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Schule in Schweden - Bericht eines Ausgewanderten

Ein interessanter Bericht über Tagesablauf und Unterrichtsatmosphäre an schwedischen Schulen - von einem Vater, der auszog, seiner 12-jährigen Tochter das deutsche Schulsystem zu ersparen.

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Eingetragen am 29.09.2007, 17:10 Uhr in Nachrichten |

40 x kommentiert, 420 x gelesen in 2012. Diesen Beitrag kommentieren.

Dieser Beitrag wurde von einem Leser als Kommentar auf den Beitrag Lehrer-Arbeitsraum in der Schule: Bericht aus Schweden geschrieben. Er ist jedoch so lesenswert, dass er hier als eigener Beitrag veröffentlicht wird.

Vor etwas mehr als einem Jahr sind auch wir nach Schweden ausgewandert. Unsere 12jährige Tochter besucht die 6.Klasse und lernt ihre Englisch/Spanisch Vokabeln in schwedischer Sprache. Einwandererkinder bekommen speziellen Schwedischunterricht. 
Fast alles ist kostenlos -  Schulbus, Mittagessen, Schulbücher, Papier und Bleistift.

Es gibt auch hier Regeln, an die sich die Schüler halten müssen, aber die Lehrer werden mit Vor- oder Spitznamen angeredet.

Insgesamt herrscht eine lockere Unterrichtsatmosphäre. Fächerübergreifender Unterricht und viele Projekte beherrschen den Alltag. Erst werden an einer Kreuzung Autos gezählt und anschließend wird überlegt, ob man aus den Zahlen ein Diagramm erstellen kann. Mathe auf schwedisch!

In Gesprächen mit schwedischen Lehrern/Lehrerinnen schütteln diese nur den Kopf über das deutsche Schulsystem!

Wir sind froh unserer Tochter ein deutsches Schulsystem ersparen zu können.In D besuchte sie ein Gymnasium und hatte gute Noten, aber auch oft Kopf-u.Bauchschmerzen, Erkältung und Grippe. Hier in S wird sie wahrscheinlich auch gute Noten bekommen, aber bei bester Gesundheit!

Auch ihren Widerwillen zur Schule zu fahren und ihre regelmäßige schlechte Laune am Frühstückstisch hat sie in D gelassen.

Ein Journalist (Namen habe vergessen, tyvärr) bezeichnete die schwedische Schule einmal als

    - eine Verabredung zum Leben -

und so haben auch wir sie bisher kennengelernt.

Übrigens kann auch jeder erwachsene Einwanderer am Schwedischkurs der Kommunen kostenlos (auch Lehrbücher sind kostenlos) teilnehmen -‘ne super Sache.

In Schweden dürfen Kinder noch Kinder sein!

Kommentar des Lesers “Stefan” zum Beitrag Lehrer-Arbeitsraum in der Schule: Bericht aus Schweden

Das alles liest sich wirklich idyllisch und positiv - als wäre es ein Märchen. Aber wahrscheinlich ist es keines.

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40 Kommentare von Lehrerfreund/innen

(#1) Jan meinte am 04.10.2007, 16:12 dazu:
" 

Ich arbeite seit einem Jahr in Schweden als Lehrer und ich kann die Erfahrungen nur bestätigen! Kein Märchen!!!

(#2) rip meinte am 04.10.2007, 19:55 dazu:
" 

Sehr interessant. Allerdings finde ich eine Auswanderung nach Schweden, nur um der Tochter “das deutsche Schulwesen zu ersparen”, leicht übertrieben, um es milde zu formulieren.

(#3) Stefan meinte am 04.10.2007, 23:56 dazu:
" 

Wir sind nicht “nur” nach Schweden ausgewandert,um unserer Tochter das deutsche Schulsystem zu ersparen. Gründe dafür gab es viele.
Das sich aber das schwedische Schulsystem so positiv vom deutschen unterscheidet, damit haben wir in der Form nicht gerechnet.

(#4) Harald meinte am 14.10.2007, 15:04 dazu:
" 

Ich möchte anmerken, dass es selbstverständlich nicht übertrieben ist zum Wohle eines Kindes einen Wohnortwechsel vorzunehmen, auch nicht nach Schweden. Wie lieblos und kenntnisarm muss einer sein, der das infrage stellt?
Wie kindeswohlgefärdend müssen die deutschen Schulen denn noch werden, bevor niemand mehr freiwillig sein Kind hinschickt?

(#5) EU-Ausländer meinte am 14.10.2007, 21:18 dazu:
" 

Ich befinde mich derzeit in einem Anpassungslehrgang für die Anerkennung meines ausländischen Lehramtes in Deutschland.
Die Ausbildung in einem Zweitfach ist etwas vom Schlimmsten, was ich in meinem Leben durchmachte.
Nach zahlreichen Jahren verschiedenster pädagogischer und nichtpädagogischer Arbeiten (mit behinderten Jugendlichen, Schülern aller Klassenstufen und verschiedener Schulformen sowie erwachsener Fachleute, teilweise Führungskräfte) ist es mit Abstand die schlimmste Erfahrung, die ich mache.
Das System (Ausbilder, Schulleiter, Tagesablauf, ministeriale Rahmenbedingungen) scheren sich einen Dreck um die Möglichkeiten, die der einzelne Lehrer anbieten könnte.
Die interne Wertschätzung (erschreckend gering) und die mangelnde Unterstützung von unkonventionellen Maßnahmen (trotz vorhandener Referenzen) zeugen von einer unübertrffbaren Ignoranz.
Die gegenwärtige Zentralisierung in NRW fördert dieses stupide Gleichmachen (Nach-Unten-Nivellieren) zusätzlich. PISA wird’s zeigen.

Ein Bsp: Ich würde gerne eine Bildungsreise nach Finnland oder Schweden machen. Wird aber nicht bewilligt, da ich als “sich in Ausbildung befindender” keine Fortbildungen machen kann.
Ist doch irrwitzig, oder?

(#6) rip meinte am 14.10.2007, 23:25 dazu:
" 

@Harald: Die Attribute “lieblos und kenntnisarm” richten sich ja offensichtlich an mich. Dazu nur soviel: So allgemein von “der” deutschen Schule zu sprechen, ist nicht sinnvoll. Die Kulturhoheit der Länder und das Angebot von Privatschulen führen dazu, dass sich höchst unterschiedliche Ausprägungen von Schule im deutschen Schulwesen zeigen.
Ich kann nur von meinen eigenen Erfahrungen sprechen, und die sind so, dass ich meine Kinder jederzeit wieder in Deutschland in die Schule schicken würde (in meinem Fall: Bayern).
Falls ich aus beruflichen Gründen ohnehin nach Schweden ziehen müsste, würden sich die Kinder dort zweifelsohne auch wohlfühlen.

(#7) Eine in Portugal lebende deutsche Lehrerin meinte am 14.10.2007, 23:43 dazu:
" 

Das deutsche Schulsystem, sowie auch andere europäische, sind sehr reformbedürftig, was aber nicht von heute auf morgen machbar ist. Die skandinavischen Länder waren schon immer gesundheits- und bildungsbetreffend vorbildlich. Ein Lehreraustauschprogramm zwischen den Ländern wäre vielleicht der Beginn einer umdenkenden Mentalität, die den zukünftigen Schülern nur zu Gute käme.

(#8) Alex meinte am 08.11.2007, 17:29 dazu:
" 

@Jan meinte am 04.10.2007 dazu:

Hallo Jan, auch wenn es nicht ganz hier her passt. Ich bin angehender Lehrer in Deutschland und spiele mit dem Gedanken nach Schweden zu gehn. Wo bekomme ich mehr brauchbare Infos her, wie und wo ich arbeiten kann, an wenn man sich wendet usw. Man findet zwar viele Seiten, aber irgendwie werd ich daraus nicht schlau. Wie bist du vorgegangen?
Bin Lehrer für berufliche Schulen Fächer: Metalltechnik Bereich + Mathematik

(#9) Ernst Meier meinte am 20.11.2007, 19:23 dazu:
" 

Ob das skandinavische Schulsystem besser ist als die deutschen, das kann ich schon deshalb nicht beurteilen, weil ich den konkreten Unterschied nicht kenne. Was machen Skandinavier anders bis auf die Tatsache, dass sie schon bedingt durch die erheblich geringere Einwohnerzahl kleinere Klassenstärken haben? Damit, dass selbstverständlich im Ausland immer alles besser ist als in Deutschland, will ich mich nicht zufrieden geben, auch wenn das dem Zeitgeist entsprechen sollte. Auch unsere Lehrer verlegten den Unterricht ins Freie, sofern es dem Stoff gemäss sinnvoll erschien. Mithin kann mich der “Mathematikunterricht auf Schwedisch”, bei dem Autos gezählt werden, nicht überzeugen. Dass Lehrer mit dem Vornamen angeredet werden dürfen, na ja, ob das nun etwas mit der Unterrichtsqualität zu tun hat? Vergessen wurde zu erwähnen, dass man sich in Schweden immer mit “Du” anredet. Dass die Menschen sich deshalb näher stehen als bei uns, das wird man doch wohl nicht an den sprachlichen Besonderheiten festmachen wollen. Die Briten kennen auch kein “Sie”. Dafür müssen die Kinder ihre Lehrer, so weit ich weiss, mit “Sir” ansprechen und das mit gedachtem Hackenknallen.

Man kann ja versuchen, Deutschland zu entvölkern, indem alle Deutschen nach Schweden auswandern, sofern sich die Schweden das gefallen lassen. Aber man gehe davon aus, dass spätestens dann, wenn der 80Millionste Deutsche in jenem schönen Land angekommen ist, erstens dieses Land nicht mehr so schön ist und zweitens die gleichen Probleme hat wie Deutschland heute. Möglicherweise entfliehen die Schweden dann in das frei gewordene Deutschland.

Mit freundlichen Grüßen
Meier

(#10) Ernst Meier meinte am 21.11.2007, 11:21 dazu:
" 

Wenn es nicht so traurig wäre, müsste man sich vor Lachen schütteln.
Da wendet eine Landesregierung Millionen auf, um der Welt mitzuteilen, dass die Deutschen ihre eigene Sprache nicht beherrschen, nachdem der Einzelhandel schon Deutsch gänzlich aus seinen Räumen verbannt hat, und eben diese Deutschen scheuen keine Mühen, jegliche Fremdsprache zu erlernen, damit sie ihre Kinder in die Lage versetzen können, ihre Lehrer beim Vornamen anzusprechen. Über Baden lacht die Sonne, über Deutschland die ganze Welt.
Menschen, die in die Festung Europa “eindringen” wollen, um ihre Kinder vor dem Verhungern zu bewahren, nennt man Sozialschmarotzer, während die gleichen Leute keine Kosten scheuen, um ihren Kindern Lehrer zu verschaffen, die ihren Launen gerecht werden.
Wer Bootsflüchtlinge vor dem Ertrinken rettet, landet im Gefängnis, wer Luxusproblemchen löst, wird für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen.
Mit PISA hat sich Europa ein Alibi geschaffen, das die Komfortprobleme der Reichen riesengross und die Not der Armen klitzeklein erscheinen lässt.

Mit freundlichen Grüßen
Meier

(#11) sonja schmidt meinte am 29.02.2008, 10:41 dazu:
" 

Hallo,ich bin mit meiner Familie auch nach Schweden ausgewandert aus Beruflichen Gründen.Ich hatte am Anfang grosse Bedenken da mein Sohn mit 6Jahren jetzt Schulpflichtig ist,und ich kann nur sagen alle Ängste und Sorgen waren unbegründet.Durch die lockere und offene Art der Schweden und gerade bei den Lehrern wird es einem Schüler (Kind!!!) leicht gemacht.Meine Tochter ist 18 Monate und geht in die Vorschule (Kindergarten) und da gibt es schon enorme possitive Unterschiede zu Deutschland.
Auch der Arbeitgeber meines Mannes waren mehr als Hilfsbereit um uns den Start hier zu erleichtern.

(#12) besorgte mutter meinte am 16.03.2008, 22:44 dazu:
" 

Hallo!
Meine Tochter muss gerade ein Referat über Schweden vorgereiten, und wir wissen wirklich nicht, was es für geschichtliche Fakten gibt, und da hier ja sehr viele reinschreiben, die aus Schweden sind, wäre ich Ihnen sehr verbunden, wenn Sie uns ein paare Tipps geben könnten!!
Schon mal im vorraus Danke!
Hildegard Maritz”

(#13) Carina We meinte am 29.04.2008, 12:07 dazu:
" 

Liebe Schwedenfreunde,
hallo, Alex, hallo Jan,
ich interessiere mich als Grundschullehrerin ebf. für die Möglichkeiten, im schwedischen Schulsystem zu praktizieren, zu hospitieren etc. und freue mich natürlich sehr über diese positiven Erfahrungen.
Welche Tipps könnt ihr mir geben?
An wen kann ich mich wenden, welche Links sind hilfreich?
Danke für eure Informationen!
Carina

(#14) Charleo meinte am 17.08.2008, 13:29 dazu:
" 

Hallo Stefan und Familie,
da ich mich seit längerem für einen Aufenthalt in Schweden interessiere, bin ich bei der Recherche nach geeigneten Informationen u. a. auf Ihren Bericht gestoßen. Über das Schulsystem in Deutschland möchte ich mich hier nicht weiter kommentierend äußern. Ich finde es toll, dass Sie als Eltern gleichermaßen das Wohl Ihres Kindes/Ihrer Kinder so in den Mittelpunkt rücken und offensichtlich nach den besten (Ausbildungs-)Möglichkeiten gesucht haben. Wenn sich alle Eltern in diesem Punkt so einig wären, würde sich vielleicht an deutschen Schulen auch eher etwas bewegen…
Mich interessiert vor allem, wie Sie im Vorfeld die Schule für Ihr Kind in Schweden (aus-)gesucht haben, wie Sie sich an dieser Schule beworben bzw. Ihr Kind angemeldet haben, welche Voraussetzungen zu erfüllen sind, was beizubringen ist etc.?
Wenn Sie mir ein paar Hinweise zum Thema Schulauswahl geben könnten, wäre ich Ihnen sehr dankbar.
Herzliche Grüße nach Schweden!
Diana

(#15) Stefanie meinte am 02.09.2008, 20:06 dazu:
" 

Hallo allerseits,

ich bin auch Lehrerin (Englisch, Franzoesisch) und vor vier Jahren mit meiner Familie nach Kanada ausgewandert. Wir denken darueber nach, mittelfristig nach Schweden zu ziehen. Ich suche Kontakt zu Deutschen, die bereits umgezogen sind und als Lehrer in Schweden arbeiten. Ich wuerde mich sehr ueber Austauschmoeglichkeiten freuen, die ich weder ueber das Goethe-Institut noch ueber die Deutsche Schule in Stockholm habe herstellen koennen.

Danke schonmal,
lieben Gruss von Stefanie

(#16) Stefan meinte am 18.10.2008, 21:21 dazu:
" 

Hallo Diana,

bin nur zufällig hier und habe Deine Frage gelesen!

Unsere Tochter haben wir an der örtlichen Schule angemeldet und sie ein Jahr wiederholen lassen, um die Sprache zu lernen. Im nachhinein betrachtet, war das aber nicht erforderlich. In D war sie ein “Kann-Kind” und ist somit mit gleichaltrigen Kindern in der Klasse.

Grundsätzlich aber gilt:

Grundskolan   1 bis 4 Klasse
Centralskolan 5 bis 9 Klasse
Gymnasium   10 bis 12 Klasse

Das Gymnasium ist gleichzeitig Berufsausbildung und mit bestimmten Fächern Zugangsvorraussetzung zum Studium.

Für die Anmeldung einfach die letzten Zeugnisse, Schulabmeldung und vielleicht Pässe (brauchten wir nicht) mitbringen.

Fremdsprachen sind ab der zweiten Klasse Englisch
und ab der sechsten Klasse zusätzlich Deutsch o. Französisch o. Spanisch.
Für Einwandererkinder gibt es Schwedischunterricht bis zum Abwinken.
Als Elternteil sollte man unbedingt die SFI-Kurse (schwedisch für Einwanderer) der Kommunen
besuchen, auch wenn die Schweden ein gutes Englisch und manche sogar Deutsch sprechen.

Vor unserem Umzug waren wir noch nie in Schweden und sprachen auch kein Wort schwedisch. Jetzt, nach gut zwei Jahren,  sprechen wir schon ziemlich und unsere Tochter sehr gut schwedisch.

Hier gehen die Kinder mit Freude zur Schule, so etwas habe ich aus D noch nie gehört.
Bei Klassengrössen von 18-25 Schülern lernt jeder das, was er schafft, und nicht das, was er schaffen muß. Auf Individualität wird hier großen Wert gelegt.
Vor Chemie, Bio und Physik braucht hier keiner Angst zu haben, denn hier heißt es nur: Heute Frösche, morgen Mittelalter, nächste Woche Waschmittel, dann Strom, Photosynthese, Feuerwehr oder Erderwärmung.
     
Auch braucht hier niemand Hefter in rot mit Klarsichtfolie (dreifach) und grünen Noppen oder Heft Nr.4 mit Rand und gleichbleibendem Zeilenabstand in grün, gelb und orange zu besorgen. Den deutschen Schulranzen hat unsere Tochter gegen eine handliche Umhängetasche ausgetauscht.

Jede Klasse hat übrigens einen Klassenlehrer und eine Klassenlehrerin. 

Abschließend ist noch zu sagen, daß unsere Tochter auf gar keinen Fall auf eine deutsche Schule gehen wollen würde!

Übrigens ist die Kommune Lund in diesem Jahr schon zum zweitenmal als Kommune mit den besten Schulen ausgezeichnet worden.(Google: Bästa skolan)

Also Diana, ich hoffe Dir ein bißchen weitergeholfen zu haben und vielleicht bis bald in Sverige

Stefan

(#17) Silvia meinte am 27.12.2008, 4:28 dazu:
" 

Hallo,
wir haben ein Problem mit unseren Kindern betreff Auswandern nach Schweden. Wir würden gern auswandern, weil es bei uns einfach keine vernünftige Arbeit und schon gar nicht für Frauen gibt. Und wenn verdient man sowenig, dass man nicht davon leben kann mit drei Kindern.
Wir hatten erst an die Schweiz oder Österreich gedacht wegen der Sprache. Mein Mann ist leider nicht sehr sprachbegabt und mit den Kindern gibt es auch Probleme. Aber Schweden würde unserer Mentalität sehr entgegen kommen.

Unser Sohn ist zur Zeit in der 11. Klasse eines beruflichen Gymasiums - Fachrichtung Metalltechnik
- da würde sich hier in Deutschland logischerweise ein Ingenieur-Studium oder so was ähnliches anschließen.
Gibt es so etwas in Schweden? Leider ist er relativ sprachunbegabt, aber sonst ganz fit.

Unsere älteste Tochter geht in die 8. Klasse Gymnasium und ist zum Glück sehr sprachbegabt.

Unsere jüngste Tochter ist unser Sorgenkind - sie geht zur Zeit das 2. Jahr in eine spezielle Schule für Legastheniekinder, das gibt es hier in Sachsen. 2 Jahre hat sie die normale Grundschule besucht, dann spätestens war nach einigen Spezialtests klar - sie hat eine stärkere Legasthenie - leider dazu noch eine Konzentrationsschwäche, weil sie ADS hat.
Jetzt besucht sie das 2. Jahr die Spezialschule, danach muß sie die 4. Klasse wieder an der alten Grundschule machen. Die Kinder haben also die 3. Klasse im Prinzip 2 Mal gemacht. Und das mit speziellen Methoden, die schon wirklich Fortschritte und auch mehr Selbstsicherheit bringen. Zumal die Kinder sehen, dass auch andere Kinder solche Probleme haben und sie nicht allein sind.
Später muss dann in den Normalschulen in Deutsch usw. Rücksicht auf diese Kinder genommen werden - meines Wissens dürfen Rechtschreibfehler usw. nicht zensiert werden bzw. Rechtschreibung wird nicht zensiert, sonst hätten die Kinder ja gar keine Chance auf gute Zensuren und würden nie versetzt werden.
Also Sachsen ist da wirklich Klasse!
(Kein Wunder das Sachsen im letzten PISA-Test so gut abgeschnitten hat. Man hat Neues - Gymnasium etc. mit den alten Förderschulen aus der DDR-Zeit, die sich ja sehr bewährt haben, gekoppelt und das System flächendeckend ausgebaut und kann fast alle Kinder damit erfassen, weil die Grundschullehrer sehr sensibilisiert sind und lieber mehr Schüler zum Test anmelden.

Aber ohne Geld nutzt uns das leider wenig. Wir sind gut ausgebildet, haben jeder 2 Berufe - verdienen aber sowenig trotz Überstunden, dass wir Streß haben, die Schulausgaben neben den Lebenshaltungskosten noch zu begleichen. Und die sind sehr hoch. Allein 340,00 € Fahrgeld im letzten September für die Kinder, für die Jüngste 100,00 € Lehrmaterialien allein, Taschenrechner für 160,00 € für 1 Kind - Austausch, Klassenfahrten, Wandertage, Skiwoche im Gymnasium, Probelager Chor - da kommt was für 3 Kinder zusammen - und ich verdiene im Monat nur 180,00 € für die Leitung eines Kinder- und Jugendtreffs. So geht das nicht weiter. Mein Mann ist Kundendienstleiter bei einem Bosch-Service.
Die Firma verdient gut, das nützt den Angestellten aber nichts. Mein Mann hatte den Posten übrigens bekommen nach längerer Zeit Arbeitslosigkeit, weil sein Vorgänger nach Schweden ausgewandert ist. Ist etwas makaber.

Ich will nicht jammern, aber es interessiert mich, was andere Leute aus Deutschland und auch welche, die Erfahrung mit Schweden haben, dazu sagen.

Also unsere Josi käme ab September wieder in die normale Grundschule 4.Klasse.
Aber ob sie eine Chance hat mit Schwedisch zurecht zu kommen - sehr komplizierte Frage.

Gibt es in Schweden Förderungen und spezielle Regelungen für Legastheniker?
Sonst ist das garantiert ein hoffnungsloser Fall.
Ich mach mir ja schon Sorgen um unseren Sohn.
Oder gibt es andere Arten von vernünftigen Förderschulen? Also die Förderschulen für im Prinzip nicht intelligente Kinder ist auch in Sachsen eine Katastrophe, dort ballen sich die Probleme extrem heftig, die meisten Kinder sind aus assozialen Familien oder und sind verhaltensgestört - gruselig was sich da zum Teil abspielt. Da darf man kein Kind hinschicken, aus dem noch irgendwas werden soll!

Hat jemand Erfahrung???
Bitte helft uns mit einer Antwort - sonst müssen wir andere Wege finden.

Tschüß und Danke
Silvia

(#18) Mister M. meinte am 27.12.2008, 20:41 dazu:
" 

http://www.zeit.de/2007/50/Pisa-Ausland
Schon bekannt?

Es kommt immer darauf an, wie man etwas betrachtet / betrachten will.

Und @Silvia:
“Allein 340,00 € Fahrgeld im letzten September für die Kinder, für die Jüngste 100,00 € Lehrmaterialien allein, Taschenrechner für 160,00 € für 1 Kind - Austausch, Klassenfahrten, Wandertage, Skiwoche im Gymnasium, Probelager Chor - da kommt was für 3 Kinder zusammen - und ich verdiene im Monat nur 180,00 € für die Leitung eines Kinder- und Jugendtreffs.”

Wegen der ersten drei Posten beschweren Sie sich bitte bei Ihrem zuständigen Kultusministerium. Dafür, dass es keine Lehrmittel- oder Beförderungsfreiheit gibt, können die Schulen nichts. Und die Taschenrechner sind mittlerweile ebenso zentral vorgeschrieben.

Und “Austausch, Skilager, Probelager Chor” sind bestimmt keine Pflichtveranstaltungen, so etwas macht in der Regel nur ein Bruchteil der Schüler/Schülerinnnen mit.

Tut mir leid, aber das klingt alles nach “Jammern auf hohem Niveau”. Sie wollen alles, aber es darf nichts kosten…

(#19) Yvonne meinte am 28.12.2008, 0:10 dazu:
" 

Hallo Schwedenfreunde!

Meine Tochter möchte das Schuljahr 2009/10 in Schweden zur Schule gehen - also Austauschschuljahr. Sie geht zur Zeit in die 10 Klasse eines Gymnasiums in Deutschland und hat gute Leistungen. Das Jahr in Schweden will sie u.a.nutzen um sportlich Erfahrungen zu sammeln, sie spielt seit 8 Jahren Unihockey.
Ich möchte ihr diesen Traum erfüllen, jedoch nicht über irgendeine Organisation, sondern privat.
Kann mir jemand helfen? Gastfamilie wäre ein wichtiges Thema!
Ich bin über jegliche Ratschläge und Hinweise erfreut!
Vielen Dank!

(#20) Silvia meinte am 28.12.2008, 1:39 dazu:
" 

Leider ist da schon in dem Sinne “Pflicht”, wenn es alle anderen Kinder der gleichen Klasse (normales Gymnasium) auch machen. Sie haben Recht, eigentlich ist vieles davon unnötig. Sehe ich auch so. Wenn wir nicht Großeltern hätten, die zuschustern gar keine Chance. Solche Schulveranstaltungen sollten verboten werden, da Kinder ausgegrent werden.
Wenn wir in den Elternabenden dagegen sind, werden wir als blöd oder bedauernswert hingestellt. Normal kann das nicht sein.
Da ich beruflich viel mit Kindern aus armen Verhältnissen zu tun habe, die aus Hartz IV-Familien kommen, muss ich sagen, dass diese Familien oft mehr Geld zur Verfügung haben, als etliche Familien, wo die Eltern arbeiten gehen.
Das Problem ist, dass das Geld falsch ausgegeben
wird. Für Alkohol, Zigaretten, technischen Schnickschnack aller Art - und die Kinder kommen
am Nachmittag hungrig und haben den ganzen Tag noch nichts gegessen.Was macht man dann in so einem Kindertreff - Tee und Kekse backen. Wer bezahlt es? Die Mitarbeiter am Ende wenn die Imbißkasse eh nichts mehr hergibt.
Dann kommt man nach Hause und dort warten schon die eigenen Kinder und man guckt ins Portemonaise
und sieht noch 5 Euro für die Woche oder zehn und ich weiß mein Mann braucht noch Benzingeld für die nächsten Tage, da er 20 km Arbeitsweg hat.
Da kriegt man die Krise. Und so eine bescheuerte Lehrerin, die keine Geld-Probleme hat und Skilager ganz toll findet.Und man darf doch die reicheren Kinder nicht dafür bestrafen, wenn es Ärmere gibt. Das hat mir mein Mann vom letzten Elternabend erzählt, ich gehe nicht mehr dahin
Ist das noch normal? Und das in einer Region wo es weit über 20 Prozent Arbeitslose gibt.

Das Ergebnis ist, dass die ärmeren Familien selbst ihre sehr klugen Kinder (so was kommt doch häufiger vor - eine Freundin meiner älteren Tochter z.B.) oft nicht aufs Gymnasium gehen lassen, weil sie wissen, dass sie diesen finanziellen Ansprüchen nicht gewachsen sind oder der Familienfrieden erheblich darunter leiden wird. Besonders wenn auch noch andere Kinder im Haus sind.
Das hat sich unter den Familien schon herum gesprochen. Schade drum. Auch um die ganze Arbeit, die man sich mit den Kindern gibt und versucht sie in der Freizeit zu fördern.

Also wir halten die Lage hier nicht mehr lange durch und wir wollen, dass aus unseren Kindern etwas wird. Und das wir nicht entscheiden müssen zwischen Essen, Benzin und guter Schulbildung. Ist das für Deutschland zuviel verlangt? Wir geben der Gesellschaft schließlich auch was - wir ziehen drei Kinder groß, erziehen sie so, das sie was für die Allgemeinheit tun und selbst sind wir gesellschaftlich sehr aktiv. Wir kümmern uns fast rein ehrenamtlich um benachteiligte Kinder, Behinderte, organisieren Veranstaltungen usw. Da hilft bei größeren Aktionen die ganze Familie mit. Das macht mir sehr viel Spaß, ich arbeite 30-40 Stunden die woche dafür für 180,00 €.
Eine besser bezahlte Arbeit finde ich nicht. Aber so geht es leider nicht weiter. Obwohl ich sehr an meinen Kindern auf Arbeit hänge usw.
eigentlich brauchen sie mich oder jemanden anderen. Aber mit nem Hungerlohn funnktioniert das nicht.
Deshalb auswandern. Und das Hauptproblem ob und wie Legasthenikerkinder in Schweden gefördert werden. Also wer darüber bescheid weiß, bitte schreiben!!! Die sozialen Probleme zu diskutieren bringt sowieso nichts. Ich habe es aufgegeben. In Deutschland wird sowieso alles nur totgelabert und es passiert nichts.
Also Lehrer, die inSchweden arbeiten oder gearbeitet haben, bitte antworten!!!
Danke silvia

(#21) willgerninschwedenstudieren meinte am 18.02.2009, 23:56 dazu:
" 

wie ist es eigentlich wenn man lehramt in schweden studiert, ist es dann möglich auch in deutschland als lehrer zu arbeiten?

(#22) Tina meinte am 23.11.2009, 19:08 dazu:
" 

Hey rip und Stefan
Wir sind nur einzig und allein, nur ausgewandert, um unseren Kindern nicht nur das deutsche Schulsystem zu ersparen sondern auch noch die deutsche KITA. Die ist der Anfang allen Übels und war für uns Anlass so schnell als möglich auszuwandern, so schnell wie es mit drei kleineren Kindern geht ohne das jemand bei der Aktion auf der Strecke bleibt. Kinder sind in Schweden Zukunft, Hoffnung, Quell der Freude auch für die Nachbarn, sie sind die, die weiter machen, ohne Kinder hat alles keinen Sinn. Was sind Kinder in Deutschland? „Last eure Kinder auf der Strasse spielen, da lernen sie wenigstens die STVO, was soll dieser ständige Lärm hier vorm Haus?“, so waren unsere Nachbarn in einer kleinen Wohnsiedlung am Rande von Berlin. Unsere Kinder waren damals 2 und 3 Jahre alt und es war ein Wochentag 11:00 Uhr. Nur ein Satz von einer Nachbarin der widerspiegelt was Kinder in Deutschland sind, wir haben bei 3 Kindern viele solcher entwürdigenden Sätze gehört, leider, mir war Deutschland –Ostdeutschland—eine gute Heimat und ich hoffe Schweden wird meinen Kindern eine eben so gute Heimat, nach 9 Monaten hier sieht es immer noch so aus.
Hey da die Tina aus Sverige

(#23) ausländer-lehrer meinte am 24.11.2009, 16:51 dazu:
" 

@willgerninschwedenstudieren
Grundsätzlich wird das Lehramt gem. EU-Recht anerkannt. Niveauunterschiede müssen ggf. durch eine Prüfung oder einen Anpassungslehrgang (dann ohne Prüfung) nachgewiesen bzw. ausgeglichen werden. Ausserdem wird hier auch EU-ausländische Unterrichts- (Berufs-) Erfahrung angerechnet.
Am besten informierst Du Dich bei der schwed. Botschaft in D nach Erfahrungen (Die deutschen haben kaum Ahnung, weiss das genau, da ich selber “Opfer” bin und mein Fall im letzten Jahr in einer Studie eines D-Bundesministeriums mehrfach Beachtung (für misslungene Strukturen im Anerkennungsverfahren) fand. Letztlich zahlt sich auf jeden Fall Hartnäckigkeit aus, Buckelei ist hier erwünscht - führt aber nicht zum Ziel.

(#24) Hans-Josef Fries meinte am 24.03.2010, 15:03 dazu:
" 

Hallo ich habe ihren Artikel mit Begeisterung gelesen. Da ich im Schulelternbeirat in der Hauptschule Konz bin habe ich ein sehr großes Interesse daran mehr darüber zu erfahren. Es würde mich freuen wenn einer von euch mit mir Kontakt aufnehmen könnte.
Mfg

Hans-Josef Fries

(#25) Irina meinte am 25.03.2010, 19:46 dazu:
" 

Ja, für das schwedische Schulsysem könnte man sich begeistern. Stimmt es aber, dass schwedische Kinder zu Hause noch relativ häufig etwas auf den Po bekommen?

(#26) Lisa meinte am 03.08.2010, 15:39 dazu:
" 

Hallo ihr Lieben

Ich bin Referendarin an einer Grundschule und bekomme aufgrund verschiedener Gründe auch Lust später in Schweden zu unterrichten und vorher dort ein Praktikum zu machen. Ähnlich wie Carina (#13)würde ich mich sehr freuen, Tipps von euch zu erhalten, an wen ich mich so wenden muss und welche Links hilfreich sind.
Ich würde mich sehr über Antworten freuen.
Danke

(#27) maai meinte am 12.09.2010, 18:21 dazu:
" 

Hallo Leute,
auch wir denken daran nach Schweden Auszuwandern. Da wir zwei Kinder im Alter von 7 und 9 haben, sind wir natürlich daran interessiert wie das mit der Schule in Schweden so läuft. Sehr interessieren würden uns Webseiten auf denen wir lesen könnten, wo es die besten Schulen gibt, wie es aussieht mit Zusatzunterricht bei Lernschwierigkeiten, wann der Unterricht anfängt,wie lange, wie oft und wann Urlaub ist, und so weiter, und so weiter.
Vielen dank für Eure Hilfe.
Liebe Grüsse

(#28) Stefanie meinte am 14.09.2010, 2:07 dazu:
" 

Hallo,

ich wollte nochmal fragen, ob es deutsche Lehrer unter Euch gibt, die mit ihren Familien in Schweden leben und arbeiten und Lust haetten, mit mir in email-Austausch ueber verschiedene Fragen zu treten ?

Ich wuerde mich ueber Antworten freuen,
Gruesse aus Kanada von
Stefanie

(#29) Mairah meinte am 26.09.2010, 0:30 dazu:
" 

Hallo,

mein Mann möchte gerne nach Schweden auswandern. Er möchte erst mal, dass wir für 2 Jahre dort leben und dann weiterschauen, je nachdem wie es uns gefallen wird.Er versucht mich zu überzeugen.Da wir aber auch eine 5 jährige Tochter haben die nächstes Jahr eingeschult wird habe ich Bedenken!
Ich bin mir nicht sicher ob sie damit klar kommen wird.
Immerhin kann sie die Sprache nicht und außerdem ist es ihr 1. Schuljahr.
Wenn sie nichts versteht, kann sie nichts lernen.
Oder mache ich mir zu viele Sorgen?
Wir haben vor in der nähe von Lulea zu wohnen.
Eine deutsche Schule gibt es jedoch nur in Stockholm.
ich bin momentan sehr verwirrt und versteh nicht welche Entscheidung die bessere ist.
Erzählt mir doch einfach von euren Erfahrungen.
Mache ich mir unnötig sorgen?
Es heißt ja auch, dass Kinder schnell lernen.
Aber so schnell???Und was wenn wir nach 2 Jharen doch zurück kommen?Kann ein Kind sowas verarbeiten?

Liebe Grüße
Mairah

(#30) Stefanie meinte am 26.09.2010, 17:08 dazu:
" 

Hallo Mairah,

ich verstehe Deine Bedenken, aber ich glaube auch, dass Du Dir keine Sorgen wegen Deiner Tochter machen musst.

Ich kann nicht fuer das Leben in Schweden sprechen, weil wir mit unserer damals zweijaehrigen Tochter nach Kanada gegangen sind, aber alle “auslaendischen” Kinder, die wir hier in Kanada kennen gelernt haben, verarbeiten generell Umzug/Sprache/neue Kultur viel schneller als wir Erwachsenen. Ich habe mich eine Zeit lang auch beruflich mit Bilinguismus-Studien beschaeftigt, die damals sehr stark den positiven Aspekt auf die neurologische Entwicklung (Sprachenzentrum) des Kindes betonten. Das konnten wir bei unseren beiden Kindern bestaetigt finden und bei anderen auch. Und wenn es in Schweden auch so ist wie hier in Kanada, dass anderssprachige Kinder am Anfang Unterstuetzung in der Schule bekommen, dann sollte es nach ein paar Monaten fuer Deine Tochter die ersten Erfolgserlebnisse geben. Gut ist natuerlich, wenn Ihr auch die Landessprache sprecht, um an Eure Umgebung anknuepfen zu koennen und so ausserhalb der Familie vorleben koennt, was die Kinder von alleine lernen werden.

Wir haben den Kontakt zu deutschen Spielgruppen/Schulklassen (alle privat organisiert) ueber die sechs Jahre gehalten und es hat den Kindern bisher gut getan. Unsere Groessere verliert allmaechlich die Lust daran, ist aber jetzt auch hier in der (kanadischen) Schule gut eingespannt (3. Klasse). Und wir lesen/singen/spielen viel auf deutsch und sprechen zuhause auch nur deutsch (ausser mit dem Hund wink.

Wir ueberlegen immer mal wieder zurueck nach Europa, vielleicht auch Deutschland, zu gehen, ich glaube, das wuerden die Kinder auch noch gut schaffen. Freunde und Bekannte von uns haben es gemacht und haben als einzigen Stressfaktor empfunden, in Deutschland eine gute Schule zu finden, die mit diesen “besonderen” Kindern mithalten kann (nicht nur auf akademischer Ebene).
Wenn Kinder dann anfangen, eigene soziale Beziehungen aufzubauen, soll es anscheinend nicht mehr ganz so leicht sein, darueber mache ich mir oft Gedanken. Dann tut Abschied etc. mehr weh und die Umstellung dauert anscheinend oefter laenger - aber das haengt ja auch von der einzelnen Person ab.

Es muss glaube ich nicht die deutsche Schule sein. Vielleicht ist es sogar besser, sich gleich ganz zu integrieren, es sei denn Ihr wisst 100%, dass Ihr sowieso wieder zurueck geht und Eure Kleine von Anfang im deutschen Schulsystem lernen soll. Es waere auch gut, mit den entsprechenden Grundschulen in Deutschland Kontakt aufzubauen, dann koennten die Dir auch helfen (mit Unterrichtsmaterial, Anforderungen etc.) bevor Ihr wieder zurueck ginget.

Wart Ihr schon mal in Lulea ? Witzig, mein Mann hat grad interessante Stellenanzeigen aus Umea bekommen, aber ich kann mich auch grad nicht durchringen, so mir nichts Dir nichts von Kanada nach Schweden umzuziehen. Es waere bestimmt gut, vielleicht ein, zwei mal vorher nach Lulea zu fahren und Kontakte zu knuepfen, auch wenn Du noch kein Schwedisch sprechen solltest.

Ich finde all diese Fragen sehr spannend und eher aufregend als beunruhigend, das ist doch auch Abenteuer fuer Eure Familie. Solange man Arbeit hat und (fuer uns wichtig geworden) ein gutes Krankenhaus in der Naehe, hat man ja eine Basis. Ohne Arbeit waere ich zu feige irgendwohin zu gehen. Das ist dann zu abenteuerlich fuer mich.

Ich hoffe, dass ich Dir ein wenig Sorge nehmen kann, auch wenn ich nicht in Schweden wohne. Ich wuerde immer noch gerne mit deutschen Lehrern in Schweden Kontakt aufnehmen, leider hatte ich bisher noch kein Glueck (obwohl ich schon in Stockholm und Goeteborg an den Schulen nachgefragt habe, aber da scheint keiner meine email-Adresse weiterzureichen, hm).

Alles Gute fuer heute, gerne mehr Austausch,
Stefanie mit Lovis in meinem Herzen

(#31) Mairah meinte am 29.09.2010, 16:30 dazu:
" 

Danke für deine Antwort.
Ich muss sagen, dass es mir schon besser geht.
Ne ich war noch nie in Schweden, deswegen diese Sorgen. Aber mein Mann war schon dort. Wir haben dort Verwandte in der der Nähe, also seine Schwester wohnt dort. Ich habe auch demnächst vor, in den Schulen nachzufragen, hoffe dass sie sich melden. Wünsche dir auch viel Glück.

LG
Mairah

(#32) Helena meinte am 30.01.2011, 18:49 dazu:
" 

hej!
ich bin in Deutschland auf einer Waldorfschule in der Nähe von Köln, also im bildungspolitisch absolut dämlichen NRW. Ich habe versucht mir das alles hier durchzulesen und irgendjemand hatte hier etwas davon geschreiben, es sei falsch von der einen Schile in Deutschland zu sprechen. Das ist es aber nicht ganz. Die Waldorfschule versucht ähnlich zu arbeiten wie die schwedischen Schulen, bzw. ähneln letztere der Waldorfschule sehr. Trotzdem kontrolliert werden wir vom deutschen Ministerium ganz genau und vieles unserer pädagogik ist nicht mehr umsetzbar durch das deutsche bildungs-gesetz, welches mit der zeit immer schwachsinniger wird. dass im ausland alles besser ist, gehört zum zeitgeist, kann ich aber auch nicht voll und ganz unterschreiben. es ist nur so, dass unsere regierung offensichtlich nicht weiß was sie tut. ich finde, was das wichtigste ist, ist dass wir endlich verstehen, dass individuelle Menschen, individuelle Lerntypen haben und somit individuell unterrichtet werden müssen. es gibt nicht das perfekte schulsystem für jeden schüler, auch aus schweden habe ich schon schlechte meinungen gehört. aber es gibt schulsysteme die jedenfalls zu einem immens großen teil funktionieren und es gibt pädagogische ansätze, von denen man lange weiß, dass sie gut sind und das zeigt uns schweden sehr deutschlich, finde ich. ich finde die entscheidung nach schweden auszuwandern großartig und wünschte, ich hätte dasselbe glück gehabt. anderseits gilt es auch etwas zu verändern für unsere zukunft, und nicht mehr wegzurennen (allerdings wenn man kinder hat ist das etwas anderes, man verändert schließlich nicht in fünf minuten das deutsche bildungssystem). deswegen fänd ich es schön, wenn meine generation sich mit den lehrern für ein sinnvolles bildungssystem einsetzen würde, was mit den bildungsstreiks ja schon angefangen wurde. denn dann könenn wir vielleicht auch irgendwann einmal von unseren schulen behaupten, dass sie uns etwas anderes als hass, demütigung und lebensunlust gelehrt hätten. allerdings bin ich nicht der ansicht, dass das schwedische system so einfach auf deutschland übertragbar ist. deutschland ist und bleibt ein völlig anderes land als schweden. wir müssten überhaupt erst einmal die gesellschaft ändern, um die schulen zu ändern. jedenfalls ist das meine meinung.
hälsingar,
helena

(#33) skogstroll meinte am 03.07.2011, 17:34 dazu:
" 

Wir wohnen seit 14 Jahren hier in Schweden. Meine zwei Töchter haben hier die Schule besucht, die kleinere tut das immer noch, sie ist ab September in der 9. Klasse.
Mein Kommentar: Keinerlei Einwände, völlig richtig beurteilt.
Meine Frage an mich selbst: Wozu reisen deutsche Politiker mit Hilfe deutscher Steuergelder wochenlang durch die Welt, um sich anzusehen, wie man dies und jenes besser machen könnte, wenn dann doch nix bei rauskommt?
Antwort bleibt offen.
skogstroll

(#34) Rainman meinte am 03.07.2011, 19:20 dazu:
" 

@ Helena:
Ganz kurz!

Liebe Helena,
ich habe durch Zufall Ihren Beitrag gelesen. Hier mein durchaus direkt ausgedrückte Meinung dazu.
Wenn ich mir Ihre Rechtschreibfähigkeiten und Ihren Ausdruck vor Augen führe(n lasse), sinkt meine leider bereits vorher eher geringe Meinung über die deutschen Waldorfschulen nur noch umso mehr! Das sogar Abiturienten von Lehrern Ihren Kalibers ausgebildet werden lässt mich erschaudern! Welches pädagogische Konzept dabei genutzt wird ist wahrscheinlich vollkommen egal. Ich hoffe inständig, dass Ihre Fachkompetenz nicht den “steinerschen” Standard an Waldorfschulen abbildet oder Sie sich aufgrund Ihres Elans vollkommen im Schreiben haben gehen lassen.

MfG
Rainman

(#35) Susann  meinte am 09.09.2011, 0:33 dazu:
" 

@ Stefanie———als Lehrer in Kanada

Hallo an alle,
ich weiß mit meinem Betreff Pass ich nicht ganz in euren Blog aber auf der Suche nach Themen und Links zu"als dt Lehrer in Kanada” bin ich mit google hier gelandet und wollte mal Nachfragen, ob mir Stefanie viell ein paar Infos, Tipps und Hilfen geben kann, wie ich evtl als Lehrer in Kanada arbeiten koennte. Das waere super, danke schon mal

(#36) Helena meinte am 10.09.2011, 14:42 dazu:
" 

@ Rainman

Da haben Sie absolut recht, dasselbe hab ich gerade auch gedacht. Ich musste diesen Beitrag sehr schnell verfassen, daher diese Vertipperei. Ich bin eigentlich sehr gut in Deutsch und werde demnächst wohl auch Germanistik studieren. Keine Sorge, Es gibt allerdings wirklich Waldorfschulen, an denen die Kinder schlecht lesen können im Gegensatz zu staatlichen Einrichtungen. Dies liegt meistens an dessen Klassenlehrer. Es gibt da so Kandidaten, die sowas gern schleifen lassen und daraus resultiert oft das Ergebnis, dass diese Kinder erst später schnell und betont lesen oder fehlerfrei schreiben lernen. Dennoch kann ich hier in Deutschland Waldorfschulen nur empfehlen. Es gibt ja nicht nur negative Seiten. Die Waldorfschule ist eine der wenigen Schulen, die nicht nur für’s Abitur, sondern auch für’s Leben bildet. Und wir haben meistens mit Abstand das beste Abitur in NRW gemacht. Und zwar Zentralabitur. Also können wir so schlecht ja gar nicht sein wink

Liebe Grüße,
Helena

(#37) Stefanie meinte am 12.09.2011, 14:02 dazu:
" 

Susann,
womit kann ich dir helfen ? Ziehst du nach Kanada und wenn ja, in welche Provinz ? Vielleicht kannst du mir deine email-Adresse geben, dann koennen wir off-Forum schreiben. Wir sind auch grad in Deutschland, falls telefonieren gut waere.
Liebe Gruesse von
Stefanie

(#38) Susann meinte am 12.09.2011, 22:15 dazu:
" 

Hallo Stefanie,
Vielen Dank für deine Nachricht. Meine emailad—> .(Javascript muss aktiviert sein, um diese E-Mail-Adresse zu sehen)

Ich bin derzeit noch Referendarin in BAyern, aber die Chancen für eine Stelle ab nächstem Jahr schauen nicht wirklich gut aus und ich war nach dem Abitur für ein Jahr als Aupair in Kanada, dann 2,5 Monate während der Semesterferien noch einmal und jetzt für einen Monat und habe schon immer mal drüber nach gedacht, wie es wäre dort für ein paar Jahre zu arbeiten und nun habe ich mir überlegt, falls es irgendwie eine Chance geben würde, dies nächstes Jahr, wenn ich mein zweites Staatsexamen abgelegt habe, für ein paar Jahre zu versuchen. Sollte viell noch dazu sagen, dass ich in Manitoba war und gern in der Nähe von Winnipeg, wo ich mittlerweile auch viele Freunde habe, arbeiten würde.


DAnke schon mal.

Viele Grüße,

Susann

(#39) 99pro meinte am 22.09.2011, 15:45 dazu:
" 

Hallo,

ich bin bei Recherchen im Internet auf Sie gestoßen und wollte Sie für ein deutsches TV Projekt anfragen bzw. um Ihre Hilfe bitten.
Ich arbeite als Autorin bei der 99pro Media GmbH in Leipzig, die im Auftrag des Fernsehsenders VOX u.a. die Sendung „Goodbye Deutschland – Die Auswanderer“ produziert und bin deswegen immer auf der Suche nach tollen Auswanderergeschichten … 

Wir planen gerade ein Schweden-Spezial und suchen dafür noch sympathische Protagonisten aus Deutschland. Vor allem suchen wir einen Mentor, der im besten Fall schon ewige Zeiten in Schweden lebt, dort angekommen ist und aus seiner langen Erfahrung berichten kann. Gerade auch Familien, die schon länger vor Ort sind, würden wir gerne näher kennenlernen.

Noch ein paar Infos zu unserer Arbeit: Unsere Dreharbeiten dauern meisten 3 – 7 Tage, je nachdem, worum es in der Geschichte geht. „Goodbye Deutschland“ ist ein Doku-Format, sodass wir wenig in das Geschehen eingreifen, sondern die Protagonisten hauptsächlich in ihrem Alltag begleiten. Uns ist Authentizität sehr wichtig. Toll ist deshalb immer, wenn die Protagonisten ein Ziel haben, das sie erreichen möchten. Aber das ganz normale Leben bietet in der Regel ja genug Hürden und Aufgaben. Die Protagonisten bekommen auch eine Aufwandsentschädigung, die variiert, je nachdem, wie aufwendig der Dreh ist.  Unsere Erfahrung hat außerdem gezeigt, dass der Werbeeffekt eines Fernsehauftritts nicht zu unterschätzen ist. Viele Protagonisten konnten nach Ausstrahlung bei VOX ihren Umsatz stark steigern.

Falls Sie selber Interesse haben oder vielleicht jemanden kennen, der Lust auf ein solches Projekt hat, dann würde ich mich sehr über eine Nachricht freuen. Keine falsche Scheu, bei Fragen stehe ich Ihnen jederzeit zur Verfügung:-)

Herzliche Grüße

stefanie dettmar                  

.(Javascript muss aktiviert sein, um diese E-Mail-Adresse zu sehen)

(#40) conny meinte am 19.11.2011, 22:57 dazu:
" 

hallöchen zusammen,
mein schwager hat in stockholm einen Laden gekauft und will jetzt dass mein Mann unsere Tochter (11 J.) und ich nach Schweden kommen um dort zu arbeiten und zu leben. Damit es für unsere Tochter nicht so schwer wird mit Schule und dem Erlernen der schwedischen Sprache, wollte ich eigentlich dass sie auf eine deutsche Schule geht. Aber so wie ich hier im Forum gelesen hab, ist das gar nicht nötig, oder? weil die Schüler extra schwedisch Unterricht bekommen und so leichter die Sprache lernen. Kann mir also jemand, welcher seine Kinder nicht auf eine deutsche sondern eine normale schwedische Schule geschickt hat,  von seinen Erfahrungen berichten? Ist es wirklich so “einfach” wie auf einer deutschen Schule? Vielen Dank für Eure Antworten.
tschüssi conny

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