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Quote?

BILD: Ausländer sind am PISA-Desaster schuld 20.11.2008, 01:51

"Brauchen wir eine Ausländer-Quote für alle Schulklassen?" titelt BILD.de und zeigt uns, wie gut Deutschland in der PISA-Studie abschneiden würde, wenn es keine Ausländerkinder gäbe.

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  • (geändert: )

Nach der Veröffentlichung einer PISA-Studie wird regelmäßig nach Gründen gesucht, warum Deutschland im internationalen Vergleich nicht so gut abgeschnitten hat und was man verbessern könnte. Die Fachpresse sucht die Verantwortung bei Politiker/inne/n, Lehrer/inne/n, im Schulsystem oder in der Lehrerausbildung. Die BILD-Zeitung hingegen wählt einen wesentlich einfacher zu kapierenden Ansatz:

Eine bittere Wahrheit: Würden nur die Schüler, die deutsche Eltern haben, gemessen werden, schnitten alle Bundesländer im internationalen Bildungsvergleich deutlich besser ab.

BILD.de 19.11.2008: Brauchen wir eine Ausländer-Quote für alle Schulklassen?

In einem anschaulichen Diagramm führt BILD.de genüsslich vor, wie die PISA-Ergebnisse bei Naturwissenschaften ausfielen, “wenn Migrationskinder rausgerechnet werden”: Die deutschen Bundesländer wären um bis zu 30% besser und damit sämtlich in der PISA-Spitze vertreten. Aus diesem Grund stellt man die Frage nach einer “Ausländer-Quote für alle Schulklassen”.

Der Vorteil, wenn wir beispielsweise nur noch zwei “Ausländer/innen” (wer immer das sein mag) pro Klasse zuließen, läge auf der Hand: Die deutschen SchülerInnen würden bessere PISA-Noten holen, und die Welt würde entzückt auf die Nation Goethens blicken. Außerdem könnte man in kleineren Klassen unterrichten, die Kosten für den Schulbetrieb würden sinken, und kein Mehmed würde mehr einem Fritz das Pausenbrot auf erpresserische Art und Weise entwenden.

In dieser idyllischen, rein deutschen Welt müsste man nurmehr das Problem lösen, was man mit den zahllosen Ausländerkindern macht. Sie in reine Ausländerklassen zu stecken brächte nichts - denn bei PISA wären sie wieder dabei und würden den Schnitt drücken. Alternativ könnte man ihnen einfach kategorisch den Zugang zur allgemeinen Schulbildung verwehren. Dann würden sie analphabetisch auf der Straße rumhängen, kiffen und alte Omas ausrauben - und die Boulevardpresse hätte eine neue Schlagzeile: “Brauchen wir eine Ausländer-Quote für alle deutschen Straßen?”.

Und das alles nur, um bei PISA der Beste zu sein. “Ausländer-Quote” ... pfuuh ...

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Kommentare

28

Zum Artikel "BILD: Ausländer sind am PISA-Desaster schuld".

  • #1

    @ EMKA:
    “Mit Ironie hat das nichst zu tun, sondern eher mit ignorante Arroganz.”

    ...ich glaube dass man dem guten Christian ruhig glauben kann, dass er etwas ironisch meint, wenn er vorne und hinten “Ironie” schreibt, oder? Andernfalls könnte man Ihnen genauso unterstellen, der Satz “Ach so: die aus dem Osten waren 1990 also alles ungebildete Ausländer.” wäre für bare Münze zu nehmen…im Gegensatz zu Christian haben Sie nämlich nicht dick und fett “Ironie” dazu geschrieben…

    schrieb Audiofilmkritik am

  • #2

    ” [ironie] Oder wir schicken einfach die ganzen ungebildeten Ausländer in den Osten, hohe Mauer drum, alles mit Stacheldraht ausstatten und fertig!
    Obwohl, hat ja schon bei der DDR nicht geklappt… [/ironie]

    Heilige Sprecheinfalt, seit wann sagt man “ganze meine Entchen” oder “ganze Jahre wieder kommt das Christuskind”? Wenn von der Menge, Größe un Anzahl die Rede ist heißt es “alle”. Schiller dichtete “alle - nicht die ganzen - Menschen werden Brüder sein”

    schrieb j.schwartz87 am

  • #3

    @ Gaston:
    zu 3:
    Die PISA-Daten sind leicht zugänglich. Einfach nachschauen: Nach den Stadtstaaten hat Baden-Württemberg die höchste Migrationsquote:
    Bremen 35,8%, HH 34,6 %, Ba-Wü 31,6%.... Schleswig-H. 17,3%. Alle neuen Bundesländer haben so geringe Mig.quoten, dass sie bei PISA nicht berücksichtigt wurden. Demensprechend (zu 4) muss man z.B. die Werte von Sachsen natürlich mit den unmigrierten Schülern der alten Bundesländer vergleichen. Dann gilt wieder 1. Bayern, 2. Ba-Wü.
    Das gilt auch für alle anderen Ost-Länder.
    zu 4: Meine Aussage stimmt genau und kann einfach nachgelesen werden.
    Zum Mythos, die Einheitsschule sei ein globales Erfolgsmodell bzw. es sei überhaupt sehr wesentlich, welche Schulstruktur ein Land habe nur folgende zwei Aussagen:

    “Es ist also nicht das Schulsystem als solches, das die Leistungen der Schüler beeinflußt, sondern entscheidend sind die von der jeweiligen schulischen Organisationsform unabhängigen oder damit systematisch verbundenen konkreten Lernbedingungen der Schüler.“ (S. 92) (Helmke, A. Weinert, F.E. (1997): Bedingungsfaktoren schulischer Leistungen. In: Weinert, F.E. (Hg.): Psychologie des Unterrichts und der Schule. Göttingen S. 71–176).
    PISA 2003:
    “Allerdings besteht kein Zusammenhang zwischen dem Differenzierungsgrad des Schulsystems oder dem Alter der Differenzierung und dem Kompetenzniveau. Dies konnte nicht nur in der Analyse über alle Staaten, sondern exemplarisch an ausgewählten Beispielen gezeigt werden (z.B. Niederlande, Belgien).” (S. 295)
    renzel M. u.a.; Deutsches PISA-Konsortium (Hg.): PISA 2003. Der Bildungsstand der Jugendlichen in Deutschland Münster: Waxmann, S. 292–296.

    Tut mir leid, keinen anderen Bescheid geben zu können.

    schrieb volta am

  • #4

    @ volta:
    zu 1.: Kann man erst mal so stehenlassen.
    zu 2.: Auch unwidersprochen.
    zu 3.: Bei Bayern und Baden-Württemberg die Migrationsbelastung rausrechnen und sie dann als “Weltspitze” feiern, das soll korrekt sein? Süddeutschland ist von der “gesellschaftlichen Belastung” (Migrantenanteil, Arbeitslosigkeit etc.) doch zweifellos weit im Vorteil gegenüber den Stadtstaaten Bremen, Hamburg und Berlin oder auch gegenüber NRW, müsste also eher einen Malus als einen Bonus bekommen. Aber einen objektiven Vergleich zwischen den verschiedenen Staaten mit ihren ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen Gegebenheiten wird man ohnehin nie hinbringen. Daher läuft doch die ganze Vergleicherei immer aufs Rosinenpicken hinaus. Viel interessanter ist da schon, wie sich einzelne Staaten bzw. Bundesländer im Lauf der Jahre entwickeln. Und da schneidet z.B. Bayern im Vergleich der beiden letzten PISA-Studien auffallend schlecht ab: Es ist nämlich das einzige deutsche Bundesland, das sich von 2003 bis 2006 verschlechtert hat, und zwar recht deutlich! Während sich Deutschland insgesamt um gut sechs Punkte verbessert hat, liegt der bayerische Wert bei PISA 2006 um gut sieben Punkte schlechter als der von 2003. Das sollte doch zu denken geben, wenn man aus Bayern immer nur die vertrauten Siegesmeldungen und ein überzeugtes “Weiter so!” hört (vgl. als Quelle z.B.:
    http://www.tagesschau.de/multimedia/bilder/pisa118.html
    http://www.tagesschau.de/multimedia/bilder/pisa118_mtb-1_pos-2.html
    http://www.tagesschau.de/multimedia/bilder/pisa118_mtb-1_pos-3.html).
    zu 4.: “Je mehr SPD und je mehr Gesamtschule umso schlechter.” - Au weia, da ist wohl der ideologische Gaul mit Ihnen durchgegangen. Plumpe Polemik statt Argumenten? Damit muss man sich nun wirklich nicht lang auseinandersetzen, es mag der Hinweis genügen, dass fast alle Staaten der Erde eine wesentliche längere gemeinsame (= Gesamt-)Schulzeit haben als Deutschland, und bekanntlich fahren sie in aller Regel sehr gut damit, d.h. oft viel besser als Deutschland mit seiner radikalen Frühselektion (die übrigens wiederum in Bayern besonders gnadenlos durchgezogen wird).
    zu 5.: Schlechte Ergebnisse im Osten? Da haben Sie wohl den neuen PISA-Spitzenreiter Sachsen übersehen, und auch die anderen neuen Länder sind so schlecht nicht: Thüringen belegt im Ländervergleich die Plätze 3/4/3, Sachsen-Anhalt 5/9/10, Brandenburg 8/6/11, Meckpomm 7/5/14. Zählt man alle 15 Einzelergebnisse zusammen (inklusive der drei ersten Plätze von Sachsen), kommt im Schnitt 5,8 heraus, also rund gesagt Platz 6 von 16.

    So sieht es aus!

    schrieb Gaston am

  • #5

    Ich verstehe die Aufregung nicht,BILD schreibt doch nur das, was die Mehrheit denkt und sie hat in diesem Fall sogar recht.Alle Gutmenschen mögen überlegen,ob sie ihre eigenen Kinder in Klassen mit einem Ausländeranteil von über 5o% schicken würden? Ich gebe zu,dass ich das nicht tun würde,weil das Niveau in der Regel massiv sinkt,wenn die Sprachkenntnisse vieler Ausländer mangelhaft sind.Natürlich würden wir bei PISA besser anschneiden,wenn wir so geringe Ausländer-Quoten wie Finnland hätten, nur sagen darf man es ja nicht,das ist dann politisch nicht korrekt,oder?

    schrieb Stefan am

  • #6

    1. Es gibt kein PISA-Desaster: Die Ergebnisse waren insgesamt leicht überdurchschnittlich.
    2. Es geht es nicht um ‘Ausländer’, sondern es wurde bei PISA ganz zu Recht nicht die Staatsangehörigkeit, sondern der Migrationshintergrund erhoben: Z.B. Baden-Württemberg bei den 15-Jährigen ca. 30% Migrationshintergrund (natürlich steigend).
    3. Einige Bundesländer liegen bei korrekter Betrachtung an der Weltspitze (Bayern, Baden-Württemberg u.a.); korrekt heißt: Für einen Vergleich mit Ländern wie Finnland (die keine Migrationsbelastung haben) dürfen natürlich die migrierten Schüler nicht mitgerechnet werden.
    4. Probleme: Je mehr SPD und je mehr Gesamtschule umso schlechter. Besonders schlimm: Gerade das Versprechen, die Chancen der Leistungsschwachen zu verbessern hat die Gesamtschule nicht im geringsten eingelöst. Die Migraten erzielen in Bay und Ba-Wü die besten Ergebnisse.
    5. Im Osten liegen die Ergebnisse trotz fehlender Migration meist weit unten.
    So sieht es aus.

    schrieb volta am

  • #7

    @CloudyDay
    “Außerdem finde ich die Zusammenfassung in der Grafik “östliche Bundesländer” echt beleidigend. Was soll das heißen, dass wir alle gleich blöd sind?”

    Die Zusammenfassung der “östlichen Bundesländer” wird nicht erst in der BILD, sondern schon in der PISA-E-Studie 2006 vorgenommen (z.B.: PISA 2006 in Deutschland - Die Kompetenzen der Jugendlichen im dritten Ländervergleich. Zusammenfassung (PDF), Hg. Deutsches PISA-Konsortium). Hier wird darauf hingewiesen, dass “die Anteile von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in den östlichen Ländern deutlich unter 10 Prozent liegen”, während viele westlichen Bundesländer “relativ hohe Anteile” aufweisen (S. 17). Deshalb die Zusammenfassung.

    schrieb Der Lehrerfreund am

  • #8

    Fakt ist doch, dass der Unterschied (wie groß/klein er auch sein mag) beim “Ausländer- Rausrechnen” echt traurig ist.
    Sollen wir jetzt stoltz darauf sein, dass wir in der Top 10 Liste von Pisa wären, wenn wir alle Kinder mit Mirationshintergrund einfach rausnehemen.
    Was ist daran toll, bitte?
    Wir sind zu blöd Kindern aus anderen Ländern etwas bei zubringen, macht ja nichts, Hauptsache unsere eigenen Kleinen haben am Ende ein perfektes Zeugnis.
    Das einzige, was uns dieser intollerante Artikel beibringen kann, ist, dass wir uns echt mehr anstrengen müssen.
    Außerdem finde ich die Zusammenfassung in der Grafik “östliche Bundesländer” echt beleidigend.
    Was soll das heißen, dass wir alle gleich blöd sind?
    Anders kann ich mir das einfach nicht erklären oder sind Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern es ihnen nicht Wert einzeln genannt zu werden?

    schrieb CloudyDay am

  • #9

    Mister M.,nun müssen wir uns also darüber unterhalten, was Sie und ich für unterschiedliche Ansichten über einen ‘Realistischen Lösungsansatz’ haben.
    Ich habe mehr individuelle Förderung schon als realistisch betrachtet, da ich ja die Lehrer ob ihrer Fortschritte durchaus lobe, nur die Geschwindigkeit der Verbesserung bemängele. Vielleicht habe ich auch zu hohe Erwartungen, wer weiß?

    Ihr Beispiel mit den großen Zahlen erscheint mir auch nicht gerade realistisch, denn diese 180 Schüler werden schließlich nicht nur von einem Lehrer unterrichtet. Individuelle Förderung ist darüber hinaus auch lediglich für Schüler interessant, die sich weit unterhalb des Leistungsdurchschnitts befinden. Also warum nicht die guten und sehr guten Schüler einsetzen, um die schwächeren Schüler zu unterstützen.

    Es gibt sicher mehr Ansätze, die fernab jeglicher theoretischen und praxisfernen Expertenelfenbeinturmmeinung liegen.

    Viele Grüße,

    C.

    schrieb Cudddel am

  • #10

    BILD betreibt also lustiges “PimpMyPisa”. Ich hätte noch weitere Vorschläge: Vielleicht die Jungen beim Lesen rausrechnen und die Mädchen in den Naturwissenschaften. Oder die Kinder von Hartz IV - Empfängern oder vielleicht alle Kinder alleinerziehender Mütter. Man könnte auch die nördliche Republik rausrechnen oder alle Großstadtkinder. Wenn’s immer noch nichts hilft, dann könnte man auch die kompletten Hauptschüler rausrechnen… So sollten wir die Top10 doch wohl erreichen!

    Wäre nur blöd, wenn die anderen Länder dann auch “rumpimpen” ... am Ende sind wir Deutschen dann doch wieder nur die Doofen :-(

    Ich BILD mir meine Meinung !!!

    schrieb schlauby am

  • #11

    @Cuddel:
    Ich zitiere Sie:
    “Die Schüler haben individuelle Leistungspotentiale. Wenn die Lehrerschaft in diesem Punkt (also individuelle Förderung) nur so schleppend vorankommt wie bisher, wird sich an den PISA-Ergebnissen nur graduell etwas ändern.”

    Wenn Sie die individuelle Förderung als “realistischen Lösungsansatz” bei Klassenstärken von über 30 Schülern, von denen ein Lehrer nicht nur eine sondern mindestens(!) sechs hat (also mindestens 180 Schüler, je nach Fächern), dann kann ich darin keinen Realismus erkennen.

    Also, wo ist der “realistische Lösungsansatz”? Aber bitte keine Theorien von praxisfernen Bildungsexperten, sondern etwas Handfestes. Die Schule in Ihrer Nähe wird es Ihnen danken.

    schrieb Mister M. am

  • #12

    Ach Mister M., das ist doch niveaulos, mir vorzuwerfen, ich behaupte, die Lehrer seien schuld. Ich behaupte, die Lehrerausbildung sei schuld. Die aber ist vorhanden, bezahlt und bedarf einer Reform. Darüber hinaus habe ich bereits einen realistischen Lösungsansatz vorgestellt (-> lesen hilft). Die populistitische Argumentation der beispielhaft von Migantenkindern durchsezten Großstadtklasse, an der der verzweifelte und überforderte nebenbei unterbezahlte Lehrer die Gesellschaft heilen soll, überlese ich einfach mal. Trotzdem die Nachfrage, da ja schon ‘die Gesellschaft’, das anonyme Wesen hier an den Pranger gestellt wird: Wer ist denn bitte die Gesellschaft? Das sind Sie und das bin ich und es sind Lehrer, Schüler (ja auch die von Migranten oder Eltern mit Migrationshintergrund), Straftäter, Richter, Eltern, Nachbarn. Aber WO haben die denn einen Großteil ihres (Nicht-)Wissens oder Unvermögens her, dass eine Integration (was immer das genau ist) scheitert? BILD oder Schule? Beides? Auch Lehrer haben Verantwortung für das, was unsere Gesellschaft in Zukunft denkt, macht und ist. Es wird Zeit, diese Verantwortung ernst zu nehmen oder vor der Aufgabe zu kapitulieren.

    schrieb Cudddel am

  • #13

    Ich bin überrascht, wie hier auf das Medium losgegangen wird - aber niemand scheint sich tatsächlich mit dem Inhalt der Nachricht beschäftigen zu wollen.

    Wer kann widersprechen, wenn behauptet wird, dass Schulen mit sehr hohem Ausländeranteil Schwierigkeiten haben, gute Ergebnisse bei Pisa oder anderen Jahrgangsstufentests zu erreichen?
    Darf man das in Deutschland nicht mehr sagen? Bin ich nun schon ein Rechter?

    Natürlich ist der Quoten-Ansatz ein Quatsch, ich lese aus dem Beitrag jedoch heraus, dass wohl mehr in Sachen Förderung von “Ausländerkindern” getan werden muss - was wohl für niemanden neu ist.
    Schon mal Ubahn gefahren? Wäre es nicht schön, wenn alle “Ausländereltern” mit Ihren Kindern deutsch reden würden - wäre es nicht schön, wenn an allen Schulen das Projekt “Wir reden in der Schule immer deutsch” eingeführt werden würde?

    Auch ich lebe mit Schülern, deren Eltern ich am Telefon nichts erzählen kann, weil man mich nicht versteht (und ich spreche deutlich). Elternabende mit übersetzenden, älteren Geschwistern kennt wohl auch jeder.

    Zudem - wäre nicht auch endlich mal ein einheitliches Vorgehen in Sachen PISA fällig? Solange in Europa jedes Land seine eigenen Regeln anwendet, um Top-Ergebnisse zu erzielen, kann man das doch langsam nicht mehr ernst nehmen.

    Dann suchen wir uns in Deutschland auch nur ein paar Top-Schulen raus (Finnland-Modell) und gehören auch zu den Siegern.

    Ich denke, wir besch… da auch zu wenig ;o)

    Ich bitte um fundierten Widerspruch!

    schrieb smart am

  • #14

    Toller Beitrag.

    Ich bin dafür wir brauchen eine Bild-Zeitung leser Quote. Wenn keine Bildzeitungsleser in der Schule wären würden wir auch besser abschneiden. ;)

    schrieb Simon G. am

  • #15

    @Cuddel:
    Klar, die Lehrer sind wieder schuld, wer sonst?

    Die Gesellschaft versagt als Ganzes bei der Integration unserer ausländischen Mitbürger, aber der Lehrer in seiner Großstadschule mit 40 oder mehr Prozent Migrantenanteil aus Dutzenden von Kulturen, der soll es wieder richten?

    Vielleicht entwickeln Sie einmal einen realistischen Lösungsansatz für das Problem? Aber bitte kostenneutral, sonst hat er keine Chance auf politische Umsetzung!

    schrieb Mister M. am

  • #16

    Finnland und Kanada hin oder her.
    Da vergleicht man doch Äpfel mit Birnen.
    Mit der Größe eines Landes steigt die Heterogenität in allen Bereich. Dadurch werden Probleme immer komplexer.
    Ich glaub nicht, dass in Finnland mit 80 Mio. Einwohnern alles so toll funktionieren würde. Mal abgesehen von den regelmäßigen Schulmasakern in Finnland…

    schrieb Haui am

  • #17

    ““Zitat:(#1) Christian meinte am 20.11.2008 dazu:
    ” [ironie] Oder wir schicken einfach die ganzen ungebildeten Ausländer in den Osten, hohe Mauer drum, alles mit Stacheldraht ausstatten und fertig!
    Obwohl, hat ja schon bei der DDR nicht geklappt… [/ironie]”“

    Ach so: die aus dem Osten waren 1990 also alles ungebildete Ausländer.

    Ja, es ist schon bemerkenswert, dass man 18 Jahre nach der deutschen Einheit solche Sätze noch zu lesen bekommt.
    Mit Ironie hat das nichst zu tun, sondern eher mit ignorante Arroganz.

    schrieb EMKA am

  • #18

    Zur Sache: Es geht doch hier nicht um Bild und eine Auseinandersetzung mit den den Inhalten der BILD setzt ja voraus, dass man diese liest.

    Es geht darum, dass es Lehrern nicht gelingt, die Lehrinhalte für jeden Schüler leistungsgerecht zu vermitteln. Daran ist die Lehrerausbildung schuld, nicht die BILD. Unsere Lehrer sind von Menschen ausgebildet, die wiederum von Menschen ausgebildet sind, die, und das ist sicherlich ein systemisches Problem, von der Situation, die aktuell an den Schulen vorherrscht,gerade einmal gehört haben.

    Unabhängig von Migrationshintergrund, schlechter sozialer Prognose oder was auch immer: Die Schüler haben individuelle Leistungspotentiale. Wenn die Lehrerschaft in diesem Punkt (also individuelle Förderung) nur so schleppend vorankommt wie bisher, wird sich an den PISA-Ergebnissen nur graduell etwas ändern.

    schrieb Cudddel am

  • #19

    Eventuell sollten wir mal dazu übergehen, das Geld anstatt in die Terrorbekämpfung in die Schulbildung zu stecken. Meiner Meinung nach ist Bildung ein immens wichtiger Teil der Integrationspolitik. Und wo gut integriert wird, sich keiner ausgeschlossen oder abgehängt fühlt, tendiert die Terrorgefahr vermutlich gen Nullpunkt.. aber ob das Herrn Schäuble recht ist?!

    Grüße!

    schrieb self am

  • #20

    Das interessante ist ja, dass meines Wissens, die PISA Studie genau diese Frage ja auch analysiert und Deutschland bei der Integration von Ausländern in das Bildungsystem immer schlecht abschneidet.

    D.h. das Bildungsystem ist schlechter für Ausländern im Vergleich zu anderen Ländern. Wo - was die Bild wohl verträgt - auch Ausländer leben, nur haben diese z.b. in Finland oder Kanada bessere Chancen.

    schrieb struppi am

  • #21

    ad Kronen Zeitung:

    will nichts beschönigen, die krone ist ein &%#$§? [Zensur durch Lehrerfreund-Redaktion], kann aber qualitativ (im negativen sinne) nicht im geringsten mit der BILD mithalten.
    außerdem sei gesagt, dass die kronen zeitung zwar politik macht, in erster linie allerdings für die spö (die sozialisten).
    da würde ich noch eher “Österreich” als vergleichsobjekt nennen, hier haben wir 1:1 das selbe dilemma wie mit der bild zeitung.

    ad beitrag:

    sehr fein geschrieben, das problem ist nur: politisch lassen sich diese ansätze hoffentlich nicht umsetzen, aber dass die BILD nicht nur meinungen, sondern auch entscheidungen prägt, sollte indirekt zu denken geben…

    schrieb christopher am

  • #22

    Wäre es nicht auch interessant aus der Studie mal alle Kinder von BILD-Lesern rauszurechnen? Durchaus möglich das hier noch bessere Ergebnisse zu erzielen sind.

    Oder wir zoomen einfach noch was näher ran an die Balkengrafik, dann sieht der Unterschied gleich noch größer aus.

    Gruß,
    Marc

    schrieb Marc am

  • #23

    @Data
    Nur der Vollständigkeit halber: Die Auflage der BILD sinkt nur deshalb, weil insgesamt weniger Zeitungen (kann man das so nennen?) verkauft werden; stattdessen werden Nachrichten online gelesen. Die Online Ausgabe der BILD unterscheidet sich leider nicht maßgeblich vom gedruckten Exemplar.
    Armes Deutschland stimmt. Aber es ist noch schlimmer: Die BILD ist die meistgelesene Tageszeitung in Europa! Das konnten bisher weder Bildblog noch Kai Diekmann ändern. Aber beide arbeiten dran.

    schrieb sascha am

  • #24

    Es bräuchte eine weltweite Journalistenstudie. Wenn dann Deutschland auch nicht in den TOP10 liegt, könnte man vorschlagen, dass die BILD-Zeitung endlich in ihr angestammtes Ressort, nämlich die Satire gesteckt wird. Damit könnte man dass Niveau der deutschen Tageszeitungen steigern und doch noch in die TOP10 kommen… Unglücklicherweise fürchte ich, dass der BILD-Stil (der ja offensichtlich auch nur geklaut ist) weltweit verfügbar ist, so dass die Gesamtstudie ein recht niedriges Niveau zeigen würde…

    Ich hätte gerne einen neuen Census bzgl. der 11 Mio., um zu sehen, ob die Macht der BILD wirklich noch so groß ist, dass Politiker sich davon einschüchtern lassen sollten.

    schrieb Steffen am

  • #25

    Moin,
    Durch Bildblog.de bin überhaupt auf Deine Seiten gelandet. Und es stimmt, es gibt noch Hoffnung. Die Auflage sinkt schon seit Jahren und es gibt immer mehr Seiten im Internet, die Bild (und co) fast täglich an den Pranger stellen.

    Lieben Gruss
    Hans

    schrieb Hans am

  • #26

    Hallo Hans,

    Bild wird leider von 11 Mio. Deutschen gelesen. Aber die Zahlen sinken glücllicherweise momentan. Trotzdem sind es ca. 10% der Deutschen die diese Zeitung lesen. So schlimm wie in Österreich ist es zum Glück noch nicht. Dort lesen von 8 Mio. Einwohnern ca. 3 Mio. die “Kronen Zeitung”. Deren Unterscheidung zur Bild ist nur dadruch gegeben das sie noch weiter rechts steht.

    LG DT

    ach ja: http://www.bildblog.de

    schrieb Data am

  • #27

    Und damit es lustig bleibt, rechnen wir natürlich im Ausland ebenfalls die Kinder mit Migrationshintergrund raus:  zum Beispiel in Canada rechnen wir alle Englischen und Französischen Kinder raus und in die VS bleiben nur “die Indianer” drin und in Australien die “Aborigines”...

    Ach so, und meine Töchter rechnen wir in Deutschland auch noch raus, sind ja schließlich Holländerinnen und haben somit ebenfalls einen Migrationshintergrund. Beiden haben übrigens das Abitur mit einer eins vor dem Komma bestanden. Schade eigentlich, die ganze schönrechnerei wieder durcheinander.

    Bild ist hier das meistgelesene Heft oder? Armes Deutschland.

    Hans (Migrant aus Holland)
    Kopfschüttel…

    schrieb Hans am

  • #28

    [ironie] Oder wir schicken einfach die ganzen ungebildeten Ausländer in den Osten, hohe Mauer drum, alles mit Stacheldraht ausstatten und fertig!
    Obwohl, hat ja schon bei der DDR nicht geklappt… [/ironie]

    schrieb Christian am

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