Tafelbild (Ausschnitt), flickr-User quinn.anya (CC BY-SA 2.0)

Die 22 wichtigsten Unterrichtsmaterial-Sammlungen für den Deutschunterricht mehr ...

Ausschnitt: anpassbarer Notenschlüsselrechner, bei dem eigene Notenskalen definiert werden können

Notenschlüssel online berechnen, vollständig anpassbar mehr ...

Kleines Logo von tec.Lehrerfreund

Ideen und Materialien für den Technikunterricht: tec.Lehrerfreund.de

Zukunftspläne vieler Schüler/innen: Prominenz statt Intelligenz

Eine Umfrage unter englischen Lehrer/innen hat ergeben: Viele Schüler/innen wollen dringend prominent werden - Sport-, Mode-, Popstars. Sollen Lehrer/innen etwas gegen diesen Trend unternehmen?

Diesen Beitrag weiterempfehlen

Diesen Beitrag versenden

Zu diesem Beitrag

Eingetragen am 16.03.2008, 01:10 Uhr in Nachrichten | Jugendliche |

2 x kommentiert, 73 x gelesen in 2012. Diesen Beitrag kommentieren.

In einer Umfrage der britischen “Association of Teachers and Lecturers” sagten 300 englische Lehrer/innen aus, dass ein Großteil ihrer Schüler/innen Sport- oder Popstars werden wollen. Ganz vorne auf der Möchtegernskala rangiert David Beckham, dicht gefolgt von seiner Frau Victoria.

Dabei kommt es den Schüler/innen offensichtlich auf die Schönheit, den Reichtum und den Ruhm an. Dass Erfolg auch mit Bemühung zu tun hat, ist eine wohl ausgestorbene Einsicht:

Die Kinder würden nämlich oft nur den Prominentenstatus anstreben wollen, ohne ein besonderes Talent zu haben. Prominenz als solche sei für viele das Ziel. Akademischer Erfolg werde als gar nicht notwendig erachtet, man könne ja auch durch eine Reality-TV-Sendung berühmt werden.

telepolis 15.03.2008: Karrierewunsch von Schülern: Hauptsache prominent

Sollte sich diese Weltsicht durchsetzen (im TV hat sie es schon getan), dann können wir mit einer dramatischen Werteverschiebung rechnen: Bewundernswert ist nicht mehr der/die Intelligente, Sympathische, Motivierte, Freundliche, Wohlerzogene, Zielstrebige, Gebildete - sondern der/die Schönste, Berühmteste, Reichste. Oder anders ausgedrückt: Lieber doof und berühmt als klug und unbekannt.
Eine Gesellschaft, in der die große Brust und das kleine Hirn regiert, ist nicht wünschenswert. Eine Demokratie kann nicht funktionieren, wenn die Mehrzahl der WählerInnen so sein möchten wie Paris Hilton. Deshalb ist es die Aufgabe staatlicher Lehrer/innen, gegen die Dominanz der Medien anzukämpfen und unsere Schüler/innen zumindest ein bisschen auf den Weg des Humanismus zurückzuführen. Einfach wird das allerdings nicht:

In Zeiten wo Schule trotz Pisagelaber nur noch auf eine unbezahlte Praktikumskarriere, einen 1-Euro-Job oder gleich H(artz)IV vorbereiten kann, ja, warum soll ich mir denn dann noch Mühe geben irgendwelches Schulwissen anzueignen?
Die Kids gehen schon heute in eine ganz andere Schule: “Wie werde ich schnell reich und berühmt?” Teenager sind heute schon Experten für Schönheitsoperationen und ins Fernsehen zu kommen ist beinahe der größte Traum für den sich jeder zum Deppen macht (sogar eine “Wissenssendung” wie nano wirbt für ihr nano-Camp für Jugendliche mitdem Slogan “und ins Fernsehn kommen”). [...]

“Die Bildungsentwertungsgesellschaft” - Kommentar zu Telepolis: Karrierewunsch von Schülern: Hauptsache prominent, 15.03.2008

gefunden bei
telepolis 15.03.2008: Karrierewunsch von Schülern: Hauptsache prominent

Diesen Beitrag weiterempfehlen

Diesen Beitrag versenden

2 Kommentare von Lehrerfreund/innen

(#1) Db meinte am 16.03.2008, 18:37 dazu:
" 

Gut auf den Punkt gebracht, o je…
Ähnlich gelagert ist meiner Ansicht nach auch das “Berufs-“Vorbild der Quiz-Shows, wo in kürzester Zeit (und “im Fernsehen”!) ein paar hängen gebliebene Wissensschnipsel zum Millionär machen können. Dazu möchte ich meine Lieblingsstelle zitieren aus “Fahrenheit 451” von Ray Bradbury, erschienen auf Deutsch 1963 (!):
“Beschäftige die Menschen mit Gewinnspielen - wer am meisten Schlagertexte kennt oder Hauptstädte aufzählen kann und der gleichen. Stopfe ihnen den Kopf voll unverbrennbarer Tatsachen, bis sie sich zwar überladen, aber doch als ‘Fundgrube des Wissens’ vorkommen. Dann *glauben* sie, denkende Menschen zu sein und vom Fleck zu kommen, ohne sich im geringsten zu bewegen.” (S. 76f)

(#2) meliur meinte am 19.03.2008, 3:53 dazu:
" 

Ich würde die Dinge nicht so pessimistisch sehen. Beispiele wie Zlatko, Daniel Küblböck (kann sich überhaupt noch irgendwer an die erinnern?) oder auch Tokio Hotel zeigen, dass die Beliebtheit solcher Prominenter gerade bei jungem Publikum sehr schnell nachlassen bzw. sogar ins Gegenteil umschlagen kann. Tokio Hotel gut zu finden, ist mittlerweile selbst bei den Jüngsten an meiner Schule das Uncoolste überhaupt. Diejenigen, die einmal für Britney Spears schwärmten, haben davon wahrscheinlich inzwischen abgelassen, und die, die für Victoria Beckham schwärmen, werden das höchstwahrscheinlich in wenigen Jahren auch nicht mehr tun. Sowohl die Jugendlichen, um die es geht, als auch wir als deren Beobachter müssen einfach aus der Schnelllebigkeit solcher Strohfeuer lernen, anstatt über den Untergang jugendlichen Werte-Wissens zu lamentieren!

Nach oben

Geben Sie Ihren Kommentar hier ein:

Name

E-Mail (wird nicht angezeigt)

Homepage

Ihr Kommentar (HTML möglich)

Daten merken
Benachrichtigung bei Antworten

Hinweis: Der Kommentar wird von einem Moderator geprüft.

Nach oben

1334 Einträge, 11607 Kommentare
Seite generiert in 0.4781 Sekunden bei 143 MySQL-Queries
78 Lehrer/innen online (3 min Timeout / 179 )

Anzeige

Banner: Dienstunfähigkeitsversicherung für Lehrer bei versicherung900