Britische Studie

Schlimmste Strafe für Jugendliche: Smartphone wegnehmen 08.12.2011, 22:41

Mit Abstand die schlimmste Strafe für britische Teenager: Wenn die Eltern das Handy oder Smartphone wegnehmen. Es grenzt schon fast an Sucht: 10% der Jugendlichen halten für diesen Fall heimlich ein zweites Mobiltelefon vor.

Sad Smartphone
Bild: flickr-User Ron Bennetts [CC by]
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In der Studie der britischen T-Mobile wurden 4.000 Eltern und Jugendliche befragt, berichtet der britische Telegraph. Demnach gehören Handys, Smartphones, Spielkonsolen und MP3-Player zu den Gegenständen mit dem höchsten pädagogischen Wert: Werden diese digitalen Kollegen temporär von den Eltern eingezogen, empfinden das die Kinder und Jugendlichen größtenteils als empfindliche Bestrafung.

15% der 11- bis 18-Jährigen geben in der Studie an, dass die Wegnahme ihres Handys für sie die schlimmste Bestrafung durch ihre Eltern sei ("most frustrating method of punishment"). Wer nicht nur ein normales Handy, sondern ein Smartphone (z.B. iPhone, Samsung Galaxy, Blackberry usw.) besitzt, liebt es ganz besonders: Hier steigt die Zahl derjenigen, die eine Wegnahme als schlimmste Bestrafung empfinden, auf 80%.

Die Liebe zum Handy ist groß: 74% der befragten Jugendlichen halten das Mobiltelefon für ihr wertvollstes ("most prized") Besitzstück. Und deshalb hat sich auch jede/r Zehnte unter den Befragten Jugendlichen ohne das Wissen der Eltern ein zweites Handy zugelegt, das benutzt wird, während die vermeintliche Strafmaßnahme aktiv ist.

Kinder und Jugendliche LIEBEN ihr Mobiltelefon also, sie sind geradezu süchtig danach. Das zeigt sich auch in der recht hohen Quote derjenigen, die sich für solche Fälle ein Ersatzgerät zugelegt haben. Lehrer/innen kennen das nur zu gut: Wer im Unterricht ein Handy oder Smartphone einzieht, weil die Benutzung im Unterricht bspw. durch die Schulordnung nicht erlaubt ist, der kennt die Emotionen, die dabei rasch mal entstehen können. Manche Jugendlichen gebärden sich in dieser Situation so, als würde man ihnen die Genitalien abschneiden - dabei ist es doch nur ein Mobiltelefon, das man für einige Stunden einsackt.

Man darf dabei nicht übersehen, dass gerade Smartphones mehr sind als ein "Telefon". Im Smartphone bündelt sich die gesamte Kommunikationsinfrastruktur und ein rasant zunehmender Teil der täglichen Datenverwaltung: Termine, Fotos, Notizen, sogar schulische Lernmaterialien: Immer mehr Schüler/innen fotografieren Tafelbilder, OHP-Folien oder Arbeitsblätter, um sie später noch einmal anzuschauen. Damit wird das Smartphone vom Telefon zum Lernhelfer, Flirtberater und Sekretär.

Diese zunehmende Bündelung von Funktionen betrifft natürlich nicht nur Smartphones, sondern viele digitalen Geräte: Mit Spielekonsolen kann man surfen und Filme schauen, mit dem Laptop kann man via Skype o.ä. telefonieren. Das schlägt sich nieder im bisher einzigen Kommentar zum Telegraph-Artikel, verfasst von einer smarten Teenager-Persone:

LOL no way!
I don't care about my phone as long as I've got my laptop! u can do anything on the internet!

(LOL, keine Chance!
Mein Handy interessiert mich nicht, so lange ich mein Laptop habe. Man kann damit im Internet alles machen, was man will!)

Kommentar von Cornelia Cate (24.11.2011)

Die Eltern müssen sich wohl bald eine andere Strafe einfallen lassen.

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