Bagger: Oberwagen und Unterwagen (Kettenbagger)

Unterwagen mit Kette, Drehdurchführung, Oberwagen mit Arbeitsausrüstung. mehr ...

Lösung zur Aufgabe Getriebeglocke

Aufgabe: Eine fehlerhafte Zeichnung soll verbessert werden. mehr ...

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Der Autor

Hermann MetzIch bin Hermann Metz. Als Ma­schinen­bau-Ingenieur (FH) arbeitete ich von 1977 bis 2005 als Fach­lehrer an der Gewerbe­schule Brei­sach, wo ich alle gängigen Fächer der Land- und Baumaschinen­technik und der Kraft­fahrzeug­technik unterrich­tete. Dabei hatte ich mit Fach- und Meister­schülern zu tun. Aus meiner Lehr­erfahrung habe ich hier Vorlagen für den Technik­unterricht zusammen­gestellt. Sie finden darin methodische und didaktische Anregungen, Folien, Arbeits­blätter usw.

Reibung (2): Haftreibung, Gleitreibung, Rollreibung

Die Reibung ist ein in der Mechanik durchgängig anzutreffendes Phänomen. Die Reibung wirkt zwischen Gleitflächen in Lagern, Kupplungen, Führungen, Gewinden usw.

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Eingetragen am 14.03.2011, 11:56 Uhr in Technologie | Technische Mathematik | Reibung | Wirkungsgrad |

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Reibung

Wie im Beitrag »Reibung (1): Grundlagen« erläutert, ist die Reibung ein in der Mechanik häufig anzutreffendes Phänomen; sie wirkt zwischen Gleitflächen in Lagern, Kupplungen, Führungen, Gewinden usw. Man unterscheidet Haft-, Gleit- und Rollreibung. Wie man bei der Vermittlung des mathematischen Hintergrunds der Reibung im Unterricht vorgehen kann, zeigt der erwähnte Beitrag ebenfalls.

Haftreibung, Gleitreibung

Haftreibung liegt vor, wenn zwischen den Gleitflächen - wie z. B. bei einer Kupplung - keine Bewegung stattfindet. Gleitreibung tritt zwischen Teilen auf, die sich gegeneinander bewegen, z. B. bei Gleitlagern zwischen Lagerzapfen und Lagerschale.
Die Haftreibungskraft ist größer als die Gleitreibungskraft. Die Reibungskraft FR wirkt gegen die Bewegungsrichtung (Bild). Sie hängt ab von
- der Belastung der Gleitfläche durch die Normalkraft FN,
- der Oberflächenqualität, der Werkstoffpaarung und dem Schmierzustand. Die genannten Größen sind zusammengefasst in der Reibungszahl μ (griech. mü).

Reibungsmessung mit Kraftmesser

Rechenbeispiel 1:
Die federbelastete Druckplatte und die Schwungscheibe drücken mit FN = 180 daN auf die Reibbeläge. (Die von der Schwungscheibe ausgeübte Kraft ist nicht als eigenständige Kraft zu betrachten; sie ist die Reaktion auf die von rechts wirkende Druckplattenkraft). Der mittlere Reibdurchmesser ist 200 mm. Wie groß sind

a) die Reibungskraft FR bei einer Reibungszahl μ = 0,45,
b) das auf die Getriebewelle übertragene Drehmoment M?

Kfz-Schaltkupplung. Der Kraftfluss zwischen Motor und Getriebe 
wird durch Reibung aufrecht erhalten

Lösungen

a) FR = μ • FN = 0,45 • 1800 N = 810 N

b) M = 2 • MR (zwei Reibflächen)
M = 2 • FR • r = 2 • 810 N • 100 mm = 162 000 N • mm = 162 Nm

Rechenbeispiel 2: 
Fräsmaschinenschlitten. Das Schlittengewicht FG (= FN) = 360 daN verteilt sich ungleichmäßig auf die beiden Gleitbahnen. Die Reibzahl wird mit 0,25 angegeben. 

Maschinenschlitten und Bett

Zu berechnen sind
a) die Bahnkräfte FA und FB
b) die Reibungskraft FR, die der Verschiebekraft des Schlittens entgegen wirkt.

 

Lösung:   

a) Anwendung des Hebelgesetzes, Drehpunkt in B.

FA • 300 mm = FG • 240 mm

FA = 288 daN   –> FB = 72 daN

b) FR = FN • μ = 360 daN • 0,25 = 90 daN

Rollreibung

Die Rollkraft F überwindet die elastischen Verformungen zwischen einem rollenden Rad und seiner Unterlage. Dabei drückt sich das Rad etwas in die Unterlage ein und muss beim Rollen fortwährend über die Kante D gekippt werden (Bild; die Eindrücktiefe ist übertrieben groß dargestellt).

Aus der Momenten-Gleichgewichtsbedingung um den Punkt D erhält man

F • a = FN • f

 

Rollreibung: Rad mit Kräften und Abmessungen

Weil der Kippabstand a und der Radius r annähernd gleich groß sind, kann man schreiben:

Rollkraft F = FN • f / r

F hängt also ab von der Normalkraft FN, der Rollreibungszahl f und dem Radius r der Rolle. Je größer der Rollendurchmesser d (= 2 r), desto kleiner die  die Rollkraft F. Bei ungleicher Lastverteilung und mehreren Rollen, zum Beispiel bei Wälzlagern, wird anstelle der Rollreibungszahl f die Reibungszahl μ ermittelt. Die Reibungskraft FR  berechnet man aus
FR = μ • FN.

Beispiel:
Das Laufrad eines Schienenfahrzeugs hat einen Durchmesser d = 280 mm und wird mit FN = 38 kN belastet.
Wie groß ist die Rollkraft F bei einer Rollreibungszahl f = 0,5 mm?

Lösung:   

F =  FN • f / r = 38 000 N • 0,5 mm : 140 mm

F = 136 N

______________________________________________________

Seilreibung

Seilreibung_880.png

Die Reibung von über Rollen laufenden Seilen ist ein spezielles und (mathematisch) anspruchsvolles Kapitel, das wir hier nur kurz streifen wollen.
Seilreibung liegt vor, wenn um eine gegen Drehung gesicherte Scheibe ein vollkommen biegsames Zugmittel gelegt ist. Wegen der Reibung zwischen Zugmittel und Scheibe wird die Spannkraft F2 am ziehenden (ablaufenden) Trum größer als die Spannkraft F1 am gezogenen (auflaufenden) Trum:
F2  = F1 • eμα

e ist die Basis des natürlichen Logarithmus (e = 2,718…)

μ = Reibzahl zwischen Zugmittel und Scheibe;
α = 2 • π  • α°/360° = α°/57,3° = Umschlingungswinkel im Bogenmaß.

__________ 

Diesem Beitrag folgen weitere Übungen zur Vertiefung.

__________

Siehe auch Reibung (1)
 

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