»Warum habt ihr uns nicht gewarnt?«
Frankreich: Handyverbot an Schulen aus gesundheitlichen Gründen
Frankreich verabschiedet ein Gesetz, das es Schüler/innen unter 15 Jahren verbietet, ihr Handy in der Schule zu benutzen. Die Schüler/innen sollen damit vor den gesundheitlichen Auswirkungen der Handystrahlung geschützt werden. Ebenfalls verboten wird Werbung für Handys, die sich an Kinder unter 14 richtet.
Diesen Beitrag weiterempfehlen
Zu diesem Beitrag
Eingetragen am 11.10.2009, 14:06 Uhr in Newsticker |
2 x kommentiert, 152 x gelesen in 2012. Diesen Beitrag kommentieren.
Der französische Senat hat eine Gesetzesentwurf verabschiedet, der die Nutzung von Handys in der Schule verbietet. Die relevante Passage lautet im Wortlaut: “In den Kindergärten, Primarschulen und Collèges ist die Benutzung des Mobiltelefons durch einen Schüler untersagt.” (derStandard.at). Das Gesetz sieht außerdem ein Verbot von Handy-Werbung vor, die sich an Kinder unter 14 richtet. Die Gesetzesnovelle muss noch von der französischen Nationalversammlung (= erste Parlamentskammer) bestätigt werden, Da hier aktuell die gleichen Mehrheitsverhältnisse herrschen wie im Senat (Mehrheit der Partei UMP), dürfte es sich nur um eine Formsache handeln.
Die österreichische Ärztekammer zieht nach und fordert eine europaweite Umsetzung des Gesetzes. Ihr Präsident, Walter Dorner, vergleicht die Gewichtigkeit des Gesetzes mit dem Verbot der Tabakwerbung:
[”]Es wäre schön, wenn Österreich in Sachen Gefahren durch Mobiltelefonie nicht einen ähnlich unrühmlichen letzten Platz hinsichtlich der Gesundheitsgefährdung in Europa einnehmen würde, wie dies in Sachen Tabakprävention bereits seit Jahren der Fall ist”, zieht Dorner eine Analogie.
telekom-presse.at 08.10.2009: Ärztekammer fordert Handyverbot
Strittige Frage: Welche Gefährdung geht von Handystrahlung tatsächlich aus?
Internationale Studienergebnisse sprechen eine deutliche Sprache:
[...L]aut einer schwedischen Studie würden Personen unter 20, die mit ihrem Handy telefonieren, ein fünfmal höheres Risiko haben, an Gehirntumor zu erkranken, weiß der kritische Umweltmediziner Gerd Oberfeld.
kleinezeitung.at 10.10.2009: Handys bei Kinder: Ein Risiko, das keiner Ernst nimmt
“Seit Langem verdichten sich die Hinweise auf mögliche gesundheitliche Gefährdungen durch die Mobiltelefonie, vor allem bei Kindern und Jugendlichen”, sagt Mediziner Erik Huber, Umweltsprecher der Wiener Ärztekammer: “Eine Analyse mehrerer Studien hat gezeigt, dass sich bei Menschen, die mehr als zehn Jahre regelmäßig telefoniert haben, auf der betroffenen Gesichtsseite das Risiko für einen Tumor des Hörnervs zirka verdoppelt hat.” Und es sei anzunehmen, dass Kinder aufgrund der dünneren Schädelkalotte noch gefährdeter sind. [...]”
Die Handy-Lobby negiert die Gültigkeit dieser Studien, auch aus Wissenschaft und Forschung gibt es kritische Stimmen (siehe kurier.at). Allerdings muss man dem Präsidenten der österreichischen Ärztekammer Recht geben, wenn er im Zweifelsfall für die gesunde Variante plädiert: “Wir wollen nicht, dass es in einigen Jahren heißt, ‘warum habt ihr uns nicht gewarnt’.” (ebd.)
Diesen Beitrag weiterempfehlen
2 Kommentare von Lehrerfreund/innen
Über die tatsächliche Schädlichkeit von Handy-Strahlung gibt es meiner Meinung nach keine eindeutigen Befunde. Deshalb scheidet ein Handyverbot auf dieser Grundlage wohl aus. Viel interessanter fände ich ein Handyverbot aus Gründen der Disziplin. Ich kenne Schulen, die ein solches Verbot vertreten und damit in Sachen Aufmerksamkeit der Schüler im Unterricht durchaus gute Erfahrungen gemacht haben. Wäre da aber sehr an anderen Meinungen interessiert.
Bravo, Bravo, Bravo.
Dann ist Sarkosy doch nicht so ein Armleuchter der nur Biopolitik im Sinn hat!
Respekt!
LG HDF
Geben Sie Ihren Kommentar hier ein:
Hinweis: Der Kommentar wird von einem Moderator geprüft.
1334 Einträge, 11615 Kommentare
Seite generiert in 0.4837 Sekunden bei 142 MySQL-Queries
92 Lehrer/innen online (3 min Timeout / 179 )





