Was kann Moodle? - Einführung mit Legosteinen
Die meisten Lehrpersonen kennen die Lehr-Lernplattform Moodle vom Namen her - was man dort konkret machen kann, ist vielen jedoch unbekannt. Eine anschauliche, einführende Erklärung unter Verwendung des Lego-Prinzips hat René Scheppler in einer Slideshare-Präsentation entworfen.
Moodle ist die aktuell hippste Lehr-Lernplattform (moderner: LMS - Learning-Management-System). Moodle ist trotz ergonomischer Defizite ziemlich praxistauglich, wird im Unterrichtsalltag allerdings in erster Linie von sehr EDV-affinen Lehrpersonen eingesetzt (Lehrerfreund: Alle reden über Moodle - und keiner benutzt es). Die anderen (sagen wir: der durchschnittliche Deutschlehrer oder die durchschnittliche Geschichtslehrerin) wären zwar in der Lage, das System nach einer gewissen Einweisungszeit zu bedienen. Allerdings ist das Frustrationsrisiko bei der Nutzung im Unterrichtsalltag immens. Die Risikofaktoren sind mehr didaktischer und methodischer als technischer Natur: Viele Lehrer/innen wissen nicht,

- welchen tatsächlichen Mehrwert die Nutzung von Moodle hat;
- wie sie Moodle methodisch sinnvoll einsetzen können;
- wie sie angesichts zahlloser Möglichkeiten eine sinnvolle Beschränkung treffen können.
René Scheppler, Triebwerk des D21-Projektblogs, erklärt in der Slideshare-Präsentation “Moodle erklärt mit Lego” anschaulich, was Moodle konkret kann. Die wesentlichen Arbeitsmöglichkeiten von Moodle werden mit der Legosteinmetapher dargestellt: Auf einer Grundplatte werden Fundamente (“Kurse”) angebracht, die jeweils mit beliebigen Legosteinen (“Module”, “Plugins”, “Ressourcen” etc.) bestückt werden. All diese wiederum können (nach Scheppler) vier “Funktionen” ausüben: “kommunizieren”, “speichern” [sowohl L als auch S], “evaluieren” und “kollaborieren”. Ergänzend sei angemerkt, dass einzelne Komponenten von Moodle auch mehrere Funktionen haben können; durch ein Forum können alle vier Funktionen gleichermaßen und gleichzeitig ausgeübt werden.

Warnhinweis: Anzahl zu kombinierender “Bausteine”
Moodle erlaubt es, Kurse durch Kombination beliebiger “Bausteine” zu konstruieren. Für Unerfahrene ist gerade in (teil-)virtuellen Lehr-Lernszenarien Beschränkung Pflicht: Komplexe Szenarien erfordern einen Grad der Kontrolle über das System, den “Anfänger/innen” oft nicht halten können. Dieser Kontrollverlust geht in der Regel einher mit Motivationsverlust, Ziellosigkeit oder Absinken der Arbeitsatmosphäre. Starten Sie mit einem Baustein, vielleicht mit zwei. Das genügt, um Sie erst mal auf Trab zu halten.
Die Präsentation will keine Antwort auf didaktische Fragen geben, sondern erklären, was man mit Moodle alles tun kann. Das gelingt vorzüglich, denn die Metapher des Legobauens ist unglaublich charmant und anschaulich, die Darbietung in Form einer Slideshare-Präsentation sehr eingängig (Tipp: durchklicken, nicht ablaufen lassen).
Eine wünschenswerte Ergänzung wären Erklärungen zu didaktisch-methodischen Aspekten einzelner Funktionen bzw. Aktivitäten (“Warum sollte ich über Moodle kommunizieren?”; “Wie gehe ich mit von mir in Moodle gespeicherten Text-/Bild-/Videodateien um?”; “Was tue ich, wenn jemand nicht mitarbeitet?”). Denn es bleibt für viele weiterhin die Frage offen: Wieso sollte ich mit Lego spielen, wo ich doch meine Bauklötze habe?
gefunden bei Fremdsprachen und Neue Medien 18.02.2009: Moodle erklärt mit Legosteinen
Beitrag vom 19.02.2009, 01:24 | diesen Beitrag versenden
Ich arbeite bereits an einer erweiterten Version, die hoffentlich zeitnah zur Einführung von Moodle 2.0 mit dessen Neuerungen online gehen kann.
Für die hier gemachten Erweiterungsvorschläge bin ich sehr dankbar und werde versuchen, sie zu realisieren (ich liebäugle ein wenig mit dem intensiveren Einsatz von diesen Lego-Figuren für die Veranschaulichung des didaktischen-methodischen Mehrwerts).
Bildlich tolles, erklärend wertloses Marketinggeschwafel!
Zudem sollte es natürlich nicht beim einfachen Abspielen einer Präsentation bleiben, was ich auch hier erläutert habe: http://www.blog.initiatived21.de/?p=1717
Und da stoßen wir dann nämlich sehr schnell an die Grenzen von Ausstattung (Räume, PC, Klassengrößen, Unterrichtszeitstrukturen) und Fähigkeiten (an einem S-I-Studienseminar konnten 2006 gerade 60% aller Referendare einen Hyperlink in einem Word-Dokument bewusst und gekonnt generieren.
Das Dokument selbstständig als Website zu generieren, war für 70% zu viel verlangt.
Ähnlich PowerPoint: Anhäufungen von Bildchen, die "lustig" sein sollten, jedoch den Blick vom (schwer erkennbaren) Wesentlichen ablenkten.
Oder lasst einmal einen Lehrer eine Grafik aus einem pdf-file in eine tiff-Datei importieren. Oder schon in der richtigen Auflösung speichern, damit es nicht in 9-Pixelauflösung auf A4 ausgedruckt wird.
Da nützt leider auch das schönste Lego-Modell rein gar nichts.
Vielleicht sollten Lehrer einfach auch mehr machen, ausprobieren, anstatt gut gemeinten System hinterher zu hängen.
Viele Fortbilder/innen übergehen die Erkenntnisse von didacticus vollkommen, was dazu führt, dass bei den Lehrer/innen nichts hängen bleibt und es rasch zu frustrierenden Erlebnissen kommt. Deshalb steht ja auch im Beitrag die Ergänzung: Lehrer/in - fang erst mal mit einem oder zwei Klötzchen an!
Ich möchte moodle auch einsetzen, um Schnittstellen auch außerhalb der Schulen zu schaffen.
Leider gelingt es mir nicht ein Art Gästebuch in den Kurs zu integrieren, also wo jeder posten kann.
Wer kann mir dabei helfen, die Rechte der Rollen richtig zu definieren?
Danke
Gabriele Billovits
 
mehr ...
del.icio.us
Mr. Wong
yigg
alltagz
oneview
google
