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Das große Würgen

Nächster Schulverpflegungssünder: Thüringen

Nach dem Saarland, Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen wurden jetzt in Thüringer Schulen "erhebliche Mängel" bei den in den Schulen ausgegebenen Mahlzeiten festgestellt.

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Eingetragen am 10.10.2009, 12:18 Uhr in Newsticker |

1 x kommentiert, 57 x gelesen in 2012. Diesen Beitrag kommentieren.

Im Februar 2009 gab die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt bekannt, dass keine der befragten Schulen in Sachsen-Anhalt der Qualitätsüberprüfung bezüglich des ausgegebenen Schulessens standgehalten hätte. Im März 2009 konnte man erfahren, dass im Saarland die Hälfte aller an die Schüler verteilten Mahlzeiten ernährungsphysiologisch unbefriedigend sind. Im September 2009 veröffentlichte Prof. Peinelt eine Studie über das Schulessen in NRW, bei der sich einem der Magen umdreht.

Jetzt hat es das Bundesland Thüringen erwischt. Die Verbraucherzentrale Thüringen, namentlich die von ihr ins Leben gerufene “Vernetzungsstelle Schulverpflegung” hat bei einer Erhebung festgestellt, dass das Essen für die Schüler/innen zu fleischig ist, zu lange warmgehalten wird und insgesamt zu wenig Vitamine enthält:

Nach Angaben der Einrichtung, die von der Verbraucherzentrale getragen wird, gibt es nur “erschreckend” wenig Gemüse und Obst an den Schulen, dafür aber zuviel Fleisch. Zudem werde das Essen oft bis zu drei Stunden warm gehalten, sagte Projektleiterin Alexandra Lienig gestern auf einer Pressekonferenz in Erfurt. Das wirke sich nicht nur negativ auf Aussehen, Konsistenz und Geschmack des Essens aus, sondern auch auf den Gehalt an Nährstoffen.

Thüringer Allgemeine 10.10.2009: Zu viel Wurst in der Pause

Die Thüringer Vernetzungsstelle Schulverpflegung sucht immer noch Projektschulen, die von der Vernetzungsstelle beim Aufbau und der Realisierung eines Schulverpflegungskonzepts unterstützt werden (Verbraucherzentrale Thüringen 08.09.2009: Projektschulen gesucht.

Das deutsche Volk ernährt sich (wie die Völker anderer Industrienationen auch) immer ungesünder, die Kinder werden immer fetter und die Krankenkassen sind pleite. Völlig unverständlich bleibt, wieso die Bildungsministerien der Länder nicht mit harter Hand regulierend eingreifen. Das wäre nicht nur in volkswirtschaftlicher und ethischer Hinsicht äußerst begrüßenswert, sondern würde jeder beteiligten Politiker/in in der Öffentlichkeit Bonuspunkte einbringen. Aber die Kultusminister/innen sind augenblicklich vollauf damit beschäftigt, die strukturell verursachten Mängel des deutschen Schulsystems zu vertuschen. Da bleibt kein Platz für solche unwichtigen Fragen. Wenn die Kinder in 20 Jahren eine Fettabsaugung brauchen, ist das dann eh Sache der Gesundheitsminister.

 

 

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1 Kommentare von Lehrerfreund/innen

(#1) Mister M. meinte am 11.10.2009, 18:22 dazu:
" 

Wenn man die Aussage von Kanzlerin Merkel ernstnimmt, dass die Gesundheitsbranche DER Wachstumsmarkt der Zukunft sein soll, dann ist die geschilderte Qualität bei den Schulessen nur folgerichtig.
Vielleicht würde sich etwas ändern, wenn man “Ernährung” als Krankheit definiert und die Krankenkassen die Finanzierung übernehmen…

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