23 SchülerInnen. 15 Monate. 1787 Straftaten. 40.000 Euro Warenwert.
Eine ganze Klasse geht regelmäßig in den Freistunden klauen und provoziert den bislang größten Prozess Klagenfurts (AT).
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Eingetragen am 10.01.2007, 22:59 Uhr in Nachrichten | Jugendliche |
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Auch der Gerichtssaal in Klagenfurt mutierte am Freitag zu einer Art Klassenzimmer: Immerhin waren die Beschuldigten, deren Eltern und Begleitpersonen sowie alle Verteidiger unterzubringen. Richter Norbert Jenny wählte deshalb den größten Raum des Landesgerichts, den Schwurgerichtssaal. Einen Prozess dieser Größenordnung hat es dort bisher noch nie gegeben.
[...]
Insgesamt 1787 Straftaten hatten die Jugendlichen von August 2004 bis November 2005 begangen, als “Pausenbeschäftigung”, wie Richter Norbert Jenny anmerkte. Dabei holten sie sich, was sie gerade wollten: Kleidung, Parfum, CDs und DVDs, alles in allem im Wert von rund 40.000 Euro. Ganz oben auf der Beliebtheitsskala standen H&M, Bipa, andere Parfümerien und Boutiquen.
kurier.at 15.12.2006: Ganze Schulklasse ging in Pausen stehlen
Leider wissen wir nicht, wie die ganze Sache aufgeflogen ist - das war wahrscheinlich ein größerer, unangenehmer Vorgang.
Eine Frage der Moral
Wesentlich interessanter ist jedoch die Frage nach der Moral. Natürlich haben auch vor 20 Jahren Jugendliche geklaut (wobei damals der Markendruck nicht halb so groß war). Vielleicht aber ist ein Diebstahlsexzess wie jener tatsächlich auch ein Zeichen für den Verfall der Jugend, wie der teacher in seinem Blog mutmaßt:
Machen Sie sich darauf gefasst, dass die Grenzen von Mein und Dein bei den Jungen verschwimmen.
“Den haben wir uns gepaddelt”, lautet die schelmische Antwort, wenn ein unbekannter Kaffeeautomat die Klasse schmückt. Gepaddelt werden auch Bücher, CDs oder Kleider. Ohne schlechtes Gewissen! Das ist lustig, Sport, cool. Passiert ständig, bei Freunden, Eltern und in diversen Shops, im Internet sowieso. Besitz ist beliebig geworden, weil jeder alles hat oder will. Eigentum verliert seine rechtliche Autorität und ich weiß nicht, wer hier applaudieren wird.
So entstehen Diebesklassen. Punkt.
Diese Einstellung gewinnt Freunde und Freunde und Freunde ... und wird wieder Gerichte füllen mit Dieben ohne Unrechtsbewusstsein. Ehrlich.
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1 Kommentare von Lehrerfreund/innen
Die Sitten verfallen nicht nur auf dem Schulhof. Ich sehe hier eher ein gesamtgesellschaftliches Problem. Den “Kleinen” wird von den “Großen” nichts anderes vorgelebt. Vgl. z. B. http://www.wdr.de/themen/panorama/11/fundbuero/index.jhtml
Gruß
Markus
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