Dealen mit Burgern

Junk Food macht (Kinder) süchtig 03.11.2009, 13:12

Eine Studie mit Ratten kommt zu der Erkenntnis, dass der Konsum von Junk Food (das ist: Lebensmittel mit hohem Zucker-, Fett- oder Salzgehalt) süchtig macht - so süchtig, dass die Wissenschaftler einen Vergleich mit Heroin aussprechen.

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Als Lehrer/in kennen Sie das Bild: Während des Unterrichts vertilgen minderjährige Schüler/innen einen Liter Cola, in der morgendlichen großen Pause gibt es einen Schokoriegel und einen zuckrig-fettig-leckeren Streuselkuchen, aus der Mittagspause kehren die Schüler/innen mit Tüten von der nahe gelegenen Fastfood-Kette zurück - und was sie abends essen, wollen wir gar nicht wissen.

Solche Nahrungsmittel, die ein hohes Maß an Zucker, Fett oder Salz enthalten (und damit auch eine hohe Energiedichte aufweisen), bezeichnet man als “Junk Food”.

In einer aktuellen Untersuchung hat das Scripps-Institute mit Ratten und Junk Food experimentiert:

[Die Forscher] teilten die Ratten in drei Gruppen auf: Die erste Gruppe erhielt normale Mengen gesunder Nahrung, die zweite Gruppe erhielten eine beschränkte Menge an Junk Food. Die Ratten in der glücklichen dritte Gruppe konnten so viel Junk Food fressen, wie sie wollten - Käsekuchen, fetthaltige Fleischprodukte, Schokolade und minderwertige Biskuits.

Daily News 30.10.2009: Binging on junk food encourages addictive behavior: study, sinngemäße Übersetzung Lehrerfreund

Die Ratten in der dritten Gruppe verloren nach Aussage der Forscher schon nach kürzester Zeit die Kontrolle über ihr Verhalten und begannen damit, sich hemmungslos vollzustopfen und über den Tag verteilt doppelt so viel Kalorien zu sich zu nehmen wie ihre Kollegen. Bei anschließenden Versuchen, in denen die Ratten die Stimulation ihres eigenen Lustzentrums im Gehirn selbst steuern konnten, verpassten sich die Junk-Ratten wesentlich mehr Reize als die anderen. Daraus ist nach Angaben der Wissenschaftler zu schließen, dass diese Ratten durch ihre Völlerei abgestumpft waren und ein höheres Maß an Befriedigungsreizen brauchten - ein typisches Symptom z.b. der Drogensucht.

Das Fazit der Studie fasst telepolis so zusammen:

Fettleibigkeit und Drogenabhängigkeit, so die Wissenschaftler, haben gemeinsame neurobiologische Grundlagen. Das Gehirn könnte auf Junk Food auf dieselbe Weise wie auf herkömmliche Drogen reagieren. Sollte dies zutreffen, müssten die Junk-Food-Anbieter mit Drogenhändlern gleichgestellt und ihre Produkte verboten werden.

telepolis 02.11.2009: Junk Food macht abhängig wie Heroin

Es ist kein Geheimnis, dass die Junk-Food-Industrie gerade Kinder und Jugendliche gezielt bewirbt (vgl. Lehrerfreund: TV-Kinderprogramm: 90% der Werbung bewirbt Junk Food). Gerade Schulen und Bildungseinrichtungen sollten dieser Entwicklung entgegensteuern - wie aktuell z.B. die Diskussion um die Schulverpflegung zeigt.

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