Neue Perspektiven
Die Bildungsszene mit Google Insights erforschen
Google Insights stellt das Volumen von Suchanfragen in Form von Diagrammen dar, an denen sich schön ablesen lässt, in welchen Zeiträumen welche Themen besonders intensiv gesucht wurden. Wir haben die Entwicklung von Begriffen wie "schulverpflegung", "interaktives whiteboard", "nachhilfe" oder "arbeitsblaetter" untersucht.
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Eingetragen am 23.03.2009, 15:47 Uhr in Nachrichten |
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Die bekannteste Analyse des Google-Suchvolumens ist “Google Zeitgeist” . Dort erfahren wir, dass die häufigsten deutschsprachigen Suchbegriffe 2008 “ebay”, “youtube”, “wetter” und “gmx” waren.

Über die Dienste Google Trends und Google Insights lässt sich das Suchvolumen beliebiger Suchbegriffe bestimmen und mit anderen Suchbegriffen vergleichen. Basicthinking hat heute die Suchanfragen “sex”, “porno” und “liebe” verglichen (Wann die Deutschen am geilsten sind).
Da auch Lehrer/innen, Eltern und Schüler/innen sich häufig der Suchmaschine Google bedienen, liegt es nahe, die Suchanfragen der Bildungsszene genauer zu beleuchten.
“unterrichtsmaterial”, “arbeitsblätter”
Suchanfragen, in denen die Begriffe “unterrichtsmaterial” oder “arbeitsblätter” vorkommen, werden häufig von Lehrer/innen auf der Suche nach Entlastung der Unterrichtsvorbereitung eingesetzt.
Das Diagramm zeigt schön die Dynamik des Schuljahres: In den Ferien suchen die Lehrer/innen eher weniger nach Arbeitsblättern oder Unterrichtsmaterialien (1), besonders betroffen sind Osterferien, Sommerferien und Weihnachtsferien. Nach den Sommerferien immer ein dynamischer, nur durch die Herbstferien leicht unterbrochener Aufschwung, dann ein Hoch vor dem Abitur (2). Nach den Osterferien beobachtet man ein Auf und Ab (3): Prüfungen in verschiedenen Klassen-/Kursstufen verbunden mit dem vorzeitigen Weggang der Klassen sind die Ursache dafür.
Google-Insight-Suche nach Abitur(s)themen
Die Suche nach Themen des Abiturs ist ebenfalls in vielen Fällen aufschlussreich; große Ausschläge werden jedoch häufig dadurch nivelliert, dass in den einzelnen Bundesländern unterschiedliche Themen gestellt werden (fürs Fach Deutsch siehe z.B. ZUM-Wiki). Die Insight-Suche nach “michael kohlhaas” (aktuell Abitur(s)thema in Baden-Württemberg und Sachsen) als Vertreter für ein prominentes Abiturthema zeigt, dass auf den Termin des schriftlichen Abiturs im März/April zu ein steiler Anstieg erfolgt, danach eine Phase totaler Interesselosigkeit:
Sonstige Trends im Bildungswesen
Gegenstand des öffentlichen Interesses waren in letzter Zeit interaktive Whiteboards, Schulverpflegung und das (durch die G8-Einführung verschärfte) Thema Nachhilfe. Spiegelt sich dieses Interesse in den Google-Suchanfragen wider?
“interaktives whiteboard”
Die Suchanfragen nach “interaktives whiteboard” haben im letzten Jahr um etwa 100% zugelegt. Im Jahr 2009 wird sich nun zeigen, ob dieser Hype wirklich nur ein Hype ist - oder ob interaktive Whiteboards in Schule und Unterricht nachhaltig eingesetzt werden (und ein entsprechender Anstieg des Suchinteresses gegeben ist).
“schulverpflegung”, “schulessen”
Auch die Schulverpflegung ist von steigendem Interesse, da der Trend zur Ganztagesbetreuung geht und man Schüler/innen in der Schule kostengünstig mit einer warmen Mahlzeit versorgen will. Entsprechend habe in den letzten Jahren die Suchanfragen zugenommen. Nach den Sommerferien sind besonders starke Ausschläge (der Linie) zu beobachten (warum eigentlich?).
“nachhilfe
Ein nicht geringer Prozentsatz der Schüler/innen nimmt Nachhilfe, vor allem seit Einführung des achtjährigen Gymnasiums, durch das Leistungsdruck und Lerntempo erhöht worden sind. Eine einfach Google-Suche nach “nachhilfe” führt zu mit Anzeigen vollgestopften Ergebnisseiten, auf denen Nachhilfeanbieter um die vorderen Plätze kämpfen (Screenshot, Stand 23.03.2009). Erstaunlicherweise zeigt sich in Google Insight für die letzten Jahre keine aufsteigende Entwicklung für den Suchbegriff “nachhilfe”. Wahrscheinlich funktioniert der Nachhilfemarkt in erster Linie über Kontakte der wirklichen Welt (lokale Presse, Mund-zu-Mund-Propaganda usw.).
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3 Kommentare von Lehrerfreund/innen
Hübsch ist auch der Vergleich der Begriffe “abnehmen” und “Kekse”:
http://www.google.com/insights/search/#q=abnehmen,kekse&cmpt=q
Und weil’s so schön ist: Hier noch der Screenshot dazu.
http://www.lehrerfreund.de/medien/statistik/google-insights-2009/abnehmen-kekse.png
Auf meiner Seite norberto42 bei bloghof.net, die nur für den Deutschunterricht relevante Analysen bietet, kann man nicht nur den Ferienverlauf und den Wechsel der Themen verfolgen, sondern auch die Verteilung der Arbeit in der Woche: Von Sonntag bis Donnerstag habe ich etwa gleich viele Zugriffe (zur Zeit täglich zwischen 1500 und 2000), Freitag und Samstag sinkt die Zahl auf rund ein Drittel, am Sonntag fängt dann wieder die Arbeit für die nächste Woche an.
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