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Eintrag vom 18.09.2009 * 2130 Views in 2010

Elternabend - Tipps zur Durchführung und Vorbereitung

Elternabend: Hinweise zur Vorbereitung und Durchführung eines Elternabends. Außerdem einige hilfreiche Links ins Web. (Überarbeitung + Linkprüfung: 18.09.2009)

Originalbeitrag vom 18.10.2005, Überprüfung und Ergänzung der Links 18.09.2009.

Das Internet hält für den Elternabend nur spärliche Informationen zu Vorbereitung und Durchführung bereit. In vielen Fällen können die Lehrpersonen nicht aus der Haut und zwingen die Eltern zu Gruppenarbeiten, Webquests oder gar Rollenspielen.

Sie finden im Folgenden einige Tipps zur Vorbereitung und Durchführung, Stil “Elternabend klassisch”. Weiter unten finden Sie Links zu anderen Angeboten im Web, wo auch etwas “pädagogischere” Formen vertreten sind.

Vorbereitung des Elternabends

Vorbereitung im Unterricht

Es wurde verschiedentlich vorgeschlagen, den Elternabend schon im Unterricht vorzubereiten. Meist erfolgt das in Form einer Schülerbefragung bzw. einer Gruppenarbeit der SchülerInnen, in der diese Statements zur Klassensituation/zum Klassenklima formulieren. Mögliche Fragestellungen:

  • Was stört mich/uns am Unterricht/in der Klasse? Was könnte man dagegen tun?
  • Wie beurteile ich/wir das Sozialklima in der Klasse?
  • Was gefällt mir/uns besonders?
  • Mit welchem Fach habe/n ich/wir Probleme, wo bin/sind ich/wir überfordert?

Diese Informationen können von der Lehrer/in am Elternabend selbst ausgewertet und (in Auszügen) den Eltern vorgestellt werden; außerdem können einzelne Problempunkte als eigener TOP angesprochen und geklärt werden.

Checkliste Elternabend: Vorbereitung durch die Lehrer/in

  • Einladung versendet/Erhalt durch Eltern bestätigt?
  • Vorbereitung Ablauf/Inhalte Elternabend (s.u.)
  • Klassenzimmer überprüfen/aufräumen (Tafel wischen; Kreide vorhanden? genügend Stühle? evtl. Dekoration?)
  • Namensschilder aufstellen (hübsch: Die Eltern sitzen an den gleichen Plätzen wie ihre Kinder; wenn digitale Fotos der SchülerInnen vorhanden sind, können die auf die einzelnen Namensschilder gedruckt werden (geht einfach über die Funktion “Thumbnails -> Drucken” in irfanview)
  • Folie mit Tagesordnung des Elternabends (Beispielfolie finden Sie unten)
  • evtl. Material für Wahlen bereitstellen, sofern diese anonym erfolgen (Zettel, Stifte)
  • evtl. Anwesenheitsliste erstellen (Vorlage finden Sie weiter unten)

Durchführung/Ablauf des Elternabends

In manchen Fällen kann es hilfreich sein, ein Protokoll anzufertigen/anfertigen zu lassen.

  1. Begrüßung der Eltern, Vorstellung der eigenen Person
  2. Vorstellung der Tagesordnung auf Folie (erwarten LehrerInnen bei Präsentationen/GFS ja auch immer von ihren SchülerInnen) - Ergänzungen seitens der Eltern erwünscht?
  3. Eltern bekommen kurz Gelegenheit sich mit den umsitzenden Eltern auszutauschen (das sind ja immerhin die Eltern der Kinder, von denen die eigenen Kinder zuhause immer erzählen).
  4. TOP 1: Klassenklima
    • Frage an die Eltern: Was erzählen die Kinder zuhause - alle zufrieden in der Klasse? Probleme?
    • Eigener Eindruck der Lehrer/in von der Klasse, Ansprechen von möglichen Spannungen, Konfliktpotenzialen usw.
  5. TOP 2: Leistungsstand der Klasse
    aus eigener Sicht; evtl. Hinweis auf Lehrer/innen, die im Lauf des Abends dazukommen und sich kurz vorstellen.
  6. TOP 3: Lernstoff
    Inhalte des Lehrplans, evtl. Neuerungen im Lehrplan, Prüfungen
  7. TOP 4: Organisatorisches
    • Hausaufgaben (Umfang/Häufigkeit, Qualitätserwartungen), Sanktionen
    • Entschuldigungspraxis, Verhalten der Eltern bei Fehlzeiten
    • Benötigte Materialien/Anschaffung/Finanzierung (auch: Finanzierung von Lektüren)
    • Eigene Sprechstunde, Termin Elternsprechabend
  8. TOP 5: Klassenfahrt/Exkursion
  9. TOP 6: Fragen der Eltern?
  10. TOP 7: Wahl des Elternbeirats

Weitere Links und Materialien

Materialien für den Elternabend: Anwesenheitsliste, Tagesordnung

Elternabend aus Lehrersicht

Hier finden Lehrer/innen Links zu Hinweisen, wie ein Elternabend zu gestalten ist, Checklisten usw.

  • Alles rund um den Elternabend vom BezirksElternAusschuss der Schule Reinickendorf. Hier werden Fragen wie “Ziele des Elternabends”, “Wer wird eingeladen”, “Was enthält die Einladung”, “Wie wird eingeladen”, “Vorbereitung und Organisation”, “Was könnte Eltern motivieren, am Elternabend teilnzunehmen” und “Nacharbeit” besprochen.
  • ‘So sind Sie als Lehrer auf den Elternabend bestens vorbereitet’ (Verlag PRO Schule) - Tipps für den Elternabend, die sich v.a. auf den sozialdynamischen Bereich erstrecken (“Das Outfit muss stimmen”, “Stimmen Sie sich freundlich”, “Behandeln Sie Eltern als Gäste”, “Versuchen Sie sich die Namen zu merken”, “Auf den Abschied kommt es an”). Außerdem eine Checkliste “So treten Sie beim Elternabend stilvoll auf” (Kleidung, Vorbereitung der Räumlichkeiten ...).
  • Umfangreiches Konzept für Elternabende (pdf) bei eltermitwirkung.ch; sehr pädagogisch (Elternabend zur Bildung von Vertrauen, Dynamik; Ziele, Rollen definieren, “sanfter Einstieg” usw.), enthält auch gute Praxistipps.
  • mediaculture online: Materialien für das Thema ‘Medien’ am Elternabend, Schweprunkt Chat (mit Powerpoint-Präsentation und weiteren Links).
  • Lehrer-online: Webquests im Elternabend (Verweis auf das Material bei lo-net.de; dort u.a. ein Evaluationsbogen zum Elternabend (zugeschnitten auf die Webquests-Geschichte))

Elternabend aus Elternsicht

Hier finden Eltern Ratschläge, wie sie einen Elternabend richtig nutzen, was sie von einem Elternabend erwarten können usw. Die Wahrnehmung dieser (Eltern-)Perspektive könnte auch für Lehrer/innen interessant sein:

  • Elternabend: Wie Sie ihn richtig nutzen - einige Checklisten für Eltern von elternwissen.com. Themen sind v.a. die “Anliegen der Eltern” und die “Anliegen der Lehrer”. Hier erfährt man, dass Eltern am Elternabend u.a.
    • Inhalte des Lehrplans erfahren wollen;
    • den Lehrstoff des nächsten Halbjahres erfahren möchten;
    • nach Hausaufgaben oder Bewertungskriterien von Klassenarbeiten und mündlicher Mitarbeit fragen werden.


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Beitrag vom 18.09.2009, 14:26 | diesen Beitrag versenden

16 Kommentare von LehrerfreundInnen
(#1) Barbara meinte am 22.10.2005 dazu:
" hat mir zur Vorbereitung sehr geholfen
(#2) invia meinte am 27.10.2005 dazu:
" wer über den tellerrand des elternabends hinaus mehr zum thema elternmitwirkung / elternarbeit kennen lernen möchte, sei u.a. auf die website der elternstiftung baden-württ. verwiesen.
http://www.elternstiftung.de
folgende ziele werden hier verfolgt:
-Verwirklichung inhaltlicher Elternarbeit an den Schulen.
-Befähigung zur Erziehungspartnerschaft zwischen Elternhaus und Schule
-Stärkung der Motivation zur Elternarbeit
-Interesse für Erziehungsfragen bei den Eltern wecken
-Austausch über Erziehungsfragen anregen
-Betreuung von Projekten und Entwicklung eines Netzwerks von Elterninitiativen
(#3) H-W meinte am 30.10.2005 dazu:
" Gruppenarbeit bei Elternabenden und Klassenpflegschaften find ich gut.
Eine kleine Nachfrage hätte ich noch: In wie viele Kleingruppen teile ich denn eine Gesamtgruppe von in der Regel 5 (in Worten FÜNF) Eltern auf?
Für Hinweise bin ich dankbar.
(#4) Peter meinte am 12.02.2007 dazu:
" So ganz verstehe ich, als Vater und Nichtlehrer, diesen Beitrag nicht. Der Elternabend wird doch vom Klassenelternbeirat gestaltet und nicht vom Lehrer.
(#5) Elternsprecherin meinte am 03.07.2007 dazu:
" Leider ist diese Seite gar nicht hilfreich!
Hier wird der Eindruck vermittelt, dass Elternabende Sache der Lehrer sind. Das ist falsch! Damit wird genau das unterstützt, was ich versuche zu vermeiden. Der Elternabend soll, wie schon der vorherige Kommentar aussagt, von den Klassenelternsprechern durchgeführt werden! der Klassenlehrer nimmt, wenn er den EA (Elternabend) durchführt, den Eltern das Mitspracherecht! Informieren die Klassenlehrer eigentlich die Eltern (vor der Wahl zum Elternsprecher), was die Aufgaben eines Elternsprechers sind? Nehmen die Klassenlehrer vielleicht an, das sie mit der Durchführung des EA die Eltern "besser im Griff haben"? Nur nicht zu viel Mitspracherecht einräumen?
(#6) Elternsprecherin meinte am 03.07.2007 dazu:
" Diese Seite ist gar nicht hilfreich!
Sie vermittelt den Eindruck, dass der Klassenlehrer den Elternabend durchführt. Das ist falsch! Der Elternsprecher der Klasse führt den EA durch! Kann es sein, dass der Klassenlehrer den Elternabend durchführt, um Elternarbeit auf ein Minimum zu beschränken? Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Elternmitarbeit für den Klassenlehrer und Eltern sehr hilfreich sein kann. Es ist für Lehrer und Eltern gut, wenn eine Zusammenarbeit besteht. So können viele Mißverständnisse sofort geklärt werden. Außerdem werden die Eltern so viel besser in die Schularbeit einbezogen.
(#7) EV meinte am 05.07.2007 dazu:
" Hallo,
ich kann oben gesagten nur zustimmen. Elternversammlung das sagt der Name schon sind Eltern Veranstaltungen. Vielleicht ist das ja in einigen Bundesländern anders geregelt. In Berlin ruft lediglich der Klassenlehrer die konstituierende Sitzung ein, danach sind die Eltern dran. Klassenlehrer können, bzw sollten Eingeladen werden.
In §89 BerlSchulG ist das so geregelt "Die Lehrkräfte, die in
der Klasse oder Jahrgangsstufe unterrichten, sowie die Klassensprecherinnen und Klassensprecher
oder Jahrgangssprecherinnen und Jahrgangssprecher der Schülerinnen und Schüler
sollen auf Wunsch der Elternversammlung beratend an deren Sitzungen teilnehmen."
In der Praxis läuft es leider oft nicht so, leider.
gruss EV
(#8) SK meinte am 20.08.2007 dazu:
" Hallo,
das ist auch vom Bundesland, d.h. vom jeweiligen Schulgesetz abhängig.
Bei uns (Gymn. NRW) plant der Klassenlehrer die sog. Klassenpflegschaftsversammlung, in der der Klassenpflegschaftsvorsitzende und der Stellvertreter gewählt wird. Wenn sich die Eltern der Klasse einig sind, rufen sie einen sog. "Elternstammtisch" ins Leben, zu dem der Klassenlehrer gelegentlich aber nicht obligatorisch eingeladen wird. Die Vorsitzenden der Klassenpflegschaften wählen aus ihrer Mitte den Schulpflegschaftsvorsitzenden.
Die Elternabende, zu denen ich als Klassenlehrer einladen haben lediglich formellen und informierenden Charakter. Die Anzahl der Eltern, die konkret mitarbeiten beschränkt sich leider sehr auf den "Stab" der Schulpflegschaft. Leider... und das sind gerade einmal fünf Elternvertreter innerhalb der Schulkonferenz.
Gruß SK
(#9) Klassenlehrer meinte am 24.08.2007 dazu:
" An den Waldorfschulen ist es traditionell angesagt, ca. monatlich einen Elternabend durchzuführen (was kaum jemand schafft).
Real ist jedoch ca. alle 2-3 Monate ein Elternabend. Dabei geht es meistens um ein pädagogisches Schwerpunktthema. (Z.B. gegenwärtige Unterrichtsthemen, Klassenfahrten, etc.).
Natürlich wird hier auch Administratives besprochen, es geht aber v.a. darum, den Eltern Einblick in die Schularbeit zu geben sowie auf Elternfragen einzugehen.
An Staatsschulen gibt es solche Handhabung von Elternabenden vereinzelt auch. Und wenn hier nur 5 oder 8 Familien vertreten sind, kann das ein Gewinn sein.
Als ein Problem an Staatsschulen wird leider oft der Hausmeisterdienst genannt, der dann extra länger (und ja nicht bis nach 21.30 Uhr) kommen bzw. bleiben muss.
Sollte so eine Begründung tatsächlich durch Schulleitungen gestützt werden, sollte man sich überlegen, ob Schule überhaupt noch Sinn macht.
Also: Ausprobieren! Der Rückfluss in Input wird bestimmt grösser sein als die Energieinvestition!
Viel Erfolg!
(#10) david meinte am 27.08.2007 dazu:
" Hallo hab mal eine Frage....

Ich bin jetzt in der Jahrgangstufe 11 und hab die Frage ob ich auch mit zu Elternabenden gehen darf...


Vielen Dank für eure Antwort im voraus


David
(#11) Niclas meinte am 23.06.2008 dazu:
" Bei uns (Nds.) sind wir schon seit der 7. odr 8. Klasse mitgekommen!
(#12) Janette meinte am 11.09.2008 dazu:
" Hallo,
Ich habe eine Einladung zum ELTERNABEND erhalten auch Die Lehrerinnen und Klassensprecher/in sind eingeladen.Ich moechte nicht das Kinder an diese Abende teilnehmen. Mein kind geht in die 9te Klasse.
Ich moechte mich mit anderen Eltern und Lehre austauschen und frei reden koennen. Was mann nicht machen kann wenn am naechsten Tag die ganze Klasse erfaehrt was gewesen ist.
Janette
(#13) Katja meinte am 21.09.2008 dazu:
" Der erste Elternabend wird von der Lehrkraft gestaltet. Ich denke nicht, dass es in diesem Beitrag darum geht, die Mitarbeit der Eltern einzuschränken!
Mir hat der Beitrag als grobe Richtlinie der wichtigsten TOPs geholfen!
Es geht hier ja nur darum, ein Raster aufzuzeigen!
MfG Katja
(#14) xxx meinte am 18.09.2009 dazu:
" Meiner Meinung nach wird zu Klassenelternversammlung vom Klassenelternsprecher eingeladen. Der Klassenleiter kann auch eingeladen werden und zu verschiedenen Punkten Auskunft geben. Er ist NICHT Veranstalter!
(#15) Klassenlehrer meinte am 19.09.2009 dazu:
" Ob der Klassenlehrer oder die Elternsprecher einladen ist formale Nebenmusik, die teilweise durch das Schulgesetz definiert wird.
Leider beschränken sich Elternabende (immer noch) teilweise auf formale Pflichtinhalte.
Viel wichtiger wäre, Elternabenden auch eine gewisse Fortbildungsfunktion einzuräumen. Und hier ist es so, dass der Lehrer im Normalfall eine gewisse Moderatoren-Eignung mitbringt.
Idealerweise sprechen sich Elternvertretung und Lehrer vorher ab, damit die Inhalte entsprechend abgestimmt werden können.
Eine leider immer noch verbreitete Unsitte: Dass keine zusätzlichen Elternabende stattfinden dürfen, da sonst der Hausmeister mehr/länger arbeiten müsste oder weil die Räume aufgrund von VHS-Veranstaltungen belegt sind.
Da muss man ganz klar die Frage an die Schulträger und -Politiker stellen: Wollt Ihr optimiertes Personal- und Gebäudemanagement auf Kosten der Pädagogik? Dann müsst Ihr Euch auch mit PISA "unter ferner liefen" abfinden!
(#16) Ich meinte am 06.11.2009 dazu:
" Sind eigentlich Elterabende in der 12. und 13. Klasse üblich? Eigentlich sollten die Jugendlichen in dem Alter ihre Probleme ja direkt mit den Lehrern regeln können. Früher, als es noch ein Kurssystem und kein Klassensystem gab, war dies ja auch möglich...

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