»Fette Wurst«
Schulverpflegung auch in NRW zum Kotzen
Nach den Debakeln in Sachsen-Anhalt und im Saarland steht jetzt NRW am Pranger: Das in den meisten Schulen angebotene Essen spottet jeglichen Qualitätsvorstellungen.
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Eingetragen am 20.09.2009, 16:23 Uhr in Newsticker | Schulverpflegung |
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Schul(fr)essen
Immer mehr Schulen, die das Ganztageskonzept umsetzen, müssen ihren Schüler/innen mittags ein Essen anbieten - und bedienen sich dazu der Dienste externer Anbieter (“Caterer”), die das Essen zubereiten und in die Schule liefern. Der Bedarf an solchen Anbietern wird in den nächsten Jahren gewaltig steigen: Neben dem schon etablierten achtjährigen Gymnasium (G8) springen immer mehr Schulen (politisch gewollt) auf den Zug “Ganztagsschule” auf. Damit stellt das Schulverpflegungs-Business in Zeiten der Krise ein wahres Eldorado für findige Geschäftsleute und dubiose Catering-Firmen dar.
Die Auswahl der Firmen erfolgt in der Regel durch in diesem Bereich nicht kompetente Personen (v.a. aus der Schulverwaltung), systematische Qualitätskontrollen gibt es nicht. Deshalb ist das Schulessen an vielen Standorten eine Katastrophe. In Sachsen-Anhalt und im Saarland wurde den Schulverpflegern ein miserables Zeugnis ausgestellt - in flächendeckenden Studien der der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt bzw. des Forschungsinstituts für Kinderernährung (mehr: Schulverpflegung in Sachsen-Anhalt, Schulverpflegung im Saarland).
Schulverpflegung in NRW: durchgefallen
Ökotrophologie-Professor Volker Peinelt hat sich in den Trögen NRWs umgesehen und einen Bericht für Verbraucher- und Schulministerium NRW erstellt. Schon beim Lesen rumpelt es einem ganz im Magen:
Um einen Auftrag zu erhalten, müsse der Caterer ein günstiges Angebot machen, also auf billige Lebensmittel wie Frikadellen und fette Wurst zurückgreifen, statt mageres Fleisch zu verwenden, von Bioprodukten ganz zu schweigen. “Die Speisepläne sind oft unter aller Kritik, und auch die Hygiene ist meist höchst bedenklich.” Er habe sogar schon Fäkalkeime in Schulküchen gefunden, weil sich Mitarbeiter die Hände nicht gründlich desinfizierten.
Um diesen Missständen zu begegnen, bietet Peinelt zusammen mit seinem Kollegen Prof. Wetterau im Rahmen der AG Schulverpflegung ein Zertifizierungssystem an, bei dem sich Verpflegungsdienstleister selbst zertifizieren können. Die Anbieter müssen dazu einen Fragebogen ausfüllen und erhalten eine Zertifizierung auf 3 Jahre (“Es wurden weitgehende Vorkehrungen gegen Falschangaben getroffen.”). Es existiert bereits eine Positivliste, auf der zertifizierte Anbieter aufgeführt sind. Schulen, die in NRW auf der Suche nach einem Verpflegungsdienstleister sind, sollten sich hier umsehen.
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