Licht im Nebel

Lehrerfreund-Newsletter vom 10.11.2015 10.11.2015, 19:36

Lehrerfreund-Newsletter vom 10.11.2015 mit diesen Themen: Lehrerarbeitszeit, YouTube ohne Internet, Lobbyismus an Schulen, Korrigieren mit Excel, Zuverlässigkeit von Lehrerbedarfsprognosen, Snapchat, Raspberry Pi und OER.

Buch mit Ahornblatt
Bild: pixabay
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Sehr geehrte Damen und Herren,

zu den zentralen Tricks der Korrekturerleichterung gehört die Verwendung von Excel - egal in welchem Fach. Für eine Deutscharbeit kann das so aussehen:

Excel, Screenshot: Bewertungskritiern für eine Deutscharbeit

Ausführliche Erläuterung mit Beispielen aus dem Fach Deutsch:

»Besser korrigieren mit Excel« lesen 


Inhalt

  1. Lehrerarbeitszeit
    Pflichtstunden/Volldeputat in den einzelnen Bundesländern 2015/2016
  2. YouTube ohne Internet
    Wie Sie YouTube-Videos einfach auf USB-Stick o.ä. speichern
  3. Lobbyismus an Schulen
    Image-Kampagne für Braunkohle schon bei Erstklässlern
  4. Korrekturerleichterung
    Excel als hilfreiches Tool beim Korrigieren
  5. Lehrerbedarfsprognosen
    Prognose 2005: "2015 fehlen 74.000 Lehrer". Und heute?
  6. Rundschau
    Das Wichtigste aus den Twitter- und Facebook-Kanälen vom Lehrerfreund
  7. Auf Wiedersehen

1) Pflichtstunden der Lehrer/innen in den Bundesländern

Die Anzahl der Unterrichtsstunden, die Lehrer/innen jede Woche unterrichten müssen, unterscheidet sich je nach Bundesland - bis zu 6(!) Pflichtstunden trennen Volldeputate. Die KMK veröffentlicht jedes Jahr die Zahlen in der Übersicht - hier die aktuellen für das Schuljahr 2015/2016.
(Aktualisierung eine bestehenden Artikels auf den aktuellen Stand: Schuljahr 2015/2016)

»Pflichtstunden der Lehrer in den Bundesländern « lesen


2) YouTube-Videos im Unterricht nutzen - auch ohne Internetverbindung

Für jedes Unterrichtsfach findet man auf YouTube eine Menge geeigneter, kurzer Filme. Wer im Klassenzimmer keine Internetverbindung hat, der kann die Filme zuhause runterladen und vom USB-Stick aus zeigen - allerdings nur, wenn man die YouTube-AGB als nicht bindend betrachtet (was in vielen Fällen juristisch wohl haltbar ist).
(Überarbeitung/Aktualisierung eine bestehenden Artikels vom 2010)

»YouTube-Videos abspeichern« lesen 


3) Lobbyismus an Schulen, heute: RWE und die Braunkohle

Der Energiekonzern RWE versucht schon in den Kinderköpfen das Konzern-Image positiv zu besetzen - man verschenkt tendenziöse Unterrichtsmaterialien, hübsche Brotdosen und führt Kooperationen und Wettbewerbe in Schulen durch. Unterzeichnen Sie den Appell »Schulverweis für RWE", denn: Lobbyismus hat an Schulen nichts verloren.

»Lobbyismus an Schulen: RWE und die Braunkohle« lesen


4) Korrektur von (Deutsch-)Arbeiten wird mit Excel leichter 

Beim Korrigieren von Klassenarbeiten kann eine gut konfigurierte Excel-Tabelle eine Menge Korrekturarbeit übernehmen - das betrifft auch und besonders das Fach Deutsch, ebenso aber alle anderen Fächer. Sie finden hier eine Anleitung, wie Sie sich durch die Verwendung eines differenzierten Bewertungsrasters die Korrektur von (Deutsch-)Arbeiten erleichtern.

»Korrektur von Klassenarbeiten mit Excel« lesen 


5) Lehrerbedarfsprognosen - 2005 und 2015

Im Jahr 2005 berichtete der Lehrerfreund in einem Artikel Lehrermangel: 2015 fehlen 74.000 Lehrpersonen über den Lehrerbedarf der nächsten 10 Jahre (also bis 2015). Wir zitierten damals den Deutschen Philologenverband ("dramatischster Lehrermangel seit den sechziger Jahren" fürs Schuljahr 2005/2006) und die WELT, die eine Schätzung der Kultusministerkonferenz (KMK) wiedergab, nach der im Jahr 2015 an deutschen Schulen 74.000 Lehrer/innen fehlen würden.

Und heute?

Die KMK veröffentlichte im Juni 2015 ein Dokument Lehrereinstellungsbedarf und -angebot in der Bundesrepublik Deutschland 2014 – 2025 (PDF), in dem auf Seite 4 zu lesen ist:

Deutschlandweit ist bei derzeit 787.100 hauptberuflichen Lehrkräften für den genannten Zeitraum mit einem durchschnittlichen jährlichen Einstellungsbedarf von rund 25.200 Lehrerinnen und Lehrern zu rechnen. Dabei übersteigt in den westdeutschen Ländern das Angebot an Lehrkräften den Lehrerbedarf durchschnittlich über alle Lehramtstypen um etwa 38 %, d.h. jährlich im Durchschnitt um rund 7.400 Personen. In den ostdeutschen Ländern hingegen besteht eine Unterdeckung von durchschnittlich 27 %, d.h. von jährlich rund 1.600 Personen.

Für Deutschland stehen folglich bis zum Jahre 2025 insgesamt betrachtet zwar genügend ausgebildete Lehrkräfte zur Verfügung. Die Differenzierung nach Lehramtstypen und der fachspezifische Bedarf zeigen jedoch, dass das Problem nicht besetzbarer Stellen in allen Ländern zum Teil weiterhin bestehen bleiben wird.

Das bedeutet: Es gibt knapp 5.000 Lehrer/innen zu viel. Das klingt nun mal ganz anders als 74.000 zu wenig.

Insgesamt sehen wir: Zahlen sind erst mal nichts weiter als Zahlen - und bei Prognosen erst recht.


5) Rundschau

Hier die interessantesten Funde aus unseren Facebook- und Twitter-Kanälen:

Björn Nolte (@Noelte030), Seminarleiter am Studienseminar Potsdam, kreierte eine Twitter-Umfrage (Link):

Muss man zum Lehrer geboren sein? Oder kann man das Meiste lernen?

Ergebnis: Von insgesamt 35 Teilnehmer/innen stimmten 40% für "… dazu geboren sein", 60% für "… kann man lernen".


 

Lehrer/innen und Medien

Wenn Sie Bilder brauchen, die Sie ohne weitere Einschränkung verwenden können (z.B. bei Webprojekten), werden Sie hier fündig: 13 Seiten, die absolut kostenlose Bilder für deine Webseite anbieten (gefunden bei Medienpädagogik Praxisblog).

Passend dazu gab es auf Twitter eine interessante Diskussion zur Frage, ob ein kommerzieller Betrieb systematisch #OER-Materialien (also zur Weiterverwendung unter CC-Lizenz gekennzeichnet) verwenden darf, um damit Geld zu verdienen.

Und noch was für die Leute, die Computerräume verwalten: Marek Breuning berichtet auf seinem Blog SKoLNET über eine geldbeutel- und wartungsfreundliche Möglichkeit, Computerräume zu bestücken - nämlich mit Raspberry Pis (SKoLNET 03.10.2015: Computerwartung vereinfachen). Für die durchschnittlichen Anwendungen (Internet, Textverarbeitung …) eignet sich das Konzept durchaus, wenn der Admin einigermaßen fit und willig ist.

Jugendliche und Medien

In den letzten zwei Jahren hat Facebook bei Jugendlichen rasant verloren, während gleichzeitig Kommunikationstools wie WhatsApp und Snapchat massiv an Popularität gewonnen haben:

Die Nutzung von Facebook geht in Schülerkreisen drastisch zurück, vor allem in der Mittel- und Unterstufe. Statt dessen sind WhatsApp und Snapchat auf dem Vormarsch. Der Trend ist offensichtlich: Weg von sperrigen Timelines, hin zu direkter, möglichst unmittelbarer Kommunikation.

Dabei ist zu beobachten, dass die Erwachsenenwelt so langsam Facebook für sich entdeckt. Während immer mehr Kolleg/innen sich bei Facebook tummeln und ihre Urlaubsfotos posten, sind Schüler/innen nur noch sporadisch dort. @joeranDE schlägt deshalb gleich mal vor:

Vielleicht sollten wir noch ein Buch schreiben: "Meine Eltern sind bei Facebook. Tipps für Jugendliche"

Und wahrscheinlich meint er das auch noch ernst.

Die Website (photoworld.com/how-big-is-snapchat/) veranschaulicht, wie viele Bilder auf Snapchat im Vergleich zu WhatsApp, Facebook und Instagram geteilt werden (gefunden in einem Tweet von @konradweber):

Screenshot: Snapchat-Nutzung

 

Kein Wunder. Kaum mehr ein Kind ohne Telefon in der Hosentasche. Lars Reitze (@Herr_Rz) fragte am 10.11.2015 in einer Klasse 5 nach dem Medienbesitz und bekam folgende Antwort: 19 von 21 Schüler/innen besitzen ein Smartphone, 20 von 21 benutzen WhatsApp und alle besitzen (benutzen?) E-Mail.


6. Auf Wiedersehen

(Der Autor rät, den folgenden Limerick mit Schweizer Akzent vorzutragen.)

Ein Schwyzer Sportlehrer aus Pratteln
Wollt' mit seinen Schülern zum Paddeln,
  Sprach:"D'r Rhein ischt doch fein!",
  Doch sie meinten:"Kann sein,
Doch wir bleiben zu Hause und Daddeln!"
                              Axel Fey aus Herne - danke!

So nehmen Sie nun Ihre Laterne und tragen Sie sie hinaus in die weite, wilde Welt. In Gedanken ist immer bei Ihnen:
Der Lehrerfreund

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