GEW klagt an
Lehrermangel zu Schuljahresbeginn: Unterrichtsausfall in Niedersachsen erwartet
Morgen, Donnerstag, 6. August 2009, enden in Niedersachsen die Sommerferien. Die GEW erwartet massiven Unterrichtsausfall an Gymnasien und Gesamtschulen - es gibt zu wenig Lehrer/innen. Die 'G8-Flucht' mildert die Situation etwas.
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Eingetragen am 05.08.2009, 12:47 Uhr in Newsticker |
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An Grundschulen, Förderschulen, Hauptschulen und Realschulen wird laut GEW Niedersachsen eine Unterrichtsversorgung von 98% erreicht; es bleiben keine Kapazitäten für Erkrankungen oder sonstige außerplanmäßigen Unterrichtsausfall.
An Gymnasien und Gesamtschulen wird die Lage entzerrt durch die “Flucht vor dem G8”:
GEW Pressemitteilung ‘Ärger ohne Ende mit dem ‘Maßnahmebündel’: Unterrichtsausfall vorprogrammiert’, 03.08.2009 (Hervorhebung Lehrerfreund)
Dennoch sei werde der Unterrichtsbeginn gerade an Gymnasien “chaotisch”, da die Hälfte der neu eingestellten Lehrer/innen erst im November 2009 zum Dienst antreten würden (wegen der späten Prüfung zum 2. Staatsexamen). Das wirke sich auch auf die Klassengröße aus: “Die Hälfte der Klassen an den Gymnasien werde weiterhin mehr als 31 Schülerinnen und Schüler haben, eine Besserung sei nicht in Sicht ...”.
Solchen organisatorischen Mängeln steht die schlechte Stimmung in Lehrerkollegien und Schulleitungen zur Seite:
Das „Maßnahmenbündel“ reduziert sich nach Ansicht der GEW im Kern auf das Aufstocken der Teilzeitanträge. Insbesondere im Gymnasialbereich hätten Dezernenten enormen Druck auf seine Kolleginnen und Kollegen ausgeübt, berichtet Henner Sauerland. Viele sprächen von „Erpressung“ und empfänden ihre Unterschrift unter die Stundenaufstockung keinesfalls als „einvernehmliche Lösung“. [...]
Der Schuljahresanfang gestaltet sich vor allem an Gymnasien und Gesamtschulen chaotisch. Ein großer Teil der Einstellungen und der Teilzeitgenehmigungen sei erst in den Sommerferien erfolgt. Das habe die Planungsarbeiten enorm verzögert. Die Stimmung in den Schulen sei so schlecht wie lange nicht mehr.
Die Behörden missachten jegliche Richtlinien konstruktiver Personalführung. Allerdings sollte man auch berücksichtigen, dass die GEW Niedersachsen lauter rasselt als erforderlich. Die Unterrichtsversorgung in Niedersachsen ist zwar nicht optimal, aber doch noch in einem erträglichen Rahmen. Die GEW als Bildungsgewerkschaft schreit lieber früher als später - zu Recht. Denn das ist ihre Aufgabe.
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1 Kommentare von Lehrerfreund/innen
Alles kein Problem, denn:
“Tatsächlich können seit der Jahrtausendwende alleine wegen der Finanzierungsprobleme in Deutschland nicht mehr alle frei werdenden Stellen in der Lehre besetzt werden. Aber die meisten Beteiligten anerkennen, daß diese Einschränkung nicht automatisch zu einem Qualitätsverlust oder einer spürbaren Einschränkung der Studienqualität führte. Im Gegenteil, nach einer angemessenen Zeit der Einstellung auf die neuen Möglichkeiten und Methoden wurde überwiegend ein Zugewinn an Lernqualität anerkannt.”
So sagte die FAZ schon 1995 (!) voraus, und daran werden sich die Kultusministerien auch weiter halten.
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