BILD: Ausländer sind am PISA-Desaster schuld 20.11.2008, 01:51

"Brauchen wir eine Ausländer-Quote für alle Schulklassen?" titelt BILD.de und zeigt uns, wie gut Deutschland in der PISA-Studie abschneiden würde, wenn es keine Ausländerkinder gäbe.

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Nach der Veröffentlichung einer PISA-Studie wird regelmäßig nach Gründen gesucht, warum Deutschland im internationalen Vergleich nicht so gut abgeschnitten hat und was man verbessern könnte. Die Fachpresse sucht die Verantwortung bei Politiker/inne/n, Lehrer/inne/n, im Schulsystem oder in der Lehrerausbildung. Die BILD-Zeitung hingegen wählt einen wesentlich einfacher zu kapierenden Ansatz:

Eine bittere Wahrheit: Würden nur die Schüler, die deutsche Eltern haben, gemessen werden, schnitten alle Bundesländer im internationalen Bildungsvergleich deutlich besser ab.

BILD.de 19.11.2008: Brauchen wir eine Ausländer-Quote für alle Schulklassen?

In einem anschaulichen Diagramm führt BILD.de genüsslich vor, wie die PISA-Ergebnisse bei Naturwissenschaften ausfielen, “wenn Migrationskinder rausgerechnet werden”: Die deutschen Bundesländer wären um bis zu 30% besser und damit sämtlich in der PISA-Spitze vertreten. Aus diesem Grund stellt man die Frage nach einer “Ausländer-Quote für alle Schulklassen”.

Der Vorteil, wenn wir beispielsweise nur noch zwei “Ausländer/innen” (wer immer das sein mag) pro Klasse zuließen, läge auf der Hand: Die deutschen SchülerInnen würden bessere PISA-Noten holen, und die Welt würde entzückt auf die Nation Goethens blicken. Außerdem könnte man in kleineren Klassen unterrichten, die Kosten für den Schulbetrieb würden sinken, und kein Mehmed würde mehr einem Fritz das Pausenbrot auf erpresserische Art und Weise entwenden.

In dieser idyllischen, rein deutschen Welt müsste man nurmehr das Problem lösen, was man mit den zahllosen Ausländerkindern macht. Sie in reine Ausländerklassen zu stecken brächte nichts - denn bei PISA wären sie wieder dabei und würden den Schnitt drücken. Alternativ könnte man ihnen einfach kategorisch den Zugang zur allgemeinen Schulbildung verwehren. Dann würden sie analphabetisch auf der Straße rumhängen, kiffen und alte Omas ausrauben - und die Boulevardpresse hätte eine neue Schlagzeile: “Brauchen wir eine Ausländer-Quote für alle deutschen Straßen?”.

Und das alles nur, um bei PISA der Beste zu sein. “Ausländer-Quote” ... pfuuh ...

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