Sie sind hier:
Aktuell // 
Eintrag vom 19.10.2009 * 2456 Views in 2010

Kopfläuse in Schule und Kindergarten: Die 9 wichtigsten Antworten

Foto einer KopflausWie sehen Kopfläuse und ihre Eier aus? Wie lange überleben Läuseeier? Sind Kopfläuse gefährlich? Gibt es in allen Schulen Läuse? Hier finden Sie die Antworten auf die wichtigsten Fragen und eine Übersicht über die Google-Suche nach 'Kopfläuse' im Jahresverlauf.

Vor allem im Herbst treten Kopfläuse bei Kindern (v.a. im Kindergarten und Grundschule) verstärkt auf - ein Blick auf Google Trends lässt keinen Zweifel daran zu. Im folgenden Bild ist dargestellt, wie oft mit der Suchmaschine Google in den letzten Jahren nach dem Begriff “Kopfläuse” gesucht wurde. Demnach liegt der Höhepunkt der Läusesuche im Oktober, kurz nach Beginn von Schule oder Kindergarten.

Screenshot der Google-Trends-Suche nach 'Kopfläuse'

1. Wie sollen Lehrer/innen auf Befall durch Kopfläuse reagieren?

An fast jeder Schule lässt sich (über die Schulleitung, das Sekretariat oder die Gesundheitsstation) ein Merkblatt für Eltern auftreiben. Solche Merkblätter erhalten Hinweise zur Früherkennung, zur angemessenen Reaktionsweise und zur Behandlung. Es ist wichtig, dass sowohl Eltern als auch Kinder gut informiert sind. So kann bspw. vermieden werden, dass:

  • betroffene Kinder ausgegrenzt werden.
  • Eltern aus falscher Scham den Läusebefall ihres Kindes verschweigen.
  • Eltern zu lange warten, bis sie etwas unternehmen.
  • Eltern gereizt reagieren, wenn ihr Kind einige Tage nicht in die Schule/in den Kindergarten darf.

Wichtig ist auch, dass die Lehrer/innen selbst nicht panisch reagieren (s.u. “Wie werden Kopfläuse übertragen?”).

2. Wie sehen Kopfläuse und ihre Eier (“Nissen”) aus?

Kopfläuse sind zwischen 1 und 5mm lang und von dunkler Färbung (von grau bis dunkelbraun). Die Eier der Kopfläuse sind dunkler Färbung. Weiße Eier sind tot.

3. Wie erkennt man, dass ein Kind Kopfläuse hat?

Ein deutliches Zeichen ist der Juckreiz auf dem Kopf und das Kind sich kratzt. Allerdings kann der Juckreiz die Reaktion des Körpers auf den Biss sein und damit bis zu mehrere Wochen nach dem Lausbefall eintreten.

Zur Erkennung hat das Staatsinstitut für Frühpädagogik differenzierte Vorschläge:

Besonders befallen werden Haarpartien an Schläfen, über den Ohren und im Nacken. Eine Möglichkeit für die Entdeckung ist die Suche nach den Eiern der Läuse. Das Kopfhaar wird strähnenweise auseinandergekämmt und in Kopfhautnähe nach Eiern (Nissen) abgesucht. Nissen lassen sich im Gegensatz zu Hautschuppen schwer vom Haar abstreifen und sind seitlich am Haar angeklebt.

Eine andere Möglichkeit zur Entdeckung und für die Überprüfung des Behandlungserfolges ist das Auskämmen mit einem feinen Kamm mit unter 0,3mm Zinkenabstand. Dazu wird nach dem Waschen Pflegespülung ins Haar einmassiert. Die Haare werden mit einem groben Kamm geglättet und anschließend mit dem feinen Kamm Strähne für Strähne durchgekämmt. Die Läuse, die sich im Matsch der Pflegespülung nicht bewegen können, bleiben im Kamm hängen und können durch Ausstreichen auf einem Tuch entdeckt werden. Diese Methode hat außerdem therapeutischen Nutzen, da die Läuse auf diese Weise entfernt werden.

familienhandbuch.de: Kopfläuse sind kein Zeichen mangelnder Hygiene, Abschnitt ‘Erkennen’

Zeichnung: Kopflaus, ihre Eier (Nissen) und mögliche Ausbreitung an der Schläfe auf dem Kopfhaar eines Jungen

4. Wie werden Kopfläuse übertragen?

Einer der hartnäckigsten Mythen um Läuse: Läuse können nicht von einem Kopf zum anderen springen. Auch der Übertragungs(um)weg über Jacken oder Schals wird kaum gewählt. Das hängt damit zusammen, dass Läuse ohne ihren Wirt und seine Wärme höchstens zwei Tage überleben. Die bevorzugte Übertragung geht also direkt von Haar zu Haar. Das erklärt, warum besonders Kindergärten und Grundschulen von Läuseepidemien betroffen sind, da die Kinder hier mehr Körper- und Haarkontakt betreiben als in höheren Schulstufen.

5. Wie lange überleben Läuseeier?

Die Eier der Kopflaus überleben rund eine Woche. Allerdings schlüpfen die Läuse nur in der Kopfwärme des Wirts. Panik wegen eines möglicherweise heruntergefallenen Läuseeis ist nicht angebracht. Es genügt auch, Kopfkissen und Kuscheltiere bei 60 Grad zu waschen.

6. Was fressen Läuse?

Läuse ernähren sich vom Blut, das sie aus der Kopfhaut des befallenen Menschen saugen.

7. Sind Kopfläuse gefährlich?

In sehr seltenen Fällen wird von Entzündungen auf der Kopfhaut berichtet, vor allem dann, wenn die Läuse zu spät erkannt werden. Diese Entzündungen sind fast immer durch das Kratzen mit den Fingernägeln an der Kopfhaut verursacht. Ansonsten sind die Läuse ungefährliche Zeitgenossen.

8. Welche Kinder sind von Kopflausbefall betroffen?

Alle Kinder bekommen mal Läuse. Dass eine Kindheit völlig lausfrei verläuft, ist heute höchst unwahrscheinlich. Der Lausbefall ist dabei völlig unabhängig von der sozialen Herkunft. Anders ausgedrückt: Wenn ein Kind Kopfläuse hat, dann sagt das nichts darüber aus, ob zuhause unhygienische Zustände herrschen. Es wurde sogar schon behauptet, dass Läuse frisch gewaschenes Haar bevorzugen würden, weil die Läuseeier an fettigem oder schmuddeligem Haar nicht gut haften könnten.

9. Welche Maßnahmen trifft man bei Lausbefall?

Als Hausmittelchen wurden Spülungen mit Apfelessig vorgeschlagen (50/50-Verdünnung, mehrmals täglich für mindestens 14 Tage), ebenso das Waschen der Haare mit Salzwasser. Ansonsten halten Pharmahersteller eine Unzahl an kommerziellen Entlausungsmitteln bereit, die in den meisten Fällen auch ihrem Zweck dienen dürften. Fragen Sie betroffene Personen nach ihren Erfahrungen. Das Internet ist in dieser Hinsicht kein guter Ratgeber, da viele der Kopflaus-Seiten von Pharmafirmen betrieben werden, was auf den ersten Blick nicht unbedingt ersichtlich ist. Entsprechend subjektiv sind die Informationen.

Auch hier hat das Staatsinstitut für Frühpädagogik objektive und gute Informationen:

Die Anwendung eines Föhns oder einer Heißlufthaube sowie ein Saunabesuch werden ebenfalls manchmal zur Kopflausbehandlung empfohlen, sind jedoch völlig unwirksam.

Produkte, die auf Pflanzenölen basieren (Aesculo Gel, Paranix), ersticken einzelne Läuse, indem sie sich in deren Atemwegen festsetzen. Sie können jedoch den Lausbefall nicht vollständig bekämpfen.

Die Wirksamkeit der zugelassenen Arzneimittel ist durch Studien belegt. Die Präparate stehen mit folgenden Wirkstoffen zur Verfügung:

  • Kokonussöl (biologisch) (Mosquito Läuse Shampoo)
  • Permethrin (Infectopedicul ®)
  • Pyrethrum + Piperonylbutoxid + 4-Chlor-3-Methyl-phenol (Chlorocresol) + Di-ethylenglykol (Goldgeist®)
  • Allethrin + Piperonylbutoxid (Jacutin N Spray ®)
  • Nyda L
  • Bug Buster Kit

Sie sind rezeptfrei in Apotheken erhältlich. [...] Eltern müssen also nicht zum Arzt gehen, wenn sie bei ihrem Kind Läuse feststellen, sondern können die Behandlung auch mithilfe einer Erläuterung vom Apotheker oder der Apothekerin und den meist sehr ausführlichen Beipackzetteln allein in die Hand nehmen.

familienhandbuch.de: Kopfläuse sind kein Zeichen mangelnder Hygiene, Abschnitt ‘Erkennen’

Hier erhält man auch den Hinweis, dass schwangere Mütter, die von Läusen befallen wurden, “nicht alle Mittel” anwenden dürfen.


Ähnliche Beiträge finden Sie auch unter ...
pfeil nach oben

Beitrag vom 19.10.2009, 12:33 | diesen Beitrag versenden

  Name

  E-Mail (wird nicht angezeigt)

  Homepage

Smileys

Name/E-Mail merken   Benachrichtigung bei Antworten

Bitte tippen Sie das Wort ab, das Sie auf dem Bild unten sehen. Dieses Verfahren ist leider notwendig, da Casino- und Pornoseiten sonst automatisiert unseren Lehrerfreund mit Spam zumüllen.


Seite 1 von 1 Seiten
pfeil nach oben



-- Anzeige --

28 Personen kostenlos auf der Suche nach Unterrichtsmaterial online (Maximum: 188 am 15.03.2010, 17:42 (seit 01.12.2009, 3 min Timeout))
23039472 Hits auf dieses Template seit 22.02.2006
Seite generiert in 0.2455 Sekunden bei 113 mySQL-Queries.

Managed Server, hosted by INGATE
RSS 2.0


NEWSLETTER

Ja! Ich brauche den kostenlosen Lehrerfreund-Newsletter sofort. Alle News, Materialien und Surftipps 14-täglich in meinen E-Mail-Briefkasten.

mehr Info

10235 Newsletter-AbonnentInnen.