Beispielaufsatz für eine begründete Stellungnahme/freie Erörterung zum Thema "Rauchen", erstellt für eine Klasse 8.

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Dieser Beispielaufsatz wurde eingesandt von OStR S. Horst, Neues Gymnasium Nürnberg - Vielen Dank!

Der vorliegende Aufsatz wurde im Dunstkreis des Unterrichtsthemas “Begründete Stellungnahme” (Bayern) für eine Klasse 8 verfasst und kann als Vorbild und zur Analyse dienen.

Für die Arbeit im Unterricht liegen (stehen?) hier zwei PDF-Dateien zum Download bereit:

  1. Beispielaufsatz “Freie Erörterung” / “Begründete Stellungnahme” (pdf) - der Aufsatz in Originalform.
  2. Übungsblatt zum Beispielaufsatz “Freie Erörterung” / “Begründete Stellungnahme” (pdf) - Übungsblatt mit zwei Übungsformen (Aufsatz ohne Absätze; Absätze vertauscht zum Zerschnippeln).

Im Unterricht kann/können ...

  1. ... die einzelnen Absätze bezeichnet werden (Einleitung, Hauptteil, Schluss);
  2. ... der Aufbau (vom schwächsten zum stärksten Argument) analysiert bzw. wieder hergestellt werden (Übungsblätter: Aufsatz in Abschnitte einteilen bzw. Abschnitte ordnen);
  3. ... Argumente in ihre Bestandteile (Behauptung, Begründung, Beleg, Beispiel) zerlegt (=farblich markiert) werden;
  4. ... Einleitung und Schluss auf Sinnigkeit bewertet werden;
  5. ... die Stärke der einzelnen Argumente diskutiert werden.

Inhalt des Arbeitsblattes Beispielaufsatz “Freie Erörterung” / “Begründete Stellungnahme”

Beispielaufsatz „Rauchen“

Jeder weiß, dass das Rauchen von Zigaretten schädlich, ja sogar gefährlich sein kann. Trotzdem ist das Zigarettenrauchen bei sehr vielen Jugendlichen – Jungen wie Mädchen, und zwar bei letzteren mit steigender Tendenz – derzeit „in“. Es muss also einige Gründe geben, weshalb so viele junge Menschen zum Glimmstängel greifen und trotz der Nachteile Zigaretten rauchen. Das Zigarettenrauchen hat durchaus „Vorteile“:

Ein nicht unwichtiges Argument ist die Tatsache, dass Rauchen das Hungergefühl betäubt. Anstatt – wenn man sich nicht beherrschen kann – zu einem kleinen Snack für zwischendurch wie einen Schokoriegel oder Kartoffelchips zu greifen, ist die Zigarette die kalorienarme Alternative. Mit einer Zigarette kann man sich bei Hunger ablenken. Gerade junge Menschen zum Beispiel wollen unbedingt schlank sein, wie es das aktuelle Schönheitsideal vorschreibt. Außerdem zehrt das Rauchen am Körperfett, wodurch man zwar auf lange Sicht nicht schöner wird, aber dünn bleibt. So kann die aktuelle Mädchenmode – bauchfreies Oberteil und Hüfthosen – optimal präsentiert werden. Viele Erwachsene ersetzen das Abendessen mit Zigaretten, weil sie wissen, dass man abends nicht mehr viel essen soll.

Noch bedeutsamer ist aber der Grund, dass Rauchen beruhigt. Dadurch, dass das Nikotin beim Rauchen kurzfristig die Adern weitet, fließt das Blut langsamer, wodurch sich – vor allem beim Gewohnheitsraucher – ein Gefühl der Entspannung einstellt. Raucher behaupten auch immer wieder, dass eine Zigarette einen wohlschmeckenden Genuss für sie darstellt. Das wirkt natürlich befreiend und baut Stressgefühle ab. So kann beispielsweise für einen Schüler der Oberstufe eine Zigarette vor der Schulaufgabe beruhigend wirken. Auch lässt sich vielleicht eine Meinungsverschiedenheit unter Freunden nach dem „Genuss“ einer Zigarette ruhig und beherrscht lösen, so dass ein Streit vermieden werden kann.

Das wichtigste Argument ist allerdings, dass man als Jugendlicher erwachsen wirkt, wenn man raucht. Rauchen ist nichts für Kinder, sondern den Erwachsenen vorbehalten. Rauchen signalisiert folglich: Ich bin alt genug dafür! Ich bin kein Kind mehr! Außerdem ist „cool“-Sein für einen Heranwachsenden unheimlich wichtig. Da das Rauchen in der Öffentlichkeit bis zum … Lebensjahr verboten ist, stellt es – genauso wie Alkohol – natürlich für Jugendliche eine große Herausforderung dar, da ja alles, was verboten ist, besonders interessant ist. Steht man also z.B. in der Disko, lässig an die Bar gelehnt, die Zigarette locker zwischen die Finger geklemmt, dann fühlt man sich viel sicherer, als wenn man nicht weiß, wohin man mit seinen Händen soll. Auch das Kino macht es einem vor: Es wirkt erwachsen, wenn einem wie bei abgehärteten Westernhelden die Zigarette locker im Mundwinkel hängt.

Bestimmt fallen euch noch weitere Gesichtspunkte ein, die begründen, warum so viele Jugendliche nicht mehr ohne Zigarette leben können. Dennoch muss man sich ehrlicherweise eingestehen, dass die Gefahren und Nachteile, die das Rauchen mit sich bringt, wesentlich schwerwiegender sind als die Vorteile. Deshalb appelliere ich an dieser Stelle an alle Raucherinnen und Raucher am XY-Gymnasium: Haltet das Rauchverbot an unserer Schule freiwillig ein – oder noch besser: Hört ganz auf!






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