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Bildungsmonitor 2009: Deutsches Bildungssystem im Aufwind?

Der "Bildungsmonitor" führt seit 2004 alljährlich einen "Leistungscheck" der Bildungssysteme der einzelnen Bundesländer durch. Aufgrund verschiedener Indikatoren (z.B. Bildungsausgaben, Bildungsarmut) wird eine Punktzahl und damit ein Rangplatz ermittelt. Wie auch 2008 schon liegt Sachsen 2009 auf Platz 1. Insgesamt konstatiert man eine deutliche Verbesserung des Bildungssystems in den letzten Jahren. Gemeint ist damit aber eher die wirtschaftliche Effizienz als die Qualität der Bildung.

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Eingetragen am 24.08.2009, 21:42 Uhr in Newsticker |

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Für die Durchführung des Bildungsmonitors zeichnen das Institut der deutschen Wirtschaft Köln und die INSM -Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft verantwortlich. Der Bildungsmonitor misst seit 2004, in welchen Bereichen des Bildungssystems Handlungsbedarf besteht. Dazu werden 13 "Handlungsfelder" analysiert und daraus eine Gesamtwertung ermittelt, die eine Rangliste der einzelnen Bundesländer ergibt. Die 13 Handlungsfelder sind im vollständigen Bericht des Bildungsmonitors 2009 (pdf) auf S. 4-6 nachzulesen, so z.B.

1. Welche Priorität haben die Bildungsausgaben im Budget der Länder?
Handlungsfeld: Ausgabenpriorisierung

2. Wofür werden die Ressourcen im Bildungssystem eingesetzt?
Handlungsfeld: Inputeffizienz

[...]

8. Wie hoch ist der Anteil derjenigen Schüler, für die aufgrund mangelnder Kompetenzen oder fehlender Abschlüsse zu befürchten ist, dass ihnen der Einstieg ins Arbeitsleben und in eine erfolgreiche berufliche Laufbahn misslingt?
Handlungsfeld: Bildungsarmut

Bildungsmonitor 2009 - Vollständiger Bericht (PDF), S. 4f

Das folgende Ranking zeigt, dass sich sämtliche Bundesländer seit 2004 massiv verbessert haben. Berlin liegt zwar auf dem letzten Platz, hätte mit seinem aktuellen Score jedoch 2004 mit Abstand den ersten Platz belegt.

Bildungsmonitor 2009: Rangliste
  2009 2004: Punkte (Rang)
1. Sachsen 79,5 53,1 (3)
2. Thüringen 75,3 49,3 (5)
3. Baden-Württemberg 73,1 57,3 (2)
4. Bayern 68,9 57,5 (1)
5. Niedersachsen 66,4 46,6 (9)
6. Bremen 64,6 41,6 (15)
7. Saarland 64,2 47,1 (8)
8. Rheinland-Pfalz 64,0 45,6 (10)
9. Sachsen-Anhalt 63,2 38,6 (16)
10. Mecklenburg-Vorpommern 62,5 51,2 (12)
11. Hessen 61,5 47,4 (7)
12. Brandenburg 61,3 41,7 (14)
13. Hamburg 61,2 52,0 (4)
14. Schleswig-Holstein 60,9 47,7 (6)
15. Nordrhein-Westfalen 60,5 44,7 (11)
16. Berlin 58,3 42,7 (13)

Die massiven Verbesserungen bezüglich der Punktzahlen sind nicht zwangsläufig als Verbesserung der Bildungsqualität zu interpretieren, da der Bildungsmonitor den Zusammenhang von Wirtschaftsleistung und Bildungssystem fokussiert. Durch die Einrichtung einiger MINT-Professuren beispielsweise konnten sich einige Bundesländer einen Haufen Punkte einheimsen - ohne dass dadurch etwas über die Qualität der Lehre in Schule und Universität ausgesagt wird (vgl. Bildungsmonitor 2009: Bestandsranking, Bereich MINT-Förderung). Ebenso könnte die deutlich gestiegene Quote der Studienberechtigten vielleicht eher etwas über das Anspruchsniveau der entsprechenden Abschlussprüfungen aussagen als über die geistige Potenz der zukünftigen Studierenden.

Als wesentliche Befunde des Bildungsmonitors 2009 werden genannt:

1. Die Voraussetzungen, dass die Bildungssysteme wirtschaftliches Wachstum fördern können, sind noch einmal günstiger geworden. Am eindruckvollsten dokumentiert dies die Bundeshauptstadt Berlin, die mit Rang 16 beim Bildungsmonitor 2009 eine bessere unktzahl erreicht als Bayern im Jahr 2004. Der Freistaat war 2004 Erstplatzierter beim Bildungsmonitor.

2. Die Verbesserung aller Bundesländer bei den bildungsökonomischen Voraussetzungen steht in keinem systematischen Zusammenhang mit ihrer wirtschaftlichen Leistungskraft. Dies bedeutet, dass ärmere Bundesländer keineswegs gegenüber den reicheren bei der Ausgestaltung der Rahmenbedingungen für einen größeren Bildungserfolg, für eine höhere Bildungsqualität und für eine bessere Chancengerechtigkeit zurückfallen.

Bildungsmonitor 2009: Kurzfassung (PDF), S. 3

In jedem Fall ist es den Ländern gelungen, den Anforderungen von Sparpolitik zu genügen und dabei gleichzeitig die erwünschten Quoten zu erbringen. Ob dies als "Rahmenbedingungen für ... eine höhere Bildungsqualität" zu interpretieren ist, sei dahingestellt. Denn tatsächlich steht im Vordergrund der Cash: "Der Haupttreiber der Fortschritte in allen Bundesländern ist der bewußtere Umgang mit Bildungszeit. Gleichzeitig ist auch die Effizienz beim Einsatz von Sachmitteln und Personalressourcen gegenüber dem Bildungsmonitor 2008 deutlich gestiegen." (ebd.)

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