Kräfte am Fahrrad

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Der Autor

Hermann MetzIch bin Hermann Metz. Als Ma­schinen­bau-Ingenieur (FH) arbeitete ich von 1977 bis 2005 als Fach­lehrer an der Gewerbe­schule Brei­sach, wo ich alle gängigen Fächer der Land- und Baumaschinen­technik und der Kraft­fahrzeug­technik unterrich­tete. Dabei hatte ich mit Fach- und Meister­schülern zu tun. Aus meiner Lehr­erfahrung habe ich hier Vorlagen für den Technik­unterricht zusammen­gestellt. Sie finden darin methodische und didaktische Anregungen, Folien, Arbeits­blätter usw.

Kann man Ketten auch schieben?

Ob es eine Fahrradkette ist, ob eine Kran-Kette oder eine Bagger-Laufwerkskette: Stets hat die altbekannte Kette nur Zugkräfte übertragen. Das hat sich geändert: Inzwischen gibt es die »Schubkette«, die sich zu einem zunehmend wichtigen Maschinenelement entwickelt.

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Eingetragen am 28.12.2011, 08:13 Uhr in Naturwissenschaft und Technik | Technik des Alltags | Technologie | Kräfte, Drehmomente |

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Die Schubkette 

Weit verbreitet sind Ketten in zwei Bauformen:
- Für das Heben oder zum Fixieren hergestellte Ketten, wie etwa Schiffsketten. Sie bestehen aus ovalen Ringen und sind in zwei Richtungen flexibel. 
- Ketten für die präzise Kraftübertragung in Maschinen, wie etwa Getriebeketten, haben gelenkig verbundene Kettenglieder, die oft von einem verzahnten Kettenrad angetrieben werden. 
Ob es eine Kette zum Abschleppen eines Fahrzeugs ist, ob es eine Rollen- oder Fahrradkette ist, ob eine Krankette oder eine Bagger-Laufwerkskette: Stets hat die altbekannte Kette nur Zugkräfte übertragen. Das hat sich geändert: Inzwischen gibt es die »Schubkette«, die sich zu einem zunehmend wichtigen Maschinenelement entwickelt. Unsere Nachforschung ergab, dass sie um 1970 erfunden und zum Patent angemeldet wurde. Immer wieder wurde sie verbessert und noch 2005 wurden neue Patente angemeldet. 

Bild oben: Ringkette, Rollenketten  (Bild Wiki) 

Schubkette 

Wie ist die Schubkette aufgebaut? 

Die Schemazeichnung zeigt es: Die Schubkette ist eine in der Länge veränderbare Stütze, die aus einzelnen, umlenkbaren Ketten- bzw. Schubsegmenten besteht; sie sitzen bei Belastung wie Bauklötze aufeinander. Man kann sie mit der Wirbelsäule vergleichen, deren einzelne Wirbel durch Sehnen und Muskeln zusammengehalten werden. Die Glieder der Schubkette werden durch seitliche Laschen und Bolzen zusammengehalten.
Sobald der Kettenmast - so bezeichnet man eine senkrecht arbeitende und belastete Kette - aufgerichtet ist, setzen sich die einzelnen Stützsegmente zu einer durchgehenden Säule und damit zu einer Art Doppel-T-Träger zusammen. Dieser nimmt die Drucklast sicher auf. Die Kraftübertragung erfolgt von einem Segment zum nächsten über große Auflageflächen. Die Druckkraft wird über diese Auflageflächen und nicht über die einzelnen Laschen und Bolzen geleitet. Die Bolzen werden nicht auf Scherung beansprucht und die Laschenbohrungen nicht verschlissen. So arbeiten Schubketten im Druckbereich weitgehend wartungs- und verschleißfrei.

Wie viele herkömmliche Ketten auch, wird die Schubkette von einem Kettenrad angetrieben. Um zu vermeiden, dass die Kette unter der Last seitlich ausweicht, also knickt, wird ein stabilisierendes Kopfglied verwendet. In delikaten Fällen werden auch Kettenführungen eingesetzt. Schubketten finden andererseits wegen der möglichen Umlenkung in beengten Bauräumen Platz.

Die Schubkette ist in vielen Fällen eine brauchbare Alternative zu Zahnstangen, Winden, Hydraulik- und Pneumatikzylindern usw. Sie bietet sich besonders dann an, wenn wegen Platzmangel andere Lösungen Probleme bereiten.

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