überzeitkompensation.
Wenn Du also die 15% so lächerlich findest, musst Du schon von ca. 50 Std./Woche Arbeitszeit ausgehen!
Aber das macht ja relational sowieso keinen Unterschied - falls Du das verstehst.

Zu Schulmeister:
Ich gebe Dir weitgehend recht. Die Gerichtsurteile (übrigens auch zu Klassenfahrten) kenne ich.
Was mich stört, ist aber genau das, dass KollegInnen (habe ich schon so erlebt) zurechtgewiesen oder unter Druck gesetzt wurden, weil sie z.B. Papier, Whiteboardmarker für ersetzte Kreidetafeln oder dgl. von der Schule forderten und abblitzten.
Erst wenn eine Schule öffentlich dafür bekannt wird, dass keine Klassenfahrten mehr bewilligt werden, nachdem alle (oder die meisten Lehrer) geschlossen auf der Kostenerstattung bestehen, wird sich etwas bewegen.
Denn eine solche Situation würde die Eltern (und gerade auch die Lehrer unter den Eltern) ganz schnell politisch aktivieren und entsprechenden Druck auf Politik und Verwaltung erzeugen.

Und hier - verzeih mir - ist das Verständnis für vorausschauendes verantwortungsvolles und aktives schulpolitisches Verhalten bei einem großen Teil unserer KollegInnen dürftig.

Und da können wir alle zusammen aktiv werden, dann wird sich sehr schnell etwas ändern. Und wenn sich weiterhin nur 10 oder vielleicht 30% aktivieren, dauert es entsprechend länger.

Noch etwas: Es scheint ein in Deutschland verbreiteter Irrtum zu sein, dass eine lange Studiendauer für Qualität bürgt.
Sicher lässt sich in 3 Jahren kein S-II-Lehrer ausbilden. Aber 8, 9 Jahre sind für ein Lehramtsstudium nun beim besten Willen vollkommen unnötig.
Und bitteschön: Wie viele Lehrer haben 1-2 Jahre infolge von N.C. oder Babypause verbracht? Die dürfen wohl eher nicht gezählt werden.

Von denjenigen KollegInnen, die zügig und gut organisiert studiert haben (über die Hälfte davon musste auch noch selber Geld verdienen), sind die meisten mit ca. 26 oder 27 mit ihrem Referendariat fertig geworden - unabhängig von S-I oder S-II.
Bei Grundschule sieht es zugegebenermaßen etwas anders aus.

(#440) Schulmeister meinte am 18.10.2008, 2:29 dazu:
" 

“Von denjenigen KollegInnen, die zügig und gut organisiert studiert haben (über die Hälfte davon musste auch noch selber Geld verdienen), sind die meisten mit ca. 26 oder 27 mit ihrem Referendariat fertig geworden - unabhängig von S-I oder S-II.”

Da muss ich Dir widersprechen (in Bezug auf das Gymnasium). Ich kenne niemanden, der mit 27 mit dem Referendariat fertig war. Ich habe mit 27,5 angefangen und es gab nur einen Mann, der jünger war (Frauen sparen ja die Zeit bei der Bundeswehr bzw. ZD). Aber als Fremdsprachenlehrer habe ich auch ein Jahr im Ausland verbracht. An meiner Schule bin ich auch der jüngste Kollegen. Als ich anfing war ich fast 30.
Sicher ist die Organisation des Studiengangs mit Schuld daran. 8-9 Semester Regelstudium sind Pflicht, aber 3 zusätzliche Prüfungssemester (so war es bei mir) sind zu viel.

(#441) Mister M. meinte am 18.10.2008, 19:54 dazu:
" 

@lehrerwielangenoch? hat vollkommen Recht mit ihren Ausführungen.

Die Solidarität unter den Kollegen und Kolleginnen ist erschreckend gering ausgeprägt. Statt gemeinsam etwas gegen die sich andauernd verschlechternden Arbeitsbedingungen zu tun, wird aufeinander rumgehackt: Der eine wird beneidet, weil er nur Sport unterrichtet, der andere weil er keine naturwissenschaftlichen Experimente aufbauen muss, der dritte, weil er kein Korrekturfach hat. Und bei Themen wie kostenlose Arbeitsmaterialien und Bücher oder Kostenübernahme für die Klassenfahrten gibt es auch keine einheitliche Linie: Viele zahlen das schulterzuckend, weil sie weder Lust haben sich mit der Schulleitung noch sich mit den Schülern bzw. Eltern anzulegen (beim Thema Klassenfahrten). Einer anderen Gruppe ist es auch egal, denn es ist ja “für die Kinder”, die dürften ja nicht “leiden”.
Dazu kommt noch ein weiterer Effekt, den ich bei uns verstärkt beobachte: Viele ältere Kolleginnen reduzieren lieber ihre Stundenzahl, als sich mehr Stress zu machen. Die haben dann oft einen gutverdienenden Ehemann daheim…

(#442) Schüler meinte am 18.10.2008, 21:15 dazu:
" 

Ich melde mich mal wieder nachdem ich mit ein paar Englischlehrern (die noch andere Sprachen unterrichten) unterhalten habe.
Demnach:
@Schulmeister: 1000 Korrekturstunden im Jahr ist übertrieben. Im Schnitt wären das 2,74 Stunden pro Tag, also fast 3 Stunden. Selbst nicht wenn ein Lehrer Englisch in der Oberstufe unterrichtet.
Und ein Mensch ist auch einmal krank (naja, lehrer sind eigentlich so gut wie nie krank) oder im Urlaub und da werden sie bestimmt auch nicht korrigieren.
@Lehrerwielangenoch?: Schüler sitzen auch 36 Schulstunden in der Schule und ich muss bereits in physiotherapeutische Behandlung deswegen. Außerdem schleppen wir uns an bis zu 22 kg pro Tag kaputt und eig benötigen wir immer nur eine Seite die man einmalig für 2,5 ct auf Folie drucken könnte.

Allgemein habe ich noch eine Frage: Warum ist Mathematik und Physik ein Hauptfach?
In diesem Fächern kommen auf 200 Seiten gerade mal 2 (!!) Seiten nützliche Information. (Studie aus Bayern)

(#443) MuPL meinte am 19.10.2008, 1:24 dazu:
" 

Wenn Lehrer tatsächlich so überbezahlt wären, warum gibt es dann den Lehrermangel.
Sicherlich beginnt das Schuljahr abgesehen von den
-Gesamtkonferenzen
-Fachkonferenzen
-Elternabenden
-....
relativ entspannt und gut bewältigbar innerhalb eine 40 Stunden Woche.

Problematisch wird es aber, wenn die Arbeistermine , Klausurtermine anstehen. Dann steigt die Wochearbeitszeit (zumindest bei so inkompetenten Lehrern wie mir) auf deutlich über 50-60 Stunden die Woche (Wer kein Lehrer ist, hat KEINE Ahnung, wie lange es dauert, so zweistündige Englichklausuren oder was auch immer zu korrigieren!!! Aber auch den Mist, den manche Schüler in Matheklausuren verzapfen korrigiert sich nur schwer).

Netterweise habe ich Erfahrung im schulischen UND außerschulischen Arbeitbereich und bin somit einer der wenigen, die tatsächlich die Arbeitszeit beurteilen kann!!!

In einer repräsentativen Stichprobe befragte Mummert + Partner in den Jahren 1997 und 1998 Gymnasiallehrer und ermittelte eine Durchschnittliche Arbeitszeit von 1900 Stunden pro Jahr. Da möge mal jeder der Nörgler seine Jahresarbeitszeit damit vergleichen!

Aus meiner Sicht dizqualifiziert sich jeder schon , der nur die Stunden der Unterrichtsverpflichtung als Arbeitszeit sieht als uninformiert.
Ein enormer Aufwand ist durch Arbeiten und Klausuren gegeben!!! Wer will kann ja mal für seine eigenen Kinder eine Arbeit oder Klausur zu einem belibigen Thema zur Übung erstellen und eine Musterlösung anfertigen. Anschließend noch die Punkteverteilung überlegen und dann noch die Korrektur der Sprösslingsarbeit durchführen.
(Nur mal so nebenbei als eine Mögliches Beispiel 20 Minuten mal 30 Schüler = 600 min = 5Stunden)
Davon gibt es z.B. in Mathe 6 Stück je Schuljahr.
Also nur in einer Klasse kommen zu den 4-5 Stunden Unterricht je Woche noch mal 30 Stunden Korrekturzeit je Jahr dazu!


Hier mal so eine unvollständige Liste:
0. Arbeitszeit in der Schule 8 bis 13 Uhr
Vertretungsstunden max. 3 je Woche
Pausenaufsichten

1. Anzahl der Schüler eines Lehrers (je nach Klassengröße, Fächer) 200 Schüler und mehr

2. Aufgabenbereich Arbeiten und Klausuren
2.1 Erstellen von Arbeiten und Klausuren

2.2 Korrigieren von Arbeiten/Klausuren

2.3 mündliche Noten
mündliche Leistungsbeurteilung eines Schülers

2.4 Planung und Vorbereitung des Unterrichts
Versuche aufbauen, Aufgaben auswählen, Stundenverlauf planen, ….

3. Weiter Aufgaben die keiner sieht
- Jahresgespräch mit dem Schulleiter/Dienstvorgesetzen
- Elternsprechtag
- Klassenfahrt
- Elterngespräche in der Schule und telefonisch
- Disziplinarkonferenzen
- Gesamtkonferenzen mit allen Kollegen
- Fachschaftskonferenzen (also je Fach eine Konferenz mindestens)
- Fortbildung

- erstellen von individuellen Förderplänen
- Aufsicht und Betreuung von Tag der Offenen Tür, Schulfesten, ….
- Verabschiedung der Abiturienten


ach, das Abitur habe ich ja ganz vergessen
- Erstkorrektur der Abiturarbeiten
- Zweitkorrektur des Abiturs von anderen Schulen/Kollegen

und die vielen Aufgaben die jeder, der Ahnung hat noch kennt….


Wenn der Job so wunderbarüberbezahlt wäre, dann würden es ja keinen Lehrermangel geben! Die einzelnen Bundesländer werben AKTIV(!) Lehrer aus allen Bundesländern ab! Gibt es noch neue Physiklehrer???? Ist doch alles so easy leicht verdientes Geld….

Und Außerdem: Wer den Lehrerberuf für so überbezahlt hält kann ja gerne Lehrer werden ...


- als angestellter Lehrer fangen Sie dann vermutlich bei der ersten Gehaltsabrechung an zu heulen!

- als Beamter sollte es so einigermaßen passen! (aber bei 1900 und mehr Stunden! Mehrere 50-60 Stundenwochen im Jahr sind VÖLLIG normal und durch den Schulablauf vorgegeben! ca.80%-90% der Wochenenden werden für die Schule zumindest teilweise genutzt! Sonntag ist für Lehrer oft Schultag!)

(#444) Schulmeister meinte am 19.10.2008, 12:26 dazu:
" 

@Schüler (der es ja wissen muss)

1000 Stunden treffen sicher nicht auf jeden Lehrer zu. Hat man aber zwei Korrekturfächer (etwa Fremdsprachen) und zudem mehrere Kurse in der Oberstufe, die ja auch Abitur (!) machen wollen, kommt das schon hin. Inklusive Gutachten kann eine Klausur schon 2 Stunden dauern (keine Abi-Klausur). Dann hast Du Kurse mit 25 Leuten, sagen wir zwei in Französisch, zwei in Englisch. Das macht ca. 100 Oberstufenschüler. Die schreiben nun im Schnitt 3,5 Klausuren im Jahr. Dann bist Du OHNE Abitur (das dauert nämlich ein bisschen länger) bei 700 Stunden. Dann kommen noch diverse Sek I Klassen dazu, in denen man 5 Arbeiten pro Jahr schreibt. Pro Klasse wiederum zwischen 26 und 34 Schüler, ca. 25min pro Arbeit. Dann noch Vokabeltests und Hausaufgabenkontrollen…
Ich bringe jetzt einen Englischkurs mit 28 Leuten ins Abitur, d.h. 28 Abi-Klausuren neben der normalen Arbeitszeit korrigieren!

(#445) derschweizer meinte am 19.10.2008, 12:46 dazu:
" 

Hallo zusammen

Wer in Deutschland zu wenig verdient, soll sich doch in der Schweiz anstellen lassen. Machen dies doch schon viele Lehrer aus Deutschland. Einstiegslohn auf der Primarstufe liegt bei 3000 Euro - Beamtenstatus haben wir im Jahre 2000 abgeschafft. Arbeiten muss man dafür auch zwischen 1900 und 2100 Jahresstunden in 9 Fächern mit allem drum und dran (EA, Gespräche mit Heilpädagogen, SL, Eltern, ...). Wir haben auch Lehrer, die dafür nur 1500 Stunden arbeiten - eben die schwarzen Schafe - die in diesem Forum so oft erwähnt wurden. Leider wird diesen Kollegen bis heute nicht gekündigt. Die neu eingeführten Schulleitungen und der zukünftige Leistungslohn wird daran auch nichts ändern. Für alle Leute, die mir erzählen, wie schön und locker der Lehrerjob sei, habe ich immer ein Anmeldeformular der Pädagogischen Hochschule bereit. Leider wollte sich da noch nie jemand anmelden… wink Nun auch meine Klassenhomepage (www.klasseschaad.ch) muss nicht sein. Ich verdiene ohne Homepage den gleichen Lohn. Dies ist mit vielen anderen Angeboten auch so. Man muss einfach immer überlegen was bieten wir für welchen Lohn, daher freue ich mich auf den Leistungslohn. Gruss vom Bodensee - derschweizer

(#446) lehrerwielangenoch? meinte am 19.10.2008, 13:46 dazu:
" 

Lieber MuPL
Dein Beitrag ist sehr sachlich, transparent. Ob die Mehrzahl der Neider auf uns LehrerInnen ihn verstehen kann/will, sehen wir dann.

An alle:
Eigentlich wurden hier alle Argumente und Zustände sachlich und emotional vollumfänglich geschildert.

Frage wäre jetzt eigentlich (auch ganz konkret an Lehrerfreund):
Sollte nicht an dieser Stelle dieser Forumsbereich in ein neues Forumsthema übergeleitet werden und zwar mit dem Inhalt und Ziel, konkrete Maßnahmen zur Verbesserung unserer Situation und deren Um-/Durchsetzung zu besprechen.

Ich selber bin durchaus schulpolitisch aktiv und kämpfe für Veränderungen.
Oft stelle ich fest, wie wenig Ahnung (das soll nicht als Herabsetzung sondern als momentane Bildungslücke verstanden werden) KollegInnen haben von ihren Möglichkeiten, allein schon durch Sympathiebekundungen von Anträgen solche zu unterstützen, geschweige denn von ihren tatsächlichen (schulpolitischen und dienstrechtlichen) Rechten.

Ich nenne hier eine sehr erfolgreiche Gesamtschule, deren Schulleitung aktiv in der Politik mitmischt und auf diesem Weg - zu 100% im rechtlich zuläßigen Rahmen - Vorteile erarbeitet.
Die betreffenden Ratsvertreter aus der Schulleitung sagen ganz klar: Es ist für eine gute Sache, es ist 100% Einsatz auch im privaten Bereich notwendig.
Nutznießer: ca. 1200 SchülerInnen und 120 LehrerInnen.
Da die betreffenden nicht nur Ego-Trip für die eigene Schule fahren, konnten auch schon Gymnasium, Realschule, Hauptschule und Grundschulen der betreffenden Stadt daraus Nutzen ziehen, weil die Bildung in der Politik stets kompetent vertreten präsent ist.

Natürlich wird sich hier bezahlungsmäßig noch nichts ändern.
Aber: Wenn wir Stifte, Papier und dgl. endlich durch den Schulträger gestellt bekommen, Unterrichtsräume sinnvoll in Stand gehalten werden, Ausstattung einigermaßen zeitgemäß ist, die öffentliche Wertschätzung höher ist, ...

meint Ihr nicht, dass allein dann schon unser Leben erheblich an Qualität gewinnt?

Also: Packen wir’s doch an!

(#447) Schüler meinte am 21.10.2008, 20:34 dazu:
" 

@ Schulmeister:
Sie haben hier aufgeführt was wäre wenn. Wer Englisch und Französisch in der Oberstufe unterrichtet wollte es so. Sogar ich weiß, dass man in der Oberstufe nicht unterrichten muss. Es gibt genug Lehrer, die das verweigern.

(#448) Schulmeister meinte am 22.10.2008, 11:42 dazu:
" 

“Sogar ich weiß, dass man in der Oberstufe nicht unterrichten muss. Es gibt genug Lehrer, die das verweigern.”

Ich liege am Boden vor Lachen… Da irrst Du aber gewaltig, mein lieber. Man versucht zwar, die Last gleichmäßig zu verteilen, aber das ist nicht möglich. In Niedersachsen gab es bis vor ein paar Jahren z.B. die Orientierungsstufe (nur Klassen 5 und 6). Lehrer, die dort 30 Jahre unterrichtet haben, sind teilweise nicht mehr in der Lage, in der Oberstufe zu unterrichten. Da nimmt die Schulleitung manchmal aus menschlichen Gründen Rücksicht. Man kann zu Schuljahresende auch Wünsche angeben, welche Klassen man gerne hätte. Aber was Du sagst ist natürlich grober Unfug. Wo kämen wir denn da hin? Da würden sich ja alle Lehrer weigern, die Mehrarbeit in Kauf zunehmen, im Sinne von: “Ach übrigens Herr Direktor, nur zu ihrer Information. Ich unterrichte zukünftig nicht mehr in der Oberstufe. Ist mir einfach zu stressig…”

Du musst als Beamter sogar dort arbeiten, wo dich das Land hinsteckt. Wenn die der Meinung sind, dass Du in Meppen besser aufgehoben bist als in Hannover, dann kannst Du da nichts machen.

(#449) AS meinte am 22.10.2008, 22:29 dazu:
" 

@Schüler:
Wie wäre es schön, wenn ich mein selbst gewähltes Fach Kunst in allen Klassen unterrichten könnte! Dummerweise müsste ich dann meiner Kollegin den Deutschunterricht abgeben, aber das ist ja nicht schlimm. Denn ich habe weniger Arbeit (nur an Korrekturen!) und sie macht das dann schon, auch wenn sie nicht ausgebildet ist.
Gemerkt, wo der Haken ist? Fairerweise muss ich sagen, dass meine liebe Kollegin und ich seit Jahren Hand in Hand arbeiten und uns Ethik/Religion stundenmäßig teilen können. So haben wir beide unsere geliebten Kunststunden, aber das hat nichts mit aussuchen zu tun.
Und zum Thema aussuchen: Kollegen werden einen Tag vor Schuljahresbeginn umgesetzt, wenn alles, aber auch wirklich alles, für den Schulbeginn in der Schule fertig ist. Das nennt man dann sorgsamen Umgang mit den Angestellten. Produziert werden auf diese Weise aber nur demotivierte Lehrer.Übrigens das mit den Korrekturstunden kommt, wie oben von MuPL beschrieben, hin, auch wenn du dir das nicht vorstellen kannst. Und in der Liste fehlen noch jede Menge Arbeitsaufgaben: Schulhaus- und Klassenraumausgestaltung (z.T. vom eigenen Geld), Beurteilungen und Laufbahnempfehlungen, Protokolle und Sitzungen, die noch nicht aufgeführt wurden, wie Jahrgangsteams….
Willst du immer noch Lehrer werden?

@ lehrerwielangenoch?
Bitte um Info, wie das funktioniert. Ernsthaft brauchen wir Unterstützung. was kann man wie tun, um Politiker wachzurütteln? Wir sind stinksauer über die Art und Weise, wie mit unserem Leben umgesprungen wird, denn wir haben, wie alle anderen Menschen auch, nur dieses eine.

(#450) lehrerwielangenoch? meinte am 23.10.2008, 2:37 dazu:
" 

@AS

... z.B. indem nach einer Klassenfahrt die Verzichtserklärung mit Hinweis auf “Unsittlichkeit” widerrufen wird und die Übernahme der Fahrtkosten (sinnvollerweise nach Abzug einer sinnvollen Essenskosten-Beteiligung) beantragt, nötigenfalls gerichtlich eingefordert wird.

Wenn das pro Schule nur 10 Kollegen machen würden, würde dieser Misstand ganz schnell enden.

Genau das gleiche gilt für Arbeitsinfrastruktur in der Schule - zumindest nach der Aberkennung des häusl. Arbeitszimmers dürfte das politisch eng werden, wenn nur genügend LehrerInnen Druck machen.
Ich bin sicher, dass GEW, Philo-Verband und VBE Musterklagen gerne unterstützen würden.

Ich für mich habe es so gelöst, dass ich an einer Privatschule bin, die Arbeitsmittel anstandslos bezahlt.
Es bleibt noch genügend übrig (v.a. Fachbücher für durschnittlich 100 EUR monatl.), das ich selber bezahle, aber ich komme mir nicht mehr wie eine Weihnachtsgans vor.
Und das sind schliesslich Anlagen, die mir gehören und die ich idealerweise jahrelang nach eigenem Ermessen brauchen kann - im Gegensatz zu Verbrauchsmaterial.

(#451) auch lehrer meinte am 26.10.2008, 21:45 dazu:
" 

witzig, diese diskussion läuft immer und überall. jeder, der schon einmal eine schule besucht hat, meint nun über das tun des lehrkörpers urteilen zu können.

wie schon häufig angemerkt, gibt es, wie in jeder firma auch, gute und schlechte. das eigentliche problem: jeder kann sich von der arbeit überzeugen, in lehrplänen nachlesen, was ein lehrer zu tun und zu lassen hat, in gehaltstabellen nachschauen, was dieser verdient.

in welchem betrieb geht denn das auch so ? ihr würdet euch eundern, was da verdient und, vor allem, gearbeitet wird.

ich beklage mich nicht, aber muss mich auch nicht ständig rechtferigen. das tue ich im unterricht doch sowieso ständg.

meine erfahrung: es ist grundsätzlich egal, ob man engagiert arbeitet oder nicht. es interessiert häufig neimanden. wer allerdings einen fehler begeht, möglicherweise einen schüler zurechtgestutzt hat, der muss sich vor dem anwalt der eltern hüten, schulaufsicht usw. unser bildungssystem ist krank. dass der staat hier kein belobigungssystem oder prämien für besonders gute arbeit einbaut (wie in der wirtschaft) ist ein schmarrn. das grundgehalt reicht natürlich zu leben.

(#452) AS meinte am 27.10.2008, 20:40 dazu:
" 

@lehrerwielangenoch?

Danke für die Rückantwort. Das versuchen wir schon, landen im Moment aber noch zu oft in “Grabenkämpfen”. Aber wir bleiben dran.
Kleiner Witz am Rande: Ein Computer zur Arbeit im Lehrerzimmer. Das mit dem Arbeitszimmer verlagern ist dann bei 40 Kollegen ein echter Spaß. Doch das ist ja schon ausführlich diskutiert worden.

(#453) Niki-Markus meinte am 11.11.2008, 12:10 dazu:
" 

Guten Tag,
also ich habe als Berufskraftfahrer ca 180-240std im Monat und verdiene 1500 rein netto 2450Brt.Stk.1 im deutschen fernverkehr ohne Spesen. Also liebe Lehrer wer verdient hier zu wenig für zu viel arbeit.Bin im Übrigen fast nur am WE zu hause bei Frau und Kind

(#454) Niki-Markus meinte am 12.11.2008, 8:52 dazu:
" 

Kaum jemand behauptet, dass verbeamtete Lehrer zu wenig verdienen. Bei angestellten Lehrern ist das was anderes. Ebenso, was die Arbeitsbedingungen anbelangt.
Es wäre aber sehr albern, jetzt die reine Arbeitszeit von studierten Lehrern und Berufskraftfahrern zu vergleichen. Wie lange hat doch gleich Ihre Ausbildung gedauert? Mit 1500 Euro netto verdienen sie 50% mehr als ein Lehrer im Referendariat und nur unwesentlich weniger als ein angestellter Lehrer. Von Lehrern, die nur Zeitverträge bekommen und denen in den Ferien gekündigt wird, obwohl sie Vorbereitungen und Korrekturen zu erledigen haben ganz zu schweigen. Also bitte sachlich bleiben.

(#455) Niki-Markus meinte am 12.11.2008, 13:44 dazu:
" 

Hi,

ich bleibe sachlich nehmen wir mal an ein Lehrer ist mal für eine sekunde nicht aufmerksam, was passiert nix wenn ein Kraftfahrer, Vertreter, oder Lokführer unachtsam ist haben wir eine kleine Katastrophe. Dies nun mal zum einen. Was einen höheren Lohn gerechtfertigen würde dann hätten wir noch die ständigen einhaltungen der Gesetze man fährt nicht nur einfach man arbeitet. Nun zu meiner ausbildung ich habe 2,5 jahre Bäckerlehre hinter mir abbr. Mehlallergie dann 2 Logistiker lehre und dann nochmal 2,5 jahre Berufskraftfahrer ausbildung. Plus weiterbildung ADR-Prüfung alle 5 Jahre ca 300euro. Alle 5 Jahre verlängerung des Führerscheins ca. 250eu und und und. Alles auß eigener Tasche. Und zum letzten punkt finde ich nicht das 4-500euro weniger lohn unwesentlich sind. Und das Ärzte nur 1900 euro verdienen soll das kann ich kaum glauben. Und im übrigen halte ich ihren lohn auch nich unbedingt für angemessen da ich der auffassung bin das man mindestens 2200euro im Monat haben sollte mit einer dreiköpfigen fam. und selbst dann kommt man kaum über den Monat. Aber das haben unsere Politiker zu verantworten.
Mfg
NIk

(#456) Schulmeister meinte am 12.11.2008, 19:09 dazu:
" 

Ein angestellter Lehrer verdient als Berufseinsteiger ca. 1700-1800 Euro und Risiko ist nun einmal kaum ausschlaggebend für das Gehalt. Ihre Bäckerlehre hat ja für Ihren Beruf keine Relevanz, ebenso die Logistikerlehre. Es bleiben also 2,5 Jahre im Vergleich mit der längeren Schulbildung, dem Studium von 5-6 Jahren plus den zwei Jahren Referendariat. Und wie viele hundert Euro Lehrer jedes Jahr für Unterrichtsmaterialien usw. ausgeben möchte ich gar nicht nachrechnen.
Meine Frau ist Ärztin und sie können mit das ruhig glauben. Sie kommt nur durch diverse 24-Stunden-Dienste (mehr als gesetzlich zugelassen) auf ca. 2400 Euro netto.
Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, es geht mir nicht darum, Ihren Beruf abzuwerten. In einer so genannten Leistungsgesellschaft zählt aber die Art der Qualifizierung mehr als als die reine Stundenanzahl und das Berufsrisiko.

(#457) Schülerfreund meinte am 14.11.2008, 3:47 dazu:
" 

@Niki-Markus

Inwiefern ist es denn eine kleine Katastrophe, wenn ein Vertreter mal eine Sekunde unachtsam ist?
Glauben Sie mir, es gibt Sekunden, in denen es eine große Katastrophe ist, wenn man als Lehrer unaufmerksam ist.

UND Wie macht man unachtsam Unterricht? Wenn ich unachtsam meine Deutscharbeiten korrigiere, kann ich alles nochmal machen, weil ich gar nicht weiß, was ich da lese.

An den Lokführer und Kranfahrer: Ich dachte immer, dass ich als Lehrer ebenfalls ständig Gestezte einhalte.

Ich habe auch vor meinem Studium eine Lehre als Zahnarzthelferin und eine als Einzelhandelkauffrau abgeschlossen. Darf ich deswegen jetzt ein höheres Gehalt einfordern als die Kollegen, die sofort studiert haben?

Meine Fortbildungen, Arbeitsmaterialien und meinen Arbeitsplatz zahle ich auch aus eigener Tasche.

Aber in einem stimme ich Ihnen zu. Ich bin auch der Meinung, dass man mindestens 2200€ verdienen sollte. Ich würde auch gern mindestens so viel verdienen. Leider verdiene ich als angestellte Hauptschullehrerin knapp unter 2000€

(#458) FRUST meinte am 01.12.2008, 21:36 dazu:
" 

Ach die Beamten…

...welch verwöhntes Völkchen und jetzt meckert es auch noch.

Hier noch mal einfach und verständlich die wichtigsten Vorteile die so ein Beamtenleben bringt. Lehrer zählen übrigens auch dazu.

1. Unkündbarkeit
2. Keine Verantwortung
3. Qualifikationen statt Leistung

1. Da kann es der Wirtschaft beschissen gehen wie es möchte. Die Lehrer behalten ihren Job. Alle anderen müssen darum bangen, dass sie rausgeschmissen werden, weil sie nicht mehr gebraucht werden. Den Lehrer braucht man vielleicht nicht mehr, egal, rausschmeißen tut man ihn nicht. Aber man erhöht seine Kaffeeration, damit er die bezahlte Freizeit auch genießen kann.

2. Egal, was ein Lehrer macht, er ist immer fein raus. Wenn ein Lehrer versagt, dann versagt5e nicht er, sondern die Deppen in der Regierung. Von einem Lehrer Verantwortung zu erwarten ist wie zu nem Elefant zu sagen, dass er nach zwei Wochen Diät nur noch 5 Gramm wiegen darf. Lehrer haben ein Gewissen wie mein Computer. Die tun nur das was ihnen gesagt wird und wenn es Probleme gibt, dann liegt das am Programmierer. Wenn der Lehrer unfähig ist zu erklären, dann sind die Schüler zu doof oder geben sich keine Mühe um zu verstehen.

3. Aber das Beste am Lehrer-sein ist der Teil, in dem ein Lehrer etwas leistet. Soll ich schon mal die Lupe holen? Lehrer-werden ist wie Führerschein-machen. Nur, dass ich wenn ich meinen Führerschein fertig habe nicht automatisch auch ein Gehalt bekomme, wenn ich mich ein ein Auto setze. Bei Lehrern ist das so. Man wird einmal Lehrer im Leben und muss sich nur einmal Mühe geben(bisschen schleimen reicht wahrscheinlich auch schon), danach muss man nur noch anwesend sein. Das ist so wie wenn wir sagen, dass jeder Schüler für jede Zwei auf seinen Zeugnis lebenslänglich nen Euro pro Monat kriegt und für jeden Einser 10 Euro pro Monat. Tolle Idee. Leistung Ade. Lehrer bekommen sogar einen Bonus für schon geleistete Dienstjahre. Wo ist die Verbesserung an einem senilen Senior-Lehrer zum Vergleich mit den noch engagierten Junior-Lehrer? Lehrer verbssern sich nicht. Sie verschlechtern sich. Am Anfang wissen sie noch nicht wie viel Arbeiteinsatz erforderlich ist, darum beginnen sie mit 80% bis sie dann merken, dass 8% mehr als genug sind.

Klar, das alles können auch Nachteeile sein, aber man weiß ja vorher, was man will und informiert sich auch hofgfentlich dementsprechend. Und ansonsten kann man immer noch den Beruf wechseln. Die Schulen sind und bleiben ein Anfangbecken für Minderbemittelte, für Menschen die der Arbeitsmarkt nicht gebrauchen kann. Menschen die sonst wegen Unfähigkeit Hartz-4 bekämen. Jedes Unternehmen würden lieber tausend engagierte Behinderte einstellen als einen Beamten. Arbeitnehmer mit so einer Arbeitsmoral sind wie vergammelte Speisen. Niemand ist bereit sie zu einzustellen oder zu essen, geschweige denn etwas dafür zu zahlen, eher würde man sich etwas dafür zahlen lassen und das auch nur ungern.

Ich kenne Lehrer. Die machen aus der Schulpflicht eine Zumutung für die Eltern, die ihren Erziehungauftrag nachkommen und ihre Kinder vor schlechten Einflüssen schützen wollen.

Es wird Zeit, dass wir Bildungsgutscheine(Milton Friedman) einführen.

(#459) Schulmeister meinte am 01.12.2008, 23:35 dazu:
" 

@Frust

Selten so einen ’??#+&$§ (Zensur Lehrerfreund) gelesen wie in Ihrem Beitrag. Ihr Nickname kommt sicher nicht von ungefähr, schließlich müssen Sie eine Menge Frust mit sich herumtragen. Man könnte es auch Neid nennen. Neid auf Menschen, die einen anständigen, ehrbaren und nicht zuletzt verantwortungsvollen akademischen Beruf erlernt haben. Sie selbst hingegen scheinen es nur zu einem drittklassigen Schreiberling für ein billiges Bild-Zeitungs-Imitat gebracht zu haben. Aber keine Sorge, bei der hohen Erblichkeit von Intelligenz werden Ihre Kinder nicht Gefahr laufen, von mir auf dem Gymnasium unterrichtet zu werden…

P.S.: Das Lustige an Menschen wie Ihnen ist, dass sie es sich niemals wagen würden, solche Aussagen in Gegenwart von Lehrern zu tätigen, weil ihr Respekt in Wirklichkeit viel zu groß ist. Das Phänomen erlebe ich immer wieder auf Elternabenden. Mir ist noch nie einer dieser vielen Miesmacher begegnet. Wie kann das sein, wenn es doch angeblich so viele von ihnen gibt? Die Antwort ist ganz einfach: das primitive Bedürfnis, sich Luft zu machen, lässt sich im www schnell und einfach befriedigen, egal wie sinnfrei die Argumente sind. Schließlich kann man so wunderbar von den eigenen Unzulänglichkeiten ablenken. Wiedererkannt “Frust”?

(#460) happy camper meinte am 01.12.2008, 23:57 dazu:
" 

@ Frust:
ach die Frustrierten ....
kenne ich. welch ermüdendes Völkchen.
Ham’s einfach nicht verstanden zur richtigen Zeit das Richtige zu studieren und Lehrer zu werden.
Dann hätten sie ausgesorgt.
Schaffen wir Ihnen zuliebe doch das Beamtentum ab und die Schulpflicht gleich mit dazu. Dann geht’s uns allen sicher besser.
Gemeinsam suchen wir dann neue Sündenböcke zum Aggressionsabbau.
Immobilienmakler zum Beispiel, oder Kraftfahrzeug-Sachverständige. Oder einfach Aufsichtsratsvorsitzende. Kenne ich alle. Taugen alle nix, kriegen aber ein Schweinegeld.
Eine Zumutung ...

(#461) tintenklecks meinte am 02.12.2008, 4:29 dazu:
" 

@Frust - Meine Güte, was müssen Sie unter Ihren LehrerInnen gelitten haben! Stellen Sie sich vor: Ich auch, aber nur unter wenigen! Aber das ist lange her, gehört auch irgendwie zum Leben (später sind es vielleicht die Chefs, mit denen wir Probleme haben!)und LehrerInnen haben sich sehr geändert. Sie mussten sich ändern, weil sie ständig auf einer Bühne agieren, die sie zu so etwas wie “Freiwild” macht! Deutschlands LehrerInnen sind gar nicht so schlecht, aber man kann es nicht allen recht machen. Glauben Sie wirklich, dass jemand, der ein langjähriges Studium und zwei Staatsexamen absolviert(ein wirklich stressiges Referendariat eingeschlossen!)  von vornherein ein “fauler Sack” ist und sich auf den Lorbeeren des Beamtentums ausruht? Glauben Sie, irgendein(e) LehrerIn kann dauerhaft wirklich schlechten Unterricht machen, ohne dafür irgendwie abgestraft zu werden (SchülerInnen und Eltern sind mächtiger als man glaubt)? LehrerInnen haben schon lange ihren Allmachtsanspruch aufgegeben, weil es ihn nicht mehr gibt - und das ist auch gut so. Allerdings müssen Sie LehrerInnen zugestehen, dass sie ihre Arbeit machen - die ist bei einem experimentierwütigen Schulministerium ohnehin schwer genug - und jeder tut das, so gut er kann - wie in anderen Berufen auch! Ausnahmen bestätigen die Regel! Mit Verlaub: Etwas mehr Respekt! Ich bin doppelte KorrekturfachlehrerIn und arbeite hart genug für mein Geld (und oft genug, ohne Geld dafür zu bekommen) und ich lasse mich auch nicht in einen Topf mit NebenfachlehrerInnen werfen, die im Arbeitszeitbereich größere Spielräume haben und trotzdem dasselbe Gehalt kassieren. Ich habe die Nase voll von unqualifizierten und besserwisserischen Äußerungen. Die Arbeitszeituntersuchungen bei LehrerInnen sprechen für sich! www.korrekturfachlehrer.de

(#462) AS meinte am 02.12.2008, 22:04 dazu:
" 

@Frust
Haben Sie endlich ein Ventil für Ihre eigene Misere gefunden? Es gibt bereits mehrere Antworten zu Ihrem Beitrag. Schade, dass Sie darauf nicht reagieren wollen (oder können?). Schön, wenn Sie Ihren persönlichen Sündenbock gefunden haben. Ich hoffe, dass Sie keine schulpflichtigen Kinder haben, denn die müssten Sie dann vielleicht noch selbst unterrichten, wenn alle LehrerInnen, die Sie gerade diffamiert haben, die Arbeitsstelle wechseln würden. Es gehen nämlich zuerst die besten Lehrer.

@tintenklecks

Danke.
Übrigens auch “Nebenfachlehrer” können möglicherweise außer der Korrekturzeit auch sehr viel Mühe und Zeit investieren. Aber das wissen Sie ja. wink

(#463) zukünftiger Lehrer meinte am 11.01.2009, 19:38 dazu:
" 

- 1/4 Jahr Urlaub im Jahr
- keine Verantwortung
- nur 5 Stunden am Tag arbeiten
- unkündbar
- Faulheit und das noch gut bezahlt
- anspruchslose Arbeit

Also wer da nicht Lehrer werden will muss doch total bescheuert sein!
Warum werdet ihr nicht alle Lehrer?
WARUM?!?

(#464) tintenklecks meinte am 13.01.2009, 17:49 dazu:
" 

@AS

Die Betonung liegt auf “können”, bei Korrekturfachlehrer/innen liegt sie auf “müssen”. Aber das wissen Sie ebenso wie ich, dass die Arbeitszeit bei Lehrer/innen extrem ungerecht verteilt ist!

(#465) AS meinte am 14.01.2009, 22:31 dazu:
" 

@ tintenklecks

Ich weiß, ich weiß- und ich bin auch Korrekturfachlehrer. Meine nicht so ganz massiven Korrekturen liegen in meinen Zweitfächern, aber mit Deutsch und Englisch zum Beispiel ist es sicherlich potenziert. Trotzdem noch einmal danke für den sachlichen Kommentar. Dass ich sowohl Korrekturfach als auch andere zeitaufwändige Fächer habe, war ja nicht offensichtlich.
Und um auf Bezahlung zu kommen: Den meisten Spaß an meinem Job habe ich noch immer in den Stunden, die ich nicht bezahlt bekomme, weil sie den 2Rahmen” sprengen: Theatergruppe, die nie pünktlich fertig wird und Kunstkurs, der auch nie fertig wird. grin  smile  wink

(#466) Michael Schmidt meinte am 17.01.2009, 12:10 dazu:
" 

Hallo,

ich lese gerade, dass die Flugbegleiter der LH streiken wollen. LH bietet diesen nämlich “nur” 10 % mehr an (für 12 Monate). Den Flugbegleitern der LH ist das zu wenig.
Was das mit Lehrern zu tun hat?
Ein Flugbegleiter hat einen anstregenden Job. Wie Lehrer auch.
Ein Flugbegleiter hat eine mehrwöchige Ausbildung ... ein Lehrer?
Merken Sie etwas?

Der Abstand im Gehaltsgefüge zu Tätigkeiten mit geringer Qualifikation wird immer kleiner.

(#467) motschi meinte am 18.01.2009, 11:50 dazu:
" 

....in niedersachsen wurde, nachdem man uns vor zwei oder drei jahren urlaubsgeld und 13. gehalt gestrichen hat, um, jawohl, sage und schreibe 2,3 oder 2,8 prozent das gehalt erhöht. wohlgemerkt: rückwirkend für drei jahre. da bekomme ich das kotzen. totschlagargument der regierung: es ist kein geld da. mit diesem argument bekomme ich bei lidl an der kasse leider auch keine ware….

(#468) Mister M. meinte am 18.01.2009, 19:10 dazu:
" 

@Michael Schmidt:
Merken Sie sich bitte folgenden Zusammenhang:

Die Lohnsteigerungen hängen NUR noch von der (kurzfristigen!) WICHTIGKEIT eine Berufsgruppe für das Wirtschaftssystem und deren STREIKPOTENTIAL und -BEREITSCHAFT ab. Beispiele gibts es viele (Lokführer, Ärzte und eben auch Piloten und Flugbegleiter). Wenn die Flugbegleiter oder die Piloten streiken, dann kostet das die Wirtschaft viel Geld, also wird bezahlt.
Lehrer und Lehrerinnen haben unter diesen Bedingungen halt die A…karte gezogen, da sie als (mehrheitlich) Beamte nicht streiken dürfen (was wäre das für eine tolle Vorstellung, wenn Millionen Kinder wochenlang die Städte unsicher machen, da sie nicht “beschult” werden…) und da das von den Lehrern und Lehrerinnen hergestellte “Produkt” (Bildung) kurzfristig(!) überhaupt keine Relevanz für die Wirtschaft hat (notfalls holt man sich ein paar Inder, die machen das schon…).

Ich wiederhole mich:
Wer unter diesen Bedinungen noch Lehrer oder Lehrerin wird, der ist verrückt.

(#469) Peter meinte am 23.01.2009, 23:47 dazu:
" 

Habe vor meinem Lehrerdasein einige Jahre in der Psychiatrie gearbeitet, um mein Studium zu finanzieren. Vergleiche ich die Arbeitszeit in der Klinik und die nervliche Belastung dort mit meiner jetzigen Tätigkeit, so wäre ich besser in der Klinik geblieben. Dafür muss ich heute Sonntags arbeiten (Vorbereitung), meinen Urlaub in der Hochsaison nehmen und mir dieses ständige dumme Gequatsche über mein Einkommen und die vielen Ferien anhören.
Im Vergleich dazu habe ich auch eine berufliche Ausbildung als Bürokaufmann genossen. Ich hatte um 16 Uhr Feierabend und konnte mich entspannt Zuhause auf die faule Haut legen. Wochenende war einfach frei und meinen Urlaub legte ich auf die günstigen Wochen. Das sparte mir sehr viel Geld, was in den zuvor genannten Berechnungen nicht vorkommt. Da ich auch mein Studium selbst finanzierte, sollte auch das gegengerechnet werden. Zum Glück bekam ich eine feste Stelle als Lehrer, sonst hätte ich das Geld für das Studium nicht ohne Probleme zurückzahlen können. Insgesamt habe ich für die Ausbildung 10 Jahre (Abi nachgemacht!) benötigt und während dessen nur einmal Urlaub gehabt. Der Rest ging für Studium und Geldverdienen drauf. Tipp: Werden sie Lehrer! Trennen sie sich vom Partner (es ist eh keine Zeit für ihn da), verkaufen sie ihr Auto (viel zu teuer in dieser Zeit) und stellen sie sich auf einen Arbeitsplatz in der entferntesten Wildnis Deutschlands ein (auch da werden sie gebraucht!!!). Da sie eh nach 16 Uhr Arbeiten müssen, brauchen sie sich über das geringe Einkommen in der Ausbildungsphase keine Gedanken machen. Dafür darf ihnen aber danach jeder Schüler ins Gesicht sagen, dass sie ein Arschloch und ein Motherfucker sind. Danach sollten sie lächeln und sich sagen, dass sie dafür ja soooooooo viel Geld bekommen und wahnsinnig lange Ferien haben - die sie dann auch brauchen. Liebe Kollegen, vergleicht euch nicht mit Handwerkern oder Ungelernten, sie sind nur neidisch und zu faul diesen Beruf unter den gegebenen Umständen zu erlernen. Seid eher stolz auf euren Arbeitgeber, da er euch nicht einfach auf die Straße setzt, wenns im Getriebe etwas reibt. Seid stolz auf eure Leistung, da kein anderer sie machen will (sie wollen nur das Geld und die Ferien). Seid mit allen Fasern Lehrer und nicht so eine kleine abhängige, schlecht ausgebildete und unterbezahlte Wurst in der Wirtschaft.

(#470) Besoldung meinte am 24.01.2009, 18:21 dazu:
" 

Hallo Leute,
über die Arbeitszeit der Lehrer, läßt sich auch streiten. Soweit ich Informiert bin Beamte arbeiten mehr als Angestellte. Sie arbeiten im Schnitt 40,5 Stunden pro Woche.
Angestellte Arbeitnehmer arbeiten dagegen im Schnitt nur 38,7 Stunden, wobei in den alten Bundesländer im öff. Dienst mit durchschnittlichen 39,5 Stunden sogar mehr gearbeitet wird als im Osten. Die Besoldung der Lehrer richtet sich nach der Bundesbesoldungsordnung und werden in Besoldungstabellen aufgeführt.

(#471) hhh meinte am 26.01.2009, 17:08 dazu:
" 

Lehrer sind arme Menschen. Sie verdienen etwa nur 2400 Euro , davon geht nocht die Sozialversicherung ab.

(#472) Mister M. meinte am 26.01.2009, 19:38 dazu:
" 

@hhh:
Versuchen Sie einmal in einem anderen Wirtschaftsbereich, in dem Arbeitskräftemangel herrscht, einen Akademiker für 2400 Euro Brutto zu bekommen. An den Schulen (in Westdeutschland) herrscht mittlerweile in vielen Fächern ein extremer Mangel an ausgebildeten Lehrern.

Der Staat kommt hier äußert billig davon!

(#473) Pauker meinte am 26.01.2009, 21:54 dazu:
" 

Hallo zusammen,

ich habe hier jetzt viele Vorurteile über unseren Berufstand lesen müssen. Ich möchte einfach nur mal die Tätigkeitsfelder eines Lehrers auführen. Diese sind:
1. Unterrichten
2. Erziehen
3. Beurteilen
4. Diagnostizieren und Fördern
5. Organisieren und Verwalten

Das ist doch mal eine Stellenbeschreibung! Könnte ich mir auch gut in einer Stellenausschreibung für Abteilungsleiter in der freien Wirtschaft vorstellen.
Natürlich ist mir klar, dass nicht jeder Kollege oder jede Kollegin mit solch einem Kompetenzreichtum gesegnet ist, alle Bereiche top ausführen zu können. Aber ist es bei einem Abteilungsleiter nicht auch so? Und die werden teilweise wesentlich besser bezahlt.

Jeder Arbeitnehmer/Beamte erfüllt einen Zweck innerhalb des gesellschaftlichen Gefüges. Was würden wir machen, wenn es plötzlich keine KFZ-Mechatroniker, Tischler, Bankkaufleute und eben auch Lehrer mehr gäbe?

Es ist mir natürlich auch klar, dass einige Kollegen sich auf ihren Bezügen ausruhen. Aber, wer seinen Job als Lehrer ernst nimmt und versucht die oben genannten Punkte zu erfüllen ist er bestimmt nicht mit zu viel Freizeit und zu hohen Bezügen gesegnet.

Ich bin gerne Lehrer geworden, weil ich jungen Menschen etwas mit auf den (in meinem Fall) beruflichen Lebensweg geben möchte und sie zu mündigen Bürgern machen möchte. Aber mündige Bürger werden sie nur, wenn sich die Jugendlichen nicht für alles das, was sie sagen oder schreiben, schämen müssen, weil sie es entweder nicht durchdacht oder mit jeder Menge Fehlern gespickt haben.

Und zum guten Schluss ein Zitat einer Referendarin auf die Frage wie sie ihre Stunde beurteilen würden. “Wir haben zusammen gelacht! Das war sehr positiv!” Chapeaux! Die Frau hatte es begriffen! Lernen soll auch Spaß machen können!

(#474) Zu viel meinte am 27.01.2009, 20:22 dazu:
" 

...verdienen wir nicht, aber genug meiner Meinung nach. Was mir zuviel ist, ist die Belastung. Gerade in Zeiten wie diesen beschränkt sich meine Freizeit auf Mittagessen, Abendessen, eine Stunde zerschmettert vor dem Fernseher sitzen, auf der Couch einschlafen, ins Bett gehen und morgens um 6 wieder aufstehen. Am Wochenende gönne ich mir eine Stunde Baden. Das wars. Da helfen mir sechs freie Wochen im Sommer auch nichts, denn da habe ich kein Hobby, das ich dann genießen könnte. Während des Schuljahrs: Hobby Fehlanzeige. Leider keine Zeit!

(#475) danielos meinte am 03.02.2009, 21:16 dazu:
" 

Hallo zusammen,

also das hier ist schon eine höchst interessante, wenn auch eigentümliche Diskussion…
Ich selbst bin übrigens Schüler einer 13. Klasse, und werde (hoffentlich) dieses Jahr mein Abitur machen.
Was mich hier stört, sind -neben den Leuten (Eltern!) , die offenbar keine Ahnung vom Lehrerdasein haben- vor allem Pauschalisierungen:
Lehrer gibt es gute und schlechte, das dürfte klar sein. Leider jedoch ist es offenbar so, dass die Guten bei den Schülern zuhause kaum Erwähnung finden, während über die Schlechten garantiert geredet wird. Der so entstehende Gesamteindruck von Lehrern ist fatal.
Außerdem halte ich sämtliche “Hochrechnungen” von Arbeitszeit bei Lehrern für nicht aussagekräftig, da dieses Verfahren
erstens (oft) nur die reine Präsenzzeit an der Schule darstellt, jedoch nicht Korrekturzeiten und Unterrichtsvorbereitungen,
zweitens nicht unerheblich von der Fächerkombination des jeweiligen Lehrers abhängt und
drittens nicht zuletzt vom einzelnen Lehrer selbst abhängt. Hier gibt es auf der einen Seite Lehrer, die selbst keine Ahnung von ihrer letzten (aktuellen) Stunde haben (ein Grund übrigens, der dafür spräche, den Beamtenstatus abzuschaffen) und auf der anderen Seite vorbildliche Lehrer, die in der Regel gut vorbereiteten, motivierten Unterricht halten. Selbstverständlich ist das Schwarz-Weiß-Malerei, aber die Tendenz ist dennoch korrekt.
Ich jedenfalls würde mir als Elternteil nicht anmaßen zu behaupten, ich wüsste genau über das Lehrerwesen und den Lehrer “an sich” Bescheid. Möglicherweise werde ich ja selbst einmal Lehrer, allein schon deshalb, weil ich es besser als meine eigenen machen wollte wink

MfG

Daniel

(#476) Audiofilmkritiker meinte am 04.02.2009, 1:53 dazu:
" 

“Niemand bestreitet, dass ein angestellter Lehrer weniger hart arbeitet”

hihi…

(#477) Michaelschm meinte am 04.02.2009, 17:25 dazu:
" 

Bald wird sich das Problem mti den “zu hohen Gehältern” erledigen:

Wowereit und der Berliner Senat wollen die Bezahlung deckeln und zwar bundeseinheitlich. Sonst würde das zu teuer:

http://www.tagesspiegel.de/zeitung/Titelseite;art692,2722803

Seltsam, war es nicht Berlin, welches den Wettbewerb der Länder forcierte und die Situation überhaupt erst auslöste? Jetzt rollt die selbst ausgelöste Lawine in die falsche Richtung ....

(#478) sunny meinte am 08.02.2009, 15:58 dazu:
" 

Ich bin Schüerlin der 10. Klasse einer Realschule und bekomme somit das Schulgeschehen täglich mit. Erstmal möchte ich noch was zu der Anmerkung von “danielos” über die Eltern sagen. Da bin ich vollkommen der gleichen Meinung, denn Eltern sehen den Lehrer wenns hoch kommt vll zwei mal im Jahr beim Elternsprechtag und ansonsten können sie nur zitieren, was ihre Kinder erzählen. Und seinen wir mal ehrlich, wer von uns hat noch nie über einen Lehrer geschimpft, den er eigl. gerne mag. Somit finde ich es absolut lächerlich, wenn Eltern meinen, sie könnten sich ein Urteil über einen Lehrer ihrer Kinder erlauben.

Und es ist Tatsache, dass nur über die “schlechten” Lehrer geredet wird und somit über deren Fehler. Wenn ein Lehrer seinen Job wirklich gut macht, dann ist das meistens einfach selbstverständlich.
Ebenfalls ist es - wie schon von manch anderem erwähnt - Fakt, dass es sowohl gute als auch schlechte Lehrer gibt. Das ist wohl in jeder Berufsgruppe so, doch hat ein Lehrer Einfluss auf viele junge Leute, die von ihm lernen (sollten).

Meine Schule zählt zu den besten Bayerns, deshalb kann ich jetzt nicht sagen, dass es bei uns “schlimm” zugeht. Außerdem sind wir eine Schule “auf dem Land”, an denen es doch um einiges zivilisierter zugeht als in den Stadtschulen. An letzteren muss es echt kein Spaß mehr sein zu unterrichten, wenn man sich nicht von Anfang an konsequent durchsetzt.

Ich finde es einfach nur noch traurig, wie wenig der Lehrerberuf anerkannt ist. Meiner Meinung nach zählt er zu den anspruchvollsten Berufen, die es gibt. Denn es ist keinesfalls leicht vor teilweise über 30 Kinder zu stehen, die vor allem in den Städten völlig unmotiviert und desinteressiert sind. Diesen soll man den Stoff vermitteln, und das auch so, dass sie davon etwas haben und ihnen Schule Spaß macht.
Manche Lehrer sind schon mit einer 5. Klasse völlig überfordert und schaffen es nicht ein mal, diese ruhig zu bekommen. Die können einem manchmal echt leid tun.
Deshalb finde ich, dass man ein strengeres Auswahlverfahren für Lehrer einführen sollte, denn diejenigen, die nicht mit Kinder und Jugendlichen umgehen können, werden in diesem Job niemals glücklich werden, was man auch an unserer Schule leider beobachten muss.
Und ich finde keinesfalls, dass die Lehrer, die ihren Beruf ernst nehmen und ihn mit Leidenschaft ausüben, zu hoch bezahlt werden. Denn kaum ein anderer Beruf bringt eine so hohe phsychische Belastung mit sich.
Im Übrigen möchte ich auch Lehrerin werden, da ich das Glück hatte/habe, einige sehr gute Lehrerinnen im Unterricht zu haben.
Aber bei diesen Aussichten kommen immer mehr und mehr Zweifel auf, denn so viele Leute - wie z.B. auch hier in diesem Forum - raten einem davon ab.
Dass man als Lehrer nicht reich wird und auch nicht mehr Freizeit hat (eher weniger!) wie jemand in der freien Wirtschaft ist mir durchaus bewusst.
Ich habe bereits einige sehr gut bezahlte Ausbildungsangebote abgelehnt, und mich für den Weg Abi-Studium-Lehrer entschieden.
Dass es in der heutigen Zeit fast unmöglich ist, sein Studium ohne Schulden selbst zu finanzieren ist mir leider auch bewusst.
Ich habe diese folgenschwere Entscheidung getroffen, da es mein absoluter Traumberuf ist.
lg sunny

(#479) Peter meinte am 08.02.2009, 19:26 dazu:
" 

cool grin Wäre die Bezahlund und die Sicherheit nicht, ich würde das Handtuch werfen und gehen. Es ist einfach schlimm - und es wird noch viel schlimmer.

(#480) AS meinte am 08.02.2009, 20:40 dazu:
" 

@sunny

Danke für deine faire Einschätzung und gehe den Weg. Wir brauchen Nachwuchs, auch und gerade wegen des schlechten Nachredens. Es ist alles richtig, was du sagst. Als Lehrer sollte man Spaß am Unterrichten und mit den Schülern haben.
Die Idee mit dem Auswahlverfahren ist gut, aber schwer zu vollziehen. Falls du Bedenken hast, ob es bei dir funktioniert, ein Tipp. Ich habe vor meinem Studium mehrere Sportgruppen jüngerer Schüler trainiert. In dieser Arbeit konnte ich schon feststellen, dass es nicht wichtig ist, wie groß oder wie alt man ist. Der Funke muss überspringen. Probiere es doch aus, bevor du den Studienweg endgültig einschlägst.

(#481) sunny meinte am 13.02.2009, 23:04 dazu:
" 

als erstes mal @peter:

An was für einer Schule unterrichtest Du denn…und ist die in der Stadt oder auf dem Land?
Ich weiß ja jetzt nicht was genau für Dich so schlimm ist….aber ich befürchte leider auch, dass die Kinder durch die zunehmend “Antiautoritäre Erziehung” nicht gerade respektvoller und disziplinierter werden.
Ich würde mich echt freuen, wenn du mir vll erzählst was genau für dich so schrecklich ist…


@AS:

Danke für die Bestärkung!!! Freut mich echt, wenn Lehrer ihren Beruf so zu sagen “weiterempfehlen”. Ich denke auch - so weit ich das beurteilen kann und darf - dass es schon auch von dem Lehrer und seiner Persönlichkeit abhängt, ob und wie er mit den Schülern auskommt. 
Wegen dem Auswahlverfahren….leider denke ich auch, dass es sehr schwierig und in der Realität nicht umsetztbar ist, da man ja im Studium erst darauf hintrainiert wird vor einer Klasse zu stehen und diese zu unterrichten.
Danke für den Tipp…den find ich echt super wink
Ich gebe vereinzelt mal Nachhilfe oder beschäftige an Geburtstagen mal die Kinder, wenn die Erwachsenen ihre Ruhe haben wollen   =). Aber einer größeren Gruppe etwas beibringen, das habe ich noch nicht auspropiert. Das wäre echt einen Versuch wert….danke nochmal!!!  grin
Darf ich noch fragen, an welcher Schulform du unterrichtest und ob das eher Stadt oder Land ist???? Würde mich echt interessieren….und ich bin um jeden Tip und jede “Erfahrung”, die ich bekomme dankbar…es ist schön…nicht nur schlechtes zu hören…
(Ich muss echt hart für diesen Traum kämpfen, denn meine Familie sieht diesen Weg keinesfalls als den richtigen an und sagt mir das auch.)

Eine Frage hätte ich aber noch: Wie stehen die Chancen, dass - wenn ich dann fertig wäre - noch so viele Lehrer gesucht werden, dass es nicht unmöglich ist eine Stelle zu bekmmen (vor allem an Realschulen)????
Danke schon im Voraus….
lg sunny

(#482) Michaelschm meinte am 14.02.2009, 11:52 dazu:
" 

Nur mal so zum Vergleich und zur Relation:

Ein Bekannter von mir dessen Vater als Pharmareferent gearbeitet hatte meinte ich müsse doch sicherlich 3.500,- Euro netto (!) verdienen. Als ich ihm den richtigen Betrag sagte war er sehr erstaunt. 

Er erzählte mir dann, dass der Vater als Pharmareferent auf einen monatlichen Durchschnitt von über 4.000,- Euro netto (!) kam, inklusive Prämien und Provisonen und was es da alles gibt. Es gab wohl auch Monate in denen er auf fast 5.000,- Euro kam. Alles Nettobeträge!

Jetzt wissen wir auch, warum die Krankenversicherungen nie genug Geld haben.

(#483) peter meinte am 14.02.2009, 17:52 dazu:
" 

Ich arbeite an einer Brennpunktschule in einer mittleren Statt. Und ich denke nicht, dass es an den Schülern liegt. Die haben sich nicht wirklich verändert. Schulleitung und Vorgaben sind nur immer schlechter geworden, Stundenpläne unzumutbar. Da auch die Ausstattung sehr übersichtlich ist, macht hier Arbeiten keinen Spass. Wären die Schüler richtig (m.E.) eingestuft, könnte man mit den lernwilligen Schülern richtig tollen Unterricht erleben. Wenn man aber aus einer 6H oder 7H kommt, denkt man, man hätte einen Aufenthalt in der Klappsmühle notwendig. Fragt man die Schulleitung, wird man auf Fortbildungen und die eigene Ausbildung hingewiesen. Hilfe kriegste keine

(#484) Mister M. meinte am 14.02.2009, 19:13 dazu:
" 

@peter:
Ruhig bleiben, die Politik ist doch gerade dabei, die Problemschulen (und damit auch die Problemschüler?) abzuschaffen und auf die anderen Schularten zu verteilen. Dann muss es doch besser werden, oder?

(#485) Peter meinte am 14.02.2009, 21:16 dazu:
" 

MisterM. Das Abschaffen dieser Schulen schafft nur noch mehr Probleme. Ein “Problemschüler” hält 27 andere Schüler vom Lernen ab - egal wo. Das System hinkt und stolpert halt immer mehr. Und mal ehrlich: wer will denn in so einer Schule Rektor sein? Es sind Versorgungsfälle, denen man Arbeit anbieten muss. Da wird nichts gescheites kommen. Den Schwarzen Peter haben dann wieder die Schüler und Lehrer. Der Lehrer hat ja noch sein Gehalt, der Schüler nur einen mittelmäßigen Abschluss.

(#486) sunny meinte am 14.02.2009, 22:39 dazu:
" 

@peter…

“6H oder 7H”...heißt das, dass Du an einer Hauptschule unterrichtest? (Bin bei den Abkürzungen noch nicht ganz fit.) =)


@Mister M.
“die Problemschüler abschaffen”...
aber irgendwo müssen diese Schüler ja auch hin bis sie ihre Schulpflicht abgesessen haben. Also wird es immer Lehrer geben müssen, die sich mit diesen Kindern auseinandersetzten müssen. Und ich finde es einfach schockierend was man aus diesen “Brennpunktschulen” hört.  (Ich habe vor einem knappen Jahr ein Praktikum bei der Polizei gemacht, und ich war wirklich entsetzt, wie es in diesen Schulen zugeht. Es gibt einfach KEINE Hemmschwelle mehr.)
Die Politik “ist dabei” vieles zu ändern - vor allem vor den Wahlen! *haha*
Versprochen und angespriesen wird viel - aber was kommt zum Schluss dabei raus?!??

(#487) Peter meinte am 15.02.2009, 11:50 dazu:
" 

sunny, h für Hauptschule, r für Realschule und g für Gymnasium. Die Schüler haben sich nicht geändert. Es gab immer Problemschüler. Was sich geändert hat ist, dass sie nicht mehr richtig eingestuft werden, wir sie zum Abschluss bringen müssen und ihnen and einer normalen Schule nicht geholfen werden kann. Keine Sozialarbeiter, keine Psychologen und keine Strafen bedeuten m.E. keine Hilfe für sie.

(#488) AS meinte am 15.02.2009, 15:53 dazu:
" 

@sunny
Danke für die nette Antwort.
Ein paar Antworten. Ich war in einer Großstadtschule viele Jahre im Zentrum tätig, bin nun mehrere Jahre an einer Schule in einer mittelgroßen Stadt mit vielen “Problemschülern”. Wir haben Klassen mit HS- und RS- Abschluss und ich unterrichte alle Klassenstufen und -formen. Zwischenzeitlich bin ich aber immer mal wieder an anderen Schulen (z.B. auf dem Dorf) stundenweise eingesetzt.
Nun haben ja auch andere Mitstreiter wieder Kommentare gegeben. Es stimmt, dass die Schüler früher auch schon so waren wie heute, aber die Masse derjenigen, die keine Grenzen kennen, hat zugenommen. Die Schuld kann man immer auf andere schieben, aber als Lehrer hst du nur eine Chance, wenn du selbst Spaß an der Sache hast und die Kinder ernst nimmst, egal welche Antwort du bekommst. Manchmal ist das Lachen dann die beste Lösung, vor allem über sich selbst. Behindern tun uns eigentlich die bürokratischen Formen, die zunehmen. Ständig müssen irgendwelche Kommentare zu Statistiken vorgestern fertig gewesen sein. Das nervt.
Lehrer brauchen wir und die “Gefahr” des Nichtübernehmens besteht kaum. Unsere jüngste Lehrerin wird dieses Jahr 40. Das heißt: Ich bin auch eine der Jüngsten, hihi. Spaß beiseite: Langsam können wir auch mit viel gutem Willen den Schülern nicht mehr folgen. Doch auch das ist zweitrangig, denn wie gesagt, wer für seinen Beruf brennt, versucht am Ball zu bleiben. Beispiel gefällig? Ich war zwei Wochen krank. Juhu nach 4 Jahren das erste Mal für meine Schüler, aber per Mail haben diese alles Gute gewünscht und gefragt, wann denn Theater wieder sei. Toll, nicht? Du bekommst keine geldwerten Vorteile aus diesem Beruf, aber viel Positives, wenn du dich auf die Schüler einlässt. Natürlich gibt es auch Rückschläge, aber selbst Schüler, die sonst Probleme machen, haben ihre Lieblingslehrer, die sie erreichen. wink
Versuche den Weg zu gehen. Für alle Kollegen: ich weiß von unseren Problemen, aber ich gebe noch nicht auf.

(#489) sunny meinte am 22.02.2009, 14:04 dazu:
" 

@AS

Das Beispiel mit der E-mail, das ist ja total nett. Da freut man sich doch bestimmt, wenn man sieht, dass man die Schüler “beeindruckt” hat und sie einen schon vermissen. Aber das erreichen auch nicht alle Lehrer. Leider. Ich glaube auch - so weit ich das einschätzen kann - dass solche positiven Erfahrungen wahnsinning aufbauen und einem selbst zeigen, dass man es geschafft hat bei den Schülern anzukommen. An dieser Stelle muss ich jetzt auch ein Beispiel bringen smile :
Wir hatten die letzten beiden Jahre eine tolle Klassenlehrerin. Da hat die Chemie einfach gestimmt. Wir waren immer ein Team und einfach “anders” als die anderen Klassen. Darum haben uns echt viele beneidet. Aber zum neuen Schuljahr hin wurde sie versetzt. Das wussten wir und haben noch eine Abschiedsparty mit Grillen und allem drum und dran für sie organisiert, und ein kleines Büchlein gemacht, in dem jeder eine persönliche Seite für sie gemacht hat. Damit wollten wir ihr einfach nochmal zeigen, wie gerne wir sie haben und, dass sie echt eine tolle Persönlichkeit ist. Anders eben. Genauso wie wir.  wink Aber das nur so am Rande.

Ich bewundere es echt mit welchem Elan und mit welcher Ausdauer manche ihren Job als Lehrer machen. Denn es ist bestimmt nicht einfach. Man sieht es schon bei uns: diejenigen, denen man es anmerkt wie ungerne sie eigl. unterrichten, die haben schon von Anfang an verloren. Ich finde es einfach cool, wenn Lehrer auch mal über sich selbst lachen können. Damit nehmen sie uns Schülern dann manchmal schon den Wind aus den Segeln. Überhaupt: meine Lieblingsstunden sind die, die auf kleinen gegenseitigen Gemeinheiten basieren. Das verleiht dem Unterricht einfach etwas anderes/besonderes. Zu mir hat mal eine Lehrerin gesagt: “So lange meine Schüler mich nicht mehr verarschen als ich sie, ist alles super. ” Die Einstellung finde ich eifach toll. Und die Taktik hat auch immer funktioniert! Da hat man einfach die Freude und Überzeugung des Unterrichtens gesehen—>und die springt dann natürlich auch auf uns Schüler über.

Bei uns gibt es seit diesem Jahr total viele junge Lehrer. Wir haben Anfang des Schuljahrs um die 20 neue Lehrer bekommen und davon sind viele um die 30. Aber da sind wir wohl eine Ausnahme.
lg

(#490) alt aber oho meinte am 01.03.2009, 1:51 dazu:
" 

Ich habe zur Zeit unterrichtsfrei und mir im Rahmen meiner freiwilligen Fortbildung über berufsspezifische Probleme sämtliche obenstehende Kommentare durchgelesen und auch das meiste davon verstanden. Sehr schade fand ich, dass kein (in Zahlen =0=)Lehrer festgestellt hat, dass es Schulen gibt, die 5 mal pro Woche nachmittags bis 15.45 Uhr Pflicht-Unterricht erteilen => nämlich die stets und immer vergessenen Berufsschulen (hier Bayern). Und wenn Sie eine 13. Abschlussklasse im ersten Halbjahr haben und evtl. Blockunterricht und wechselnden Unterricht nach gerader und ungerader Woche (Wechselschultag bei Teilzeituntericht von 1,5 Schultagen in der 10. und 11. Klasse), dann kommen Sie auf eine echte und reine Unterrichtsbelastung von 36 Stunden pro Woche in diesem Halbjahr, wobei dann das 2.HJ natürlich im Stundenmaß entsprechend kürzer ist.

Aber was ich meinen Schülern und auch hier im Forum sagen möchte:
“Augen auf bei der Berufswahl”.

Ich habe einen der schönsten und auch einen der anstrengensten Berufe ausgewählt und lasse mir von Blinden nicht erklären, wie Licht aussieht.
Und wer wirklich neidisch auf Gehalt und Arbeitszeit ist, solls doch nachmachen.

(#491) Heiko Tessmann meinte am 05.03.2009, 11:06 dazu:
" 

Mahlzeit,

wenn die angestellten Lehrer weniger verdienen als gleiche Arbeit leistende verbeamtete Lehrer und sich dann nicht zusammentun, um auf die Straße zu gehen, wenn sie sich einfach dieser Missachtung des Gleichheitsgrundsatzes im GG fügen, sind sie opportun und kuschen letztendlich vor der Obrigkeit. Was habe ich von freier Meinungsäußerung, wenn ich mich nicht dafür einsetze?

Kann ich nicht verstehen. Schon mal das Wort ‘Sammelklage’ gehört?

Heiko

(#492) Schulmeister meinte am 05.03.2009, 17:04 dazu:
" 

Der Unterschied bezieht sich ja nur auf das netto Gehalt. Ob man da klagen kann, wage ich zu bezweifeln, sonst wäre das wohl schon in den letzten Jahrzehnten erfolgt…

(#493) Schülerfreund meinte am 05.03.2009, 20:11 dazu:
" 

1. In Deutschland gibt es den Begriff “Sammelklage” nicht. Ich gehörte zu den Angestellten Lehrern, die über Karneval vor dem Bundesverwaltungsgericht verhandelt wurden. In Deutschland wird jede Klage einzeln verhandelt. Das BVerwG sieht den Gleichheitsgrundsatz durch eine Altersgrenze nicht verletzt.

2. Im Ursprung vor vielen, vielen Jahren waren die Brutto-Gehälter der Angestellten so viel höher, dass es Netto nur einen geringen Unterschied gab. Durch den exorbitanten Anstieg der Sozialabgaben litten die Netto-Gehälter der Angestellten so sehr. Genau das sollte ja durch die höheren Brutto-Gehälter der Angestellten verhindert werden.

(#494) Schulmeister meinte am 05.03.2009, 22:08 dazu:
" 

Eine Altersgrenze für die Verbeamtung finde ich aus Staats- bzw. Landessicht sinnvoll, schliesslich müssen Arbeitszeit und Pensionszahlungen irgendwie miteinander vereinbar sein. Aber 35 Jahre ist sicher zur früh.
Davon abgesehen steht es außer Frage, dass die Bruttogehälter für Angestellte angehoben werden müssen.

(#495) Schülerfreund meinte am 05.03.2009, 23:21 dazu:
" 

Ja, ABER
Ist es denn so, dass jeder Beamte, der in den Ruhestand geht, volle Pensionsansprüche hat? Nach meinem Wissen, kriegt man auch nur anteilig an den Dienstjahren Pension.
Wenn das richtig ist, ist eine Altersgrenze unsinnig. Wenn man aber eine Pension erwarten kann, die sich in ihrer Höhe nicht unterscheidet, egal ob man 20 oder 30 Jahre gearbeitet hat, dann würde mir das einleuchten, aber meines Wissens nach, ist das nicht so.

Ja Jaaaaa, die Brutto-Gehälter für Angestellte müssen angehoben werden und zwar mal deultich höher als die der Beamten, aber da liefen die Beamten Sturm.
Ich kann es sogar bedingt verstehen, denn die Beamten haben in den letzten Jahren ja selbst kaum was gekriegt.
Mir geht es aber im Moment gar nicht um Tariferhöhungen, die mal wieder kaum die Inflationsrate ausgemacht haben, sondern um Gerechtigkeit und Gleichbehandlung, -bezahlung.

(#496) Heiko Tessmann meinte am 06.03.2009, 0:52 dazu:
" 

Servus,

gut, ich habe mich missverständlich ausgedrückt ... mit ‘Sammelklage’ meinte ich, dass sich viele Betroffene zusammentun, aber nur einer klagt. Alle teilen sich die Kosten für eine Klage. Da das sicher durch mehrere Instanzen geht, kann es teuer werden. Das Ziel ist eigentlich Das BVerfG in Karlsruhe. Notwendig aber für die Anerkennung einer Verfassungsklage ist der Marsch durch die Instanzen. Der Gleichheitsgrundsatz würde hier auch nicht die Besoldung meinen, sondern die Gleichstellung nach Titel, Aufstieg in der Besoldung, Absicherung - all das bei gleicher Arbeitsleistung. Entweder muss der Angestellte verbeamtet werden - oder der Beamtenstatus in einen Angestelltenstatus umgemünzt werden.

Zwei Bäcker verrichten exakt die selbe Arbeit, völlig identische Tagesabläufe, völlig identische Ausbildung. Der eine darf sich Bäcker nennen, der andere darf sich alles nennen, nur nicht Bäcker.

Damit ist der Gleichheitsgrundsatz verletzt.

Grüße

Heiko

(#497) Schulmeister meinte am 06.03.2009, 1:29 dazu:
" 

Ich bin kein Fachmann für Pensionen (dafür bin ich wohl noch zu jung), aber ich kenne keinen Kollegen, der sich über eine Erhöhung der Bruttogehälter der Angestellten aufregen würde. Warum auch?

(#498) Schülerfreund meinte am 07.03.2009, 1:34 dazu:
" 

@Heiko,

Das ist ja schon geschehen. Am 20.02. hat das BVerwG entschieden. Ich bin einer der 20 angestellten Lehrer, die dort geklagt haben. Es nützt auch gar nichts, wenn einer klagt und viele sich zusammen tun, da jeder für sich alleine gewinnt oder verliert und die Urteile nicht grundsätzlich übertragen werden auf ähnliche Fälle. Und schon gar nicht, wenn diese nicht auch geklagt haben.
Aber wir werden sehen, was das Urteil des BVerwG bewirkt. Ob die nächste Instanz das BVerfG ist oder ob da jetzt Schluss war, weiß ich nicht. Jedoch hat das BVerwG entschieden, dass eine Altergrenze nicht unbedingt diskriminierend ist. Auch das BVerwG hat auf die Altersversorgung abgezielt, die in eine vernünftigen Verhältnis zu den Dienstjahren stehen muss. Das Gericht hat völlig außer Acht gelassen, dass man tatsächlich (inzwischen weiß ich es) Pensionsansprüche erwirbt, die in einem Verhältnis zu den Dienstjahren stehen. Auch hier wurde mal wieder ein politisches Urteil gefällt. Genau wie bei der steuerlichen Absetzbarkeit des Arbeitszimmers, aber… anderes Thema.

@Schulmeister
Nein, sie machen kein Theater, wenn die Angestellten mehr Geld bekommen, aber an unserer Schule machen sie ein Riesentheater, wenn sie NICHT mehr Geld bekämen.
Einige Beamte an unserer Schule stellen sich hin und jammern mir die Ohren voll, wie wenig sie verdienen und meinen ebenfalls, mir erzählen zu können, dass die Kostendämpfungspauschale und das marginale Sonderzahlung den Unterschied wett machen würde und sie hätten gar nicht mehr als wir Angestellten

(#499) Heiko Tessmann meinte am 07.03.2009, 16:25 dazu:
" 

@ Schülerfreund ... ‘... es nützt auch gar nichts, wenn einer klagt und viele sich zusammen tun, da jeder für sich alleine gewinnt oder verliert und die Urteile nicht grundsätzlich übertragen werden auf ähnliche Fälle’

Das ist korrekt. Der Zusammenschluss vieler Betroffener hat auch nur den einen inn, finanzielle Unterstützung auf dem Klageweg zu bekommen - falls nötig. Natürlich sind Urteile nicht übertragbar, ABER: Urteile höherer Gerichte, zumal Bundesgerichte, haben immer Leitcharakter, so dass Anwälte bei niederrangigen Gerichten auf die Leiturteile verweisen können. Tatsächlich ist es auch so - vom rechtsstaatlichen Prinzip auch gewünscht - dass aufgrund von Leiturteilen, die alle in eine bestimmte Richtung gehen - politische Signale und auch politische Umsetzungen erfolgen. Oft gibt hier dann das BVerfG den Ausschlag. Es ist also keinesfalls umsonst, ein individuelles, für sich positives Urteil, eines Bundesgerichtes zu erwirken.

Und wenn Sie alle Instanzen durchgekämpft haben, steht Ihnen der Weg zum BVerfG offen, denn Revisionsabsagen haben dort keine Gültigkeit, da es eine Frage der Grundsätzlichkeit ist und nicht des individuellen Rechts.

Jedenfalls viel Glück.

Heiko

(#500) Schülerfreund meinte am 08.03.2009, 5:44 dazu:
" 

@Heiko

Ah, das hat mich jetzt tatsächlich ein bisschen weiter gebracht. Aber zwei Fragen stellen sich mir da unmittelbar:
1. Meine Klageweg läuft jetzt seit 2004. Wie viele Jahre wird der Weg zum BVerfG dann noch dauern? Schaffe ich das noch, bevor ich in Rente gehe. Ich hab ja nur noch 23 Jahre zu arbeiten.

2. Ob meine Rechtschutzversicherung das auch noch mitmacht? Ich habe von Instanz zu Instanz vermutet, dass die abspringen würden.

Nunja, was das Urteil vom 20.02. konkret bedeutet, weiß ich noch nicht. Da noch keine Urteilsbegründung vorliegt. Vielleicht werde ich ja doch noch verbeamtet .... und kann dann auch über die Kostendämpfungspauschale klagen wink

(#501) Heiko Tessmann meinte am 08.03.2009, 20:40 dazu:
" 

@Schülerfreund

Die Bundesgerichte sind die letzten Instanzen in zivil-, verwaltungs- und strafrechtlichen Angelegenheiten. Diese Stufe hast Du ja erklommen. Die Urteilsbegründung fehlt noch ... eine Frage der Zeit. Sobald es rechtskräftig ist mit der Begründung, kannst Du Verfassungsklage einreichen. Verfassungsklagen, bzw. deren Ausfechtung, sind immer kostenfrei für den klagenden Bürger. Die Kosten übernimmt der Staat, und das ist auch gut so und sinnvoll. Damit aber eben nicht jeder wegen allem klagt, wurde die Hürde der Erstinstanzen geschaffen. Es sei denn, es handelt sich um die Grundrechte der Artikel 1 - 19 GG.

Die Verfassungsklage kann direkt postalisch oder mündlich vor Ort eingereicht werden. In Karlsruhe gibt es dafür extra ein Sekretariat. Eine vorläufige Bewertung, ob die eingereichte Klage Aussicht auf Annahme hat, erfolgt i.d.R. innerhalb von sechs Wochen. Abzugeben ist dabei eine kurze Begründung WARUM aus Deiner Sicht eine Annahme begründet ist und was Du bisher ALLES getan hast, um Dein Recht zu erstreiten (alle Urteile, Begründungen, Zeitablauf, Anwaltsschreiben etc.).

Je ausführlicher und nachvollziehbarer, desto mehr Aussicht auf Annahme hat Deine Klage. Vor allem musst Du Dich auf das Grundgesetz beziehen und auf welchen Artikel genau, bzw. welchen Grundsatz Du als verletzt betrachtest.

Ist Deine Klage angenommen, bekommst Du eine Einladung nach Karlsruhe, bzw. Dein rechtlicher Vertreter. Es ist strittig, ob es besser ist, einen Anwalt alles machen zu lassen, denn man sagt, dass mancher annehmender Beamter es gerne sieht, wenn der Bürger selbst sich die Mühe macht, also das von Vorteil wäre. Man kann ja auf jeden Fall einen Anwalt zu Rate ziehen, der manche Formulierung schleift.

Das Verfassungsgericht kann Eilanträge innerhalb von ein paar Tagen annehmen und entscheiden, wobei eine Nachverhandlung dann ausführlicher durchgeführt wird, aber ich würde mal sagen, dass sich solch ein Verfahren i.d.R. innerhalb eines Jahres erledigt hat.

Sodele, einen schönen Abend noch.

Heiko

(#502) Schülerfreund meinte am 08.03.2009, 23:12 dazu:
" 

WOW Heiko.

bist du Jurist? Danke grin Ich weiß ja nicht, ob die mich jetzt freiwillig verbeamten, wenn sie es aber nicht tun, muss ich diesen letzten Schritt ja tun.
Ich wusste nicht, dass das so läuft. Dein Posting ist mir wirklich eine Eröffnung.
Nachmal, danke grin
und dir auch noch einen schönen Abend

(#503) malina meinte am 15.03.2009, 3:42 dazu:
" 

@Anton:
Ich könnte kotzen bei so einem undifferenzierten posting, spiegelt es mir doch nur nur das dumm geäußerte Vorurteil unseres Ex-Bundeskanzlers vom “faulen Sack” Lehrer wider.
Wer solches schreibt wie “Anton”, hat in diesem Forum nichts verloren, weil er nur eines beweist:  Er ist noch nie - auch nur einen Tag - in den Schuhen eines Lehrers gegangen.

An “Anton” persönlich:
Von Leuten DEINER stereotypen Denkungsart stammen auch Populismen, dass Lehrer und Lehrerinnen an Ereignissen wie in Erfurt und Winnenden selbst schuld seien, weil sie nicht die nötigen Antennen gehabt hätten für ALL die Probleme ALL ihrer
Schüler, die sie mitbekommen hätten müssten, immerhin unterrichten sie diese 2 - 4 Stunden pro Woche bei einer durchschnittlichen Klassengröße von 30 Schülern.

Wenn man wie Anton schon nicht am Stammtisch / in seiner Clique der King ist, dann versucht man es mal in diesem Forum zu sein, gell? Bequem anonym ist es ja schon hier.
Wobei ich mich mich frage: Kann hier eigentlich jeder Depp posten?


PS Ich bin Gymnasiallehrerin, Vertrauenslehrerin der Oberstufe und Unterstufenbetreuerin

(#504) sunny meinte am 27.03.2009, 21:10 dazu:
" 

Jetzt wird ja wieder heftig über die Realschulen diskutiert…
Manche unserer älteren Lehrer meinen sogar, dass es in 6-7 Jahren keine Realschulen mehr geben wird.
Ich bin selbst auf einer solchen Schule und hatte vor Realschullehramt zu studieren!

Jetzt die Frage an euch: Meint ihr, diese Schulart wird abgeschafft oder mit der Hauptschule zusammengelegt?

(#505) Mister M. meinte am 28.03.2009, 16:54 dazu:
" 

@sunny:
Die Tendenz ist klar, Hamburg und Schleswig-Holstein machen es vor: Es wird (mittelfristig) nur noch zwei Schultypen geben: Gymnasium und Nicht-Gymnasium (Gemeinschaftsschule bzw. Stadtteilschule). Dies ist billiger, als in jedem Ort drei (oder vier) Schulformen vorzuhalten.
Da dann das Nicht-Gymnasium zur “Restschule” wird, ist auch klar, dass es langfristig nur noch eine Schulform geben wird. Nennen wir sie “Gymnasium”, dann sind alle glücklich (die GEW, die Philologen, und natürlich auch die OECD, welche die Marschrichtung vorgibt). Wobei das nicht ganz richtig ist: Neben dem staatlichen Einheits-“Gymnasium” wird es natürlich noch Privatschulen geben, für die Leute mit etwas mehr Kleingeld (oder den richtigen Connections für die “Stipendien” für “besonders begabte” Kinder, alles natürlich voll von der Steuer absetzbar).

(#506) sunny meinte am 28.03.2009, 22:16 dazu:
" 

@Mister M.:

Na wunderbar! Und zum Schluss steht Deutschland in der Bildungspolitik europaweit ganz unten.
Das kann ja gar nicht gut gehen, alle Kinder (außer natürlich die etwas besser betuchten) zusammen zu unterrichten. Armes Deutschland. Dafür müssen sie auch ersteinmal Lehrer finden, die sich das antun!

“das ist billiger”: Ja, leider wird beim Sparen immer bei der Bildung der Kinder angesetzt, was für mich einfach völlig unverständlich ist.

Das dreigliedrige Schulsystem hat sich doch nun schon Jahrzehnte lang bewährt, auch bei uns in Bayern, und jetzt wird ständig dran rumgebastelt!
Die Unterteilung in -grob ausgedrückt- schlecht, mittel und gut….das hat doch alles einen Sinn.

Aus deinem Beitrag entnehme ich, dass du keine Chance für die Realschulen siehst???!!?

Danke für die schnelle Antwort.

lg sunny LOL

(#507) Mister M. meinte am 28.03.2009, 23:44 dazu:
" 

@sunny:
“Aus deinem Beitrag entnehme ich, dass du keine Chance für die Realschulen siehst???!!?”

Als eigenständige Schulform keine Chance.

Viele Grüße!

(#508) peter meinte am 28.03.2009, 23:49 dazu:
" 

hehe, stark sinkende schülerzahlen werden vermutlich zu der gemeinschaftsschule führen. wir legen gerade eine haupt- und eine realschulklasse zusammen. ansonsten gibts keinen klassenlehrer mehr. wiesbaden (hier hessen) streicht gnadenlos zusammen. was sollen die schulen denn machen? gespart wird immer am schwächsten glied. aber keine sorge: verlieren werden wir alle, wenn es so weiter geht.

(#509) sunny meinte am 29.03.2009, 12:43 dazu:
" 

Ja, das glaube ich auch, dass am Ende alle verloren haben.

Der Realschulabschluss wird nicht mehr viel mehr wert sein als der Hauptschulabschluss, da das Niveau der Realschulen drastsich sinken wird.
Die Hauptschüler werden mit dem Lerntempo nicht mithalten können und die anderen vom Lernen abhalten; und zum Schluss ist das dann wieder die Problemschule….


Ganz ehrlich: ich möchte nicht auf so einer zusammengelegten Schule unterrichtet werden und bin echt froh, dass mich diese Entscheidung als Schüler nicht mehr betrifft.
Realschullehramtstudium kann ich dann wohl knicken!!!!!  =(       
....super Aussichten…

(#510) peter meinte am 29.03.2009, 23:51 dazu:
" 

die aussichten sind gut, die umstände nicht so sehr. es wird weiter gehen. wenn du aber nur die berufung suchst, wird der job richtig hart werden. immer weniger geld für immer schwierigere schüler und schulleiter. sie sparen immer am schwächsten glied.

(#511) sunny meinte am 03.04.2009, 20:49 dazu:
" 

@peter

wie meinst du das
“die aussichten sind gut, die umstände nicht so sehr”...?????

“nur die berufung suchst”...
na ja…was heißt nur die berufung….ich finde, wenn man den beruf nur wegen den ferien und dem geld (was wirklich nicht zu viel ist) macht, dann ist man wohl fehl am platz. natürlich weiß ich, dass es kein einfacher job ist.
ich war heute mit einem aus meiner klasse eine viertel stunde in einer fünften klasse, weil wir schnell für eine lehrerin eingesprungen sind…und ich muss sagen, im ersten moment war ich wirklich schockiert (trotz vorwarnung, dass man die nicht eine minute alleine lassen kann)...und es war -zugegeben- schwieriger als gedacht, die halbwegs auf zimmerlautstärke zu bringen!!!!
aber ok…als lehrer hat man da ganz andere möglichkeiten!....ok…immer schwieriger werdende schüler….leider!!! (wir waren nicht so schlimm….und das liegt bei uns auch erst 5 jahre zurück!!)
mit den schulleitungen…..jaah..das hört man auch immer mehr….egal aus welchen regionen!
wir haben vor zwei jahren auch eine neue schulleiterin bekommen…und ich kann schon von dem her, was wir als schüler mitkriegen (und unsere lehrer sind da wirklich “übervorsichtig” wenns darum geht, sich über die schulleitunng zu äußern), dass da vieles nicht so ist wie sie es gewöhnt waren oder es sich wünschen würde….

zum immer weniger geld…
wie stehen die chance, dass man in einem knappen jahrzehnt noch verbeamtet wird?
aber da muss ich dir leider recht geben…sehr üppig ist die bezahlung nicht - dafür dass man jahrelang studiert hat und eine riesige verantwortung trägt!!!!!

lg

(#512) MAX meinte am 17.04.2009, 15:06 dazu:
" 

Liebe “Freunde dieses Forums”,
bitte nehmt nicht alles hier im Forum gesagte für bare Münze. Es macht mich als Lehramtsstudenten auch traurig zu sehen, wie hier größtenteils nur rumgejammert wird. Als Schüler habe ich viele unmotivierte Lehrer erlebt und ermahne euch hier deshalb nicht dauerhaft rumzujammern und euch in der Opferrolle zu sehen.
Ich habe die Beiträge hier von Seite 1-6 verfolgt, weil ich selbst dazu neige, mich in der Opferrolle zu sehen und mit meiner Situation im allgemeinen auch schnell unzufrieden zu sein. Ich sage euch aber, dass das nichts mit dem Beruf des Lehrers zu tun hat, sondern in allen Berufsfeldern mit hohem sozialen Engagement und ideologischer Berufung vorkommt. “Ungerechte Bezahlung” und ein “minderwertiger Status” des Berufs sind die Schattenseite mit denen jeder klarkommen muss. Vielleicht nur noch soviel dazu: Beklagt euch nicht immer über solche Nebensächligkeiten. “Bleibt locker!”
Und vielleicht noch als Aufmunterung: Hört nicht darauf was andere über euch denken und meinen mitteilen zu müssen. (Danke Cycleforever - deine Beiträge sind lustig, du wirst mal ein ganz toller Anwalt petite fou!)

Ich glaub Voltaire hat den Satz ungefähr so gesagt: Ich habe beschlossen glücklich zu sein, weil es besser für meine Gesundheit ist.

Also Lehrer, denkt daran was ihr für eine spannende Aufgabe habt, Kinder auf die Welt da draußen vorzubereiten.
Seht die verbundenen Probleme nicht als Problem, sondern als Herausforderung, die ihr meistern werdet! Glaubt an euch und so werden auch die Anderen an euch glauben.

Ich schließe jetzt unvoreingenommen mit den Worten, dass keiner das besser machen, was Du für richtig hälst!

Bitte bewertet meinen Artikel - ich brauche Feedback

P.S. Es ist mir wirklich scheißegal, ob das hier ins Forum passt oder nicht

(#513) MAX meinte am 17.04.2009, 15:09 dazu:
" 

Und noch was:
Macht nicht den Fehler, euren Selbstwert über euer Gehalt oder andere Oberflächlichkeiten zu definieren!

Deutschland trenn dich von deiner Lethargie!!!!!!

(#514) Lehrerin meinte am 17.04.2009, 19:01 dazu:
" 

Lieber Max!
Es passt schon hier ins Forum, keine Sorge.
Ich weiß nicht, welche Fächer du studierst, aber lass dir gesagt sein, dass die Meisten von uns genau mit diesem Optimismus in den Beruf gestartet sind. Genauso wie du dachte ich, dass es eine der spannendsten Aufgaben sein wird, die ich mir vorstellen kann, den Kindern “etwas mitzugeben” für “die Welt da draußen”. Grundsätzlich ist es das auch.
Jedoch wirst du schnell feststellen, dass trotz der allerbesten Vorsätze, trotz der absoluten Gewissheit, dass du für die Kinder nur das Beste willst, genau dies IMMER WIEDER genau von den Pubertierenden, ihren Eltern und der ganzen Außenwelt in Frage gestellt wird. Und glauben tut dir dies auch niemand mehr (siehe du, obwohl du dich gerade den Personen, die jahrelang bereits ERFAHRUNG in diesem Beruf gesammelt haben, und keinerlei Anlass haben, in einem anonymen Forum zu lügen, so verschließt).
Und genau so habe ich mir während Praktika immer wieder gedacht: “Mei, dieser alte verknöcherte Lehrer da vorne, dem werde ich es mal zeigen mit meinen tollen schüleraktivierenden kreativen Materialien später. Die Schüler werden mich lieben, wenn ich so “locker bleibe”, so originelle Ideen habe und ihnen so tolle Materialien biete.” Bloss leider wirst du genauso wie ich vor lauter Korrekturen und sonstigem Kram bei einer Vollzeittätigkeit kaum mehr dazu kommen, so kreativ und genial und “superlocker” zu sein, wie du das mal in 1 - 2 Unterrichtsversuchen pro Woche gewesen bist. Auch ich wurde von erfahrenen Lehrern vorgewarnt, aber habe dies in meinem jugendlichen Leichtsinn als Hysterie und “Rumgejammere” abgetan. “Ich bin tough”, dachte ich mir, “was sind das für Weicheier, die Lehrer. Schutzraum Schule und viele Ferien. Sind wohl der Außenwelt nicht gewachsen. Denen werde ich es zeigen!”. Mitnichten! Im heutigen Schulbetrieb kann von Lethargie beim besten Willen keine Rede sein. Und da wird es dir auch nichts bringen, dir selbst als Einziger tagtäglich einzureden, dass du super bist, dein Gehalt für deinen Selbstwert unwichtig ist, alle anderen nur oberflächlich sind etc.
Es sei denn du willst dynamischer Sport/Religionslehrer werden. Dann bist du natürlich genial und wirst keine Probleme haben!
Vielleicht reden wir in ein paar Jahren mal wieder, wenn du deine eigenen Erfahrung gemacht hast.
Lass dir gesagt sein, Hochmut kommt vor dem Fall.

(#515) Schulmeister meinte am 18.04.2009, 12:57 dazu:
" 

@Max
Dein Optimismus in allen Ehren, aber aus Deiner Position solche Kommentare von sich zu geben ist schon etwas… nennen wir es “überheblich”. Ich weise gern zum gefühlten 100. Mal auf den Unterschied zwischen “jammern” und “rechtfertigen müssen für” hin.

(#516) MAX meinte am 18.04.2009, 16:40 dazu:
" 

Liebe Lehrerin,
vielen Dank für Dein Feedback. Mir gibt das natürlich irgendwo zu denken - auch in Hinblick auf meine Berufswahl. Hab ich jetzt einen Fehler gemacht, naiv zu glauben, ich könnte gut mit Kindern umgehen und die auch für meinen Unterricht zu begeistern, bzw. zu interessieren?
Ist es wirklich wert jeden Tag später in die Schule zu gehen und sich abzurackern.
Du gehst natürlich, bei all deiner Erfahrung und all meinem Respekt dafür, auch wieder in dieselbe Richtung wie die anderen Lehrer in diesem Forum. Ich hab einfach das Gefühl, dass der klassische Lehrerberuf viel zu negativ betrachtet wird. Du sagst ja, dass der Beruf immer wieder von Pubertierenden, Eltern und der Außenwelt schlechtgemacht wird. Ist das wirklich so? Und wie gehst Du dann damit um?

Ich selbst studiere Sport und Englisch momentan auf Sek l. Ich bin auch kritisch genug zu erkennen, dass es nicht einfach sein wird, kein besonders gutes Standing zu haben, wie in vielleicht anderen klassischen Berufen als Arzt, Ingenieur oder Anwalt.
Darf ich fragen, welche Fächerkombination an welcher Schule Du unterrichtest? Und wie lange du schon unterrichtest?

Ich kann einfach nicht glauben, dass es soviel gute Lehrer gibt und geben wird, die sich ja praktisch gesehen, wund schuften, für nichts weiter als ein karges Gehalt und miesepetrige Kommentare von Besserwissenden Außenstehenden.
Meiner Meinung nach ist das vielleicht so gar der springende Punkt. Da sich jeder Mensch, seiner Natur nach beweisen will in welchem Feld auch immmer, gibt er den Lehrern nach seiner Schulzeit nochmal Kante, weil er es dem Lehrer immernoch beweisen will. Nach dem Motto, ich bin doch jetzt Anwalt, warum habe ich in der 9. Klasse in Deutsch und Mathe nur einer 3- bekommen.
Mich macht es echt etwas traurig, und ich hab schon angefangen nach beruflichen Alternativen zum Lehramtsstudium Ausschau zu halten. Hast du schonmal darüber nachgedacht? Und was mich gerade brennend interessieren würden, weisst du wie es für Lehrer im Ausland ist?

Liebe Lehrerin vielen Dank.

MfG, Max

(#517) Schülerfreund meinte am 19.04.2009, 13:11 dazu:
" 

Lieber Lehrerin,
Lieber Schulmeister,

genau eure Gedanken hatte ich auch, als ich Maxens Kommentar las. Ihr sprecht mir aus tiefster Seele

Aber Max verzeihe ich seinen Kommentar, weil er die Eierschalen noch hinter den Ohren hat und das Kücken schon immer meinte, es sei klüger als die Henne.
Als erwachsener Lehrer sollte man großmütig mit so einem Kommentar umgehen und ihm wünschen, dass sein Realitätsschock nicht zu hart wird.

Ich würde aber gern mal einen Kommentar von Max lesen, wenn er echte Verantwortung trägt… eine Klassenführung, drei Korrekturfächer und eine Fachleitung hat grin

(#518) Schülerfreund meinte am 19.04.2009, 15:33 dazu:
" 

Lieber Max,

denk doch du bitte mal darüber nach, dass vielleicht etwas dran sein könnte, wenn sooooo viele Lehrer “jammern”. Mit diesem Begriff halte ich es allerdings eher wie Schulmeister. In unserem Beruf wird jede Richtigstellung, bzw überhaupt eine Stellungnahme als “Gejammer” bezeichnet. Wenn du als angehender Lehrer diesen Begriff auch benutzen solltest, solltest du dich-mit Verlaub - schämen.
Du bist noch Stundent und ich möchte dich nicht entmutigen, aber du wirst dich noch wundern. Jedoch solltest du auch den Beruf des Arztes, Anwalts oder sonstwas auch nicht unterschätzen. In anderen Berufen wird dir das Geld auch nicht geschenkt, aber in den Berufen darsft du wenigstens ungestraft “jammern” was das Zeug hält. Dort wird es dir Zuspruch einbringen. In unserem Beruf darfst du nicht einmal Stellung nehmen, wenn dir Stammtischparolen oder populistisches Geschwätz entgegen schwingen.

(#519) Ingo J. meinte am 22.04.2009, 16:04 dazu:
" 

Jetzt habe ich mich durch sämtliche Artikel durchgequält und frage mich, warum muss das hier alles so breit diskutiert werden? Ich bin seit 5 Jahren Lehrer an einem Gymnasium. Mir gefällt mein Job und ich verdiene angemessen. Mal ehrlich: Meine Frau ist Betriebswirtin - Sie verdient zwar etwas mehr, arbeitet aber bestimmt doppelt bis dreimal so viel wie ich und ist vollkommen gestresst. Ich stehe dazu: Lehre ist ein super Job, wir haben viel Freizeit und werden recht gut bezahlt - und wen das stört, der hätte halt Lehramt studieren sollen.

(#520) Schülerfreund meinte am 22.04.2009, 22:09 dazu:
" 

@Ingo

Mir gefällt mein Job auch und ich mache ihn seit 8 Jahren super gern.
Ich finde aber nicht, dass ich angemessen verdiene, denn du an einem Gymnasium und wahrscheinlich Beamter verdienst mal locker 1000€(PKVbereinigt) netto mehr als ichangestellte Lehrerin an einer Hauptschule

(#521) Ingo J. meinte am 23.04.2009, 9:14 dazu:
" 

@Schülerfreund: das stimmt schon - ich kann diese Ungleichbehandlung auch nicht verstehen - ihr habt sicherlich keinen leichteren Job an der Hauptschule…

Angestellte Lehrer gibt es an unserem Gymnasium (noch) nicht.

(#522) Schulmeister meinte am 16.06.2009, 18:54 dazu:
" 

@Ingo

“Sie verdient zwar etwas mehr, arbeitet aber bestimmt doppelt bis dreimal so viel wie ich und ist vollkommen gestresst.”

Das kannst Du aber sicher nicht verallgemeinern. Deine Beschreibung kann nur zutreffen, wenn Deine Frau WEIT überdurchschnittlich viel arbeitet und Du WEIT unterdurchschnittlich.
Meine Frau ist Ärztin mit all den Wochenddiensten. Aber sie wirft mir vor, keine Zeit für sie zu haben. Wenn Deine Frau dreimal so viel arbeitet wie ein normaler Gymnasiallehrer, dann muss sie ca. 150 Stunden pro Woche abreißen. Wenn Du natürlich Sport und Kunst unterrichtest, dann ist es sicherlich weniger…

(#523) niko meinte am 20.07.2009, 15:58 dazu:
" 

Es ist bedrückend, wie hier “diskutiert” wird.

Das kann einer werdenden Lehrkraft (habe gerade die fachliche Prüfung zum Fachlehramt für 5 musisch-technische Fächer hinter mir) wirklich die Vorfreude am Beruf nehmen.

Jeder ist gegen Jeden: Eltern gegen Lehrer - Lehrer gegen Schüler - Jung gegen Alt - Angestellte gegen Beamte und andersherum.

Deutschland scheint ein Land der Futterneider zu sein. Ich freue mich für jeden, dem der erwählte Beruf Spaß macht und ein AUSREICHENDES Einkommen ermöglicht.

Ich werde mich vor niemanden für meine Berufswahl rechtfertigen und ob ich nun verbeamtet werde oder nicht ist mir inzwischen ziemlich egal. Beide Optionen, Beamter und Angestellter, haben Vor- und Nachteile. Das einzig Schlimme sind die vorherrschenden Vorurteile, die ich mir nun zu Genüge hier zu Gemüte geführt habe.

Grüße

Niko, die hofft ihre Prüfung bestanden zu haben.  shock

(#524) sunny meinte am 25.07.2009, 18:15 dazu:
" 

@niko:

Ich will auch Lehramt studieren, doch bei mir dauert das leider noch 3 Jahre. Habe gerade meinen Realschulabschluss geschrieben. Ich finde es aber auch traurig, wie sich die Lehrer für ihr Einkommen rechtfertigen müssen!!!

“AUSREICHENDES Einkommen”:
Na ja…das ist ziemlich subjektiv. Es kommt darauf an, was der Lehrer für sein Geld tun. Diejenigen, bei denen schon ein 7. Klässler merkt, dass sie total unvorbereitet sind, die verdienen meiner Meinung nach zu viel. (Auch wenn ich mit diesem Kommentar jetzt mit Sicherheit einige Kritik abbekommen. ^^)
Aber die anderen, die ihren Beruf ernstnehemn, und sich Gedanken machen, wie sie ihren Unterricht gestalten können, damit das Lernen Spaß macht und bei den Schülern ankommt, da finde ich das Gehalt eher zu wenig. Wenn man nur mal den Zeitaufwand für ein !gutes! Referat nimmt, das eine viertel Stunde dauert, dann kann man sich ja vorstellen, was die Vorbereitung -vor allem am Anfang- für Zeit in Kauf nimmt.

“Eltern gegen Lehrer”: Ich habe im Winter auch schon die ganzen Kommentare gelesen. Aber ich werde immer wieder sauer, wenn ich manche Elternkommentare lese. Ok…bei Schülern. Das liegt wohl mehr oder weniger in der Natur der meisten Schüler, das “Lehrer sind scheiße”. Aber die Eltern, die sich ständig einmischen und meinen den Lehrern erklären zu müssen, wie sie ihren Beruf zu machen haben….da werde ich einfach nur sauer. Bei uns an der Schule ist die Woche eine ähnliche Situation gewesen. Eine Schülerin kommt mit einer Lehrerin nicht aus (die zugegeben strenge Mittel hat und auf absolute Disziplin setzt). Die Schülerin hat natürlich alles ihren Eltern erzählt, anscheinend noch ein bisschen was dazugedichtet…oder dramatisiert…wie auch immer. Die Eltern sind in die Schule gegangen. Der Konflikt hat sich so zugespitzt, dass ihr mit einem Anwalt gedroht wurde und jetzt sogar Versetztung im Gespräch ist. Eltern können auch nur das wiedergeben, was ihre Kinder erzählen. Und ob da immer alles stimmt; das bezweifel ich.

“Angestellte gegen Beamten”: Ok…ich kann sie aber teilweise echt verstehen. Denn es ist schon ein Unterschied im Gehalt.

Trotz all dieser Vorteile halte ich auch an meinen Zukunftsplänen fest. Die habe ich bis jetzt durchgesetzt, und werde es auch weiter tun. Gegen alle vorurteile.

lg
sunny

PS: Das mit deinen Prüfungen hat bestimmt geklappt.  wink

(#525) Schulmeister meinte am 27.07.2009, 14:14 dazu:
" 

@sunny

Du kommst von einer Realschule, da ist das mit dem Vorbereitetsein so eine Sache… Viele Lehrer müssen dort fachfremd unterrichten, da sind sie teilweise froh, wenn sie ihren Unterrichtr überhaupt irgendwie zustande bekommen.

(#526) niko meinte am 28.07.2009, 13:35 dazu:
" 

@sunny

Natürlich gibt es immer solche, die weniger für ihr Geld tun als andere. Wegen dieser Zustände werden auch Stimmen immer lauter, die fordern das Beamtentum ganz abzuschaffen und auch Lehrer nach Leistung zu bezahlen. Was ich selbst gar nicht schlecht finde.

Trotzdem kann ich nicht verstehen, wenn man über die zu knappe Entlohnung jammert. Falls ich verbeamtet werde, bekomme ich Zeit meines Lebens A10… das ist nochmal etwas weniger als der Haupt- und Realschullehrer (und besonders der Gymnasiallehrer) verdient und trotzdem finde ich das nicht wenig (eine Annäherung fände ich natürlich trotzdem nicht schlecht) LOL

Ich bin immer noch am Überlegen, ob ich überhaupt versuchen soll, mich verbeamten zu lassen.
Die Tatsache, nicht streiken zu dürfen und wenig Mitbestimmungsrecht über den Ort meines Arbeitsplatzes zu haben hat für mich irgendwie einen negativen Beigeschmack. Und Bayern ist nicht klein.

Und dafür, dass man als Beamter mehr Geld verdient, muss man doch im Krankheitsfall oft tief in die Tasche greifen. Natürlich sind diese anfänglichen 1-Jahres-Verträge blöd, doch bei dem Lehrermangel (besonders in meinen Fächern) bin ich doch guter Hoffnung, dass ich gebraucht werde.

PS: Offensichtlich hat das mit den Prüfungen geklappt, ich hab noch nicht den gefürchteten Brief bekommen, in dem steht, dass man das Jahr wiederholen darf :D


@ Schulmeister

Ich habe schon von Fällen gehört, wo in Sport und Werken fachfremd unterrichtet wurde. Das ist nicht nur schwachsinnig sondern kann auch gefährlich sein.
Da fragt man sich doch, was Schülern und Lehrern noch zugemutet werden soll confused

(#527) sunny meinte am 31.07.2009, 21:52 dazu:
" 

@schulmeister:

Das wusste ich nicht. Ich glaube auch, bei uns gibt es keine fachfremden Lehrer. Da bin ich mir sogar ziemlich sicher. ^^ Aber in den Fällen, wo das so ist, ist das Unvorbereitet-Sein noch eher vertretbar. Leider kann ich aus Erfahrung aber sagen, dass es auch Lehrer gibt, die “ihre” Fächer unterrichten und trotzdem nicht im Mindesten vorbereitet sind. (Ich hatte gerade so eine Lehrerin, in einem Hauptfach, im Abschlussjahr. Und es war nicht gerade von Vorteil, kann ich euch sagen.^^)
Nicht, dass ihr mich jetzt falsch versteht. Ich bin niemand, der an Lehrern kein gutes Haar lässt und meint, es besser zu können. Ich weiß, was das für ein harter Job ist. Besser gesagt: ich kann es mir vorstellen; und “verteidige” deshalb auch die Lehrer viel eher, als sie “anzugreifen”. Aber die Haltung von manchen kann ich einfach nicht verstehen!!!
Doch zum Glück hatte ich zum Großteil richtig tolle Lehrer (an die ich auch noch öfters denken werde^^), muss ich zugeben!! =))


@nico:

Ich finde die Verbeamtung an sich nicht schlecht und hoffe, dass sie auch dann noch existiert, wenn ich mal soweit bin. wink
Aber unsere Lehrer meinten, dass die Chancen nicht allzuschlecht stehen, denn wenn Lehrer nicht mehr verbeamtet sind, dann dürfen sie streiken, und wenn Bayerns Lehrer streiken, dann hat der Freistaat ein Problem. ... hoffe, sie haben recht! ^^
Doch ich finde, dass für die, die in ihrem Job alles geben, noch Leistungsprämien her sollten!!!
Damit würde die nachmittägliche Vorbeireitung auch wieder reizvoller werden…

lg sunny

Ps. dann Glückwunsch, zu den bestandenen Prüfungen!!!!!

tongue wink

(#528) Thomas meinte am 01.08.2009, 23:35 dazu:
" 

@ sunny
In der Hauptschule wird sogar fast nur fachfremd unterrichtet - 4 Fächer im Studium, alles im Unterricht. Aber unvorbereitet geht hier (fast) keiner in den Unterricht (es mag einzelne Ausnahmen geben, aber die sind sehr selten). Im Gegenteil, wir nutzen die “Chance”, auch mal über unseren Tellerrand hinauszuschauen und verknüpfen so mehrere Bereiche in Form von fachübergreifendem Unterricht.

Weiterhin gibt es in Bayern durchaus Leistungsprämien für besonders gute Lehrer - die Frage ist nur, wer entscheidet, dass ein Lehrer besonders gut ist. Das obliegt dem Chef und dem Schulamt, und hier kann man bereits streiten, was denn einen guten Lehrer ausmacht. Ist es der, der bei Kindern beliebt ist? Oder der, der immer nur gute Schnitte bei den Klassenarbeiten erreicht? oder der, bei dem viele einen guten Abschluss erreichen? Oder ist es der, der seine Klasse disziplinieren kann? Oder gehört das alles zusammen? Die Entscheidung, ob jemand gut ist, ist individuell vom Beurteiler abhängig. Was der eine toll findet, ist für den anderen unerträglich.

Das mit dem Streikrecht ist so ne Sache - und nicht DAS Argument für die Verbeamtung. Ein Beamter ist, obwohl er nach Abzügen mehr Geld auf dem Konto hat als ein Angestellter, billiger als ein Angestellter, weil der Staat sich die Sozialabgaben spart. Das macht bei einem Lehrer in meiner Besoldungsstufe (A12) und meinem Lebens- und Dienstalter etwa 600 Euro im Monat aus. Und das rechnet sich in der Masse durchaus…
Ich war 6 Jahre lang Angestellter und bin jetzt seit 2 Jahren Beamter, ich weiß also wovon ich schreibe.

Thomas

(#529) sunny meinte am 02.08.2009, 16:44 dazu:
" 

@Thomas:

Ok…dann Respekt vor den Leuten, die so ziemlich alles unterrichten. Trotzdem denke ich, dass es ein Unterschied ist, ob man auf der Hauptschule oder auf dem Gymnasium fachfremd unterrichtet….

Ja…das mit dem “guten Lehrer” ist schon so eine Sache. Für mich gehört das alles zusammen. Nur bei den Schüler beliebt zu sein, heißt ja nicht, dass man guten Unterricht macht. Hingegen guter Unterricht (von wem auch immer bewertet) ist auch nicht das Ideale, wenn es bei den Schülern nicht ankommt, weil man als Lehrer nicht akzeptiert oder angesehen wird. Ich hatte jetzt schon einige Lehrer in 10 Jahren…und es waren viele gute Lehrer dabei, die ich wirklich sehr gern mochte. Aber den richtigen “Volltreffer”, den haben in meinen Augen erst ganz ganz wenige gelandet. Aber es gibt ihn: den mehr oder weniger perfekten Lehrer. Durfte ich selbst erleben…. ^^ ...bei fast allen beliebt, mit viel eigener Persönlichkeit, guten Schnitten…und Unterricht, der Spaß macht….weil die Atmosphäre einfach stimmt.

Wegen der Verbeamtung….ich habe da natürlich noch keine Erfahrung, ob Angestelltenverhältnis oder Verbeamtung besser ist…. aber bei den Beamten bleibt doch einiges mehr netto übrig, oder?...

lg sunny

(#530) Thomas meinte am 03.08.2009, 10:56 dazu:
" 

Ja, das habe ich ja geschrieben.
Der Beamte hat netto mehr, obwohl er für den Arbeitgeber billiger ist. Klingt paradox, ist aber so (siehe Sozialabgaben).

Ich glaube nicht dass es ein großer Unterschied ist, wo man fachfremd unterrichtet. Es ist immer mit viel Arbeit verbunden, sich in fachspezifische Strukturen und Methoden einzuarbeiten. Vorausgesetzt natürlich, man will das auch… wink

Ich wünsch dir jedenfalls ein glückliches Händchen bei der Berufswahl - wenn es das Lehramt ist, das dich glücklich macht, dann mach das. Aber probier vorher aus - über Praktika (in denen du auch mal Unterrichten versuchen kannst), bekommst du teilweise Einblicke.

Alles Gute!

Thomas

(#531) sunny meinte am 09.08.2009, 17:49 dazu:
" 

@Thomas:

Danke…. ich hoffe doch, dass es die richtige Entscheidung war, diesen Weg einzuschlagen. Gegen viele gute Ratschläge….!!!!!

Ok…aber ich glaube, man muss ja sowieso einige Praktika machen… so weit ich weiß, auch schon vor dem Studium, oder??? Oh je, das wird dann ein harter Brocken, die ersten Stunden halten… ;D

Stimmt das, das man als Lehrer ganz schlechte Chancen hat, in einen anderen Beruf einzusteigen??? Wenn man verbeamtet ist sowieso; das ist klar…
Aber ich will mir ja keine “Auswegs-Gedanken” machen, bevor ich ühaupt angefangen habe….das wäre wohl keine gute Einstellung… =)

lg
sunny

(#532) caro meinte am 10.08.2009, 12:04 dazu:
" 

@ sunny
Das Praktikum vor dem Studium wird kein “allzu harter Brocken”, da für ein “selber Stunden halten” i.d.R. gar keine Zeit ist, da dieses Praktikum auf einen Gesamtüberblick abzielt. (Kann in unterschiedlichen Bundesländern anders geregelt sein…)
Trotzdem wäre schon aus aufsichtspflichttechnischen Gründen dabei eine Lehrkraft anwesend (ebenso wie bei den Stunden während der Praktika im Studium). Die Schüler sind da meistens ganz brav, weil sie entweder vorher total darauf eingeschworen wurden oder nachfolgende Sanktionen dieses Lehrers fürchten und nicht wieder eine endlose Predigt zum Thema Anstand, Benehmen usw. hören wollen.

Als Lehrer auszusteigen ist bei Schularten wie Haupt- oder Grundschule fast unmöglich, da dieser Studiengang irgendwie nicht als Fachstudium anerkannt wird und man selbst nach 15 Jahren Berufserfahrung dasteht, als habe man “nichts gelernt”. Man erhält immer wieder die Auskunft, man könne ja “Nachhilfe geben”. Soziale Berufe greifen lieber auf Sozialpädagogen zurück, da diese eine spezialisiertere Ausbildung haben.
Ob man verbeamtet ist oder nicht, spielt dabei eigentlich nur insofern eine Rolle, dass für Beamte in den ganzen Dienstjahren keine Sozialversicherungsbeiträge gezahlt wurden und du dann plötzlich mit 40 Jahren dastehst und bestenfalls Jahres-, Teilzeit-, Schwangerenvertretungsverträge,... angeboten kriegst und nicht weißt, wie die Zukunft aussehen soll. -Potentielle Arbeitgeger sehen das bei Bewerbungsgesprächen übrigens (mit anderen Worten) ähnlich: “Sie haben einen sicheren Job! Andere haben keinen! Was wollen Sie denn eigentlich?”
Ich versuche seit einigen Jahren rauszukommen, habe aber soziale und finanzielle Verpflichtungen anderen Menschen gegenüber und kann es mir schlicht nicht leisten, meine Arbeit fristlos zu kündigen, ohne etwas Neues in der Hinterhand zu haben - mangels gezahlter Sozialversicherung ist nämlich auch Hartz IV nicht so einfach!

Wenn jemand hier ein gutes Forum kennt, in dem Berufsalternativen für ausgestiegene oder kündigungswillige Lehrer angeboten werden - immer her mit den Links!!!

(#533) sunny meinte am 13.08.2009, 12:35 dazu:
" 

@caro

Ja, das mit den Praktikanten-Stunden war bei uns immer genauso. Etweder es kam der Satz: “Benehmt euch und arbeitet mit - wir wollen ja den zugünftigen Lehrern nicht gleich die Lust am Job verderben!”, oder es wurden Strafarbeiten angesetzt. (Uns hat es auch nur einmal getroffen - zwei Seiten Aufsatz, warum wir uns zu benehmen haben. Danach nie wieder. Dann wussten wir, dass es der Aufwand nicht wert war. ^^)

Wie sieht es da mit Realschullehramt aus. Wird das dann als Fachstudium anerkannt??
Und warum ist das eigl. so, dass die Lehrmamstsstudiengänge nicht “anerkannt” werden, in der freien Wirtschaft? Zu wenige Scheine?


Warum willst du denn raus, aus dem Lehrerleben??

lg sunny

(#534) Zeuss1968 meinte am 06.09.2009, 15:12 dazu:
" 

Hallo!

1)Wieso werden nicht alle diejenigen, die sich über die hohen Lehrergehälter ärgern selbst Lehrer?

2)Angestellte Lehrer sind
a)i.A. Lehrer, die nicht mit 35 Jahren mit ihrer Ausbildung fertig waren, oder
b) Lehrer, die in einem Bundesland arbeiten, das nicht mehr verbeamtet.

Tipps:

zu a) schneller Studieren, man kennt ja vor dem Studium die Altersgrenze für das Verbeamten.

Seiteneinstieg möglichst vermeiden, wenn man in der Wirtschaft nicht klar kommt, kommt man als Lehrer erst recht nicht zurecht.

zu b) Wechseln in ein anderes Bundesland. Sollte man aus bestimmt nachvollziehbaren Gründen nicht in der lage sein zu wechseln, dann muss es man eben hinnehmen.

(#535) Schülerfreund meinte am 09.09.2009, 0:20 dazu:
" 

Ganz so einfach ist es nicht. Ihr Statement ist etwas kurz gesprungen:
Ich war z.B. schnell genug mit dem Studium fertig, wurde aber mehrere Jahre mit Zeitverträgen vertröstet. Als ich genau zwei Monate die Altersgrenze überschritten hatte, bekam ich den unbefristeten Vertrag. Nun wollte die Landesregierung aber nicht mehr verbeamten.
Ich hab es nicht eben hingenommen und geklagt. Mit dem Ergebnis, dass ich inzwischen verbeamtet bin.

Letztlich war es auch mir nicht wichtig, ob ich verbeamtet bin oder nicht. Aber egal warum man später anfängt, es ist und bleibt eine Ungerechtigkeit, dass Angestellte so viel weniger verdienen als Beamte und ich finde, dass man das auf keinen Fall “eben hinnehmen” darf.
In meinem Fall machten das nach Abzug der PKV 536€ netto aus und sowas soll man “eben hinnehmen”
Aus Ihnen spricht eine mir völlig unverständliche Geringschätzung der angestellten Kollegen.

Würden Sie es einfach “eben hinnehmen”, wenn Sie rund 500€ netto weniger verdienen würden, wofür es nur den einen Grund gäbe, dass sie etwas später in den Job gekommen sind?

(#536) Mister M. meinte am 09.09.2009, 18:00 dazu:
" 

@Schülerfreund:
Jemand, der eine grundständige Lehramtsausbildung (1. und 2.Staatsexamen) hat und aus Gründen, die er oder sie nicht selbst zu vertreten hat, nicht verbeamtet wird, bei dem sollte es auf Wunsch schnellstens nachgeholt werden können. Insofern einverstanden.

Was aber nicht geht: Die vielen Quer- und Seiteneinsteiger, die momentan in den Lehrberuf in mehr oder weniger fortgeschrittenem Alter drängen, weil sie in der sogenannten “freien” Wirtschaft aufs Abstellgleis geschoben wurden, bei denen sollte man sehr kritisch prüfen, ob eine Verbeamtung in Frage kommt. Mindestkriterium wäre hier sicherlich ein erfolgereiche Referendariatsausbildung (= 2. Staatsexamen) und eine noch angemessene Verweildauer im Schuldienst: Jemanden noch mit Anfang Fünfzig zu verbeamten könnte man dem Steuerzahler (also uns allen) sicherlich nicht zumuten, da dieser irgendwann die Pensionen zahlen muss. Würde man es trotzdem in großem Stil tun, würde dies früher oder später auf die komplette Abschaffung der Altersversorgung für Beamte hinauslaufen, da dann niemand die Pensionslasten mehr trägen könnte. Und zudem: Wer erst in fortgeschrittenem Alter seine Liebe zur Schule “entdeckt”, der muss eben akzeptieren, dass er nicht mehr alles haben kann. Immerhin hat sich so jemand voorher bewusst für einen anderen Lebensweg entschieden.

(#537) caro meinte am 10.09.2009, 11:17 dazu:
" 

@sunny

Ich glaube, dass es sich mit dem Studienabschluss im LA für Realschülen ähnlich verhält, was die Anerkennung als Fachstudium betrifft. Erkundige Dich lieber mal, wie das in Deinem Bundesland ist, da ich hier keine allgemein gültigen Thesen aufstellen möchte - das tut eh schon halb Deutschland, was das Schulleben betrifft.

Meines Wissens ist es so, dass die Anerkennung nicht mit der Anzahl der Scheine zusammenhängt, sondern dass der Gymnasiallehramtsabschluss mit dem bis vor kurzem noch üblichen Diplom vergleichbar ist. Die haben auch eine andere Regelstudienzeit, viel mehr Fachwissenschaft in zwei bis drei Fächern und kaum was aus dem erziehungswissenschaftlichen Bereich. Bei Grund-, Haupt- und Realschulen ist das anders: Kein Diplom - kein Wert!

Warum ich aus dem Lehrerleben aussteigen möchte?
Nur ein paar Gründe:
- Weil ich keine irrationalen Wahlversprechen einlösen möchte, die ich selbst nie gemacht hätte.
- Weil jeder Kultusminister für alle Schularten werden kann, ohne einige davon überhaupt je erlebt zu haben und deshalb kaum nachvollziehbare, “volksnahe” Neuerungen aus dem Boden stampfen kann - und die Lehrerschaft dafür die Prügel einstecken muss.
- Weil meine Familie bei jedem Telefonklingeln schon genervt die Augen verdreht und Wetten abschließt, welcher erzürnte Elternteil es wohl diesmal sein wird.
- Weil Walpurgisscherze in meinem Garten immer heftiger ausfallen als in der Nachbarschaft.
- Weil es mir vor Bekannten peinlich ist, wenn wir spät noch unterwegs sind und uns kommen betrunkene Schüler entgegen, die mich lautstark begrüßen und anpöbeln (“hier können Sie uns ja keinen Verweis geben; das ist keine Schule!”)
- Weil von mir erwartet wird, dass ich fähig bin, jeden Schüler individuell anzunehmen und auf seine Probleme und Schwächen einzugehen - ich aber 23 broken-home-stories vor mir sitzen habe.
- Weil ich aus Sicherheitsgründen mit genau diesen Schülern eigentlich gar nicht mehr alleine hinter verschlossenen Türen reden kann - Unterstellungen, Schüler angegriffen, berührt oder beleidigt zu haben, sind an der Tagesordnung und werden von den Medien gern aufgenommen.
- Weil ich nur Probleme sehen kann, mir allerdings jede Handhabe fehlt, etwas dagegen zu unternehmen: Allein um einen Schüler dem Schulpsychologen vorzustellen, brauche ich die schriftliche Einwilligung der Eltern. Wenn ich die dann habe, brauche ich einen Termin bei ihm - nur kommt der maximal einmal im Monat an die Schule…
-...

Willst Du noch mehr?

(#538) Linda meinte am 28.09.2009, 18:14 dazu:
" 

Zum Thema in RLP wird wohlwollend verbeamtet kann ich nur sagen, dass ich jetzt im 3. Jahr auf eine Planstelle warte. Meine Kollegen, die im 4. Jahr arbeitet wurde auch noch in verbeamtet. SIe hat einen zweier Durchschnitt. Selbst eine andere Kollegin mit Durchschnitt 2,0 musste 2 Jahre auf eine Planstelle warten. Gehaltsmäßig macht dies an die 500 Euro aus.

(#539) zufall meinte am 07.10.2009, 13:34 dazu:
" 

ich benötige dringend ein paar ratschläge bzw. antworten…

ich bin 25 und bereits sozialpädagogin (fh), als zweitstudium beginne ich nächste woche mit meinem lehramtsstudium - rehabilitationswissens. (kernfach) und geschichte (zweitfach)... ich bin also mit ca. 30 jahren sonderschullehrerin für geistig behinderte kinder und jugendliche sowie für lernbehinderte- meine frage: ich war ziemlich entsetzt darüber als ich gelesen habe was angestellte lehrer als anfangsgehalt (ledig, ohne Kinder)verdienen (da ich in berlin arbeiten möchte, ist eine verbeamtung eigendlich so gut wie ausgeschlossen). wer kann mir den genauen betrag nennen den sonderschullehrer verdienen? -gab es nict irgendwelche tarifangleichungen-oder sollen diese noch kommen? vielen dank

(#540) Schulmeister meinte am 07.10.2009, 22:33 dazu:
" 

Schau mal unter www.oeffentlicher-dienst.info. Sofern Du Deine BAT-Stufe (ich schätze mal BAT II oder IIa) kennst, der Du als Sonderschullehrerin zugeordnet bist, sollte sich Dein Gehalt schnell ermitteln lassen.

(#541) Becca meinte am 07.11.2009, 12:47 dazu:
" 

Hallo ...
ich habe mal eine Frage zur Besoldung von RealschullehrerInnen. Bisher ist es ja so, dass wir als GHR-Lehrämter mit dem Schwerpunkt Haupt- und Realschule mit A12 besoldet werden, wenn wir an einer Realschule arbeiten. Nun habe ich gehört, dass sie an den Unis wieder den Abschluss des reinen Realschullehrers vergeben. Bedeutet das automatisch dann A13? Das fänd ich nämlich irgendwie komisch, weil man doch auch beim GHR-Studium den Schwerpunkt Haupt- und Realschule entscheiden konnte und das doch dann quasi das Gleiche ist ...

(#542) Waldkind meinte am 02.01.2010, 22:25 dazu:
" 

Hallo,

wenn ich eine Privatschule gründen würde, wieviele Lehrer bräuchte ich dazu?

Da ich heute erst auf den Gedanken kam und mich mit diesem langsam anfreunde, bin ich dabei Informationen zu sammeln.

Was die Gehälter betrifft, so scheint es da eine Scheere zu geben. Für Lehrer in Privatschulen gelten ohnehin andere Maßgaben.

Ferner würde mich interessieren, wie man aus der Wirtschaft quer in den Schulbetrieb einsteigen kann, ich dachte immer man “muss” Lehrer sein - also die entsprechenden Fächer studiert haben, um unterrichten zu dürfen?!

Bitte nicht gleich auf mich “einprügeln”, ich studiere lediglich Psychologie im zweiten Semester und habe einen kleinen Sohn, den ich gerne in einer guten Schule unterbringen möchte.

(#543) anmerker meinte am 03.01.2010, 0:41 dazu:
" 

bedenken sie aber bitte immer beim gehalt der verbeamteten lehrer: sie müssen die krankenversicherung selbständig zahlen, wenn sie zu mehr als 50% versichert sein wollen (beihilfe). das reduziert den nettolohn doch schon noch ein wenig. insgesamt ist man dann bei einem unterschied von etwa 250 euro monatlich. wollen sie sich nicht privat zusatzversichern, in die gesetzliche kasse einzahlen, dann zahlen sie ca. 500-600 euro für die krankenversicherung (mann kann sich hier nur zu 100 % versichern) monatlich. dieser betrag wird alleine durch sie getragen, muss also vom nettolohn abgezogen werden.

(#544) haster meinte am 09.01.2010, 12:15 dazu:
" 

kinderchen, ihr müsst klarer zwischen verdienen und bekommen unterscheiden. denn würden die meisten lehrer bekommen, was sie verdienen, würde das gro mit noch weit weniger geld nach hause gehen. nur leider werden lehrer nicht nach leistung (nach wirklicher leistung, also nach erreichtem) bezahlt. sie bekommen ihre kohlen pauschal. egal ob angestellt oder verbeamtet.
deutschland braucht keine reichen, deutschland braucht gute lehrer.

(#545) Schülerfreund meinte am 10.01.2010, 15:14 dazu:
" 

Hasterchen,
schöner kann man seine Ahnungslosigkeit nicht zum Ausdruck bringen grin

Du meinst also, Lehrer sollten nach Erreichtem bezahlt werden? Supi, dann sortiere ich alle schwachen Schüler aus oder verteile nur noch Bestnoten. Ich bemühe mich auch nicht mehr um Schüler, deren Verhalten und Anstrengungsbereitschaft einen erfolgreichen Abschluss fraglich erscheinen lassen, sondern entsorge sie nach Möglichkeit.

Ich sage auch meiner angestellten Kollegin, die mit 1500€ nach Hause geht, dass sie noch viel weniger verdient hätte. Die Krux ist nur, dass die mir dann sagen würde, dass es hinter der Fleischtheke weniger anstrengend und lukrativer wäre. Eine weitere Folge wäre, dass sich der Lehrermangel noch mehr verschärfen würde, weil es sich dann gar nicht mehr lohnt, als Lehrer zu arbeiten. Ohnehin gibt es nicht zuletzt deswegen schon heute zu wenig Lehrer.

Ich habe einen bekannten Lehrer, der viele Jahre in der freien Wirtschaft gearbeitet hat. Seit diesem Schuljahr ist er wegen der Krise wieder in die Schule gegangen. Er sagt, dass die Krise ihn zu diesem Schritt gezwungen hat, er aber wieder verschwindet, sobald die Krise wieder vorbei ist. Die Arbeit in der Schule ist ihm zu anstrengend und das Geld viel zu wenig…. Ist doch komisch oder?

(#546) Schulmeister meinte am 10.01.2010, 16:34 dazu:
" 

@haster
Was bitte würde denn das “Erreichte” bei einem Lehrer sein? Der Notendurchschnitt der Klasse wie in Amiland? Lächerlich…

(#547) anmerker meinte am 10.01.2010, 17:36 dazu:
" 

Kleiner hinweis: die währung in deutschland ist der euro (nicht kohle). das wort verdienst wurde nicht von mir gewählt, ich würde es nämlich schmerzensgeld nennen. ähnlich wie beim harz 4 satz kann ich mich nicht mal gegen die höhe der einkünfte wehren, sie werden mir überwiesen, ob ich will oder nicht. könnte ich für jede dumme bemerkung auf der arbeit einen euro verlangen, ich wäre reich und nicht mehr in der schule; diesen job könntest du dann haben.

(#548) Becca meinte am 10.01.2010, 18:55 dazu:
" 

Ach, und wie sollte man deiner Meinung nach das tatsächlich “Erreichte” ermitteln, um jeden einzelnen Lehrer gerecht bezahlen zu können? Willste vielleicht mal einen Blick auf meine Deutschaufsätze werfen oder einfach ein paar Tage meinen Unterricht übernehmen und Praxis schnuppern? Es hört sich nämlich für mich so an, als seiest du kein Lehrer mit Unterrichtserfahrung?!

(#549) Mister M. meinte am 10.01.2010, 22:59 dazu:
" 

@haster:
Aus Ihren Anmerkungen lese ich heraus, dass Sie mit Ihrem eigenen Gehalt unzufrieden sind.

Mit etwas mehr Einsatz in Ihrem eigentlichen Job und etwas weniger Neid auf die Lehrer, würden Sie vielleicht auch das bekommen, was Sie meinen verdient zu haben und bräuchten nicht versuchen, Ihren Frust mit sinnfreien Postings zu mildern…

(#550) korbleger meinte am 11.01.2010, 1:20 dazu:
" 

Je oh je….  es ist schon sehr verwunderlich, welcher Blick hier auf Lehrer geworfen wird. Ich will mich keinesfalls vom Üblichen abheben… aber ich berufe einen Elternsprechtag ein: Und das erste was ich höre ist:  Dann geh ich zum Rechtsanwalt und reiche Klage ein…  bitte so soll es sein. Es gibt halt dumme Schüler, es gibt auch blöde Lehrer klar!  Es gibt dumme Polizisten, es gibt dumme Bürger!  Es gibt dumme Mütter, es gibt dumme Väter! Es gibt Dumme, Dümmere überall…..  aber bitte nicht alles pauschalieren und die, die ihr Maul nicht weit genug über Lehrer aufreissen können, die sollen es selbst versuchen und vor allem besser machen… oder ihre Kinder auf Privatschulen schicken….  ist mir doch Wurscht….. ich beschwere mich nicht mehr…. ich versuche einfach dem Bild des Lehrers in der Öffentlickeit zu entsprechen, d.h.  ab heute werde ich alle Vorurteile bedienen in 100%-Hinsicht !!  Und jetzt glaubt mal:  Über die Ferien hinaus mach ich gar nix mehr…. die richtige Einstellung, das Da-Sein für die Schüler und meine Hirngespinste für nen guten Job und für einen Lehrer, der was bewegen will, sind mir gründlichst ausgetrieben worden…  jetzt parke ich das Auto rückwärts ein, damit ich möglichst schnell vom Hof komme, so siehts mal aus….

Ich wünsche wirklich allen Neuen in unserem Job eine bessere Zukunft und das sie das, was sie im Interesse der Schüler verwirklichen wollen auch anbringen können.

Sorry….  desillusioniert, eingebremst, eigenverantwortliche Denken ist nicht gewollt,
okay…  entspreche ich halt dem Bild in der Öffentlichkeit und arbeite nur noch für die Ferien…  Gute Nacht

(#551) haster meinte am 11.01.2010, 17:51 dazu:
" 

um mal ihre wutschnaubenden kommentare den wínd aus den segeln zu nehmen soviel:
ich bin nach zehn jahren schule ohne jeden abschluss von lehrer sprichwörtlich von der schule gejagt worden. ich hatte von lehrern bezeugt(!) somit nicht mal das vermögen zu einem einfachen hauptschulabschluss. keiner der lehrer hat seine eigentliche arbeit gemacht. nämlich mir freude am lernen zu vermitteln, diese in mich zu tragen. statt dessen wurde es mir im wahrsten sinne von meist intellektuell mittelbegabten lehrern ausgetrieben. kindliches “fehlverhalten” wie dazwischenrufen oder stören des super unterrichtsklimas wurde mit vor die tür setzen und sonstigem schneiden beantwortet. mir wurde das und ich wurde dem lernen sozusagen entzogen. sowas steigert frust… ein sprichwörtlicher teufelskreis. mehr stören, kein bock mehr auf diesen depperten sauladen, wieder vor die türe setzen… einige (wohl gemerkt einige!) lehrer in meiner schullaufbahn wurden sogar handgreiflich gegen mich.
aber genug davon. heute jedenfalls bin ich arzt. und sogar ein relativ guter. sicher nicht der beste, aber schon ein gutes stück weit geil. daneben studiere ich aktuell spaßenshalber noch zahnmedizin, gehe in sprachkurse usw. und ich sage, weniges ist toller als lernen.

wenn ich jetzt davon ausgehe, dass ich dem grundsätzlichen erheblichen intellektuellen potenzial bei einigen unschön formulierten “schulabgängern” nach kein einzelfall bin, muss ich sagen, dass anhand solcher “durchfaller” sehr wohl misserable qualität von lehrern messbar ist. wo es bei dreißig folgsamen und stillen kinderlein ein leichtes ist, unterricht aufzuziehen, ist die arbeit läppisch. arbeit als lehrer fängt ganz woanders an. freude am lernen zu vermitteln. ich habe viele lehrer in den jahren gesehen und erlebt. und ich bin der meinung, dass man aus verschiedensten gründen von fünfen mindestens drei in die tonne hauen kann. sie machen vielleicht “ihre arbeit”. vor allem dort wo es routine ist. aber zu mehr sind sie selten in der lage. sie sind ganz schnell an ihren grenzen und darüber hinaus lassen sie nichts gelten. ein schüler, der sie intellektuell wenigstens hier oder dort übertrumpft, sich nach ihren verhaltensregeln aber fehl verhält, ist einfach ein schlechter schüler. und bekommt eben auch solche noten. umgekehrt ist der brave mittelmäßige ein schüler mit guter oder sehr guter
bewertung.

nebenbei habe ich in der schule vor allem eins gelernt. noten sagen tatsächlich fast nichts über den schüler. höchstens dass er sich so oder so dem lehrer gegenüber verkaufen konnte. viel mehr aber sagen sie etwas über den lehrer. was aber ist denn tatsächlich der sinn von noten?

und mister m, wenn sie geld brauchen, schnorren sie mich einfach an. keine falsche scheu.

also bleibe ich dabei, dass sie, bevor sie von höheren verdienst reden, sich diesen erstmal verdienen müssen. und das gro verdient das zu viele geld eben nicht. schade für die wenigen guten unter ihnen.

(#552) haster meinte am 11.01.2010, 19:21 dazu:
" 

übrigens ist der lehrermangel kein ergebnis dessen, dass hinz oder kunz nicht als lehrer arbeiten wollen (@herr/ frau schülerfreundchen). es gibt genügend arbeitslose. also tun sie bitte nicht so, als sei der lehrermangel ein ergebnis der abwanderung ach so kompetenter fachkräfte. schwindeln macht sie nur unglaubwürdig.

(#553) Schülerfreund meinte am 11.01.2010, 22:46 dazu:
" 

Sie haben recht. Ich bin als Lehrer natürlich dafür verantwortlich, wenn sich die Schüler nicht benehmen können. Ich bin sogar der Auslöser für schlechtes Benehmen. Ich bin auch für Lustlosigkeit und überhaupt für alles verantwortlich.

Dass Sie die Kurve doch noch gekriegt haben, liegt also nicht daran, dass Sie sich entwickelt und verändert haben? Sind sie so fremdgesteuert?
Sie sind zudem ein ganz schön egomaner Konsument. Sie lehnen sich zurück und warten ganz entspannt darauf, dass der Lehrer ihnen Lernfreude vermittelt? Das ist ja auch seine Aufgabe, also soll der das mal machen grin Eltern oder gar die Schüler selbst sind natürlich für nichts verantwortlich… man, man, man…
Übrigens: Sie müssten ja irgendwann Abitur gemacht haben. Geschah das etwa ganz ohne Lehrer?

Übrigens: Von welchen Arbeitslosen sprechen Sie? Schon mal davon gehört, dass sich Studenten gar nicht erst für das Lehramt entscheiden?

Ich habe selten so viel Schwachsinn gelesen.

(#554) Schülerfreund meinte am 11.01.2010, 22:49 dazu:
" 

Inwiefern habe ich denn ihrer Meinung nach geschwindelt?
Meinen Sie, es würde Sie überfordern, wenn Sie sich ein bisschen dezidierter ausdrücken würden oder ist Überheblichkeit ihre einzige Stärke?

(#555) haster meinte am 12.01.2010, 1:06 dazu:
" 

“Sie haben recht. Ich bin als Lehrer natürlich dafür verantwortlich, wenn sich die Schüler nicht benehmen können. Ich bin sogar der Auslöser für schlechtes Benehmen. Ich bin auch für Lustlosigkeit und überhaupt für alles verantwortlich.”

ok, das wörtchen alles klammern wir mal aus. aber sonst haben sie es richtig erfasst.

“Dass Sie die Kurve doch noch gekriegt haben, liegt also nicht daran, dass Sie sich entwickelt und verändert haben?”

dass ich ihre metaphorische kurve gekriegt habe, liegt natürlich an meiner persönlichen entwicklung. auch das haben sie voll umfänglich gecheckt. lehrer haben dazu ja leider zu wenig begetragen, oder eben vor allem gegengesteuert.

“Sind sie so fremdgesteuert?”

ich muss mich korrigieren. sie haben es wohl doch nicht verstanden, wie es den satz zuvor noch leicht durchschimmern wollte. leider doch zu wenig blickig im gesamten…

“Sie sind zudem ein ganz schön egomaner Konsument.”

och, bin ich gar nicht. im gegensatz zu ihnen studierte und studiere ich beispielsweise was halbwegs anspruchsvolles. und ganz gewiss bekam und bekomme ich da weniger vorgekaut, als es im system schule der fall ist. sie erinnern sich, wie schule funktioniert? kennen sie den unterschied zwischen schulischer und universitärer schulbildung? und jetzt frage ich sie mal, was hat eher was mit konsumieren zu tun?
aber hauptsache sie haben mal ordentlich ins horn geblasen…

“Sie lehnen sich zurück und warten ganz entspannt darauf, dass der Lehrer ihnen Lernfreude vermittelt?”

ach gottchen. darauf warte ich nun gewiss schon lange nicht mehr. aber ja, das ist eine aufgabe eines lehrers. genau das. lernfreude vermitteln. und nicht im gegensatz dazu diese auszutreiben. darüber jetzt einfach mal ein, zwei tage nachdenken. nehmen sie sich die zeit, wenn es eben länger dauern sollte.
bei ihnen persönlich mag es anders gewesen sein, weswegen sie sich vielleicht auch an kein vernünftiges studium wagten, aber menschen haben erstmal von grund auf eine wissbegierde.

“Das ist ja auch seine Aufgabe, also soll der das mal machen”

exakt! wir verstehen uns..

“Eltern oder gar die Schüler selbst sind natürlich für nichts verantwortlich… man, man, man…”

nee, man, man, man. nee… wir verstehen uns doch nicht. wer bitte außer ihnen hat das gesagt? kennen sie schopenhauer? seine kunstgriffe?
kunstgriff 1: erweiterung

die behauptung des gegners erweitern, verallgemeinern und übertreiben. dadurch wird die aussage leichter angreifbar.

“Übrigens: Sie müssten ja irgendwann Abitur gemacht haben. Geschah das etwa ganz ohne Lehrer?”

hey, sie haben recht. und um ihre frage zu beantworten: nein. teilweise waren es sogar wirklich gute. eine lehrerin im zweiten bildungsweg war sogar die beste, die ich je hatte.

“Übrigens: Von welchen Arbeitslosen sprechen Sie? Schon mal davon gehört, dass sich Studenten gar nicht erst für das Lehramt entscheiden?”

das erschließt sich nicht? mmh… ok, dann eben kindgerecht: wovon reden wir grundsätzlich? von lehrern? was liegt also jetzt am nächsten? von welcher arbeitslosigkeit reden wir? na? sie kommen drauf. und falls doch nicht, ich helfe gerne. einfach nochmal nachfragen.
und ja, ich habe davon gehört. und ich kann es nachvollziehen. warum sollte man das auch machen, wenn man was vernünftiges studieren kann. wohl gemerkt: wenn man es kann!

“Ich habe selten so viel Schwachsinn gelesen.”

das dachte ich mir auch gerade. bei ihnen ist es ganz gewiss nicht sonderlich weit her. mit verlaub, und verzeihen sie meine unhöflichkeit, ich halte sie für… ach, ich spare mir charmant den kommentar.

(#556) Der Lehrerfreund meinte am 12.01.2010, 1:09 dazu:
" 

“Ich habe selten so viel Schwachsinn gelesen.”

das dachte ich mir auch gerade.

Bevor das noch mehr denken, würde ich darum bitten, etwas mehr Sachlichkeit zu wahren.

(#557) haster meinte am 12.01.2010, 1:15 dazu:
" 

“Eine weitere Folge wäre, dass sich der Lehrermangel noch mehr verschärfen würde, weil es sich dann gar nicht mehr lohnt, als Lehrer zu arbeiten. Ohnehin gibt es nicht zuletzt deswegen schon heute zu wenig Lehrer.”

darin liegt der schwindel. sie versuchen es so darzustellen, dass es zu wenige lehrer gibt, weil es sich nicht mehr lohnen würde, als lehrer zu arbeiten.aber der lehrermangel ist kein ergebnis dessen, dass es zu wenige lehrer grundsätzlich erstmal gibt und auch nicht dessen, dass zu viele aussteigen.
sie versuchen sich also falscher argumente zu bedienen.

[Beitrag wg. Unsachlichkeit gekürzt, Redaktion 12.01.2010]

(#558) anmerker meinte am 12.01.2010, 2:00 dazu:
" 

hey haster, ich will auch mediziner werden. wo muss ich mich denn hinsetzen, mich berieseln lassen, um schweineviel kohle abzukassieren? kenne so viele ärzte, die nicht viel auf dem kasten haben, ausser mir ruhe und aspirin zu verschreiben. die meisten von den quacksalbern kannste in die tonne kloppen, du bist natürlich die ausnahme, dich kann ich auch mal nach 20 uhr kostenlos anrufen, mir ein paar infos holen. dann komme ich in deine sprechstunde am nächsten tag, natürlich mit termin, vielleicht aber ein stündchen zu später und führe mich auf wie die sau im walde. hoffentlich hast du dann ein händchen für mich, wenn ich auch noch mit den mitpatienten streit anfange und vielleicht die sprechstundenhilfe verkloppe. du hast ja verständnis und verurteilst mich nicht gleich. wir können das dann bestimmt in deiner freizeit gütlich regeln, kostenfrei. vielleicht bekomme ich dann sogar noch die behandlung eines privatpatienten ohne aufpreis. kürzere wartezeiten und bessere medikamente. ich hoffe auf dein verständnis und freue mich schon auf die show, die ich dann wöchentlich in deiner praxis - ich gehe mal davon aus, dass du eine hast- aufführen werde. schuld bist im endeffekt du, da du ja im studium gelernt hast mit patienten umzugehen. ich vertraue dann mal ganz auf deine fähigkeiten. vielleicht kannste mir auch gleich noch einen hunderter mitgeben, da ich ja nix gelernt habe und du soviel geld hast, will auch mal wieder die sause machen, so leben wie du. nenn mir deine praxis oder das krankenhaus in dem du arbeitest, ich komme gerne mal vorbei und zeige dir was es heißt, jemanden vor sich zu haben, der absolut keinen bock auf deine miese gesundheitserziehung hat. ich freue mich auf dein gesicht, wenn ich dir dafür die schuld gebe und dafür noch geld von dir verlange. solltest vielleicht mal ne fortbildung machen und dich vorbereiten auf das chaos, welches ich anrichten werde- mit einem lächeln auf dem gesicht.

(#559) Schulmeister meinte am 12.01.2010, 2:04 dazu:
" 

Anspruchsvolles Studium? Medizin? “Anspruch” und “Auswendiglernen” sind nicht das gleiche… Von wissenschaftlichem Arbeiten hören Mediziner das erste Mal, wenn sie eine Doktorarbeit in die Hand nehmen und die hat - mit Verlaub gesagt - oft nicht einmal den Charakter einer normalen Abschlussarbeit. Aus diesem Grund wird sie vom deutschen Wissenschaftsrat auch mit einer solchen gleichgesetzt…
Und da heißt es immer, Lehrer seien arrogant.

(#560) haster meinte am 12.01.2010, 10:47 dazu:
" 

lassen sie mich mal noch rein rhetorisch die entscheidende frage stellen: welchen sinn und zweck hat schule? schüler zu bewerten, zu kategorisieren? das tut sie hauptsächlich. aber ist das der zweck dahinter? oder besser gefragt: sollte das der zweck sein?

und überlegen sie sich mal, was sie ganz nüchtern und von einer völlig anderen seite betrachtet für einen volkswirtschaftlichen schaden anrichten (können), wenn sie leute durch ihr zum großen teil ganz persönliches, zum kleinen teil vorgegebenes raster fallen lassen, die dann dem staat (also allen) nur weitere koste verursachen. von der schlimmsten fall sozialhilfe, über die durchschnittlich geringeren steuereinnahmen, bis zum besten falls langen und kostspieligen weg heraus aus dem sumpf.

das wäre doch utopisch vielleicht ein sehr guter, absolut nüchterner und zu objektivierender maßstab für gute oder schlechte lehrerarbeit: welchen volkswirtschaftlichen nutzen leistet er bzw. welchen volkswirtschaftlichen schaden richtet er an. wobei die volkswirtschaft meiner meinung nach vom philosophen so sehr profitieren kann, wie sie es vom glasermeister tut. die einschränkung der persönlichen möglichkeiten eines menschen durch die arbeit des lehrers lässt sich leider kaum messen.

und noch zu schulmeister: “Der Notendurchschnitt der Klasse wie in Amiland? Lächerlich…”

wenn sie sich meine beiträge durchgelesen haben, dürfte ihnen klar geworden sein, dass sie mir mit noten nicht kommen brauchen. es beweist unkreativität, dass ihnen nichts besseres einfällt.
in unserem systen sind leider alle viel zu notengläubig (lehrer, eltern und schüler), obwohl jedem mit gesundem menschenverstand und etwas nachdenken sofort klar werden sollte, dass noten, und jetzt wiederhole ich mich, fast gar nichts belegen.

und schülerfreund: jetzt nochmal einige ruhigere worte von mir. lassen sie es bitte bleiben, unvermögen der lehrer zum unvermögen der eltern und/ oder schüler zu erklären. auch das ist ein alter und immer noch falscher hut und wird so gerne phrasenhaft genutzt. drücken sie sich nicht vor der eigenen verantwortung. wenn es gut läuft, hat der lehrer beste arbeit geleistet, wenn es schief geht, waren schüler und eltern schuld. der lehrer hat aber dennoch sicher sein bestes gegeben.
und bevor sie jetzt erwidern und das ganze wieder umdrehen umzudrehen versuchen, überlegen sie sich in meinem persönlichen fall, was ich auf eigenen beinen und ohne lehrer angestellt und erreicht habe und wie es zuvor in der schule unter obacht und dem pfusch der lehrer für mich ausging. ein von ihnen jetzt vielleicht gerne gesehenes, vorgeschobenes scheiern in verantwortung meiner selbst läuft also einfach und völlig ins leere.

(#561) haster meinte am 12.01.2010, 11:29 dazu:
" 

@anmerker: ich will auch mediziner werden. wo muss ich mich denn hinsetzen, mich berieseln lassen, um schweineviel kohle abzukassieren?

universität heißt die einrichtung. mit berieseln wird es aber nüscht und schweineviel geld kann sein… muss aber nicht

“kenne so viele ärzte, die nicht viel auf dem kasten haben, ausser mir ruhe und aspirin zu verschreiben.”

was heißt außer. ist oft das beste und ausreichend.

“dich kann ich auch mal nach 20 uhr kostenlos anrufen, mir ein paar infos holen.”

nein, kannst du nicht. du wirst meine telefonnummer nirgendwo finden und kostenhlos ist weder der anruf, noch meine arbeit.

“dann komme ich in deine sprechstunde am nächsten tag, natürlich mit termin, vielleicht aber ein stündchen zu später und führe mich auf wie die sau im walde. hoffentlich hast du dann ein händchen für mich, wenn ich auch noch mit den mitpatienten streit anfange und vielleicht die sprechstundenhilfe verkloppe.”

jein, wenn du nach deinem termin kommst, ist es dein ding. du musst halt damit leben, nicht gleich dran zu kommen. helfen würde ich dir auch, wenn du der schlimmste schwerverbrecher bist. wenn du streit anfängst, fliegst du raus.

“du hast ja verständnis und verurteilst mich nicht gleich. wir können das dann bestimmt in deiner freizeit gütlich regeln, kostenfrei.”

ich verurteile niemanden. ist nicht mein job. deswegen frage ich auch nicht, wenn typen vom maßregelvollzug mit ihren bewachern zu mir kommen, was sie angestellt haben. ist nicht mein job und hat mich nicht zu interessieren. kostenfrei ist meine leistung aber nicht.

“vielleicht bekomme ich dann sogar noch die behandlung eines privatpatienten ohne aufpreis. kürzere wartezeiten und bessere medikamente.”

auch das nicht. und privatmedikamente sind nicht besser. du musst nur nicht zuzahlen, so du denn privatversichert bist.

“ich hoffe auf dein verständnis und freue mich schon auf die show, die ich dann wöchentlich in deiner praxis - ich gehe mal davon aus, dass du eine hast- aufführen werde.”

ich habe keine. und es ist schön, dass du dich auf den besuch bei mir freust. bin ja auch ein dufter kumpel.

jetzt aber mal zurück auf das, worauf du so dümmlich übertragen anspielen möchtest. ich nehme mal mich als beispiel. wie ich bereits erklärt habe, bis es bei mir völlig gegen den baum lief, war es ein langer weg. es ist nicht so, dass die kinder den frust auf die schule aus dem nichts entwickeln. der wird in sie hineingetragen. und ich behaupte auch und vor allem durch die lehrer. meinen sie, ich kam in der ersten gefrustet in die schule?

“schuld bist im endeffekt du, da du ja im studium gelernt hast mit patienten umzugehen.”

nein du. denn du bist ja kein kleines kind mehr. wenn du natürlich als sechsjähriger zu mir kommst, sehe ich dir weit mehr nach. wenn du nur (oder eben viel) schlechte erfahrungen mit mir oder anderen tagtäglich ab deinem sechsten lebensjahr gesammelt hast, weil ich und kalle und andere ärzte nur scheiße bei dir gebaut haben, verstehe ich deinen frust gegenüber ärzte im alter von sechszehn nur sehr, sehr gut (ich bin nämlich selbstkritisch und bemühe mich umso mehr um dich, statt mir zu denken, was du doch für ein penner bist)

“ich vertraue dann mal ganz auf deine fähigkeiten. vielleicht kannste mir auch gleich noch einen hunderter mitgeben, da ich ja nix gelernt habe und du soviel geld hast, will auch mal wieder die sause machen, so leben wie du.”

dass du nichts gelernt hast, muss an deinen lehrern gelegen haben. damit habe ich nichts zu tun.

“nenn mir deine praxis oder das krankenhaus in dem du arbeitest, ich komme gerne mal vorbei und zeige dir was es heißt, jemanden vor sich zu haben, der absolut keinen bock auf deine miese gesundheitserziehung hat.”

sana-ohre-klinikum. und wie gesagt, den bock hast du nicht meinetwegen nicht mehr, weil ich dir gegenüber ab deinem kindesalter schlechte arbeit geleistet hast. aber dennoch wirst du bei mir immer die beste medizinische betreuung erhalten. darauf habe ich sogar einen eid geleistet.

“ich freue mich auf dein gesicht, wenn ich dir dafür die schuld gebe und dafür noch geld von dir verlange.”

ach, geld bekomme ich von dir (oder deiner kasse). schuld kannst du mir geben. wo sie berechtigt ist, würde ich sie mir zu herzen nehmen. wie ist das mit dir?

“solltest vielleicht mal ne fortbildung machen und dich vorbereiten auf das chaos, welches ich anrichten werde- mit einem lächeln auf dem gesicht.”

wie ist es mit dem chaos, welches du bei den dir schutzbefohlenen kindern angerichtet hast?

übrigens: thema verfehlt - 6
und muss ich ihnen noch erklären, warum das eine nicht im ansatz mit dem anderen vergleichbar ist? oder kommen sie selbst drauf?

(#562) haster meinte am 12.01.2010, 11:36 dazu:
" 

“[Beitrag wg. Unsachlichkeit gekürzt, Redaktion 12.01.2010]”

ich frage mich, was daran unsachlich ist, wenn ich auf “schöner kann man seine Ahnungslosigkeit nicht zum Ausdruck bringen” anworte, dass man von ahnungslosigkeit kaum reden kann, da sich das thema schule und auch die lehrerausbildung und alles darum in keinem großen nebel befindet und dass ja jeder von uns viele, viele jahre seines lebens tagtäglich erfahrung mit schule gesammelt hat.

(#563) haster meinte am 12.01.2010, 11:48 dazu:
" 

“Anspruchsvolles Studium? Medizin? “Anspruch” und “Auswendiglernen” sind nicht das gleiche… Von wissenschaftlichem Arbeiten hören Mediziner das erste Mal, wenn sie eine Doktorarbeit in die Hand nehmen und die hat - mit Verlaub gesagt - oft nicht einmal den Charakter einer normalen Abschlussarbeit. Aus diesem Grund wird sie vom deutschen Wissenschaftsrat auch mit einer solchen gleichgesetzt…
Und da heißt es immer, Lehrer seien arrogant.”

dann spielen wir eben ping-pong: “schöner kann man seine Ahnungslosigkeit nicht zum Ausdruck bringen”

ja, im medizinstudium muss man sehr viel auswendig lernen. haben sie es drauf, innerhalb zweier wochen hundert seiten buch auswendig zu lernen? in nur einem fach… ist schon anspruchsvoll.
daneben aber ist das medizinstudium ein wissenschaftliches und beispielsweise laborarbeit und dergleichen nimmt einen sehr hohen stellenwert ein. man lernt in einzelnen fächern forschen, wissenschaftliche daten auswerten, beurteilen. und daneben immer schon auswendig lernen von faktenwissen.
wussten sie, dass die medizin das fachgebiet ist, in dem mit riesigem abstand die meiste wissenschaft, die meiste forschung betrieben wird?
wo sie teilweise recht haben, ist der punkt, dass die medizinische doktorarbeit nicht mit einer naturwissenschaftlichen konkurrieren kann. aber da ist eine pädagogische auch kein leuchtendes positivbeispiel.
ach, ich habe übrigens mal eine zeit neben meinem medizinstudium neurowissenschaften studiert. und sie? sie hatten viel frei?

wie sieht beim thema wissenschaft und wissenschaftlichkeit in der schulpädagogik aus?

(#564) haster meinte am 12.01.2010, 11:51 dazu:
" 

ansonsten frage ich mich gerade, nach welchen maßstäben der baustein “[Beitrag wg. Unsachlichkeit gekürzt, Redaktion 12.01.2010]” benutzt wird, wo die beiträge hier nur so vor sachlichkeit glänzen. ich werfe der redaktion beliebigkeit und zweierlei maß vor. oder anders gesagt: eine krähe hackt der anderen kein auge aus.

(#565) Mister M. meinte am 12.01.2010, 12:10 dazu:
" 

Der Ärztemangel muss ja noch größer sein als der Lehrermangel…

(#566) haster meinte am 12.01.2010, 12:46 dazu:
" 

und um nochmal auf den anmerker zurück zu kommen. sie haben ja nicht nur die sprichwörtlichen äpfel mit ebenso spriuchwörtlichen birnen zu vergleichen gesucht, nein, sie wollte die einen gleich als die anderen verkaufen. dass das schwachsin ist, muss eigentlich nicht weiter gesagt werden. dennoch möchte ich einen untersatz mal herausgreifen.

“wenn ich auch noch mit den mitpatienten streit anfange und vielleicht die sprechstundenhilfe verkloppe.”

in meiner schullaufbahn habe ich nie übergriffe durch schüler gegen lehrer mitbekommen. was ich sehr wohl erlebte waren mindestens voer übergriffe gegen mich, die mir erinnerlich sind. in der ersten klasse (es war in achtzigern und nicht etwa noch fünfzig jahre zuvor) schlug mir meine lehrerin, ich war ja immerhin schon sechs, sieben, meine fiebel auf den kopf. in der vierten, fünften klasse würgte mich mein werkenlehrer im schwitzkasten und zog mich über die schulbank. dafür hat er mich extra in einen leeren klassenraum gezogen. wir waren ihm während der pause zu laut auf dem flur. mein mathelehrer in der sechsten klasse zog mich aus dem unterricht und würgte mich auf dem flur mit der wand gegen die wand. und in der achten, neunten klasse schlug mir mein sportlehrer aus einem meter entfernung einen medizinball ins gesicht. kleiner schubsereien, am arm oder einen schlawitchen packen und durch die gegend zerren habe ich schon weitgehend verdrängt.

“du hast ja verständnis und verurteilst [...] nicht gleich.”

ich wette, du besteht jetzt darauf, dass schuld etwas individuelles und nicht übertragbar und zu verallgemeinern ist? und hey, vielleicht war der schüler (also ich) ja schuld? zumindest teilweise?

(#567) Musikrichi meinte am 12.01.2010, 14:09 dazu:
" 

Hallo,
ich bin 35 und als Seiteneinsteiger an einer Realschule in NRW als Musiklehrer tätig! Ich habe die Anstellung im Schuljahr 2004/2005 bekommen und 1 Jahr vorher mit “Geld statt Stellen” an derselben Schule gearbeitet!
Leider ist die Einstufung in BAT damals sehr schlecht gewesen und Bewährungsaufstiege sind nach dem neuen Tarif gestrichen worden!
Wer hier im Forum, kann mir vielleicht Tips oder Adressen nennen, wie und wo ich noch höher Eingestuft werden kann! Habe z.Z. Fallgruppe 9 Stufe 2!
Weiß jemand irgendwelche Seminare, Weiterbildungen etc. die ich als Seiteneinsteiger besuchen kann und die zu einer Höhergruppierung führen könnten?
Wäre über antworten an “Musikrichi@t-online.de” sehr dankbar!
Habe an der Schule wirklich meinen Traumjob!
Bitte helft mir!

(#568) Th meinte am 12.01.2010, 14:43 dazu:
" 

@ haster

Schade dass Sie die Gelegenheit nicht ergriffen haben, Lehrer zu werden. Sie hätten uns allen mal zeigen können, wie das richtig geht in unserem Beruf.

Oder war da der Verdienst (um auf das Thema zurück zu kommen) doch zu niedrig?

Th

(#569) Becca meinte am 12.01.2010, 14:52 dazu:
" 

Hallo Leute,

über den “Scheiß”, den unser überaus intelligenter, wohlhabender Lehrerhasser Haster schreibt, kann ich im Grunde nur lachen. Alles, was dieser Primitive schreibt, beweist nur, dass er vom Lehrerjob keine Ahnung hat. Also, warum regen wir uns so auf? Das will der Typ doch nur. Außerdem ... habt ihr mal seine Texte gelesen? Musste einige Sätze wegen der vielen Grammatikfehler mehrfach lesen. Da vergeht mir schon die Lust ...

(#570) anmerker meinte am 12.01.2010, 16:04 dazu:
" 

hey mr. haster, wenn noten eh nix aussagen, dann macht auch dein kommentar hier nix aus. aber hier gehts um das einkommen der lehrer, nicht um das lernvermögen. da haben wir wohl das thema verfehlt, note?

(#571) Korbleger meinte am 13.01.2010, 0:14 dazu:
" 

Wer   verdammt wer schafft endlich ein Klingelzeichen ab in der Schule ? Pünktlich anfangen…. pünktlich aufhören und mit dem Klingelzeichen gibt es 25 hochmotivierte Schüler, die den Klassenraum auf gar keinen Fall verlassen wollen, weil….  da gibts noch was zu verbessern, das Thema ist geil… eine echte Verbindung zur Realität ist da…..  und was passiert?
Ein Mitglied der -zugegebenermaßen- erweiterten Schulleitung horcht an Türen…. Ich hab das so satt, ich denke, wenn es überhaupt die geringste Chance gibt, den Beruf zu wechseln, werde ich es machen… auch für weniger Geld, wenn ich sicher sein kann, dass mir keine Sau aufs Maul guckt…

Ich habe in fast 25 Jahren mein Bestes getan, viele aussichtslose Fälle schütteln mir nach Jahren die Hand, das und genau das ist mein Lohn gewesen…  aber jetzt ist das Maß voll, ich wünsche jeder Schulleitung wenigstens einen “Grundkurs”  in Personalführung…
Jedes Engagement wird im Keim erstickt…. Projekte in den Papierkorb geworfen, ohne sie anzusehen versteht sich…. hinterrücks von Kollegen Messer geworfen…  weil es ne Stelle mit mehr Kohle zu vergeben gibt….  ätzend, ich hab das sooo satt…
aber 4.600 Euro + Weihnachtsgeld und die vielen Ferien…  toll…  nebenbei…es ist NUR unterrichtsfreie Zeit…...

Ab jetzt verkaufe ich ehrliche Wurst bei Real… noch ein wenig nebenbei bei Ebay…. und der verantwortliche Rest kann mich kreuzweise…

Kein Wunder, dass bei den Regierungen und den Schulleitungen keiner mehr Lehrer werden will, von dem Entgeld für Angestellte ganz zu schweigen…

Sooo der Dampf ist raus, der Rest ist Schaulaufen, ich habe das gefunden, was ich gesucht habe…. das hindert mich nicht, als
aktueller Lehrer hier wieder meinen Senf dazuzugeben…

macht was, was Euch nebenbei zufrieden macht…  und noch eine Bemerkung sei gestattet….
Bitte, bitte besucht mal für eine Stunde eine Kinder-Krebs-Station….  dann bekommt Ihr nen anderen Blick fürs Leben und jeder Schulleiter, der Übles will, geht Euch am Arsch vorbei…  glaubts mir…. es gibt immer den Blick der Kinder, die nur neun Jahre alt werden…. dagegen verblasst alles….  sorry… passt hier nicht her, aber musste sein, weils mich beschäftigt…

(#572) anmerker meinte am 13.01.2010, 5:40 dazu:
" 

genau das ist es doch, was wichtig an diesem beruf ist, der kontakt und die beziehung zu den kindern. das geld hat mich nie interessiert, nicht wirklich. aber es ist das thema hier. auch mich bewegen die bilder einer kinderkrebsstation, eines verlorenen schülers oder auch nur der gruß auf der strasse nach jahren. das kann man nicht mit geld aufwerten bzw. bezahlen. kein nichtlehrer kann das nachvollziehen oder bewerten, was wir erleben oder mitmachen. an der käsetheke jedenfalls werden wir niemals solch eine beziehung herstellen und niemals einen menschen so nah kennenlernen. es wird immer neider geben, die sich an diesen zahlen festklammern, sagen, dass sie in der schule wegen uns versagt haben. es sind verlierer in gewisser weise, die nicht gelernt haben, dass es um die beziehungen geht, nicht ums geld. und wenn meine schüler nach unterrichtsende noch weiter was wissen wollen, ich schaue nicht auf meine gehaltsliste oder oder das superschnäppchen bei wo auch immer, ich bleibe und genieße den moment; das würde kein käseverkäufer und kein hausarzt machen. nicht klein kriegen lassen von den ignoranten und neidern- wir sind unser geld wert (ich weiß nicht mal, was genau ich verdiene).

(#573) Schülerfreund meinte am 13.01.2010, 13:51 dazu:
" 

@Lehrerfreund

Ich möchte vorweg gerne ausdrücken, dass ich extrem viel von Meinungsfreiheit halte und selbst Menschen wie diesem “haster” seine Meinung zugestehe.
Ich frage mich nur, ob wir uns das antun müssen, ihn hier wild um sich bashen zu lassen. Er hat offensichtlich nicht mehr zu bieten als Arroganz und Selbstherrlichkeit, aber ganz bestimmt keine Ahnung von unserem Beruf.

Liebe Redaktion,
ich kämpfe täglich für meine Schüler. Ich bin für Eltern immer erreichbar und habe für fast alles Verständnis. Ich versuche auch zum 100sten Mal den ganz schwachen Schülern die Bruchrechnung nahe zu bringen. Ich kämpfe für ein sozial angepasstes Verhalten, Anstrengungsbereitschaft und all das Verhalten, was die Betreibe so sehr verlangen. Ich komme gerade aus einem Gespräch mit der Berufsberatung, wie man den Schülern besser in den Sattel helfen kann. Ich gehe auf sie ein, zeige ihnen Perspektiven und nebenbei mache ich auch noch Unterricht.
Hier möchte ich mich mit Kollegen austauschen und gegenseitig evtl. Ideen bekommen oder geben. Ich möchte hier ein gegenseitiges “Sich-Mut-machen” erleben, denn unser Beruf ist nicht selten aufreibend genug.
Wenn ich hier ein Forum vorfinde, in dem irgendwelche rechtschreibschwachen Einfaltspinsel sich für die Größten halten und es als Glanzleistung empfinden auf Lehrer im Internet unreflektiert und anonym “loszuballern”, dann weiß ich nicht, ob ich hier richtig bin. Auch der Name dieser Seite wäre dann falsch. Ich möchte mich hier weder solchen Angriffen ausgesetzt sehen noch mich rechtfertigen oder verteidigen müssen. Ich möchte mich hier austauschen (durchaus auch gern kontrovers).
So jemand wie dieser haster, der eh nichts außer seiner eigenen Meinung zulässt und wirklich keine Ahnung zu haben scheint sollte hier nichts zu suchen haben.

Ich möchte noch mal betonen, dass ich mich gern Kritik stelle, aber solch ein Bashing, das auch persönlich wird, hat nichts mehr mit Kritik zu tun.

Ich rate allen Kollegen, diesen Menschen einfach zu ignorieren, denn er will euch gar nicht vertsehen. Es geht ihm nur darum, sein frustriertes Mütchen zu kühlen.

(#574) Der Lehrerfreund meinte am 13.01.2010, 15:42 dazu:
" 

Moderationshinweis

Wir zensieren hier grundsätzlich nur, um sitten- und gesetzeswidrige Beiträge zu unterdrücken (ebenso Beiträge, in denen Namen genannt werden). Ansonsten herrscht hier die totale Meinungsfreiheit.

Allerdings haben hasters Beiträge inzwischen sowohl inhaltlich als auch vom Umfang her das Kriterium für Spam erfüllt und werden damit seit gestern wegmoderiert.

Danke für Ihr Verständnis.

(#575) Schülerfreund meinte am 13.01.2010, 15:57 dazu:
" 

@Der Lehrerfreund

danke, das entsprach auch meinem Empfinden!

(#576) korbleger meinte am 14.01.2010, 19:46 dazu:
" 

Vielen lieben Dank an die Moderatoren für die Ausblendung des “Haster”... Ignorante und beleidigende Menschen verdienen kein Forum….  nochmals   Hut ab fürs Igno…..
Was ich mit meiner Tirade übers Lehrer-Dasein keinesfalls erreichen wollte war:  Junge, engagierte und hochmotivierte Hochschulabsolventen vom “Lehrer-Beruf” fernzuhalten!!! Was ich wiedergegeben habe, war ein momentaner Frust der aktuellen Situation!
Alles, was ich über eine Kinder-Krebs-Station gesagt habe, bleibt bestehen. Man/frau bekommt eine völlig andere Sicht aufs Leben….  Diese Sicht sollte sich jeder mal antun, bevor er/sie sich entscheidet, mit Menschen (in diesem Falle Schülern) umzugehen…  Undiffernziertheit, romantische Vorstellungen oder nur die Anlehnung ans Geld und die Aussicht, mit einer Verbeamtung das Lebensziel erreicht zu haben, sind der absolut falsche Ansatz…  was die Schüler brauchen sind Lehrer und Ausbilder, die an das glauben, was sie tun….  oft sind wir doch Eltern-Ersatz, Ansprechpartner, Sozialkontakt, Berater und oft auch Tröster….. wenn das, oder diese Arbeit von den Schulleitungen anerkannt werden würde, wäre Vieles einfacher….
Ich habe gelernt, Prioritäten zu setzen…  und zwar um Schulleitungen herum…. ich begleite auch Schüler nach der “Schule”....  das ist zwar mein “Privatvergnügen”.. kostet Zeit und viel, viel Kraft, dennoch:  jede verlorengeglaubte und dennoch gerettete Seele verschafft mir eine innere Genugtuung…  und ich:  Ich lass mir von niemandem mehr was sage, was ich tun oder lassen soll…..  ich pfeiffe auf die Kohle und sehe lieber in strahlende Augen!!!!
Mit viel Anerkennung für diejenigen, die noch Lehrer werden wollen und mit viel Hochachtung vor denen, die es soooo lange ausgehalten haben, Lehrer zu sein und das mit Herz und Seele, oft auch auf Kosten des Familienlebens!!!

Es wird böse Kommentare geben, dessen bin ich mir sicher…. vieles wird aus der freien Wirtschaft kommen, Neider, Angsthabende, Chaoten und nimmermüde Besserwisser…..  alles Wurscht….  kleine Siege in diesem verworrenen System… und ein Händedruck eines “aussichtslosen Falles”  sind der beste Lohn…... 

Ich denke, der ein oder andere bzw. die eine oder andere kann meine Gedanken nachvollziehen…

(#577) Blümchen meinte am 02.02.2010, 18:45 dazu:
" 

Nun ja, es ist schon mal gut zu lesen, dass viele über das Problem Lehrerbezahlung nachdenken. Ich bin Fachlehrerin an einer Berufsschule und mache im Prinzip die gleiche Arbeit wie ein Berufsschullehrer. Springe in jede Lücke (wenn gerade zu wenig Lehrer mit den berühmten “Fakultas” vorhanden sind) und werde zurückgeschubst, wenn die Schülerzahlen sinken. Durchstiegsmöglichkeiten zu A13 gibt es keine, es wird Zeit für eine modularisierte Qualifikation!!! Gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist mein Motto. In Deutschland zählen Abschlüsse leider immer noch mehr als wahres Können.
Auch ich habe diesen Beruf als Seiteneinsteiger ergriffen, eine gehörige Portion Idealismus gehört dazu. Und ich liebe meinen Beruf! Mein Arbeitsbereich reicht vom Berufsschüler bis zum BVJ (das sind die, die in den Medien immer als “so schlimm” verunglimpft werden). Und ich arbeite mit allen gern, was jede Menge positive Rückmeldungen bringt. Klar ist das Belohnung, nur die Miete kann man davon eben nicht bezahlen. Ich habe noch einige Berufsjahre vor mir, und die Hoffnung auf Besserung stirbt zuletzt…

(#578) Schulmeister meinte am 02.02.2010, 18:55 dazu:
" 

@Blümchen
Welchen Abschluss hast Du denn? Wenn Du keinen Hochschulabschluss haben solltest, dann ist es nur logisch, dass Du nicht nach A13 besoldet werden kannst.

(#579) mteacher meinte am 02.02.2010, 19:33 dazu:
" 

herrlich, der notenschluss ist überstanden und ich kann mich heute mal einfach treiben lassen. da lese ich die letzten kommentare hier und freue mich, dass ich hastlers beiträge weder inhaltlich noch sprachlich korrigieren muss. habe nicht alle gelesen, aber mein erster eindruck ist: schüler?
oder vielleicht doch weiter…, gescheiterter student? schade, dass keine uhrzeiten dabei stehen, ich bilde mir ein, die tippfuoiler werden proportional zum alkoholgenuss mehr…
zu thema:
wieviel verdienen lehrer?
ich denke keinesfalls zu viel, überbezahlt sind wir definitiv nicht, aber reich werde ich in absehbarer zeit nicht. dafür rollt nicht unser kopf, wenn wir nicht genug umsatz bringen und wir treiben auch keine steuerzahler oder anleger in den ruin.

(#580) Blümchen meinte am 03.02.2010, 13:24 dazu:
" 

@ Schulmeister
Ich bin Floristmeisterin, habe den Beruf von der Pike auf gelernt. Dann die Fachlehrer-Ausbildung gemacht, mit Facharbeit, Lehrproben und allem, was dazu gehört. Außerdem mal 7 Semester Bio-Diplom studiert, allerdings damals leider aufgegeben (heute weiß ich, dass ich besser hätte umsatteln sollen). Fortsetzung des Studiums brächte heute nichts, da 1. zu lange her und 2. nicht direkt das, was ich bräuchte. Inzwischen habe ich 13 Jahre Erfahrung als Ausbilder (erst Umschüler ausgebildet) und Berufsschullehrerin. Diplom hin oder her, ich finde, hier sollte es andere Möglichkeiten geben. Wenigstens A12 sollte greifbar sein! Ist es hier aber nicht. Wie gesagt, ich mache die Arbeit gern. Nur die Verdienstunterschiede für mindestens dieselbe Arbeit nerven mich. Versuch mal, einen Studienrat ins BVJ zu schicken!!! Da wehren sich die meisten doch mit Händen und Füßen dagegen. Und wie gesagt, wenn sie uns Fachlehrer brauchen, sind wir für alles gut, aber bei sinkenden Schülerzahlen dürfen wir wieder zurücktreten. Ich mache gern noch einmal Lehrproben, sollen die doch in meinen Unterricht kommen! Meine Beurteilung war übrigens auch ‘ne glatte “1”! Ich unterrichte übrigens vorrangig Gestaltung und Warenkunde, aber eben auch Fachenglisch, Mathe, Sprache und Kommunikation, Politik und den gesamten Bereich BVJ (außer Sport und Wirtschaftslehre habe ich also alles schon gemacht) und es hat sich noch keiner über schlechten Unterricht beschwert, im Gegenteil!
Mal davon ab, wenn ab heute alle Fachlehrer nur noch das machen würden, was in der Stellenbeschreibung steht, würde in den meisten Berufsschulen alles zusammenbrechen cool smile  red face
Aber wie hier im Forum schon erwähnt bringt das alles wohl nichts, so lange jedes Bundesland sein eigenes Süppchen kocht.

(#581) Schulmeister meinte am 03.02.2010, 17:31 dazu:
" 

Es ist sicher nicht in Ordnung, Fachlehrer in einem solchen Ausmaß fachfremd einzusetzen. Ich kann auch nicht beurteilen, wie aufwändig und anspruchsvoll die Unterrichtsvorbereitung, die Korrekturen usw. sind. Aber was die Qualifikation anbelangt ist es eben ein Unterschied, ob man ein Studium abgeschlossen hat oder nicht. Deine 7 Semester Biologie können da keinen Unterschied machen. Ohne diese hättest Du ja schon viel früher in den Beruf einsteigen können und damit eine A12 oder A13 Besoldung beziehen können, wenn alle anderen noch mitten in der Ausbildung stecken. Versteh mich nicht falsch. Ich spreche Dir weder die Fähigkeit, noch das Können ab, aber es fehlt eben die entsprechende Qualifikation. Und das sind eben die Regeln in unserer Gesellschaft und die waren ja von vornherein klar.
Ich selbst habe A13 erstmals mit 29 eingestrichen und ich würde auch sparsam gucken, wenn ein Floristmeister mit A13 besoldet wird.

(#582) Blümchen meinte am 04.02.2010, 0:30 dazu:
" 

Siehst du, und genau diese festgefahrenen Ansichten haben Deutschland m. E. in die Bildungsmisere geführt. Qualifikation beschreibt das personenbezogene Arbeitsvermögen, das sich aus Fach- und Sozialkompetenz zusammensetzt. Und eben nicht aus Zetteln, auf denen irgendwelche Stempel sind. Und wie gesagt - es ist an der Zeit, hier neue Wege zu schaffen, wenn man denn unbedingt diese Zettel sehen will. Aber egal, die Wirtschaft braucht uns, und wie gesagt - die Hoffnung stirbt zuletzt.
Und noch einmal - ich beklage mich nicht über meine Aufgaben, denn ich erledige sie gern. Ach was, es hat sowieso keinen Sinn, hier weiter zu reden, denn nur wer in meiner Lage ist, kann das auch verstehen. Klar, wenn ich das Diplom in der Tasche habe, kann ich mich weit aus dem Fenster lehnen. Und über die minderqualifizierten urteilen - das erlebe ich ja auch von Kollegen. Ich stelle da eher die Frage: Braucht ihr eine, die es studiert hat, oder eine, die es kann???

(#583) Gef meinte am 04.02.2010, 17:33 dazu:
" 

Ich habe hier bereits einige Einträge gelesen, in denen unwissend behauptet wurde, das Fach Sport sei weniger belastend als andere Fächer. Ich bin Lehrer im ersten jahr. Wenn es nach mir ginge würde ich den ganzen Tag nur Mathe unterrichten! Sportlehrer in der Mittelstufe ist der Horror! Lautstärke, Disziplinlosigkeit, aufgeheizte Atmosphäre… Mein Blutdruck, den ich regelmässig prüfe ist von Normal-hoch 135-70, auf 162- 77 in Ruhe hoch! Ich muss über schwere Medikamente nachdenken. Wenn ich aus der Stunde raus bin, wie gerade, kann ich nur noch schlafen… Wer diesem Erfahrungsbericht keinen Glauben schenkt, der sei auf einschlägige Literatur verwiesen:

Inge Voltmann-Hummes:Traumjob Sportlehrer/in?:  Belastungserleben und Selbstwirksamkeitserwartung von Schulsportlehrkräften

Wolf D Miethling: Belastungssituationen im Selbstverständnis junger Sportlehrer

(#584) ernie meinte am 04.02.2010, 18:26 dazu:
" 

@ blümchen

solche lehrer braucht das land. wahnsinn!
komm, sport und bwl schaffst du du auch noch!!

(#585) anmerker meinte am 04.02.2010, 20:49 dazu:
" 

bedenkt man, dass jedes fach seine schwierigkeiten hat, so halte ich das herausstellen von besonderen fächern hier für falsch. m.e. kommt es auf die eigene sichtweise im bezug auf die schüler und den lerninhalt an. ein lehrer empfindet es als schwer, ein anderer als völlig normal und ok. bedenkt man weiterhin, dass man diesen beruf viele jahre ausüben soll, so ist nicht über medikamentengebrauch, sondern eher über die veränderung der sichtweise, in bezug auf den beruf, hilfreich. gehen sie es ruhig an und haben sie spass am beruf, anders schafft man es nicht. falls sie den beruf schon im anfang nur noch mit medikamenten ertragen können, sollten sie, offen gesagt, über einen wechsel nachdenken, es gibt berufe mit weniger stress. das klagen über mehr oder weniger stress von fach zu fach macht mürrisch und wenig freude und hat ehrlich gesagt mit dem einkommen wenig zu tun.

(#586) tintenklecks meinte am 04.02.2010, 22:43 dazu:
" 

Ich würde nicht behaupten, dass Sportunterricht weniger belastend als anderer Unterricht ist. Dafür ist man fein heraus, was die reduzierte Vorbereitungszeit und fehlende Korrekturen anbetrifft. Auch ich als doppelter Korrekturfachlehrer habe mit Disziplinlosigkeit, Lärm und Motivationsproblemen zu tun. Hinzu kommt der Druck, eine ganze Klasse an Standards heranführen zu müssen, die überprüft werden! Ich kenne nur Sportlehrer, die Sport gewählt haben, weil sie davon überzeugt waren, sie haben einen lauen Job!

(#587) Blümchen meinte am 05.02.2010, 0:38 dazu:
" 

Bitte an die Redaktion:
Könnt ihr nicht mal die Beiträge so umstellen, dass immer die aktuellsten zuerst gezeigt werden? Ist echt nervig, immer erst blättern zu müssen…

@ernie
Logo, und dann spende ich noch die Hälfte meines Gehalts an das Bildungsministerium wink

(#588) Der Lehrerfreund meinte am 05.02.2010, 0:56 dazu:
" 

@Blümchen

Stimmt, das Blättern nervt. Das ist aber nur bei den wenigen Beiträgen notwendig, wo es mehr als 100 Kommentare gibt.
Die Reihenfolge umzukehren ist aus unserer Sicht nicht sinnvoll, da es den gängigen Erwartungen (Kommentare = meistens in aufsteigender Reihenfolge sortiert) entgegenlaufen würde, sorry.

(#589) Michael meinte am 11.02.2010, 22:57 dazu:
" 

Der Großteil der hier von Lehrern geposteten Beiträge enthält viele wirklich peinliche Rechtschreibfehler! In einem Fall hat sich der Autor sogar als Deutschlehrer geoutet. Und wenn ich mich so in meinem Freundeskreis umschaue, ist es leider so, dass diejenigen, die in der Schule die schlechtesten Ergebnisse erbracht haben, ein Lehramtsstudium angefangen haben. Im Studium wird dann zwar eifrig gelernt und die Noten sind auch besser geworden, jedoch fehlt ein Interesse an studienfremden Stoffen vollkommen. Ich frage mich, wie solch ein Lehrer einem neugierigen Schüler gegenüber treten kann, wenn er bei fachfremden Fragen auf absolut kein Allgemeinwissen zurückgreifen kann.

Ich erlaube mir eine deartige Wertung, weil mein Vater selber Lehrer war (StudDir), sowie 3 Cousins und 2 Onkel es ebenso geworden sind.

(#590) Schulmeister meinte am 12.02.2010, 2:02 dazu:
" 

Ich kann diese dämliche Vorurteil nicht mehr hören, da es lange widerlegt ist. Gymnasiallehrer haben den gleichen Abi-Schnitt wie Anwälte und Ärzte (ca. 2,1). Die anderen Lehramtsstudenten liegen knapp dahinter (bis ca. 2,5).
Und die Abkürzung von Studiendirektor ist StD, auch das könnte man als Allgemeinbildung klassifizieren, zumal der OStD auf allen Gymnasialzeugnissen unterschreibt.

(#591) Schülerfreund meinte am 12.02.2010, 15:16 dazu:
" 

@Michael

Wer Rechtschreibung kritisiert, sollte selbst mindestens die Kommasetzung bei Relativsätzen beherrschen (1. Satz) oder war das bei dir nur ein Tippfehler? wink

Sorry, ich bin ” nur” Hauptschullehrerin und das mit einem Abi von 1,7. Die Wahl des Lehramts habe ich nicht aufgrund die Abi-Note getroffen.
Übrigens: Ich hatte auch einen Studienplatz in Zahnmedizin. Aber wie sagt man so schön…. Ich war jung und wollte die Welt verbessern.

Ich glaube bis heute, dass meine Berufswahl richtig war. Als Abiturient wusste ich nicht, dass Gymnasiallehrer mehr verdienen. Die Dimensionen hätte ich damals auch nicht erfasst. Heute hängt meine Überlebensfähigkeit auch nicht davon ab, ob ich A12 oder A13 kriege, aber es ist einfach nicht gerecht.

(#592) tintenklecks meinte am 12.02.2010, 16:17 dazu:
" 

Sorry Schülerfreund! Der erste Satz von Michael (589) enthält keinen Relativsatz! Die Zeichensetzung ist korrekt!

(#593) Schülerfreund meinte am 12.02.2010, 16:31 dazu:
" 

Ups, tintenkleks…. Das stimmt.
Ich muss mich wohl entschuldigen…

beschämte Grüße!

(#594) Schülerfreund meinte am 12.02.2010, 16:33 dazu:
" 

@ Moderation

Reicht es bei einem Wechsel der Email-Adresse, wenn ich zukünftig einfach nur die neue Adresse eingebe?

(#595) Der Lehrerfreund meinte am 12.02.2010, 16:36 dazu:
" 

@Schülerfreund

Ja, Sie erhalten dann Benachrichtigungen über neue Kommentare an diese Mailadresse.

(#596) Turnbeutelvergesser meinte am 14.02.2010, 19:30 dazu:
" 

So, jetzt lese ich mich seit einer Stunde durch dieses teils merkwürdigen Beitrage und frage mich ernsthaft, warum intelligente Menschen sich gegenseitig so behandeln.

Es ist doch nun mal so, dass wir mit unserem Gehalt (egal ob angestellt oder verbeamtet) erst mal zurecht kommen. Klar, besser gibt es immer. Schlechter auch.
Ungerecht ist die unterschiedliche Bezahlung auch. Keine Frage.

Allerdings ist man auch als Beamter schon irgendwie an seinen Dienstherr “gebunden” (jedenfalls fühlt sich das bei mir so an - einfach mal wechseln in einen anderen Job ist nicht, ich habe mich auf Lebenszeit an König Roland verkauft). Aufgeben tut man das noch viel weniger leichtfertig als einen Angestelltenvertrag.

Und - das wissen wir alle - da liegt ein Problem. Nämlich, dass es viele tolle, engagierte Kollegen, aber auch viele Flitzpiepen gibt.

Die Arbeitsbedingungen sind sehr unterschiedlich - und sie werden nicht besser. Das wissen wir alle, darüber brauchen wir uns gegenseitig nichts vorjammern.

Überflüssig finde ich die Vergleiche mit anderen Berufsgruppen (Ärzte). Nur weil deren Bedingungen bescheiden bis be**** sind, müssen die von anderen Berufen das nicht auch sein.

Die Wochenstundenzahlen kann man innerhalb unserer Berufsgruppe nicht vergleichen und erst recht nicht darüber hinaus.
Jedenfalls kenne ich Leute, die in einer Stunde Arbeit 15 Minuten Raucherpause integrieren und so auch im Büro auf effektive 45 Minuten kommen. Aber auch hier gibt es schwarze und weiße Schafe.

Allenfalls vergleiche Länderübergreifend wären sinnvoll.

Ich schließe mich meinen Vorrednern an:

a) an einige: hört auf, euch gegenseitig zu überbieten im Jammern (denn: wem die Arbeit zu viel ist, der kann auch in die “freie Wirtschaft” wechseln, wenn er denn mit seiner Ausbildung etwas findet).

b) seit solidarisch - innerhalb der Kollegien und auch hier. Unser Ziel sollte es doch sein, die Umstände für alle besser zu machen und nicht, dem anderen etwas wegzunehmen

c) Lasst das mit dem “Feindbild Eltern”. Das macht einen unseriösen Eindruck, denn es pauschalisiert. Die meisten Eltern geben sich Mühe, die Probleme liegen auch bei ihnen (wie auch in der Schule!) meist an den Umständen (oder ist hier keiner selber Eltern und weiß, dass Kinder auch mal machen was sie wollen oder das man natürlich sein Kind vor dem Lehrer in Schutz nimmt? Das tun Lehrer als Eltern doch selber!)

d) klingt nach Weichspüler?
Tja, es ist ein hartes Stück Arbeit sich den im Job zu erhalten, denn neben den Tücken des Alltags sind es vor allem die Kollegen, die einen mit herunterziehen.
Ich hoffe jedenfalls, es wird mir auch in den nächsten Jahren meines Berufslebens gelingen, nicht ständig von “den Schülern” zu sprechen sondern von einzelnen Kindern

e) tatsächlich: ich distanziere mich von vielen solchen Lamentis im Bekanntenkreis, entschuldige mich aber weder dafür, verbeamtet zu sein, noch dafür, überhaupt (mit meinem Diplom und einem Referendariat wie alle 1. Staatsexamensabsolventen auch) Lehrerin geworden zu sein.

Allerdings weiß ich auch, dass ich nach einem Jahr Verbeamtung immer noch jahrelang mein Bafög abbezahle, mein neues Auto (hier auf dem Land gibt es keinen ÖPNV) und auch meinen Umzug über 200km noch bezahlen muss (wer verbeamtet wird bekommt als Arbeitsloser nämlich den Umzug nicht bezahlt und ich musste innerhalb von einer Woche umziehen dank der kurzfristigen Entscheidungen der Einstellungsbehörden, da war ein Umzugsunternehmen notwendig).

Ich bekomme mit A13 (Realschule Hessen) “netto” (ohne PKV) 2500 € mit 6 Jahren Berufserfahung.

Das ist fair und in Ordnung.
Schmerzensgeld möchte ich es nicht nennen, das wird den Kindern nicht gerecht - auch wenn es Tage gibt, an denen ich kurz davor bin wink

(#597) Ein Aktiver meinte am 17.02.2010, 14:34 dazu:
" 

Also als Lehrer verdient man niemals das, was man verdient. Der Neid ist die schönste Anerkennung im Leben. Daher wünsche ich jedem Neidhammel
einemal 1 Woche Schuldienst, wahrscheinlich legt sich dann das Neidgefühl

(#598) Schulmeister meinte am 17.02.2010, 21:47 dazu:
" 

@Schülerfreund
Die “Dimensionen” zwischen A12 und A13 sind sind nun wirklich nicht riesig. Sicher kann man sich als Hauptschullehrer ärgern, dass Realschullehrer häufig A13 bekommen, aber dass Gymnasiallehrer mehr verdienen, sollte eigentlich klar sein. Sicher hat man an anderen Schulstufen mehr Problemschüler, aber die Ausbildungszeit sowie die Korrekturzeiten bzw. Belastungen und Unterrichtsvorbereitung in der Oberstufe rechtfertigen meiner Meinung schon einen Mehrverdienst. Ich selbst habe beispielsweise auch 1,5 Jahre an einer Grundschule als Vertretungslehrer gearbeitet. Ich kenne zudem genug Gymnasiallehrer, die sich fragen, warum sie nicht Realschullehrer geworden sind, da die Besoldung nahezu identisch ist. Sicherlich hat man dort kaum Karriereschancen, aber “Karriere” machen auch am Gymnasium nur Leute, die in die Schulleitung aufrücken und A15 verdienen.

(#599) deinoteros meinte am 18.02.2010, 17:11 dazu:
" 

Schlechter gestellt ist m.E. nicht notwendig, wer einen (zu) geringen Geldbetrag für seine anspruchsvolle Tätigkeit bezieht; hingegen wahrhaft arm ist, wer seiner speziellen Arbeitsform und den durch sie gegebenen Umständen (incl. Bezahlung) keinen Wert abgewinnen kann.

Diesen „Wert“ konstitutieren die „inneren Reichsparteitage“ eines ausgelebten Helfersyndroms ebenso nur zu einem (geringen) Anteil wie die Bezahlung, die Pensionsaussichten oder das gesellschaftliche Ansehen. Usw. usf.

Deswegen scheint mir die Reduktion auf den Lohnaspekte im oben angepinnten Beitrag und die hier daran anschließende Debatte um Ruhm und Ansehen des Lehrberufs - mit Verlaub - arg verkürzt.

Eine verbeamtete Lehrperson kann nie genug verdienen, wenn sie oder er unter dem Arbeitsdruck - der von Schule zu Schule stark variiert - leidet, das Fach nur noch langweilig oder zu SchülerInnen und KollegInnen keinen Draht mehr findet. Die viele Freizeit ist dann auch weg. Denn die wird mit einer der Verbeamtung gleichkommenden Sicherheit dann in der Therapie oder auf dem Sofa bei der Zwangsbetankung verbracht. Da hilft dann auch die Mitgliedschaft im Bematenbund und beim Philologenverband nicht mehr.

Eine an sich womöglich gering entlohnte Lehrperson mit 12WS Deputat in Anstellung kann der glücklichste Mensch der Welt sein, wenn sie

- die Zeit für die Familie (sofern selbige ernährt werden kann),
- die Zeit für den Sport, Ehrenamt oder sonstige Hobbies,
- die Freiheit, dem Chef auf die Aufforderung zu Zusatztätigkeit XY einfach “Nein” sagen zu können,
- den genehmigungsfreien 400EUR-Nebenjob, der eigentlich nur dem Enthusiasmus geschuldet ist, und
- die womöglich vorhandene Wertschätzung der KollegInnen, Schüler und Eltern

in die Kalkulation einbezieht. Man muß doch hoffentlich nicht erst religiös werden, um zu bemerken, daß nicht alles gekauft werden kann.

(#600) Mike meinte am 18.02.2010, 20:29 dazu:
" 

Zur Bezahlung der Lehrer würde ich anregen, ein zweistufiges Modell einzuführen, das nach Leistung bezahlt und nicht nach Beamtensoldstufen. Grundlage dieses Modells bildet ein Grundgehalt, von dem jeder anständig leben kann (das sollte bei einem Vater/einer Mutter nicht unter 2500 Euro netto liegen). Dazu müsste es Zulagen geben, die je nach Engagement der Lehrer erfolgen.

Zudem sollte auch bei verbeamteten Lehrern in einem Fünf-Jahres-Turnus eine Überprüfung der jeweiligen Tätigkeit erfolgen, und zwar bis zum Eintritt in die Pensionierung (mittels Unterrichtsbesuchen und eines “Leistungsprotokolls”, das jeder Lehrer führen sollte). Somit käme wieder Schwung rein in die Beamtenlaufbahn, in der sich leider sehr viele Schwarze Schafe unseres Berufes bequem einrichten und meinen, sie müssten nichts mehr zusätzlich leisten.
Ich finde es schlicht ungerecht, dass engagierte Lehrer, die sich auch nach mehreren Jahren nachmittags hinsetzen und eine ausgefeilte Unterrichtsplanung durchführen, kreative AGs anbieten, sich sehr für einen engen Kontakt mit Eltern einsetzen etc. das gleiche Geld bekommen wie die Kollegen, die nicht mehr machen als notwendig. Es müssen mehr Anreize geschaffen werden, auch im Lehrerberuf muss sich Leistung lohnen! Um ein geeignetes Modell zu erarbeiten, sollte sich der Staat auch nicht davor drücken, sich mit der freien Wirtschaft abzustimmen.
Viele Grüße von Mike

(#601) anmerker meinte am 19.02.2010, 17:05 dazu:
" 

na, mikes vorschlag birgt viele risiken. manch ein lehrer wird erst nicht mit seiner ag zugelassen, manch einer bekommt keine eigene klasse. wer dann gut schmiert, bekommt das bessere gehalt. das jetzige system ist m.e. schon in ordnung. es gibt jedem die möglichkeit mehr zu machen, wenn ihm danach ist. in der wirtschaft wird mehrleistung ja auch gesondert abgerechnet. warum also nicht einen ag-zuschlag gewähren? ich z.b. bin nicht bereit meine wenige freizeit- man glaubt es kaum- mit noch einer kostenlosen ag zu füllen. ich bin mit meinen fächern voll zufrieden und zahle schon jetzt aus meiner privaten tasche für notwendige anschaffungen. auch sind die liebgewonnenen springstunden doch auch ein grund, nicht noch mehr in der schule zu verweilen, irgendwann reicht es halt mit arbeit. ich empfinde, dass meine ausbildung und mein verdienst schon gerechtfertigt sind, ich nicht noch kostenlose und freiwillig mehrarbeit machen muss. meine fächer sind kostenaufwändig, nicht einfach so zu machen. im vergleich braucht eine fussball-ag nur einen fussball und einen rasen, ist damit sehr kostengünstig. früher habe ich ausserdem noch auf dem bau und in verschiedenen fabriken gearbeitet, da wurde jede überstunde abgeglichen, warum geht das bei den lehrern nicht auch so. wer will, kann gegen entgeld mehr arbeiten; mir ist meine freizeit wichtiger und ich gehe entspannt und gerne in die schule. einige meiner mehrleister-kollegen sind ständig krank und leiden unter verschiedenen stressbedingten krankheiten. da hilft auch ein wenig mehr geld nicht. ich mache lieber meinen “grunddienst”, bleibe damit dem schuldienst langfristig erhalten.

(#602) Mike meinte am 20.02.2010, 18:30 dazu:
" 

lieber anmerker, ich bin ganz deiner meinung: für ags und sonstige mehrarbeiten müssen lehrer einen bonus erhalten. am anfang deiner mail schreibst du, meine vorschläge würden “viele risiken” tragen. welche meinst du?

(#603) anmerker meinte am 21.02.2010, 13:53 dazu:
" 

hey mike, ich meine, dass so ein system kollegen gegeneinander ausspielen kann. beim einen wird es als mehrarbeit gezählt, beim anderen nicht. hab mal ne computer-ag gemacht, wurden mir als minusstunde angerechnet, weil zuwenig schüler da waren. ich fands ungerecht. die fussball-ag wurde doppelt gerechnet, weil sie so viel zuspruch fand. wer macht die ags, wenn der kollege ausfällt, längerfristig krank wird? bekommt er dann auch das geld gezahlt? wird eine ag mit wenigen schülern genauso gut bezahlt wie eine mit vielen? es wird keine gerechtigkeit geben, keine wirkliche.

(#604) malin meinte am 21.02.2010, 17:06 dazu:
" 

In welchem Bundesland seid ihr denn, dass AGs nicht angerechnet bzw. nach der Teilnehmerzahl berechnet werden? Dieses System ist mir völlig unbekannt. Würde mich sehr interessieren, was in anderen Bundesländern so abgeht. Es scheint doch große Unterschiede zu geben.

(#605) malin meinte am 21.02.2010, 17:12 dazu:
" 

Ach, noch etwas: bekommt man bei euch mehr bezahlt wenn man eine Klassenleitung hat? Oder wie soll ich deine Äußerung verstehen, anmerker?

(#606) anmerker meinte am 22.02.2010, 0:56 dazu:
" 

nein, noch bekommen alles das gleiche. aber auch klassenleitung ist ja mehrleistung. jede sonderleistung, die über das normale maß´hinausgeht, sollte entlohnt werden. klassenfahrten planen und durchführen zählt für mich auch dazu. selbst das schreiben von zeugnissen ist immer wieder eine zusätzliche belastung, die neben dem normalen unterricht gemacht wird. es gibt hier viele dinge, die pausenaufsichten, nachmittagsbetreuung. noch ist alles mit einem lohn abgegolten, jeder macht irgendwie in diesem system mit und findet seinen platz. nun stell dir aber mal vor, es findet sich keiner mehr für diese mehrarbeiten? dann bricht das system zusammen, es geht ja davon aus, dass immer jemand mehr machen möchte.
bsp.: es gibt so viele freie direktorenstellen, keiner will es machen, obwohl es mehr geld gibt. schon da fängt das entlohnungssystem an zu wackeln.

(#607) tintenklecks meinte am 22.02.2010, 17:50 dazu:
" 

Das “Entlohnungssystem” wackelt meiner Ansicht nach schon lange! Ich wundere mich, dass LehrerInnen sich bieten lassen, dass immer mehr Arbeit “versickert”, die nicht zur Kenntnis genommen wird: durchaus wichtige, systemimmanente Arbeit. Es ist höchste Zeit, dass auch Lehrerarbeitszeit transparent gemacht wird, z.B. anhand eines Jahresarbeitszeitmodells. In Hamburg wird eines an Schulen praktiziert - mit einigen Nachbesserungen. In NRW liegt eines seit April 2009 in der Schublade der Landesregierung, kann aber schon eingesehen werden und wird vorsichtig zur Diskussion gestellt, weil es natürlich Gewinner und Verlierer gibt.

(#608) Mike meinte am 22.02.2010, 18:03 dazu:
" 

lieber anmerker,
ich gebe dir absolut recht: gerade als klassenlehrer leistet man so viel mehr arbeit als ein “gewöhnlicher” fachlehrer… dass letzterer genauso viel verdient wie ein klassenlehrer, ist ein sinnbild des ungleichen entlohnungssystems im deutschen bildungswesen. bedenkt man, dass bildung der wichtigste rohstoff deutschlands ist, so wird man bei der fehlorganisation im bildungswesen wirklich traurig. meine forderung an die politik ist ein transparenter katalog für die besoldung von lehrern, der genau vorgibt, welche zulagen man für welche zusatzarbeit erwarten kann. aufbauend auf einem grundbetrag muss es für fleißige lehrer anreize geben, mehr zu leisten! auch um dem klischee des faulen lehrers entgegenzuwirken, ist es höchste eisenbahn, dass sich der lehrerjob wirtschaftlichen leistungskriterien öffnet. solange faule das gleiche bekommen wie fleißige, wird unser berufsstand immer wieder in der diskussion stehen.

(#609) anmerker meinte am 23.02.2010, 2:24 dazu:
" 

hey mike, faul und fleißig sind nicht die besten worte dafür. ich bin mit leib und seele fachlehrer, klassenführung liegt mir einfach nicht. ich kann andere dinge besser- und ich bin nicht faul in dem was ich mache. wenn so eine tätikeitsentlohnung mal eingeführt wird, ich werde weiter fachlehrer sein wollen. lieber verzichte ich auf geld als unglücklich ne klasse zu leiten. jeder macht im moment das, was er am besten kann oder will, jeder macht - zumindest die meisten- etwas zusätzlich und die schule klappt. ich gehe gerne in die klassen und mag meinen beruf. aber das leben hat noch mehr zu bieten als nur arbeit. einige meiner kollegen konnten den hals mit zusatzarbeit nicht voll genug bekommen, nun sind sie längerfristig krank. ich will aber gesund und lustig sein, deshalb werde ich mich im zweifelsfalle auf einen grundlohn einstellen, habe noch so viele jahre vor mir und keine lust den spass zu verlieren.

(#610) deinoteros meinte am 23.02.2010, 23:28 dazu:
" 

Wenn die Aussage, daß Bildung wirklich “der wichtigste Rohstoff” Deutschlands ist, stimmt und nicht nur eine von führenden Politikern systematisch aufgebaute Lüge ist, dann wundert mich die Arbeitslosenquote unter den qualifizierten Akademikern schon sehr.

(#611) Mike meinte am 24.02.2010, 0:41 dazu:
" 

sorry anmerker, ich wollte dich nicht angreifen. ich halte fachlehrer keineswegs für faul, bitte nicht falsch verstehen. faul und fleißg klingt womöglich zu provokant - vielleicht passt ja genügsam und eifrig als wortpaar besser. deine einstellung find ich vollkommen in ordnung. klassenführung muss ja auch nicht sein. was du so schreibst, klingt sehr vernünftig. ich hoffe, du verstehst dennoch meinen einwand, dass eine klassenführung etwas aufwändiger ist als ausschließlich fachunterricht. und dass man dafür ein wenig mehr geld verlangen kann, ist doch nachvollziehbar, oder? gruß von mike

(#612) Schulmeister meinte am 24.02.2010, 11:17 dazu:
" 

Ihr tut ja gerade so als könnte man sich aussuchen, ob man Klassenlehrer wird oder nicht. Ich bin Klassenlehrer UND Tutor in der Oberstufe. Das will man zwar vermeiden, aber es kommt eben vor.

(#613) anmerker meinte am 24.02.2010, 17:11 dazu:
" 

hey mike, ich denke, ich habe deinen einwand verstanden. ich war schon öfters klassenlehrer und weiß, was da alles an mehrarbeit anfällt. dem einen liegt diese arbeit, dem anderen nicht. mit mehr bezahlung hätte ich aber nicht mehr freude daran gehabt, mehr zeit mit meiner klasse wäre da besser gewesen. ich denke, dass man nicht alles mit geld aufwerten kann, nicht mehr spass dadurch am beruf entsteht. mehr anerkennung wäre mir in meinem falle wichtiger gewesen, aber an dieser anerkennung mangelt es. man kann nicht jede leistung mit geld aufwerten, manchmal wäre ein dankeschön wertvoller. das mit dem geld klingt immer so abrechnend. ich habe den beruf gewählt, weil ich spass daran habe, nicht, weil ich damit viel geld verdienen kann- und soviel ist es ja auch nicht. ich möchte anerkennung und zufriedenheit, glück und ein auskommen haben. geld ist ein letztes argument, um anerkennung zu finden. es ist nur noch ein zahl die einen vom anderen unterscheidet, das letzte für mich, was einen rest von achtung anzeigt.

(#614) korbleger meinte am 24.02.2010, 20:22 dazu:
" 

an alle:

Nicht nur die Leitung verschiedener Klassen, auch die Flut der Aufgaben im administrativen Bereich sorgt für zusätzliche Belastungen….  das nimmt derart zu, dass der “eigentliche Unterricht” fast zur Nebensache verkommt, leider… Ich sags nochmal: Wenn nur darauf geachtet werden muss, dass keine Fehler gemacht werden, dass alles “gerichtsnachvollziebar” stimmt, dann hat “Schule” was verpeilt….  der zu erwartende “Schul-TÜV” zeigt das überdeutlich!!
Da sollte unbedingt Abhilfe geschaffen werden, meinetwegen durch eine zusätzliche Stelle für Schulsekretäre oder Sekretärinnen…..
Die Kollegen und Kolleginnen sollte sich wieder auf ihre Hauptaufgabe konzentrieren können. Schulleiter und Schulleiterinnen wissen um die Problematik, sie müssten den “Arsch in der Hose haben”, den Kollegen und Kolleginnen den Rücken frei zu halten. Und die Sesselpuper in den Bezirksregierungen sollten dabei den Anfang machen!!!  Das wär mal was!  Ich habe immernoch nicht begriffen, warum sich Arbeitsbedingungen ständig verschlechtern müssen.. immer mit dem Argument:  Seien Sie froh, dass wir Sie überhaupt beschäftigen!  Wer denkt mal an die Schüler?  Dieses Statement soll kein Rundumschlag sein, gewiss nicht, ich kenne auch positive Entwicklungen…ich hoffe, dass sich diese Erkenntnisse weiter fortsetzen und wir uns bald wieder dem widmen können, wofür wir ausgebildet sind: Lehren, lernen lehren und uns voll und ganz denen zuzuwenden, die die Schwächsten sind in diesem Spiel: den Schülern!  Das wünsche ich mir!!

Und…  um zum eigentlich Thema zurückzukehren… eine gerechte Bezahlung und keine Unterschiede mehr zwischen verbeamteten und angestellten Kollegen und Kolleginnen….die sind kontraproduktiv und nicht gerecht…. 
Liebe Grüße…. an alle Nachdenklichen…..

(#615) Mister M. meinte am 25.02.2010, 20:53 dazu:
" 

@korbleger:
> Ich habe immer noch nicht begriffen, warum sich
> Arbeitsbedingungen ständig verschlechtern
> müssen.. immer mit dem Argument: Seien Sie
> froh, dass wir Sie überhaupt beschäftigen!

Sei sicher, dass wird sich in den nächsten 10 Jahren gründlich ändern. Aus demographischen Gründen. Die Schulbehörden werden froh sein, wenn sie noch einen D… finden, der den Job machen will. Wirtschaftskrise hin oder her. die Wirtschaft verstärkt seit Jahren ihre Bemühungen, fähige(!) Absolventen an sich zu binden. Nur der Staat als Arbeitgeber hat den Schuss noch nicht gehört.

(#616) Lehrerin meinte am 26.02.2010, 17:48 dazu:
" 

Die Kirche aber auch noch nicht! Und nachdem in den letzten Jahren alles, was einen Stift halten konnte, verbeamtet wurde, kriechen wir auf dem Zahnfleisch. Und Geld wollen die auch nicht ausgeben.
L, an einer kirchlichen Schule tätig

(#617) Rechenkönig meinte am 01.03.2010, 1:49 dazu:
" 

28Unterrichtsstunden sind ein volles Debutat.
Also können wir folgende Rechnung aufstellen:
28Unterrichtsstunden à 45Minuten sind 21 Zeitstunden pro Woche, die ein Lehrer arbeitet.

Da beispielsweise ein Mathelehrer nicht jedes Jahr die Arbeitsblätter für Geometrie etc. neu erstellen muss, sondern bei ein bisschen Ordnung sie jedes Jahr wieder hervorholen kann,
hat er effektiv eine 21Stunden-Woche + ein bisschen Zeit am Kopierer pro Tag.

Viele andere Fächer benötigen ebenso nicht jedes Jahr eine neue Vorbereitung.


Wünschen wir uns nicht alle ein gutes Gehalt mit einer 21Stunden Woche?

(#618) motscho meinte am 01.03.2010, 20:32 dazu:
" 

genau, rechenkönig. dann werde doch lehrer. was hindert dich daran?

(#619) Lehrerin meinte am 01.03.2010, 20:47 dazu:
" 

@Rechenkönig:
Sie mögen zwar Rechenkönig sein, aber offensichtlich wohl kein Lehrer!
Korrigieren,
Verwaltung,
Ablage,
Zeugnisse,
Gutachten,
Sprechstunden,
Aufsichten,
Konferenzen,
Klassenelternabende,
Mitteilungen an Eltern,
Organisation von Fahrten,
Tage der offenen Tür,
Telefonate,
Absprachen mit Kollegen,
Vertretungsstunden,
“Freistunden”, die man ohne eigenen Arbeitsplatz in der Schule absitzen muss,
Erstellung von Klausuren und Nachholklausuren, Abhaltung derselben in der nicht im Deputat enthaltenen “Freistunde”,
Beaufsichtigung disziplinarischer Nacharbeiten, Fortbildungen,
eigenständige Weiterbildung zu Hause,
Netzwerkbetreuung,
Organisation von Schüleraustauschen,
Ablage der vorbereiteten und neu erstellten Materialien etc.,
davon haben Sie noch nie was gehört, oder?
Vielleicht könnten Sie ja demnächst unter dem Nick “Traumtänzer” weiterschreiben.
MfG, L.

(#620) anmerker meinte am 01.03.2010, 20:52 dazu:
" 

Milchmädchenrechner (Rechenkönig?), da haben wir aber die wanderwoche (7 tage a 24 stunden = 168 h) und ein paar (wöchentlich) Konferenzen vergessen (ca. 8 h pro Monat) sowie Fortbildung (ich mach noch sowas) im Monat nach Feierabend (ca. 10 h Pro Monat). Schon bin ich wieder auf meinen 40 Stunden in der Woche und arbeite sogar Sonntags. Weiterhin dürfen mich die Eltern Nachts anrufen, um mich nach Hausaufgaben zu fragen, darf ich nicht Demonstrieren und muss mir das dumme Gelabere über mein fürstliches Einkommen gefallen lassen.

(#621) malin meinte am 01.03.2010, 21:21 dazu:
" 

@Rechenkönig
Erklärst du mir bitte detailliert, wie man das macht, 21 Stunden im Lehrerberuf zu arbeiten? Ich wäre sehr dankbar für einen diesbezüglichen Tip denn meine über 50 Stunden-Woche, der Nachmittagsunterricht, die lärmenden Schüler, die nachmittäglichen Konferenzen wegen verhaltensauffälligen Schülern, Klassenkonferenzen in der Pause, häufige (unbezahlte) Vertretungsstunden, die ständig zunehmenden administrativen Aufgaben, zusätzlich schulische Aufgaben, die nicht innerhalb des bezahlten Stundenpensums liegen wie z.B. Schulhausgestaltung oder Webmaster der Schulhomepage, die lange Fahrtzeit zur Schule etc., rauben mir langsam die letzten Kräfte. Ich bin kein Mathelehrer (die übrigens in unserer Schule auch mehr machen als nur alte Arbeitsblätter verbraten und ein bisschen kopieren) aber ich kann durchaus rechnen - 21 Stunden müssen es ja gar nicht sein, eine normale 40 Std. Woche und ein freies Wochenende wären traumhaft!

(#622) Schulmeister meinte am 01.03.2010, 21:48 dazu:
" 

@Rechenkönig
Da ich nicht möchte, dass mein Beitrag zensiert wird, drücke ich mich folgendermaßen aus ***** ***** *******!

(#623) anmerker meinte am 01.03.2010, 22:02 dazu:
" 

hey rechenkönig: du hast keine ahnung von dem zeitaufwand in diesem beruf. deine milchmädchenrechnung geht nicht auf, da der wirkliche zeitaufwand wesentlich höher ist.

(#624) pied meinte am 01.03.2010, 23:11 dazu:
" 

Hallo ihr Diskutierer, bei der Internetsuche nach ‘was verdient ein Lehrer, und wer bezahlt’, ‘woher kommen und wie begegnet man Unterrichtsausfällen’ ‘schafft unserer Tochter Gymmi 8.Klasse die Schule und erhält sie genug Input’ etc. stießen wir auf dieses Forum….  ... interessant für Außenseiter. Wie ich finde ist dies doch in Zeiten Wirtschaftskriese und demografischem Wandel mal ein ganz andere Problemebene. So hat jeder sein Päckchen zu tragen. Vergesst eins nicht! Immer schön Mensch bleiben ...

(#625) Mister M. meinte am 02.03.2010, 19:50 dazu:
" 

@“Außenseiter” pied:
Tja, nur von “Wirtschaftskrise” und “demographischem Wandel” kann man sich nichts kaufen und das bezahlt einem in den Großstädten auch nicht die Lebenshaltungskosten.

Und, wenn Sie schon hier sind:
http://www.lehrerfreund.de/in/schule/1s/lehrer-gehalt-verlierer/3679/
Dort findet man die Lehrer dank diverser Kürzungsorgien und Sparrunden bei den Top 10-Gehaltsverlierern der letzten 18 Jahre.
Die Bankster sind übrigens trotz “Wirtschaftskrise” immer noch unter den Top 10-Gewinnern…Da weiß man wenigstens, wofür man auch als Lehrer seine Steuern zahlt.

(#626) Mike meinte am 02.03.2010, 19:58 dazu:
" 

ich versteh es nicht: aus welchem grund geht der rechenkönig in ein solches forum für lehrer, wo er doch nur klischees hinterherrennt und alle lehrer für gut bezahlte jammerlappen hält? einziger grund kann nur sein, uns lehrer aufzuregen und zu ärgern. tut ihm doch nicht den gefallen und seht das ganz cool. da hat sich einer verirrt, der auf die annehmlichkeiten eines lehrers wie lange ferien oder schon um 14 uhr zuhause sein schlicht neidisch ist. würde er für einen tag unseren job machen, würde er das anders sehen.

die lehrerfreund-redaktion wäre bei solchen postings gefragt: da will doch nur einer provozieren. lasst doch sowas draußen…

(#627) Schülerfreund meinte am 03.03.2010, 20:41 dazu:
" 

Warum behauptet eigentlich niemand, dass der Nachrichtensprecher der Tagesschau nur 15 Minuten am Tag arbeiten würde?
Der ist doch auch im öffentlichen Dienst und in einer Gehaltsklasse, die sich prima für eine Neiddebatte anbieten würde.

(#628) korbleger meinte am 03.03.2010, 22:09 dazu:
" 

an den Anmerker:

die Bezirksregierungen, soweit es sie noch gibt, werden reagiern müssen, da gebe ich Ihnen Recht… dann noch nen Deppen (Dummkopf).. wie auch immer zu finden, wird dann eher problematisch! Ich denke aber, dass die heutigen “Verantwortlichen”  alles komplett gegen die Wand fahren werden…und immer zu Lasten der Schwächsten, das sind nun mal die Schüler… egal, ich denke immernoch, ich bin gut und tue, was ich kann, “verlorene Seelen” retten….  aber, wenn das nicht gewollt ist und nicht anerkannt wird, mach ich mich vom Acker und verkaufe “Fetisch-Ware” bei ebay…..
“gebrauchte Socken” hat jeder!!!”

Sorry…  aber deutlicher kann ich meine derzeitige Frustration nicht zum Ausdruck bringen…
...  und noch was Abschließendes:  Menschen, Leute, Männer und Frauen, die nie etwas mit dem Schuldienst zu tun hatten, sollten sich genau überlegen, was sie hier sagen und schreiben….WIR sind die, die was geradezubiegen versuchen…..  also unterstützt uns mal und droht nicht gleich mit nem Rechtsanwalt…..
...  wir tun das, was in unserer Macht steht…und noch was:  ich habe keine Lust mit 55 Jahren an einem Herzinfarkt zu verrecken….  das ist die Sache nicht wert…. und ein letztes Wort sei gestattet:  Ich werde ab jetzt versuchen, mir ein schönes Leben zu machen…. und bevor Ihr auf Beamte schimpft:  ICH bin keiner… und wenn schon, wärs auch oki!!!!!

bis nächstens der korbleger

(#629) Doc meinte am 06.03.2010, 22:53 dazu:
" 

Es ist schon Wahnsinn, dass Vorurteile, Neid und Selbstmitleid die bestimmenden Faktoren für Aussagen über andere Menschen sind - wer dieses Forum von Beginn an studiert hat wird mir Recht geben…
Dabei liegt es doch in der Person selber… es existieren in ausnahmslos jeder Berufsgruppe “Faulpelze”, Mitarbeiter, die sich auf Kosten anderer über Wasser halten und ebenso gibt es in jedem Beruf engagierte Leute, die den Betrieb “am Laufen” halte. Das zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze System, ob Bäcker, Verkäufer, Maschinenführer, Lehrer, Polizist, Arzthelferin, Krankenschwester, Hochschullehrer, Arzt, Reinigungskraft, Politiker, Pfleger - völlig egal! Es liegt am Menschen selber… - nicht am Beruf!
Der Nichtlehrer schimpft über den Lehrer, der Nichtsiemensianer über den Siemensianer, der Nichtbeamte über den Beamten, der Nichtpolitiker über den Politiker, der Arbeiter über den Arbeitslosen, der Nichtselbstständige über den Selbstständigen, der Nichtarzt über den Arzt, der Nichtbanker über den Banker…. jeder ist sich selbst der Nächste und keiner hat eine Ahnung von dem was der andere tut oder leistet, denn Lehrer ist nicht gleich Lehrer, Arzt nicht gleich Arzt, Verkäufer nicht gleich Verkäufer, Pfleger nicht gleich Pfleger….
Also was soll das Ganze?!

(#630) Mike meinte am 08.03.2010, 19:38 dazu:
" 

hey doc, ich bin ganz auf deiner seite. das forum zum thema “wie viel verdienen lehrer/innen?” ist ebenso wie der austausch zum thema “quereinsteiger aus der wirtschaft im lehrerberuf” ein tummelplatz der aggressionen. diese schwarz-weiß-malerei erschreckt mich doch sehr. besonders, wenn ich davon ausgehe, dass sich hier lehrer zu wort melden, die aus schülern tolerante, vernünftige menschen formen sollen. anstatt aufeinander verbal rumzuhacken, fände ich es schön, wenn kollegen konkrete vorschläge dafür machen, wie man die vergütung unserer arbeit gerechter und attraktiver gestalten könnte. außer “ihr lehrer seid eh faule jammerlappen” und wütende gegenangriffe gegen diese oberflächliche ansicht ist hier allem anschein nach wenig zu holen. ebenso halte ich die verallgemeinerung, alle regierungspräsidien seien von ahnungslosen amtsschimmeln besetzt, die nur noch “deppen” für den lehrerberuf suchen, für ein klischee, das uns hier beim thema vergütung nicht wirklich weiterbringt. also frage an alle: was kann man konkret dafür tun, dass das schlechte image unseres berufs in der gesellschaft (so wie der rechenkönig sehen viele menschen unseren beruf, so isses leider…) endlich aufpoliert wird? ein transparentes vergütungssystem wäre da ein schritt von vielen. konkrete vorschläge habe ich schon gemacht. grüße von mike

(#631) Miriam vom Vergleich meinte am 27.03.2010, 20:41 dazu:
" 

Wir kritisieren seit Jahren die 2 Klassen Gesellschaft innerhalb dieser Lehrerschaft!
Zu Lisa: Nur die Lehrer, die Beamte sind können sich privat versichern.

(#632) Kosake meinte am 15.04.2010, 15:52 dazu:
" 

Beamtete Lehrer verdienen doch noch ganz gut.
Nicht viel und nicht wenig. Es ist momentan in jeder Branche schlecht mit Lohnerhöhungen.Außerdem
ist der Euro ja nicht viel Wert.

(#633) SenSesS meinte am 01.06.2010, 21:58 dazu:
" 

Ich selbst bin Schüler an einem Gymnasium.. und habe künftig vielleicht vor Lehramt zu studieren.

Ich glaube viele Schüler vergessen das nach der 6,8 oder 10 (wie auch immer) Stunde der Unterricht zwar vorbei, dir Arbeit aber nicht getan ist für ein Lehrer.
Jede Stunde, für jeden Tag braucht ein Konzept.. was macht man mit den Schülern.. wie halte ich den vorgegeben Plan ein usw..
zudem muss man zu bestimmten Zeiten ziemlich viele Arbeiten korrigieren, wo ein Tag auch schonmal Nachts endet und Morgens wieder beginnt..

also Lehrer sein ist nicht so einfach wink
Und.. erstmal werden.. Studium ist nicht = Schule
das Niveau unterscheidet sich deutlich!

(#634) Internat meinte am 03.06.2010, 15:28 dazu:
" 

Der Vergleich mit einer Berufsgruppe, die über eine Ausbildung erreicht wird hinkt… Wenn dann hätte hier ein Maschinenbauingenieur herhalten müssen. Der Verdienst von Lehrern ist nur deshalb ein zweischneidiges Schwert geworden, seitdem es eine Zweiklassengesellschaft unter den Lehrern gibt, den Verbeamteten und den lediglich Angestellten…

(#635) Beobachter meinte am 01.07.2010, 17:39 dazu:
" 

Der Beruf des Lehrers hat bei einem Teil der Bevölkerung wirklich einen schlechten Ruf. Das hat verschiedene Gründe. Einige dieser Gründe sind nachvollziehbar, andere nicht. Ein sehr bedeutender Grund ist sicherlich die Tatsache, dass ein Teil der Lehrerinnen und Lehrer verbeamtet ist. Dafür kann der Einzelne nichts. Er wird die Vorteile jedoch hoffentlich zu schätzen wissen.

Insgesamt ist eine Verbeamtung einem großen Teil der Bürger aber schwer vermittelbar. In der heutigen Zeit haben sehr viele Menschen Angst ihren Arbeitsplatz zu verlieren. Die Bruttogehälter in Deutschland sind im internationalen Vergleich nicht schlecht, mit den Nettoeinkommen verhält es sich hingegen anders. Die hohen Lohnnebenkosten werden als sehr belastend empfunden. Als Arbeitnehmer zahlt man ein ganzes Berufsleben in die Rentenversicherung ein. Schon heute müssen die Rentenkassen steuerlich bezuschusst werden. Die demografische Entwicklung wird zwangsläufig zu einem Zusammenbruch des heutigen Systems führen, da die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer kontinuierlich abnimmt, wohingegen die Zahl der Rentnerinnen und Rentner ansteigt, da sich die durchschnittliche Lebenserwartung mit jedem Jahrgang erhöht. Die Sorge und die Angst vor Armut im Alter ist also berechtigt. Deshalb ist eine private Altersvorsorge angebracht, stellt jedoch eine finanzielle Belastung dar. Die Möglichkeit der privaten Krankenversicherung besteht für viele nicht, da die nötigen Einkommen nicht erreicht werden. Damit meine ich nicht nur den KFZ-Meister oder Industriekaufmann, sondern auch hinsichtlich der Ausbildung vergleichbare Berufe wie den der Diplom-Kauffrau oder des Rechtsanwalts (angestellt).
Beamte (auf Lebenszeit) können nicht arbeitslos werden. Gibt es beruflich ein höheres Gut???
Deshalb müssen sie auch nicht in eine Arbeitslosenversicherung einzahlen.
Beamte bekommen Pensionen. Die Berechnung erfolgt nach dem letzten Einkommen. Wie kann man diese Pensionen gegenüber niedrigeren Renten rechtfertigen. Gemeint ist nicht der Durchschnitt aller Pensionen und Rentenzahlungen, sondern ein Vergleich zwischen ähnlich verdienenden Berufsgruppen.
Wenn man das Nettoeinkommen eines Beamten mit dem eines Angestellten vergleicht, fällt auf, dass Angestellte nicht nur Lohnnebenkosten zahlen, sondern auch eine höhere Einkommensteuer bei gleichem Nettoeinkommen zahlen.

Aus meiner Sicht ist es überhaupt nicht verwunderlich, dass viele Menschen in Anbetracht der genannten Probleme für diese Previlegien kein Verständnis haben. Trotz Verbeamtung auf Lebenszeit ist das Einkommen eines Gymnasiallehrers sehr gut. Leider machen viele Lehrer den Fehler und vergleichen Brutto-Gehälter. Dass macht nur Sinn, wenn Lehrer ihr Nettoeinkommen auf das Bruttoeinkommen eines Angestellten hochrechnen. Dann kommt ein Gymnasiallehrer auf ca. 50.000 € Einstiegsgehalt, ohne Familienzuschlag. Das ist in vergleichbaren Berufsgruppen oft nicht erreichbar(BWL, Jura, Arzt, etc.). Die Einkommenssteigerung ist ebenfalls nicht schlecht. In wirtschaftlich schlechten Zeiten, in denen gespart werden muss und viele Bürgerinnen und Bürger finanzielle Kürzungen hinnehmen, wirkt die Verbeamtung eines Lehrer mit Arbeitsplatzsicherheit und einem guten Gehalt für viele wie ein schlechter Scherz. Den Previlegien eines Beamten müsste eigentlich ein finanzieller Verzicht gegenüber stehen. Die Wirklichkeit sieht anders aus.

(#636) Mister M. meinte am 01.07.2010, 21:03 dazu:
" 

@Beobachter:
Zitat: “Gemeint ist nicht der Durchschnitt aller Pensionen und Rentenzahlungen, sondern ein Vergleich zwischen ähnlich verdienenden Berufsgruppen.”

Und DIESEN Vergleich möchte ich einmal sehen. Und der wird leider aus leicht zu erratenden Gründen nicht durchgeführt bzw. die Ergebnisse werden nicht veröffentlicht.

Bei Renten und Pensionen wird leider immer die Durchschnittsrente mit der Durchschnittspension verglichen. Dies ist aber völliger Unsinn, da

1.) in den Durchschnittsrenten viele “unstetige” Berufsverläufe enthalten sind, d.h. Zeiten der Arbeitslosigkeit, Zeiten der Nichtbeschäftigung aus anderen Gründen (Kindererziehung usw.), Zeiten der freiberuflichen / selbstständigen Tätigkeit usw. Ehrlich wäre, nur gleichartige Erwerbsbiografien zu vergleichen. Und ich behaupte einmal, das die Erwerbsbiografien von Beamten im Durchschnitt deutlich stetiger sind als die der Durchschnittsrentner.

2) Bei den Beamten im Vergleich zu den Rentnern überdurchschnittlich viele Hochschul- und Fachhochschulabsolventen vorhanden sind. Zudem ist jeder zweite Landesbeamte ein Lehrer, und die haben zwingend ein Hochschulstudium hinter sich (bis auf ganz wenige Ausnahmen). Ehrlich wäre deshalb auch hier ein Vergleich mit einer entsprechenden Zusammensetzung der Rentner: Gerade die Akademiker unter den Rentner bekommen oft noch Betriebsrenten oder sind sogar außertariflich bezahlt, was deren Rentenbeiträge und damit auch deren Rentenhöhe nach oben hin begrenzt und somit die Durchschnittsrente deckelt. Auch die ganzen Freiberufler mit ihren berufsständischen Versorgungswerken (Rechtsanwälte, Ärzte usw.) müsste man in den Vergleich mit einbeziehen.

Kurz: Ein Vergleich von Pensionen mit Renten ist wie der berühmte Vergleich von Äpfeln mit Birnen: Er macht keinen Sinn, da die Vergleichsgrundlage eine völlig andere ist.

Zitat: “Dann kommt ein Gymnasiallehrer auf ca. 50.000 € Einstiegsgehalt, ohne Familienzuschlag. Das ist in vergleichbaren Berufsgruppen oft nicht erreichbar(BWL, Jura, Arzt, etc.). Die Einkommenssteigerung ist ebenfalls nicht schlecht.”

Für das EINSTIEGSGEHALT mag das stimmen, aber das mit den Einkommenssteigerungen bezweifle ich stark. Klar, der Ingenieur oder der Arzt der sich nicht bewegt, hat auch nur eingeschränkte Gehaltsperspektiven. Aber fähige Leute, die sich qualifizieren und auch einmal den Arbeitgeber wechseln oder ihren Facharzt machen, die bekommen auch sehr schnell deutliche Einkommenssteigerungen. Dies ist übrigens ein Grund, der viele Beamte frustriert: Man kann sich den A… aufreißen und wird trotzdem nicht befördert. Befördert wird man nur mit den richtigen Beziehungen bzw. muss ins “Schema” der Vorgesetzten passen. Mit echter Leistung hat das selten etwas zu tun. Klar, das passiert auch in der Privatwirtschaft. Aber dort hat man immerhin noch die Chance, den Arbeitgeber zu wechseln, wenn es einem zu viel wird. Bei Beamten wird diese Mobilität aber durch die Ministerien extrem erschwert: Man muss Anträge stellen, die aber in der Regel aus “dienstlichen Gründen” abgelehnt werden. Die Motivation zur Leistung steigert das nicht.

(#637) anmerker meinte am 02.07.2010, 1:44 dazu:
" 

zur krankenversicherung privat: es macht für beamte keinen sinn sich als einzelperson in der gesetzlichen kasse zu versichern - zumindest nicht in einem bundesland mit beihilfe. krankenkassen versichern nur zu 100 prozent, das kostet ca. 700 euro im monat, ein arbeitgeberanteil von 50 prozent, wie bei einem angestellten, gibt es nicht. zusätzlich ist man zu 50 prozent über die beihilfe versichert. insgesamt wäre man also zu 150 prozent krankenversichert. versichert man sich aber privat nur zu 50 prozent in der privaten, so zahlt man ca. 250 euro pro monat - abgesehen von den besseren leistungen. insgesamt spart man also ca. 450 euro im monat, wenn man sich privat versichert, das sind ca. 5.400 euro im jahr an ersparnis! dieser vergleich gilt aber nur für eine einzelperson, für familien rechnet sich eher die gesetzliche versicherung, da in der privaten jeder einzeln versichert werden muss.

(#638) lehrerin meinte am 03.07.2010, 6:44 dazu:
" 

Der Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Krankenkasse beträgt schon seit langem nur noch 41%. Zu den gesetzlichen Beiträgen muss man als Angestellte noch etliche Zusatzversicherungen -ohne Arbeitgeberanteil- abschließen, um eine einigermaßen ordentliche Versorgung z.B. beim Zahnarzt zu erhalten.

(#639) Mister M. meinte am 03.07.2010, 17:01 dazu:
" 

@Lehrerin:
Die Beihilfe (= Arbeitgeberanteil für Beamte zur Krankenversicherung) zahlt aber auch nicht mehr als die gesetzliche Krankenversicherung. D.h. seinen Zahnersatz, seine Brillen usw. zahlt auch der Beamte komplett aus eigener Tasche, d.h. 50% dafür zahlt der Beamte über seinen eigenen Beitrag zur PKV (vom Netto natürlich), die anderen 50% zahlt er entweder bar oder über von ihm selbst zu tragende Zusatzversicherungen. Also kein Unterschied zu den Angestellten.

(#640) anmerker meinte am 04.07.2010, 5:57 dazu:
" 

hallo mr. m, scheinbar nix verstanden? versichere ich mich in der gesetzlichen, werde ich dort zu 100 % versichert (ca. 700 euro). zusätzlich werde ich mit nochmals 50 % in der beihilfe versichert, gesamt also zu 150 %. In der privaten kann ich mich aber zu nur 50 % (ca. 250 euro) versichern, dazu kommt natürlich auch die beihilfe mit 50 %, also gesamt 100 %. die gesetzliche macht überhaupt keinen sinn für einzelne beamte, man legt vieeeeeeeeeel geld bei der gesetzlichen drauf für ne schlechtere leistung.

(#641) @ anmerker meinte am 04.07.2010, 10:58 dazu:
" 

Zum Ersten - auch bei den GKVs (Gesetzlichen Krankenversicherung) kann ich mir günstigere KVs suchen, bei denen ich mich für gut 500€ zu 100% versichern kann.

Zum Zweiten zahlt die Beihilfe deutlich weniger als die GKVs, da sie sich - im Gegensatz zu den GKVs - am Minimalkatalog orientiert. Damit bleibt man bei für GKV-Versicherte “normalen” Leistungen oft auf dem Anteil der Beihilfe sitzen.

Zum Dritten kann man sich nicht zu 150% versichern. Versichert sich ein Beschäftigter mit Beihilfeanspruch (Ja, das gibts auch für Angestellte und Arbeiter bei bestimmten Arbeitgebern), verliert er diesen Anspruch, wenn er sich in einer KV (egal ob GKV oder PKV) zu 100% versichert.

(#642) Schülerfreund meinte am 04.07.2010, 12:55 dazu:
" 

@anmerker

Entweder habe ich etwas nicht verstanden oder es stimmt so nicht.

Eine meiner Kolleginnen ist Beamtin, aber wurde wegen Vorerkrankungen von der Privaten nicht versichert, so dass sie sich gesetzlich versichern musste. Sie kriegt gar keine Beihilfe. Sie zahlt den GKV-Beitrag zu 100% allein und kriegt keine Beihilfe, also nix mit 150%.
Nach Aussage meines Verischerungsvertreters ist das die einzige Konstellation, in der sich der Arbeitgeber gar nicht beteiligt.
Da der Beamte sich zu 100% in der GKV selbst versichern muss, hat er im Prinzip keine Wahl. Wenn der Beamte viele Kinder hat, macht das vielleicht Sinn, aber was ist, wenn diese Kinder aus dem Haus sind? Dann zahlt er auch 100%, aber für sich allein.

(#643) anmerker meinte am 04.07.2010, 18:13 dazu:
" 

Es gibt Bundesländer die keine Beihilfekasse haben. Dort zählt mein Beispiel nicht. Und wenn die Kinder mal aus dem Haus sind, dann zahlt man halt weiter oder wechselt in die Privatkasse. Vielleicht hat der “@anmerker” ja Recht: rein rechtlich kann es ja sein, dass man den Anspruch auf Beihilfe verliert, wenn man gesetzlich versichert ist. Ich weiß das nicht, reichte meine Rechnungen fleißig weiter in die Beihilfe ein. Bei dieser bescheuerten Konstellation (150 %) macht es Sinn krank zu sein, man verdient dabei sogar. Bei 700 Euro im Monat versucht man natürlich soviel wie möglich wieder zurück zu holen. Wie auch immer, solange es meine Rechenbeispiele gibt, solange gibt es noch keine Bürgerversicherung, in die ich sofort gehen würde, da ich die Ungleichbehandlung zwischen GKV und Privaten bemängele. Solange es aber keine Bürgerversicherung gibt, solange zahle ich mit dem eingesparten Geld eine Wohnung oder ein Auio locker ab, knapp 450 Euro sind auch Geld.

(#644) Scharlach meinte am 05.07.2010, 3:02 dazu:
" 

Kurz und knapp: Überversicherung ist erst seit 2007 verboten. Vorher war das nicht nur möglich, sondern recht weit verbreitet.

Etwas ausführlicher ...

Das Verbot ist eindeutig und richtet sich gegen den rechtswidrigen Vermögensvorteil: § 74 VVG (Art. Überversicherung), Abs. 2. Das einzige, was aktuell als “Überversicherung” durchgeht, ist Krankenhaustagegeld bis 100 EUR.

Das war aber bis zur Novelle 2007 nicht so. Zuvor konnte man sich durchaus bei “geschickter” Abrechnung des Arztes aus der Summe aus Rückerstattungsprämien und steuerlich abgesetzten Leistungen ein gutes Plus “erwirtschaften”. Die Preisdifferenz zum GKV-Basistarif, die sich aus der Verfielfachung/Teuerung beim Privattarif ergibt, wirkte gerade beim Punkt “Absetzung” letztlich paradox und wurde - trotz des Zwangs der Privathaftung (sprich: man muß selber jede Rechnung erstmal zahlen) - von manchen mehr als billigend in Kauf genommen.

Die “Rentabilitätslinie” lag bei ca. 120% Überversicherung.  Ab da machte es Spaß.

Hat m.E. aber mit der Gehaltsfrage im eigentlichen Sinne nichts zu tun. Die Fragen, die sich mir stellen, lauten:

[1] Warum wird das Gehalt nach Schularten differenziert? Ist das Gymnasium per se anstrengender als die Grundschule? Machen GrundschulpädagogInnen kein Staatsexamen?

[2] Warum wird eine Planstellen"politik” aufrecht erhalten, die zunächst unterschiedliche Beschäftigungstarife (Beamte vs. Tarifbeschäftigte) und dann auch noch unabhängig vom Bedarf realisiert? Im normalen Leben bestimmt der Mangel den “Preis”, oder?

[3] Warum mißachtet man den Leistungsgedanken? Das ist besonders eklatant bei den Beamten. Nicht weil die nichts leisten müssen, sondern weil die leisten können, wie sie wollen, und am Ende womöglich doch die Doofen sind: Denn wenn die Stellen"pyramide” den entsprechenden Karrieresprung nicht hergibt, weil die nächste Stufe des Treppchens “besetzt” ist, darf die Kandidatin die “Beförderung” abschreiben. U.U. sogar final. Ist das sinnvoll? Von den neueren Tarifverträgen, in denen die KandidatInnen Ihre Einstufung durch kleinkariertes Sammeln ihrer Kompetenz"papiere” der jeweiligen Landesregierung nachweisen sollen, will ich gar nicht schreiben. Auch nicht davon, daß ein paar Leute das nichtmal gesagt bekommen, daß sie das sollen. Die dümpeln von Stufe1- zu Stufe1-Vertrag.

Prost!

(#645) anmerker meinte am 05.07.2010, 10:33 dazu:
" 

Die Arbeit in einem Gymnasium und einer Grundschule kann man nicht miteinander vergleichen, es ist völlig unterschiedlich.
Stellen sie sich einmal vor ein Gymnasium und eine Grundschule, die Unterschiede werden ihnen sofort auffallen, die Kinder sind unterschiedlich alt und erfordern einen unterschiedlichen Umgang. In einer Hauptschule könnte ein Gymnasilallehrer nicht mal überleben, weil er völlig am Kunden vorbei arbeiten würden - hier wäre der Mensch, nicht der Wissenschaftler gefragt. Mit der Bezahlung hat das aber auch nichts zu tun, jeder Lehrer macht seine Arbeit, so gut er kann. Jeder Lehrer hat sich bewusst - hoffentlich- sein Studienfach ausgesucht. Ich würde auch für die Hälfte des Geldes arbeiten - leider bekäme ich dann schon fast mehr Hartz4 (rechnet man alle Leistungen zusammen) und würde das eher als Hobby betreiben. Ich selbst würde das Sammeln von Papieren natürlich mit akurater Akribie betreiben, da auch ich den vollen Nutzen meines Tuns abschöpfen will. Wenn der Gesetzgeber das fordert, ich komme dem doch nach. Es ist halt ein verrücktes System in dem wir leben, jedem das Meiste und alles auf Antrag. Solange uns das Geld wichtiger ist als das Miteinander und das Leben selbst, solange wird es diesen Neid geben. Mehr Geld ausgeben scheint besseres Leben zu bedeuten.

(#646) Pädi07 meinte am 13.09.2010, 14:32 dazu:
" 

Achtung, Achtung, bald geht die Schule wieder los und damit die Zeit für Lehrer, schlecht darauf zu sein. Aber STOPP - ich vergaß: die Lehrer arbeiten ja bereits seit einigen Wochen schon wieder “8-16 Stunden täglich” (direktes Zitat aus diesem Forum) - bzw. haben eigentlich nie Ferien gehabt.

(#647) anmerker meinte am 13.09.2010, 23:58 dazu:
" 

Schüler haben Ferien, Lehrer haben Urlaubsanspruch und unterrichtsfreie Zeit. Also ich arbeit seit 4 Wochen wieder und genieße die Zeit in der Schule.

(#648) Schilmeister meinte am 14.09.2010, 13:00 dazu:
" 

@Pädio7

Wer lesen kann, ist klar im Vorteil… Aber im “Zitate aus dem Kontext reißen” gibt es ja so einige Spezialisten, dass kann man in der aktuellen Steinbach/Sarrazin Debatte gut sehen…
Da sich meine Aussage auf die Korrekturbelastung bezog, gilt sich natürlich nicht für die Sommerferien. Aber auch hier fallen Arbeiten an, wenn auch in geringerem Maße. Diese Zeit der Ruhe hat man sich nach einem Schuljahr aber mehr als verdient, schließlich fallen im Berufsalltag genug Wochenenden unter den Tisch.

(#649) Pädi07 meinte am 29.09.2010, 13:14 dazu:
" 

@anmerker und Schilmeister

...und was soll jetzt genau der Unterschied sein zwichen Ferien und unterrichtsfreier Zeit? Die 1-2 Konferenzen in der sommerlichen “unterrichtsfreien Zeit” sind schon eine enorme Belastung und vor allen Dingen stark einschränkend. Und was ist mit den letzten Wochen vor den großen Ferien, nach Notenschluss? Da wird also täglich gerackert bis die Fetzen fliegen? Ach so “Zeugnisse” - ich vergaß. Ein bekannter Lehrer hat mir gesagt, er braucht dafür ca. 4 Nachmittage (NICHT Grundschullehrer). Ein anderer sagte mir, er arbeitet pro Woche “plus/minus” ca. 25 Stunden (Unterricht, Vorbereitung etc.). Das gibt es in anderen Branchen sicherlich auch, aber da wird nicht ewig gejammert, wie schwer es ist, in dem Beruf zu sein.
Mein Tipp: seid zufrieden mit dem, was ihr habt und verdient.
Vorteile:
*Beamtenstatus = sicherer Job und SEHR gutes Netto-Gehalt
*freie Zeiteinteilung: eine feste Stundenanzahl (ca. 20 Zeit-Stunden)in der Schule, der Rest ist frei und flexibel einteilbar
*Arbeit zu Hause: ganz ehrlich, wo lässt es sich schöner arbeiten als im eigenen Heim? Kein Chef, der einem im Nacken sitzt, keine doofen Kollegen um einen rum…
*Kein direkter Vorgesetzter, der einem täglich morgens sagt, was zu tun ist und was heute wieder ultraschnell erledigt werden muss bzw. was am Vortag schlecht bearbeitet wurde.
*Private KV: klarer Vorteil in Sachen Wartezeit, Chefarzt-Behandlung etc.
*14 Wochen Jahres-Urlaub: keiner erzählt mir, dass er den Großteil aller Ferien täglich 8 Stunden arbeitet. Ich kenne zu viele Lehrer, um zu wissen, dass dem einfach nicht so ist.

(#650) tintenklecks meinte am 30.09.2010, 15:32 dazu:
" 

@ Pädio7

Du hast nur zum Teil recht. Der Skandal ist die sehr unterschiedliche Arbeitsbelastung von LehrerInnen mit oder ohne Korrektur- bzw. Hauptfächer. Am schlimmsten trifft es die, die z.B. zwei sprachliche Korrekturfächer haben. Mathematik ist besonders in Unter- und Mittelstufe sehr leicht und schnell zu korrigieren, weil es nur richtig und falsch gibt. Außerdem kann man in Mathematik immer wieder dieselben Aufgaben aus den Vorjahren nehmen oder nur einige Zahlen ändern! Anders in den sprachlichen Fächern. Selbst kleine Aufsötze in Klasse 5 Deutsch benötigen einige Zeit, wenn man Rechtschreibung, Zeichensetzung, sprachliche Fehler, Ausdruck, Stil, Aufbau am Heftrand positiv (d.h. als Fehlerkorrektur) notiert und dann in einigen Sätzen individuell am Schluss kommentiert. Natürlich kann man sich Bewertungsblätter basteln, indem man Beispiellösungen aufschreibt und abschnittweise und bezogen auf Fehler bepunktet, aber auch das ist keine Lösung, die “schnell geht”. Am Schluss etwas zügiger, weil man nach Formulierung des Bewertungsblatts dann nur noch die Punkte gibt und ein bis zwei individuelle Sätze formuliert. - Die Frage stellt sich: Was macht der Sportlehrer z.B. in dieser Zeit? Ich habe bisher noch keine überzeugende Antwort gefunden. Vielleicht legt er sich ins Bett und heilt seine durch großen Hallenlärm geschädigten Trommelfelle aus?!

Mit zwei sprachlichen Korrekturfächern sind alle Ferien außer den Sommerferien ausgelastet, weil man die Korrekturen in der reinen Schulzeit nicht schafft. Außerdem gilt es, sich in die neue Literatur einzuarbeiten, denn selbst wenn man etwas vor Jahren schon einmal unterrichtet hat, so gilt es, sich wieder neue Themengebiete wie Globalisierung oder ein neues Shakespeare-Stück zu erarbeiten, weil der Lehrplan Abwechslung verlangt. Die Stundendeputate sind in NRW erhöht worden, ohne zwischen Sport oder Deutsch zu unterscheiden!!! Dazu kommen zahlreiche Neuerungen und Reformen, die uns das Schulministerium aufs Auge gedrückt hat, ohne irgendwie zu überlegen, woher wir die Zeit dafür nehmen. Vielleicht von den SchülerInnen, damit der Unterricht noch schlechter wird??? Für die Allgemeinheit sind das Arbeiten, die nicht wahrgenommen werden. Es wird nur gesehen, wenn der Herr Lehrer schon (!!!) um 14 Uhr nach Hause kommt, obwohl zwei Drittel seines Arbeitstags noch vor ihm liegen.

Da das Thema Lehrerarbeitszeit ständig Gegenstand von (teilweise unberechtigten Neid-)Debatten ist, bin ich für eine strikte Transparenz und ein Arbeitszeitmodell, das die wenig belasteten LehrerInnen in die Pflicht nimmt und die Vertreter der Hauptfächer (!!! Warum heißen die wohl so???) entlastet!!!

(#651) Schulmeister meinte am 30.09.2010, 16:12 dazu:
" 

Ich persönlich würde lieber einen vernünftigen Arbeitsplatz in der Schule haben und dann sofort einer Anwesenheitspflicht in der Schule bis 16 Uhr zustimmen. Dann würde nämlich auch dieses gehaltlose Gelaber von Leuten wie meinem Vorredner aufhören. Seit kurzem habe ich ein eigenes Büro (dem Aufstieg sei Dank) und arbeite lieber in der Schule als zuhause. Das ist nämlich eher Fluch als Segen - zumindest sehe ich das so.

Ich kann nur für das Gymnasium reden, doch da sieht folgendermaßen aus. Arbeit an JEDEM Wochenende. Das heißt nicht, dass man da immer 2x8 Stunden abreißen muss, aber einige Stunden gehen jedes Wochenende drauf. In Stoßzeiten kommen allein am Wochenende locker 20 Stunden zusammen. Das kann aber auch noch mehr werden.
In den Sommerferien hat man naturgemäß viel Freizeit. Ich persönlich fange jetzt die letzten zwei Wochen an Vollzeit zu arbeiten, wobei ich als Mitglied der Schulleitung auch etwas mehr zu tun habe. Vorher war es zumindest eine Woche. In den Herbstferien ist ein Kurztrip von 2-4 Tagen drin, den Rest sitze ich i. d. R. an Arbeiten und Klausuren, in den Weihnachtsferien mache ich Weihnachten und Silvester nichts für die Schule. Die restlichen Tage sind zum größten Teil mit Korrekturen und anderem Verwaltungskrams belegt. An Wegfahren ist gar nicht zu denken. In den Osterferien korrigiere ich durchgehend Abiturklausuren (OK, Ostersonntag ausgenommen). Wochenenden gibt es da auch nicht oder zumindest kaum. Gleiches gilt auch für Pfingsten.
Diese Angaben galten für mich als “normalen” Gymnasiallehrer mit einer VOLLEN Stelle (mittlerweile kommen unzählige Stunden für Schulverwaltung hinzu). Gern wird übersehen, dass ein beträchtlicher Teil, an unserer Schule locker über die Hälfte, nicht Vollzeit arbeitet, sondern bis zu 50% reduziert hat - gegen entsprechende Kürzung der Bezüge, versteht sich. Diese Leute könnte man dann auch mal mittags auf den Tennisplatz treffen wink
Neulich kam im Radio, dass der Durchschnitts-Deutsche 36 Stunden pro Woche arbeitet. Darüber kann ich trotz der unterrichtsfreien Zeit nur müde lächeln. Gymnasialleher arbeiten im Durchschnitt sicher nicht am meisten, aber sicherlich weit mehr als der Bundesdurchschnitt und ganz bestimmt nicht unter 40 Stunden die Woche (Ferien eingerechnet). Dazu gibt es genügend unabhängige Studien. Daran können auch “persönlichen Erfahrungen” einiger Forumsteilnehmer nichts ändern, auch wenn diese gern als “harte Fakten” ins Feld geführt werden. Man muss die Leute, die so etwas schreiben, aber auch verstehen, schließlich sind sie hier über Google gelandet, weil sie sich mal so richtig über Lehrer auskotzen wollten. Und dann kommt da so ein Lehrer daher und behauptet, dass die gar keine 14 Wochen Urlaub haben. So ein Ärger aber auch…

(#652) Mister M. meinte am 30.09.2010, 16:59 dazu:
" 

@Pädio7:
Was für ein Unsinn. Ihre 20 ZEITStunden IN der Schule habe ich schon mittwochs in einer ganz normalen Woche locker geschaft. Und das ganz ohne Konferenzen, ohne Korrekturen usw. Lehrerarbeit besteht eben nicht nur aus Unterrichten. Aber das übersteigt halt das Vorstellungsvermögen des normalen kleines Rädchens in der (ehemals freien, jetzt dauersubventionierten) Wirtschaft. Lassen Sie Ihren Frust und Neid woanders freien Lauf.

(#653) Beamter meinte am 30.09.2010, 18:35 dazu:
" 

Man kann sich als Lehrer nicht über das Gehalt beschweren, was aber viele vergessen sind neben den deutlich mehr als 40 Std/Woche die psychische Belastung, die man in der Schule aushält.

(#654) anmerker meinte am 30.09.2010, 20:42 dazu:
" 

Mittwoch war ich von 8 Uhr morgends bis 20 Uhr abends nur in Sachen Schule, 30 Minuten Mittag hab ich mir dann doch erlaubt. Dann bräuchte ich ja nur noch heute den halben Tag arbeiten? Leider kam ich heute wieder gegen 18 Uhr aus der Schule, Pech gehabt, meine 25 Stunden hab ich dann wohl bald erfüllt? Ach ja, ich muss ja nochmal an den Schreibtisch, morgen ist ja noch Freitag und Montag und Dienstag arbeite ich auch.

(#655) Lisa vom Vergleich meinte am 30.09.2010, 21:41 dazu:
" 

Nachbereitung, Vorbereitung, Elterngespräche werden häufig vergessen. Dieser Beruf bringt viel mehr Zeitaufwand mit sich, als die Öffentlichkeit häufig denkt. Zu Lisa: Nur verbeamtete Lehrer können sich privat krankenversichern.

(#656) Pädi07 meinte am 04.10.2010, 14:21 dazu:
" 

@ Beamter:
die psychische Belastung kann ja wohl kaum als Faktor gewertet werden, denn dann bekämen alle mehr Geld, die a. einen bösen Chef haben, b. todkranke Menschen pflegen, c. böse Mitarbeiter haben, d. gemobbt werden, e. massive Verantwortung tragen etc. etc.

@anmerker:
besagter Mittwoch mit 11,5h Arbeit ist doch ernsthaft NICHT Standard, oder? Das kommt in jedem Berufsalltag mal vor, aber es ist nicht die Regel. Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, dass es nicht auch Tage gibt, an denen nichts bis wenig nach der Unterrichtszeit zu tun ist, weil die Stunden bereits vorbereitet sind, keine Elternabende etc. anstehen, weil nichts zum Korrigieren vorliegt etc. Und die Wochen vor Schuljahresende sind doch auch echt nicht arbeitsreich zu nennen: keine Prüfugen - also nichts mehr zu korrigieren, kaum Hausaufgaben, ...

Ich bitte daher einfach nur um die Einhaltung der Relation: für jedes Extrembeispiel mit 11,5 Stunden gibt es auch ein Gegenbeispiel mit 5,5 Stunden und dann haben wir ja den guten Schnitt, oder?

(#657) Schulmeister meinte am 04.10.2010, 18:09 dazu:
" 

Die Wochen vor Schuljahresende sind die stressigsten überhaupt! Sagen wir die Konferenzen sind an einem Mittwoch, dann endet das Schuljahr spätestens eine Woche später am Mittwoch. Die Tage dazwischen sind gefüllt mit Kulturtagen, Schulfest und oder Sportfest. Das alles will organisiert werden. Wo die besagten Wochen vorm Schuljahresende herkommen sollen, in denen nichts passiert, ist mir nicht ganz klar. Aber um solche Wissenslücken zu schließen, gibt es ja Foren wie dieses hier. Allerdings sollten einige Teilnehmer erst einmal nachdenken, bevor sie solchen Unfug wie pädi07 verbreiten…

(#658) anmerker meinte am 04.10.2010, 18:22 dazu:
" 

Pedio7, es wird nie eine Regel für einen Schnitt geben, da alle Schulen individuell die Stunden verteilen. Insgesamt arbeite ich aber mehr als früher. Ich hab mal nen normalen Beruf gelernt und kennen noch die angenehmen Uhrzeiten bis um 16 Uhr. Meine Arbeitszeiten verteilen sich halt über den gesamten Tag und liegen vergleichbar mit denen eines normalen Angestellten oder Arbeiters. Beachte aber bitte auch, dass jeder Lehrer unterschiedlich arbeitet und für manche Aufgabe länger oder kürzer braucht. Ich muss z.B. keine Abi-Klausur korrigieren, das spart schon viel Zeit. Bei mir geht viel Zeit für die Vorbereitung unterschiedlicher Methoden drauf, da sieht keiner, das ich arbeite. Es gab mal einen Beitrag hier, der sagte, dass man auch nicht die 5 Minuten des Tagesschausprechers als ausschließliche Arbeitszeit sehen kann, er macht bestimmt ein wenig mehr. Ein Börsianer wird vermutlich auch mehr als 4 Stunden am Tag arbeiten. Manche Arbeiten kann man einfach nicht sehen und das ist der Angriffspunkt für einen normalen Arbeiter. Mir muss man nicht sagen, was ich zu machen habe, ich plane meinen Arbeitstag neben den normalen Stunden selbstständig. Ein normaler Arbeiter macht, was ihm befohlen wird, sonst wohl nicht so viel. Neid ist aber fehl am Platz, jeder darf Lehrer werden - und ich bin es gerne. Jetzt fahre ich mal mit dem Taxi in die Stadt, Taxifahrer arbeiten ja auch nur, wenn sie fahren und kaufe ein (Verkäufer arbeiten ja auch nur, wenn sie verkaufen).

(#659) Pädi07 meinte am 05.10.2010, 13:45 dazu:
" 

Das mag ja alles sein, und ich sehe auch, dass es hier wie überall mehr-Arbeiter und weniger-Arbeiter gibt. Ich bezweifle aber nach wie vor, dass ein Großteil der erfahrenen Lehrer (ab 10 Jahren Schuldienst aufwärts) so richtig viel vorbereiten muss. Gut, da wird mal was umgestellt, eine neue Methode ausprobiert, ein Test aktualisiert usw., aber das ist doch nicht die große Flut! Außerdem hat man eine Menge Routine und kann Vieles schneller und und spontaner umsetzen. Ich sage ja auch nicht mehr, dass Leher sein ein Halbtagesjob ist (da gibt es wohl so einiges nach der reinen Unterrichtszeit), aber die große Meckerei und der ständige Unmut und das Jammern über Überlastung ist mir von keinem anderen Berufszweig in dieser Intensität bekannt. Und kaum ein Lehrer steht zu den von mir genannten massiven Vorteilen, wie in Beitrag #649 dargestellt. Und ich kenne nun einfach auch mal persönlich Lehrer, die eben mehrmals pro Jahr am 1. Ferientag in den Urlaub fahren (ohne Korrekturarbeiten mitzunehmen), nach der Schule erst einmal ausgiebig kochen und essen und dann 1,5 Stunden Mittagsschlaf machen und sogar sagen *Originalzitat:* “ca. 25 Zeitstunden pro Woche zu arbeiten” und in den Ferien eigentlich auch kaum was zu tun haben. Das ist nun mal Fakt und deshalb denke ich , dass man sich in der Mitte treffen sollte: es sind im Schnitt wohl nicht 25h, aber auch nicht 45 pro Woche, es wird nicht 0 Tage, aber auch nicht alle Tage in den Ferien malocht usw. es ist ein ganz normaler Job, der gut bezahlt ist. Und wenn man sich mit der Zeit mal halbwegs gut organisiert hat, schiebt man eher eine ruhige Kugel…

(#660) anmerker meinte am 05.10.2010, 22:53 dazu:
" 

Meine ruhige Kugel beginnt gegen 6.30 und endet meistens gegen 21 Uhr. Die Bezahlung - Thema dieses Artikels- ist eher normal bis gering für studierte Fachkräfte. Ich habe früher in der freien Wirtschaft gearbeitet, dagegen ist mein jetziger Beruf ein ständiger Wettlauf ohne wirkliche Pause und Erholung. Ich mache ihn gerne und ich bin glücklich damit. Wer glaubt, eine ruhige Kugel dabei zu schieben, der irrt gewaltig oder will reizen. Jeder ist eingeladen Lehrer zu werden und sich zu beweisen, wir suchen solche, die uns in die Tasche stecken und Alles besser machen. Auf gehts, bewerben und auf ein tolles Erlebnis warten. Jeder wäre überrascht: wir arbeiten hart und sind unser Geld wert. Nicht labern, anklagen oder vorverurteilen: machen!

(#661) Chrissi meinte am 06.10.2010, 22:02 dazu:
" 

@Pädio07: “der ständige Unmut und das Jammern über Überlastung ist mir von keinem anderen Berufszweig in dieser Intensität bekannt”

Hm, das kann jetzt entweder daran liegen, dass wir in der Tat überlastet sind, aber diesen faulen Säcken, die Lehrer werden, kann man natürlich auf keinen Fall glauben….

Wahrscheinlich sind aber alle Leute die sich für den Beruf des Lehrers entscheiden per se nicht belastbar und psychisch nicht geeignet, und natürlich nur die Faulen, Schlechten unserer Jahrgänge. Solche Behauptungen gab’s ja auch schon mal…

Dass an der Klage über immer größer werdende Belastungen was dran sein könnte, das schließen wir natürlich aus.

Komisch, dass diese Behauptung hier ständig ANONYM wiederholt wird. Was brächte das demjenigen, der LÜGT? Aber macht nichts, nur nicht wirklich drüber nachdenken….

(#662) teacher meinte am 10.10.2010, 12:01 dazu:
" 

Die unterschiedliche Bezahlung von verbeamteten und angestellten Lehrern schreit zum Himmel. Sie ist auch für die Kinder schädlich, da sich junge mobile Lehrer kaum für ein Bundesland ohne Verbeamtung entscheiden werden. Überalterung und daraus resultierender hoher Krankenstand, Unterrichtausfall, nichtfachgerechter Vertretung tun den Schülern nicht gut und bringen eine höhere Belastung für das überalterte Kollegium!
Wir kennen alle Lehrer, die schon vor dem Klingelzeichen in ihrem Auto und den Nachmittag in ihrem Garten sind. Ich kenne auch viele, die behaupten, ganz viel zu tun und nur Schaum schlagen. Wenn ich gute Arbeit leisten will, dann brauche ich allerdings eine extrem lange Arbeitswoche. Was wir alles zu tun haben, brauche ich nicht zu wiederholen. Die extrem unterschiedliche Belastung der verschiedenen Fachkombinationen ist eine Tatsache. Warum muss ich als De/En Lehrer alle VERA-Arbeiten in Kl.6 und 8 allein durchsehen und darf sie dann auch noch auswerten? Bei einer Anwesenheitspflicht von 7 bis 16 Uhr (bei uns beginnt der Unterricht um 7.30)könnten Admin-Arbeiten verteilt werden. Dazu bräuchten wir Arbeitsplätze mit Internetzugang und ein transparentes Arbeitszeitmodell. Das will wohl der Arbeitgeber nicht, da Schule für ihn nur durch die freiwillige Mehrarbeit engagierter Lehrer bezahlbar bleibt. Ich wäre gern um 16 Uhr mit der Arbeit fertig! Ab und zu ein arbeitsfreies Wochenende würde ich auch nicht abschlagen.
Übrigens arbeiten bei uns wegen der rückläufigen Schülerzahlen Gymnasiallehrer schon an Grund- oder Regionalschulen. Die Arbeit ist anders aber nicht weniger/mehr anspruchsvoll. Unterschiedliche Bezahlung gibt es schon innerhalb einer Schule, weil der Arbeitgeber irgendwann mal ein halbherziges Leistungsentgelt eingeführt hat, das er nicht mehr bezahlen wollte. Wer glaubt, als Lehrer nach Leistung bezahlt werden zu wollen, der sollte mal ein System dafür entwickeln, das allen zugänglich und gerecht ist. Man kann es ja auch wie in USA machen, und nach den Testergebnissen der Kinder bezahlen! Dieses Thema wird nie aus den Diskussionen kommen, da jeder im Land etwas mit Schule zu tun hat und glaubt, die Wahrheit zu wissen. Ein Anwesenheitsmodell mit bezahlter Mehrarbeit (Prüfungskorrektur, Klausuren ausarbeiten, AGs etc) und eine von der Schulleitung gesteuerte Verteilung der Aufgaben bei gleicher Bezahlung für alle Lehrer wäre mE eine gerechtere Lösung.

(#663) anmerker meinte am 11.10.2010, 8:39 dazu:
" 

Herr Teacher, nach der Schule können sie ja dann den Hof sauber machen und das stinkende Jungenklo reinigen. Frau Baum kann ja nach dem Unterricht noch den Kopierraum aufräumen und das Lehrerzimmer reinigen. Herr Lutz (Liebling des Rektors), hätten sie Zeit, das Papier im Kopierer aufzufüllen? Sie sind doch so ein Technikspezialist, wird natürlich besonders entlohnt. Frau Leitner bitte die Mädchentoilette reinigen, dafür muss man nicht viel können.

(#664) Lulu67 meinte am 29.10.2010, 17:27 dazu:
" 

Liebe Leute, ich habe viele Beiträge in diesem Forum gelesen und wundere mich.
Zur psychischen Belastung: wenn die so gering ist, warum gibt es gerade im Lehrerberuf so viele Burnouts?
Warum ist es uns als Lehrern so wichtig, dass unsere Arbeit entsprechend wahrgenommen und gewürdigt wird? Weil das jedem Menschen wichtig ist! Natürlich ist die Bezahlung super, aber die Anerkennung? Da liegt m.E. das Problem und das ist der Auslöser für die (ehrlich gesagt oft vorkommenden) Klagen über Arbeitsbelastung.
Wenn man nach den vielen Beiträgen geht, dann weiß ein Großteil der Bevölkerung eben nicht, was man als Lehrer alles zu leisten hat. Und das ärgert viele Lehrer!!!
Und vielleicht kann man es denen nicht ernsthaft vorwerfen, denn man sieht ja immer nur die Spitze des Eisbergs. Auch Schüler sehen das nicht.
Vielleicht sollte man mal ernsthaft eine Informationskampagne in Erwägung ziehen. Nicht klagen, aber einfach informieren.
Andererseits, liebe Kollegen, wir wissen doch, wie viel wir arbeiten, wie anstrengend es sein kann. Ich wundere mich auch über mich selbst, wie schnell ich bei ungerechtfertigten Vorwürfen und Pauschalisierungen an die Decke gehe! Vielleicht müssen wir einfach lernen, dies als Teil unseres Berufes zu akzeptieren?
Und vielleicht müsste mal jemand der Bevölkerung sagen, dass es negative Auswirkungen hat, wenn eine Gesellschaft (oder ein großer Teil davon) die Arbeit ihrer Lehrer nicht anerkennt, sondern schlechtmacht. Denkt jemand mal daran, dass auch Lehrer motiviert werden wollen und dann besser, lieber und effektiver arbeiten (genau wie Schüler)?

(#665) Christopher meinte am 05.11.2010, 12:52 dazu:
" 

Ich: Ingenieur freie Wirtschaft, aufgewachsen als Sohn eines Studiendirektors.
1 Tochter, 9.Klasse Gymnasium.

Meine Kommentare und Erfahrungen.
1. Deutsche Lehrer haben ein angemessenes Gehalt.

2. 50% der bisherigen Lehrer meiner Tochter sind hochqualifiziert, menschlich, pädagogisch, fachlich und auch sehr motiviert. Jammern??  Fehlanzeige!!!

3. Die anderen 50% sind fachlich gut, menschlich und pädagogisch aber eher ungeeignet für den Job. Ich finde das schade für die Schüler und die Volkswirtschaft und auch für die Lehrer. Leider hat das Beamtentum zur Folge, dass diese Leute sich scheuen, ihre Expertisen in anderen Jobs anzuwenden. Das sind auch die, die ständig am Rechtfertigen sind. Ich kann es nicht mehr hören!!!

Diese 3 Punkte galten aus meiner Sicht vor 30 Jahren wie auch heute. Als Lehrersohn musste ich nie Not leiden, auch habe ich hier 2 junge Lehrerfamilien in meiner heutigen Nachbarschaft in EFHs, die auch noch Geld für Urlaub, Hobbies und anderes haben. Nur mit einem der beiden habe ich Erfahrungen (Ex-Klassenlehrer meiner Tochter), er gehört zu den perfekten 50%!!!!

(#666) Mister M. meinte am 05.11.2010, 16:41 dazu:
" 

@Christopher:

Ich lese aus Ihren Ausführungen heraus:

Ein “guter” Lehrer jammert nicht. Wer jammert, muss ein schlechter Lehrer sein.

Wer “auch noch Geld für Urlaub, Hobbies und anderes” hat, hat das M… zu halten. Dach über dem Kopf genügt schließlich.

(#667) Christopher meinte am 05.11.2010, 18:27 dazu:
" 

Hallo Mister M.

jaja, die Gefahr bei Interpretationen ist, dass man das Thema verfehlt!

Aber vielleicht probieren Sie es noch einmal, 2.Chance?

Mit freundlichen Grüssen

Christopher Müller

(#668) MALIN meinte am 06.11.2010, 2:19 dazu:
" 

(#663) anmerker
Fachräume putzen ist für manche Lehrer Teil der Tagesordnung (warum hat man dann überhaupt studiert?). Der Staat stellt ja keine Reinigungskräfte mehr direkt ein, sondern bedient sich obskurer Reinigungsfirmen, die ihren Mitarbeiterinnen genau vorschreiben, wie viel Zeit sie für ein Klassenzimmer brauchen dürfen (und die Bezahlung ist auch noch unter aller sau). Die zur Verfügung stehende Zeit reicht nicht mal für die Reinigung der “normalen” Klassenzimmer aus, geschweige denn für Werk- und Kunsträume, die einen wesentlich größeren Reinigungsaufwand erfordern. An unserer Schule werden in diesen Räumen nur alle 1-2 Tage lediglich die Böden geputzt, für den Staub auf den Regalen, die dreckigen Waschbecken, die verschmierten Fenster reicht die Zeit des Putzpersonals nicht aus. Was bleibt den Kunsterziehern und Werklehrern anderes übrig, als an manchen Nachmittagen oder an 1-2 Tage in den Ferien anzutreten, um zu putzen? Man will ja nicht unbedingt im Dreck versinken.

(#669) Lisa meinte am 07.11.2010, 14:23 dazu:
" 

wenn ich mir mal die Einträge so durchlese, springt mir in jedem geschrieben Satz der Lehrer ins Gesicht.
Ich bin selbst noch junge Schülerin, frage mich aber schon seit sehr langer Zeit:
WIRD man zwangsläufig so oder IST man es schon sein Leben lang und wird deswegen Lehrer? Wird man also schon als typischer Lehrer geboren?
Ich gebe zu, ich würde gern Lehrerin werden. Immer schon. Aber ich habe Angst, zu mutieren, etwas zu werden, was ich nie sein wollte: diese Lehrer-Mentalität auf mich abfärben zu lassen und - wisst ihr, oh Lehrer dieser Welt, was das Schlimmste daran ist?
Ihr merkt es nicht einmal!

(#670) Schulmeister meinte am 07.11.2010, 18:57 dazu:
" 

Wenn Du ernst genommen werden möchtest, dann musst Du schon präziser werden.

(#671) Christopher meinte am 07.11.2010, 19:38 dazu:
" 

Lisa, vielen Dank, ich empfinde genauso:
“springt mir in jedem geschrieben Satz der Lehrer ins Gesicht”

Schulmeister, Lisa ist wesentlich präziser als mein spezieller Freund “Mister M.”.

Allgemein: 2 Lehrer aus meinem Bekanntenkreis haben uns heute abgesagt mit der Begründung “Ich muss mal wieder den ganzen Sonntag Arbeiten korrigieren!”

BTW: Ich lebe in Baden-Württemberg, da war eine Woche unterrichtsfreie Zeit.
Die erwähnten Lehrer sind beide gute Freunde und ich schätze sie sehr, auch beruflich!
Aber manche Dinge verstehe ich nicht!

(#672) Lisa meinte am 07.11.2010, 20:02 dazu:
" 

Denke nicht,dass das nötig ist.
Vielen Dank für die eindeutige Bestätigung meines Kommentars.

Diese Seite ist echt super. Eigentlich müsste man die besten und vor allem dreistesten Einträge ausdrucken und in allen Schulen Deutschlands aushängen.
Dann hätten Eltern und Schüler was zu lachen und -ganz neben bei - die erneute Bestätigung, dass Lehrer kein Beruf, sondern eine Menatlität ist.

(#673) MALIN meinte am 07.11.2010, 21:32 dazu:
" 

WIe meinst du “so”? Dass man sich gegen die schlechten Arbeitsbedingungen wehrt, den Schülern einen adäquateren Unterricht bieten zu können? Oder was heißt “so”? Und was verstehst du unter “Lehrermentalität? Ziemlich schwammig. Aber klar, als Schülerin oder Schüler hat man natürlich keine Ahnung (hatte ich auch nicht während meiner Schulzeit), was hinter den Schulkulissen abläuft.
Wenn du Angst hast zu “mutieren”, was immer du darunter verstehst, dann werde lieber nicht Lehrerin. Hier werden Leute gebraucht, die sich einsetzen für ein besseres System, das einen besseren Unterricht ermöglicht. Man sollte ja keinen Beruf ergreifen, bei welchem Ängste schon vorprogrammiert sind und den man deshalb nicht ausfüllen kann.
Honi soit qui mal y pense!

(#674) Leo meinte am 07.11.2010, 23:08 dazu:
" 

Der Verfasser hat (vermutlich absichtlich!)“Vergessen”, dass Beamte vom NETTOLOHN ihren Beitrag in die private Krankenkasse zu leisten haben. Das sind je nach Familienstand und Anzahl der Kinder 200-450 Euro!!! Wenn dieser Betrag subtrahiert ist, dann hat man erst den wahren Nettolohn eines Beamten. Ich denke dies relativiert das Einkommen von erheblich!

(#675) Leo meinte am 07.11.2010, 23:13 dazu:
" 

PS:
Lehrer haben (auf jeden Fall in Bayern) ein Studium an einer Universität erfolgreich abgeschlossen. Ich denke wenn das Einkommen verglichen wird, so muss auch die Ausbildung als Maßstab herangezogen werden, wenn das Einkommen eines KFZ-Mechanikers mit dem eines Lehrers verglichen wird (wie im Beitrag beschen!).

(#676) Schulmeister meinte am 08.11.2010, 11:54 dazu:
" 

@Christopher
Ich kann Dir nicht ganz folgen. Was ist denn an der Aussage, dass man den ganzen Sonntag korrigeren muss auszusetzen? Meinst Du, dass die Kollegen das als Ausrede benutzen? In diesem Fall würde ich mir keine Gedanken über die Lehrermentalität machen, sondern eher über die Beziehung zu Deinen Freunden oder Bekannten…
Es kommt oft genug vor, dass man das ganze Wochenende korrigert. Ich habe diese Woche Vorabi-Klausren (6 Stunden). Hinzu kommen “normale” Klausuren in Jahrgang 12. Damit weiß ich schon jetzt, dass ich die nächsten drei Wochenenden nichts anderes tun werde als zu korrigieren. Nach drei Wochen MÜSSEN die Dinger nämlich wieder zurückgegeben werden. Das ist nun einmal so. Das ist kein Jammern, sondern lediglich die Beschreibung des Alltags.

(#677) Christopher meinte am 08.11.2010, 19:28 dazu:
" 

Natürlich weiss ich, dass oft Arbeiten am Wochenende anfallen, nur haben meine Bekannten so geantwortet:
“Nee, ich muss arbeiten, ich habe kein Wochenende so wie Du.”  So etwas höre ich relativ häufig. (BTW: Ich muss häufig an Sonntagen zu Kundenterminen anreisen, damit ich am Montag pünktlich dort bin, nur so zur Info. )

Sie waren aber beide in den Herbstferien 6 Tage in Wanderferien.

Anyway, ich werde mich aus dem Blog zurückziehen, ist eine Quelle von Missverständnissen, Neid, In die Pfanne hauen. VON ALLEN PARTEIEN. Schade, eigentlich.

Irgendwie ist verlorengegengen, worum es eigentlich geht.
Ich gehe übrigens nachher mit meinen Lehrer-Kumpels ein Bierchen trinken wink

(#678) malin meinte am 08.11.2010, 20:27 dazu:
" 

Auch Angestellte mit unbefristetem Vertrag hier in Bayern müssen von Ihrem Nettogehalt die Krankenkassenbeiträge bezahlen, das sind immer noch ca. 400 Euro nachdem die Kinder nicht mehr mitversichert sind. Sie müssen sich nämlich freiwillig bei der gesetzlichen versichern und können nicht so ohne weiteres in eine private Kasse. Was besser ist, ist schwer auszumachen. Außerdem haben auch angestellte Lehrkräfte Lehramt an einer Universität studiert und das erste und zweite Staatsexamen abgelegt - anderenfalls kriegt man hier in Bayern keine unbefristete Stelle. Leider haben Frauen Pech, die mehrere Kinder geboren haben, diese über Jahre hinweg betreuten und erst in den Beruf einstiegen, als die Altersgrenze für die Verbeamtung schon überschritten war. Wer denkt denn schon an “Altersgrenzen” wenn man genug damit zu tun hat, seine Kinder ordentlich zu erziehen, damit sie einen guten Start ins selbständige Leben bekommen? Die Jungen Mädels machen das besser. Sind ein bis zwei Jahre, jedenfalls bis sie verbeamtet werden, an der Schule und kriegen dann ein Kind nach dem anderen. Der ach so familienfreundliche Staat sorgt natürlich nicht für Vertretungen, das geht zu Lasten des Kollegiums.

(#679) malin meinte am 08.11.2010, 20:46 dazu:
" 

(#671) Christopher
Ja, auch in Bayern waren eine Woche Herbstferien. Du willst sicherlich nicht wissen, dass auch ich diese mit Schulaufgaben Korrigieren, Vorbereiten, Verwaltungskram für die Schule erledigen und Materialeinkäufe (das Benzin für die Fahrten zu den Fachgeschäften geht auch noch auf meine Kosten) für den Kunstunterricht verbracht habe. Du verstehst ja nicht, was alles zu den Aufgaben eines Lehrers gehört. Also hat es kaum Sinn noch mal zu betonen, dass man als Lehrer nicht um 13 Uhr Feierabend hat, keine ganz freien Wochenenden und Ferien sind auch nicht Urlaub. Ich mach’s trotzdem, vielleicht begreifen es ja manche Unwissenden, wenn man es oft genug wiederholt - so eine Art Einschleifübung wie im Fremdsprachenunterricht.

(#680) Schülerfreund meinte am 09.11.2010, 1:59 dazu:
" 

@malin

Ich weiß nicht, ob ich dich wirklich richtig verstanden habe, aber wie ich es verstehe, kann es nicht sein.
Angestellte müssen sich nicht freiwillig in der gesetzlichen KV versichern. Die sind pflichtversichert und können sich ggf. von der Versicherungspflicht befreien lassen, falls sie die Beitragsbemessungsgrenze übersteigen. Pflichtversicherte zahlen ihre Beiträge aber nicht mehr vom Nettogehalt. Da ist der Beitrag schon abgezogen. Freiwillig in einer Pflichtversicherung sind sie nur, wenn sie Beamte sind, die von der Privaten nicht genommen wurden. In diesem Fall müssen sie dann allerdings auch noch den Arbeitgeberanteil selbst tragen.

Das mit den Altersgrenzen ist wirklich eine Krux. Auch ich musste das Land durch alle Instanzen klagen, bevor ich dann endlich verbeamtet wurde.

In deinem zweiten Beitrag solltest du allerdings die Kirche im Dorf lassen. Natürlich arbeiten wir viel. Da widerspreche ich dir nicht. Aber Urlaub haben wir schon hin und wieder.
Wenn du ausdrücken wolltest, dass die Ferien nicht 1:1 mit Urlaub gleichzusetzen sind, dann stimme ich dir zu. Aber selbst wenn es so wäre, dann müssten wir in der Zeit außerhalb der Ferien pro Woche ca. 45 Stunden arbeiten. Also, bei mir kommt das hin. Durchschnittlich 45 Stunden pro Woche schaffe ich locker. Dann wäre es auch völlig legitim, wenn wir die Ferien komplett für Urlaub nutzen würden. Trotzdem geht so mancher Ferientag in den Oster-, Herbst- und Weihnachtsferien für Korrekturen drauf.
Wir müssen uns also nicht schämen.

Das neunmalkluge Lieschen schreibt leider nicht nur unreflektiert, sondern auch noch so diffus, dass man gar nicht darauf reagieren kann?
Leider kommt sie nicht auf den Punkt.

Sie schreibt:
“wenn ich mir mal die Einträge so durchlese, springt mir in jedem geschrieben Satz der Lehrer ins Gesicht.”
Was mag ihr ins Gesicht springen? Der Satz ist einfach unvollständig. Da fehlt was!
Da Christopher, der sich sogar herablässt und mit Lehrern befreundet ist, sie so gut versteht, mag er vielleicht sagen können, was ihr in jedem Satz ins Gesicht springt?

Übrigens:
Was muss Christopher für ein Freund sein, der sich anmaßt, nicht zu verstehen, wenn ihm Sonntage wegen Arbeit abgesagt werden?
Ich finde es übergriffig, wenn mir ein Freund nicht überlässt, wie ich meine Zeit strukturiere. Wenn der Lehrer in den Ferien wandern geht und dafür dann an Sonntagen korrigiert, ist das ganz allein seine Entscheidung. Das hat Christopher nicht zu bewerten. Wenn einer meiner Freunde so etwas täte, wäre er die längste Zeit mein Freund gewesen. Aber wahrscheinlich würde der gute Freund das seinen Lehrerfreunden wohl nicht ins Gesicht sagen.

Zurück zum Lieschen:
Sie fragt sich, ob man “so” wird oder schon immer “so” ist? Aber auch mich würde interessieren, was “so” bedeuten soll?
Letztlich ist der gesamte Beitrag ohne Inhalt.
Und was mag sie eigentlich als so “dreist” empfinden?

Es sieht doch so aus:
Wir Lehrer dürfen nicht nach Fakten fragen und wenn wir Falsches richtig stellen wollen, sind wir nach Lisa “dreist”. Wenn wir schildern, dass bei uns nicht alles rosig ist, jammern wir.
Über pauschale Beurteilungen dürfen wir uns auch nicht ärgern. Wir dürfen uns nicht gegen Angriffe wehren.

Christopher kann es nicht mehr hören, wenn sich die Lehrer, die er für ungeeignet hält “rechtfertigen”. Mehr noch, er sagt sinngemäß, dass die, die sich rechtfertigen die ungeeigneten Lehrer sind.
Christophers Beurteilungskompetenz würde mich brennend interessieren. Als Lehrerkind, Lehrerfreund und Vater hat man sicherlich dreierlei Berührungspunkte mit diesem Beruf.
Ich bin eine Ärztetochter und eine Ärztefreundin mit einer Tochter, die Medizin studieren will. Macht das aus mir eine Ärztespezialistin?
Mich machen meine Berührungspunkte mit Ärzten nur etwas vorsichtiger im Umgang mit der öffentlichen Ärztekritik. Ich bin dadurch differenzierter und höre wirklich hin. Aber ich lasse deren Meinung auf jeden Fall zu.

Nochmal an Christopher, Bedeutung von “rechtfertigen”:
“etwas, jmdn. oder sich rechtfertigen erklären, dass etwas recht sei, zu Recht bestehe, dass jmd. oder man (selbst) recht gehandelt habe; jmds. Handlungsweise rechtfertigen; jmdm. die Möglichkeit geben, sich zu rechtfertigen”

Das dürfen wir nicht, wenn wir geeignete Lehrer sind?
Wo ist da die Logik?
Du kannst es nicht mehr hören?

Ich auch nicht! Ich kann auch nicht mehr hören, wenn mit inhaltslosen, überheblichen Beiträgen Ahnungslosigkeit als tiefe Erkenntnis verbreitet wird!

Wieso Lisa aber meint, dass ihr ihre Arroganz zusteht, wird mir sicher ewig verschlossen bleiben. Mir zaubert es nur ein Lächeln auf die Lippen, wenn ich mir vorstelle, wie sie sich ihren Lehrern gegenüber verhält grin
Da wird sie sicher nicht so eine kesse Lippe führen.

Aber wenn ich ihr mal etwas für das Leben mitgeben darf:
Kritik darf man üben, aber sie sollte fundiert sein, begründet werden können, fair sein und überhaupt sollte aus der Kritik hervorgehen, was man kritisiert.

(#681) Christopher meinte am 09.11.2010, 10:18 dazu:
" 

(#679) malin

Ich weiss das alles und möchte es in keinster Weise geringschätzen!!
Lehrer, die ihren Beruf ernst nehmen (und das sind doch einige), haben vergleichbare berufliche Belastungen wie andere Arbeitenden, die ihren Beruf ernst nehmen und auch vergleichbare Einkommen.
Nicht mehr und nicht weniger.
Selbstverständlich darf man sich zur Wehr setzen, wenn sich die Bedingungen verschlechtern. Das hat in den letzten 15 Jahren sicherlich in sehr vielen Bereichen stattgefunden (z.B. ist mein BRUTTO_gehalt identisch mit dem, das ich vor 8 Jahren bei einer letzten Anpassung hatte, entspricht etwa A15, Stufe 12 ohne Ortszuschlag, Krankenversicherung muss ich komplett selbst bezahlen, Alter 49J).

NUR: in diesem Forum findet keine Erörterung statt, sondern ein Krieg.

LEHRER: Wehrt Euch gegen schlechte Bedingungen und Unterbezahlung, aber arbeitet daran mit, das Bildungssystem zu verbessern.
LEHRERFEINDE: Versucht mal objektiv nach Lehrern Ausschau zu halten, die fachlich und pädagogisch gut und erfolgreich und motiviert sind. Ihr werdet, sehen sie haben Recht, wenn sie auf sich aufmerksam machen. Und etwa die Hälfte der Lehrer gehören dazu (subjektive Erfahrungswerte aus der Schulzeit meiner Tochter und dem Bekanntenkreis meines Vaters, der Studiendirektor war).

(#682) Christopher meinte am 09.11.2010, 13:46 dazu:
" 

(#680) Schülerfreund

....aber wie ich es verstehe, kann es nicht sein.
DOCH: Ich arbeite in der Schweiz als Grenzgänger, mus meine KV selbst bezahlen (für die ganze Familie), habe 22 Tage Urlaub, vertragsgemäss 42 Stunden, muss eine Performance von 80% bringen (das heisst, irgendwelche Kunden müssen 33 Stunden bezahlen), was zu einer durchschnittlichen AZ von 46h führt. Keine Gleitzeit, möglich, d.H. Mehrarbeit verfällt sofort.

Ich bin eine unendlich arme Sau!!!!  wink

Übrigens: Ich lasse mich nicht herab, irgendwelche Lehrer-Freunde zu haben. Es sind SIE, Herr Schülerfreund, der die Klassifizierung nach “Lehrern” und “Nicht-Lehrern” vorantreibt.
.... und wenn Sie mich schon bezüglich des Begriffes “rechtfertigen” belehren, dann unterlassen sie eben diesen Begriff in der Erklärung, sonst macht das wenig Sinn.


Ich bin eine Ärztetochter und eine Ärztefreundin mit einer Tochter, die Medizin studieren will. Macht das aus mir eine Ärztespezialistin?

Genausowenig sind Sie ein Lehrerspezialist, denn Sie sind einer von Tausenden, also nicht mal ein Promill!
Ausserdem habe ich nie den Anspruch erhoben, Lehrerspezialist zu sein, deshalb meine Bitte: Lesen, Denken, Antworten!!

Auch lasse ich Ihre Meinung zu.

Mir entsteht der Eindruck, dass Sie verbissen und verknotet nur das Schlechte in meinen Worten suchen!!

So langsam fangt mir es an, Spass zu machen, diese Streiterei!!! grin

(#683) Christopher meinte am 09.11.2010, 14:01 dazu:
" 

(#652) Mister M:Aber das übersteigt halt das Vorstellungsvermögen des normalen kleines Rädchens in der (ehemals freien, jetzt dauersubventionierten) Wirtschaft. Lassen Sie Ihren Frust und Neid woanders freien Lauf.

Antwort: Deshalb bin ich dafür: Beamte her, die noch mehr Steuern zahlen, damit mein Arbeitgeber ganz viele Subvetionen bekommt und mir noch mehr Kohle gibt!!!
Der Mister M. hat wohl die Meinung, dass es das Perpetuum Mobile gibt. Beim Tellerrand Absturz!!

(#684) Tomtom meinte am 09.11.2010, 20:05 dazu:
" 

Ach, Herrlich. Das tut dch gut, oder? Den ganzen Ärger hier in diesem Forum an beliebigen Diskussionsteilnehmern auszulsassen, oder? Jep, das entlastet. Das tut gut.

(#685) Angie meinte am 09.11.2010, 20:31 dazu:
" 

@ Schülerfreund: Als Lehrerkollegin finde ich es wirklich traurig, wie sie auf Lisas Äußerungen eingehen. Sollten Sie so auch in der Schule so unsensibel und barsch agieren, verwundert es nicht weiter, dass Sie hier so austeilen - wahrscheinlich müssen Sie sich in diesem Forum entfrusten. Allein der Diminutiv “Lieschen” zeugt von einer Überheblichkeit, die sehr unangemessen ist und Vorurteilen gegenüber unserem Berufsstand befruchten. Lisa ist eine “junge Schülerin”: Sollten Sie in Ihrem Unterricht immer so aus der Haut fahren, wenn sich ein Schüler nicht präzise genug ausdrückt, so kann ich es durchaus nachvollziehen, dass sie sich mit einer gehörigen Wut im Bauch nach Schulschluss auf ein gefundenes Fressen namens Christopher werfen und sich mit ihm einen kindischen Kleinkrieg liefern. Christopher muss man noch eine gesunde Portion Selbstironie bescheinigen, aber Sie sind ja so verbiestert… das bringt die Debatte hier nicht weiter.
Zum Thema: Die Bundesländer sollten sich Gedanken machen, wie man fleißige Lehrer angemessen vergütet und die genauer beäugen, die sich auf ihrem Beamtensold ausruhen und nicht mehr tun als notwendig. Wir müssen leistungsgerechter bezahlt werden! Bei Lehrern sollte es so sein wie bei Menschen in der Wirtschaft: Wer mehr schafft, bekommt mehr Geld. Klingt ganz einfach. Wird aber behindert von einer Ministerialbürokratie, die sehr schwerfällig ist.
Grüße von Angie

(#686) Christopher meinte am 10.11.2010, 10:52 dazu:
" 

(#685) Angie:

Vielen Dank!!!

Liebe Grüsse

Christopher

Übrigens: Meine Schwester ist Sonderschullehrerin. Sie hat einen Mega-harten Job!!!
Sie hat einen 30 jähringen Sohn und war alleinerziehend. Mehr Geld hätte sie natürlich gebrauchen können und würde sie auch heute gerne nehmen.
Ohne Zweifel wäre das auch o.K., dennoch ist sie der Meinung, dass sie vergleichsweise nicht schlechter bezahlt ist, als andere Leute.
.... und, mal ehrlich: ihr Einkommen ist durchaus akzeptabel.
Vielmehr hat sie zu kämpfen mit Verbohrtheiten der Schulleitung und Unflexibilitäten vieler (nicht aller) Kollegen. Sie sagt, das kostet sie mehr Kraft, als die Arbeit mit den Kindern und für die Kinder, weil sie diese sehr gerne macht.
Innovationen werden ausgebremst.
Beispiel: so rannte sie seit 15!!!!! Jahren in Firmen und bei Privatleuten rum, um Computer für einen PC-Raum zu bekommen, viele Kollegen haben nur den Kopf geschüttelt, wenige geholfen und die Schulleitung hat es ihr schwer gemacht.
Seit 2 Jahren gibt es eine neue Schulleitung, es sieht nun zum Glück anderst aus!
O-Ton meiner Schwester: “Die meisten Kollegen haben doch keinen Bock, mehr zu tun, als sie müssen. Das kommt daher, weil sie eigentlich schon gar keine Lust auf die Arbeit in der Klasse haben.”
.... und genau das kommt bei den “anderen” Arbeitenden in diesem Land an.
Also, Aufruf an alle Lehrer: Arbeitet an Eurem Image, wenn Euch das jetzige stört, indem Ihr zeigt, dass Euer Beruf von Euch auch als Berufung verstanden wird. Ich prognostiziere, dass

- die Schüler Euch mehr schätzen und achten
- die Lernerfolge steigen
- die gesellschaftliche Akzeptanz steigt
- die teilweise blöden Diskussionen weniger werden

.... und steht drüber, wenn mal einer sagt: Na, haben wir wieder knapp 7 Wochen Urlaub, wo geht’s hin?
Einfach keine rechtfertigende Antwort geben.
Entweder überhören oder mit einem gesunden Witz antworten! Das sollte in 80% der Fälle ausreichen.

Beispiel:
Freunde von uns haben sich einen kleinen Hund zugelegt, Lehrerfamilie. “Wir schauen, dass wir den Hund am Anfang der Sommerferien haben.” Ich könnte sofort auf die Palme gehen, sage aber (schelmisch): “Aha, Hundeferien, 7 Wochen, soso.” Freund: “Jaja, wenn wir dann Gassi üben, können wir gemeinsam in die Schule spazieren, dort ist viel liegen geblieben.”  Und schon hat er mir das Windchen aus den Segeln genommen.
Er weiss auch genau, dass ich mich sehr ärgere, dass ich damals Ingenieur statt Lehramt gemacht habe. Und da stichelt er auch manchmal, er sagt: “Selber schuld.” Aber so richtig ernstgemeint ist das alles nicht!

Und nochmal zum Schluss: Es ist legitim, wenn ihr Arbeitsbedingunen und Gehalt auf den Prüfstand stellt, das tut doch fast jeder!

(#687) Motschi meinte am 11.11.2010, 8:42 dazu:
" 

@christopher

darf man erfahren, in welcher branche du arbeitest?

(#688) Schülerfreund meinte am 11.11.2010, 9:33 dazu:
" 

@Angie

Lisa muss lernen, dass es aus dem Wald schallt, wie sie hinein ruft.

Wo ist sie denn überhaupt, dass sie sich selbst über meinen Beitrag empören kann?
Alles sehr dubios! Wenn ich daran denke, dass man hier Pseudonyme nach Lust und Laune wechseln kann, frage ich mich immer, ob nicht auch die Identitäten nach dem Bedarf angepasst werden.

Aber machen Sie sich mal keine Sorgen darüber, ob und wie ich “aus der Haut fahre”. Was ich tatsächlich nicht leiden kann, ist Arroganz von Rotzlöffeln und Lisas Beitrag strotzt nur so davon. In aller Regel beantworte ich das mit demselben Verhalten. Lisa hat es nicht besser verdient. Sie hat mit der Arroganz begonnen.

Ich kann Sie auch dahingehend beruhigen, dass ich Wut im Bauch hätte. Die habe ich nur wenn ich hier lese. Daher sollte ich es den meisten meiner Kollegen gleichtun, die mir immer wieder raten, hier einfach nicht mehr zu lesen.

Ich bitte auch höflichst um Entschuldigung, dass ich Sie korrigieren muss. Ich liefere mit keinen “Kleinkrieg” mit Christopher, sondern habe mir erlaubt ein einziges Mal auf seine Beiträge zu REagieren.
Das werde ich gleich noch einmal machen und mich dann demütig zurück ziehen.

Ihr letzter Absatz lässt mich allerdings auch an Ihrer Identität (als Lehrerin) zweifeln.
Ich kenne zugegebenermaßen nur einen kleinen Kreis von Lehrern. Wir haben auch “faule Eier” dabei. Aber von 35 Kollegen sind das vielleicht drei, denen ich das unterstellen würde. Die fallen auch nur durch häufiges Fehlen auf. Ansonsten würde ich mir kein Urteil über deren Einsatz erlauben. An unserer Hauptschule arbeiten wir mit- und für einander, nicht gegeneinander. An so einer Schule kann sich niemand “auf seinem Beamtensold”  ausruhen. Wer die Arbeit an sog. Brennpunktschulen wirklich kennt, würde das auch nie behaupten.
Wer bei uns so einen Satz von sich geben würde wie Ihrer: “Wer mehr schafft, bekommt auch mehr.” würde nur einen müden Blick ernten, weil wir auf der Stelle wüssten, dass so ein Satz nur von jemandem kommen kann, der das System Hauptschule nicht kennt.

(#689) Schülerfreund meinte am 11.11.2010, 10:10 dazu:
" 

@Christopher

So langsam verstehe ich Ihre Beiträge nicht mehr. Habe sie nicht am 5.11. noch von Ihrem Hintergrund (Lehrersohn, Vater, Lehrerfreund) geschrieben?
Die Sonderschullehrerin (heute heißt das in NRW Förderschullehrerin) tauchte da noch nicht auf. Wo kommt die denn plötzlich her?
Ihr Bericht über die Erfahrungen ihrer Schwester ist so diffus und wirkt auf mich so konstruiert, dass ich keine Lust habe, detailliert darauf einzugehen.

Ich möchte mich aber dennoch mit einer Antwort auf Ihren Aufruf aus diesem Thread verabschieden und es somit den meisten anderen Lehrern gleichtun.

An meinem Image zu arbeiten, habe ich keine Zeit. Es würde mir die Vitalität rauben, meine Arbeit zu machen. Gegen die öffentliche Demontage meines Berufsstandes und Lehrer-Bashing habe ich keine Lust mehr anzukämpfen. Man kann als Lehrer sagen kann, was man will. Es ist immer falsch!

Ihre Prognose mag ja nett gemeint sein, aber ich habe kein Problem mit der Wertschätzung meiner Schüler. Ich kann Ihnen aber aus Erfahrung sagen, dass die trotzdem keinen Bock auf Trigonometrie haben. Da hilft die ganz Wertschätzung für mich auch nichts.
Die gesellschaftliche Akzeptanz würde steigen, wenn wir eine Image-Kampange starten würden? Bezahlt von Steuergeldern? Auf Kosten unserer notwendigen Arbeiten?  ECHT???
Verkehrte Welt grin!!!

Diskussionen gibt es eh kaum. Seit ich hier poste, habe ich auf Beiträge mit Fakten so gut wie nie Antwort bekommen.

Die gesellschaftliche Akzeptanz wird von allen Seiten kaputt gemacht
-Arbeitgeber, um die Personalkosten so niedrig wie möglich halten zu können.
-Medien, um die Auflagen zu steigern
-ehemalige Schulversager, um ihren Misserfolg im Leben zu   rechtfertigen.
Eltern, um sich für ihre versagenden Kiddies zu rechtfertigen.

Von dem Lehrer-Bashing hat also jeder was grin

Man sollte sich aber mal überlegen, was passiert,
wenn auch der letzte pubertierende Schüler kapiert hat, dass man auf Lehrer nicht hören muss, aber sie verklagen kann…
wenn keiner mehr Lehrer werden will, weil er den Unsinn vielleicht glaubt oder sich der Hatz nicht aussetzen will…

Aber wissen Sie Christopher, so ganz klar ist mir Ihre Haltung nicht. Es liest sich irgendwie so halbgar und voller Allgemeinplätze. Dennoch ist mir die Lust vergangen, mich darüber mit Leuten auszutauschen, die nicht wissen, wovon sie sprechen… aber das mit aller Kraft.

Adios grin

(#690) Christopher meinte am 11.11.2010, 20:36 dazu:
" 

(#687) Motschi

Gerne dürfen Sie nach der Branche fragen:
Ursprünglich DIPLOM Maschinenbau UNI Karlruhe, beruflich gestrandet als Consultant in einer grossen EDV-Firma, die unternehmensweite Beratungen, Softwarelösungen, Anpassungsprogrammierungen und auch Trainings für die Industrie, insbesondere den Maschinenbau-Mittelstand, anbietet.

(#689) Schülerfreund
Die Schwester habe ich seit ich auf der Welt bin. Nix ist konstruiert!
Ich habe noch mehr Geschwister, das geht Sie aber nix an! In der Verwandschaft bis 2.Grades gibt es beruflich eine bunte Mischung (ich verziochte auf Singular/Plural und auch auf Geschlecht): Handwerker, Unternehmer, Angestellter in der freien Wirtschaft, Angestellter bei Kommune, Schweizer Lehrer, Deutsche Lehrer, Steuerberater, Arzt. Also, je nachdem, wie sich die Diskussion mit Ihnen weiter entwickelt hätte, hätte ich noch das eine oder andere erwähnen können, ohne zu konstruieren und ohne Diffusität wink
Schade, dass Sie gehen, man kann Sie so schön auf die Palme bringen, Und welch ein Glück, dass Sie in NRW schulen, da läuft meine Tochter nicht Gefahr, Sie ertragen zu müssen, Sie Schülerfreundchen grin  grin

(#691) Maik Riecken meinte am 13.11.2010, 14:26 dazu:
" 

Ich folge dieser Diskussion ja nun schon seit langem und frage mich eher Dinge im Off-Topic-Bereich: z.B. warum man seine Meinung überwiegend unter Pseudonymen vertritt.

Dauert erstens eh nicht mehr lange, bis die Verkettungsmöglichkeiten (Google, Facebook, ...) in den großen Datenbeständen so weit gewachsen sind, dass “man” eh auf den Realnamen kommt - es sei denn man macht es gleich “richtig”, z.B. über Tor - und ich persönlich diskutiere zweitens lieber mit Personen, denn mit Figuren.

Gruß,

Maik

(#692) MALIN meinte am 13.11.2010, 22:00 dazu:
" 

#681) Christopher
Ich weiß, wovon ich spreche. Bin Angestellte seit über 10 Jahren und musste mich bei Antritt der Stelle freiwillig bei der gesetzlichen Krankenkasse versichern. Ich bekomme den Arbeitgeberanteil ausbezahlt und der gesamte Betrag wird von der Krankenkasse von meinem Konto abgezogen. Mir wurde sofort von Amtswegen mitgeteilt, dass ich keinen Anspruch auf Beihilfe hätte, sollte ich mich privat versichern. Ich habe keine gesundheitlichen Probleme, bin höchstens mal 2 - 3 Tage im Jahr wegen starker Erkältung arbeitsunfähig, wenn überhaupt, im Gegensatz zu meinen viel jüngeren Beamtenkollegen.

Mein Gehalt hat sich in diesen 10 Jahren eher verringert, nachdem meine Kinder nicht mehr angerechnet werden und BAT abgeschafft wurde. Und der Krankenkassenbeitrag hat sich immer mehr erhöht. Mein 20 Jahre jüngere ledige Beamtenkollegin ohne Kinder, die Teilzeit arbeitet (ich Vollzeit) verdient um die 200 Euro netto mehr. Und sie hat Aussicht auf eine Gehaltserhöhung - ich nicht, bin bereits in der Endstufe nach der neuen Berechnungsweise für Angestellte. Wir machen die gleiche Arbeit, unterrichten die selben Fächer!

(#693) Rotstift meinte am 14.11.2010, 22:18 dazu:
" 

Die Unterschiede zwischen beamteten und angestellten Lehrern sind nicht vertretbar. Im Blick auf die Pensionslasten der öffentlichen Hand wird die von den Lehrern -verständlicherweise- angestrebte Verbeamtung zunehmend Angestelltenverhältnissen weichen müssen. Die durch die bisherige Verbeamtung entstandenen Pensionsansprüche sind aus beamtenrechtlichen Gründen nicht korrigierbar. Korrigierbar ist allerdings die Besteuerung von Pensionen, was mit Sicherheit in einer Reihe von “politischen Rechenstuben” auf die mögliche Umsetzbarkeit geprüft wird. Letztendlich darf der beamtete Lehrer versorgungsmässig keinen Vorteil gegenüber dem angestellten Lehrer haben. Gleiches Geld für gleiche Leistung - ein Leitsatz, den nicht nur die Gewerkschaften tragen sollten!

(#694) Christopher meinte am 14.11.2010, 23:53 dazu:
" 

(#692) MALIN:

Ich bin der Meinung, dass die Ungleichbehandlung von verbeamteten Leherern im Vergleich zu angestellten Lehrern eine unglaubliche Ungerechtigkeit ist. Extrem weniger Einkommen, keine Arbeitsplatzgarantie, wesentlich weniger Sozialleistungen. Das schreit in der Tat zum Himmel!!!!
Somit entschuldige ich mich gerne dafür, dass ich Sie aus purem Unwissen in einen Topf mit Ihren Beamtenkollegen gesteckt hatte.
Da ich ein Bild davon habe, wie gravierend die Unterschiede sind, stimme ich Ihnen zu, dass Sie unterbezahlt sind!!
Ich kenne eine Kollegin von Ihnen, der ein 11-Monate-Job angedreht wurde für 1 Schuljahr!!! Absolute Frechheit des Schulamtes.

(#695) Mister M. meinte am 15.11.2010, 19:09 dazu:
" 

So viel verdient ihr Chef!
http://www.mopo.de/2010/20101115/hamburg/politik/so_viel_verdient_ihr_chef.html

Vielleicht einigen wir uns hierauf:
Angestellte Lehrer sind DEUTLICH unterbezahlt.
Verbeamtete Lehrer sind “nur” unterbezahlt.

Natürlich in Bezug auf Qualifikation, Stresslevel und Verantwortung.

Aus obigem Artikel:
“Laut Umfrage arbeitet jeder Dritte [Geschäftsführer] mehr als 50 Stunden die Woche im Unternehmen, in der Industrie bis zu 60 Stunden. Ihr besonderes Engagement lassen sich Geschäftsführer oft mit Extras vergüten. Fast 90 Prozent haben für ihre Altersversorgung Anspruch auf zusätzliche Leistungen.”

50 Stunden die Woche schaffen die meisten hier (ich rede nur von den mitdiskutierenden Lehrern…) über weite Teile des Schuljahres auch. Für besonderes Engagement gibt’s aber in der Schule nichts extra (höchstens einmal einen warmen Händedruck vom Schulleiter, der kostet aber nichts…)

Und alle Dipl.Ings. aus der “freien” Wirtschaft können sich ja gerne beim Schulamt ihres Vertrauens bewerben: So ein bisschen Mathe einer Klasse pubertierender Jugendlicher beibringen schafft doch jeder, und wenn man sich zwei Jahre mit der Referendariatshungergehalt von knapp über 1000 Euro zufrieden gibt und nicht zu alt ist, klappt’s auch mit der Verbeamtung. Dann braucht man auch nicht mehr so neidisch zu sein. Und darf auch nachmittags auf den Tennisplatz (wenn man nicht gerade Ganztagsschule oder Konferenz oder Korrekturen oder Hausaufgabenbetreuung oder AG-Unterricht oder ... hat).

(#696) Christopher meinte am 16.11.2010, 10:09 dazu:
" 

(#695) Mister M.

Es gibt in der freien Wirtschaft mehr Ingenieure mit einem äusserst ausgefüllten Arbeitsleben, die keine Geschäftsführer sind, als andersrum. Also ist dieser MOPO-Artikel völlig ungeeignet als Referenz.
Ansonsten müsste hier ein Vergleich zu Schulleitern und Hochschulprofessoren diskutiert werden!
In Einem stimme ich aber gerne zu: In den aktiennotierten Unternehmen sind die Managergehälter sehr häufig extrem überzogen!

(#697) Lotti meinte am 24.11.2010, 3:50 dazu:
" 

Hallo,

habe als angehende Gymnasiallehrerin mit voller Neugierde die Beiträge der letzten Monate und Jahre durchgelesen und muss leider sagen, dass ich recht entsetzt-, ja schon fast desillusioniert bin.
Vielleicht bin ich noch zu idealistisch, vielleicht habe ich auch einfach noch nicht genügend Bezug zur Praxis, aber als Vermittler von Moral und Anstand, welche eine Lehrperson in Ihrer Basis ja nunmal sein sollte, sind manche Beiträge sehr erschreckend.
Dieses Forum ist voll von Selbstdarstellungen und Missgunst. Anstatt dass alle an einem Strang ziehen, ja vielleicht sogar sowas wie Solidarität entwickeln, wird sogar das eigene Berufsfeld attakiert ( das Beispiel der Fächerkombination Geschichte und Sport), ganz zu schweigen von der akademischen Arroganz manch anderen Berufsgruppen gegenüber.
Und ja, selbst die erbosten Elternbeiträge kann ich nachvollziehen. Wer möchte sein Kind einer Lehrkraft anvertrauen, die auf provokante Beiträge eines Oberstufenschülers mit Beleidigungen reagiert. Für einen Lehrer sollte es keine Kunst sein über solchen Beiträgen zu stehen und sachlich weiterargumentieren zu können.
Ich selbst habe in meiner Schullaufbahn viele Lehrer erlebt, die diese Beherrschung nicht hatten und somit Einbußen in ihrer “Authorität” verzeichnen mussten. Für mich sind Lehrer Vorbilder, persönliche Belange und Schwächen der Lehrenden gehören nicht in den Unterricht. Natürlich gibt es da unvermeidbare Ausnahmen, aber “einen Tag mit dem falschen Fuß aufgestanden” lasse ich da nicht gelten.

und zum Schluss noch zwei, wie ich finde,für diese Diskusion sehr treffende Zitate:

Der Undank ist immer eine Art Schwäche. Ich habe nie gesehen, dass tüchtige Menschen undankbar gewesen wären.

Johann Wolfgang von Goethe

&

Wir denken selten an das, was wir haben, aber immer an das, was uns fehlt.

Arthur Schopenhauer

(#698) Chrissi meinte am 24.11.2010, 18:50 dazu:
" 

Liebe Lotti!
Viele sind mit den gleichen guten Vorsätzen und Vorstellungen wie du in den Beruf gestartet. Leider demoralisiert einen der Druck (zeitlich sowie nervlich) bei einer Vollzeitbeschäftigung sehr. Und gerade aus dem Unglauben diesbezüglich (Wie, der Beruf kann doch gar nicht so schwierig sein, die haben doch so viel Freizeit…) resultiert die Entrüstung der Außenwelt.
Mich würde interessieren, wie sich deine Sichtweise nach einigen Jahren Vollzeitbeschäftigung verändert hat. Vielleicht kannst du dich in einigen Jahren mal wieder an dieses Posting zurückerinnern und merkst selbst, wie sich Ansichten doch verändern.

(#699) Christopher meinte am 25.11.2010, 1:34 dazu:
" 

Hallo Lotti,

danke, Sie sprechen mir aus der Seele. Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen eine erfolgreiche und erfüllende “Karriere” als berufene Lehrerin.

..... und, keine Angst, es wird viele Kollegen geben, die auch nach Jahren noch auf der Schiene der/des “Berufenen” fahren und Ihre doch sehr wichtige Aufgabe hervorragend erledigen und sich gesellschaftlich und wirtschaftlich nicht so benachteiligt fühlen, dass sie so verbissen alles Schlechte suchen und hervorheben.

Christopher Müller

(#700) Rotstift meinte am 25.11.2010, 14:27 dazu:
" 

Nur gut, dass es wieder Lehrer wie Lotti gibt, die sich “berufen” fühlen. Die zahlenmässig nicht zu unterschätzende Versorgungsgeneration -mit Ursprüngen in den 68ern- stirbt (dienstzeitmässig) aus.
Ich habe im sozialen Bereich ständig mit jungen Leuten zwischen 18 und 25 Jahren zu tun. Bei allem Eifer und gutem Willen, den diese ohne Zweifel mitbringen, ist das Allgemeinbildungsniveau fast unterirdisch. Diese Leute kommen bunt gemischt aus nahezu allen Schularten. Wer bitte hat diese jungen Leute bisher “unter den Fittichen” gehabt? Wenn ich hier lese, wie aufopferungsvoll -bis an psychische und physische Grenzen gehend- diese Jugendlichen “gebildet” wurden, frage ich mich, wie sich fast unendlich theoretische Defizite an soziale Defizite reihen können.
Die offensichtlich vorgegaukelte Top-Allgemeinbildungsblase wird nun, wo händeringend Fachkräfte gesucht werden, schlagartig platzen.
Bildung ist ein zu wichtiges Gut, als es weiter nur bundesländerverliebten Kultuspolitikern, dramatisierenden Lehrergewerkschaften, sich selbst bemitleidenden Lehrern und nicht zuletzt überforderten Eltern zu überlassen.
Bildung muß Ergebnisse erzielen. Ergebnisse, die es Kindern und Jugendlichen erleichtern, sich den Anforderungen der Zukunft zu stellen. Es ist unwichtig, ob sich Bildungspolitiker wohl fühlen, ob Gewerkschaften meinen mehr für Lehrer tun zu müssen, ob Lehrer sich überfordert und Eltern ihre Kinder unter Dauerstress sehen.
Die Welt ist durch die Globalisierung leider kein pädagogisches Versuchsfeld mehr. Auch Lehrer müssen regelmässig (selbstverständlich in den Ferien) “raus aus den Schulen” und das “richtige Leben” wenigstens andeutungsweise erleben.
Dieses ganze stressbeklagende Verhalten, das Großteile der Lehrer an den Tag legen, ist für die Schüler ohnehin ein schlechtes Beispiel.
Es wird höchste Zeit, “berufene Lehrer” durch bessere Besoldung zu fördern und schlechten Examen, bzw. ferienorientiert geschuldeten Verlegenheitspädagogen neue Aufgaben zu suchen.
Es interessiert keinen Menschen, für wie gut sich Lehrer selbst halten. Leistungen, die sich in Noten (und sozialem Verhalten) niederschlagen sind letztendlich einziger Maßstab.
Alles andere ist Theaterdonner mit bösartigem Erwachen - nicht für die dann verpensionierten/verrenteten Lehrer, sondern für ihre Schüler. Und das möchte doch niemand - oder?

(#701) Lotti meinte am 25.11.2010, 17:13 dazu:
" 

Liebe Chrissi,

es sind weniger Vorsätze über die ich schrieb. Es sind schon fast, vorallem auch in meinem Privatleben, eingespielte Prinzipien denen ich täglich treu bin und das schon seit einem längeren Zeitraum. Ich denke, der Alltag bringt einem genügend Stresssituationen in denen man täglich “üben” kann. Nicht nur der Lehrerberuf ist eine Vollzeitbeschäftigung, etliche andere Menschen in anderen Berufen arbeiten genauso viel oder mehr und ich erlebe immer wieder, übrigens mit großer Bewunderung, wie die Menschen durch striktes Zeitmanagement ihren Alltag mit allem was dazu gehört “meistern” und trotzdem “genügend” Zeit für sich und die angenehmen Dinge des Lebens haben. Natürlich gehört dazu auch eine gehörige Portion Disziplin. Viele Menschen können keine Prioritäten setzen und sind dadurch gestresst, dass sie alles auf einmal-, und es jedem recht machen wollen. Es ist schon fast ein selbsterzeugter Stress aus dem dann natürlich diese Unzufriedenheit -und die geringe nervliche Beanspruchbarkeit resultiert, verständlicherweise!


Hallo Christopher,

ich kenne durchaus auch Lehrer die ich sehr schätze und bei denen ich auch ganz besonders hinhöre wenn sie etwas sagen.
Ein wenig Charm und Witz sind meist schon entscheidende Faktoren wie man sich im Alltag (auch in der Schule mit Kollegen und Schülern!)  vieles Erleichtern kann.


Von Anderen und gerade auch von sich selbst nicht zu verlangen in Perfektion aufgehen zu müssen,
für sich einen Mittelweg zu finden, eine Art Kontinuität zu erreichen, sich treu zu bleiben, bei sich auf den Teller anstatt auf den des Nachbarn zu schielen, erleichtert das Leben doch manches mal ungemein.

(#702) Freundchen meinte am 01.12.2010, 16:38 dazu:
" 

Zuviel für das was sie leisten.

(#703) Mister M. meinte am 01.12.2010, 20:37 dazu:
" 

@Freundchen:
Wenn Ihr Beitrag zu einer Diskussion ein einziger nichtssagender Satz ist, der zudem sowohl orthographisch als auch die Zeichensetzung betreffend fehlerhaft ist, dann glaube ich Ihnen gerne, dass Sie ernste Zweifel daran haben, dass Ihre Lehrer das Geld, dass Sie verdient haben, wirklich verdient haben.

Andererseits kann die Schule aber auch nicht jedes persönliche Defizit ohne Eigenanstrengung des Schülers ausgleichen. Denken Sie in Ruhe darüber nach.

(#704) Andrea Müller meinte am 02.12.2010, 9:00 dazu:
" 

@Rotstift
“Leistungen, die sich in Noten (und sozialem Verhalten) niederschlagen sind letztendlich einziger Maßstab.”
Ok. Dann möchte ich als Lehrer aber auch nicht beschulbare Kinder aus meiner Klasse entfernen dürfen. Die Klassenstärke schrumpft dann auf 12 Kinder mit hoher Eigenmotivation und Engagement (der soziale Hintergrund ist dann nicht relevant). Daran lasse ich mich dann gerne messen.

(#705) Sartorius meinte am 05.12.2010, 14:04 dazu:
" 

Die Bezahlung der Lehrer ist Ländersache und im großen und ganzen einheitlich, was gut ist. Natürlich ist es auch angemessen. dass vollausgebildete Gymnasiallehrer in der Besoldung am höchsten eingestuft sind.  Man könnte zwar fächerspezifische Zuschläge oder Abzüge vornehmen, aber das gehört dann zur Feinarbeit der Gremien bzw. Ausschüsse der Ministerien und Arbeitnehmervertretungen. Eine allgemeine Lehrerbesoldung einzuführen, die die Unterschiede zwischen Gymnasial-und z.B. Grundschullehramt monetär beseitigt, widerspricht dem Ausbildungsprinzip und ist demnach wohl auch verfassungswidrig.

(#706) Mister M. meinte am 05.12.2010, 16:27 dazu:
" 

@Sartorius:
Ihre Einstellung widerspricht aber völlig dem Zeitgeist im Allgemeinen und neuesten pädagogischen und neurobiologischen Erkenntnissen im Besonderen:

Unzweifelhaft haben die führenden Experten auf diesen Gebieten festgestellt, dass die ersten (Schul-)jahre über den Bildungserfolg entscheiden. Statt der (mittlerweile als reaktionär anzusehenden, da nur auf Besitzstandsdünkel basierenden) Sichtweise, dass die Ausbildungsdauer und -schwierigkeit irgendetwas mit der Bezahlung zu tun haben sollte, muss man erkennen, dass von der Wichtigkeit der Aufgabe her Grundschullehrer und Kindergärtner deutlich besser als Gymnasiallehrer bezahlt werden müssten. Dies wäre auch unter dem Gender-Aspekt wünschenswert, da dadurch auch mehr Männer sich wieder für die Berufe des Grundschullehrers und Kindergärtners begeistern könnten. Zudem werden sich so noch mehr Frauen für das Gymnasiallehramt begeistern, da sich diese traditionell von schlecht bezahlten Tätigkeiten angezogen fühlen: Die >60% Frauen in vielen Gymnasialkollegien reichen da noch lange nicht.

Die schwerpunktmäßig auf Wissensvermittlung abzielende Tätigkeit des Gymnasiallehrers dagegen passt überhaupt nicht mehr in die heutige Zeit des “know how to know” und sollte daher finanziell abgewertet werden. Desgleichen übrigens für Hochschullehrer (wenn wir ganz ehrlich sind: Wer hat in einer Vorlesung jemals irgendetwas gelernt?)

(#707) Schulmeister meinte am 05.12.2010, 16:28 dazu:
" 

Du meinst wirklich, der “gute Ruf” der Lehrer hängt vom Zusammenhalt ab? Dann wären ja die Lehrer schuld daran. Wenn Du Dir diesen Schuh wirklich anziehen willst, dann nur zu. Ich tue das nicht.
Alle verbeamten oder niemanden ist auch keine Option. Du als angehende Lehrerin solltest Dir im Klaren darüber sein, dass Du eine hoheitliche Aufgabe übernimmst. Und diese gehört in die Hände von Beamten. Niemanden zu verbeamten ist demnach absolut inakzeptabel.
Wenn Du bundesweit die gleiche Stundenzahl einführen möchtest (ich hoffe Du siehst das schulformspezifisch), dann müsste auch das Gehalt vereinheitlicht werden. Dies geschieht in der Regel auf dem unteren Niveau. Deshalb gibt es auch die Bachelor- und Masterstudiengänge. Damit hat man dann ein Argument, alle gleich zu bezahlen. In Nds. werden alle neuen Realschullehrer nur noch mit A12 abgespeist. Für Gymnasiallehrer ist das sicher auch irgendwann geplant.

(#708) Schulmeister meinte am 05.12.2010, 17:20 dazu:
" 

Ignoriert meinen letzten Beitrag. Ich habe mich in der Seite vertan und auf einen alten Beitrag geantwortet.

@ Mister M.
Du hast ja in der Vergangenheit durchaus logische und gute Dinge geschrieben, aber der letzte Beitrag ist größtenteils Unfug.
Männer würden auch bei besserer Bezahlung nicht in Strömen in die Kindergärten laufen. Das hat was mit geschlechtsspezifischen Berufsvorlieben zu tun. Ich hoffe aber, dass der Beitrag ironisch gemeint war.
Die wichtigste Entscheidung für den Bildungserfolg eines Kindes ist übrigens die Partnerwahl…

(#709) Schülerfreund meinte am 05.12.2010, 17:28 dazu:
" 

Ich arbeite an einer Hauptschule und werde mit A12 bezahlt, obwohl ich Sek. II stundiert habe. Ich habe auch gar kein Problem damit, dass Gymansiallehrer besser bezahlt werden als Haupt-, Grund- oder Realschullehrer.
Die Arbeit an einer Hauptschule ist gänzlich anders als an einem Gymnasium. Die Korrekturen in der Oberstufe allein rechtfertigen durchaus einen Gehaltsunterschied.
Ich habe aber ein Problem damit, dass ich nicht nur weniger verdiene, sondern auch eine höhere Stundenverpflichtung habe.
Allerdings habe ich wirklich ein Problem damit, dass Grund-, Haupt- und Realschullehrer die einzige Gruppe im öffentlichen Dienst ist, die unterhalb ihrer Ausbildung bezahlt wird.
Hochschulabsolventen werden mit A13 eingestellt. A12 ist für Fachhochschulabsolventen vorgesehen.
Gymnasiallehrer steigen doch auch mit A13 nur ein. Sie können aufsteigen. Ich als Gymnasiallehrerin an einer Hauptschule werde nie mehr verdienen als A12 - das ärgert mich.
Ich möchte nur entsprechend meiner Ausbildung besoldet werden.

(#710) Lotti meinte am 06.12.2010, 20:54 dazu:
" 

Lieber Mister M.

“Statt der (mittlerweile als reaktionär anzusehenden, da nur auf Besitzstandsdünkel basierenden) Sichtweise, dass die Ausbildungsdauer und -schwierigkeit irgendetwas mit der Bezahlung zu tun haben sollte, muss man erkennen, dass von der Wichtigkeit der Aufgabe her Grundschullehrer und Kindergärtner deutlich besser als Gymnasiallehrer bezahlt werden müssten.”

Ich finde es etwas heikel die “Wichtigkeit” einer Schulart und der damit verbundenen Tätigkeiten als Lehrer derart zu bewerten. Für mich gibt es da keinen Unterschied, es ist mehr eine Art des aufeinander aufbauens. “Wichtig” in diesem Zusammenhang ist, meiner Meinung nach, sehr unpassend.

“Zudem werden sich so noch mehr Frauen für das Gymnasiallehramt begeistern, da sich diese traditionell von schlecht bezahlten Tätigkeiten angezogen fühlen: Die >60% Frauen in vielen Gymnasialkollegien reichen da noch lange nicht.”

Ironie? da wäre ich höchst erfreut.

(#711) Christopher meinte am 07.12.2010, 10:29 dazu:
" 

(#709) Schülerfreund

Der Ansatz, das Gehalt prinzipiell abhängig von einer Ausbildung zu machen ist definitiv der Falsche.
Es soll die Arbeit, die man macht, entlohnt werden.

(#712) Schulmeister meinte am 07.12.2010, 16:18 dazu:
" 

@Schülerfreund
In der Wirtschaft würde man sagen, Du bist “überqualifiziert”. Würdest Du mit A13 entlohnt, gäbe es sicher einen Aufstand im Kollegium. Ich kann Dein Ansinnen nachvollziehen, aber es stellt sich doch die Frage, warum Du nicht an einem Gymnasium unterrichtest. Wenn es zum Zeitpunkt Deiner Einstellung keine Alternative gab, dann kann man doch sicher später noch wechseln.
Wir haben im Kollegium eine Realschullehrerin, die sogar Oberstufe unterricht - allerdings ohne Prüflinge. Sie wird weiterhin nach A13 (nicht A13Z) bezahlt und muss etwas mehr unterrichten. Das “Z” sind aber nur etwa 80 Euro brutto im Monat. Von daher stelle ich mir diese Lösung als Realschullehrer recht attraktiv vor. Allerdings werden alle neuen Realschullehrer in Nds. nur noch mit A12 eingestellt.

(#713) Sartorius meinte am 07.12.2010, 18:25 dazu:
" 

(#711) Christopher

Wenn man Ihrem Gedankengang folgt, landet man im Nirwana der Beliebigkeit; denn Qualifikation ( z.B. Meister/ Facharzt / Physiker usw.) und die mit ihr verbundene Mühsal, Kraft und Anstrengung sind unbedeutend, da es ja nur auf die “Arbeit, die man macht” ankommt. Somit könnte man also einen Medizinstudenten des ersten Semsters beauftragen, einen schwerkranken Patienten zu behandeln.Der Patient würde sich bedanken. Ausbildung ist prinzipiell die Grundlage und Ansporn der Bezahlung: je qualifizierter, je weniger austauschbar der Beruf ist, desto höher sollte die die Bezahlung sein. Das erscheint wohl auch sinnvoll,weil sonst komplexe Gesellschaften wie die unsrige nicht nicht existieren könnten. QED

(#714) Christopher meinte am 07.12.2010, 23:38 dazu:
" 

(#713) Sartorius
Eine erlangte Qualifikation ist die Voraussetzung für qualifizierte Arbeit.
Es kann jedoch nicht sein, dass jemand höhere Entlohnung erwartet, weil er auf Grund seiner Ausbildung höher qualifiziert ist, als es die momentane Arbeit erfordert.
Und Sie schreiben richtig: “je qualifizierter, je weniger austauschbar der Beruf ist, desto höher sollte die die Bezahlung sein”.
Wenn ich aber, wie “Schülerfreund”, eine andere Arbeit wähle oder nur bekomme (man denke an das Klischee der Taxi fahrenden Akademiker) wird auch die Entlohnung entsprechend der ausgeführten Arbeit sein. Das ist ja wohl völlig logisch!!
Wieso soll jemand mit Gymnasiallehrer-Ausbildung mehr Geld bekommen als jemand mit Realschullehrer-Ausbildung, wenn sie beide dasselbe in gleicher Menge am selben Ort tun? Das ist ja wohl völlig daneben.
Ich bin somit übrigens auch der Meinung, dass es völliger Unsinn ist, dass angestellte Lehrer weniger Leistungen von uns Arbeitgebern (dieja wir steuerzahlenden Bürger streng genommen sind) beziehen, als verbeamtete Kolleginnen und Kollegen derselben. Absolut daneben!! Es müsste eigentlich andersrum sein. Warum ich dieser Meinung bin erkläre ich gerne auf Anfrage!

(#715) Schülerfreund meinte am 08.12.2010, 21:23 dazu:
" 

Vielleicht habe ich mich unklar ausgedrückt.
Ich möchte gar nicht entsprechend meiner Ausbildung für Sek II bezahlt werden. Ich möchte das Gehalt bekommen, das nach einer Hochschulausbildung im öffentlichen Dienst gemeinhin gezahlt wird, und das ist A13. A12 ist für Fachhochschulabsolventen und das ist kein Grund-, Haupt- oder Realschullehrer. Alle sind Hochschulabsolventen, aber nur Gymnasiallehrer werden auch bezahlt wie Akademiker.
Ich habe gar kein Problem damit, wenn Gymnasiallehrer mehr verdienen als ich. Auch wenn ich ursprünglich Gymnasiallehrerin war, kann man mich ruhig nach meiner Arbeit bezahlen - nämlich als Hauptschullehrerin. Jedoch sollte das Gehalt der Ausbildung entsprechen.

Dass ich an einer Hauptschule landete, lag daran, dass ich nach dem Ref. zunächst nur Hauptschule angeboten bekam und mir geraten wurde, sie anzunehmen. Es hieß, dass ich dann den Fuß in der Tür hätte und später immer noch wechseln könne. Später hieß es dann aber: “Jaaaaaa, dann müssen Sie einen Laufbahnwechsel machen…. und es muss dies und es muss das. Also so einfach, wie Sie sich das vorstellen geht das nicht!”
Tja, da fühlte ich mich doch schon etwas gelinkt. Inzwischen ist es aber so, dass ich sehr gern an meiner Schule arbeite. Ich möchte gar nicht mehr weg. Ich komme gut klar, mag meine Schüler, mag meine Kollegen und bin beruflich tatsächlich sehr glücklich. Ich möchte nicht mehr wechseln.
Ich nehme das geringere Gehalt auch hin, denke aber doch, dass ich mal erwähnen darf, dass die Bezahlung für alle die Nicht-Gynmasiallehrer nicht gerecht ist.
Ein Gymnasiallehrer kann ja noch aufsteigen. Soll er auch. Ich gönne ihm, dass er mehr verdient.

Kürzlich habe ich im Zusammenhang der neuen Studiengänge gelesen, dass ein Bundesland (ich weiß nicht mehr welches) schon in seinen Regularien aufgenommen hat, dass
- alle Lehrer Masterabschlüsse haben müssen,
- aller Masterabschlüsse mit A13 einsteigen
- mit Ausnahme der Grund-, Haupt- und Realschullehrer (die   werden bekommen A12)

DAS ist es, was ich nicht gerecht finde. Die Gründe sind rein fiskalisch. Das ist mir klar, aber gerecht ist es dennoch nicht.

@ Christoper
Natürlich sollte die Entlohnung entsprechend der ausgeführten Arbeit sein. Das sehe ich genauso wie Sie. Die Entlohnung ist es, die ich kritisiere.
Würde ich Taxi fahren, würde ich es auf jeden Fall weiter machen, wenn es mir Spaß machen würde. Wäre aber das Gehalt nicht in Ordnung (vielleicht ist es das ja auch nicht) würde ich mich für das Gehalt aller Taxifahrer stark machen, und nicht damit argumentieren, dass ich ja eigentlich Akademiker bin.

Das ich von Haus aus Gymnasiallehrerin bin, spielt in diesem Zusammenhang für mich keine Rolle, aber vielleicht habe ich mich wirklich unklar ausgerückt. Ich hoffe aber, dass es jetzt klarer wird.

(#716) Christopher meinte am 08.12.2010, 22:35 dazu:
" 

(#715) Schülerfreund
ok, ok, das würde mich auch nerven, wenn man mir etwas empfiehlt und anpreist unter Vorspiegelung falscher Tatsachen. Da bin ich komplett Ihrer Meinung. Das ist natürlich blöd, wenn man auf einmal einen Laufbahnwechsel vornehmen muss. Hier steht sich das System selbst im Wege auf Kosten von Qualifikation, wie es offensichtlich bei Ihnen der Fall ist. Vielleicht ist der “Laufbahn”-Ansatz falsch. Stellen ausschreiben, Bewerber angucken, einstellen oder auch nicht. In der Schweiz z.B. funktioniert das wunderbar
Nix für Ungut.

Mich störte eigentlich hauptsächlich der geistige Erguss (#713) Sartorius

(#717) PKV Vergleich meinte am 16.12.2010, 19:23 dazu:
" 

Also als Lehrertochter kann ich nur sagen dass die Bezahlung durchaus angemessen ist. Viele sind der Meinung Lehrer arbeiten von 8 bis 13 Uhr, haben alle Schulferien etc. Es gibt sicherlich viele die den Job nur mit einem Mindestmaß an Engagement ausführen. Aber viele der Leher nehmen den Job sehr ernst und arbeiten weit mehr als man erwarten würde.

MfG

(#718) Perro meinte am 21.01.2011, 15:04 dazu:
" 

Meine Damen und Herren,

auch ich bin Lehrer für Spanisch, Deutsch und Geschichte. Ich finde 2000€ für 7 jahre Studium nun wirklich nicht übertrieben. Arbeitszeit hin oder her, man muss schließlich für den Job gemacht sein.
Ein Arzt oder Anwalt hat die Möglichkeit im Laufe seiner Karriere Millionen zu scheffeln. Je nach dem wie erfolgreich er ist.
Als Lehrer bekommt man zwar auch mehr Geld im Laufe der Jahre, aber über A16 kommen wohl die wenigsten. Man kommt also in dieser Laufbahn kaum auf 5000€.(Meines erachtens nach sind 2.400€ zum Leben viel Geld, und man sollte sich als Lehrer nicht beklagen)
In anderen Berufen die ein Studium erfordern, hat man die Chance richtig dickes Geld zu machen. Wer als Lehrer diese Intention hat, ist definitiv fehl am Platz.
Ich habe diesen Beruf gewählt, weil die Frucht meiner Arbeit mehr sein soll, als nur Geld. In der freien Wirtschaft arbeitet man meistens für das Geld anderer und bekommt nur seinen Teil ab.

Wer als Lehrer behauptet 60-70 Stunden pro Woche zu arbeiten, der hat den Schuss nicht gehört. Wer so langsam Korrigiert bzw. plant ist selber schuld. Nach 2 Jahren hat man in der Unterrichtsvorbereitung eine gewisse Routine entwickelt und Dank Zentralabi muss man nur noch den Richtlinien folgen.( übrigens völliger Käse )

Zum Gehalt muss ich sagen: Welcher Akademiker will freiwillig nach 7 Jahren Studium für..sagen wir 1500€ netto auf Dauer arbeiten? Das macht wohl keiner mit, oder? Auch wenn einem der Beruf am Herzen liegt…
Ich finde das Gehalt durchaus angemessen. Die Freizeit die ein Lehrer mehr habe soll, ist meiner Meinung nach eine Kompensation für die mangelnden Aufstiegschancen. Dennoch sollte die BRD nicht an der Bildung sparen. Gute Bildung ist schließlich das ausschlaggebende für den wirtschaftlichen Erfolg der BRD seit dem Krieg gewesen. Nicht die Lehrer brauchen mehr Geld(auch nciht weniger), sondern die Schulen. Und das nicht zu knapp…besonders in NRW.

P.S: Das Beamte mehr verdienen als Angestellte ist eine Frechheit. Man sollte den Kündigungschutz der Beamten einfach reduzieren, so könnte man die schwarzen Schafe, die Monate lang Krank feiern, besser aussortieren. Dann gäbs auch nicht soviele Probleme.

(#719) Sartorius meinte am 21.01.2011, 20:10 dazu:
" 

@perro ( #718)

Dieser Kommentar zeigt deutlich, dass zwei Seelen in der Brust des Verfassers sind. Eine, die nicht weiß, was sie will, die andere, die jammert, dass sie nicht genügend verdient und daher gelb vor Sozialneid ist. Nicht: Wenige kommen über A16 hinaus,sondern: Wenige erreichen A16 (OSTD oder OSR), aber das nur am Rande. Wer nach 2 Jahren Schulpraxis bereits aufgrund ‘Routine und des Zentralabiturs’ so etabliert ist, dass er keine Weiterentwicklung braucht, stellt dem deutschen Gymnasium ein Armutszeugnis aus, das es so nicht verdient. Der Argumentation des Verfassers folgend, kann man auch verstehen, dass er mit seinem Gerhalt zufrieden ist, denn dann verdient er auch das, was er verdient.
Die weiteren Ausführungen des Verfassers bedürfen keinen Kommentars, da sie “wie Kraut und Rüben”
sind.
Aber vielleicht lernt der Verfasser in den nächsten Jahren seiner Praxis, dass Routine die Begeisterungsfähigkeit für den Beruf tötet und zum ‘Burnout’ führen kann.

(#720) Schulmeister meinte am 25.01.2011, 18:52 dazu:
" 

Wer als “normaler” Gymnasiallehrer während der Hauptkorrekturzeiten NICHT 60 Stunden die Woche arbeitet scheint mir eher irgendetwas falsch zu machen (mit einer vollen Stelle, versteht sich). Abiturklausuren und deren Gutachten schreiben sich nicht von selbst.
Als schulfachlicher Koordinnator für die Erstellung von Stunden- und Vertretungsplänen kann ich zudem noch ein ganz anderes Bild von Arbeitszeit zeichnen, gerade jetzt kurz vor den Zeugnissen und während der Planung für das kommende Halbjahr. Da wären 60 Stunden schon eher eine Erholung.
Die Ausführungen zum Zentralabitur sind für mich nicht nachvollziehbar.

(#721) Thomas meinte am 26.01.2011, 9:22 dazu:
" 

Zum Thema nur so viel:

http://www.youtube.com/watch?v=Y7ww9p2MQVg

(#722) MrPomeroy meinte am 26.01.2011, 15:54 dazu:
" 

1. An alle Lehrer, die meinen sie verdienten zu wenig:
Man kann sich doch vorher über die Gehaltshöhe informieren. Entweder ist mir das zu wenig, dann mache ich etwas anderes und behalte meinen Idealismus für das Privatleben. Oder ich sage mir, trotz allem ist es ein schöner Beruf, ich werde zwar nicht reich, bleibe aber auch nicht völlig arm.
In beiden Fällen ist Jammern völlig überflüssig und kommt bei Außenstehenden schlecht an.
2. An alle Lehrer, die über die Belastung in “ihren” Fächern jammern (z.B. die schlimmen Korrekturfächer): Die Fächer sucht man sich zu Beginn des Studium freiwillig selbst (!) aus.
3. An alle Nichtlehrer, die ständig die zu gut bezahlten Lehrer (=faule Säcke) beneiden, sowie darüber hinaus alle Arbeitnehmer des öffentlichen Dienstes:
Auch ihr hättet die Qualifikation für eine Tätigkeit im Öffentlichen Dienst erwerben können, ihr hättet sogar Lehrer werden können; sie sind heute knapp (wenigstens in bestimmten Fachrichtungen), sie waren in gleichen Fachrichtungen schon vor Jahrzehnten knapp.
Also: auch für Euch gibts nicht zu jammern!


A

(#723) SteVieh meinte am 26.01.2011, 17:50 dazu:
" 

Das Vorurteil ist doch das folgende:
27h/Woche, das sind bei 45min Unterricht 20,25h/Woche, das macht *4 genau 81h pro Monat
Wenn ein Lehrer so etwa 2400€ verdient, macht das einen Stundenlohn von satten 29€ netto!
Und dazu noch so viele Ferien! wink


Beim durchschnittlichen Arbeitnehmer siehts so aus:
Nach dem statistischen Bundesamt (jetzt springe ich etwas zwischen den Jahren) liegt der durchschnittliche Stundenlohn aller vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmer 2008 bei ~20€.
Und die wöchentliche Arbeitszeit bei 41h.
41h pro Woche mit 20€/h macht 820€ pro Woche, ~3280€ pro Monat. Brutto.

Durchschnittliche Arbeitstaganzahl im Jahr: 252, das sind 36 Wochen mit je 41h, macht 1476h Arbeit.


Und bei Lehrern?
Ich nehm jetzt mal die besagten 60h pro Woche und das Lehrergehalt A13 von 2008: 3085€.
Das macht 12,85€/h. Brutto.

Durchschnittliche Arbeitstaganzahl im Jahr: ~200, das sind 28 1/2 Wochen mit je 60h, macht 1714h Arbeit.


Das bedeutet doch:
- Lehrer verdienen brutto weniger als ihnen netto unterstellt wird smile
- trotz der unterrichtsfreien Zeit arbeiten Lehrer keinesfalls weniger als der Durchschnitt der Vollzeitbeschäftigten
- wenn ein Lehrer nur eine halbe Stunde für die Vorbereitung jeder seiner Unterrichtsstunden aufbringen würde, entspräche sein Stundenlohn mit etwa 19€ knapp dem bundesdeutschen Durchschnitt

(#724) SteVieh meinte am 26.01.2011, 20:35 dazu:
" 

Ich muss eine Folgerung revidieren.

In den 60h Arbeitszeit (die gemäß einer Studie Lehrern höherer Eigeninitiative zugesprochen wird [Information aus: Vorlesung Pädagogik]) sind bereits eine halbe Stunde Vorbereitungszeit pro Unterrichtsstunde inbegriffen. Wenn ein Lehrer also mehr als die durchschnittlichen 29min aufbringt, sinkt sein durchschnittliches Stundengehalt noch mehr!

(#725) Christopher meinte am 26.01.2011, 21:18 dazu:
" 

60h Stunden sehen so aus:

Bei einer 5-Tage Woche:
Tägliches Arbeiten von 07:30h bis 19:30h

Bei einer 6-Tage Woche:
Tägliches Arbeiten von 07:30h bis 17:30h

Bei einer 7-Tage Woche:
07:30h bis 16:06h

... und das alles ohne Pause, ansonsten sollte man die Endzeiten noche eine Stunde nach hinten verschieben.

Ich bin der Meinung, dass viele Leute, die behaupten, 60h pro Woche zu arbeiten, eher “gefühlte” 60h meinen, aber mathematisch bei maximal 45h liegen.

Klartext: Ich glaube keinem der hier vertretenen Autoren, dass er 44 Wochen im Jahr mit einer durchschnittlichen Arbeitszeit von 60h hat.

(#726) Lehrerfreund meinte am 27.01.2011, 14:06 dazu:
" 

Ne Christopher,

da gebe ich Ihnen recht. Ich arbeite mit Sicherheit nicht wenig und es mag auch 60h-Wochen dabei geben, aber nicht permanent grin

(#727) Schulmeister meinte am 27.01.2011, 19:29 dazu:
" 

“Klartext: Ich glaube keinem der hier vertretenen Autoren, dass er 44 Wochen im Jahr mit einer durchschnittlichen Arbeitszeit von 60h hat.”

Hat das je jemand behauptet?

(#728) SteVieh meinte am 28.01.2011, 4:32 dazu:
" 

Ich glaube, dass die 60h, wenn auch nicht in jeder Woche dann doch aber in Anbetracht der Tatsache zustandekommen, dass hier nur der Arbeitsaufwand innerhalb der als “Arbeitstage” bezeichneten Zeit gezählt wird und nicht der während der unterrichtsfreien Periode (wie auch dem Wochenende). Die Anzahl der Arbeitstage (~200= ~28 1/2 Wochen) ist also trügerisch.

Doch auch wenn eine Lehrkraft ‘nur’ 45h pro Woche arbeitete, würde ihr Verdienst mit etwa 17€/h immer noch nicht den bundesdeutschen Durchschnitt übersteigen. Und das, beziehen wir uns auf die obigen Daten, in der finanziell privilegierten Situation eines verbeamteten Gymnasiallehrers A13.

(#729) Christopher meinte am 28.01.2011, 11:48 dazu:
" 

Klar, ich weiss, ich habe mit meinen Berechnungen ein wenig provokativ übertrieben.
Es ist leider so, dass hier Stundenlöhne ermittelt werden von den Autoren, deren Bercehnung:
- nicht wirklich nachvollziehbar ist.
- völlig unangebracht ist.

Es geht ja darum, ob die Arbeit der Lehrer richtig entlohnt wird.
.... und diese Diskussion wird NIE zu einem fixeb Schluss führen können.

.... denn wer in unserer Gesellschaft würde nicht immer gerne mehr haben. Und wie Kinder schauen auch die “Erwachsenen” immer nach oben, wenn sie vergleichen. Und solange man nicht in der Forbes-Liste der Superreichen ist, wird es immer ein “oben” geben.
Geld regiert die Welt, leider!

Meine Meinung:
Solange ich ein angemessenes Leben mit meiner Familie führen kann und mir keine Angst um die wirtschaftliche Zukunft machen muss, geht es mir finanziell gut.
Natürlich kann man die Vokabel “angemessen” nun Zerpflücken bis zum “Geht nicht mehr”.

(#730) Felix meinte am 03.02.2011, 23:27 dazu:
" 

... grundsätzlich sollen Lehrer wie alle anderen mit anstrengenden Jobs gutes Geld verdienen. Leider ist das Berufsbeamtentum das größte Problem bei PISA und Co. Wer keinen Druck hat, kann ja gar nicht Bock haben, zu helfen, daß aus Kindern vernünftige und fleißige Menschen werden. Ich muß natürlich auch eine Lanze für einige m. E. leider wenigen “guten” LehrerInnen brechen. Wieso muß ein Lehrer überhaupt verbeamtet sein? Bei Berufsschulen gibt es verbeamtete Tischler, Fleischer usw. Es wird einem schlecht! Diese werden versorgt (über die Beihilfe) incl. der kompletten Familie. Die Pensionsansprüche brechen jetzt schon dem Staat das Genick! Da behauptet doch glatt einer hier im Forum, daß durch die Frühpensionierung Beamte doch billiger sind für den Staat. Was für ein Unsinn! Selbst der überlebende Ehegatte wird weiter fürstlich bis an das Lebensende versorgt ohne vielleicht je einen Finger krumm gemacht zu haben. Erziehung sollte schon ein Staatsauftrag bleiben, aber wer nichts taugt, muß gekündigt werden können! Im Interesse unserer Kinder!!! Aber das ist ein Grundproblem des öffentlichen Dienstes allgemein, da zu viele durchgeschleift werden. Wer soll da was ändern? Die Politik? Die ist mit Beamten (und einen sehr hohen Anteil Lehrer/Innen) überdurchschnittlich besetzt. Wer sollte da am eigenen Ast sägen? Wir täten viel besser bei der PISA-Studie da stehen…

(#731) Mister M. meinte am 04.02.2011, 21:02 dazu:
" 

@Felix:
“Leider ist das Berufsbeamtentum das größte Problem bei PISA und Co.”

Sagen das die PISA-Studien wirklich? Quelle?

“Bei Berufsschulen gibt es verbeamtete Tischler, Fleischer usw. Es wird einem schlecht! Diese werden versorgt (über die Beihilfe) incl. der kompletten Familie.”

Die Beihilfe zahlt mittlerweile auch nicht viel mehr als die gesetzlichen Krankenkassen. Den Rest (bei Singles z.B. 50%) zahlt auch der Lehrer aus eigener Tasche, entweder in bar oder über die seine Krankenversicherung, die er auch selbst bezahlt (vom NETTO-Lohn).
Und: Die gesetzlichen Krankenkassen versorgen “die komplette Familie” sogar zu 100%. Das macht die Beihilfe nicht.

“Die Pensionsansprüche brechen jetzt schon dem Staat das Genick!”

Klar. Die 500 Milliarden für die Banken und die hunderten von Milliarden für Griechenland, Irland, usw. zahlt Frau Merkel aus der Portokasse. Aber die durch Gehaltsverzicht “bezahlten” Pensionsansprüche der Beamten, ja die ruinieren den Staat…

“Erziehung sollte schon ein Staatsauftrag bleiben,...”

Komisch. GENAU DAS sehen viele Eltern anders!

“Die Politik? Die ist mit Beamten (und einen sehr hohen Anteil Lehrer/Innen) überdurchschnittlich besetzt.”

Schon wieder falsch. Die größten Anteil unter den Politikern bilden Juristen (eher nicht-verbeamtet).

“Wer sollte da am eigenen Ast sägen? Wir täten viel besser bei der PISA-Studie da stehen…”

Was hat das eine mit dem anderen (PISA) zu tun?

Sie haben es wirklich geschafft, einen Beitrag zu schreiben, in dem fast jeder Satz falsch, unsinnig oder auf Stammtischniveau ist.

(#732) Felix meinte am 05.02.2011, 15:49 dazu:
" 

Klar will man Tatsachen nicht gern hören. Lehrer sehen das bekanntlich anders und fühlen sich mißverstanden. Und bei der PISA-Studie geht es ja um das Abschneiden der Schüler. Schlechte Leistungen haben etwas mit der Organisation und Umsetzung der Lehrpläne zu tun. Eine schlechte Arbeitsgrundeinstellung und kein “Bock” auf Kinder habende Lehrkraft wirkt sich auf Kinder nicht gerade förderlich aus. Leider überwiegen bei unseren Kindern diese Anteile. Das sind Tatsachen! Also, weg mit diesen Leuten!? Daran sollten doch eigentlich auch die “guten” Lehrer interessiert sein. Womit wir beim Grundproblem des Berufsbeamtentums wären… Stammtischniveau? Ich habe schon oft mit Lehrkräften zu tun gehabt und geredet. Da wird einem übel, wie weit die meisten vom Alltag in D entfernt sind. Entschuldigung, ich kenne auch einige Ausnahmen! Zusammensetzung der Politiker: Schon mal richtig gelesen? Es ging um Beamte! Einfach mal den beruflichen Werdegang der Juristen-Politiker ansehen. Die wenigsten waren vorher auf dem freien Markt. Meistens erfolgte ein Parteieintritt zu Beginn des (überlangen) Studium und dann ging es gleich in das Schlaraffenland Öffentlicher Dienst oder Parteienzentralen. Das wirkliche Leben kennen gelernt? Fehlanzeige. Juhu! Wieder Stammtischniveau! Es macht keinen Sinn mit Lehrern über ihre Arbeit zu reden und vielleicht noch zu kritisieren… Schade.

(#733) Schulmeister meinte am 05.02.2011, 16:24 dazu:
" 

@Felix

Da muss ich Mr. M völlig zustimmen. PISA sagt über das Beamtentum gar nichts aus. Aber der Beitrag zeigt mal wieder, dass die Menschen jeden Unsinn nachplappern uns sogar noch weiteren Unsinn dazu erfinden.
Andere Länder drillen ihre Schüler auf PISA, suchen die Schüler eigens dafür aus. Wir haben kein Schulproblem, sondern eher ein Migrationsproblem. Wenn viele Kinder die Sprache nicht beherrschen, wie sollen sie dann bei PISA gut abschneiden? Unsere Einwanderungspolitik ist eben nicht mit jener der “PISA-Sieger” vergleichbar. Aber das können wir ja auch den Beamten in die Schuhe schieben…

(#734) Felix meinte am 06.02.2011, 3:45 dazu:
" 

Upps, ich hatte ja glatt übersehen, daß dieses Forum “Lehrerfreund” heißt. Ich bitte um Entschuldigung, daß ich als Nichtöffentlichbediensteter meine Meinung darlegte. Beruhigend aber für mein Gewissen, daß ich mit meiner Meinung und Sicht zu Fakten nicht allein da stehe…

(#735) Schulmeister meinte am 06.02.2011, 15:06 dazu:
" 

@Felix

Jeder kann seine Meinung darlegen, wenn es aber darum geht, groben Unfug (und eben keine Fakten) zu verbreiten, dann sieht das anders aus. Wenn das, was Sie sagen, Fakten wären, dann würde es wohl nicht zu viel verlangt sein, diese zu belegen.
Und Sie irren, wenn Sie meinen, dass Sie mit dieser Ansicht nicht allein dastehen, denn so einen realitätsfernen Beitrag liest man hier selten und Ihre wirre Konstruktion eines Zusammenhanges zwischen Beamtentum und PISA ist hier gar einzigartig…

(#736) mitschi meinte am 06.02.2011, 15:25 dazu:
" 

@felix

In welcher Branche arbeiten Sie denn?

(#737) Anna Lies meinte am 07.02.2011, 9:54 dazu:
" 

Die Aussage, dass Beamte nicht streiken dürfen, ist falsch- siehe unteren Link! Die Steiks der Angestellten wirken sich im Ergebnis zu den Tarifverhandlungen mittelbar auf die Bezüge der Beamten aus - das wird leider oft vergessen.
Wenn ich mir die Beiträge durchlese, frage ich mich, wem die Fragestellung nützt. Eine Plattform für Schuldzuweisungen und Jammern auf Höchstniveau? Als Angestellte in Brandenburg habe ich fast 1000 Euro weniger zum Ausgaben als meine verbeamtete Kollegin und muss die gleiche Arbeit machen. Aber ich verdiene doch immer noch so gut, dass wir als Familie klar kommen! Am 8.März, zum Internationalen Frauentag, geht es zum Streik nach Potsdam.Damit es ein bisschen mehr Gehalt wird für die Mehrarbeit, die wir seit einigen Jahren bewerkstelligen müssen. Ach ja, und ich habe mal mehr und mal weniger Freizeit und ich mache meine Arbeit immer noch gern.

http://www.gew.de/Beamte_duerfen_streiken.html

http://www.dgb.de/themen/++co++d9edde20-224e-11e0-5802-00188b4dc422

(#738) Pädi07 meinte am 07.02.2011, 12:44 dazu:
" 

...zum Thema PENSIONEN. Das ist aber nun wirklich ein großes Problem, da kein Beamter jemals auch nur einen Cent in die Pensionskasse eingezahlt hat, später aber über Jahre hinweg 1000e von Euro daraus bezahlt bekommt. Dazu kam bis vor einigen Jahren eine “gehaltsmäßige Beförderung” kurz (etwa 1 Jahr) vor dem Ruhestand in eine erneut höhere Gehaltsstufe, so dass die Ansprüche nochmal enorm stiegen. Zusätzlich bemisst sich die Pensionshöhe ausschließlich am letzten (!) Gehalt, bei der normalen Rente hingegen an den durchschnittlichen Einzahlungen eines gesamten Berufs-Lebens inkl. ggf. “schlechter Jahre” (Ausbildung - Studium, Jungverdiener, Teilzeittätigkeiten, Arbeitslosigkeit etc.).

@ Mister M.: dass die Pensionen aus “Gehaltsverzicht” der Beamten finanziert werden ist doch wohl ein wirklich schlechter Scherz, oder?!? Sie haben offensichtlich keinerlei Vorstellung von den Größenordnungen! Andererseits liefern Sie damit einmal ein sehr gutes Beispiel für “Lehrer-Stammtisch-Niveau”. Schön, dass Sie sich mit solchen Äußerungen selbst ins Abseits stellen und Ihre Bemerkungen zum Thema “Sinnhaftigkeit von Aussagen” anderen gegenüber einfach mal vor dem Spiegel zu sich selbst sagen können.

(#739) Schülerfreund meinte am 07.02.2011, 23:08 dazu:
" 

@Pädio

Was Mister M. geschrieben hat, ist kein schlechter Scherz, sondern schlicht die Wahrheit!
Sie haben offensichtlich keinerlei Vorstellung, von den Größenordnungen! Andererseits liefern Sie damit (nicht Mister M.) einmal mehr ein sehr gutes Beispiel für “Lehrer-Neider-Stammtisch-Niveau”. Schön, dass Sie sich mit solchen Äußerungen selbst ins Abseits stellen und Ihre Bemerkungen anderen gegenüber einfach mal vor dem Spiegel zu sich selbst sagen können.
Was immer dieser unsinnige letzte Satz auch aussagen soll, auf Sie selbst passt er deutlich besser.
Ihr Beitrag offenbart so schön gnadenlos Ihre Ahnungslosigkeit

(#740) Schülerfreund meinte am 08.02.2011, 1:11 dazu:
" 

Zu dem Blödsinn, dass kein Beamter jemals auch nur einen Cent in die Pensionskasse eingezahlt hätte, möchte ich doch noch ein letztes Mal etwas sagen und das Stammtisch-Niveau verlassen:
Natürlich leisten Beamte seit den 50er Jahren ihre Beiträge, indem Gehaltsteile einbehalten werden, die leider nie förmlich ausgewiesen wurden. 1951 wurde 7% veranschlagt (Lesen Sie den Eckmann-Vergleich: Quelle: Finanzpolitischen Mitteilungen Nr. 222, S. 1888, vom 26. November 1955) 1957 wurden die Bruttobezüge der Beamten um weitere 7% gekürzt. Seit den 90er Jahren werden von jeder Besoldungsanpassung 0,2% einbehalten - jedoch nichts davon wurde und wird förmlich ausgewiesen!
Das Geld versickert - auch in Rentenzahlungen!
Schon im Bundesbesoldungsgesetz von 1957 war ein Zusatz vorhanden, der besagte, dass diese Gelder zur Altersversorgung der beamten verwendet werden sollten. Auch das geriet in Vergessenheit.

Ein Schreiben des Bundesinnenministerium vom Aug. 2000 kommt zu folgender Feststellung: „Im System der Beamtenbesoldung und Versorgung ist seit den fünfziger Jahren eine Eigenbeteiligung der Beamten an ihrer Versorgung vorgesehen. Die Pensionen sind wirtschaftlich gesehen auf einbehaltenen, lediglich nicht förmlich ausgewiesenen Gehaltsbestandteilen aufgebaut. Dies bedeutet, bei der Bemessung der Besoldung der aktiven Beamten ist der spätere Versorgungsanspruch bereits berücksichtigt. Die Festlegung der Besoldung unter Berücksichtigung der späteren Versorgung bewirkt also mittelbar einen Gehaltsverzicht“.
??Ähnlich fiel auch ein Urteil des VG – Schleswig, Schl HA 2001, 193, aus. Es lautet: „Auch bisher haben Beamte im Vergleich zu Arbeitnehmern durch ihre von vornherein etwas niedriger bemessenen Bruttobezüge zu ihrer Altersversorgung beigetragen, aber in anderer Weise als die rentenversicherungspflichtigen Arbeitnehmer. Bei wirtschaftlicher Betrachtungsweise sind die Pensionen auf einbehaltenen, nicht förmlich ausgewiesenen Gehaltsbestandteilen aufgebaut, da der Gesetzgeber bei der Bemessung der Besoldung den späteren Versorgungsanspruch bereits Berücksichtigt hat“

In der Zeitschrift für Beamtenrecht 1998, Seite 115, hat Prof. Zezschwitz festgestellt, dass die wirkungsgleiche Übernahme der Kürzungen bei den Renten auf die Pensionen zu einer höheren Kürzung bei den Beamten geführt hat als bei den Rentnern. (Ähnliches hat auch das BVerfG festgestellt.)? Der Vorwegabzug ist im Laufe der Jahre nicht nur in Vergessenheit geraten, auch wurden bei den jährlichen Anpassungen der Beamtenbesoldung und -versorgung sogar oft Abstriche aufgrund der Unterstellung gemacht, dass Beamte nichts zu ihrer Altersversorgung beitrügen. Inzwischen sei ein Rückstand der Besoldung hinter der allgemeinen Einkommensentwicklung von bestimmt 15% entstanden. ?Den Beamten werden also niedrigere Bezüge ausbezahlt, die einbehaltenen Differenzbeträge aber nicht erfasst. Das heißt, die Differenzbeträge werden auf den Gehaltszetteln nicht ausgewiesen und anschließend nachmals abgezogen.
Anders als bei einem Rentner läuft dieser Vorwegabzug bei dem Pensionär aber auch noch weiter. Somit zahlt der Beamte seine Altersversorgungsbeiträge auch noch als Pensionär. Er zahlt aber auch noch Steuern nach der Steuertabelle B und hier also nochmals einen Beitrag.
Gleichzeitig werden etwa 1/3 der Rentenzahlungen aus allgemeinen Steuergeldern gezahlt, also auch aus Steuerzahlungen der Beamten, die hier natürlich keine Auszahlungen erhalten, da sie keine Rente beziehen.
Somit beteiligt sich der Beamte also auch noch an den Renten.

Ich weiß, ein sachlicher Beitrag, der mal mit einigen “Irrtümern” aufzuräumen versucht, wird Leute wie Pädio sicher nicht zum Denken bewegen, aber der Versuch ist es mir wert.

(#741) Pädi07 meinte am 08.02.2011, 16:49 dazu:
" 

Leider ist es aber so, dass nun einmal vor allen Dingen die Beamtenpensionen den Staat in naher Zukunft vor eine schier unlösbare finanzielle Aufgabe stellen, nicht allerdings die Rentenzahlungen - wahrscheinlich aber, weil diese laut ihrer Aussage ja massiv durch die Gehaltsverzichte der Lehrer querfinanziert werden (das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen!). Wie konnte ich nur übersehen, dass ja eigentlich die Beamten mit ihren Steuerzahlungen und Gehaltsverzichten den gesamten Staat finanzieren, also die Stütze Deutschlands darstellen. Aber Sie haben sicherlich gleich eine sachliche Antwort auf meine Aussage. Noch eine Idee:
Da laut Ihrer Aussage die Beamten also selbst eigentlich nichts kosten und zusätzlich einen beachtlichen Teil der Rentenzahlungen finanzieren, ist die Lösung für die Pensionsproblematik ja ganz einfach: wir brauchen mehr Beamte! Praktisch: Die finanzieren sich ja selbst und alle übriggebliebenen anderen gleich mit. Schreiben Sie doch den Vorschlag mal den zuständigen Stellen im Ministerium, da steht sicher eine Beförderung für Sie an.

(#742) Mister M. meinte am 08.02.2011, 19:56 dazu:
" 

@Schülerfreund:
Vergessen Sie es. Gegen Polemik und Stammtisch kommen auch Sie nicht an.

Wahrscheinlich sind Leute wie Pädi07 und Felix Bankster oder Ingenieure bei Siemens. Aus deren Sicht wird das Steuergeld eben für Bankenrettungen oder Transferzahlungen an Griechenland gebraucht, damit die Bonuszahlungen steigen können und die Griechen sich noch ein paar Kraftwerke oder ICE “leisten” können. Da bleibt für die Beamtenpensionen leider nichts mehr übrig…
Verteilungskampf eben.

(#743) Schülerfreund meinte am 08.02.2011, 21:44 dazu:
" 

Obwohl Sie sich mit Sachlichkeit offensichtlich schwer tun, antworte ich Ihnen dennoch. Wie kommen Sie eigentlich dazu mir so ungehemmt mit einer derartigen Polemik, das Wort im Mund herum zu drehen?
Ich sprach von Beamten nicht von Lehrern! Vielleicht wissen Sie, dass die Gruppe der Lehrer unter den Beamten sicher eine große Gruppe ist, aber dass es nicht nur Lehrer unter den Beamten gibt.
Ich habe auch mit keiner Silbe gesagt, dass Beamte den gesamten Saat finanzieren.
Ja, ich habe gesagt, dass es auch Beamte sind, die durch ihre Steuerleistungen AUCH an dem steuerlichen Zuschuss von 1/3 an die Rentenkassen sich an den Rentenleistungen beteiligen. Wie beachtlich der ist, vermag ich nicht zu beurteilen.
Dass Beamte nichts kosten, habe ich ebenfalls nicht gesagt.
Der Staat beschäftigt Menschen (Polizisten, Staatsanwälte, Richter, Feuerwehrleute, Lehrer u.A.), die eine Leistung für ihn (für die Gesellschaft) erbringen. Dass es die nicht umsonst geben kann, sieht selbst der Staat ein. Was wäre denn nach Ihrer Meinung ein sinnvoller und fairer Umgang mit den Beamten, Beiträge in Form von Gehaltsverzicht und dennoch keine Altersversorgung, weil´s z teuer ist?
Was ist denn Ihre Lösung dafür, dass es ausgerechnet die Pensionslasten sind, die den Staat vor eine unlösbare Aufgabe stellen?
Was ist denn mit Steuerzuschüssen für die GKV oder für die Renten oder gar mit Hartz IV?
Das ist alles ok, nur die Beamten dürfen nix kriegen?
Beamte finanzieren sich nicht selbst (das habe ich ebenfalls nicht behauptet), aber sie sind Teil der Leistungen für die Gesellschaft.

Was ich behauptet habe und versucht habe, richtig zu stellen: Beamte leisten Beiträge zu ihrer Altersversorgung und zwar kein bisschen weniger als Angestellte! Das habe ich versucht, Ihnen (entgegen Ihrer Behauptung) darzulegen, nicht mehr, aber auch nicht weniger!!

Sie vermitteln mir allerdings nur den Eindruck, Sie wollen nur ihr Mütchen kühlen und sind jetzt total beleidigt sind, dass Sie dem von mir Geschriebenen sachlich nichts entgegensetzen können.

(#744) Christopher meinte am 08.02.2011, 22:12 dazu:
" 

SCHÜLERFREUND:
“Gleichzeitig werden etwa 1/3 der Rentenzahlungen aus allgemeinen Steuergeldern gezahlt, also auch aus Steuerzahlungen der Beamten, die hier natürlich keine Auszahlungen erhalten, da sie keine Rente beziehen.”

Die Rentenkassen sind unter anderem deswegen leer, weil der Staat diese Gelder seit Jahrzehnten zweckentfremdet. Somit ist es legitim, dass alle, auch Beamte, diese Löcher wieder stopfen!

(#745) Schülerfreund meinte am 08.02.2011, 23:40 dazu:
" 

@Mister M.
Sie haben wahrscheinlich recht.

@Christopher
Und was macht der Staat mit den einbehaltenen Gehaltsteilen der Beamten? Er gibt sie ebenfalls anderweitig aus und bildet nicht die Pensionsfonds, wie sie schon seit den 50ern gesetzlich vorgeschrieben sind. Somit ist es legitim, dass alle, auch die angestellten Steuerzahler, die Altersversorgung der Beamten mit ihren Steuergeldern zahlen.

Wenn es bei den Rentnern legitim ist (was ich in keiner Weise in Abrede stelle und nie gestellt habe), muss es bei den Beamten ebenfalls legitim sein!

Ich führe jedenfalls keinen Feldzug gegen Rentner. Ich wollte nur darlegen, dass der Feldzug gegen die Pensionäre unangebracht ist und dass den Beamten nichts geschenkt wird, auch nicht ihre Altersbezüge und eine Neiddebatte unredlich ist.

(#746) Pädi07 meinte am 09.02.2011, 13:57 dazu:
" 

Lieber Schülerfreund,
meine Lösung - oder zumindest mein Vorschlag - wäre es, das Beamtentum zu großen Teilen gänzlich abzuschaffen. Das löst zwar nicht die unnmittelbar und mittelfristig drohenden und nicht mehr umzukehrenden Probleme in den kommenden 50 Jahren, aber danach ist sicher Land in Sicht.
Angestellte verdienen (brutto und erst recht netto!) in den meisten Fällen weitaus weniger als Lehrer, zahlen dafür aber einen beachtlichen Teil in die Sozialkassen ein. Dazu bekommen sie in aller Regel weniger Altersbezüge ausgezahlt, haben eine schlechtere (aber sicher nicht billigere) KV etc.
Alle im ÖD sollen für ihre Tätigkeit Geld bekommen, aber wo liegt der Grund, dass man verbeamten muss? Amtsärzte und Richter: ja, Polizei und Feuerwehr: zu Teilen von mir aus auch, da eine Funktion als Staatsinstanz, aber Lehrer: NEIN, warum auch? In vielen Bundesländern werden Lehrer nicht mehr verbeamtet: bis auf die Tatsache, dass sie (bei gleicher brutto-Gehaltsstufe) nun weniger netto verdienen und theoretisch kündbar sind, macht es zu vorher keinen Unterschied. Warum verbeamten diese Länder denn nicht mehr?!? Wohl kaum aus einer Laune heraus, sondern weil es offensichtlich für den Staat (und dessen Zukunft) Vorteile mit sich bringt. Und ihr vielbesungener “Gehaltsverzicht” von Beamten: bei einem durchschnittlichen brutto-Gehalt von weit mehr als 3000 Euro von Lehrern aller Schularten, ist das sicher zumutbar! Dafür zahlen sie weder Arbeitslosenversicherung noch andere Sozialabgaben, wie in folgender Übersicht klar abzulesen:
http://oeffentlicher-dienst.info/vergleich/b1/

Wenn ich netto mehr rausbekomme als andere bei gleichem brutto-Einkommen, das doppelte an Urlaubstagen habe, immer wieder mal Hitze- oder neuerdings Schneefrei (wie in Bayern sicherlich an 5 Tagen im letzten Nov-Dez) bekomme und einen großen Teil meiner Arbeit (Vor- und Nachbereitung) flexibel zu Hause machen kann, kann ich doch nicht laut über
“Gehaltsverzicht” klagen - das nenne ich Polemik und Stammtisch-Niveau und sogar Unverschämtheit.

(#747) Pädi07 meinte am 09.02.2011, 14:01 dazu:
" 

...außerdem bin ich weder “Bankster noch Ingenieur bei Siemens” und auch gegen Bankrettungen und Transferzahlungen in diesem absurden Umfang. Ich bin lediglich interessiert an der Zukunft unseres Landes! Und an einer aufschlussreichen Diskussion über Sinn und Unsinn einiger organisatorischer Aspekte in unserem Beschäftigungssystem!

(#748) Christopher meinte am 10.02.2011, 23:54 dazu:
" 

(#745) Schülerfreund

Bitte auf dem Teppich bleiben!!!

Der Staat behält keine Gehaltsteile ein abgesehen von Ihren Steuern!
Wenn Sie der Meinung sind, das dem so ist, weil Sie Ihrer Meinung nach vom Staat zuwenig bezahlt bekommen, ist das etwas anderes.

Und noch eine Botschaft:
Love it, change it or leave it!

Das hat mal eine Chefin zu mir gesagt, als ich meine Unzufriedenheit äusserte über dies und jenes. Also, nicht rumjammern, sondern aktiv werden!

(#749) Schülerfreund meinte am 11.02.2011, 0:41 dazu:
" 

Oh Pädio, jetzt bin ich anfänglich doch tatsächlich ein wenig in Verzückung geraten, weil ich in den ersten Zeilen annahm, ich bekäme eine sachliche Antwort. Naja, ich hab mich halt getäuscht.

So, zunächst einmal:
Es gibt tatsächlich eine ganze Reihe von Gründen, warum es sinnvoll ist, dass Lehrer verbeamtet werden. Es gibt hier eine Diskussion, die Sie vielleicht mal recherchieren sollten.

Ein rein fiskalischer Grund ist der, dass Lehrer einfach sonst kaum bezahlbar wären. Z.B. ein Land wie NRW mit einem so hohen Bedarf an Lehrern kann sich die daraus entstehenden Lohnnebenkosten einfach nicht leisten. Sie müssen auch bedenken, dass sich das Land die Arbeitgeberanteile bei Beamten einfach klemmen kann. Ich habe kürzlich gelesen (leider weiß ich nicht mehr, wo das war), dass der Bundesrechnungshof ermittelt hat, dass beamtete Lehrer selbst auf die Lebenszeit billiger sind als Angestellte.
Sie haben ja oben sicher gelesen, dass es ohne Ende Steuerzuschüsse für die Renten geben muss. Meinen Sie, dass würde weniger, wenn die Beamten auch noch rentenberechtigt wären?
Die Steuerzuschüsse müssen gezahlt werden und obendrauf muss die Arbeitgeberanteile für die Bediensteten auch noch bezahlt werden.
Es stimmt, dass der angestellte Lehrer weniger verdient (netto). Es stimmt aber auch, dass er brutto mehr verdient. Er kostet aber deutlich mehr. Als ich noch angestellt war, habe ich meinen Arbeitgeber ca. 1500€ pro Monat mehr gekostet als heute.

Ein gutes Beispiel für eine völlig misslungene Umstellung auf Angestelltenverhältnisse ist Berlin. Die dachten sich auch, dass sie sich so viel Gels sparen könnten (langfristig) Die Rechnung ging aber nur auf, indem sie die Gehälter so stark herabsetzten, dass keiner mehr in Berlin arbeiten wollte. Als dann in Berlin die ganzen Lehrer abwanderten, musste man das korrigieren, und schon ging die Rechnung nicht mehr auf. Ich muss immer an eine befreundete Kollegin denken, die mit zwei Staatsexamen in Berlin etwas mehr als 1400€ verdiente. Ich denke nicht, dass es verwerflich ist, wenn jemand sich dann sagt, dass er dafür nicht studiert hat. Man kann natürlich die Konkurrenzsituation in allen Ländern entschärfen und die Gehälter insgesamt so stark herabsetzen, aber mich würde nicht wundern, wenn dann kein Bundesland mehr Lehrer gewinnen könnte.
Vor etlichen Jahren wollte SH auch auf Angestellte umstellen. Das verwarfen sie aber fast schneller wieder als sie die Idee entwickelten.
Es stimmt auch nicht, dass “in vielen Bundesländern” nicht mehr verbeamtet wird. Das sind vielleicht zwei Länder im Osten und Berlin - sonst nirgends.

Die polemische Äußerung über meinen “vielbesungenen” Gehaltsverzicht können Sie sich sparen. Der ist nicht vielbesungen, sondern real und nachprüfbar. ich zahle keine Arbeitslosenversicherung, ja! Ich kann aber auch gar nicht arbeitslos werden und könnte niemals Leistungen beziehen. Warum sollte ein Beamter also in die Arbeitslosenversicherung einzahlen? Selbständige tun das in aller Regel auch nicht.
Das Thema der Altersversorgungsbeiträge habe ich oben schon erläutert und Krankenversicherung zahle ich auch. Sie mögen es nicht glauben, aber es ist mehr als die Höchstbeiträge der GKV. Und weil es in der PKV keine kostenlose Familienversicherung gibt, zahle ich sogar deutlich mehr.

Die Arbeitszeitdebatte aufzugreifen, habe ich keine Lust, weil es müßig ist. Ich arbeite genauso viel wie alle Andere. Auch wenn ich einen Teil meiner Arbeit flexibel zu Hause erledigen kann, ist es dennoch Arbeit und Arbeitszeit. Abgesehen davon ist es nicht so, dass ich es zu Hause erledigen KANN, sondern ich MUSS es zu Hause erledigen, weil ich in der Schule keinen Arbeitsplatz habe.
Nicht ich bin unverschämt, sondern Sie!
Es ist eine Unverschämtheit von Ihnen, zuerst zu behaupten, Beamte würden keinen Cent für ihre Altersversorgung leisten. Wenn ich Ihnen dann aber darlege, dass das nicht so ist und Sie es nicht widerlegen können, mir ein lautes Klagen auf Stammtisch-Niveau unterstellen.
Das ist einfach widerlich!

(#750) Schulmeister meinte am 11.02.2011, 0:48 dazu:
" 

“Schneefrei” oder “Hitzefrei” bedeutet nicht, dass man Urlaub hat! Man bekommt Minusstunden, die man nacharbeiten muss, obwohl man schon zur Arbeit erschienen ist und Zeit investiert hat! Von wegen billiges Stammtischniveau…

(#751) Schülerfreund meinte am 11.02.2011, 15:15 dazu:
" 

Ach Christopher,
warum prüfen Sie es denn nicht einfach? Haben Sie Sorge, dass SIe herausfinden, dass es doch so ist, wie Sie es nicht glauben wollen?

Außerdem:
Legen Sie mir doch nicht Sachen in den Mund, die ich gar nicht geschrieben habe. Eine persönliche Einschätzung, ob ich meine Bezüge zu niedrig finde, habe ich gar nicht gemacht.

Ich habe lediglich dargelegt, dass wir sehr wohl Beiträge zu unserer Altersversorgung leisten - nicht mehr, aber auch nicht weniger. Insofern ist Ihre “Botschaft” völlig obsolet!

Wenn Sie nicht mehr können als boshafte Unterstellungen zu äußern, wirft das letztlich nur das entsprechende Licht auf Sie selbst!

@Schulmeister
Bei uns wird das auch so gehandhabt.

(#752) Pädi07 meinte am 11.02.2011, 15:27 dazu:
" 

Schülerfreund: nicht schlecht argumentiert, da gebe ich Ihnen gerne mal in einigen Teilen sachlich recht. Dass Beamte billiger sind glaube ich nur bedingt (s. Tabelle des Links meines letzten Beitrags). Beamte werden nicht arbeitslos, dafür muss man viele mitschleppen und teuer zahlen, obwohl man Sie vielleicht gar nicht mehr braucht…, das ist dann wiederum sehr teuer.
Ich kenne Beamte, die “freie heilfürsorge” haben: hier ist die KV deutlich billiger als die GKV, die Leistungen sind hingegen aber meist qualitativ höherwertiger.
SChulmeister: Wann (und wie) arbeiten Sie denn die Minusstunden nach? Halten Sie Unterricht an Tagen, an denen die Schüler nicht in der Schule sind? Oder können Sie das dann anders deklarieren?

(#753) Christopher meinte am 11.02.2011, 15:55 dazu:
" 

Also in der Schweiz sind Lehrer angestellt und verdienen anständig. Wenn allerdings die sogenannte Schulpflege (Kommision aus Schulamt und Eltern) mit einem Lehrer unzufrieden ist, wird er ausgetauscht per 3monatiger Kündigungsfrist. Danach (oder auch währenddessen) hat er die Möglichkeit eine andere Stelle zu suchen und sich zu bewerben.
Ist der Klassenspiegel entsprechend vorauszusehen, werden Lehrer eingestellt und entlassen, kommt aber nicht wirklich so oft vor.
Ich wohne im SChweizer Grenzgebiet und es gibt auch vile Grenzgänger, die als Deutsche in der Schweiz als Lehrer arbeiten. Nach Aussage dieser Personen scheint es dort recht erfrischend zuzugehen, man weiss auch, dass wenn man keine gute Arbeit leistet (in den Augen der Schulpflege), der Arbeitsplatz schnell mal weg sein kann.
Ich würde sofort JA ankreuzen, wenn ich auf einem Bogen mitentscheiden sollte, ob das in DEUTSCHLAND auch so sein soll. Selbstverständlich inklusive einem vergleichbaren Einkommen (gemessen an den Lebenshaltungskosten).

Das nenne ich leistungs- und Bedarfs- orientiert mit entsprechender Eigenverantwortung.

(#754) Schülerfreund meinte am 11.02.2011, 18:38 dazu:
" 

@Pädio
“freie Heilfürsorge” kenne ich persönlich nur vom Hören. Kann sein, dass es die in anderen Ländern als NRW gibt? Gehört habe ich davon mal im Zusammenhang mit Polizisten. Bei Lehrern in in NRW gibt es die Beihilfe, die weniger als 50% (abzüglich Kostendämpfungspauschale) der entstandenen Kosten direkt bezahlt und auch sonst noch gern immer mal was abzieht.

Minusstunden werden gern durch Vertretungsstunden abgebaut.

@Christopher
es gibt tatsächlich gute Gründe gegen eine Verbeamtung, die aber laut Innenministerium (Schäuble, 2009) die fiskalischen Vorteile der Verbeamtung nicht aufwiegen.
Jedoch hat mir vor nicht langer Zeit ein befreundeter Arbeitsrechtler (selbständiger Anwalt) mal gesagt: “Versuch ich der freien Wirtschaft mal eine leistungsbedingte Kündigung durchzubringen…” Das sagte er als ein Bekannter in der Runde erzählte, wie furchtbar oft seine Sekretärin krank sei und wie unzufrieden er insgesamt sei. Ich kenne mich mit dem Kündigungsschutz in der freien Wirtschaft nicht aus, aber der Arbeitsrechtler meinte, dass man schlecht arbeitende Lehrer auch nicht so einfach entlassen könnte, wenn sie Angestellte und nicht im öffentlichen Dienst wären. Er meinte weiterhin, dass genau das Argument, dass man schlecht arbeitende Lehrer entlassen könnte, wenn sie nicht mehr verbeamtet würden, eben falsch sei.
Jedoch möchte ich hier nicht so weit aus dem Fenster lehnen. Das weiß ich nur vom Hören-Sagen und kenne mich da nicht aus.

(#755) Schulmeister meinte am 11.02.2011, 21:27 dazu:
" 

@Pädi07

Nur weil man die Stunden nicht in der jeweiligen Klasse nacharbeitet, in der der Unterricht ausgefallen ist, heißt das nicht, dass diese einfach so unter den Tisch fallen…
Es gibt ein Arbeitszeitkonto, auf dem man in Relation zu seiner Unterrichtsverpflichtung durch den realen Unterrichtseinsatz fortwährend Plusstunden (durch Mehrarbeit) oder Minusstunden sammelt. Es ist nahezu Unmöglich, jeden Lehrer jedes Schuljahr mit genau der Anzahl von Unterrichtsstunden zu versorgen, die er eigentlich unterrichten müsste. Durch Vertretungsstunden kann ich beispielsweise nach und nach Minusstunden abbauen. Bei Hitzefrei sammelt man eben weitere Minusstunden an… Ist das Minus entsprechend groß geworden (warum auch immer), dann bekomme ich zum neuen Schuljahr beispielsweise zwei Stunden Unterricht mehr pro Woche als ich eigentlich müsste usw. Das gleiche gilt natürlich auch für Plusstunden. Aufgrund von Lehrermangel muss Lehrer XY pro Woche mehr unterrichten und sammelt ein ordentliches Plus an. Zu gegebener Zeit kann er dieses Plus durch Reduzierung der Stundenanzahl wieder ausgleichen. Oder aber ein Jahrhundertsommer erledigt das…
Nur nebenbei erwähnt, wir hatten diesen Winter zweimal “Schneefrei”. Ich habe an diesen beiden Tagen insgesamt 15 Stunden in der Schule mit Verwaltungsarbeit verbracht und trotzdem 8 Minusstunden gesammelt, weil der Unterricht ausgefallen ist. Soviel dazu…

(#756) christopher meinte am 12.02.2011, 20:05 dazu:
" 

(#754) Schülerfreund

Ja, das stimmt, Kündigungen sind nicht so einfach in Deutschland, aber es gibt im akademischen Umfeld doch erheblich viele Jobs mit KOMMISSION-Anteil (ich habe z.B. 70% fix und 30% Kommission, ich bin NICHT im Vertrieb). Ich verdiene im ungünstigsten Fall 70% (da hätte ich ein echtes Problem auf lange Sicht), im Günstigsten kann ich 120% erreichen. Mein Schnitt liegt bei 90%.

Wenn nun mein AG loswerden will, wetzt er einfach die Ziele so, dass ich nur noch 75% realistisch erreichen kann .... und schon bin ich gezwungen einen anderen Job zu suchen. So läuft das.
Ich finde das nicht gut, nein, nein, es ist aber häufig so.

Ausserdem kann man noch betriebsbedingt kündigen, indem man eine bestimmte Tätigkeit in der Firma beendigt, das ist im Dienstleistungsbereich sehr verbreitet und auch recht einfach zu realisieren.

Das Sekretärinnen-Beispiel passt natürlich nicht in dieses Muster, sonst müsste man erstmal 6 Monate ohne ausjommen.

(#757) Schülerfreund meinte am 13.02.2011, 20:29 dazu:
" 

So sehen Sie, dass es die unterschiedlichsten Berufsbilder und die unterschiedlichsten Beschäftigungsverhältnisse gibt.

Der Lehrerberuf ist mit Ihrem nicht vergleichbar. Allein schon deshalb, weil wir nicht auf “Umsatz” arbeiten und das auch niemals können.
Genau weil die Berufsbilder alle so unterschiedlich sind, darf man sie nicht über einen Kamm scheren.
So, wie ich die Sekretärin wie die Wurstverkäuferin, den Müllmann, den Rechtsanwalt und den Arzt respektiere und nicht über einen Kamm scheren, erwarte ich das auch, dass man meinen Beruf respektiert.
Lehrer haben genau den Respekt verdient, wie alle anderen und solche Schmähkommentare wie hier zeigen, dass es daran genau fehlt.
Ich möchte mich nicht dauernd richtig stellen müssen, was ständig formuliert wird und mache das hiermit letztmalig: Ich verdiene nicht zu viel, ich arbeite nicht zu wenig, meine PKV ist nicht billiger als die GKV und die Pension bekomme nicht nicht geschenkt.

(#758) christopher meinte am 13.02.2011, 22:23 dazu:
" 

(#757) Schülerfreund

Diesem Beitrag stimme ich zu 100% zu! Vom ersten bis zum letzten Satz.
grin

(#759) Schülerfreund meinte am 14.02.2011, 3:32 dazu:
" 

na, dann haben wir ja doch einen Konsens gefunden grin

(#760) unterrichter meinte am 01.03.2011, 16:34 dazu:
" 

Na, dann haben sich ja gottseidank alle lieb und alle können mit gutem Gewissen weiter faulenzen. Ach ja: kommende Woche sind ja schon wieder Ferien. Aber das bedeutet ja für die meisten Lehrer harte “mindestens 8-Stunden-täglich-Schichten” wenn man diesem Forum Glauben schenken darf. Ich werde dann die Lehrer in meiner Nachbarschaft beobachten und stoppen, wie viel Zeit sie täglich im Garten und anderweitig außer Haus beschäftigt sind. Aber vielleicht arbeiten sie ja stattdessen von 20.00 - 4.00 Uhr morgens und ich tue allen unrecht… Gute Nacht

(#761) Schulmeister meinte am 01.03.2011, 22:33 dazu:
" 

@ unterrichtet

Wieder so ein selten dämlicher “Beitrag”. Akzeptieren Sie einfach mal, dass Lehrer erwiesenermaßen trotz Ferien im Schnitt über 40 Stunden, viele weit darüber arbeiten. Das ist in vielen Studien belegt und in noch keiner Studie widerlegt worden. Damit arbeiten Lehrer weit mehr als der Durchschnitt und wahrscheinlich auch mehr als Sie. Denken Sie mal daran, wenn Sie - wie wahrscheinlich jedes Wochenende - frei haben und wie Sie es ausdrücken würden - faulenzen.
Die Osterferien werden übrigens für mich genauso wie von Ihnen beschrieben aussehen, denn dann habe ich 55 Abiturklausuren auf dem Tisch.
Übrigens, Ihnen als Hans Meiser der üblen Nachrede sollte nicht entgangen sein, dass ein Großteil der Lehrer nicht Vollzeit arbeitet und selbst wenn doch, dann können sie im Garten sitzen, wann sie wollen. Zwischen 22 Uhr und 4 Uhr morgens korrigiert es sich übrigens hervorragend. Im Garten ist es um diese Zeit eher ungemütlich…

(#762) christopher meinte am 01.03.2011, 23:28 dazu:
" 

Also, als ich noch Schüler und Student war sind wir an Fasnacht IMMER 7 Tage nach Südtirol zum Skifahren. Das war klasse. Es waren auch immer 3 Kollegen meines Daddys dabei. Alles Kollegen vom Gymnasium.
Mittlerweile (ich bin jetzt 48) bekomme ich es wenigstens noch hin, den Freitag und den RosenMontag Urlaub zu bekommen, da sind es dann wenigstens noch 4 Tage mit gaaanz früh aufstehen und gaanz spät heimkommen. Donnerstags und Dienstags drauf werde ich wohl jeweils mindestens von 7:00 bis 19:00 berufsbedingt ausser Haus sein.
Damals hatten Lehrer nämlich frei in den Fasnachtsferien und hatten auch genügend Kohle, mit der Familie über den Winter verteilt 3x in Skiferien zu gehen (Weihnachten, Fasnacht, Ostern).
Scheint wohl vorbei zu sein, diese Ära. Da kann ich ja von Glück reden, dass ich nicht in die Fussstapfen meines Vaters getreten bin.

Ich weiss, ich weiss, das ist mal wieder Öl ins Feuer, ist aber die Wahrheit, nichts als die reine Wahrheit.

raspberry

(#763) christopher meinte am 03.03.2011, 10:02 dazu:
" 

(#761) Schulmeister

WOCHENENDE
Stimmt, an den Wochenenden faulenze ich in der Regel. Obwohl, leider schreibt meine Tochter sehr häufig Montags Klassenarbeiten, da ist dann häufig “Lernen mit Kind” angesagt, da auf Grund des völlig übertriebenen Nachmittagsunterrichts und den häufig noch übertriebeneren Hausaufgaben unter der Woche keine Zeit war.

WOCHENENDE2
Und ich weiss auch, dass an Wochenenden in Lehrerkreisen häufig korrigiert wird.
-> Das gehört dann halt zum Berufsbild

FERIEN vs. Urlaub
Und dass in den Osterferien Klausuren zu korrigieren sind, stimmt auch. Das ist ja auch völlig o.K., dass das so ist.

(#764) Schulmeister meinte am 03.03.2011, 16:38 dazu:
" 

@Christopher

Ich habe nie etwas anderes behauptet. Nur glaube ich nicht, dass in der Regel zu viele Hausaufgaben aufgegeben werden. In unserer Hausaufgabenbetreuung sind die Schüler in der Regel nach 30 min fertig. Die zweite Stunde Betreuung wird nahezu gar nicht in Anspruch genommen.
Der Nachmittagsunterricht ist nötig, da der Samstagsunterricht abgeschafft worden ist. Mittlerweile ist aber die Gesamtstundenzahl auch schon minimiert worden.
Das ist alles eine Folge der bekloppten Idee, die Schulzeit auf 12 Jahre zu reduzieren, weil es im Ausland auch so wäre. Das stimmt aber nur zum Teil, denn dort wird mitunter anders gezählt, sodass man dort auf 13 oder 14 Schuljahre kommt. Zudem ist unser Fächerkanon weitaus umfangreicher, schließlich wollen wir in Dtl. Allgeimeinbildung sowie eine allgemeine Hochschulreife vermitteln…

(#765) Schülerfreund meinte am 03.03.2011, 17:32 dazu:
" 

@Schulmeister
Ich würde Ihnen raten, auf solche Kommentare gar nicht zu reagieren.


Ich habe eine Nachbarin, die bei einem großen Telekommunikationsunternehmen in Düsseldorf arbeitet. Naja, sie nennt es Arbeit, denn sie behauptet, sie arbeitet Vollzeit, ist aber jeden Freitag zu Hause. Sie fährt jetzt gleich für eine Woche an den Arlberg. Dann seh ich noch, dass ihr Auto jedes Wochenende vor der Haustür steht. Ich treffe sie sogar manchmal nachmittags beim Einkaufen. Letztens erzählte sie mir doch, dass sie einen ganzen Tag shoppen war. Und überhaupt: Die hat auch noch die Zeit hin und wieder zu Konzerten zu gehen.
Ich möchte mal wissen, wann die arbeitet. Wahrscheinlich auch auch zwischen 22 Uhr und 4 Uhr oder noch viel wahrscheinlicher - gar nicht. Aber dass die sich das alles leisten kann, kann doch nur ein Indiz dafür sein, dass sie zu viel verdient.
Denn eigentlich darf es das doch gar nicht geben, dass es außer Lehrern noch Menschen gibt, die sich ihre Zeit einteilen können. Es darf auch nicht sein, dass es Menschen gibt, die sich noch zusätzlich einen Winterurlaub leisten können.

Ich finde, wir sollten alle einander mit Argusaugen bewachen und peinlich genau darüber Protokoll führen, wann sie Freizeit haben und immer feststellen, dass Andere zu viel Freizeit haben.
Wenn ich meine Nachbarin das nächste Mal mittags beim Einkaufen treffe, kann ich auch darauf schließen, dass sie grundsätzlich nur bis mittags arbeitet (und das dann auch nur 4 Tage/Woche). Wenn sie über Karneval in den Urlaub fährt, weiß ich, dass sie viel zu viel Urlaub hat.
Das, was ich bei ihr sehe, kann doch eigentlich nicht sein, weil der Durchschnittsangestellte (und sie ist “nur” eine Durchschnittsangestellte) mit Müh und Not mal zwei bis drei Tage am Stück frei bekommt. In Wahrheit ist es doch so, dass ein ordentlicher Angestellter mindestens 12 Stunden berufsbedingt außer Haus ist.
Christopher, Sie zählen ja sogar den Fahrtweg mit, weil es berufsbedingte Aushäusigkeit ist, während der Lehrer nur die reine Netto-Unterrichtszeit zählen darf, keine Aufsichten, Konferenzen, Verwaltungsarbeitszeit etc. oder Vor- und Nachbereitungs oder Korrekturzeit… und schon überhaupt gar keine Fahrtzeit. Ich hab vor Jahren mal an einer Schule arbeiten müssen, die ca. 100km von meinem Wohnort entfernt war. Wenn ich die täglichen 4 Stunden (inkl. Stau war es das auch) Fahrtzeit auch noch mitgezählt hätte… wow

@christopher
Die Lernzeit mit Ihrer Tochter ist Ihr Privatvergnügen. Das dürfen Sie nicht heranziehen, um Ihre berufliche Belastung zu untermauern. Mir geht es nicht anders. Ich hab auch eine Tochter, die häufig am Wochenende lernen muss - na und?

Keiner von uns Lehrern hat gesagt, dass es nicht ok ist, dass wir in den Osterferien (im Herbst und Weihnachten ist es nicht anders) viel korrigieren müssen, aber wir dürfen es doch anmerken, wenn uns gerade mal wieder unterstellt wird, wir täten nichts und hätten so unglaublich viel Ferien, oder?

(#766) Chrissi meinte am 05.03.2011, 13:12 dazu:
" 

@christopher
“[...]auf Grund des völlig übertriebenen Nachmittagsunterrichts und den häufig noch übertriebeneren Hausaufgaben unter der Woche keine Zeit war.”
Hmmm, wie lang müssten Sie denn dann mit ihrer Tochter lernen, um all das zu kompensieren, das sie nicht im Nachmittagsunterricht und bei den Hausaufgaben geübt hat? Oder haben die Inhalte der Hausaufgaben mit dem Unterrichtsstoff überhaupt nichts zu tun????????????

Die Argumentation von Eltern leuchtet mir oft nicht ein. Einerseits zu viel Hausaufgabe, auf der anderen Seite sind die Unterrichtsinhalte nicht genug eingeübt…

Intravenös spritzen (und dabei noch Spass vermitteln) kann man den Kindern das Wissen leider noch nicht… Aber vielleicht arbeitet man ja inzwischen dran!

(#767) unterrichter meinte am 07.03.2011, 15:08 dazu:
" 

Würde man eine (Befragungs-)Studie zur “Arbeitsbelastung in Stunden” in verschiedenen Berufsfelder durchführen, dann würden sicherlich bei keinem Beruf wenig Stunden herauskommen, oder wer gäbe gerne/freiwillig an, dass er unter dem Soll arbeitet? Folglich wundert mich das Ergebnis der Lehrerstudie nicht.
Ich bin auch sicher, dass es Wochen im Lehrerjahr gibt, an denen eifrig korrigiert werden muss (Ostern, aber hier nur diejenigen, die Abi-Klassen haben), Zeugnisse geschrieben werden müssen etc., aber das wird doch aufgehoben durch die direkten Tage vor den Ferien (da wurde mit mir in der Schule immer sowas wie ein Quiz und Ähnliches gemacht) oder die letzten Wochen vor Schuljahresende (Sportfeste, Klassenfahrten, Wandertag, Hitzefrei, Bücherrückgabe, Abi-Scherz usw.), während derer auch nicht mehr viel läuft, zumindest kaum noch “klassischer” Unterricht, weniger Hausuafgaben, keine Tests etc. Ergo fällt in diesen Wochen weitaus weniger Arbeit an, bzw. der Arbeitstag hat dann vielleicht nur 4,5 Stunden: von 8 bis 12.30 Uhr - und dann ist Feierabend. Anschließend kommen 6,5 Wochen Ferien - soviel hat ein Angestellter Arbeitnehmer Gesamturlaub pro Jahr! Und was korrigiert man denn als Lehrer oder arbeitet massiv anderweitig während der Sommerferien?!? Diese Frage konnte mir noch keiner erfüllend beantworten, außer einige Bekannte: “ja, da hab ich einfach frei bis auf 1-2 Konferenzen gegen Ferienende…”.
In Summe: ca. 6 Wochen “reiner” Urlaub während des Sommers bedeutet “Jahresurlaub genommen”. Dann bleiben ganz einfach alle anderen Ferienzeiten (mit Ausnahme der jeweiligen Feiertage, die haben ja alle frei) als volle Arbeitstage. Dafür möchte ich keinen Sonderapplaus geben, weil ich ja auch an nicht-Urlaubs-Tagen zur Arbeit gehen muss. Und Wochenendarbeit gibt es - analog zu Lehrern - in allen Berufen, die besser bezahlt und mit mehr Verantwortung verbunden sind: freiwillige unbezahlte Fortbildung etc. um auf dem Laufenden zu bleiben und evtl. nicht Geschafftes der Woche aufzuarbeiten etc… Das Wochenende frei hat man als Verkäufer, Friseur oder Fließbandarbeiter weil es in der Natur der Sache liegt und diese Berufe ja auch nicht so gut bezahlt sind, wie Lehrer!
Ich warte jetzt darauf, dass alle hier im Forum über mich her fallen und mich als Stammtisch-Bruder beschimpfen, aber es wird wieder keinen geben, der mal ganz ehrlich sagt, was er denn wirklich (!) mehrere Stunden täglich während der Sommerferien tut oder wie die Pfingstferien mit täglich 8 Stunden Arbeit gefüllt sind… Traut euch doch einfach mal zu sagen: “ja, ich habe mir den Beruf ausgesucht, weil ich gut bezahlt werde und dabei auch noch mehr als andere Berufe Urlaub habe” statt immer nur über die enorme Arbeitsbelastung zu schimpfen.

(#768) Tintneklecks meinte am 07.03.2011, 16:27 dazu:
" 

Unterrichter weiß nicht, was es bedeutet, als LehrerIn zu arbeiten, und argumentiert immer und immer wieder mit den gleichen Klischees. Deshalb können PolitikerInnen auch ohne Rücksicht auf Verluste, die Arbeitspensen der LehrerInnen nach Gusto erhöhen, weil die ja “so faul” sind und so viel Ferien haben. Für die Öffentlichkeit sind immer nur die unterrichteten Stunden sichtbar. Aber die Realität sieht anders aus!

Ein Auszug aus faz.net:

“Nach den Prognosen des Deutschen Lehrerverbands werden von den für die Jahre 2010 bis 2020 etwa 300 000 neu zu besetzenden Lehrerstellen “gut ein Drittel in Ermangelung von Bewerbern nicht besetzt werden können”. Als Ursachen für ein “schwindendes Interesse am Lehrerberuf”, das mit der Pensionierung von etwa 350 000 Lehrern in den kommenden zehn Jahren zusammenfällt, sieht der Präsident des Verbands, Josef Kraus, die zunehmenden Belastungen, die den Lehrern aufgebürdet würden. Hinzu komme, dass der Lehrerberuf “für viele leistungs- und karriereorientierte junge Erwachsene nicht lukrativ” sei. Auch deshalb verlangt er von den Kultusministerien, “in differenzierter Weise” für den Beruf zu werben.”

Schönen Gruß von Tintenklecks, der in den Ferien (außer den Sommerferien) korrigierenden und sich vorbereitenden Fachlehrerin mit zwei Korrekturfächern!

(#769) Schulmeister meinte am 07.03.2011, 19:19 dazu:
" 

@unterrichter

Nur kurz, denn ich bin gerad erst heim gekommen und habe noch 7 Stunden Unterricht für morgen vorzubereiten.
Hätte ich keine Abi-Klausuren in den Osterferien, dann wären es normale Oberstufen-Klausuren. Das ist zwar etwas angenehmer, aber trotzdem füllt es die Ferien recht gut. Und Korreferent ist man jedes Jahr, d.h., um Abi-Klasuren kommt man am Gymnasium nie herum.
Dass Klasenfahrten und Wandertage auch organisiert werden müssen, ist Ihnen schon klar, oder? Hinzu kommt, dass ich gerade auf Klassenfahrten ohne Freizeit- oder Geldausgleich jeden Tag 24 Stunden im Dienst bin. Ich bezahle dafür sogar noch!
Den Termin des Abi-Streichs kennt man in der Regel nicht und die Bücher werden innerhalb von 20min zurückgegeben.
In den Sommerferien bereite ich mich unter anderem auf meine Oberstufenkurse vor, denn die Themen wechseln jedes Semester und da kommen Sachen wie z.B. “Indien” dran, von denen ich als Englischlehrer vorher keine vertieften Kenntnisse hatte. Lektüren durchzuARBEITEN gehört auch zu den Dingen, die man in dieser Zeit tut. Ich persönlich sitze zudem min. zwei Wochen an der Stundenplanerstellung.
Ihr Beitrag ist von soviel kindlicher Naivität durchsetzt, dass ich kaum Hoffnung habe, dass meine Zeilen etwas bewirken, aber man gibt als Lehrer eben nie die Hoffnung auf…

(#770) Mister M. meinte am 07.03.2011, 19:57 dazu:
" 

@Unterrichter:
Zu Ihrem absurden Posting fällt mir nur ein Tipp ein, weil es bei Ihnen offensichtlich zum Lehrer nicht gereicht hat und Sie das Stichwort “Klassenfahrten” erwähnen:

Werden Sie Animateur im Club Med, dann haben Sie das ganze Jahr über Urlaub…

(#771) Schülerfreund meinte am 07.03.2011, 20:08 dazu:
" 

Ach unterrichter,

auf Ihren boshaften Unsinn, der nur von totaler Unwissenheit und Verblendung zeugt, mag ich einfach nicht reagieren.
Ich habe in der Vergangenheit zu oft auf Leute wie Sie reagiert und versucht, ihnen zu erläutern, dass sie sich täuschen. Ich nahm an, dass diese Leute nur nicht wüssten, wie der Beruf wirklich ist und sie bereit sind, auch mal jemanden zu hören, der es beurteilen kann und sie auch bereit seien, die andere Seite zu sehen.
Inzwischen weiß ich, dass das auf einer ganz anderen Ebene abläuft. Sie wollen gar nicht hören, wie die Lehrer-Arbeit wirklich ist. Es gehört nicht viel dazu, in einem anonymen Forum, sein Mütchen zu kühlen und irgend etwas abzuarbeiten, aber wenn es Ihnen hilft….

Nur, ich habe hiermit das letzte Mal auf so einen Kommentar reagiert.
“Don´t feed the Troll” - Sie verstehen bestimmt wink

(#772) Schülerfreund meinte am 07.03.2011, 21:54 dazu:
" 

@Mister M.

das mit dem Club-Med gefällt mir grin

(#773) christopher meinte am 08.03.2011, 11:54 dazu:
" 

(#766) Chrissi

Ich unterstütze meine Tocher etwa 8 Stunden/Monat.

Christopher

(#774) Christopher meinte am 08.03.2011, 12:02 dazu:
" 

(#768) Tintneklecks

ZITAT:
Hinzu komme, dass der Lehrerberuf “für viele leistungs- und karriereorientierte junge Erwachsene nicht lukrativ” sei. Auch deshalb verlangt er von den Kultusministerien, “in differenzierter Weise” für den Beruf zu werben.

ICH:
Das ist absolut richtig!!!! Engagierte Lehrer, die kontinuierlich gute Ergebnisse vorweisen können (z.B. dass ihre Klassen in Vergleichsarbeiten regelmässig zu den besseren gehören), sollen entsprechend honoriert werden! Habe ich absolut nichts dagegen. Hierfür wäre doch die Einführung eines Bonus-Systems eine tolle Idee, oder? Auch kann man Beförderungen daran koppeln!
Man könnte das ja auch so regeln, dass eine Steigerung einer vormals “schlechteren” Klasse honoriert wird. Mir fallen da diverse Spielvarianten ein.
Gäbe es solche Mechanismen, könnte man leistungsorientierte Menschen durchaus “hinter dem Ofen” hevorlocken.

(#775) Schulmeister meinte am 09.03.2011, 1:17 dazu:
" 

Die Bezahlung bzw. Beförderung an die “Leistung” der Klasse zu koppeln wäre ein großer Fehler. Wer korrigiert den die “guten” Arbeiten? Es gibt zudem auch sehr schwache Klassen, bekomme ich solche, habe ich das Nachsehen.
Und Beförderungsstellen gibt es nur sehr wenige und diese sind an Funktionen gekoppelt.

(#776) Schülerfreund meinte am 09.03.2011, 2:46 dazu:
" 

@Christopher

Die Idee mit den guten Ergebnissen ist nicht ganz neu, aber leider völlig untauglich und auch ungerecht.
Wäre das ein Instrument, möchte ich den Lehrer sehen, der freiwillig in einen sozialen Brennpunkt geht oder schwache Schüler unterrichtet. Es gäbe allerdings auch noch die Möglichkeit, die Leistungen der eigenen Schüler einfach großzügiger zu bewerten.

Ich habe seit Sommer eine Klasse mit unglaublich schwachen Schülern. Bei manchen bin ich schon froh, wenn die Fehlzeiten nicht über 50% liegen oder sie klar im Kopf sind, wenn sie da sind. Leider stelle ich fest, dass meine Schüler ganz andere Probleme/Sorgen/Interessen haben als Mathematik.
Gemeinsam mit einer sehr begabten Lehramtsanwärterin geben wir derzeit alles, um “bessere Ergebnisse” zu erzielen. Da kommt die LA ganz verzweifelt zu mir und sagt: “Ich hab M gestern eine ganze Förderstunde versucht, die Dezimalzahlen nahe zu bringen. M strahlte mich am Ende der Stunde an und sagt, dass sie es jetzt verstanden hätte. Eben kam M zu mir und sagte, dass sie nicht wüsste, was die Zahlen mit dem Komma zu bedeuten hätten, da wir das noch NIE gemacht hätten.” - Tja, dumm gelaufen…
Das kenne ich bei dieser Schülerin recht gut. Heute hat sie etwas verstanden, was bei ihr morgen vollständig ausradiert zu sein scheint.

Meine letzte Abschlussklasse war ungewöhnlich harmonisch und leistungswillig. Die Kollegin in der Nachbarklasse kämpfte wie verrückt dafür, ihren Schülern Inhalte nahezubringen, die ich bei meinen nur kurz erwähnen musste. Quasi im Spaziergang haben die mir Zentralprüfungen hingelegt, bei deren Korrektur es mir vor Begeisterung ganz schwummerig wurde. Meine Kollegin aus der Nachbarklasse ging durch das Tal der Tränen. Ich habe tatsächlich sehr viel entspannter gearbeitet und hatte die deutlich besseren Ergebnisse. Meine Kollegin hatte leider ganz andere Schüler. Sollte sie dafür bestraft werden?

Ich sage es nicht gerne, aber meine jetzige Klasse mit vielen sehr netten Kindern, die jede Förderung verdient haben, werden nie zu den Besseren gehören. Ich werde um jeden froh sein, den ich zum Abschluss führen kann. Für mich würde das bei Ihrem Vorschlag bedeuten, dass ich mit dieser Klasse niemals “entsprechend honoriert” würde. (Trauen Sie mir ruhig so viel Erfahrung zu, dass ich in der Lage bin, vorsichtige Prognosen zu stellen.)
Nehmen Sie es mir nicht übel, dass auch ich gern “entsprechend honoriert” werden würde - erst recht bei dem Einsatz. Ich würde also versuchen diese Klasse nicht mehr unterrichten zu müssen. Wenn ich aber keine Chance darauf hätte, “entsprechend honoriert” zu werden, dann weiß ich nicht, ob ich nicht der Versuchung erliegen würde, die Bewertungskriterien einfach großzügiger auszulegen.

Ihr Vorschlag ist leider völlig untauglich. Nicht jedes Kind ist gleich und nicht jedes Kind lernt gleich. Vergleichsarbeiten sind zwar tauglich, die Leistungen der Schüler zu vergleichen. Sie sind aber nicht geeignet, den Einsatz eines Lehrers mit dem von anderen Lehrern zu vergleichen.

Richtig spaßig wird es, wenn ein Lehrer Fachunterricht in mehreren Klassen hat. Wie wird er denn “entsprechend honoriert”, wenn er eine Lerngruppe mit guten und besser werdenden Ergebnissen hat und eine andere mit schwachen, nicht besser werdenden Ergebnissen?
Kriegt er für die eine eine Zulage und für die andere einen Abzug? Sitzt ein und der selbe Lehrer bei der einen Lerngruppe hinterm Ofen und bei der anderen wird er hinterm Ofen hervorgelockt?
Ich könnte mir vorstellen, dass selbst engagierte Lehrer auf Grundgehalt und Dienst nach Vorschrift runter fahren und sich einen Nebenjob suchen.

Und wie sollen das denn die Besoldungsstellen nachhalten und berechnen, nach Schülerzahlen, nach Durchschnittsnoten? Ich tippe mal, dass dann ein Sachbearbeiter auf zwei oder drei Lehrer käme (höchstens), denn die müssten ja auch noch die Notenlisten, Schülerzahlen u.A. kontrollieren, aufrechnen und mit den Listen der anderen Lehrern vergleichen - Na, das wäre ein Spaß grin ... und ich vermute mal eine hervorragende Methode, das System zum Kollaps zu bringen und den Lehrern jegliche Motivation zu nehmen.

Ich stelle mir gerade Ärzte vor, die danach bezahlt würden, welche Heilungserfolge sie erzielen. Ich würde mich nicht wundern, wenn chronisch Kranke, alte und totkranke Menschen nicht so leicht einen Arzt finden würden.
Oder Rechtsanwälte bekämen nur noch Honorar, wenn sie erfolgreich wären…
Oder Polizisten würden entsprechend der Aufklärungsrate bezahlt…
Oder ein Wachmann, der die ganze Nacht nur rumsitzt und niemand versucht einzubrechen, kriegt nichts, weil er ja nichts zu tun hatte…
Oder der Sozialarbeiter wird nach der Anzahl der geläuterten Junkies bezahlt…

Sie können die Arbeit mit und an Menschen nicht mit profitorientiertem Arbeiten vergleichen.

(#777) Tintenklecks meinte am 09.03.2011, 14:54 dazu:
" 

Ich möchte hier einmal ein Zitat wiedergeben, das ich in einem Lehrerforum zum Thema “Lehrer - seid ihr es gerne?” gefunden habe. Hier geht es überhaupt nicht um Bezahlung, sondern um die Frage, warum wirklich geeignete Personen sich vom Lehrerberuf abwenden: sicher nicht, weil sie so eine gute Arbeit und ein gutes Leben bei fürstlicher Bezahlung haben!

Hier also das Zitat als Antwort auf eine Anfrage:

“Der Lehrerberuf kann ein sehr sehr toller Beruf sein, wenn man ihn wirklich mit ganzem Herzen ausübt. Tut man das aber nicht zu 100 Prozent, dann kann das sehr schnell sehr frustrierend sein.

Ich denke, am Gym ist es auch nochmal anders. Ich wünsche mir oft, dass ich Gym gemacht hätte, denn jetzt kämpfe ich mit so vielen problematischen Schülern, dass es einfach nur noch frustriert.

Ich habe den Beruf mal aus Überzeugung gewählt und auch im Studium und im Ref beste Noten und auch beste Beurteilungen und Rückmeldungen bekommen, dass ich für diesen Beruf geschaffen bin und das auch gerade an Hauptschulen bzw. Schulen mit sehr schwierigen Schülern, aber genau das macht mich wahnsinnig. Ich denke, ich bin eine gute Lehrerin und bekomme das oft rückgemeldet, aber der Frust ist so viel stärker, dass ich diesen Beruf nun aufgeben und etwas anderes machen werde.

Man muss sich wirklich sehr viel motivieren können, zu Hause zu arbeiten und vor allem dait leben können, dass Schüler einen oft ablehnen. Ich werde meistens von den Schülern gut akzeptiert, aber ich kann irgendwie auf Dauer nicht damit um, dass Schule generell so abgelehnt wird. Bei jeder kleinsten Aufgabe stöhnen alle rum, beschweren sich über zu viel Arbeit, alles ist ätzend und doof und man kämpft gegen Windmühlen. Dazu kommen Extremfälle an Schülern, die einen monatelang beschäftigen, weil sie nicht beschulbar sind und man da irgendwas machen muss. Wenn dann alle Kollegen einen noch bemitleiden, weil man die schlimmste Klasse dr Schule abbekommen hat, ist man echt frustriert.

Das soll nicht heißen, dass Schule schlecht ist. Man bekommt auch viel von einigen Schülern zurück, die einen sehr schätzen und bei denen man was bewirkt, aber mit fehlt die Motivation jeden Tag dagegen anzukämpfen, gegen den Unwillen der Schüler und gegen meine eigene Faulheit. Ich möchte auch mal Feierabend haben und den hat man als Lehrer zumindest mental eben selten. Man könnte immer noch was tun.

Kann alles bei mir auch am Bundesland liegen, denn hier kommt eine schwachsinnige Schulreform nach der anderen, die einem das Arbeiten einfach soo schwer macht, dass man nur noch fluchen möchte. Das sieht woanders sicher auch wieder anders aus.

Und scher ist es bei Jura nicht anders und man macht viele Überstunden, aber trotzdem ist Lehrer einfach eine andere Art von Beruf, für den man wirklich geboren sein muss.

Ich würde nicht noch einmal Lehrer werden bzw. wenn, dann für Gym und mit keinem Korrekturfach.

Naja, nun mache ich das Schuljahr noch zu Ende und werde dann aufhören. Es tut mir jetzt schon um meine Klasse leid, aber ich merke, dass es richtig ist, was ich tue und ich wünschte, ich hätte das vorher schon gewusst.

Wenn du die Möglichkeit hast, mach noch viele Praktika, auch an anderen Schulformen, wo man mal das wahre Leben sieht, denn Lehrer sein besteht kaum noch aus Unterrichten sondern aus so vielen anderen Dingen inzwischen smile Und wenn es dir gefällt, dann mache es. Wenn du aber Zweifel hast, überlegs dir lieber nochmal!”

(#778) Christopher meinte am 10.03.2011, 23:32 dazu:
" 

(#776) Schülerfreund meinte am 09.03.2011 dazu:

Und wieso werden dann Schüler an den Ergebnissen gemessen, unabhängig davon ob sie einen guten oder schlechten Lehrer haben? Unlogisch!!!

Ausserdem kann man ja eine LEISTUNGSSTEIGERUNG einer Klasse honorieren, nicht etwa absolute Noten. Auch kann man z.B. einen 3-Jahres-Zeitraum heranziehen. Also ich sehe da durchaus Möglichkeiten.

(#779) Christopher meinte am 10.03.2011, 23:48 dazu:
" 

(#775) Schulmeister meinte am 09.03.2011 dazu:
” Die Bezahlung bzw. Beförderung an die “Leistung” der Klasse zu koppeln wäre ein großer Fehler. Wer korrigiert den die “guten” Arbeiten? Es gibt zudem auch sehr schwache Klassen, bekomme ich solche, habe ich das Nachsehen.
Und Beförderungsstellen gibt es nur sehr wenige und diese sind an Funktionen gekoppelt.

Christopher:
Ich habe es gerade schonmal geschrieben, nicht koppeln an absolute Noten sondern an Veränderungen der Klasse. An Noten der Klasse koppeln ist natürlich Quatsch!! Das sehe ich genauso.
Aber ich beobachte an einem Gymnasium hier in der Nähe Folgendes: Es gibt Lehrer, bei denen die Klassen “besser” werden und es gibt Lehrer, bei denen die Klassen “schlechter” werden. Und es wird sogar zustimmend darüber gesprochen “Ja, bei Kollege X sacken die meistens in der 10ten ab, bei Kollege Y passiert das eher selten”.
Also leistet doch Kollege Y bessere Arbeit und soll auch entsprechend honoriert werden. MEINE MEINUNG!!!

Mein Vater war übrigens Studiendirektor und als Student habe ich öfter mal in der Lehrer-Skatrunde teilgenommen. Da wurden auch genausolche Gespräche geführt, über die Lehrerkollegen mit Erfolg und die ohne. “Dem dürfen wir die 8B nicht geben, das schafft der nicht”. Und ich finde dann, die oder der, welche/r die 8B dann doch erfolgreich nimmt, ist schlicht und ergreifend BESSER!!

Ich habe auch einen Erfolgsabhängigen Lohnanteil und ab und zu laufe ich in richtige Schei…..projekte rein. Dann habe ich ein Quartal halt mal Pech gehabt!

ÜBRIGENS:
Aus meiner Sicht ist der Lehrerberuf einer der wichtigsten Dienstleistungsberufe überhaupt, da die Bildung der jungen Menschen ein volkswirtschaftliches Kapital von sehr hohem Wert ist!!

(#780) Schülerfreund meinte am 11.03.2011, 19:45 dazu:
" 

dann sagen Sie doch mal, wie sie die Leistungssteigerung einer Klasse feststellen, woran Sie das festmachen wollen, wenn nicht an den Noten?

In die Klasse einer Kollegin kam letztens ein neuer Schüler hinzu, ein sog. Intensivtäter. Flux sammelten sich um ihn die Wackelkandidaten (Der Kerl ist extrem cool und angesagt). Seit dieser Schüler da ist, ist die Klasse schwieriger geworden. Die Störungen haben merklich zugenommen. Ich vermute, dass auch das Leistungsniveau nachgelassen hat (ich selbst unterrichte in dieser Klasse nicht.) Wie sieht denn da Ihre Lösung aus? Kann die Kollegin etwas dafür? Oder ist es gar ihr zu verdanken, dass diese Klasse überhaupt noch beschulbar ist? Schlägt sich das auf ihre persönliche Erfolgsbilanz nieder? Vielleicht würde ein “besserer” Lehrer als sie sogar wahre Musterknaben aus dieser Klasse machen.

Natürlich gibt es das, was Sie beschreiben. Es wäre unredlich, wenn ich behaupten würde, dass alle Lehrer supergut sind. Wir haben an unserer Schule auch Kollegen (2 von 35), die wahrlich nichts taugen. Das ist jedoch nicht die Regel und sollte nicht zum Regelfall stilisiert werden. Wie in jedem Unternehmen gibt es auch in Schulen Luschen. Aber wenn deshalb alle Lehrer unter den Generalverdacht des Luschentums gestellt würden, wäre das sehr destruktiv.
Außerdem sollte man auch bedenken, dass jeder Lehrer (jeder Mensch) persönliche Leistunsgschwankungen hat. Damit meine ich nicht, dass er weniger arbeitet, sondern Umstände, die seine Durchsetzungskraft beeinträchtigen oder einfach seine Kräfte anders binden. Als ich die Trennung von meinem Mann durchmachte, merkte ich nach einer Weile auch, dass meine Klasse irgendwie schwieriger und “schlechter” wurde. Ich machte nichts anders. Ich war nur anders. Erst als ich mich wieder gefangen hatte, änderte sich auch wieder die Klasse zum Positiven. Konkret hätte ich auch in der Retrospektive nichts anders machen können. Von solchen Situationen können viele Lehrer berichten. ich finde, dass man genau daran erkennt, dass in diesem Beruf der ganze Mensch gefordert ist und dass es wichtig ist, dass der Lehrer stark ist. Deswegen ist es wichtig, dass Lehrer gestärkt und unterstützt werden, damit sie die Kraft haben, erfolgreich zu arbeiten.
An mir selbst merke ich, dass ich gut und erfolgreich arbeite, wenn ich stark bin. Wenn ich aber nicht stark bin, dann fällt es mir nicht nur schwer, sondern ich merke auch, dass es mir nicht so gelingt. Sie können nun sagen, dass das in jedem Beruf so ist. Das mag auch stimmen. Jedoch mischen sich nicht in jeden Beruf so viele Berufene ein und überlegen, wie man die “faulen Säcke” “hinterm Ofen hervorlocken” könnte.

Der “Stammtisch” täte also einen guten Dienst, wenn er nicht nach noch mehr Instrumenten suchen würde, die Lehrer zu gängeln. Es sollte sich auch mal am Stammtisch herumsprechen, dass die allermeisten Lehrer mit Herzblut dabei sind, sehr verantwortungsvoll ihren Job machen und Unterstützung in jeder Hinsicht brauchen und verdient haben.

Sie sagen, Sie sähen da durchaus Möglichkeiten. Machen Sie doch mal konkrete Vorschläge.
Ich kann schon nachvollziehen, wie Sie denken. Das ist aber zu kurz gesprungen. Sie sollten insgesamt differenzierter denken.

(#781) Hugo Schuster meinte am 12.03.2011, 19:27 dazu:
" 

Ab Montag darf ich wieder zwei Lehramtsstudenten betreuen, welche bei uns ein Praktikum ableisten.
Dabei frage ich mich, wie ich vorgehen soll! Unser Krankenhaus hat es bei mehreren jungen Schnupperpraktikanten aus unserem Bekanntenkreis geschafft, die Schattenseiten des Arztberufes so deutlich aufzuzeigen, dass sie nach kurzer Zeit das Praktikum abbrachen, “weil ihnen klar geworden war, dass sie niemals Medizin studieren würden”.
Nein, ich mache das anders. Meine künftigen Kollegen hospitieren nur in ausgewählten Klassen, machen dort auch ihre Lehrversuche und bekommen auch sonst eine “heile Welt” vorgespiegelt, die wenig mit der Realität zu tun hat.

Kürzlich im Fernsehen in einer Büttenrede: “Um 20.00 Uhr werden in unserer Stadt die Gehsteige hochgeklappt, ab 22.00 Uhr ist es stockdunkel, nur um 3.00 Uhr morgens brennt im vierten Stock in einem kleinen Zimmer noch ein schwaches Licht. Es ist ein Lehrer der mit seiner Unterrichtsvorbereitung noch nicht fertig ist!”
Eine Minute lang, ein Tusch nach dem anderen, das
ist doch ein Schenkelklopfer.

Das Image des Lehrers ist gewaltig gesunken. Woran mag das wohl liegen? An einer unserer Schulen gab es einen Lehrer (und später Schulleiter), der war Stadtrat, Kreisrat, Buchautor, Mitglied und teilweise auch Vorstand in mehreren Vereinen. Wir alle fragten uns, wie er das macht? Welchen Eindruck diese Nebentätigkeiten in der Öffentlichkeit erzeugen, brauche ich wohl nicht zu erwähnen. Ebenso gibt es einige, von denen ich noch nie etwas Positives gehört habe, und das gilt für Kollegen, Eltern und Schüler gleichermaßen. Aber in der Freizeit zeigen diese Personen ein sehr hohes soziales oder politisches Engagement.

Was schulisch bei ihnen nicht klappt, das müssen eben die Kollegen auffangen. Denn es ist wie im Fußball, einer spielt Standfußball und zwei andere bewältigen dafür das doppelte Laufpensum.

Mein Nachbar liegt ab 13.30 Uhr im Sommer bei schönem Wetter im Garten, das sehen viele, dass er aber abends/nachts einige Stunden in seinem Arbeitszimmer verbringt, das sehen nur die Familienangehörigen.

Schön, wenn man als Lehrer bereits um 13.10 Uhr Tennis spielen kann!

Leider ist es auch so, dass die heutigen Eltern sich immer weniger in die Abläufe einer Schule hineinversetzen können. Vor ca. einem Jahr wurde in der Tagespresse eine Meinungsumfage präsentiert: “80 Prozent der Eltern würden ihre Kinder lieber in eine Privatschule schicken”. Aber, wenn man in einer staatlichen Schule 15 Euro an Kopiergeld einsammelt, dann dauert es sechs Wochen, bis das jeder Klassleiter erledigt hat.

Ein Thema sind auch die Fehlzeiten. Es muss doch allen Eltern klar sein, dass sie ihren Kindern keinen Gefallen tun, wenn diese wegen jeder Kleinigkeit zu Hause bleiben dürfen. Muss ein Zahnarztbehandlung unbedingt an dem Nachmittag stattfinden, an dem Unterricht ist?

Gibt es eigentlich in Finnland, ein Land, das seit der PISA-Studie immer als Vorbild genannt wird, auch solche eine “Kultur des Schulschwänzens”? Es ist geradezu krank, am Flughafen stehen Polizeibeamte und überprüfen Eltern, die mit schulpflichtigen Kindern vorzeitig in den Urlaub fliegen wollen!

(#782) christopher meinte am 14.03.2011, 0:12 dazu:
" 

(#780) Schülerfreund meinte am 11.03.2011 dazu:
” dann sagen Sie doch mal, wie sie die Leistungssteigerung einer Klasse feststellen, woran Sie das festmachen wollen, wenn nicht an den Noten?

Antwort:
An den Veränderungen der Noten!!!

(#783) Schülerfreund meinte am 15.03.2011, 13:05 dazu:
" 

“Ausserdem kann man ja eine LEISTUNGSSTEIGERUNG einer Klasse honorieren, nicht etwa absolute Noten”

Was denn nun? An den Noten oder nicht an den Noten?
Die Veränderung der Noten kann viele Ursachen haben, natürlich auch der Lehrer, aber was ist mit Pubertät, Trennung der Eltern, ungünstige Freunde - was auch immer. Wollen Sie das alles dem Lehrer in die Schuhe schieben?
Konnte ich Sie mit meinen Beispielen nicht einmal dazu bringen, ihre Meinung zu überdenken?

(#784) Chrissi meinte am 15.03.2011, 17:48 dazu:
" 

@christopher: An den Veränderungen der Noten!!!

Letztes Jahr hatte eine vorher von mir unterrichtete Klasse eine neue Lehrkraft. Diese war pro Woche einen Tag krank, die Schüler waren mit ihrem Unterricht unzufrieden, die Eltern auch, der Fachbetreuer hatte an ihren Leistungserhebungen viel zu kritisieren, aber eine Sache war supertoll: Die Noten! Plötzlich war die Klasse im Vergleich zum Vorjahr eine Notenstufe besser! Freudestrahlend wurde mir dies von allen Kindern berichtet… Ab dem Halbjahr war die Lehrerin wieder krank und ward bis zum Ende des Jahres nicht mehr gesehen. Dieses Jahr habe ich die Freude, die Klasse wieder selbst zu unterrichten, und obwohl die Noten bei mir wieder schlechter geworden sind (die Kinder sind inzwischen leistungsschwächer als zum Ende der 6. Klasse, als ich sie abgeben hatte) waren die Eltern hocherfreut, dass wieder ein “ordentlicher” Lehrer die Klasse übernommen hat.
So, wer bekommt jetzt die Gehaltszulage? Die Kollegin, die versucht hat Konflikten bezüglich ihrer Arbeitsmoral und ihres Unterricht mit Hilfe von Gefälligkeitsnoten aus dem Weg zu gehen oder ich, die ich “ehrliche”, am gründlich eingeübten Stoff orientierte, aus machbaren aber anspruchsvolleren Leistungserhebungen entstandene Noten verteilt habe und das im letzten Jahr Versäumte wieder schmerzhaft mit den Schülern kompensieren muss? Sie, die sich aus dem Staub gemacht hat, oder ich, die ich die Konflikte mit den frustrierten Schülern jetzt ausbaden muss?

Christopher, ich bin gespannt auf ihre Antwort!

LG, Chrissi

(#785) Mister M. meinte am 15.03.2011, 21:00 dazu:
" 

@Chrissi:
Warum so frustriert? Machen Sie es Ihrer Kollegin nach und teilen Sie sich die Gehaltszulage!

Alternativ könnte man natürlich am Ende jedes Schuljahres zentrale Vergleichsarbeiten schreiben lassen. Diese müssten natürlich extern konzipiert und korrigiert werden, da Lehrkräfte bekanntermaßen in solchen Dingen nicht objektiv sind und nur Fragen wie “Zähle drei Dinge auf, die du glaubst in diesem Schuljahr gelernt zu haben” stellen.

Konzeption und Korrektur können natürlich am besten von Verwaltungsbeamten im Kultusministerium durchgeführt werden, die frei von jeder Praxiserfahrung die Leistungszuwächse sicherlich besser als jede Lehrkraft vor Ort beurteilen können. Dann wären die Ergebnisse auch ein Jahr später fertig und die Lehrkräfte vor Ort könnten im Sinne der Schüler ihre Schlüsse daraus ziehen. Es sei denn, die zuständige Sachbearbeiterin geht in Erziehungsurlaub, dann kann das auch schon einmal drei Jahre dauern.

Da das Ganze natürlich kostenneutral sein muss, muss man im Ausgleich entweder die Klassengrößen erhöhen oder die Unterrichtsverpflichtung der Lehrkräfte erhöhen oder deren Gehälter kürzen. Aber bekanntermaßen hängt der Lernerfolg nicht von den Klassengrößen ab (nach dem Krieg ging es auch mit 50 Schülern pro Klasse), die Lehrkräfte arbeiten allesamt sowieso zu wenig (bis zur 40 Unterrichtsstunden-Woche ist noch viel Spielraum) und verdienen prinzipiell zuviel, jedenfalls mehr als der Lokführer von nebenan, und der hat bekanntermaßen den wichtigeren Job, wie jeder leicht feststellen konnte, der letzte Woche Bahn fahren wollte.

(#786) Chrissi meinte am 15.03.2011, 22:24 dazu:
" 

@Mister M: smile

Du hast Recht! Vergebliche Liebesmüh Leuten, die etwas nicht kapieren wollen, etwas erklären zu wollen!

(#787) Hugo Schuster meinte am 16.03.2011, 10:19 dazu:
" 

@christopher
Es gibt leider Effekte, die ein Außenstehender schwer beurteilen kann. Folgendes sagte mir einmal ein Ausbildungsleiter einer großen Bank: “Die besten Lehrer haben die faulsten Schüler”. Er stellte nämlich fest, dass eine intensive innerbetriebliche Schulung letzten Endes dazu geführt hatte, dass die eigenen Anstrengungen deutlich nachließen und so unter dem Strich schlechtere Prüfungsergebnisse erzielt wurden. Umgekehrt gilt das auch, nämlich dass Schüler und Eltern versuchen, Defizite des Unterrichts durch besondere eigene Anstrengungen (Nachhilfe!) auszugleichen.

(#788) ruebennase meinte am 16.03.2011, 17:59 dazu:
" 

Ihr Lieben, warum entspannt Ihr Euch nicht einfach? Jeder Beruf hat sein Für und Wider, an jedem kann man Kritik üben… Und was bringt das bitte? Hat irgendjemand irgendeine Form von Erkenntnis aus dieser teils völlig unsachlichen Diskussion ziehen können, außer dass er natürlich Recht hat und die anderen nicht?
Warum reicht die Toleranz nicht, um die Tatsache zu sehen: Ja, es gibt gute und schlechte lehrer, so wie es gute und schlechte Banker, Metzger…. gibt.
Und ja, es gibt viele Lehrer, die ihren Job richtig gut machen, sagt eine Lehrerin.

(#789) christopher meinte am 17.03.2011, 18:46 dazu:
" 

(#784) Chrissi
was für ein Problem haben Sie um alles in der Welt??
Das Forum beschäftigt sich doch mit der Frage ob verbeamtete Lehrer in Deutschland unterbezahlt sind oder nicht.
Wie ist Ihre Meinung zu dieser Kernfrage?


(#786) Chrissi
1. Danke für die Beleidigung!
2. Was kapiere ich nicht?

(#788) ruebennase
Genau meine Meinung grin

(#790) christopher meinte am 17.03.2011, 22:34 dazu:
" 

(#785) Mister M

Ihre Polemik zeigt mir, dass Sie null Interesse daran haben, dass Ihre Arbeit qualitativ beurteilt wird. Daraus leitet sich aber auch die Schlussfolgerung ab, dass sie derzeitige Zustände nicht verändern wollen.
Somit sind Sie dann ja sicher ein rundum zufriedener Leher?

(#791) christopher meinte am 17.03.2011, 22:39 dazu:
" 

(#780) Schülerfreund

Sie schrieben:
“Sie sagen, Sie sähen da durchaus Möglichkeiten. Machen Sie doch mal konkrete Vorschläge.
Ich kann schon nachvollziehen, wie Sie denken. Das ist aber zu kurz gesprungen. Sie sollten insgesamt differenzierter denken.”

ICH:
Die letzen beiden Sätze von Ihnen zeigen mir, dass Sie keinerlei echtes Interesse an Vorschlägen haben. Muss ich auch nicht, denn Sie können schon im Voraus unausgesprochene Dinge nachvollziehen und fordern mich ganz LEHRERHAFT zu differenzierteremn Denken auf.
Also mache ich auch keine Vorschläge, da ich Ihnen meine dummen Argumente nicht zumuten möchte, Herr Lehrer.

ANYWAY:  STAY COOL
raspberry

(#792) Schülerfreund meinte am 18.03.2011, 2:59 dazu:
" 

@christopher

interessante Interpretation… oder wollen Sie nur nicht einräumen, dass Sie gar keine Vorschläge haben grin
Ich habe durchaus Interesse an sinnvollen Vorschlägen, leider machen Sie keine. Statt dessen widersprechen Sie sich. Zuerst sagen Sie, dass man es nicht an Noten festmachen soll und dann sagen Sie man sollte es an Noten festmachen. Nachdem Chrissi und ich versucht haben, Ihnen die Krux mit den Noten zu erläutern, kommt leider nichts mehr von Ihnen… jedenfalls keine Vorschläge.

Wo hat Chrissi Sie denn beleidigt? Ich kann keine Beleidigung erkennen. Was sie geschrieben hat, ignorieren Sie leider. Naja, wenn Sie darauf eingingen, müssten Sie einräumen, dass ihr “Notenvorschlag” nicht geeignet ist.
Ich weiß auch gar nicht, warum Sie Chrissi auf die Ausgangsfrage verweisen. Sie hat doch nur versucht, Ihnen mal zu schildern, wie unzuverlässig es sein kann, die Leistung eines Lehrers an den Noten messen zu wollen. Das passt sehr wohl zum Thema. Chrissi ist auf Sie eingegangen, was Sie umgekehrt leider nicht tun.

Mister M macht es schon richtig. Es hat doch gar keinen Sinn, Ihnen etwas über die tatsächliche Arbeit zu erzählen. Sie gehen ja nicht mal im Ansatz auf das ein, was z.B. Chrissi, ich oder sonst wer geschrieben haben.

Ich schätze, Sie verstecken sich hinter der vermeintlichen Vermutung Mister M oder ich hätten kein echtes Interesse an Vorschlägen und geben vor, deshalb keine Vorschläge machen zu wollen, die Sie jedoch in Wahrheit gar nicht haben.

@ruebennase
Ich habe mich immer um Sachlichkeit bemüht. Ich bin nur immer wieder erstaunt, dass die, die anders denken (hier: christopher) leider inhaltlich kein bisschen auf das eingehen, was ich schreibe. Das lässt mich vermuten, dass sie ihre Standpunkte nicht mehr halten könnten, wenn sie darauf eingingen.

Sei´s drum…

(#793) Schulmeister meinte am 18.03.2011, 10:22 dazu:
" 

Ich möchte doch mal ein paar Dinge klarstellen:

1. Die deutsche Lehrerausbildung gehört wohl zu den umfassendsten der Welt. Ich war im Ausland tätig und weiß wovon ich rede.

2. Qualitativ ist das dreigliedrige (!) deutsche Schulsystem ebenfalls eines der besten der Welt, daran kann PISA nichts ändern, da diese Studien GAR NICHTS über die Qualität des Schulsystems aussagen.

3. Gerade das dt. Gymasium ist weltweit Spitze, auch wenn von der deutschen Politik mit Hochdruck daran gearbeitet wird, mit unlauterem Wettbewerb diese “Eliteschule” im Zuge der Gleichmacherei Stück für Stück zu demontieren, um dem “Geburtsrecht Abitur” näherzukommen.

4. Die Noten als Maßstab für die Bezahlung zu nehmem ist und bleibt eine durch und durch dämliche Idee. Die Argumente weiter oben sollten für sich sprechen.

War das jetzt zu “Oberlehrerhaft”? Das täte mir leid, aber ein Manko der Schulreformler ist, dass Dinge nicht mehr klar ausgesprochen werden und alles ein “bisschen richtig” ist. Was will man beim “Namentanzen” auch falsch machen…

(#794) Chrissi meinte am 19.03.2011, 11:37 dazu:
" 

@christopher: ANYWAY: STAY COOL
raspberry

Gelingt Ihnen selber grade gar nicht!

Wenn aus meinem Beitrag nicht hervorgeht, worin mein Problem dabei liegt, Lehrer entsprechend der Notenverbesserung zu honorieren, dann haben Sie ihn entweder nicht gelesen, oder, wie ich bereits vermutet hatte, wollen Sie es nicht kapieren…
Mein Beitrag war eine Reaktion auf Ihren (Nr. 779). Wo in diesem Beitrag äußern Sie sich zur von Ihnen - meiner Meinung nach übrigens auch etwas “lehrerhaft - angemahnten “Kernfrage”?
Außerdem, wo habe ich Sie beleidigt? Im Leben gilt für mich der Spruch: “Wer austeilen kann, sollte auch einstecken können.”
Nun ja, ich habe eine Situation aus meinem beruflichen Alltag geschildert, auf die sie zwar nicht eingehen, aber vielleicht liegt das auch daran, dass Ihnen hierzu keine Argumente mehr einfallen.
Falls Ihnen noch “konkrete Vorschläge” zu meiner misslichen Lage einfallen sollten, wäre ich sehr dankbar.
Aber vielleicht gestalte ich die nächste Leistungserhebung etwas einfacher und gebe den Schülern einfach bessere Noten.
Damit wäre allen geholfen, stimmt’s?

(#795) christopher meinte am 21.03.2011, 0:18 dazu:
" 

hähähähä

ich wollte mich nur ein wenig austoben, da kam mir dieses forum gerade recht. jetzt wirds mir aber zu anstrengend und ich verdrück mich.

hat spass gemacht

alles gute noch bye

(#796) Pädi07 meinte am 05.04.2011, 10:45 dazu:
" 

Das ist doch wider mal klar: in solchen Foren treiben sich einfach zu viele “Y+#*%” rum, die nur auf Provokationen aus sind. Traurig und schade!

(#797) Gasparde meinte am 17.04.2011, 0:52 dazu:
" 

Ich habe mich nun seit 18 Uhr durch die letzten 8 Seiten gelesen und muss zugeben, dass ich sowohl entsetzt, überrascht, zuversichtlich, aber auch verwundert bin.

Ich besuche zur Zeit die 12. Klasse und weiß für mich seit der 8. Klasse, dass meine Zukunft im Lehramt liegen wird.

Hergekommen bin ich, da ich in meinem kürzlich abgeschlossenen Praktikum mitbekam, dass Lehrer nicht gleich Lehrer ist. Ich hört zum ersten Mal, dass man als Lehrer Beamter und Angestellter sein kann. Was in der Praxis, im Unterricht, keinen einzigen Unterschied darstellt, stellt in der Theorie, auf dem Gehaltscheck, Differenzen von teilweise bis zu 500€ dar. Und dieser Unterschied kommt nicht durch Ausbildung, Studium oder weiß Gott was sonst zustande, das kommt durch 10kg Körpergewicht, durch ungleiche Armlänge und ähnliche Sinnfreiheit. Krankheitsbedingt habe ich schon solange ich zurückdenken kann mit Gewichtsproblemen zu kämpfen, und selbst mit exszessivstem Sport treiben, werde ich nie auf die gewollten Anforderungen kommen. Ich studiere also 5 Jahre lang, habe danach noch 2 Jahre Ausbildung - wie jeder andere Lehrer - und dennoch verdiene ich wegen 20kg mehr auf den Rippen gute 6000€ im Jahr weniger. Ich möchte nicht Lehrer werden, weil ich mir damit eine goldene Nase verdienen will; Ich möchte Lehrer werden, weil ich mich dazu berufen fühle. Natürlich würde ich ein Deputat von 10 Stunden und ein Netto Gehalt von 5 Stunden nicht ablehnen, aber auch weniger Geld und dergleichen würde mich nicht vom Lehrersein abbringen. Von daher versteh ich diese 800 Posting-lange Diskussion über Lehrer verdienen zu wenig/ zu viel nicht so wirklich. Was mich alleinig anfrisst ist, die Tatsache, dass ich aufgrund körperlicher Merkmale weniger verdiene, als Kollegen, die dieselbe Arbeit leisten.

Auch kann ich nicht wirklich nachvollziehen, wie man sich so über die allgemeine Lehrermeinung aufregen kann. Das Bild vom Lehrer, der durchs Nichtstun reich wird, gabs schon als ich in die 5. Klasse kam - und ich vermute mal, dass das auch noch länger als ich bestehen bleibt. Mir ist es nur unverständlich wie man sich daran so aufhängen kann. Ich persönliche habe keine allgemeine Lehrermeinung, meine Meinung variiert von Lehrer zu Lehrer und betrifft auch nur diesen. Und sollte ich es wirklich einmal zum Lehrer bringen, wird mich auch die allgemeine MEinung zum Lehrertum nicht kümmern. Ich werde wissen was ich als Lehrer leiste, und wenn andere mir weniger unterstellen versuche ich nicht diesen ewig zu beweisen wie toll ich bin; Ich lasse sie in ihrem Glauben und widme mich weniger vergeudeten Themen.

Ich habe mich in letzter Zeit mehr denn je über Lehramt und Co informiert, habe dadurch einiges an Kontra erfahren, von dem ich noch nie gehört habe. Und dennoch hoffe ich, dass ich mein Ziel Lehrer zu werden erreichen kann. Auch wenn ich nicht verbeamtet werde, auch wenn ich für gleiche Arbeit weniger als Kollegen aus demselben Jahrgang verdiene, werde ich den Beruf ausüben, weil ich es einfach will. Wird sich für mich jemals die Möglichkeit ergeben dieser “ungerechtigkeit” zu entgehen, werde ich diese wahrnehmen, wenn nicht, dann nicht.

(#798) battebiene meinte am 17.04.2011, 21:53 dazu:
" 

Hört,hört-ein Idealist. Wenn du nach deinem Studium und den hoffentlich ersten erfolgreichen 10 Jahren als Lehrer immer noch diese Meinung hast,dann bist du tatsächlich Lehrer aus Berufung. Bis dahin erhalte dir deine Wünsche und Ziele. Ich bin seit 23 Jahren im Schuldienst und erinnere mich immer wieder an meine Beweggründe für meine Berufswahl.Ich liebe meinen Beruf und würde mich immer wieder dafür entscheiden.
Viel Glück !!

(#799) Hugo Schuster meinte am 18.04.2011, 14:19 dazu:
" 

@Gasparde
Ich kann mich den Ausführungen vo Battebiene nur anschließen. Glaube mir, gerade die Lehrer mit “Sendungsbewusstsein” resignieren am ehesten, und zwar aufgrund der Kollegen, der Schulleitung und auch der Eltern. Die Schüler sind hierbei ein eigenes Thema. Ein Kollege sagte einmal:
“Die besten und engagiertesten Lehrer haben die faulsten Schüler!”. Da kannst Du Dich hineinknien wie ein Ochse und in den Parallelklassen unterrichten Kollegen, die stinkfaul sind und alles äußerst lässig angehen. Bei parallel geschriebenen Leistungsnachweisen haben diese dann evtl. sogar bessere Ergebnisse, weil das, was die Schüler selbst erarbeiten, einfach besser sitzt! Ich habe das in diesem Forum schon einmal geschrieben. Ein Bekannter, der Ausbildungsleiter in einem größeren Unternehmen ist, wollte die Prüfungsergebnisse durch intensive innerbetriebliche Schulungen steigern. Das Gegenteil war der Fall, weil die Auszubildenden ihre eigenen, häuslichen Bemühungen deutlich zurückfuhren.
Trotzdem, viel Erfolg

(#800) Tim meinte am 20.04.2011, 11:39 dazu:
" 

@Hugo Schuster
Wenn die Schüler sich Inhalte selber erarbeiten bedeutet das nicht, dass der unterrichtende Lehrer faul ist. Im Gegenteil. Die Schüler sollen ja gerade _dazu_ gebracht werden. Der Weg dahin ist zwar lang und mühsam, ich kann aber aus Erfahrung sagen, dass sich ein solcher Unterricht absolut auszahlt.

(#801) Hugo Schuster meinte am 21.04.2011, 16:02 dazu:
" 

@Tim
Ich sprach nicht von selbstorganisiertem Lernen, sondern von Kollegen, die nach einem längeren Schwätzchen auf dem Gang zu spät kommen, 10 Minuten brauchen, um ihre Tasche auszupacken,  ein Filmchen zu unterrichtsfernen Themen zeigen, eine Geschichte aus ihrer Jugend erzählen usw. Wenn das eine Unterrichtsmethode ist, dann ist ein Bankraub ein Kreditgeschäft! Und, da gibt es zwei Möglichkeiten, Schüler, die sich durchbeißen und andere die halt versagen. Beim selbstorganisierten Lernen kann man sich auch viel Falsches aneignen, das weiß jeder, der als Autodidakt versucht hat, das Skifahren, Reiten oder Tennisspielen zu lernen. Außerdem kann aber nicht Sinn einer Schule sein, dass Eltern heute bereits in der Grundschule den Methodenirrsinn der Lehrkräfte ausgleichen müssen bzw. Nachhilfeinstitute Millardenumsätze machen! Wir haben an unserem Gymnasium auch solch einen “Methodenpapst”. Wer den bekommt, sieht sich rechtzeitig in Mathematik nach einer guten Nachhilfe um, und zwar nicht 60 % und nicht 80 %, sondern 100 % der Schüler!

(#802) Lavendel meinte am 15.06.2011, 10:13 dazu:
" 

Ich habe mich mal ein bischen in dieses Forum eingelesen und gebe jetzt auch mal meinen Senf ab: meine Eltern sind Lehrer und ich habe daher beschlossen nicht Lehrerin zu werden, sondern Diplom-Pädagogin. In meinem letzten Job habe ich verhaltensauffälligen, von vielen Problemen geplagten (Drogen, häusliche Gewalt…)jungen Menschen mit wenig Bildung und oft ohne jeden Schulabschluss gearbeitet. Ich war 40 Stunden/ Woche dort arbeitend anwesend, und da wir auch unterrichtet haben war Unterrichtsvorbereitung abends auch noch dran. Urlaub: 25 Tage, normal.Dabei raus kamen als alleinerziehende Mutter ungefähr 1500 Euro. 
Inzwischen überlege ich mir, doch noch auf Lehramt zu wechseln, denn dort wird einfach fair! (und wie ich jetzt finde auch viel) bezahlt, und man hat einfach viel, viel, viel mehr Zeit!!!

Abgesehen davon hat jeder der die Chance hat, ein Studium aufzunehmen auch die Chance Lehrer zu werden deshalb verstehe ich das Gejammer von anderen Berufsgruppen nicht, dass Lehrer es so gut haben - werdet`s doch einfach!

Ich bin aber froh, dass ich die “normale” Arbeitsrealität kennen gelernt habe, auch falls ich noch Lehrerin werden sollte,die Grundbedingungen würde ich dann nämlich absolut genießen!
Mal sehn ob ich`s noch schaffe…

(#803) unterrichter meinte am 20.07.2011, 12:42 dazu:
" 

ACHTUNG: bald sind wieder Sommer-Ferien (zumindst in Bayern). 6,5 Wochen faulenzen sind angesagt. Aber STOPP, ich vergaß: alle Lehrer arbeiten dann ja täglich oder haben maximal 1-2 Wochen Urlaub. Sonst sitzen sie wieder mindetsens 8 Stunden täglich am Schreibtisch und bereiten den Unterricht vor oder verwalten oder fahren mit Schülern (denen das während der Ferien sicher gut gefällt) 3 Wochen auf Klassenfahrt rum. Hoffentlich fängt im Herbst bald wieder die Schule an, denn das bedeutet wahrscheinlich: weniger arbeiten als in den Ferien… Mein Mitleid für die harten Soomerferien haben alle Lehrer schon jetzt.

(#804) Schulmeister meinte am 20.07.2011, 14:47 dazu:
" 

@unterrichter

Die Fahrten, auf die Du Dich beziehst, sind keine Klassenfahrten, sondern Fahrten ins Ausland (z.B. Partnerstadt), an denen Schüler verschiedener lokaler Schulen freiwillig teilnehmen. Ohne Lehrkräfte geht das nicht.
Ich habe gerade eine Woche Urlaub gemacht. Jetzt beginne ich damit, die Stundenpläne für alle Lehrer und Schüler fertigzustellen. Allein das wird mich 2-3 Wochen kosten. Dann bereite ich mich auf die neuen Zentralabiturthemen meiner neuen Oberstufenkurse vor.
Natürlich hat man in den Sommerferien mehr Freizeit als in anderen Ferien (die den Namen in der Regel nicht verdienen). Daran ist auch nichts auszusetzen, schließlich nimmt sich der Großteil der Arbeitnehmer auch den Großteil des Jahresurlaubs im Sommer. Allein meine Korrekturzeit in den “Osterferien” reicht aus, um mir meine “Sommerferien” zu “verdienen”. Da reiße ich in 14 Tagen nämlich ein Pensum an Stunden ab, dass ich hier mal lieber nicht veröffentliche, glauben würden es wahrscheinlich nur Leute mit Ahnung und Weitsicht. Wer so polemisch wie Du von 6,5 Wochen faulenzen spricht, ist sowieso beratungsresistent.

(#805) Fachlehrer K meinte am 21.07.2011, 23:24 dazu:
" 

Hallo,
kann mir jemand erklären, warum Fachlehrer an Schulen für Geistig- oder Körperbehinderte nur A9 verdienen, also abzüglich KV als Berufsanfänger so ca. 1700 € und dafür 31 Schulstunden unterrichten müssen? Klar kein Studium usw. aber dann arbeitet man mit Sonderschullehrern zusammen, die das gleiche (oder weniger) machen, allerdings nur 26 Stunden die Woche und dann mit 1000 € mehr nach Hause gehen. Da soll mir mal einer was von Bezahlung nach Leistung oder dass alle Lehrer zuviel verdienen erzählen…

(#806) Mitleser meinte am 22.07.2011, 10:18 dazu:
" 

@ Fachlehrer K

Ich fürchte, dass es genau an der Sache mit dem Studium liegt. Wer sich den Luxus leistet (weil er es kann und will), Zeit und Geld in eine universitäre Ausbildung zu investieren, der kann, zumindest im Lehrwesen, auch mit mehr Gehalt rechnen. Vielleicht lautet die ‘offizielle’ Begründung, dass man durch das Studium mindestens 4 Jahre Gehalt und Rentenbeiträge einbüsst (kein sz auf der Tastatur).

Nicht zuletzt macht sich diese an der Ausbildung und nicht am Arbeitsumfang bemessene Besoldung auch auf dem Gebiet der ehemaligen DDR bemerkbar, wo bspw. Grundschullehrer noch immer nicht wie im ‘Westen’ bezahlt werden, weil sie ihr Studium bereits nach Klasse 10 und nicht erst nach dem Abitur aufnehmen konnten. Das ist aber mit Ihrem Fall nicht ganz gleichzusetzen, da hier der ‘Ausbildungsabgleich’ bis zur Schulzeit zurückreicht.

Im Zuge dieses Beitrags möchte ich allen mitlesenden Lehrkräften erholsame Sommerferien wünschen!

(#807) Schulmeister meinte am 22.07.2011, 12:05 dazu:
" 

Ganz einfach, weil man für den höheren Dienst ein Hochschulstudium braucht. Die pädagogische Verantwortung dürfte zudem bei den Sonderschullehrern liegen.
Es mag zwar manchmal ungerecht erscheinen, aber wir leben nun einmal in einer so genannten Leistungsgesellschaft, in welcher Qualifikation und Bezahlung i.d.R. miteinander verknüpft sind.
Ich kann ja auch nicht, nur weil ich in einem Gebiet der Geschichte außerordentlich bewandert bin und vielleicht mehr weiß als ein Professor, Vorlesungen an der Uni halten und ein C4 Gehalt fordern…

(#808) Fachlehrer K meinte am 22.07.2011, 21:55 dazu:
" 

@Schulmeister

Das ist ja auch verständlich, aber in dem finanziellen Ausmaß dann doch nicht. Und das Argument mit der “pädagogischen Verantwortung” kannst vergessen, die trage ich genauso.
Aber im einem sind wir zum Glück alle gleich…
Schöne Ferien! wink

(#809) Vergleich meinte am 22.07.2011, 22:55 dazu:
" 

Mal eine kleine wahre Geschichte:
Man hat ein Uni-Institut, das zumindest in Deutschland, wenn nicht sogar in einigen Teilgebieten weltweit zweifellos führend in der Forschung ist. Es werden im Bereich der Regenerativen Energien ausschließlich aktuelle Fragestellungen in Zusammenarbeit mit großen Industrieunternehmen bearbeitet.

Ratet mal, in welchem Bereich die Einstiegsgehäter liegen, die hier ein Dr.-Ing als sogenannter High-Potential in Zeiten des Wirtschaftsaufschwungs als Einstiegsgehalt bekommt?
(Randdaten:
Ausbildungszeit: 10 Semester Ing.-Studium mit gut-sehr gutem Abschluss + 4 Jahre Promotion (>45h Arbeitszeit/Woche) = 9 Jahre Ausbildungszeit.
Enthalten: mind. 1 Auslandssemester - hohe Flexibilität, fießende Kentnisse mind. einer Fremdsprache, meist hohe soziale Kompetenz / gerne auch Leiter von Uni-Segelgruppen,...)

==> 58.000€ (35h Woche) - 65.000€ (keine Arbeitszeitbegrenzung) Brutto
==> 2697€ - 2950€ / Monat.

und nun der Lehrer als Vergleich (wahrscheinlich der Rest ja bekannt):
(Randdaten: 10 Semester Lehramtsstudium abgeschlossen + 1,5 Jahre Referendariat = 6,5Jahre Ausbildungszeit, Schnitt durch Unmotivation bei 2,7, natürlich keine Sprachkenntnisse, Softskills werden eh vernachlässigt, zählt bei der Bewerbung ja eh nichts)
==> 2915€ Netto / Monat in BW verbeamtet abzgl. 100€ KK ==> 2815€.
(ohne eventuelle Zulage und was es noch alles gibt mit Familie,...) Weitere Vorteile: Pensionszahlung, günstigere Versicherungen,...

Ohne, dass ich nun Urlaubszeiten, Arbeitszeiten oder Sonstiges vergleichen möchte, sollte hier jedem (auch dem Lehrer) klar werden, dass da etwas im Moment schief läuft. Das Einstiegsgehalt des High-Potentials ist sicherlich nicht schlecht und auch angemessen, verglichen mit dem was sonst so in BW verdient wird. Das Gehaltsgefüge in der Wirtschaft stimmt meiner Meinung nach. Was in der Rechnung überhaupt nicht passt, ist das Lehrergehlt. Und würden in Deutschland die Ings, Drs. usw. nicht eine im Vergleich zu anderen Ländern gigantische Leistung bringen, dann hätten wir genau aus dem Grund der Überbezahlung von Lehreren(ca. 70000 allein in BW) hier ein 2. Griechenland.

(#810) Chris meinte am 24.07.2011, 10:41 dazu:
" 

(#804) Schulmeister

also, ich denke mal, dass man sich das nur richtig einteilen muss, dann ist sicherlich eine verdiente 4-5 wöchige Erholungsphase möglich.

(#811) Schulmeister meinte am 24.07.2011, 11:45 dazu:
" 

@Verlgleich
Kein Lehrer bekomme 2800 Euro netto Einstiegsgehalt (eher 2300), das Referendariat für das höhere Lehramt lag in der Vergangenheit bei 2 Jahren und was Du mit einem “Schnitt von 2,7 durch Unmotivation” meinst, erschließt sich mit nicht. Und wenn Du schon von Einstiegsgehältern sprichst (zudem mit falschen Zahlen), dann verschweige nicht, dass die Gehaltsprogression bei Lehrern bzw, bei Beamten im Allgemeinen äußerst gering ist und weit unter dem liegt, was in der so genannten freien Wirtschaft an Zugewinnen üblich ist.
Lehrer verdienen zweifelsohne nicht schlecht, dass behauptet in diesem Forum auch niemand (mir fällt spontan zumindest niemand ein). Nur, weil es andere Berufe gibt, die vielleicht schlecht bezahlt sind, gibt es keinen Grund, eine Reduzierung der Lehrerbezüge zu fordern. In der Natur nennt man so etwas Futterneid… Nach dieser Logik würden sich die Gehälter der verschiedenen Berufgruppen in einer ständigen Abwärtsspirale befinden.

(#812) Schulmeister meinte am 24.07.2011, 15:26 dazu:
" 

@Chris
Das was ich oben beschrieben habe, hat absolut gar nichts mit “Einteilung” zu tun, das kostet einfach Zeit.

(#813) chris meinte am 24.07.2011, 18:05 dazu:
" 

(#812) Schulmeister

Also meine Tochter hat eine Reitkollegin, die ist Latein- und Geschichtslehrerin mit vollem Deputat am Gymnasium, alle Stufen.

Sommerferien letztes Jahr: 5wöchige Alpenüberquerung per pedes
Sommerferien dieses Jahr: 4 Wochen Jakobsweg

(Also ich könnte garnich soviel am Stück freibekommen!)

In den Osterferien dieses Jahr war sie auf Reit-Fortbildung 1 Woche, Weihnachten ist sie in der Regel in Berlin (da stammt sie her).

Ansonsten verbringt sie täglich (etwa 5 mal pro Woche) 2,5 Stunden im Reitstall bei ihrem Pferd.

Irgendwie sieht es so aus, als ob die Dame die oben erwähnten Aufgaben nicht wahrnehmen muss, oder das besser im Griff hat.

.... und sie ist, soweit ich das beurteilen kann, eine gute Lehrerin, die ihren Beruf sehr ernst nimmt, bei den Schülern beliebt ist, obwohl ausgesprochen streng.

Sie macht dennoch weder einen unterbezahlten noch einen erschöpften Eindruck auf mich.

(#814) Vergleich meinte am 24.07.2011, 23:24 dazu:
" 

@Schulmeister
mit dem Schnitt 2,7 durch Unmotivation wollte ich nur herausstellen, dass es bei Lehrern viel weniger auf das persönliche Engagement und die Leistung ankommt, am Ende ganz egal was gemacht wird, das mit der beschriebenen Person vergleichbare Gehalt herauskommt.

Nirgends habe ich im Übrigen gesagt, dass jemand zu schlecht bezahlt wird. Die Bezahlung eines High-Potentials passt sicher zur Gehaltstruktur in Deutschland (Die meisten anderen können da wohl kaum mithalten und bekommen entsprechend weniger Gehalt). Aber zu erkennen, dass verbeamtete Lehrer in BW vom Gehalt in dieses Gefüge noch passen, fällt mir sehr schwer. Aber vielleicht kannst du es mir erklären. Die Gehaltsprogression ist bei Lehrern ja wohl auch nicht soo schlecht oder? Hat man dann mal das ein oder andere Kind usw. dann bekommt man doch in etwas höherem Alter gleich mal so auf 3300€ => und liegt wohl so im Bereich der 70000-80000€ Marke. Dafür sind dann in der Wirtschaft aber auch ziemlich bald AT Verträge notwendig. Und da steckt dann meist doch etwas mehr dahinter, als so mancher Lehrer sich vorstellen kann.

Übrigens, du kannst es gerne selbst eingeben, die Einstiegsgehälter sind hier zu sehen: http://oeffentlicher-dienst.info/c/t/rechner/beamte/bw?id=beamte-bawue-2012 Krankenkasse habe ich noch abgezogen.

 

 

(#815) unterrichter meinte am 25.07.2011, 10:17 dazu:
" 

@ Schulmeister. Zum Thema Stundenpläne und Abi-Vorbereitung: ich bin sicher und steite es nicht ab, dass erwähnte Aufgaben Zeit kosten und in den Ferien erledigt werden müssen. ABER: pro Schule hat EIN Lehrer diesen Job (in dem Falle Sie) und nicht alle. Das gilt auch für Abi-Vorbereitung: nur die Lehre, die im kommenden Jahr Abi-Prüfungen abnehmen haben diese Aufgabe zu erledigen, ALLE anderen nicht! Und die ANDEREN sind ja wohl ziemlich viele. Und besonders, wenn man noch Grundschulen, Hauptschulen und Realschulen (System in Bayern) mit einrechnet. Ergo haben die meisten Lehrer in den Sommerferien bis auf evtl. eine Woche Vorbereitung und 2 Tage Konferenz NICHTS zu tun! Das betätigen mir auch alle Lehrer, die ich kenne und das sind nicht wenige!
Nur weil Sie also Zusatz-Aufgaben haben, die undankbarerweise viel Zeit in den Ferien kosten, bedeutet das nicht, dass alle Lehrer wie Sie in den Ferien fast durcharbeiten. Das trifft einfach nur für die Minderheit zu. Und ich wollte nie behaupten, dass Sie persönlich nichts arbeiten, sondern dass generell die MEISTEN Lehrer in den Sommerferien kaum etwas zu tun haben. Das stützt auch das Bsp. von Chris.

(#816) Anregung meinte am 26.07.2011, 14:43 dazu:
" 

@ Lehrerfreund

Wär schön, wenn es auch bei der neu aufgemachten Seite die Möglichkeit gäbe, gleich die letzte Seite (und damit auch die neuesten Kommentare) aufzurufen!

Wär außerdem toll, wenn man unter der Rubrik “Neueste Kommentare” mehr als nur die fünf oder sechs letzten sehen könnte.

(#817) Der Lehrerfreund meinte am 27.07.2011, 19:27 dazu:
" 

Hallo Anregung,

ja, das müssen wir gelegentlich umstellen. Danke für die Anregung!

(#818) Schulmeister meinte am 27.07.2011, 20:31 dazu:
" 

Es sind fast alle Kollegen in der Oberstufe eingesetzt und müssen sich demnach in die Zentralabitursthemen einarbeiten und haben daher die Klausurberge in allen Ferien (außer Sommerferien) liegen. Und jedes Jahr ist man als Erst- oder Zweitkorrektor (i.d.R. beides) tätig. Damit sind die Osterferien de facto ein Zeitraum, in dem man mehr arbeitet als 40 Stunden die Woche.
Ja, ich habe bei uns diesen speziellen Job. Es gibt aber eine Vielzahl an anderen Aufgaben und mir fällt spontan kein Kollege ein, der nicht in irgendwelche außerunterrichtlichen Extra-Aktivitäten involviert ist.
Die Bekannte von Chris kann sich meiner Meinung nach diese Aktivitäten nur leisten, wenn sie entweder kein volles Deputat hat (das haben nämlich nur die wenigsten Lehrer am Gymnasium, vor allem Frauen haben - auch ohne Familie - zur Wahrung der Lebensqualität häufig reduziert) oder aber keine Beziehung und/oder Familie.
Natürlich kann ich jeden Tag 2 Stunden reiten gehen, wenn ich dafür abends länger sitze.

(#819) Chris meinte am 28.07.2011, 9:14 dazu:
" 

(#816) Anregung

Hallo,
anbei ein Tip, um schnell auf die letze Seite zu kommen: Einfach dorthin blättern und im Internet Browser dann in die Favoriten nehmen, oder direkt eingeben:
http://www.lehrerfreund.de/in/schule/1s/wieviel-verdienen-lehrer/P800

Irgendwann ist es dann vermutlich P900

(#820) Chris meinte am 28.07.2011, 23:12 dazu:
" 

(#818) Schulmeister

“Die Bekannte von Chris kann sich meiner Meinung nach diese Aktivitäten nur leisten, wenn sie entweder kein volles Deputat hat (das haben nämlich nur die wenigsten Lehrer am Gymnasium, vor allem Frauen haben - auch ohne Familie - zur Wahrung der Lebensqualität häufig reduziert) oder aber keine Beziehung und/oder Familie.”

In der Tat hat die Dame ein volles Deputat, aber abgesehen von ihrem Pferd, keine Familie.

(#821) tintenklecks meinte am 28.07.2011, 23:48 dazu:
" 

Ich halte die Gehaltsdebatte in Bezug auf LehrerInnen für eine Endlosdiskussion, in der man ohne Fakten letztlich auf keinen grünen Zweig kommt.

Klar ist: Die Bezahlung von LehrerInnen nach Stundendeputat ist extrem ungerecht: Es gibt immer LehrerInnen, die aufgrund ihrer Fächerwahl und ihres Engagements extrem eingespannt sind (KorrekturfachlehrerInnen) und solche, die recht entspannt arbeiten können. Sehr arbeitsintensive Phasen wechseln sich mit weniger intensiven ab. Tatsache bleibt: Es hat niemand so richtig einen Überblick darüber, was der Einzelne wirklich leistet. Da gibt es die, die im Verborgenen arbeiten und alles in den Unterricht fließen lassen, andere, die gerade das Minimum machen (hier wären unangemeldete mehrfache Unterrichtsbesuche der Schulleitung angebracht, damit sich Letzteres zum Positiven wendet), dann die Blender und und und.

Wir haben Lehrerarbeitszeitmodelle, die die Arbeit besser abbilden als das Deputatsmodell. Wenn Lehrerarbeitszeit besser, d.h. nachvollziehbar, dargestellt wird und die oft erheblichen Ungerechtigkeiten ausgeglichen werden können, würde in der Öffentlichkeit auch mehr Respekt für den Lehrberuf entstehen.

Gerade durch die vielen Grauzonen bei der Lehrerarbeitszeit, die ohne Zweifel existieren, entsteht das Bild vom faulen Lehrer, das für die meisten nicht zutrifft. 

Die SchulpolitikerInnen machen ihre Hausaufgaben nicht! Setzen, mangelhaft!

(#822) Der Lehrerfreund meinte am 29.07.2011, 0:12 dazu:
" 

Vorübergehend gibt es keine Aufteilung in Seiten mehr, alle Kommentare werden jetzt auf dieser Seite dargestellt. Die Seite lädt etwas länger und die Abnutzung des Scrollrads wird etwas erhöht.

(#823) unterrichter meinte am 02.08.2011, 13:09 dazu:
" 

... wenn also die meisten Kollegen in der Obersufe eingesetzt sind, bedeutet das aber auch, dass ab der letzten Schulstunde vor dem Abi eine nicht unwesentliche Anzahl an Deputs-Stunden plötzlich frei ist. Bei mir selbst war das (vor vielen Jahren) ab Mitte April der Fall.

Und was machen denn die Lehrer der anderen Schularten (außer Gymnasium) in den Ferien? Die haben keine Oberstufe mit anstehendem Abi, also dann wohl auch nichts bis wenig zu tun?

Ich haben manchmal den Eindruck, es wird mit Gewalt von einigen Lehrern versucht, die Tatsache, dass es viel Ferienzeiten gibt, runterzuspielen und massig Arbeit vorzugeben. Vor allen Dingen bei den Sommerferien glaube ich das nie und nimmer!

(#824) Mister M. meinte am 02.08.2011, 15:40 dazu:
" 

Abitur-Korrektur für EINE Lerngruppe: 60-80 Stunden Zusatzarbeit neben dem gewöhnlichen Pensum = 2 bis 4 Stunden pro Abitur-Arbeit (Schreibzeit der Schüler = 300 Minuten, Bemerkungen, Gutachten schreiben, Besprechung mit Zweitkorrektor).

Nein, man wird nicht “freigestellt” für die Abitur-Korrektur, das macht man so “nebenbei” (abends, nachts, am Wochenende), dann wenn @Unterrichter (Fahrschule?) im Internet surftt, schläft oder in der Sonne liegt.

Betrachten wir die Sommerferien daher als “Freizeitausgleich”, Geld gibt’s schließlich keins für Überstunden im schulischen Bereich.

Ansonsten—> Dieter Nuhr.

(#825) Schulmeister meinte am 02.08.2011, 15:49 dazu:
" 

Die Stunden fallen nur bis zu den mündl. Prüfungen weg (und natürlich nur der Abiturjahrgang, man ist aber normalerweise in beiden Jahren der Kursstufe eingesetzt), die ja auch intensiv vorbereitet werden müssen, danach gibt es Minusstunden.

(#826) unterrichter meinte am 03.08.2011, 14:27 dazu:
" 

Lieber Mister M., den Kommentar mit “Fahrschule?” können Sie sich getrost sparen, das zeugt nun wirklich nicht von hohem Niveau!

Aber nun zum inhaltlichen:
“Abitur-Korrektur für EINE Lerngruppe: 60-80 Stunden Zusatzarbeit neben dem gewöhnlichen Pensum…”. Mag sein, aber wenn der Lehrer die Abi-Klasse ab April nicht mehr unterrichtet, stehen doch dafür ca. 5 Stunden x 3 Monate (Mai, Juni, Juli) als Minusstunden auf dem Konto. Während dieser Zeit kann man ja perfekt die Abiklausuren korrigieren, ohne dass dadurch Mehrarbeit entsteht. Aus Unterricht wird einfach Korrekturzeit. Und wenn man auch noch einrechnet, wie viel Vor- und Nachbereitungszeit man sich zusätzlich neben den reinen 5 Unterrichtsstunden pro Woche spart, dann hat man ja sogar noch Gewinn gemacht, oder?

(#827) Mister M. meinte am 03.08.2011, 22:30 dazu:
" 

@Unterrichter:
Nein, da macht man keinen Gewinn.

3 Monate = 12 Wochen. Ein Kurs hat 4 Wochenstunden (nicht 5), d.h. 48 Unterrichtsstunden fallen weg. Sagen wir mit Unterrichtsvor- und Nachbereitung sind das 48 Zeitsstunden. Man kann davon ausgehen, dass man in einem Drittel der Stunden für Vertretungen eingesetzt wird (sind ja “Minusstunden”). Die müssen natürlich auch vorbereitet werden. Bleiben also nur 32 Stunden, die wegfallen. Bleibt bei 60-80 Stunden Korrekturzeit (genauer Wert hängt natürlich vom Fach ab) immer noch eine komplette Woche Zusatzarbeit.

Und nebenbei: Man hat keine drei Monate Zeit, die Abiturarbeiten zu korrigieren. Je nach Abiturtermin muss das in 3-4 Wochen erledigt werden (der Zweitgutachter braucht im Anschluss ja ebenfalls Zeit, die Korrekturen landen anschließend noch beim Schulleiter und müssen auf jeden Fall vor eventuellen Nachprüfungsterminen fertig sein). D.h. während der Korrekturphase hat man eine effektive Wochenarbeitszeit von 60 Zeitstunden.

(#828) unterrichter meinte am 08.08.2011, 10:03 dazu:
" 

Nun bin ich aber überrascht Mister M.! Sie setzen laut Ihrer Aussage pro Unterrichtsstunde in HOHEN Klassen nur 15 Minuten Vor- und Nachbereitungszeit pro Unterrichtsstunde an?!?
In diesem Forum wird laufend von vielen Lehrern gejammert, dass die Deputatszeit in der Schule ja nur einen kleinen Bruchteil der wirklichen Arbeitszeit ausmacht. Das klingt nun aber ganz anders!
Wenn ich nun mal die auf Ihrer Aussage basiereende reale Wochenarbeitszeit hochrechne:
(ca.) 25 Deputatsstunden x 60 Minuten = (ca.) 25 Stunden Wochenarbeitszeit bei 13 Wochen Jahresurlaub.
Vielen Dank, dieser Hinweis war doch mal wirklich wertvoll und informativ wink

(#829) Mister M. meinte am 08.08.2011, 18:12 dazu:
" 

@Unterrichter:
Auf Dieter Nurh habe ich ja schon hingewiesen. Oder glauben Sie auch, dass die Tagesschau-Sprecher nur 15 Minuten am Tag arbeiten?

25 U-Stunden verteilen sich auf ca. 8 Lerngruppen, je nach Einsatz in Kurz- oder Langfächern. In diesen schreibt man im Jahr 2 bis 5 schriftliche Arbeiten, je nach Fach. Also im Durchschnitt 3,5 Arbeiten. Sind 8*3,5*28 = Arbeiten im Durchschnitt (ca. 28 Schüler pro Lerngruppe). Also knapp 800 Arbeiten, dir pro Schuljahr zu korriegieren sind. Das kann pro Stück 15 Minuten dauern (untere Klassen) oder 1 Stunde (Oberstufe). Sagen wir im Schnitt 30 Minuten pro Arbeit, da man mehr Unter-/Mittelstufe als Oberstufe hat. Sind also 400 Stunden Korrekturzeit pro Schuljahr. Falls jemand nur Sprachen unterrichtet sicherlich deutlich mehr. Bei 40 Schulwochen also 10 Zeitstunden Korrekturzeit pro Unterrichtswoche.

Zudem: Wer 6 Stunden Untericht an einem Tag hat, sitzt ja nicht außerhalb des 45 Minuten-Taktes untätig herum, sondern führt Pausenaufsicht, kopiert Arbeitsblätter, führt padägogische Gespräche mit Kollegen und Schülern usw. 6 Stunden Unterricht inkl. der obligatorischen “unterrichtsfreien” Stunden, die stundenplantechnisch nicht vermeidbar sind und gerne wiederum für Vertretungen oder andere Tätigkeiten verwendet werden (wieder Kopieren, Materialien aufräumen, Besprechungen usw.) führen dazu, dass man ca. 6,5 ZEITstunden tatsächliche Arbeit an der Schule macht.

Berechnen wir einmal ein Zwischenergebnis:
25 U-Stunden / 6 * 6,5 = 27 Zeitstunden an der Schule
25 U-Stunden * 0,25 = 6 Stunden U-Vorbereitung
10 Stunden Korrekturen
Zwischensumme = 43 Zeitstunden pro Unterrichtswoche (bei 40 Unterrichtswochen pro Schuljahr)

DAZU kommen:
Elterntelefonate (vorzugsweise abends), Elternbriefe, Vorbereitung von Schulfahrten: ca. 0,5 Stunden pro Woche = 20 Stunden pro Schuljahr
Gesamtkonferenzen/Fachkonferenzen/pädagogische Konferenzen (insgesamt mind 8 pro Schuljahr, Dauer zwischen 1 und 3 Stunden jeweils) = ca. 16 Stunden pro Schuljahr
Elternabende (2 pro Schuljahr) = 4 Stunden pro Schuljahr
Schulfahrten (nicht jedes Schuljahr, aber im Schnitt sicherlich 2,5 Tage pro Schuljahr, da ca. alle zwei Jahre eine Woche, pro Tag ca. 16 Stunden Arbeitszeit (ohne Schlafenszeit)) = 40 Stunden pro Schuljahr

Nächste Zwischensumme = 80 Zeitstunden, d.h. 2 Zeitstunden pro Unterrichtswoche

Noch nicht berücksichtigt: Fortbildung, Mitarbeit in schulischen Arbeitsgruppen und -gremien, die bereits diskutierten Abiturkorrekturen (=1 komplette Woche Zusatzarbeit), die Korrektur zentraler schriftliche Prüfungen in der Mittetstufe außerhalb der normalen schriftlichen Arbeiten, mündliche Abiturprüfungen:, Zensurenfindung.
Pauschal angesetzt mit 80 Zeitstunden pro Schuljahr (kann weniger aber auch deutlich mehr sein) = 2 Zeitstunden pro Unterrichtswoche

Summe: 47 Zeitstunden pro Unterrichtswoche. Umgerechnet auf 30 Tage Urlaub (inkl. gesetzlicher Feiertage) bei 40 Unterrichtswochen:
47 *40 / 46 = knapp 41 Zeitstunden pro “normaler” Arbeitnehmer-Woche

Wer zwei sprachliche Fächer hat, korrigiert DEUTLICH mehr, wer Sport und Kunst hat deutlich weniger. Aber als Mittelwert ist obige Rechnung realistisch.

(#830) unterrichter meinte am 09.08.2011, 10:55 dazu:
" 

Eine gute Aufstellung - danke für die Mühe. Das bringt doch ein wenig Licht in die Arbeitswelt eines Lehrers.
Aber noch offene Fragen von meiner Seite sind: wenn man die reinen Unterrichtswochen zählt bleiben doch viele Wochen unterrichtsfrei: 13 Wochen Ferien + 3 Juliwochen nach Notenschluss + die erste Woche nach den Sommerferien als “Start” + die Unterrichts-Stunden, die durch Klassenfahrten, Sportfeste, Projekte, Hitze-/Schneefrei ausfallen bzw. die letzten Stunden vor vielen Ferien, die “legerer” gestaltet werden und weder große Vorbereitung und gar keine Nachbereitung erfordern.
SUMME: 52 - (ca.) 20 = 32 “reguläre” Schulwochen pro Jahr. Da fällt doch jede Menge Zeit an, die relativ frei gestaltet werden kann und sicherlich niemanden wirklich “überfordert”. Das muss man doch gegenrechnen und damit fällt dann die Quote der realen Arbeitszeit pro Woche doch wieder deutlich anders aus.
Weiterhin denke ich: ja, Korrekturzeit bleibt Korrekturzeit, aber die Unterrichtsvorbereitung nimmt doch mit der Erfahrung an Dienstjahren deutlich ab. Sicherlich muss man die ein oder andere Stunde neu vorbereiten (was klar Zeit kostet), aber viele Stunden hat man doch im Ordner, die außer der Kopie von Arbeitsblättern (Zeitaufwand 5 Minuten) keine weitere Vor- und Nachbereitung erfordern.

Da ich an einem ernstgemeinten Austausch interessiert bin, freue ich mich auf eine Einschätzung bzw. Aufklärung diesbezüglich.

(#831) Mister M. meinte am 09.08.2011, 18:16 dazu:
" 

@Unterrichter:
Es sind ca. 40 reguläre Schulwochen im Jahr, nicht 32. Bei der heutigen Verdichtung der Leistungsanforderungen an die Schüler (Stichwort “8-jähriges Gymnasium” bei praktisch unveränderten Inhalten) gibt es keinen großen “Leerlauf”, bis auf vielleicht die letzten 2-3 Tage vor den Sommerferien. Und dies wird sicherlich für alle Gymnasien so gelten.
Und dank andauernder “Reformitis” der Bildungsministerien ändern sich auch andauernd die Lehrpläne / Curricula und Schulbücher: Inhalte fallen weg, dafür kommen andere dazu. Da man nicht jedes Jahr dieselben Fächer in denselben Klassenstufen unterrichtet, kann man davon ausgehen, dass sich beim nächsten Einsatz irgendetwas Grundlegendes geändert hat. Zudem ändern sich gerade in der Oberstufe aufgrund des Zentralabiturs immer wieder die Schwerpunkte, da man ja nicht diesselben Abituraufgaben zwei- oder mehrmals stellen will.
Und wenn irgendeine Klasse, die man unterrichtet, eine Schulfahrt macht, dann fallen punktuell einzelne Stunden weg. Diese produzieren aber in der Regel “Lücken” im Tagesplan, in denen man wiederum oft für Vertretungen eingesetzt wird. Über diese “Minusstunden” (wenn es keinen Vertretungseinsatz gibt) führen die Schulen aber Buch, so dass man bei der nächsten Gelegenheit vorzugsweise für Vertretungen eingesetzt wird. Und diese kommen mit Sicherheit, da die Schulen keine “Reserven” für Krankheitsvertretungen haben, d.h. was an einer Schule wegen Krankheit ausfältt, arbeiten andere Kollegen (bis auf Randstunden) in der Regel mehr.
Glauben Sie es mir einfach: Lehrer sein ist ein Fulltime-Job und wir arbeiten sicherlich nicht weniger als in anderen Bereichen der Gesellschaft. Man “sieht” es nur nicht immer.

(#832) lehrerin meinte am 29.12.2011, 21:32 dazu:
" 

Allen, die ständig nörgeln, wir Lehrer wären faul und würden viel zu viel verdienen, möchte ich dringend empfehlen, selbst Lehrer zu werden. (Wenn der Job so toll und sogar überbezahlt ist - warum wirst DU dann nicht Lehrer???)

(#833) T.W. meinte am 13.01.2012, 0:19 dazu:
" 

Ich stehe auch gerade vor der Entscheidung Lehrer zu werden und bin hierauf durch Zufall gestoßen. Eigentlich wollte ich mich nur informieren, wie das Gehalt als Lehrer sein wird.
Allerdings finde ich es traurig, wie einige über ihren Beruf sprechen. Bei manchen Kommentaren musste ich daran denken, dass diese Leute vielleicht doch besser einen anderen Beruf hätten anstreben sollen.
Immerhin gibt es hier einige, die viel über ihre Tätigkeit als Lehrer jammern.

Ich bin der Meinung, dass jeder Mensch Recht darauf hat, das zu tun, was er für sich am Besten hält. Und wenn sich ein Außenstehender über das anscheinend “zu hohe” Gehalt beschwert, dann frage ich mich, warum er den Beruf des Lehrers nicht ergriffen hat. Und gerichtet an die Lehrer, die hier im Forum über ihren Beruf jammern: Warum seid ihr dann noch länger in diesem Beruf tätig bzw. wieso habt ihr ihn überhaupt erst ergriffen? Immerhin konnte man auch schon vor dem Studium wissen, was auf einen nach der Ausbildung zukommt! (Zumindest, wenn man sich ausreichend informiert hat und was man eigentlich auch hätte tun sollen). Das mache ich ja genauso. Ich konfrontiere mich momentan mit allen möglichen Themen und Szenarien rund um den Lehrerberuf, die mich erwarten könnten!

Dazu kann ich als Fazit nur sagen:
“Jeder ist sein eigenen Glückes Schmied.”

(#834) Schülerfreund meinte am 13.01.2012, 19:15 dazu:
" 

@T.W.

Wäre es nicht so unausgegoren, wäre es eine Unverschämtheit.
Wir Lehrer erdreisten uns, Bashing nicht unkommentiert hinzunehmen und werden des Jammerns bezichtigt???

Jeder Beruf hat Schattenseiten. Die nicht benennen zu dürfen, erst recht dann nicht, wenn man sich auch noch vorhalten muss, man würde zu viel verdienen, ist bodenlos. Dazu fällt mir nichts mehr ein.
Und selbst wenn…
Sich auszujammern ist absolut hilfreich für die Seelenhygiene. Es schafft Ausgewogenheit und kann dazu beitragen, dass die Balance wieder hergestellt wird.
Nur, wer eine unangenehme (bis schwer zu ertragene) Situation auch “bejammern” darf, kann auf Dauer damit zurecht kommen.
So machen das Vertreter ALLER anderen Berufe auch, dann dürfen wir Lehrer das auch, klar?! Ob dir das nun gefällt oder nicht. Es zwingt dich ja niemand, es zu lesen.

P.S. Wenn jeder, der über seinen Beruf (mal mehr, mal weniger) jammert, ihn aufgeben würde, gäbe es keine Berufstätigen mehr. Ich kenne niemanden, der mehr oder wenig häufig nicht mal ausgiebig jammert. Kaum einer davon ist Lehrer.

Gerade jemand, der noch gar keinen Beruf hat, sollte mal die Füße ein bisschen stiller halten und nicht den Besserwisser raushängen lassen, bevor er es nicht wirklich beurteilen kann.

Und es reicht mir langsam, wenn jeder der sich berufen fühlt, meint er täte einen Dienst an der Gesellschaft, indem er sich auch mal auf das hohe Ross setzt und die Lehrer als heulende Weicheier darstellt.
T.W. mach es erst mal selber und melde dich wieder, wenn du mal zwei Jahre in dem Beruf wirklich gearbeitet hast.

(#835) Schulmeister meinte am 14.01.2012, 0:28 dazu:
" 

@ Schülerfreund

Wahre Worte!

@TW

Ohne Worte…

(#836) Mister M. meinte am 14.01.2012, 13:33 dazu:
" 

@T.W.:
Wieso beschweren sich Krankenhaus-Ärzte über ihre miesen Arbeitszeiten und erdreisten sich dann noch zu streiken? Das weiß man doch, bevor man Arzt wird!
Wieso wollen die Lokführer andauernd mehr Geld? Den Verdienst kennt man doch, bevor man Lokführer wird!
Wieso protestieren RWE-Beschäftigte gegen den Verlust ihrer Arbeitsplätze aufgrund des Atomausstiegs? Hätte man doch ahnen können, bevor man in einer Atombude anheuert.
...
Komisch, dass das Grundgesetz überhaupt Koalitionsfreiheit und Streikrecht (letzteres nicht für die verbeamteten Lehrer wohlgemerkt!) zulässt. Weiß man doch alles vorher, worauf man sich einlässt…

(#837) Lucy in the sky meinte am 14.01.2012, 20:22 dazu:
" 

@ Unterrichter
Ich bin Lehrerin an einer Realschule und unterrichte Mathematik, Englisch und Katholische Religionslehre. Pro Halbjahr schreibe ich 15 Klassenarbeiten, da ich 5 Korrekturfächer habe. Das bedeutet, dass man auch in den Ferien nicht auf der faulen Haut sitzen kann.(Ausnahme:Sommerferien). In den Weihnachtsferien mussten 5 Klassenarbeiten korrigiert werden. In den Herbstferien und Osterferien sah es ähnlich aus. Es gibt Kollegen die 7 Korrekturen haben, sprich 21 Klassenarbeiten pro Halbjahr schreiben.
Nebenbei müssen diverse Aufgaben organisiert werden. Es stehen Fachkonferenzen, Lehrerkonferenzen etc. an. Klassenfahrten, Projekte, Fortbildungen, Berufswahlorientierung werden geplant und ausgearbeitet. Zudem stehen Woche für Woche Gespräche und Treffen mit Schülern und Eltern an, die leichte bis schwerwiegende Probleme haben (Lernschwierigkeiten,Trauma, Misshandlung,Suizid eines Elternteils,...) . Das bedeutet, dass man zusätzlich auch mit Psychologen, Sozialpäadogen und Jugendamt stark kooperiert, um den Schülern und Schülerinnen eine gute Bildung zu gewährleisten.

Sicherlich gibt es Lehrer und Lehrerinnen, die ihren Beruf nicht angemessen ausführen. ‘Schwarze Schafe’ gibt es jedoch in allen Berufsfeldern!

Deswegen auch mein Ratschlag @ Unterrichter: Machen Sie zuerst eine Erfahrung in diesem Beruf und urteilen sie erst dann!

Ich liebe meinen Job und halte die Besoldung für meine Arbeit angemessen.

Einer Abschaffung des Besoldungstums stimme ich zu, da es nicht tragbar ist, für ein und dieselbe Arbeit unterschiedliches Geld zu erhalten.

P.S.: Mich würde gerne interessieren in welchem Berufsfeld Sie arbeiten und wie ihr Arbeitstag/jahr aussieht. Vielleicht hätten Sie einfach Lehrer werden müssen.

 

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