Lehrerfreund-Newsletter vom 06.12.2015 06.12.2015, 19:25

Lehrerfreund-Newsletter vom 06.12.2015 mit diesen Themen: Korrekturumfrage, Arbeitsblätter Deutsch (rhetorische Mittel, Sturm und Drang), Korrekturstrategie, Werther als SMS, Fragen und Antworten, Internet als Teil unseres Gehirns.

Kind liest im Lehrerfreund-Buch
Bild: pixabay/Unsplash
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Sehr geehrte Damen und Herren,

wir führen gerade eine Umfrage zum Thema »Korrigieren« durch - falls Sie noch nicht teilgenommen haben, tun Sie es doch kurz. Es dauert keine 4 Minuten. Und Sie als Newsletter-Abonnent/innen sind die wichtigsten Teilnehmer/innen!

Unter allen Teilnehmer/innen verlosen wir eine Lehrertasche im Wert von 159,- und 10 Korrekturstifte.

zur Korrekturumfrage


Inhalt

  1. Geschenkideen für Lehrer/innen
    Mehr als 80 Tipps von anderen Lehrerfreund/innen
  2. Deutschunterricht
    a) Rhetorische Mittel

    Übersichtsblatt, einführende Übungen
    b) Goethe: »Willkommen und Abschied«
    Arbeitsblatt zur Vertiefung des Sturm und Drang
  3. Korrekturstrategie
    »Jede Klassenarbeit nur einmal anfassen«
  4. Korrekturumfrage
    Klassenarbeiten vorher sortieren? Mehrere Durchgänge? …
  5. Lehrerfreund vor 10 Jahren
    Wettbewerb: Werther-Brief als SMS - mit 160 Zeichen
  6. Rundschau
    Das Wichtigste aus den Twitter- und Facebook-Kanälen vom Lehrerfreund
  7. Auf Wiedersehen

1) Geschenkideen für Lehrer/innen

Alle Vorschläge und Ideen wurden in den Jahren 2005-2015 vorgeschlagen von Leser/innen des Lehrerfreunds. Erwartungsgemäß überwiegen die Buchtipps, doch auch Wellnessprodukte, Unterrichtshilfsmittelchen, Kleidung, Reisen, Schokolade oder Kaffee usw. finden Berücksichtigung.

Übrigens können Sie auf dieser Seite auch selbst Geschenke für Lehrer/innen vorschlagen.

Geschenkideen für Lehrer/innen


2) Deutschunterricht

2a) Rhetorische Mittel

Die wichtigsten rhetorischen Figuren auf einem Übersichtsblatt in zwei Varianten (einfacher für Sekundarstufe I, umfangreicher für Oberstufe); zu jedem Stilmittel findet sich ein Beispiel + eine kurze Definition. Außerdem einige Aufgaben zur (ersten oder wiederholten) Annäherung an die Thematik und ein Arbeitsblatt, das Funktion und Wirkung der einzelnen rhetorischen Mittel behandelt.
Rhetorische Mittel im Deutschunterricht - Übersichtsblatt, Übungen

2b) Goethe: »Willkommen und Abschied«

Das Gedicht »Willkommen und Abschied« von Goethe ist in zwei verschiedenen Versionen (1771/1785) überliefert. Die Schüler/innen sollen ihre Kenntnisse der Epoche des Sturm und Drang anwenden und feststellen, welche Stellen eher dem »Sturm und Drang« entsprechen. Unterrichtsvorschlag für die Sekundarstufe I und II. Aktualisierung eines Beitrags von 2005.
»Willkommen und Abschied« - Arbeitsblatt


3) Korrekturstrategie: »Jede Klassenarbeit nur einmal anfassen«

Ein zentraler Trick, um die Geschwindigkeit des Korrigierens massiv zu erhöhen: Fassen Sie jede Klassenarbeit nur ein einziges Mal an - keine getrennten Durchgänge nach Aufgaben, nach Sprache vs. Inhalt, wenig direkte Vergleiche einzelner Klausuren usw.

Voraussetzung ist ein steinharter, granularer Erwartungshorizont und eine gesunde Distanz zum Konzept der Notengebung. Dann klappt diese Strategie in 8 von 10 Fällen.
Korrekturstrategie: Jede Klassenarbeit nur einmal anfassen


4) Korrekturumfrage

Wie schlimm ist Korrigieren für Sie? Wie korrigieren Sie? Sortieren Sie Ihre Arbeiten vor dem Korrigieren (alphabetisch, nach Leistungsniveau …)?

Das wollen wir von Ihnen wissen. Das Ausfüllen der Umfrage dauert weniger als 4 Minuten, unter allen Teilnehmer/innen verlosen wir eine Lehrertasche aus Büffelleder im Wert von 159 Euro und 10 bionic-Korrekturstifte.
An der Korrekturumfrage + Verlosung teilnehmen


5) Lehrerfreund vor 10 Jahren: Werther-Briefe als SMS

Am 03.12.2005 berichtete Der Lehrerfreund über einen damals mediendidaktisch fortschrittlichen Wettbewerb: Die Werther-Briefe sollten in SMS übersetzt werden - mit 160 Zeichen.

Definitiv eine gute Idee, die man heute eher mit 140-Zeichen-Twitter-Tweets realisieren würde. Während "damals" völlig bildfreie SMS eine top-aktuelle Technologie darstellten (22,3 Milliarden SMS in Deutschland im Jahr 2005 (Wikipedia)), können wir uns heute kaum mehr daran erinnern.

Warten wir nochmal zehn Jahre, dann werden wir müde über WhatsApp- und Facebook-Projekte lächeln - Schnee von gestern.

Für die jüngeren Kolleg/innen, die damals noch kein Handy hatten, und für die älteren, die das alles schon vergessen haben: Hier beispielhaft ein Nokia 3310, was 2003/2004 als ziemlich modern galt.Nokia 3310


5) Rundschau

Hier die interessantesten Funde aus unseren Facebook- und Twitter-Kanälen:

Erst mal eröffnen wir mit dem Kalauer des Monats von Kerstin Brune (@BruneKerstin):

Ich werde jetzt Rapper und nenne mich "Heftbefehl".

(Für die im modernen Rap nicht so Beschlagenen: Einer der angesagtesten deutschen Ghetto-Rapper nennt sich Haftbefehl. Der erste Hit von Heftbefehl wäre übrigens: »Ich hab Rotstift« - @ancgreek)

Etwas sentimentaler geht es bei dem Referendar zu, der von der Unterrichtsvorbereitung so geprägt ist, dass er beim Laminieren ein Lied singt: Das Laminierlied (YouTube, 2min).

Wer keine Lust auf solcherlei Trivialia hat, der kann sich das 4-minütige (aber leider etwas gehaltlose) Interview mit Ronald Wappke anhören, der letzte Woche mit dem Deutschen Lehrerpreis ausgezeichnet wurde ("Lehrer des Jahres").

Dann fanden wir noch 5 Punkte, die Sie getrost von jeder PowerPoint-Folie streichen können, als da wären Name, Logo, Kontaktdaten, Seitenzahlen usw. Aber das wussten Sie ja schon. Deutlich mehr Aha-Effekte dürften Sie bei 7 einfache Tipps für den Umgang mit PowerPoint vom Lehrerfreund erfahren.

Klassengröße

Die Hattie-Studie ist nicht nur bekannt, sondern hinsichtlich ihrer Aussagekraft auch sehr umstritten. Dort findet sich die Erkenntnis, dass die Klassengröße eine der weniger wichtigen Einflussgrößen für den Lernerfolg ist (Platz 106 von 138 Einflussfaktoren). Entsprechend könnte man sagen: In Klassen mit 45 Schüler/innen lernt es sich gleich gut wie in Klassen mit 25 Schüler/innen. Das ist eine wirklich verwunderliche Erkenntnis.

Dieser Tage geisterte eine Studie von 2014 durch die Sozialen Medien, nach der die Klassengröße eine zentrale Rolle für den Lernerfolg spielt. Zusammenfassung (engl.): Class size matters a lot, research shows. Falls Sie mal Gegenargumente brauchen, wenn jemand Ihnen unter Berufung auf die Hattie-Studie zusätzlich noch die gesamte 7b ins Klassenzimmer reinsetzen will.

Fragen und Antworten

Frage 1: Notenverwaltungsprogramm

Welches Notenverwaltungsprogramm ist denn eigentlich gerade bei Windows-Rechnern State of the Art?

fragt André Hermes (@Medienberater) - und hat bisher kaum Antworten bekommen. Vielleicht ist die lapidare von @frandevol ja schon ausreichend:

Excel *grins*

Fehlt nur noch der Link zum Stichwort Excel beim Lehrerfreund.

Frage 2: Muss ein Klassenbucheintrag angekündigt werden?

Dann fragte wohl ein Schüler auf Twitter den Lehrerfreund:

ist ein Lehrer verpflichtet eine Strafe (Eintrag) anzukündigen ^^

Offensichtlich hatte der gute Mann den Schüler ins Klassenbuch eingetragen, ohne es vorher anzukündigen. Darf der das einfach so? Aber der Lehrerfreund ist eben auch ein Schülerfreund und versuchte sich an einer Antwort:

Ein Klassenbucheintrag ist vielleicht nicht als #Strafe zu werten, sondern als Verwaltungsakt (z.B. ein Ereignis festhalten)

Ein Klassenbucheintrag an sich ist ja erst dann eine Disziplinierungsmaßnahme, wenn das schulintern so vereinbart wurde. Es werden viel zu selten positive Klassenbucheinträge vorgenommen: "Müller hat heute super mitgemacht!" Wer zustimmt, kann hier weiterlesen: Positive Leistungsphilosophie für Lehrer/innen

Frage 3: Externe Schul-Administratoren

Dejan Mihajlović möchte gerne wissen:

Gibt es #Schulen, die keine #Lehrer als Admin haben? (Falls ja, welches Konzept, bzw. wie finanziert ihr das?)

Er bekommt zahlreiche Antworten, darunter kaum befriedigende. Kein Wunder - wird die Administration des Schulnetzes doch meist von Lehrer/innen vorgenommen, die dafür Deputatsnachlass bekommen. Solche Nachlassstunden in Geld umzuwandeln ist nicht so einfach. An beruflichen Schulen gibt es übrigens aufgrund der komplexeren Anforderungen (z.B. häufige Prüfungssituationen, anspruchsvollere Installationen) oft nicht nur mehr Stunden, es können auch externe Techniker bezahlt werden.

Frage 4: Seit wann gibt es das sog. »Facebook-Verbot«?

Eine Schülerin twitterte, dass ihr Lehrer die Noten auf Facebook bekannt gäbe (und sie findet das, wie die Hashtags nahelegen, ausgesprochen optimal):

Is echt cool wenn der Lehrer sagt"schreibt mir per FB & ich sag euch eure Noten" #Allesrichtiggemacht #Bester #Lehrer #Feier #Ihn

Auf die Lehrerfreund-Anmerkung, dass so etwas verboten sein könnte, fragt sie, seit wann es ein solches Verbot gäbe. Antwort: Die "Facebook-Verbote" gibt es ungefähr seit 2013, siehe z.B. hier: Facebook-Verbot in Rheinland-Pfalz (23.10.2013).

Ist das Internet bereits Teil unseres Gehirns?

In der Mediathek von 3sat findet sich eine interessante, sehr kritische Dokumentation (44min) zu den Auswirkungen des exzessiven Medienkonsums, auch auf das Lernen: Digitale Nebenwirkungen. Eine prägnante Zusammenfassung findet man bei medienistik.de, gespickt mit einigen zentralen Aussagen in Form kurzer Videoschnippsel.

In der Doku finden sich einige wirklich (be-)merkenswerte Zitate, zum Beispiel:

»Wenn die Menschen wissen, dass sie etwas bei Google finden, dann ist es weniger wahrscheinlich, dass sie sich diese Sache merken. Denn sie glauben, das Internet wäre ein Teil ihres Gehirns.« (Nicholas Carr)

Zitat: Das Internet ist Teil unseres Gehirns

Passend ergänzt Dejan Mihajlović, dass dann offensichtlich die Smartphones die Synapsen darstellen.

Ein weiteres schönes Zitat in dieser Dokumentation kommt von Manfred "Wir googlen[sic] uns blöd." Spitzer, der wegen seines Konzepts der Digitalen Demenz doch überaus umstritten ist:

»Also ich verteufle überhaupt nichts.«

Das werden ihm überhaupt nicht alle glauben. Vor allem nicht die, die schon vollständig in die Mihajlović'schen Synapsen gemorpht sind. Passend twittert Roland Diedenhofen:

5. Klasse Schülerin heute: Wozu brauchen wir überhaupt #Geografie? Wir haben doch alle Navis.

Oder frei nach ©TOM:

Sohn: Ich muss nicht in die Schule. Alles, was ich wissen muss, steht im Internet.
Vater: Du kannst doch noch nicht mal lesen, Freundchen!
Sohn: Ich habe jemanden gefunden, der mir vorliest, wenn ich ihm den Arm umdrehe.


6. Auf Wiedersehen

Ein pensionsreifer Lehrer aus Chesterfield
Ein Rindvieh für seine Schwester hielt.
    Er sagte ihr leise »Ach du!«
    Und sie blökte zärtlich nur »Muuh«,
Worauf er sie nur umso fester hielt.
                              Wolfgang Riedel aus Lauchringen - danke!

Und seien Sie gewiss: Während der Schnee in weihnachtlicher Nacht leise unter Ihren Füßen knirscht, ist in Gedanken bei Ihnen
Der Lehrerfreund

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