Ordnungsmaßnahmen
Strafe als pädagogisches Mittel
In der Schule gibt es keine "Strafen", sondern nur "erzieherische Maßnahmen", "Ordnungsmaßnahmen" usw. Denn "Strafen" haben keinen langfristigen pädagogischen Nutzen. Zur Aufrechterhaltung der Ordnung verhängen Lehrer/innen jedoch trotzdem Strafen (Strafarbeiten, Arrest ...), auch wenn diese oft nicht so genannt werden. Sind sie deshalb schlechte Pädagog/innen?
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Eingetragen am 26.06.2010, 17:50 Uhr in Paedagogik | Umgang mit Konflikten |
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In der Schule gibt es keine “Strafen”
“Mr. M” hat in einem Lehrerfreund-Kommentar zum Beitrag “5 Tipps, wie man Schüler richtig bestraft” darauf hingewiesen, dass es in der schulischen Terminologie keine “Strafen” gibt. Tatsächlich ist in den Schulgesetzen bzw. entsprechenden Vorschriften stets die Rede von “pädagogischen Maßnahmen”, “Ordnungsmaßnahmen” usw. die Rede. Damit gibt es auch keine “Strafarbeiten”, sondern “Aufgaben, die die Schüler/in das Fehlverhalten erkennen lassen” o.ä.
Das entspricht nicht der Realität; im Schulalltag muss manchmal schon allein deshalb gestraft werden, um den Unterricht in Gang halten zu können (“pragmatisches Strafen”, “Ordnungsmaßnahme”). In der schulischen Terminologie wird meist nicht/kaum zwischen “Erziehungsmaßnahmen”, “Erziehungsmitteln” oder “Ordnungsmaßnahmen” unterschieden. Dabei sollte eine “Erziehungsmaßnahme” eher den rechten Weg aufzeigen, eine “Ordnungsmaßnahme” eher dazu dienen, die Ordnung aufrechtzuerhalten.
Ob Strafe ein angemessenes und sinnvolles erzieherisches Mittel ist, ist eine Frage der pädagogischen Sichtweise.
Strafe oder Erziehungsmaßnahme?
Da es formal in der Schule keine “Strafen” gibt, geht vielen Lehrer/innen mit der Zeit das Gefühl für den feinen Unterschied zwischen “bestrafen” und “erziehen” verloren. Die Grenzen zwischen konditionierender Strafe und konstruktiver Erziehungshilfe verschwimmen:
Ist das hundertmalige Abschreiben von Sätzen wie “Ich darf im Unterricht nicht reden.” eine Strafe (durch die die Schüler/in konditioniert werden soll, indem er/sie als Folge eines Fehlverhaltens einem negativen Reiz ausgesetzt wird)? Oder ist es eine sinnvolle Aufgabe, um die Schüler/in zur Einsicht kommen zu lassen, dass Reden im Unterricht nicht erwünscht ist?
Häufig werden zur Bestrafung auch schlechte Noten vergeben - was natürlich der Intention der Leistungsbewertung völlig zuwiderläuft. Dennoch wird auch dies von vielen Lehrer/innen als manchmal notwendiges erzieherisches Mittel gesehen.
Warum Strafen aus pädagogischer Sicht nicht sinnvoll sind
Im Beitrag 5 Tipps, wie man Schüler/innen richtig bestraft finden Sie Hinweise, wie man Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen pädagogisch sinnvoll umsetzen kann. Zu diesem Beitrag wurden von Leser/innen eine Menge Kommentare gepostet, wobei einige sich tendenziell positiv mit der Frage nach körperlichen Strafen (“Prügelstrafe”) beschäftigen. Prügelstrafe habe erstaunlich positive Erziehungsergebnisse, wird von einigen berichtet. So schreibt bspw. “Inga”:
Ich war im Bayerischen Wald bei einer reizenden Familie zu Gast, geführt von einer allein erziehenden Mutter. Die prächtigen Jungen sind 16, 14 und 12 Jahre alt. Sie sind vorbildlich in ihrem Benehmen und ihren Schulleistungen. Als ich mich einmal bei Tische lobend über die Burschen äußerte, antwortete die Frau Mutter mit einem Lächeln: Wenn es mal nicht so klappt, dann haben wir ein durchgreifendes Mittel, nicht wahr ihr Lieben? Da kriegten die Jungen ganz rote Köpfe. Der Jüngste musste das “Hilfsmittel” holen, und ich traute meinen Augen nicht: ein richtiger Rohrstock, so einen hatte ich bisher nicht gesehen.
[...]
Hinterher diskutierte ich mit der Mutter unter vier Augen. Seitdem bin ich hin- und hergerissen zwischen dem theoretischen Anspruch und den Erfahrungen. Einige Nichten und Neffen werden modern erzogen, dioch es hagelt Faul- und Frechheiten.
Der Leser “zum_bleistift” antwortet darauf mit einem Beispiel aus seiner eigenen Jugend:
Das ist sehr trügerisch. Es sieht aus, als ob es funktionieren würde. Aber es ist einfach eine Reaktion auf Schmerz und Überwältigung. Sie tun etwas, um Schmerz zu vermeiden. Ist ja verständlich.
[...]
So erzieht man Menschen mit Schmerz zu Gehorsam. Wenn diese dann erwachsen sind – wonach richten sie sich dann? Wer den meisten Druck auf sie ausübt? Oder entscheiden sie plötzlich auf Vernunftbasis?
Lehrerfreund: Schüler bestrafen, Kommentar #62 von zum_bleistift
Bei mir ist das so gelaufen: Ich durfte bspw. das Feuer im Herd anzünden. Mutter zeigte und sagte mir, worauf ich achten muss. Ich erinnere mich noch, dass sie gejammert hat, weil ich oft zu lange rummachte und sie natürlich daneben stehen blieb, damit alles richtig lief. Es wurde aber auch geschimpft, wenn ich mich in Gefahr begab. [...]
Ich lief als kleines Kind mit Klappmesser und auch Streichhölzern rum (Indianer; schon mit 5 Jahren). In unserem Haus wohnte auch eine 5-köpfige Familie. Der Vater schlug die Kinder regelmäßig. Sie waren oft krank und verletzten sich häufig. Sie durften nirgends Feuer machen, durften kein Messer zum Schnitzen und keine Zündhölzer für ein Lagerfeuer haben. Und dann machten sie eines in der Scheune und die brannte lichterloh. Ich verstand weder das Verhalten des Vaters, als er sie ein paar Wochen davor schlug, weil sie Zündhölzer eingesteckt hatten – noch die hirnrissige Idee, auf einem Holzboden ein Feuer zu machen. Und ich war gleich alt (8).
Lehrerfreund: Schüler bestrafen, Kommentar #65 von zum_bleistift
Was noch wichtig zu erwähnen ist:
Alle 3 Kinder versteckten sich.
Es begann zu brennen und sie haben das Feuer nicht gelöscht oder jemand gerufen. Nein, sie liefen davon und versteckten sich! Erst als jemand das Feuer von der Straße aus sah, wurde die Feuerwehr gerufen.
Ihre Wohnung war 20m entfernt und sie hätten nur rufen müssen. Aber die Angst vor dem Vater hat sie getrieben – und eine vernünftige Handlung blockiert.
Sicherlich: Schläge können eine Verhaltensänderung herbei führen. Aber mit Vernunft hat das sehr wenig zu tun.
Lehrerfreund: Schüler bestrafen, Kommentar #68 von zum_bleistift
Anhänger einer zeitgemäßen Pädagogik gehen davon aus, dass eine solche Verhaltensänderung nicht wünschenswert ist, da sie unerwünschte Nebenwirkungen hat, indem bspw. der Glaube an die Kraft der Gewalt genährt wird - oder eben den Kindern sinnentleerte Regeln eingestampft werden, deren Befolgen destruktiv ist. Eine neue Perspektive hat die Diskussion durch Bernhard Buebs sehr umstrittenes Buch Lob der Disziplin erhalten, da hier Strafen grundsätzlich als Eckpunkte einer autoritär-liebevollen Erziehung befürwortet werden.
Faustregeln für Lehrer: Wann und wie bestrafen?
Regel 1: Keine Strafe ohne pädagogische Intervention
Strafen Sie niemals, ohne die Angelegenheit mit der betroffenen Schüler/in zu besprechen. Selbst bei “trivialen” Strafen (z.B. für Stören im Unterricht) erzielen Sie nur dann einen sinnvollen und nachhaltigen Effekt, wenn Sie z.B. im Anschluss an die Stunde ein kurzes Gespräch führen, in dem Sie darlegen, warum Sie das Verhalten stört und warum es wünschenswert wäre, wenn das Verhalten in Zukunft geändert werden könnte. Durch solche Gespräche können Sie die Notwendigkeit Strafen auszusprechen insgesamt drastisch nach unten drücken.
Regel 2: Werden Sie sich über Ihre Intentionen klar
Das Dilemma der Lehrer/innen liegt darin, dass sie bei der Realisierung einer “Erziehungsmaßnahme” gleichzeitig eine pädagogische als auch eine pragmatische Intention haben. Wenn ein Schüler zur Ruhe ermahnt wird, bedeutet das meist:
“Ich möchte, dass in der Klasse Ruhe ist.” - pragmatische/organisatorische Intention
“Schüler X soll lernen, dass sein Verhalten die anderen stört.” - erzieherische Intention
Wenn Sie eine erzieherische Maßnahme realisieren, sollten Sie sich klar sein, ob sie damit die betroffene Schüler/in auf den rechten Weg weisen wollen - oder einfach nur die Ordnung aufrechterhalten wollen. Geht es Ihnen nur darum, eine/n Schüler/in zu erziehen (z.B. wenn Sie erfahren, dass er/sie Pornofilme auf seinem Handy hat, heimlich raucht o.ä.), dann sollten Sie im Sinne des Scheunenbeispiels auf Bestrafung verzichten und einen konstruktiven Dialog suchen. Stört ein/e Schüler/in den Unterricht, kann am Ende der gestaffelten Verwarnungskette durchaus eine Strafe stehen, damit der Unterricht weitergehen kann. Auch in solchen Fällen gibt es jedoch Alternativen: Bitten Sie die Schüler/in sofort nach draußen und klären Sie die Situation (s.o. Regel 1).
Regel 3: Strafen Sie niemals ungerecht
Ungerechte Strafen haben außerordentlich destruktive Effekte: Sie ziehen sich den Hass der bestraften Schüler/innen zu, ihr Ruf leidet genau so wie die Unterrichtsatmosphäre. Suchen Sie im Zweifelsfall das Gespräch und nehmen Sie die Strafe zurück. Auch Lehrer/innen dürfen Fehler machen; wenn Sie einen Fehler eingestehen, macht Sie das nur menschlicher und gerechter.
Regel 4: Strafen Sie richtig
Wenn Sie strafen müssen, dann befolgen Sie die 5 Tipps, wie man Schüler/innen richtig bestraft:
- Strafen Sie transparent.
- Strafen Sie berechenbar.
- Strafen Sie emotionslos.
- Strafen Sie sinnvoll.
- Strafen Sie rückstandslos.
Warum das alles nicht so einfach ist
Es stellt sich die Frage, wie sehr Lehrer/innen für die Erziehung ihrer Schüler/innen verantwortlich sind und sein können. Viele Lehrer/innen vertreten die Ansicht, dass es nicht ihre Aufgabe sein könne, in einigen Schulstunden pro Tag das auszubügeln, was die Eltern jahrelang verpfuscht haben (z.B. zur Problematik “Fernsehgerät im Kinderzimmer”: Kreide fressen 02.06.2010: Horror am Morgen). Selbst wenn es ihre Aufgabe wäre, sinnieren sie weiter - woher die Kapazitäten für ausführliche pädagogische Interventionen nehmen bei Deputaten bis 29 Stunden und Klassengrößen von bis zu 34 Schüler/innen pro Klasse?
An den meisten Schulen fehlt zudem qualifiziertes Personal, das in schwierigen Fällen behilflich sein kann (Schulsozialarbeiter/in, Schulpsycholog/in). Deshalb müssen die Lehrer/innen solche Situationen oft selbst klären und ziehen sich auf den Standpunkt zurück: “Die Erziehung der Schüler/innen kann nicht mein Bier sein, also halte ich einfach durch Strafen die Ordnung aufrecht.”
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9 Kommentare von Lehrerfreund/innen
Für mich ist es eigentlich ganz einfach:
Ethik: Ist jemand bereit sich zu verbessern, reicht oft ein kleiner Stups und schon geht es in die richtige Richtung. Da arbeitet die Person an sich selbst. Möglicherweise geht es nur im Schneckentempo vorwärts, aber es müssen kleine Fortschritte in geraumer Zeit sichtbar werden.
Recht: Ist jemand nicht willig und bringt mit seinem Verhalten die Gruppe in Schwierigkeiten, so muss die Gruppe bzw. dessen Vorstand etwas unternehmen, sonst nimmt die Gruppe Schaden.
Hier muss eingeschritten werden – im schlimmsten Fall mit einem Ausschluss (wie schon lange praktiziert: Verbrecher werden eingesperrt; Personen mit gefährlichen, ansteckenden Krankheiten werden in Quarantäne gesteckt). Wenn ein Schüler nicht mehr an Mathe teilnehmen dürfte und dann keinen Jahresabschluss hätte, würde das extrem hart sein.
(Es gibt leider ein paar ganz wenige Prozent, die auf Verbesserung nicht ansprechen.)
Obige Faustregel Nummer 1 ist wichtig: Wie soll sich jemand verbessern, wenn er nicht verstanden hat, was an seinem Verhalten für ihn oder die Gruppe schädlich ist?
Regel 2 ist eine Folge auf das Gespräch und das weitere Verhalten.
Regel 3 versteht sich von selbst. Ein Lehrer, der dagegen verstößt, hat in diesem Moment den Respekt der Schüler verloren.
Regel 4 würde also nur greifen bei Recht (siehe oben). Bei Ethik würde man dem Schüler jede erdenkliche Hilfestellung zukommen lassen.
Tipp 5 davon gefällt mir. Das ist die C-Taste vom Lehrer (wie beim Taschenrechner). Da lebt man als Schüler ohne bedrohliche Zukunft. Es ist allerdings nicht immer leicht für einen Lehrer.
Einzig das mit dem qualifizierten Personal sehe ich ein wenig anders. Ich würde gerne eine Statistik sehen, die aufzeigt, dass dadurch langfristig etwas besser läuft. Die Psychiatrie und auch die Psychologie gehen von einem menschenverachtenden Ansatz aus, der nicht stimmt (dass der Mensch eigentlich ein Tier ist; er ist böse und nur durch soziale Erziehung und Einschränkungen wird er gut). Und so können die darauf aufsetzenden Methoden auch nur mangelhaft funktionieren. Als “Beweis” möchte ich hier die vielen unheilbaren geistigen Krankheiten anmerken. Zufrieden stellende Resultate sind doch in jedem Gebiet denkbar – oder nicht?
(Ich möchte damit aber nicht die Psychologen ins Unrecht setzen, die sich wirklich bemühen und möglicherweise auch einige Resultate erzielen. Aber Obiges musste einfach gesagt werden.)
Ich denke, der Mensch ist im Grunde gut.
_
Ich dachte, was ich am Schluss geschrieben habe, ist noch ein wenig erklärungsbedürftig.
Ist der Mensch gut?
Das kann jeder für sich selbst feststellen.
Wie viele Aktivitäten machen Sie täglich, um zu helfen?
Wie viele Gedanken machen Sie sich, um etwas voran zu treiben, etwas zu verbessern, das anderen zu Gute kommt?
Im Gegenzug fragen Sie sich, wie viele Ihrer Gedanken tägich darum kreisen, jemandem zu schaden?
Wie viele Aktionen Sie unternehmen, um andere zu unterdrücken?
Also ich kann sehen, dass die große Mehrzahl der Menschen gerne helfen möchte und es auch tut – so weit es ihre Ausbildung, ihre Fähigkeiten und ihr Einfluss erlauben.
Eine Mutter, die etwas Gutes kocht, macht es für ihr Kind, ihren Mann und zuletzt für sich selbst. Zu behaupten, dass sie es nur macht, weil es sonst Gerede über sie gibt, ist eine Unterstellung! Das eine oder andere Mal mag so etwas die Disziplin straffen, aber der gewöhnliche Alltag ist das nicht. Sie möchte ihren Lieben Freude bereiten, etwas Gutes tun! Sie hat selbst Freude, wenn sie sieht, dass es allen gut geht.
Das Gleiche ist, wenn es den Nachbarn gut geht.
Wenn der Nachbar Krebs hat, ist das nicht schön, es ist bedrückend.
Wenn die Nachbarskinder Spaß haben und es so richtig krachen lassen – das macht auch mir Spaß. Wenn sie am Abend müde werden und es zu Streitigkeiten kommt, macht mir das keinen Spaß mehr. Das möchte ich dann unterbinden.
Es wäre wahrscheinlich ernüchternd zu wissen, wie viele Kinder wegen der Eltern lernen, damit sich diese nicht so sorgen um sie. Dass es für sie selbst von Vorteil ist, ist nicht der (alleinige) Hauptbeweggrund. Einem Lehrer, den man gerne mag, möchte man es auch nicht antun, dass man da steht und nichts kann. Man weiß auch als Kind, dass er sich Mühe gibt und man ihm den Tag versaut, wenn keiner etwas gelernt hat.
Nun eine ganz persönliche Frage:
Können Sie sich an eine Zeit erinnern, als Sie helfen wollten und schroff zurückgewiesen wurden?
Das hat weh getan! Stimmt’s?
_
Jetzt aber wieder zurück zum eigentlichen Thema.
Für mich ist Disziplinierung nur dann sinnvoll, wenn sie die Klasse schützt. Alles andere ist eine Bestrafung, die in Richtung Genugtuung oder Verletzung geht.
Hier ein paar Beispiele:
– Wenn man einen Schüler nachsitzen lässt, schützt das die Klasse nicht.
– Wenn ich ihn 100 x einen Satz schreiben lasse, hilft das nicht der Klasse.
– Wenn ich ihn aber aus der Klasse verweise, kann er nicht mehr stören.
– Wenn ich ihn umsetze, könnte das helfen (bei mir hat das allerdings nicht viel gebracht).
– Wenn ich ihn zur Tafel hole und die letzten 5 Minuten wiederholen lasse – und das als Mitarbeit notiere, könnte das helfen. Er wird zumindest im Redefluss/Stören unterbrochen.
– Ich würde ihn ein Referat (Termin eine Woche später) halten lassen, über den letzen Stoff. Erst würde ich ihn loslegen lassen und wenn er ihn halbwegs beherrscht, dann würde ich mich mit einem Mitschüler unterhalten und ihm keine Aufmerksamkeit schenken, laut dazwischen sprechen …, während er spricht.
Erzieherische Aktion: Anschließend kann man ihn unter 4 Augen fragen, wie das für ihn war. Was er dachte/empfand; was er sich fragte. Ob es sein Ziel vereitelt hat? Das dürfte die Sensibilität etwas erhöhen.
– Wenn einer wirklich nicht hören will und weiter macht, würde ich mich bei der nächsten schriftlichen Arbeit einige Zeit neben den Schüler stellen, über sein Lineal, seine Schrift etc. was sagen – also einfach stören.
Bei nächster Gelegenheit würde ich ihn mir zur Brust nehmen und ihm klar machen, dass er das ständig mit mir und der Klasse macht und ich mir das gleiche Recht nehme und ihn bei seiner Arbeit störe. Er soll einmal darüber nachdenken, wie das für ihn ist, wenn ich so weiter mache.
In der darauf folgenden Stunde würde ich die Hefte beliebig verteilen und die Schüler sollen sie gegenseitig korrigieren. Ich muss die Arbeit ja nicht benoten. Das ist ebenfalls eine erzieherische Aktion, da es ihm (und möglicherweise auch anderen) klar macht, was er damit bewirkt, wie unangenehm ein Stören für andere ist … Es stört ja nicht nur den Lehrer, sondern auch die Schüler, die am Unterricht interessiert sind. (Ich spreche wie ein Lehrer und bin keiner.)
Ich würde mich nicht herablassen zu strafen (wenn immer möglich).
In der neuen Ich-kann-Schule sehe ich STRAFE als DRUCKmittel. Druck kompromiert Probleme; das ist das Gegenteil von Lösung. SOG löst, richtet auf, macht wachsen und aknn die Kräfte punktgenau lenken. Die übliche Pädagogik kennt das SOGprinzip nicht. Je weniger es bei ihr geht, desto mehr steigert sie den Druck - und damit den Misserfolg. An dem sind immer die anderen schuld. In der Ich-kann-Schule würde man solches Vorgehen als DMS (dümmst möglichen Fehler) freudig begrüßen und seine Wegweisefunktion erkennen und einfach UMKEHREN. Ich grüße freundlich.
Franz Josef Neffe
Wir müssen wieder lernen, Strafe als notwendiges pädaogisches Mittel zu betrachten. Dazu gehört auch die Wiedereinführung des “Rohrstocks” an allen Schulen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir auf die Politiker einwirken, damit sie dafür - wieder - die gesetzlichen Voraussetzungen schaffen, denn nur so können wir der Verrohrung der Kinder und Jugendlichen entgegentreten und sie zu anständigen Menschen mit Respekt vor der älteren Generation erziehen.
Gemeinsam sollten wir entsprechende Petitionen in den Landtagen einreichen und bitte alle Gleichgesinnten, dieses Anliegen mit einem zustimmenenden Mail an ****@***.** zu unterstützen.
[Mailadresse entfernt, da nicht verifizierbar - Redaktion 16.08.2010]
@5: Ich denke, das war ein Scherz!
Andernfalls müsste ich Ihnen sagen, dass sie dem Beruf als Lehrer einfach nicht gewachsen sind.
Suchen Sie sich ein zu Ihnen passendes Aufgabengebiet.
zum bleistift: Kein Scherz, sondern pure Notwendigkeit
Es gibt keinen menschlichen Bereich, in dem es ohne Strafen und Sanktionen geht, auch nicht zwischen befreundeten Staaten.Es ist also blauäugig, zu meinen, die Schule könne ein straffreier Raum sein. Ich bin keineswegs ein Verfechter des Rohrstockes. Doch es lässt sich nicht bestreiten,dass an der Schule eine wunderbare Disziplin herrschte, als dort noch wirklich wirksame und fühlbare Strafen verhängt
werden durften.
Zu unserer Schulzeit sorgte der Rohrstock nicht nur für die gehörige Disziplin, sondern beflügelte unseren Lerneifer. Unsere Englischlehrerin mit britischer Internatserfahrung war eine wahre Expertin auf diesem Gebiet. Ihre Spezialität: Von Zeit zu Zeit wurden bei allen die Vokabelkenntnisse geprüft. Dann hieß es alle: aufstehem. Wer keine der drei gefragten Vokabeln wusste, musste stehen bleiben, die anderen durften sich setzten. Zum Schluss blieben einige übrig, die in ihrer Bank standen. Für die hieß es: nach vorn mit euch. Einer nach den anderen musste sich bücken und sich selbst den Hosenboden stramm ziehen. Und unsere Lehr- und Zuchtmeisterin ließ sechs Mal den original englischen Rohrstock gründlich pfeifen. Oh weh!Da fiel es uns hinterher schwer, dem Befehl nachzukommen: setzt dich. Unsere Vokabelkenntnisse waren nach kurzer Zeit perfekt ...
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