Russland: Erster Schultag
Am 1. September hat in Russland - wie jedes Jahr - wieder die Schule begonnen. Eigentlich ein erfreuliches Ereignis, das jedoch durch niedrige Lehrergehälter und einem generellen Desinteresse der Politik an Bildungsfragen getrübt wird.
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Eingetragen am 03.09.2006, 10:41 Uhr in Nachrichten |
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Der 1. September ist traditionell erster Schultag in Russland - für alle Schularten und Jahrgangsstufen. Drei Monate dauern in Russland die Sommerferien - von Ende Mai bis immer genau zum 1. September. Ansonsten gibt es in dem ehemals sozialistischen Land über das Jahr verteilt nur noch Winterferien, Frühlingsferien und Herbstferien.
Größtes Problem des russischen Bildungssystems sind die niedrigen Lehrergehälter. Die Entwicklung verlief im letzten Jahrzehnt negativ. Daran war Präsident Putin maßgeblich beteiligt, der auf Bildung eher pfeift (hat er doch auch fast sämtliche Akademiker aus dem Kreml gemobbt; dort sitzen heutzutage fast nur noch Militärs, Geheimdienstler und Wirtschaftsdiener).
Den verbleibenden Schülern und ihren Lehrern soll ein Nationalprojekt namens „Bildung“ das Leben erleichtern.
Dabei geht es einmal um die Anhebung der immer noch viel zu niedrigen Lehrergehälter. Jeder Lehrer soll aus diesem Topf monatlich 1.000 Rubel [knapp 30 Euro, Stand 03.09.2006] mehr Gehalt bekommen. Ein Tropfen auf den heißen Stein. Zumal die Löhne sich von Ort zu Ort frappant unterscheiden.
Die niedrigste Entlohnung liegt bei 1.800 Rubel (knapp 55 Euro), während Lehrer in Moskau 15-20.000 Rubel verdienen (440 und 590 Euro). Wer moderne Technologien unterrichtet, kommt wegen des Spezialistenmangels gar auf bis zu 1.000 Dollar im Monat.
Russland-Aktuell 01.09.2006: Erster Schultag: Zum Stand der Bildung in Russland
Trashige, fehlerhafte Schulbücher tragen ebenso zum Bildungsproblem bei wie das zentral organisierte Bildungswesen:
Genauso sieht es bei den Lehrplänen aus. Im Riesenland Russland lernen alle nach einem stur vereinheitlichten Lehrprogramm – egal ob sich Schüler X in der europäischen Millionenstadt Moskau oder im nordsibirischen Dauerfrostgebiet Tschukotka befindet – alle müssen zeitgleich dieselben Fakten büffeln.
Russland-Aktuell 01.09.2006: Erster Schultag: Zum Stand der Bildung in Russland
Immerhin werden im Unterricht dicke Bücher gelesen: Dostojewskis “Der Idiot” gehört zur Lektüre einer jeden SchülerIn wie auch Tolstois “Krieg und Frieden”. Dennoch landete Russland bei der PISA-Studie 2000 nur im unteren Drittel (Hintergründe).
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