Gerichtsurteil: Elftklässlerin darf theoretisch (!) alte Rechtschreibung benutzen 18.10.2005, 22:08

Das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht hat einer Schülerin vorläufig Recht gegeben, die nach der alten Rechtschreibung unterrichtet und bewertet werden will. Aber benutzen darf sie sie nur theoretisch.

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Josephine Ahrens ist 16 Jahre alt und geht in Oldenburg aufs Gymnasium. Seit 1998, als sie sich in einem Diktat ungerecht behandelt fühlte, klagt sie zusammen mit ihren Eltern manisch gegen die neue Rechtschreibung.

Ihr halbes Leben kämpft die Schülerin aus der Nähe von Oldenburg nun schon dafür, nach den bewährten Rechtschreibregeln unterrichtet zu werden. Den Überblick über die juristischen Schritte, die sie mit ihren Eltern seit 1998 gegangen ist, hat sie im Laufe der Zeit selbst verloren.

faz.net

Am 13. September 2005 konnte die streitlustige Maid endlich einen kurzen Erfolg verbuchen: Das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht in Lüneburg urteilte, dass die Schülerin weiterhin die alte Rechtschreibung benutzen kann, ohne dass ihr dabei “gravierende schulische Nachteile” entstehen dürfen.

Das bedeutet nicht, “dass ihre alten Schreibweisen nicht als falsch gewertet werden dürfen.” (wie spiegel online und andere fälschlicherweise berichteten). Vielmehr wurde lediglich der Berufung der Schülerin stattgegeben (siehe z.B. aerztezeitung.de).

Dem Anspruch der Schülerin, in alter Rechtschreibung schreiben zu dürfen und in ihr unterrichtet zu werden, wird also grundsätzlich stattgegeben, ohne dass das (vorerst?) für den schulischen Alltag konkrete Auswirkungen hat.

Obwohl die Richter “sehr viel Sympathie” ((aerztezeitung.de) für die alte Rechtschreibung empfinden, wird die Kombattantin letzten Endes wohl abblitzen:

Insgesamt ist danach davon auszugehen, dass die Antragstellerin durch die von ihr bevorzugte (richtige) Schreibweise und Zeichensetzung so wenig beeinträchtigt wird, dass der dieses verhindernde Erlass einer einstweiligen Anordnung entbehrlich erscheint. Ihr diesbezüglicher Antrag ist deshalb abzulehnen.

Gerichtsurteil des OVG Lüneburg

Besonders niederträchtig lesen sich die Begründungen von Josephine A., wieso sie gerne alt rechtschreiben möchte:

Die Schülerin hatte argumentiert, die Beanstandung der alten Schreibweise diskriminiere sie und stufe sie auf den Status einer Grundschülerin zurück. Außerdem würden schlechtere Schüler durch eine Vereinfachung der Rechtschreibung bevorzugt.

telepolis.de

Dazu fällt einem ja gar nichts mehr ein.


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