Studie: Jugendliche und Pornografiekonsum (+ TV-Tipp)
Jede/r Zweite 11- bis 16-Jährigen ist schon mit Pornografie in Kontakt gekommen (Jungen: 80%) - dies zeigt eine Studie von M.-L. Nussbaum zum Thema "Pornografiekonsum von Jugendlichen".
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Eingetragen am 14.12.2008, 22:21 Uhr in Jugendliche | Newsticker |
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Kinder und Jugendliche sind zunehmend unabhängig von stationären Videogeräten; auf fast allen mobilen Geräten (“Devices”) können heute Videos geschaut werden - sei es Handy, mp3-Player oder mobile Spielekonsole. Problematisch ist das vor allem hinsichtlich moralisch bedenklicher Produkte wie Gewaltfilme oder Pornos.
Marie-Lou Nussbaum hat im Rahmen ihrer erziehungswissenschaftlichen Doktorarbeit 285 Schüler/innen der 6. bis 9. Klasse im Kanton Bern befragt. Eine Doku dieser (noch nicht veröffentlichten) Studie mit dem Titel “Kinder schauen Porno - Eltern schauen weg” ist morgen (Montag, 15.12.2008) um 22.50 auf SF1 (Schweizer Fernsehen) zu sehen.
Das Schweizer Nachrichtenmagazin “20minuten.ch” hat ein Interview mit Marie-Lou Nussbaum veröffentlicht. Aus dem Interview geht hervor, dass
- 80% der 11- bis 16-jährigen Jungs haben schon “Pornografie” im Internet gesehen haben;
- 90% der Mädchen Pornografie für die eigene Aufklärung nicht besonders wichtig finden (Jungs: 70%);
- Jungs sich Pornos vor allem ‘aus Spaß’ ansehen, Mädchen aus Neugier;
- die meisten Jugendlichen vor allem “erotische oder weiche pornografische Inhalte” gesehen haben.
Die Ergebnisse sind interessant, wir warten gespannt auf die Promotionsarbeit von Frau Nussbaum. Sehr interessant sind auch Fragen wie: Welche Auswirkungen der Pornokonsum auf das weitere Sexualleben und die Persönlichkeit der Betroffenen? Wie viel Prozent der Jugendlichen konsumieren regelmäßig/selten harte/weiche Pornofilme? Gibt es eine Korrelation zwischen Schulform/sozialer Herkunft und dem Pornokonsum?
Was immer man von Pornografie halten mag - dass 11-Jährige Pornos anschauen, ist keine angenehme Erkenntnis.
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1 Kommentare von Lehrerfreund/innen
Die Diskussion um Pornografie ist im gleichen Zusammenhang zu sehen wie die Diskussion um Gewaltvideos und Gewaltcomputerspiele. Wer um alles in der Welt wird eine direkte Wirkung auf die Psychologie des Menschen abstreiten können. Eine Abstumpfung findet ohne jeden Zweifel statt und merkwürdigerweise wird diese kaum in den Medien thematisiert. Fragt man beispielsweise Menschen aus Indien, die tagtäglich in der Schule geschlagen worden sind, so werden diese berichten, dass dies für sie normal war.
Wissenschaftlich gesehen, wird es schwierig werden, eine Wirkungsstudie zu erstellen, weil entsprechende Vergleichsdaten fehlen. Diese hätte man, methodisch gesehen, mindestens in den 70er Jahren erstellen müssen.
In direktem Zusammenhang ist eine solche Studie auch unter dem Gesichtspunkt “Normalität” zu sehen. In den meisten philosophischen, psychologischen und pädagogischen Beiträgen wird eine ‘normales Verhalten’ bestritten, dem entsprechend auch normale Wahrnehmungen. Viele Schwierigkeiten der heutigen Pädagogen lassen sich von dieser Sichtweise ableiten.
Dass aber ein normales, im Sinne von gesundem Verhalten und Wahrnehmen existiert, zeigt eine Studie über die Wirkungsweise von Schularchitektur von Christian Rittelmeyer. Die Studien belegen, dass es Normalität innerhalb eines gewissen Fensters gibt.
Gleiches gilt für die sog. Semiotik in der Kunst. Diese basiert im wesentlichen auf unumstößliche wahrnehmungspsychologische Verhaltensmuster. Wendet man dies Technik bei Schülern an, sind die Ergebnisse innerhalb einer bestimmten Bandbreite immer dieselben.
Analog ist selbstverständlich auch der Konsum von Pornografie und Gewaltvideos zu sehen.
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