Quereinsteiger als Lehrer: Gar kein Unterricht ist besser als ein schlechter
Eine wahre Geschichte: Ein diplomierter Physiker wird von einem Gymnasium ohne weitere didaktische Qualifikationen als Lehrer eingestellt ("Quereinsteiger"). Der Unterricht ist mies, die Eltern beschweren sich, der Physiker ist gestresst. Trotzdem ist er inzwischen Beamter auf Lebenszeit.
Was und warum sind Quereinsteiger/innen?
Vor allem in naturwissenschaftlichen Fächern fehlen deutschlandweit Lehrer/innen, der Lehrermangel wird noch zunehmen. Die Landesregierungen begegnen dem strukturellen Problem nicht mit langfristig tauglichen Konzepten, sondern mit kurzsichtigen Verzweiflungsschlägen (mehr). Dazu gehört vor allem die Einstellung von “Quereinsteiger/innen”. Das sind Personen mit fachlicher Ausbildung (z.B. diplomierte Mathematiker/innen, Physiker/innen ...), die ohne nennenswerte pädagogisch-didaktische Zusatzausbildung in die Klassenzimmer geschickt werden. Kurz: Um den schon lange absehbaren Lehrermangel zu bekämpfen, stellt man unqualifiziertes Personal ein.
Besonders tun sich hier die Bundesländer hervor, die mit hohen Bezahlungen und dem Beamtenstatus locken können (z.B. Baden-Württemberg oder Nordrhein-Westfalen). Das Tauschgeschäft ist einfach und für beide Seiten erfreulich: Die Fachkraft verpflichtet sich für den Schuldienst, als Gegenleistung winkt ein sehr ordentliches Gehalt und die Unkündbarkeit als Beamter/Beamtin.
Problem der Quereinsteiger/innen: Sie können nicht unterrichten
Sämtliche Berichte über Quereinsteiger/innen als Lehrer/innen sprechen eine deutliche Sprache: Wer nicht in Studium und Referendariat eine solide pädagogisch-didaktische Zusatzausbildung erhalten hat, ist nicht in der Lage, Unterricht sinnvoll zu gestalten (z.B. Lehrerfreund 01.03.2009: Als Quereinsteiger/in im Lehramt - Erfahrungsbericht).
Das WAZ-Portal “DerWesten” veröffentlichte am 04.05.2009 den Bericht “Als Quereinsteiger zum Physiklehrer”. Hier geht es um einen diplomierten Physiker, der wegen seines nur mittelmäßigen Abschlusses keinen Job findet und an einem Heidelberger Gymnasium als Lehrer-Quereinsteiger zu arbeiten beginnt (“Ein Anruf, ein Gespräch mit dem Schulleiter - und schon war Ewald selbst Aushilfslehrer.”). In der ersten Zeit ist der Unterricht katastrophal. Massive Frontalvorträge ohne Medieneinsatz rufen die Eltern auf den Plan.
Doch er gab nicht auf, sondern nahm die Herausforderung an. Auch weil ihm das Arbeitsklima gefiel, die Kollegen nett waren: „Bis auf den Unterricht war alles sehr schön.” Außerdem sah er eine verlockende Perspektive: Beamter auf Lebenszeit.
Deshalb begibt sich der Physiker in ein Quereinsteiger-Referendariat und wird didaktisch ausgebildet - “Fünf Monate lang alle zwei Wochen jeweils drei Stunden für Physik und Mathe”. Das sind insgesamt ca. 60 Stunden. Das hat gereicht, um Beamter auf Probe zu werden; als Nächstes steht die Verbeamtung auf Lebenszeit an. Angesichts der Mangelsituation in den Fächern Mathematik und Physik wird der Quereinsteiger diese auch bekommen - völlig ungeachtet seiner didaktisch-pädagogischen Qualifikation.
Warum werden unqualifizierte Kräfte eingestellt?
Die Zahl der Quereinsteiger nimmt massiv zu. Allein in NRW waren im Jahr 2007 mehr als die Hälfte aller Physik-Referendare für die gymnasiale Oberstufe Quereinsteiger/innen.
An der Ruhr-Uni Bochum lehrt Prof. Burkhard Priemer Fachdidaktik der Physik. [...] Kein Unterricht sei besser als schlechter, glaubt er. Natürlich gebe es auch Quereinsteiger, die gute Lehrer seien. Aber: „Wenn Siemens Leute braucht, stellen die auch nicht jeden, den sie kriegen können, auf Lebenszeit ein.”
DerWesten 03.05.2009: Experte: Kein Unterricht ist besser als schlechter
Warum tut das dann der Staat?
Die Antwort ist deprimierend einfach: Ein Personalchef bei Siemens muss qualifizierte Leute einstellen, sonst wird er gefeuert. Ein Politiker hingegen muss sich nicht zwangsläufig inhaltlich brillant verhalten. Für eine Wiederwahl genügt es meist zu vertuschen, wie tief der Karren im Dreck steckt. Und genau dazu sind die Quereinsteiger/innen da.
Beitrag vom 04.05.2009, 11:05 | diesen Beitrag versenden
So einfach ist die Gleichung nicht, es gibt auch engagierte Leute. Es sollten aber die Leute wieder frühzeitig aussortiert werden, bei denen man merkt, dass sie den Job nur als Überbrückung sehen, bis sie "was Besseres" gefunden haben.
Wie meinen?????
Die Problematik liegt in einem ganz anderen Bereich und ich wage eine These zu formulieren, wobei zu Beginn die Gretchenfrage gestellt werden soll:
"Hat der Kandidat (Quer- oder Seiteneinsteiger) ein pädagogisches Händchen oder hat er es nicht?"
Leider kann man solch einen "Hang" nicht in einem Vorstellungsgespräch erkennen, so dass sich die Schulbehörden - infolge des Mangels an naturwissenschaftlich qualifizierten Personals - mehr oder weniger "blind" für einen Kandidaten entscheiden müssen, der dann auch direkt an die Front geschickt wird.
Allerdings(!) besteht immer noch die Möglichkeit einen "Nicht-Kandidaten", der sich nach geraumer Zeit als ABSOLUT ungeeignet für den Schuldienst entpuppen sollte (siehe den polemischen Text oben) mittels entsprechenden "0-Punkte-Lehrproben" nachhaltig aus dem Feld zu räumen.
Somit liegt hier meiner Meinung nach ein klares Versäumnis der zuständigen Schulaufsicht nebst Fachleitern vor, dass solch ein Mensch in eine derartige (nahezu unkündbare) Position gelangt.
MfG
Freidenker
2. Kann man die aber auch nicht einfach entsorgen, wenn man sie nicht mehr braucht. Wie asozial wäre das denn?
Seit wann sind Dipl. Ing.;Dr. etc. unausgebildet? Diese Personen könnten z.B. reichhaltiges Wissen aus Wirtschaft und Beruf aus erster Hand weitervermitteln!
@Freidenker: Genau so sehe ich es auch. Ich kenne eine Reihe sehr erfolgreicher Pädagogen, die als Quereinsteiger kamen.
Wenn Sie das Ref machen, haben sie doch belegt, dass sie es können und einen Dipl. Ing. würde ich auch mal eher als ausgebildet bezeichnen.
Das ist erst einmal gut, da hier sehr deutlich wird, dass der Lehrberuf nicht nur fachbezogen ist.
Andererseits finde ich es bedauerlich, dass Quereinsteiger genau bei diesen notwendigen Qualifikationen relativ allein gelassen werden. Indirekt drückt sich hier das mangelnde Bewusstsein der Kultusbehörden für die Notwendigkeit pädagogischer und didaktischer Qualifikation aus. Deshalb jammere ich weniger über die Quereinsteiger, sondern über die Fachbehörde, die hier indirekt den Beruf herab qualifiziert, indem sie den Eindruck erweckt, jeder, der die Qualifikation für ein Unterrichtsfach habe, könne auch als Lehrer arbeiten. Damit wird der Lehrberuf durch die für ihn zuständige Behörde indirekt abgewertet. In meinen Augen müsste jeder Quereinsteiger durch ein Referendariat, der Quereinstieg müsste mit einem Referendariat beginnen und nicht, wie ich es selbst schon erlebt habe, mit einer voll bezahlten BAT-Stelle, die dann irgendwann zur Verbeamtung führt, ohne oder nur mit minimaler pädagogischer und didaktischer Ausbildung.
Zum einen müsste erst festgestellt werden, um welche Schulart es sich handelt, an der eine Lehrkraft unterrichtet; zum anderen stellt sich die Frage nach den Fächern. Darüber hinaus gibt es Unterschiede, ob an staatlichen oder privaten Schulen Lehrkräfte eingestellt werden. Je nach Bundesland gibt es offensichtlich verschiedene Möglichkeiten zum Quereinstieg!
Abgesehen davon möchte ich mal zur Diskussion stellen, warum eine Person "aus Beruf und Wirtschaft" für gewisse Fächer (z.B. BWL) möglicherweise gut oder besser als Lehrkraft geeignet sein soll, ein Magister Artium für die Lehre geisteswissenschaftlicher Fächer allerdings weniger. Diese müssen als Quereinsteiger/(Direkteinsteiger) weit häufiger noch durch ein Referendariat, um z.B. an staatlichen Berufsschulen unterrichten zu dürfen, als Lehrkräfte für Wirtschaftsfächer...
Außerdem: "Lehrer" ohne Staatsexamen sind gut genug als "Aushilfen", damit wenigstens Unterricht stattfindet, damit Klausuren geschrieben und korrigiert werden; Sie bereiten Schüler auf Abschlussprüfungen vor usw. usf.
Aber ansonsten sind es ja keine "richtigen" Lehrer, und eine Verbeamtung ist vollkommen ausgeschlossen.
Seltsam, ich als Lehrkraft an einem privaten Berufskolleg werde in den nächsten Wochen vom Regierungspräsidium geprüft ("Prüfung der Lehrerlaubnis"). Niemand hat mir gezeigt, wie ein "richtiger Lehrer" einen "richtigen Unterricht" hält. Vielleicht bin ich ein inkompetenter, pädagogisch und didaktisch schlechter Lehrer - aber dass ich soeben meine SchülerInnen zur Fachhochschulreife führe, das interessiert niemanden.
In diesem Schuljahr habe ich schon mehr Unterrichtseinheiten durchgeführt als jeder angehender Lehrer mit Staatsexamen im Referendariat. Als "Quereinsteiger" in den Staatsdienst müsste ich aber nochmal durch ein komplettes Referendariat (inkl. schlechter Bezahlung)...
Das Thema "Quereinstieg" ist voller Widersprüche...
PS: Hallo "herr larbig" - LdL ist interessant, stimmt's!?
Zitat: "Als "Quereinsteiger" in den Staatsdienst müsste ich aber nochmal durch ein komplettes Referendariat (inkl. schlechter Bezahlung)..."
Das wäre zwar unangenehm für Sie und für die zwei Jahre mit erheblichen finanziellen Einbußen verbunden, aber ich verstehe die Kritik nicht: Da muss jeder durch, der Beamter werden will, und Sie müssen ja nicht, wenn Sie nicht wollen. Gilt übrigens für Juristen genauso, oder haben Sie schon einmal von einem Staatsanwalt oder Richter ohne 2. Staatsexamen gehört?
Das ist richtig, genau deshalb dürfte es auch keine Kritik am "Quereinstieg" geben.
Merken Sie, dass wir nämlich immer von ganz unterschiedlichen "Quereinstiegen" sprechen!?
Das vom Artikel angesprochene "Problem der Quereinsteiger/innen: Sie können nicht unterrichten"
ist damit nicht gegeben, denn dasselbe müsste dann für ALLE Lehrer gelten !!!
Einverstanden, das Referendariat sollte als "Qualitätssiegel" genügen.
Gruß
Vor allem sind die deutschen Politiker so blöd, dass sie solche MONSTERSTRUKTUREN erschaffen wie LEHRAMT Biologie und dann noch Biologie. Und als Biologie kann man nicht als Lehrer arbeiten, weil man gerade nicht weitere 5 Jahre Lehramt Biologie studiert hat. Also nochmal 5 Jahre dasselbe Fach. Warum kann man den Wissenschaftlern nicht einfach ein Jahr intensiven pädagogischen Kurs anbieten, dass sie dann vollwertige qualifizierte Lehrer werden? So kenne ich das z. B. aus Polen. Es ist für mich einfach nicht nachvollziehbar. Denn erst in der Arbeit, in der wirklichen Praxis, lernt man den Rest.
Warum diese strukturelle Aufsplittung, wenn man Ende sowieso bsp. 50 Prozent Physiker Wissenschaftler als Lehrer genommen werden? Einfach nur unverständlich für mich.
Was sind denn "ordentliche Berufe"?
Lehrer, Polizisten, Feuerwehrleute und Hausmeister sind es nach Ihrer Logik ja offensichtlich nicht...
Oder meinen Sie mit "richtigem Beruf" und "Praxiserfahrung" die "Wissenschaftler", die sich 8-10 Jahre hinter Diplom und Promotion an der Uni verstecken, nach 1-2 Jahren "Wirschaft" merken, dass das nicht das Richtige für sie ist (oder das Unternehmen merkt es...), und dann "erkennen", dass sie eigentlich die "geborenen Lehrer" sind?
Zitat: "Und wenn man strikt nach Lehrbuch vorgeht, sehe ich auch keine größeren Schwierigkeiten didaktischer Natur."
Äh, Lehrbuchinhalt ist nicht gleich Vermittlung desselben. Da wünsche ich Ihnen in Ihren beiden Fächern viel Erfolg! Wenn Sie das selbe Thema zu 20. Mal erklären und die Kinder immer noch Bahnhof verstehen, können Sie ja dann auf die Lektüre des Lehrbuchs verweisen.
Ein Lehrbuch basiert auf einem didaktischen Konzept, an das man sich als Lehrer anlehnen und sich das Leben schon mal erheblich erleichtern kann(glücklicherweise gibt es ja auch ne Menge gute Lehrbücher). Das ist gerade in exakten Wissenschaften von außerordentlicher Wichtigkeit. Ein Unterricht mit Arbeitsblättern, wie er häufig in Deutschland heutzutage praktiziert wird, ist gerade in meinen Fächern alles andere als eine Voraussetzung für guten Unterricht. Dass dazu noch eine vernünftige Vermittlung gehört, ist jawohl selbstverständlich. Aber man braucht sich eben keinen Kopf mehr ums didaktische Konzept zu machen, wenn man als Lehrer an dem des Lehrbuches Gefallen findet. Das mag in geisteswissenschaftlichen Fächern anders sein. Da sind Mathe und Physik gerade unproblematisch.
Quereinsteiger sollten in jedem Fall rechtzeitig die völlig normale d.h. übliche didaktische Ausbildung bekommen. Die braucht jeder Lehrer, sei er nun ein Naturtalent oder nicht.
Alles andere ist unverantwortlich in Bezug auf die Schüler und in Bezug auf die Quereinsteiger.
Lehrer ohne die genannte didaktische Ausbildung haben mehr oder weniger Mängel im Unterricht und bekommen dadurch auch leichter Disziplinschwierigkeiten.
Ansonsten geht es praktische jedem Lehrer so, sei er nun Quereinsteiger oder nicht - der Berufsanfang wird eigentlich von jedem als sehr arbeitsreich und anstrengend empfunden.
Ute
Ich möchte noch kurz etwas zu dem Tipp sagen, stur nach dem Lehrbuch vorzugehen.
Das Lehrbuch ist ein roter Faden und kein Rettungsanker. (Zitat eines Dezernenten)
Zum Unterricht gehört deutlich mehr, als das Schulbuch aufzuschlagen. Es gibt allerdings Kollegen, die sich lediglich am Lehrbuch festhalten. Das sind allerdings Faulenzer oder Leute, bie denen man den Verdacht haben muss, dass ihnen nichts besseres einfällt.
Ute
Zitat: "Ein Lehrbuch basiert auf einem didaktischen Konzept, an das man sich als Lehrer anlehnen und sich das Leben schon mal erheblich erleichtern kann"
Oh, danke für den Hinweis. War mir aber schon bekannt... Bitte erst mal selbst ein paar Monate unterrichten, bevor man berufserfahrenen Kollegen solche Binsenweisheiten als neueste Entdeckungen aus der Didaktik verkauft.
MfG,G.
Das von Ihnen freundlicherweise kommentierte Zitat ist weniger ein Hinweis an eine "berufserfahrene Kollegin"
Dieses Scharmützel könnte man hier natürlich wieder bis ins Unendliche fortführen...
Möchte nur, übrigens wieder sehr freundlich, darauf hinweisen, dass SIE den polemisch-überheblichen Unterton in diesen Thread getragen haben. Zitat: "[...]müsste jeder Schüler unter Umständen dankbar sein, wenn er einen Quereinsteiger erwischt. Bei denen ist wenigstens die fachliche Schwäche ausgeschlossen. [...] dieses ganze elende durch und durch bürokratisierte System, dass (sic!) geistige Frührentner mit Kündigungsschutz fabriziert, in die Tonne kloppen [...]."
Wenn Sie austeilen, sollten Sie auch einstecken können. Auch das lernt man nach mehrjähriger Erfahrung im Umgang mit Kollegen aber auch Schülern.
MfG, Gymnasiallehrerin
Es ist doch ganz selbstverständlich, dass der Lehrplan entscheidend für den Unterricht ist und dass sich auch die Lehrbücher an den Lehrplan halten müssen. Insofern kann man Lehrbücher als den roten Faden bezeichnen.
Wenn ein Fachkollege das Lehrbuch für die bibel hält und weniger den Lehrplan und ich sogar den leisen Verdacht habe, dass sein Unterricht erhebliche Mängel hat - dann soll mir das egal sein, solgange dieser Kollege nicht hinter meinem Rücken dümme Sprüche über meinen (angeblichen) Unterricht macht.
Those wuo can, do. Those woh can' t, bully.
Ute
Damit ist nicht gesagt, dass unter "Lehramtslehrern" die Welt in Ordnung ist. Es ist wie überall: ein Drittel motiviert und gut, ein Drittel mittelmäßig, ein Drittel bedenklich bis katastrophal. Selbst wenn das bei Quereinsteigern genauso wäre mit den Dritteln: die haben das Altershandicap. Das kann nicht mit "Industrieerfahrung" weggeredet werden.
Zum Schluss: Bitte genau lesen und nicht rumphantasieren. In meiner Mail stand nichts davon, dass der Lehrerberuf eine Last ist. Ich finde ihn grandios. Aber für Flaschen ist er eine Last. Und für Opaflaschen noch viel mehr.
Um es kurz zu fassen: Ich fühlte mich als "Lehrer" sauwohl und am richtigen Platz.
Ich kann die Kritik teilen, dass die Schulen bei der Auswahl ihrer Aushilfen keine besonders große Sorgfalt walten lassen. Für mich war es ein Glücksfall. Leider lief meine Stelle nach 8 Monaten aus und all meine Versuche, über einen Quereinstieg eine Festanstellung oder die Chance auf ein Referendariat zu bekommen schlugen fehl.
Mittlerweile habe ich eine Promotion begonnen, doch ich fühle mich zunehmend unwohl und vermisse die Arbeit mit den Kindern. Es ist schade, dass man nur als Notlösung gut ist. Mir bleibt wohl nichts anderes übrig, als noch einmal zu studieren, wenn ich Lehrer werden will.
Ich selbst arbeite seit einem Jahr als Lehrer - als Quereinsteiger, was so manchen, der sich für einen guten, staatlich geprüften Pädagogen und Didakten hält, in diesem Forum doch sehr unsachlich argumentieren lässt (da wird es einem ja Angst und Bange um die Schüler, die man zu toleranten, aufgeklärten Menschen erziehen soll...). Nach acht Jahren in der Medienwelt, bei Zeitungen und im Online-Journalismus, ungekündigt, in leitender Position, wagte ich als studierter Magister (Germanistik/Politik) den Schritt in den Schuldienst und habe ihn in keinster Weise bereut. Warum ich das gemacht habe? Weil ich ein großer Idealist bin und jungen Menschen etwas beibringen will, das studierten Lehrern nur schwer gelingen kann: das Behaupten in einer Arbeitswelt, in der Stellen befristet sind, ständig die Arbeitslosigkeit droht und eine Kündigung schon wegen geklauter Fleischklopse oder eingesteckten Leergut-Bons ausgesprochen wird.
Alteingesessenen Lehrern, die argwöhnisch auf mich reagieren, trete ich ganz selbstbewusst entgegen. Mag ja sein, dass sie sich als ausgebildete Pädagogen und Didakten bezeichnen dürfen. Was ihnen aber fehlt, ist die Selbstbehauptung in der freien Wirtschaft. Was es bedeutet, sich dort durchzubeißen, kann kein Schon-immer-Lehrer nachvollziehen. Mal eine Frage: Inwiefern soll die Schule eigentlich die jungen Leute formen? Reicht es aus, wenn sie den Satz des Pythagoras kennen oder wissen, was Goethe so alles geschrieben hat? Was ist mit den doch so wichtigen "soft skills"? Wie läuft Teamarbeit draußen in der Firma ab? Welche Regeln muss ich in der freien Wirtschaft einhalten?
Was ich dringend fordere und auch in meiner Schulzeit so schmerzlich vermisst habe: Lehrer müssen den Schülern ganz praktisches Rüstzeug für die Arbeitswelt mit auf den Weg geben und ihnen neben den Stoffen der Lehrpläne Regeln des Berufslebens beibringen! Darauf kommt es doch später mal an! Wie soll das ein examinierter Lehrer bewerkstelligen, der in seinem Leben außer staatlichen Bildungsinstituten noch nie etwas anderes gesehen hat?
An meiner Schule gehen Quereinsteiger und Lehramtler Hand in Hand. Wir können alle voneinander profitieren. Wieso ist das für so manchen Lehramtler so schwer zu verstehen?
Grüße von einem rundum motivierten Quereinsteiger, der frustrierten Schon-immer-Lehrern gerne Antworten auf Fragen gibt, die eventuell bestehende Vorurteile abbauen helfen.
Am Ende eine Erfahrung, die ich gemacht habe und bei vielen Gesprächen mit Referendaren untermauert wurde: Pädagogische und didaktische Theorien sind wichtige Konstrukte. Doch was bringen sie mir, wenn ich zu jungen Menschen einfach keinen Draht entwickeln kann? Das ist dann doch eher eine charakterliche Gabe. Und diese finde ich in keinem Lehrbuch.
Oder vielleicht doch eher die Wirtschaftskrise, die vor einem Jahr voll durchgeschlagen hat?
Naja, Euphemismen und übertriebene Selbstdarstellung sind ja gang und gäbe in der Wirtschaft. Können die Schüler sicherlich gut für ihren zukünftigen Berufsweg gebrauchen.
Ach so: Ich bewarb mich für den Lehrerjob im Sommer 2008. Und da war von einer Wirtschaftskrise noch nichts zu spüren. Mister M., ich hoffe, du hast das Wort Respekt schon einmal vernommen ... Ich hoffe es wirklich für dich, ansonsten tun mir deine Schüler leid.
Was mir aber zudem immer wieder auffällt ist, wie verzweifelt die Quereinsteiger versuchen, fehlende Qualifikation zu kompensieren, indem sie gebetsmühlenartig nach Kompetenzen suchen, die sie den ausgebildeten Lehrern voraus hätten.
Schon auf die Idee gekommen, dass wir Lebenserfahrung, Erfahungen in der freien Wirtschaft und das ganze Zeug, was ihr immer aufzählt, auch auf der Pfanne haben?
In der freien Wirtschaft lernt man so etwas wie Kollegialität und Zusammenhalt eines Teams bzw. eines Berufszweiges. Wieso könnt ihr Quereinsteiger nicht einfach als Menschen sehen, die mit Euch arbeiten und Euch helfen, den ganzen Schulbetrieb am Laufen zu halten? Besteht die Wirtschaft denn wirklich nur aus geldgeilen Schnöseln, die eben dann zum Lehrer werden, wenn die Kohle knapp wird und eine Wirtschaftskrise droht? Was habt ihr denn für ein verkorkstes Menschenbild? Und ihr nennt euch Erzieher? Vielleicht sogar weltgewandte? Oder tolerante?
Ok,ich weiß ich weiß, ihr habt mir was in didaktischer und pädagogischer Hinsicht voraus, ist ja gut, ganz ruhig. Doch Didaktik und Pädagogik holen die Quereinsteiger heutzutage im Seminaren und mit UBs nach - übrigens häufig bei nicht reduzierten 27 Wochenstunden. Aber was es heißt, um seinen Job zu bangen, um Aufträge zu kämpfen, sich immer wieder behaupten zu müssen, das wisst ihr nicht.
PS: Wenn der Schülerfreund mir noch erzählen kann, welche Erfahrungen er in der freien Wirtschaft auf welcher Ebene und in welcher Zeit gesammelt hat, würde das das Niveau in diesem Forum sicher ganz gehörig in die Höhe schnellen lassen.
Vielleicht sollten Sie mal auf die Verhältnismäßigkeit ihrer Worte achten.
Sie werden völlig unangemessen persönlich "Was sind Mister M. und Schülerfreund doch für Ignoranten."
Nach meiner Wahrnehmung spricht das nun wirklich nicht für "Kollegialität und Zusammenhalt eines Teams".
Sie schreiben in ihrem Beitrag so vollmundig von ihren Erfolgen in der freien Wirtschaft, dass die Frage doch erlaubt sein muss, wieso Sie wechseln. Zumal der zeitliche Zusammenhang zur Wirtschaftskrise diesen Eindruck noch verstärkt. Hingegen Sie bezeichnen uns gleich als Ignoranten... Mit Verlaub - das lässt mich zusätzlich grübeln.
Den puren Idealismuns nehme zumindest ich ihnen nicht ab.
Geschätzter teamplayer, ich werde Ihnen keinen Abriss über meinen Lebensweg geben, auch wenn das in Ihren Augen dem Niveau hier abträglich ist. Kommt hinzu, dass ich mich hier nicht rechtfertigen muss und mein Lebensweg auch nicht Thema ist. Da Sie Mister M. und mich schon der Ignoranz bezichtigen, gehe ich davon aus, dass Sie selbst so frei von Ignoranz sind, um auch Lehrern zuzugestehen, dass sie ein bisschen mehr gesehen haben als die Schule.
Meiner Lebens- und Berufswirklichkeit entspricht es leider, dass viele (nicht alle) Quereinsteiger dem Arbeiten an einer Hauptschule nicht gewachsen sind. Es ist nicht so, dass die Quereinsteiger die Lehrer unterstützen, sondern die Lehrer müssen sich fast mehr um die Quereinsteiger kümmern als um die Schüler.
Wenn ich an unsere denke, frage ich mich immer, wie deren Wahrnehmung sein mag. Ob sie wirklich nicht merken, dass sie diesen Beruf nicht können? Ich kann mir nicht vorstellen, dass die mit ihrer Arbeit glücklich sind. Wenn ich dann noch bedenke, wie wenig die verdienen, frage ich mich schon, was sie motiviert.
Ergo liegt der Verdacht nahe, dass sie in der freien Wirtschaft nicht klar kamen.
Wer zudem noch so heftig auf so eine Frage reagiert, schürt diese Gedanken umso mehr.
bewerbe mich auch grade um eine Stelle als Quereinsteiger in NRW.
Gib Dir keine Mühe, die beiden wollen einfach nicht zuhören. In Anbetracht von dem Blödsinn, der hier im Artikel geschrieben wird, wundert´s eigentlich auch nicht. Möchte mal wissen, welcher engagierte Lehrer, der sich vielleicht auch mal Gedanken macht, was die Schüler NACH der Schulzeit machen, das ernst nehmen kann.
Gottseidank sind die meisten regulär ausgebildeten Lehrer in der Regel eher dankbar, dass sie in Anbetracht der überbordenden Klassengrößen und generellen Belastungen im Arbeitsalltag durch Quereinsteiger entlastet werden (genügend Lehramtler sind ja grade im naturwissenschaftlichen Bereich einfach nicht vorhanden und auch mittel-langfristig nicht zu erwarten).
Wenn man die Anforderungen an den eigenen Unterricht natürlich dermaßen runterschraubt, dass man nicht mehr weiß wohin mit seiner Zeit kann man allerdings auch in Ruhe Seiteneinsteiger im Forum verbal anfallen.
Sei´s drum, die Arbeit macht auf jeden Fall Spaß.
Grüße
Nudelsuppe
ich habe hier wirklich keine Lust auf Scharmützel, das ist doch kindisch. Sie sind Hauptschullehrer, und daher habe ich zunächst mal hohen Respekt vor Ihnen. Das ist wirklich harte Arbeit. Ich arbeite ebenfalls an einer Hauptschule und unterrichte dort Ethik, sogar in einer Doppelstunde. Daher weiß ich, von was Sie reden. Ich denke, Schwarz-Weiß-Malerei bringt uns hier nicht weiter. Es gibt unfähige Quereinsteiger, und ebenso überforderte Lehramtler. Es gibt motivierte, hervorragende Quereinsteiger, ebenso vorbildliche Lehramtler, die auch Quereinsteigern eine Chance geben und nicht alle in einen Topf schmeißen. Es wäre einfach nur schön, von Lehrern wie ihnen oder Mister M. ein wenig mehr Toleranz zu verspüren. Da wäre man schon mit zufrieden. Freundliche Grüße von einem teamplayer, der fest daran glaubt, dass ein kollegiales, faires Miteinander von Quereinsteigern und Lehramtlern möglich ist. Man muss es nur versuchen.
hier meldet sich ein Nicht-Lehrer, der auch keinen solchen Beruf anstrebt, sondern hier eher zufällig reinschlittert und die Diskussion sehr unterhaltsam findet. Mein Vater war jahrezhnetalng Lehrer, meine Schwester ist Lehrerin, und mein Bruder ein frisch gebackener Quereinsteiger, der seine Sache exzellent macht. Ich kann mir also eine neutrale Sichtweise erlauben und tue dies auch ausdrücklich. Ich kann hier nur an alle appellieren, ein friedliches und vor allem kollegiales Miteinander einzuhalten und zu pflegen. Obige Diskussionsbeiträge beweisen, dass angestammte Lehrer mit Lehramtsstudium Angst um ihre Pfründe haben. Besitzstandsdenken und überbordende Neidgefühle blockieren die Sicht auf das, was wirklich zählt: unsere Bildung endlich auf Vordermann zu bringen. Ganze Lehrergenrationen treten in den Ruhestand, was übrig bleibt, sind leere Arbeitsplätze. Der Lehrermangel schreitet mächtig voran. Da fragt man sich, was Menschen wie Mister M. oder andere arrivierte Lehrer zu solchen Schlammschlachten bringt. Anstatt froh zu sein über frische Kräfte mit frischen Ideen gehen hier die Klappen runter, die Alarmlampen leuchten rot - "Oh Gott - jetzt unterstehen wohl auch wir Lehrer plötzlich einem Wettbewerbsdruck?" Jawoll - und das wurde auch höchste Zeit! Ich bitte da um ein grundlegendes Umdenken: Kräfte aus der freien Wirtschaft bringen bereichernde Elemente mit in den Unterrichtsalltag, die erweitern auch den Horizont der Schüler, bereiten sie auf den wahren Arbeitsalltag vor, der immer steiniger wird. Die Zeiten der reinen Wissensvermittlung sind längst vorbei. Das Fitmachen für die Zukunft muss Vorfahrt haben!!! Offenheit muss in Schulen einkehren, offene Augen für die Probleme von Schülern aus sozial schwachen Familien. Empathie, gezielte Leistungsförderung, soft skills, ein solziales Miteinander. All dies Dinge, von denen leider viel zu viele "gelernte" Lehrer viel zu oft keinen blassen Schimmer haben. In diesem Sinne: her mit den Quereinsteigern! Blast frische Luft rein in die verquasten Betonköpfe so mancher angestaubter Besitzstandsdenker!!!
Hochachtungsvoll - Rollermann
Welchem Wettbewerb soll ich denn plötzlich ausgesetzt sein? ... Ich bin Beamtin, mein Arbeitsplatz ist nicht gefährdet!
Welche Pfründe hab ich denn, die durch Quereinsteiger gefährdet sein könnten? ... Nochmal: Ich bin Beamtin und kriege meinen Sold. Pfründe hab ich eh keine.
Grundsätzlich empfinde ich bei solchen Kommentaren eine unglaubliche Überheblichkeit. Sie erlauben sich tatsächlich zu behaupten "Empathie, gezielte Leistungsförderung, soft skills, ein solziales Miteinander. All dies Dinge, von denen leider viel zu viele "gelernte" Lehrer viel zu oft keinen blassen Schimmer haben." Woher nehmen Sie die Arroganz, das einem Lehrer abzusprechen? Weil er seinen Beruf gelernt hat?
Weiter oben schreiben Sie "Mein Vater war jahrezhnetalng Lehrer, meine Schwester ist Lehrerin, und mein Bruder ein frisch gebackener Quereinsteiger, der seine Sache exzellent macht. Ich kann mir also eine neutrale Sichtweise erlauben und tue dies auch ausdrücklich."
Was meinen Sie denn mit neutraler Sichtweise? Meinen Sie beurteilen zu können, wie der Beruf funktioniert?
Meine Freundin ist Zahnärztin, meine Mutter war Allgemeinmedizinerin, mein bester Freund ist auch Zahnarzt. Ich erlaube mir aber nicht, diesen Beruf beurteilen zu können. Oder soll ich da mal ein bisschen frischen Wind reinbringen? Ich meine, das Gesundheitswesen liegt ja auch auf dem Boden. Die sollen mal nicht nur versuchen, ihre Besitzstände zu erhalten.
Sie schreiben weiterhin, dass ihr Bruder ein frisch gebackener Quereinsteiger ist, der seine Sache exzellent macht. Nun, ich glaube Ihnen das, aber woher wissen Sie das? Haben Sie seinen Unterricht besucht oder sich über ihn bei seiner Schulleitung erkundigt? Oder haben Vater und Schwester gesagt: "Dee Jung macht sich ganz prima!"?
Inzwischen ringt es mir nur noch Lächeln ab, wenn ich hier die Beiträge von Quereinsteigern lese, die meinen, dass die fehlende Ausbildung sie sogar zu besseren Lehrern macht, als wir es sind. Dass sie über Empathie verfügen, gezielte Leistungsförderung und sonst was nachgerade besser können, vielleicht gerade WEIL sie keine Ausbildung haben. Von wem geht denn da bitte die Überheblichkeit aus?
Sehe ich dann die Not, die die Quereinsteiger in unserer Schule haben, die voller Empathie irgendwann die Schule zusammenbrüllen und keinen Gedanken mehr an soziales Miteinander verschwenden, sondern nur von den Schülern nicht mehr beworfen werden wollen.
Sorry, ich als Betonkopf mit einem wie auch immer gearteten Besitzstandsdenken (was immer das auch bedeuten soll, wenn mir eh keiner von den Quereinsteigern was nehmen kann) helfe jedem Quereinsteiger gern so gut ich kann. Wenn ich aber solche Beiträge lese, weiß ich nicht, wie gutmütig ich noch sein muss, wenn ich den Quereinsteigern auch weiterhin helfen soll.
na, da sind Sie mir ja richtig schön in die Falle getappt
MfG - der Rollermann
Aber wenn es Ihnen mit dieser Vorstellung besser geht, bitte!
Mir fällt nur auf, dass Sie auf keine einzige meiner Fragen eingegangen sind, was den Verdacht bei mir erhärtet, Sie könnten ein Stammtischheld sein, der nur seine Parolen drauf hat.
Von Altersbezügen habe ich keinen einzige Buchstaben geschrieben. Also, was legen sie mir da in den Mund? (Abgesehen davon, glaube ich auch gar nicht, dass es da zukünftig keine Einschnitte gibt - mit oder ohne Quereinsteiger.)
Ich weiß zwar noch immer nicht genau, welchen Wettbewerb Sie meinen, aber in der Schule halte ich Wettbewerb eher für gefährlich.
Soll das etwa so laufen? "Der Lehrer XY gibt zu viele 5en. Der wird entlassen!"
Der Lehrer AB schafft nur 33 Schüler in einer Klasse, der muss mal an eine andere Schule!"
"Der Lehrer Z gibt zu wenig 5en, der wird entlassen!"
Ich verstehe Sie nicht. Bitte erklären Sie mir den von Ihnen gewünschten Wettbewerb.
Wenn Sie von meiner Arbeitsplatzsicherheit sprechen, dann möchte ich Ihnen sagen, dass die mir kein Quereinsteiger nehmen kann. Also wäre auch an dieser Stelle Konkurrenzdenken unanbegracht. Was sollte ich für ein Problem haben, wenn Quereinsteiger die gleichen "Privilegien" hätten wie ich?
Wenn Sie meine vorherigen Beiträge gelesen hätten, wäre Ihnen aufgefallen, dass ich nicht verstehen kann, dass jemand für das geringe Entgelt, das Quereinsteiger verdienen, arbeiten gehen. Bevor Sie aber wieder maulen: Ich mache die Gehälter nicht und ich finde, dass Quereinsteiger zu wenig verdienen. Ich würde dafür nicht arbeiten.
SIe waren also an einer Schule mit lauter zwangsversetzten Lehrern? Und die haben alle an Schülerinnen gefummelt oder gar schlugen?
Na sowas! Das ist ja ausgesprochen bedauerlich für Sie!
Gut, dass Sie das auch alles herausgefunden haben - ich meine, dass die alle zwangsversetzt waren.
Zuletzt würde ich aber eine Frage gern beantwortet haben. Wenigstens eine einzige Frage
Sie schreiben, (ausgebildete) Lehrer könnten neidisch auf Quereinsteiger blicken.
Was soll ich einem Quereinsteiger neiden? Bitte, was?
Nicht, dass Sie jetzt denken, ich hätte einen Wutausbruch. Ich mache mich gerade über Sie lustig, weil ich so ein Geschwätz wahrlich nicht ernst nehmen kann
als ich vor wenigen Tagen meinen Freunden beim Bierchen erzählte, dass ich versucht habe, mich mit Lehrern jeglicher Couleur in einem Forum über den Lehrerberuf konstruktiv auszutauschen, griffen die sich an den Kopf. "In einem solchen Forum machen doch eh nur die Leute den Mund auf, denen sonst im Alltag niemand zuhört". Wie recht sie haben ... Schülerfreund, sie haben doch so einen freundlichen Namen... Was ist nur mit Ihnen los? Hat man Ihnen etwas getan? Was ist der Grund für Ihre Frustration?
Bei der Bierchenrunde - nein, es war kein Stammtisch - war auch eine Freundin zugegen, die als Lehrerin arbeitet, und zwar im Quereinsteiger-Überschwemmungsgebiet NRW. Sie sagte mir, Quereinsteiger seien an ihrer Schule herzlich willkommen. Ihre Schüler würden diese erfrischende Art eines Quereinsteigers sehr zu schätzen wissen, weil die ganz neue Impulse setzen würden. Wie vorbildlich meine Bekannte doch ist! Sie ist fähig zur Selbstkritik, welch wertvolle Eigenschaft! Schülerfreund, oder Schülerfreundin, weshalb flippen Sie hier nur so aus? Wieso verlassen Sie den Boden der Sachlichkeit? Wieso hören Sie Rollermann nicht einfach mal zu?
Eigentlich wollte ich hier konstruktive Tipps von guten Pädagogen. Doch stattdessen bekommt man hier nur Wutausbrüche von frustrierten Lehrern an den Kopf geknallt, die an ihrem Wochenende anscheinend nichts besseres zu tun zu haben als mit niveaulosem Schlamm um sich zu werfen. Da ich kein Therapeut bin, werde ich mich an diesem Blödsinn nicht mehr beteiligen. Wer einen Tipp hat, wo im Internet Lehrer eine Plattform mit Tiefgang vorfinden, möge sich bitte bei mir melden!
Mit kollegialen Grüßen, Teamplayer.
Eine Botschaft an Rollermann: Wollen Sie nicht unsere Schulen bereichern? Menschen mit Ihren Ansichten werden dringend benötigt! Und mit "Stammtisch" haben Ihre Argumente nichts zu tun. Einen solchen Vergleich kann wohl nur jemand anstellen, der am Wochenende lieber am PC sitzt, anstatt sich mit Menschen draußen in der Gesellschaft auseinander- bzw. in einer Kneipe zusammenzusetzen.
Wir regulären Lehrer und Lehrerinnen sind Nieten.
Wir kommen weder mit Schule, Schülern noch mit Alltag zurecht.
Wir sind uneinsichtig und unfähig zur Selbstkritik.
Jeder x-beliebige Teilnehmer einer Bierrunde wäre für Schüler erfrischender, lebensnaher, kompetenter.
Das Problem ist die elende Verbeamtung. Man wird uns Permanentversager nicht los.
Appell an die Pharmaindustrie: Wir brauchen 'ne Lehrergrippe. Aber mit einem intelligenten Virus, der zwischen Beamten und den wahnsinnig guten Quereinsteigern unterscheidet. Und: der Lehrergrippenvirus darf nicht so floppen wie der Schweinegrippenvirus. Der war bestimmt Beamter, lebensfern, frustriert, ein Langeweiler, dem niemand zuhören wollte.
Es leben die Quereinsteiger!
You are the best!
Besser als die Profis!
Weg mit den Beamtenluschen!
(Kann mir mal jemand verraten, warum von den zehntausenden von Lehrern, die zwischen 1982 und 2002 in die freie Wirtschaft gingen, kaum einer zurück an die Schule kam? Hm. Sind die vielleicht schuld an der Wirtschaftkrise? Man denke sich: Lehrer, echte Lehrer, in der freien Wirtschaft. All diese potentiell faulen Säcke, diese inkompetenten Typen, die das Schulsystem wegen Überfüllung nicht annahm. Statt ihrer kamen die Quereinsteiger. Unverbraucht, dynamischm, angefüllt mit Lebenserfahrung)
Ich freue mich auf die Antworten der Bekannten, Freunde, Verwandten, die natürlich nicht selbst Quereinsteiger sind und sich dennoch in diesem Forum so sachkundig und glaubwürdig engagieren!
Aus welcher meiner Zeilen entnehmen Sie einen Wutausbruch?
Welche Argumente meinen Sie, die Rollerman gebracht hätte? Im Unterschied zu Ihnen und ihm bin ich auf die Äußerungen eingegangen.
SIe ignorieren gleichermaßen konsequent meine Fragen. Wenn einige dieser Behauptungen (Pfründe, Wettbewerb...) mit Inhalt gefüllt würden, könnte man vielleicht auch was dazu sagen. Ich habe versucht, darum zu bitten, dass man es mir ein bisschen inhaltlich auffüllen könnte?????
So ist es nur dahingesagt und auf Nachfragen heißt es, ich flippe aus und/oder sei frustriert.... und Sie vermissen Tiefgang???
Bitte an die anderen Leser:
Flippe ich wirklich aus?
Deutet meine Art zu schreiben auf einen Wutausbruch hin?
Ich nehme nur wahr, dass nichts von dem, was ich hinterfrage, erläutert wird. Dafür werde ich dann aber persönlich angegangen (frustriert, Wutausbruch, Was hat man Ihnen getan?...)
Mir fehlen die Worte
Haben Sie nicht vergessen, dass wir auch neidisch auf die Quereinsteiger sind?
Vielleicht weil die so viel mehr vom Leben verstehen als wir und im Gegensatz zu uns zur Selbstkritik fähig sind.
Lehrer in der Wirtschaft - warum nicht? Viele könnten dort sicher einen guten Job machen. Wirtschaftsmenschen in der Schule? Warum nicht - viele könnten dort ebenfalls bestehen und Kollegen wie Schüler mit anderen Sichtweisen unterstützen. Dass sie das besser könnten als Lehrer mit 2. Staatsexamen, hat hier niemals jemand behauptet. Vergleiche waren mir eh fremd - das einzige, was ich mir erhofft habe, waren kollegiale Töne von Pädagogen, die nicht verallgemeinern. Aber sei es drum: Schülerfreund und Frederic sind argumentatorisch auf einem Kindergarten-Level - wildes Rumgebrüll, und wenn man nicht mehr weiter weiß, ruft man nach dem Papa. Eh, sorry Frederic, Dir muss ich natürlich karnevalistisches Talent bescheinigen. Auch das mit der Grippen-Metaphorik finde ich wirklich herzerfrischend! Narrhallamarsch! Viel Spaß noch in der Schule!
Seid endlich ehrlich zu euch selbst - und fair zu den neuen Kollegen!
Ich bin nur nicht mehr bereit, mit Menschen zu diskutieren, die sich fast paranoid angegriffen fühlen, dafür aber selbst die Grenzen des guten Geschmacks völlig ignorieren. Man schaue sich diesbezüglich nur den letzten Beitrag von teamplayer an.
Inhaltlich habe ich Fragen gestellt. Keine wurde beantwortet.
@ Rollermann
"Neidisch (NEID!) und herabschauend wird auf diese Eindringlinge gestiert, nur weil sie keine Pädagogik-Kurse an der Uni besucht haben."
Verstehe ich Sie richtig, dass ausgebildete Lehrer auf Quereinsteiger neidisch sind, weil die keine Pädagogikkurse an der Uni belegt hatten?
Sie können mir jetzt wieder Polemik vorwerfen, aber mir erschließt sich einfach nicht, warum ich deshalb ein Gefühl des Neids entwickeln sollte. Ich habe Sie schon in einem vorherigen Beitrag gebeten, mir das genauer zu erklären. Für mich sieht es so aus, als sei ich neidisch auf etwas, was ein anderer NICHT hat. Wie kann das denn Neid erzeugen?
Auch ihr Hinweis auf die Lehrer mit ihrem "privilegierten und ferienreichen Berufsalltagsnest so schön gemütlich gemacht (BESITZSTANDSDENKEN!)" bringt mich nicht weiter.
Die Arbeitszeitdiskussion können wir gern an anderer Stelle führen, aber gehen wir mal davon aus, es wäre so:
Inwiefern könnte dieser Umstand von Quereinsteigern bedroht sein? Inwiefern sollte das ein Grund sein, Quereinsteiger abzulehnen? Inwiefern hat das denn überhaupt etwas mit Quereinsteigern zu tun?
Ich vermute eher, dass ein frischer Quereinsteiger ebenfalls ganz scharf auf die vermeindlichen 3 Monaten Ferien sein könnte. Es sei ihm gegönnt! Wenn er keine Korrekturfächer hat, hat er sie vielleicht auch.
Dazu fällt mir der Satz eines unserer Quereinsteiger ein, der nach den Herbstferien sagte: "Da hatte ich mich so darauf gefreut, als Lehrer die Ferien genießen zu können und jetzt hab ich die ganzen Ferien gearbeitet."
Da Sie selbst kein Lehrer sind, wissen Sie es sicher nicht, aber einen Teil dieser Ferien müssen wir korrigieren. Das wird ihnen Teamplayer sicher bestätigen können, der ja schon seit einem Jahr dabei ist.
In der Jahressumme kommen wir mindestens auf die gleiche Arbeitszeit wie jeder andere Angestellte auch, aber wie schon gesagt: diese Diskussion gehört nicht hierher.
Gern bin ich bereit, Fehler einzugestehen und ich sehe weder mich noch die Lehrerzunft als unfehlbar an. Ich kenne übrigens keinen Lehrer, der sich für unfehlbar hält. Zu einem pauschalen "Asche auf mein Haupt" bin ich nicht bereit.
Aber Sie könnten Sie das ja sicher auch konkretisieren und mir erläutern, welche Fehler wir ausgebildeten Lehrer denn machen?
Was aber hat das bitte mit Quereinsteigern zu tun?
Machen die keine Fehler, die wir aber widerum machen?
Wenn ja, welche bitte?
Antworten auf konkrete Fragen ohne inhaltslose Allgemeinplätze blieben Sie bislang leider schuldig.
Ich habe leider nicht den Eindruck gewonnen, dass von Nudelsuppe, teamplayer oder Ihnen eine sachliche Diskussion angestrebt war. Daher verabschiede ich mich aus diesem Gespräch.
@teamplayer
aufgrund ihres Tons, ihrer inhaltlichen Entgleisungen und ihrer persönliche Anfeindungen erachte ich es nicht mehr für notwendig, auf ihre Beiträge einzugehen.
Ich wünsche Ihnen für die Zukunft alles Gute
Für mich ist das schlagendste Argument, daß ich Schülern, die auf das Berufsleben vorbeitet werden, von Nutzen sein werde. Dabei will ich gar nicht besser sein als ausgebildete Lehrer, wen interessiert das? Es gibt auf beiden Seiten Ausreißer, sowohl in die eine, als auch in die andere Richtung, verallgemeinern lässt sich das sowiso nicht. Für mich steht fest: wenn ich diesen Weg gehe, dann will ich einen guten Job machen, unbedingt... So, das von meiner Seite, und jetzt, weitermachen...
ich kann dich in deinem vorhaben nur bestärken: gerade biologie-lehrer werden gesucht. lass dich von lehramtler-äußerungen auf dieser seite nicht so sehr runterziehen: ich hab mir diesen schlagabtausch auch durchgelesen und bin doch sehr verwundert, wie unreflektiert meine kollegen auf quereinsteiger hinabschauen. da wird gar kein unterschied gemacht. auch von uns ausgebildeten lehrern haben es viele schwer. in meinem lehrerzimmer muss ich genauso viele alteingesessene Kollegen wie seiteneinsteiger trösten, das gibt sich nicht viel... ich habe mit quereinsteigern fast durchweg positive erfahrungen gemacht. ok, einige wirken leicht überfordert, weil sie sich zu wenige gedanken darüber machen, wie schwierig doch die arbeit mit kindern/jugendlichen sein kann. andererseits glaube ich, dass leute wie du, die in der wirtschaft gearbeitet haben, andere impulse setzen können als wir studierten lehrer. also, ich finds gut und drück dir die daumen! grüße von mike
 
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